Alptraum ohne Ende

  • Roban beobachtet weiterhin die Gesichter und Reaktionen der Leute. Innerlich gibt er Akilos und Allacaya recht. Eine solch vorschnelle Art, andere zu beschuldigen, wie sie der Bannstrahler an den Tag legt, zeugt nicht gerade von gutem Urteilsvermögen. Dennoch - wenn sie sich hier durch ihr Auftreten ernsthaft Feinde machen, zieht er es vor, dies frühzeitig zu wissen. Zusätzlich lässt er seine Blicke auch über die Menschen in der zweiten Reihe gleiten, um eine Einschätzung zu bekommen, wie stark der Rückhalt der sich gegenüberstehenden Lager - Jago und Brun, sowie da Vanya und Lumina - jeweils ist.

    "Es gibt keine Zufälle" M. Wittgenstein

  • Sandro zieht seine eigenen Schlussfolgerungen aus dem ganzen, so entschließt er sich die gerade entstandene Pause zu nutzen. Er tritt einen schritt vor. "Wenn ihr erlaubt, eure Exzellentz," er wsrtet nicht wirklich eine antwort ab. "So wie ich das sehe könnte es sich hier genausogut darum handeln das je ein Geweihter der beiden Götter geopfert wird um macht zu erlangen. Denn unter den Gladiatoren des Südens heißt es auch ein neuer Favorit ist Geboren." Er betont das letzte Wort." Wenn ein Kämpfer Berühmtheit erlangt."

    Meistens vom Handy geschrieben, also bitte seht mir Fehler nach.

  • Was auch immer noch Allacaya oder Sandro sagen oder gesagt haben, geht unvermittelt unter, nachdem Akilos ausgesprochen hat. Von den Bannstrahlern um Jago herum sind Wutlaute zu hören, die den Magier als Ketzer, Häretiker und unverschämten Bengel beschimpfen. Die Fäuste werden gegen ihn geschüttelt. Jago selbst macht einen halben Schritt vor und läuft mit Zornesröte an. "Hundsfott von einem Ketzer! Du wagst es ...? Brennen sollst du, und ich werfe die erste Fackel an deinen Scheiterhaufen!" Doch noch ehe er weitersprechen kann, unterbricht da Vanya ein weiteres Mal mit erhobener Hand, schaut aber Akilos jetzt nicht weniger finster an als dies eben noch bis zu seinem Ausbruch Jago getan hat: "Der Erwählte ist mitnichten nur mein Berater, und Ihr missachtet die Etikette, gelehrter Herr. Herr Ucurian Jago ist Hochmeister des Ordens vom Bannstrahl unseres Herrn Praios und hier als Ordensrepräsentant. Und Ihr habt Euch entschieden im Ton vergriffen. Entschuldigt Euch auf der Stelle, und dann geht und wartet draußen, bis Ihr gutes Benehmen gelernt habt. Oder ich lasse Euch in Ketten herausbringen und Euch wegen Lästerei gegen einen der höchsten Vertreter unserer Kirche anklagen!" Da Vanya meint wohl sehr ernst, was er sagt.

  • Zeit die Wogen ein wenig zu glätten. Leise tritt Roban vor und legt Akilos beruhigend die Hand auf die Schulter. "Lass gut sein, Akilos. Tu lieber was er sagt", raunt er dem Magier leise, mit einem entschuldigenden Schulterdruck zu. Dann wendet er sich an da Vanya, der ihm noch am ehesten kompromissbereit vorkommt und versucht Akilos aus der Schussbahn zu nehmen. "Bitte entschuldigt meinen Freund, Eure Exzellenz. Ich bin mir sicher, er hat die Sache einfach falsch eingeschätzt und wollte niemanden hier beleidigen." Mit einer entschuldigenden Geste fügt er hinzu. "Auch wenn ich, ehrlich gesagt, genauso verwirrt bin wie er. Stehen die Götter nicht alle auf derselben Seite? Bitte entschuldigt, falls ich was falsches sage, aber ich dachte immer, Praios steht auch für die Gerechtigkeit und das gut überlegte Urteil. Vielleicht versteh ich es einfach nich, aber eigentlich hat Schwester Tsaiane doch nichts verbrochen, oder? Was is der Grund für die harten Vorwürfe? Könnt Ihr mir das erklären?"

    "Es gibt keine Zufälle" M. Wittgenstein

  • Der Ritter seufzt leiste, als Akilos spricht. "Der gelehrte Herr wird sich selbstverständlich entschuldigen. Verzeiht bitte die Unannehmlichkeit eure Exzellenz." fügt er dann hinzu, nachdem Roban dem Magier beispringt.

    Dann dreht er sich dem Bannstrahler zu und erwidert mit fester Stimme: "Mein Name ist Leonbrecht Ucurian von Tallersgau. Zum Ritter geschlagen im Jahre 7 Hal durch ihre Allergöttlichste Magnifizenz Kaiser Hal von Gareth höchstselbst. Ich bin seit fast 20 Götterläufen ein Diener dieses Reiches. Ich habe an der Seite eines Greifen für Land und Kaiser im Orkensturm gekämpft und dabei eine Schwester und einen Vater verloren." er starrt Jago in die Augen. "Ich verzeihe den Ausbruch Eurerseits - auch weil wir noch nicht vorgestellt wurden - und vergewissere Euch: Mitnichten bin ich unterwegs um dunkle Visionen wahr werden zu lassen."

    Leonbrecht wendet sich wieder an den Großinquisitor. "Falls ihre Exzellenz Zweifel an meinem Leumund haben, bitte ich dies direkt heraus mitzuteilen. Meine Gefährten und ich würden dann unsere Queste fortsetzten und Euch der Euren Überlassen." Vielleicht war es - auch für die Gefährten - mal notwendig klarzustellen, dass man hier weder verhaftet noch angeklagt ist. "Als treuer Diener des Götterfürsten und seiner elf Geschwister bevorzuge ich allerdings, dieses Unterredung fortzusetzen, in der Hoffnung, dass unser beider Aufgaben davon profitieren mögen. Auch wenn mir bis auf das Auftauchen einer Eidechse als Heiliges Tier der jungen Göttin eine Verknüpfung der beiden noch nicht klar ist." lenkt er das Gespräch wieder auf das eigentliche Thema. "Ich bin nicht erfahren in der Interpretation von göttlichen Visionen, deswegen habe ich Diener der Zwölf und eine Magus als Begleiter erwählt und bevorzuge es auch wenn diese.. " Seitenblick zu Akilos ".. im Rahmen der höflichen Etikette zumindest im vertrauten Rahmen frei sprechen."

  • Wenn Leonbrecht das Wort ergreift, sind Robans Bemerkungen schon wieder in den Hintergrund gerückt, obwohl Jago schon eine scharfe Erwiderung auf den Lippen hat, die er nun an Leonbrecht richtet. "Ich führe keineswegs Rede gegen die Junge Göttin, also legt mir dergleichen nicht in den Mund! Und ebensowenig werde ich Eure Ehre in Zweifel ziehen, wenn ich nichts anderes weiß. Wovon ich spreche, ist die allseits bekannte lose Haltung zahlreicher Menschen, die sich Priester der Tsa nennen, aber sich nicht an den Geboten der Zwölfe orientieren, sondern jederzeit offen sind für Verwirrungen, ketzerisches Gedankentum oder Frevelei gegen die Obrigkeit. Und darum ist es auch sicher nicht weit hergeholt, die Visionen, die wir hier hören, in derselben Richtung zu deuten. Und ebensowenig hergeholt ist es, dass Ihr, Herr Ritter, Euch unwissentlich auf falschen und frevlerischen Pfaden befindet. Oder was hat Euch diese Dame dort", er deutet mit dem Kinn zu Tsaiane, "darüber erzählt, was in Dragenfeld vorgefallen ist? Oder was es mit diesen Visionen auf sich hat? Nun? Nichts, vermute ich! Die auf dem Scheiterhaufen brennende Priesterin der Jungen Göttin ist für mich eher ein Zeichen dafür, dass auch sie auf ketzerischen Pfaden gewandelt ist, als dass diejenigen, die sie auf den Scheiterhaufen brachten, geirrt haben. Jedenfalls gehe ich eher davon aus, als dass ich den Fehler begehe, allzu freundlich mit der Priesterschaft der Göttin umzugehen, die die Leichtigkeit des Seins ihrer Herrin leider verwechseln mit der Leichtigkeit im Glauben. Und dazu die Vision Seiner Hochwürden, die man nicht ignorieren kann. Eine Eidechse, die sich in eine schwarze Schlange verwandelt und die Götter verschlingt. Man muss kein Genie sein, um die Zeichen zu erkennen! Also betet dafür, dass Ihr Euch nicht als Ochse vor den Karren anderer spannen lasst, sondern dass Ihr mit dem Geist des Götterfürsten handelt!"


    "Wenn ich im Stande der Gnade der Zwölf bin, mögen sie mich darin erhalten. Und bin ich es nicht, so mögen sie mich dorthin bringen", wirft Tsaiane ruhig und leise ein. "Aber ich bin wie Ihr eine treue Dienerin der Kirche und keine Ketzerin oder Frevlerin. Was mich lenkt, ist die Liebe zum Leben und die Achtung alles Lebendigen."


    Dagegen lässt sich schwerlich etwas sagen, und so kehrt tatsächlich etwas Ruhe ein.


    Da Vanya räuspert sich vernehmlich und greift ebenfalls auf, was Roban gerade gesagt hat, wobei der Inquisitor ihn auch anschaut: "Dass die Götter auf derselben Seite stehen, ja, daran besteht kein Zweifel. Doch hier gilt es, wohlbegründeten Verdachtsmomenten nachzugehen, die die Kirche der Tsa und Ihre Vertreter auf Dere betreffen. Dafür sind wir Sterblichen verantwortlich und insbesondere die Kirche des Götterfürsten. Aber Ihr wolltet etwas sagen, gelehrter Herr?" wendet er sich wieder mit einiger Strenge an Akilos.

  • Bei dem plötzlichen Aufruhr weicht Akilos intuitiv einen Schritt zurück, aber es dauert bis zu da Vanyas Erklärung, dass er versteht, was hier geschieht. Dass Jago ihn mit dem Tode droht, ängstigt ihn, denn er zweifelt die mörderische Wut des Mannes nicht an – und im Grunde verhält er sich ja so, wie es von einem Bannstrahler zu erwarten ist. Bilder von der Flucht durch den Wald flackern vor seinem inneren Auge auf, während er versucht, nach außen hin ruhig zu erscheinen. Den Großinquisitor sieht er auf dessen Schelte hin unverhohlen enttäuscht an, da er von ihm etwas anderes erwartet hatte.


    Bei Robans Berührung zuckt er kurz zusammen, ist aber danach wieder etwas gefestigter, da er sich seiner Gefährten bewusst wird, die bei ihm sind und für ihn sprechen. Nach Leonbrecht und Tsaiane, deren Vor- und Klarstellungen ihm Zeit für ein paar beruhigende Atemzüge gegeben haben, erhebt er selbst die Stimme. "Erhabener, ich entschuldige mich, dass ich euch als Berater bezeichnet habe. Ich versichere euch, Praios und Tsa seien meine Zeugen, dass es aus Unwissenheit über Hierarchie und Ränge der Kirche und nicht aus böser Absicht geschehen ist." Kurzer Seitenblick zu Leonbrecht. "Ebenso verzeihe ich den Ausbruch eurerseits." Tiefes Durchatmen. "Im Folgenden möchte ich mich empfehlen, Eure Exzellenz." Er sieht ein weiteres mal zum Ritter. "Es wird das beste sein, wenn ich diesen Ort verlasse und Rondria in der Stadt treffe. Dort werden wir euch erwarten."

  • "Eine weitere Begleiterin des Ritters, Exzellenz", wirft Lumina leise erklärend ein, als Rondrias Name fällt, worauf da Vanya mit einer Handbwegung erklärt, dass ihm dies herzlich gleichgültig ist. "Nun, Erwählter - es wäre an Euch, diese Entschuldigung zu akzeptieren, die, wie ich wohl meine, ehrlich geäußert wurde."


    Jago kommt nur langsam von seinem Zornesausbruch herunter, nickt allerdings grimmig. "Für dieses Mal soll es mir genügen, Exzellenz."


    Worauf da Vanya nun wieder Akilos zunickt und wartet, bis der den Saal verlassen hat. Worauf wiederum das Streitgespräch über das weitere Vorgehen entfacht ist. Darin vermischt sind Vorbehalte gegen die Anwesenheit einer Tsa-Geweihten seitens der Bannstrahler, worauf die Magier sich getrauen, zu erwidern, dass gegen diese Tsa-Geweihte wohl zumindest zur Zeit nichts vorläge, was dann wiederum den Einwand der Bannstrahler erbringt, dass dies noch nicht untersucht worden sei. Da Vanya und die übrigen Praioten wenden ein, dass dann eben zunächst untersucht werden müsse, sofern schwerwiegende Anhaltspunkte für ein entsprechendes Erfordernis vorlägen. Baucken schlägt vor, dass doch die Praios-Kirche selbst die Expedition zum Naira Kubuch durchführen könnte, um dort nach dem Rechten zu sehen, während die Travia-Kirche unter Leitung Leonbrechts und mit Anwesenheit Sandros nach Dragenfeld geht, um zu untersuchen, was dort geschehen ist. Jago ist damit grundsätzlich einverstanden, will aber Leonbrecht zwei seiner Bannstrahler mitgeben. - Unverhohlen geäußertes Misstrauen zumindest wegen Tsaiane. Einer der Parteigänger da Vanyas schlägt dann vor, Leonbrecht und sein Gefolge für die Travia-Kirche, doch ohne Tsaiane ziehen zu lassen, um etwaigen Spekulationen zu begegnen. Damit wäre wiederum der Bannstrahler-Orden einverstanden.

  • Ansatzweise versteht Roban nun die Problematik. Auch wenn er der Meinung ist, dass wohl die geschickteste Herangehensweise wäre, bei begründeten Verdachtsmomenten die Führung der Tsakirche mit einzubeziehen. Nachdem sich die Lage wieder etwas beruhigt hat, nickt er da Vanya zum Dank für die Erklärung zu, auch wenn dessen Aufmerksamkeit schon wieder auf dem Ritter weilt. Danach zieht er sich erleichtert wieder in den Hintergrund zurück. "Das war knapp", raunt er Allacaya zu.

    Als dann mit einem Mal die Rede davon ist, in ihre Gruppe einzugreifen, verfinstert sich sein Gesichtsausdruck allerdings schnell wieder. Abgesehen davon, dass die Aufnahme eines Bannstrahlers wohl in einer Katastrophe enden würde, missfällt ihm auch, wie sich die hier Anwesenden über die Entscheidung Mutter Laniares hinwegsetzen, die ja immerhin die Zusammensetzung abgesegnet hat. Abgesehen davon, dass es ihre Entscheidung ist, wen sie ins Vertrauen ziehen. Dennoch bleibt er still, und lässt seinen Blick auf Leonbrecht ruhen. Wenn sie sich zu sehr untereinander uneinig zeigen haben sie keine Chance ihre eigenen Vorstellungen durchzusetzen.

    "Es gibt keine Zufälle" M. Wittgenstein

  • Das kann wiederum der Ritter nicht zulassen:

    "Exzellenz, ich erinnere daran, dass ich einerseits natürlich wohlwollend bereit bin, Empfehlungen und Rat der Kirche und ihrer Vertreter annehmen, andererseits unter Berücksichtigung der Ius Concordia nicht in Eurem Dienst und unter Eure Weisung stehe. Ich suche mir mein Gefolge selbst aus und finde eine Einmischung - insbesondere wenn es sich um einen offiziellen und geweihten Vertreter einer anderen durch das Silam-Horas-Edikt legitimierten Kirche handelt - unangemessen. Ich habe bisher nichts erfahren, was die Reputation von Ihro Gnaden Tsaiane entwertet, bin aber bereit ihrer Empfehlung folgend Taten und Worte derselben zu dokumentieren und in Anbetracht der Visionen besonders zu Gewichten.

    Ich bitte auch um Verständnis, dass Iro Gnaden Tsaiane auch auf Wunsch ihrer Exzellenz Mutter Linai unsere Queste begleitet. Und auch wenn der Traviakirche gegenüber natürlich die gleichen Einschränkungen von Weisungsbefugnis und Jurisdiktion gelten entsteht hier ein Konflikt den ich ungern austrage - zumal nach Euren Worten wichtigere Dinge anstehen.

    Generell begrüßen ich die Begleitung von Vertretern der Kirche. Meiner Erfahrung nach trägt die Heterogenität einer Gruppe eher zum denn gegen das Gelingen einer Ermittlung bei. Ich fürchte jedoch dass die restriktive Einstellung der geschätzten Mitglieder des Bannstrahl Praios gegenüber einigen meiner Begleiter dem Austausch von Meinungen, Ansichten und Wertungen - auf die ich hohen Wert lege - sehr im Wege steht und verzichte somit auch darauf.

    Gleichwohl ist unser geplanter Weg kein Geheimnis, sodass ich einer eigenen Expedition eurerseits selbstverständlich nicht im Wege stehen möchten und mit meinem Wissen unterstützen werde."

  • Stadt - Gasthaus


    Da Rondria schon damit rechnet, dass die Unterredung länger dauert, ist sie noch nicht am Stadttor zu treffen. Allerdings dürfte Akilos recht bald ihr Pferd angebunden vor einem Gasthaus sehen. Der Sattelgurt ist etwas gelockert, Schwert und Schild hat sie aber wohl mit rein genommen. Drinnen sitzt sie an einem der Tische und trinkt ein Bier, während sie etwas die anderen Gäste beobachtet.

  • Sandro kocht innerlich vor Wut über die Praioten, lässt sich aber nichts anmerken. 'Genau darum, haben wir Boron über Praios erhoben.' Denkt er sich. Lässt aber Leonbrecht reden um den schaden gering zu halten.

    Meistens vom Handy geschrieben, also bitte seht mir Fehler nach.

  • Allacaya steht dann doch unelfisch etwas perplex angesichts der Entwicklung da. Der "Erwählte" darf anwesende Priester beleidigen, aber selbst darf man ihn nicht um Mäßigung bitten? Wird folglich mit zweierlei Maß gemessen? "Knapp?" flüstert Allacaya zu Roban zurück. "Sie haben Akilos mit dem Tode bedroht." Ansonsten lässt auch sie Leonbrecht reden, der das ja diplomatisch gut macht.

  • Roban nickt mit gimmiger Miene. "Eben", er schaut sich vorsichtshalber noch einmal um und senkt die Stimme noch weiter, auf Allacayas gutes Gehör vertrauend. "Und ich würde einigen hier zutraun, damit ernst zu machen." Als er ihren verständnislosen Blick bemerkt fügt er hinzu: "Menschen die große Macht besitzen sind oft nicht gewohnt, wenn jemand diese Macht in Frage stellt. Und einige reagieren dann... so..." Er macht eine vorsichtige Geste in Richtung von Jago. "Gut, dass wir offenbar jemand dabei haben, den sie respektieren müssen."

    "Es gibt keine Zufälle" M. Wittgenstein

  • Eine geraume Weile gehen Diskussion, Debatte und Disput so noch hin und her. Da Vanya hört sich das Ganze schlussendlich nur noch an, bis Jago noch einmal sehr deutlich wird, was seine Meinung über die Priester der Tsa angeht. Zwar lässt sich da Vanya äußerlich nichts anmerken, aber er hebt die Hand, um das Streitgespräch und den Meinungsaustausch zu beenden.


    "Nun gut. Nach allem, was ich gehört habe, ist nicht auszuschließen, dass sich die Tsa-Kirche oder wenigstens einige ihrer Vertreter auf Deren der Häresie schuldig gemacht haben könnten. Der Travia-Tempel zu Baliho, dem unter Eurer Verantwortung daran gelegen ist, dies zu untersuchen, erhält Gelegenheit bis zum fünfzehnten Tag des Rahjamondes 1015 nach Bosparans Fall, was nach mittelreichischer Zählung das 22. Jahr des Kaisers Hal ist, um zur Klärung der Ereignisse in Dragenfeld beizutragen. Sollten die Gesandten bis zum genannten Zeitpunkt nicht zurück in Anderath sein oder zuverlässig entsprechende Kunde übermitteln, werden alle Tsa-Tempel der Umgebung von der Kirche des Praios auf häretische Umtriebe untersucht." Das gilt euch.


    "Dieweil haben die Magister der Akademien zu Gareth und Perricum mit ihrer Gefolgschaft sämtliche verfügbaren Quellen zu konsultieren und bis zu jenem Stichtag auch gegebenenfalls weiter aufzutun sowie auszuwerten, die zur Klärung beitragen könnten. Währenddessen wird der Orden vom Bannstrahle Praios` einen Trupp entsenden, der unter Führung des Erwählten selbst steht - angesichts der Bedeutung der Ereignisse -, und der den Naira Kubuch in der Roten Sichel erkundet, um herauszufinden, was dort vor sich geht." Das gilt Jago und seinen Ordensmitgliedern. Der Hochmeister schaut seine Gefolgsleute an, von denen einige nicht wenig überrascht sind.


    Da Vanya erhebt sich langsam, was den Erwählten dazu bringt, sich vor ihm kurz zu verneigen, während der Inquisitor fortfährt: "An besagtem 15. Rahja findet hier zur Mittagsstunde eine abschließende Beratung statt, die Antworten geben wird über die Dinge, mit denen wir es hier zu tun haben. Und nun begebt euch auf den Weg - und Praios mit Euch!" Er schlägt das Zeichen der Sonnenscheibe über euch und die Besprechung scheint wohl so - kurz und knapp, aber einigermaßen präzise - beendet. Ganze zwei Stunden hat eure Anwesenheit hier gedauert.

  • Stadt - Gasthaus


    Nach einiger Zeit betritt ein Rondria bekannter gut aussehender, aber missmutig dreinblickender Magier das Gasthaus. Sobald er sie erblickt hat, geht er auf sie zu, bestellt unterwegs einen Becher Wein und setzt sich erstmal wortlos an den Tisch. Nach einem tiefen Durchatmen sieht er die Amazone an. "Ihr hattet vollkommen Recht, nicht mitzukommen. Ich weiß gar nicht, was ich mir dabei gedacht hatte, Vernunft von den Dienern der Sonne zu erwarten." Sobald der Wein kommt, leert er den Becher und bestellt einen weiteren.

  • Rondria grinst ein wenig siegesgewiss, als hätte sie dergleichen geahnt und nimmt einen Schluck vom Bier. "Was haben sie diesmal gemacht? Meine Schwestern haben mich bestimmt nicht ohne Grund vor ihnen gewarnt, bereits unseren kleinsten wird die Geshichte erzählt wie die sogenannten Diener des Praios unsere Vorfahren ins Gebirge vertrieben haben"

  • "Das ist aber sehr töricht," murmelt Allacaya zwischen zusammengebissenen Zähnen zurück zu Roban, möglichst ohne die Lippen zu bewegen. Und etwas lauter: "Vielen Dank, Exzellenz. Wir möchten der Angelegenheit ja auch gerne nachgehen und sie klären," meint sie mehr aus dem Hintergrund, überlässt das wirkliche Reden dann aber wieder Leonbrecht.

  • Im Gasthaus


    "Na, mich haben sie jedenfalls hier in die Stadt vertrieben." Akilos reibt seine Stirn. "Es will mir nicht in den Kopf, dass die Kirche nichts gegen diese Bannstrahl-Ritter unternimmt. Das hat nichts mit Praios' Gerechtigkeit zu tun. Mit Mord und Totschlag drohen wegen persönlicher Befindlichkeiten. Da wird der Bock zum Gärtner gemacht, ach was, der Henker zum Richter." Er sieht sich um und winkt mit seinem leeren Becher. "Die Rondrianer in Donnerbach sind ja zum Teil auch rechte Heißsporne, aber sie halten sich an ihre eigenen Regeln, die ein friedliches und respektvolles Miteinander ermöglichen. Aber hier…" Mit der Hand macht er eine wegwerfende Bewegung. "Waren das eigentlich auch Bannstrahlritter, die die Amazonen damals vertrieben haben?"

  • Roban kann sich ob Allacayas Untertreibung ein amüsiertes Schnauben nicht verkneifen. "Das is noch ne freundliche Bewertung." Dann herrscht allgemeine Aufbruchstimmung, sodass er es für klüger hält, das Gespräch später fortzusetzen. Wie Allacaya auch wartet er darauf, dass Leonbrecht das Aufbruchsignal gibt. Dabei beobachtet er, wer von den anwesenden den Raum verlässt. Sollten die Bannstrahler und am besten auch noch die Magier vor ihnen das Zelt verlassen, wird er sich respektvoll dem Großinquisitor nähern. Ansonsten versucht er draußen versuchen Donata Lumen Ehrwald abzupassen, um mit ihr ein ruhiges Wort wechseln zu können.

    "Es gibt keine Zufälle" M. Wittgenstein