Keine lokalisierten Eigennamen mehr im D&D von Galeforce 9

  • Michael Mingers hat kürzlich auf auf DORP bekannt gegeben, dass WotC keine eingedeutschten Eigennamen in den Produkten von Galeforce 9 haben wollen.


    Für mich persönlich aus den folgenden Gründen etwas Schade: Nach den Dekaden die man sich an die deutschen Namen gewöhnt hat und diese vielleicht sogar liebgewonnen hat , muss man sich erstmal daran gewöhnen, wenn ein Neuling am Tisch plötzlich Worte wie Uaterdiep, Boldors Gäit und Zordkoust ausspricht. Zudem weiss ich wie sehr sich Mirko Bader (nun) umsonst bereits den Kopf darüber zerbrochen hat, wie man ein paar der exotischeren Namen übersetzen soll.


    Bevor hier alle auf Ulisses losgehen; Diesen bleibt aus rechtlichen Gründen nichts übrig als sich dem Willen des Lizenzgebers und Auftraggebers zu fügen.

    Für mich etwas frustrierend, dass die meiner Meinung nach beste Version von D&D nicht die verdiente Lokalisierung erhalten kann, die sie verdient - aber hier heisst es wohl: Besser in den sauren Apfel zu beissen, als zu verhungern.

  • Grundsätzlich bin ich ja ein Freund davon, Eigennamen nicht zu übersetzen. Finde Begriffe wie Eisenschmiede (WoW) und Baldurs Tor eher schlimm. Trifft mich zwar im Prinzip kaum, da ich schon immer mit den englischen Büchern spiele, klingt für mich aber meist sehr gezwungen.


    Jetzt zum großen „Aber“: Da hier die Begriffe schon seit Jahrzehnten in der Spielerschaft fest verankert sind ist es mehr als unglücklich, jetzt diesen Schritt zu gehen.

    Bei X-Wing und wohl auch beim kommenden Star Wars Legion geht man Jan genau den umgekehrten Weg...

    In God we trust, the rest we monitor.

  • Ja, perfekt war die Lokalisierung nie, aber man hätteTM die Chance nutzen können ein paar der weniger gelungen Sachen der Vergangenheit zu korrigieren - wie Ulisses es zum Beispiel beim Hexenmeister gemacht hat. Aus Baldurs Tor hätteTM zum Beispiel Baldurs Pforte werden können.


    Aber mit "hätte" und "würde" macht man sich nur unglücklich, also lass ich es schon sein ;)

  • Naja, ich bin da etwas unentschlossen. Manchmal sind die Übersetzungen so gruselig geraten, dass nicht übersetzen besser gewesen wäre. Den Ulissianern traue ich da mehr Sprachgefühl zu, das haben sie ja schon gezeigt. Aber bei manchen Settings wäre ich trotzdem nicht dafür, das zu übersetzen. Die Stadt Siegel klingt gruselig, und von der Welt von Graufalke würde ich lieber nichts lesen wollen... Eine Übersetzung von Planescape vermag ich mir nicht vorzustellen.

    Insgesamt ist es aber eine verpasste Chance, es gut zu machen, das stimmt schon.

  • Interessant ist auch was mit den übersetzten Eigennamen aus den bereits publizierten Büchern passiert.


    Zum Beispiel Schattensaum/Shadowfell im PB und Unterreiche/Underdark im MM - ob die Namen nun übersetzt in zukünftige Werke einfliessen oder ob diese ab der nächsten Auflage zurück ins englische gesetzt werden.

  • Ähhh wat? Das fällt GF9 reichlich früh ein und klingt aberwitzig kurios.


    Nun gut, ich verwende bisher auch nur das PHB in der Übersetzung, um keine Spieler am Tisch auszuschließen. Der Rest wird von mir aus dem stehgreif heraus übersetzt, falls notwendig.


    Aber gut, wird man auch mit arbeiten können, bei dem deutschen PHB hat ja im Gebrauch auch nicht alles überlebt, die Übersetzungen von Wizard, Sorcerer und Warlock sowie Proficiency wurden von meiner Seite aus sehr schnell gestrichen, nicht zuletzt weil es auch bei den Spielern, die schon länger DnD spielten mehr zu Verwirrung beitrug.

    • Helpful

    Ich finde die Entscheidung furchtbar. Das führt nur zu mehr Denglisch am Tisch. Was für Regelbegriffe noch okay wäre (und die sind ja übersetzt), ist im Setting einfach ein Stimmungskiller. Und sprechende Monsternamen wurden ja auch übersetzt. Lässt sich das nicht mehr retten? Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie die Sätze dann aussehen.

    "Wenn die Harfner über den Dreieberpfad südlich des Niewinterwaldes in Richtung Felsklippenfeste gehen..."

    "Wenn die Harper über den Triboar Trail südlich des Neverwinter Wood in Richtung Cragmaw Castle gehen..."

  • Ich finde die Entscheidung furchtbar. Das führt nur zu mehr Denglisch am Tisch. Was für Regelbegriffe noch okay wäre (und die sind ja übersetzt), ist im Setting einfach ein Stimmungskiller. Und sprechende Monsternamen wurden ja auch übersetzt. Lässt sich das nicht mehr retten? Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie die Sätze dann aussehen.

    "Wenn die Harfner über den Dreieberpfad südlich des Niewinterwaldes in Richtung Felsklippenfeste gehen..."

    "Wenn die Harper über den Triboar Trail südlich des Neverwinter Wood in Richtung Cragmaw Castle gehen..."

    Ich persönlich nehme es als Sabotage am eigenen Produkt wahr und bin sehr froh dass die drei Grundbücher in der ersten Auflage noch nicht davon betroffen sind und zum Beispiel noch von Bruenor Heldenhammer statt von Bruenor Battlehammer geschrieben wird.


    Da mich niemand mit der Pistole am Kopf zwingt die deutschen Produkte zu kaufen, hole ich mir nur noch den Spielleitersichtschirm auf deutsch, sobald sich WotC durchgesetzt hat. Gerade beim Schwertküstenbuch Swordcoast-Buch hatte ich mich sehr auf die deutsche Ausgabe gefreut... na ja auf alle restlichen Bücher eigentlich auch :P

    Kann nur hoffen, dass Ulisses zumindest die Möglichkeit hat GF9 mitzuteilen; dass ein Teil der deutschen Spielerschaft nicht glücklich mit der Entscheidung ist. Not amused wie die Briten sagen.


    P.S.: Dein Nickname verstösst gegen die WotC Richtlinien, wie konntest du nur! Also wirklich... Schäm dich! (Sicherheitshalber: Scherz)

  • Auch von mir einen Daumen runter für die Entscheidung. Wie das klingt, kann man in den Vertonungen der Neverwinter Questtexte sehen/hören/lesen.


    "Willkommen zurück in der Protectors Enclave"


    Wo muss ich unterschreiben, damit das zurückgenommen wird?


    Gruß Orbis

  • Ich finde die Entscheidung ebenfalls nicht gut.


    Es stört einfach beim Lesen wenn mitten im Fließtext Begriffe in einer anderen Sprache auftauchen.

  • Ich würd unterschreiben. Ich hatte damals auch die petition für die übersetzung auf change.org gepostet.

    Edited once, last by br0adsw0rd: Aus dem Thema: "Fragen an Ulisses" verschoben ().

  • Hmm, ich schreib mal Chris Perkins an und frag mal nach. Auch wenn ich selbst die Entscheidung begrüße, kann ich natürlich nachvollziehen, dass ein Unmut seitens der nicht englischsprachigen Spielerschaft herrscht.

    Edited once, last by br0adsw0rd: Aus dem Thema: "Fragen an Ulisses" verschoben ().

  • Es muss doch irgendwie möglich sein, dass wir uns als deutsche Community soetwas nicht gefallen lassen müssen. Ich kann es einfach nicht verstehen, auf welch´hohem Ross die bei Wizard sitzen. Das wäre für mich ein echtes K.O. Kriterium. Sich erheben, immer und immer wieder...bis die Lämmer zu Löwen werden!

  • Ich hab überlegt, ob ich Wizards und GF9 mal anmaile und schreibe, dass ich das keine gute Idee finde, ebenso die Frage mit dem Online-Material.

  • Ich habe mich mal mit Russell Morrissey (aka "Morrus" auf ENworld) darüber unterhalten. Vielleicht kann ein Artikel auf seiner Seite - mit der Solidarität die er hervorrufen würde - helfen.

    Er prüft gerade die Quellen. Am liebsten wäre ihm der Mailverkehr zwischen GF9 und Ulisses aber mit sowas kann ich natürlich nicht dienen.

  • Hallo br0adsw0rd. Das liest sich doch gut. Und wenn ich hier im Forum richtig mitgelesen habe, haben wir mit Michael Mingers ja auch einen Verbündeten, der in deiner Anfrage, bestimmt auch im Rahmen seiner gesetzten Möglichkeiten behilflich wäre. Möchte nicht zu politisch werden, aber WIR SCHAFFEN DAS. :-)

  • Oi, ein ENworld-artikel würde sicherlich wahrgenommen werden – von wizards wie von anderssprachigen D&D-spielern. könnte mir vorstellen, dass die franzosen da auch ihre ausdrücke behalten wollen.

  • Ich finde auch, dass man Lärm schlagen sollte. Das derzeitige D&D-Team wirkt auf mich eigentlich ziemlich spielerfreundlich. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich der Tragweite der Entscheidung für zumindest einen beträchtlichen Teil der deutschsprachigen D&D-Spieler nicht vollends bewusst ist. Zumal sich D&D hierzulande ja auch gegen DSA behaupten muss. Da kann Denglisch eigentlich nur ein Wettbewerbsnachteil sein.


    Die neuen Übersetzungen von Ulisses finde ich auch nicht immer überzeugend, aber insgesamt scheint man sich da immerhin auf dem Niveau von Feder und Schwert zu bewegen, mit dem ich überwiegend zufrieden war.

  • Für die, welche des französisch mächtig sind:

    https://www.black-book-edition…topic_id=9324&nbp=2&nop=1


    Nach nur wenigen Stunden bereits über 20 Antworten, die Community scheint weniger zersplittert zu sein als bei uns, wo man ausserhalb von orkenspalter.de noch nicht mal was davon mitbekommen hat.


    Für die, die nicht des französischen mächtig sind: Die Reaktionen sind nahezu identisch mit unseren sowohl die Pro als auch die Contra, wobei das Contra überwiegt. Die Franzosen sind aber teilweise etwas emotioneller... Eine meiner Lieblingsantworten beinhaltet "Anwälten den Hintern versohlen, bis sie nur noch auf dem Bauch schlafen können". Vive la France sag ich da nur ;)