Rabengespräche – Interview mit Heike Wolf – Nick-Nack will’s wissen

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  • Heike Wolf ist Autorin diverser Romane und Abenteuer in Al’Anfa und schreibt derzeit an der nächsten großen DSA-Kampagne, in eben jener Region. Wir sprechen über ihre Liebe zu Al’Anfa, Railroading und welche Auswirkungen es hat, Abenteuer für ein unfertiges Regelsystem zu entwerfen.

    Quelle: https://www.nick-nack.de/2017/…f-nick-nack-wills-wissen/

  • Krass, das Abenteuer wurde auf der einen und einzigen Con, die besucht hatte, angekündigt. Ähm, das war deutlich vor Mit Wehenden Bannern. Ich wusste zwar, dass es nach wie vor in Arbeit ist, aber so eine konkrete Ankündigung hätte ich doch nicht so schnell erwartet. Tschüs Kemi, viel Spaß in Uthuria, hehe (zumindest, wenn dieser uralt Plan noch Bestand hat).


    Aber, seufz. Ich verabschiede mich einfach mal innerlich bereits von Amir. Ich höre das jetzt schon da raus. Oderin weg, Amir weg, wahrscheinlich auch Brotos (aber den kann eh keiner leiden). Amira an die Macht mit Feuer und Schwert, hoffentlich nicht an der Seite...brrr, bleibt einfach gruselig. Ich weiß, man sollte sich immer sagen: Hey, ist doch immer besser, wenn die Charaktere damit freigegeben werden und man mit ihnen machen kann, was man will. Aber irgendwie stimmt mich der Gedanke trotzdem traurig es irgendwann schwarz auf weiß zu lesen.

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • Ich war mir gar nicht bewußt, das Heike Wolf auch Abenteuer geschrieben hat und aktuell schreibt. Für mich ist sie lediglich eine ausgezeichnete Romanautorin. Und ich freue mich endlich wieder etwas von ihr lesen zu können (wenn auch Al'anfa nicht zu meinen bevorzugten Reisezielen gehört).

  • Sie ist definitiv mehr Romanautorin, was man den Abenteuern auch mehr als deutlich anmerkt. Auch wenn Rabenblut von der Sache her Möglichkeiten verschiedener Entwicklungen bot, war es mehr als deutlich welche Charktere man mögen sollte, welche man sich zu Feinden machen sollte, welche Wege man gehen sollte usw. Das haben andere Autoren in als Sandkästen angedachten Settings wesentlich besser hinbekommen "ihre Geschichte" den Helden zu überlassen.


    Aber: Es bleibt eines der Abenteuer mit dem angenehmsten Schreibstil, das ich je gelesen habe und blieb auf einem angenehm hohen Niveau. Mir gefällt die Geschichte in ihrem Ergebnis nicht, aber sie war sehr gut geschrieben. Gift gesüßt mit Honig. Ganz alanfanische eben ;-) .

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • Sie ist definitiv mehr Romanautorin, was man den Abenteuern auch mehr als deutlich anmerkt.


    Aber: Es bleibt eines der Abenteuer mit dem angenehmsten Schreibstil, das ich je gelesen habe und blieb auf einem angenehm hohen Niveau. Mir gefällt die Geschichte in ihrem Ergebnis nicht, aber sie war sehr gut geschrieben. Gift gesüßt mit Honig. Ganz alanfanische eben ;-) .

    Das klingt als müßte ich ihre Abenteuer auch mal lesen. Denn leider schreibt sie viel zu wenige Romane (auch außerhalb von DSA):)

  • Das in jedem Fall! Aber sei gewarnt, es hat einige größere Ungereimtheiten und die Handlungsweisen/Motive der Charaktere sind öfters sehr willkürlich dem Plot dienend und weniger aus sich selbst heraus motiviert. Das stört dann doch etwas Heike Wolf erzählt eben ihre Geschichte und nicht die der Charaktere.


    Allerdings: Wenn Al'Anfa nicht dein Setting ist und du die Charaktere so gar nicht kennst, dann sollte das dir nicht auffallen. Irgendwo ja auch ein Luxus in größeren Settings :-) .

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • Huhu Ehny,


    ich hoffe, dass ich deine Erwartungen enttäusche - in dem Sinne, dass du am Ende vielleicht doch ganz zufrieden bist mit dem, was bei "Rabenerbe" und "Rabenbund" rauskommt ;) In jedem Fall sollte man sich von keiner Figur verabschieden, ehe sie nicht gemeuchelt in irgendeiner Ecke liegt! Und gerade bei dir als eingefleischtem Al'Anfa-Fan würde ich mich sehr freuen, deine Meinung zu all dem zu hören, wenn du die beiden Bände gelesen hast.


    Zu Irschan und "Rabenblut" liege ich Anja Jäcke übrigens seit längerem schon in den Ohren, dass sie dazu noch eine Kurzgeschichte schreibt (der "Tag des Wiesels" ;) ). Es gibt durchaus eine sehr stimmige Motivation für das Handeln der Protagonisten damals, die jedoch leider unter den Tisch gefallen ist, weil ich a) den Fehler gemacht habe, sie nicht klar genug herauszuarbeiten (mea culpa), b) das Ding in Hinblick auf die Zeichenzahl bereits jenseits von Gut und Böse war, es c) mitten in den Redaktionsumbruch bei Ulisses fiel und ich d) mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, sodass ich einige Dinge am Ende nicht mehr so kritisch überarbeitet habe, wie ich es unter anderen Umständen vielleicht gemacht hätte. Da kam damals leider einiges unglücklich zusammen, was ich heute anders machen würde - nicht im Ergebnis, aber in der Ausarbeitung.


    Die Kampagne schreibe ich übrigens gemeinsam mit Anja Jäcke und Armin Abele, der ja für das Kemi-Briefspiel verantwortlich ist. Armin und vor allem Anja haben den Roman in seiner Entstehung daher auch intensiv begleitet, was mir sehr geholfen hat, da Anja gerade solche (alten) Figuren wie Alena Karinor (aber auch Amir!) sehr viel besser kennt als ich. Um so mehr hat es mich gefreut, bei einer Szene mit Amir (aus Band zwei) von Anja die Rückmeldung zu bekommen, sie habe sie zu Tränen gerührt :) 


    Auf meinem Facebook-Account/ der Autorenseite poste ich übrigens regelmäßig alles, was es an Neuigkeiten zu den Romanen und der Kampagne gibt (und was ich verraten darf). EIGENTLICH will ich auch die Homepage dringend aktualisieren, aber da fehlt mir leider gerade die Zeit ... -.-

    Es gibt von der Ratcon noch ein zweites Interview mit Natalia Melinkova von DSAmania International, das ich dort auch verlinkt habe. Da erzähle ich noch ein wenig mehr zu den Romanen.

  • Keine Sorge, du hast mein Vertrauen soweit, dass deine Romane die einzigen DSA-Romane (und auch Fantasy-Romane, wenn man es genau nimm) sind die ich lese und ein Al'Anfa Abenteuer von dir und auch die Spielhilfe wird gekauft, selbst wenn ich kein DSA5 mitmache. Für das Imperium!

    In jedem Fall sollte man sich von keiner Figur verabschieden, ehe sie nicht gemeuchelt in irgendeiner Ecke liegt!

    Oh doch, das sollte man. Figuren, die einem wirklich ans Herz gewachsen sind, hinterlassen, auch wenn sie rein fiktiv sind, irgendwie eine Lücke. Man wird maulig mit dem Nachfolger: Mäh, das hätte XY viel besser gemacht! Ich will meine/n XY zurück! Wenn man sich da gedanklich drauf vorbereitet, ist der Fall nicht so tief. Und, was noch viel besser ist: Man freut sich dreimal mehr, wenn der Charakter am Ende doch lebt! :D

    Ich habe Rabenblut aber inzwischen weitreichend umgebastelt und an meine Gruppe und vor allem mich angepasst und betrachte das Originalwerk als sehr gut geschriebenen Ideensteinbruch. Dadurch wird es zwar natürlich sehr schwierig die Folgekampagne zu spielen, aber pfft, das ficht mich nicht an. Ich werd es trotzdem tun ;-) .


    Für mich wichtig wären glaube ich nur zwei Punkte:

    1. Die Kemi sind da unten weg. Die können wirklich gerne nach Uthuria und sich dort in die Unendlichkeit und viel weiter ausdehnen, aber sie sollen raus da. Die Geografie da unten ist für so viele Fraktionen wirklich einfach zu eng.
    2. Al'Anfa gewinnt. Wirklich. Nur einmal, einmal soll Al'Anfa einen militärischen Sieg einfahren. Kein "Am Anfang gewinnen sie, aber haha dann kam das Horasreich/Mittelreich/Novadis/Deus Ex Artefakt der Kategorie IV", kein "am Ende hatten sie sich doch überschätzt", kein "aber Zerwürfnisse zwischen den Granden sorgten dafür...". Einfach mal ein Sieg. Kemireich erobert, gehört jetzt zu Al'Anfa. Aus die Maus, Schicht im Schacht, Ende im Gelände, der Drops ist gelutscht. Auch kein Pyrrhussieg in dem eigentlich am Ende das Horasreich der lachende Dritte ist, weil sie zwar Kemi gewonnen haben, aber dafür - was weiß ich - die Waldinseln verlieren, die ja als Sprungbrett nach Uthuria viel toller sind. Nix dergleichen. Krieg. Al'Anfa gewinnt. Das Horasreich darf da auch gerne erhobenen Hauptes und meinethalben auch als die Besten der Besten der Besten und moralisch überlegen herausgehen. Is mir wumpe, was kratzt den Al'Anfaner denn Horasische Moral. Aber der Dschungel gehört Al'Anfa. Punkt. Irgendwer muss ja das Yak-Hai im Zaum halten und den Puderquasten kann man das wohl kaum überlassen. :S .

    Wenn die zwei Punkte erfüllt sind, kann das nur die beste Kampagne aller Zeiten für die Schildkröte werden. Und wenn nicht, weiß ich zumindest, dass mich etwas sehr gut geschriebenes erwartet mit großem Respekt und tiefen Zugang zu den Figuren des Südens und das ist das Wichtigste :) .

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • Für mich wichtig wären glaube ich nur zwei Punkte:

    1. Die Kemi sind da unten weg. Die können wirklich gerne nach Uthuria und sich dort in die Unendlichkeit und viel weiter ausdehnen, aber sie sollen raus da. Die Geografie da unten ist für so viele Fraktionen wirklich einfach zu eng.
    2. Al'Anfa gewinnt. Wirklich. Nur einmal, einmal soll Al'Anfa einen militärischen Sieg einfahren. Kein "Am Anfang gewinnen sie, aber haha dann kam das Horasreich/Mittelreich/Novadis/Deus Ex Artefakt der Kategorie IV", kein "am Ende hatten sie sich doch überschätzt", kein "aber Zerwürfnisse zwischen den Granden sorgten dafür...". Einfach mal ein Sieg. Kemireich erobert, gehört jetzt zu Al'Anfa. Aus die Maus, Schicht im Schacht, Ende im Gelände, der Drops ist gelutscht. Auch kein Pyrrhussieg in dem eigentlich am Ende das Horasreich der lachende Dritte ist, weil sie zwar Kemi gewonnen haben, aber dafür - was weiß ich - die Waldinseln verlieren, die ja als Sprungbrett nach Uthuria viel toller sind. Nix dergleichen. Krieg. Al'Anfa gewinnt. Das Horasreich darf da auch gerne erhobenen Hauptes und meinethalben auch als die Besten der Besten der Besten und moralisch überlegen herausgehen. Is mir wumpe, was kratzt den Al'Anfaner denn Horasische Moral. Aber der Dschungel gehört Al'Anfa. Punkt. Irgendwer muss ja das Yak-Hai im Zaum halten und den Puderquasten kann man das wohl kaum überlassen. :S .

    Wenn die zwei Punkte erfüllt sind, kann das nur die beste Kampagne aller Zeiten für die Schildkröte werden. Und wenn nicht, weiß ich zumindest, dass mich etwas sehr gut geschriebenes erwartet mit großem Respekt und tiefen Zugang zu den Figuren des Südens und das ist das Wichtigste :) .


    Dann hoffe ich, dass du am Ende zufrieden das Banner des Imperiums schwenken kannst :)

    Den äußeren Rahmen für Veränderungen können und konnten wir als Autoren leider nur in Maßen mitbestimmen, sonst hätte ich schon längst darauf hingeschrieben, dass die Al'Anfaner dem Anspruch, den sie vertreten, auch wirklich umsetzen! Es ist ja schon traurig, wenn man sich die Machtverhältnisse im Tiefen Süden so ansieht und dann bedenkt, dass Al'Anfa eigentlich DIE Großmacht der Region sein sollte ... Aber das liegt auch daran, dass es in den meisten Abenteuern immer auf der Gegnerseite stand und Helden halt Erfolg haben müssen etc. pp. - und die Al'Anfaner am Ende wieder eine ziemlich erbärmliche Niederlage hinnehmen müssen, bei der man sich fragt, welcher Hornochse da eigentlich wieder das Kommando geführt hat. Mit Oderin kann es nur besser werden ;)


    Thema schillernd - ich glaube, da ist viel auf der Strecke geblieben, weil nach "Rabenblut" erst einmal nur sehr wenig zu Al'Anfa kam. Tatsächlich hat sich gar nicht so viel verändert. Aber auch deshalb habe ich die Romane geschrieben und hoffe, dass die Perle damit wieder an Strahlkraft und Faszination gewinnt.


    Spoiler zu Rabenblut:


    Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, wenn die Romane da sind. Und auf Eure Rückmeldungen, wie auch immer sie ausfallen mögen. Man sitzt ja doch etwas einsam am Rechner, während man das schreibt, sodass es schön zu lesen, wie die Dinge ankommen, die man sich da überlegt hat :)

    Und hibbeln tue ich jetzt eh :D 

  • Ehny & Heike Wolf , ihr zwei macht mir Al'Anfa und den Süden ja richtig schmackhaft. Ich glaube ich bin in meinem ganzen Rollenspielleben erst einmal dort unten gewesen, und daran habe ich keine guten Erinnerungen. Es endete in der Sklaverei. Vielleicht sollte ich mir Al'Anfa mal mit mehr Ruhe und offenen Augen ansehen. Denn eigentlich habe ich schon eine Schwäche für 'Ewige Verlierer'.

    Jetzt freue ich mich mal um so mehr auf deine Romane @Heike:)

  • Al'Anfa gewinnt. Wirklich. Nur einmal, einmal soll Al'Anfa einen militärischen Sieg einfahren.

    Den einen Sieg haben sie tatsächlich mit Uthuria bereits, wo wohl die al'anfanische Kolonie die erfolgreichste ist (und tatsächlich ja die horasischen Kaffehäuser ihren Kaffee letztlich aus Porto Velvenya beziehen). Aber in 33 Jahren DSA-Geschichte darf gern noch ein zweiter Sieg her …

    Jeder Mensch ein Magier!
    Avatar by Tacimur

  • Ehny

    Gibt es irgendwo deine Rabenblut-Überarbeitung? Mir blutete auch das Herz bei der "Verjüngung" der Region und ab und an seufze ich auch noch immer, wenn ich sehe, dass die etwas über 40jährige Shantalla als "altes Eisen" gesehen wird und die Blüte ihrer Schönheit hinter sich lassen soll (als Matriarchin eines reichen Grandenhauses keinen Transmutare oder zumindest jede Menge Alchemika dafür zu haben, erscheint mir beinahe schon fahrlässig). Ich würde gerne mehr über dein Al'Anfa lesen :)

  • Komme mal der Ermahnung der Schattenkatze zuvor und habe einen Umzugveranlasst

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • Nachdem mir im Laufe des Jahres die scheinbar gegen Null tendierende Zahl an Romanveröffentlichungen noch tiemliche Sorgen gemacht hat, kann ich nur sagen, dass mir mitlerweile jede Neuigkeit mit Romanbezug ein paar Freudentränen entlockt. Und gerade zu Al'Anfa habe ich ja schon viel zu lange nichts mehr gelesen ... *seufz*