Tage im Zwielicht

  • Ein zweispänniger Karren rollt im Wald zwischen Notacker und Warunk über Wurzeln und Steine. Es dämmert, aber eigentlich ist es den ganzen Tag schon düster, weil die Wolkendecke undurchdringlich, bleigrau und bleischwer über den Wipfeln der Tannen hängt. Die sechs Insassen werden kräftig durchgerüttelt und erleiden schmerzhafte Stöße, doch einer von ihnen scheint das ungemütliche Reisen gar nicht zu bemerken. Dem Mann rinnt gerade ein Speichelfaden aus dem Mundwinkel, es steht also arg infrage, inwieweit er überhaupt Notiz von den Vorgängen um ihn herum nimmt.

    Im Gegensatz zu ihm beobachtet die Frau ihm gegenüber die Umgebung, und die junge Magierin bemüht sich, sich die holprige Fahrt mit Decken auf dem Sitzbrett zu erleichtern.

    Der Lenker des Wagens trägt einen weißen Umhang mit dem Zeichen der Golgariten, neben ihm sitzt ein einfach gekleideter Knecht. Zwei Reiter begleiten den Karren, die Person dahinter trägt das schwarze Habit der Borongeweihten. Der Mann, der vorausreitet, ist in einen gewöhnlichen Reiseumhang gehüllt. Beeindruckend hingegen ist die Waffe, der Nachtwind, den er über dem Rücken trägt.

    Xanderan späht in die Schatten zwischen den Bäumen und beobachtet den Weg. Und er vermeint, eine Bewegung weiter vorne auszumachen.


    In Warunk macht sich ein Marbide im Borontempel "Haus der Seelenruhe", dessen Vorteher Pater Golgorian mehr den Toten als den Lebenden zugewandt ist, auf die Suche nach Gerbor Utharis, der rechten Hand des grimmen Paters. Eine kurze Begegnung vor dem Tempel hat ihm vor Augen geführt, wie verwahrlost hier einige Individuen sind.

    Nach einigem Irren durch das Labyrinth aus Gebeinen steht er plötzlich am anderen Ende der hohen Halle. Fünf Reihen recht neu gezimmerter Bänke sind auf einen Altar ausgerichtet, über dem ein imposantes gebrochenes Rad aus schwarzem, glänzend poliertem Holz hängt. Dahinter verkleiden lange schwarze Stoffbahnen die schmutzig-weißen Wände und jeweils links und rechts vom Altar sowie dahinter geht eine Türe weg. Durch den Stoff wirken die Geräusche gedämpft, als würde man sich in einem viel kleineren Raum befinden. Auf der linken Seite befindet sich in einer Einbuchtung ein hölzerner, schmuckloser Beichtstuhl und dahinter auf beiden Seiten eine Seitenkapelle. Auf der rechten Seite findet sich ein steinerner Sarkophag in der ersten Nische.

    Auf einer Bank in der zweiten Reihe sitzt eine Person in gewöhnlicher Kleidung - also kein Geweihter.


    Am Morgen desselben Tages

    Die Donnerbacher Magierin hat am Morgen eine dringliche Botschaft erreicht, und sie musste sofort gen Warunk aufbrechen. Das Gepäck war schnell gepackt, der Wirt wurde informiert und der Draconiter erklärte sich bereit, sie zu begleiten. Er war immerhin nicht nur in den Schriften, sondern auch ein wenig im Stabkampf bewandert. So wanderten sie zu zweit den schmalen Fuhrweg zurück, den sie am Vortag mit Bruder Boronifaius' Wagen hergekommen waren. Das Dorf Notacker lag wie ausgestorben, und danach ging es in den Wald.

    Und dort fingen die Probleme an. Ihr Begleiter erinnerte sich noch gut an den Weg, sagte er. Und er versicherte es sehr glaubwürdig. Aber sie liefen und liefen und die Bäume wollten schier kein Ende nehmen. Und schließlich willigte sie ein, dass sie kurz warten und er ein Stück vorauslaufen wird, um zu sehen ob die nächste Abzweigung einen Flecken offenbart, den er wiedererkennen würde.

    Er ist noch nicht zurückgekommen.

    Bewegt sich dort etwas, hinter einem Baum? Es sieht so aus, als ob er gerade zurückkommt.



    Der Borontempel in Warunk, südliche Unterstadt: Der Tempel des Seelenfriedens



  • Am Morgen desselben Tages


    Feleriane schaut leicht beklommen in Richtung der Bewegung, die sie an dem Baum wahrgenommen hat und hält leicht verkrampft ihren Stab fest. Leise fragt sie in die Stille des Waldes hinein "Seid Ihr es, habt Ihr den Weg gefunden?"

    Die Dummheit ist eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen an die Stirne schleudert.

  • Warunk


    Kein Gerbor Utharis, aber immerhin der Altar. Machen es einem hier nicht leicht. Bei den Praioten war die Wegführung hier vermutlich anders. Geradliniger, sollte man meinen.

    Wanja hält auf den Altar zu. Für die, die ihn nicht haben umherirren sehen, muss das wieder sehr zielstrebig aussehen. Den Gläubigen auf der Bank hat er nur kurz beachtet. Dessen Rücken. Sieht nicht aus, als würde er bald sterben, und hält ihn hoffentlich nicht für einen der hiesigen Priester, für eine Beichte ist er zu müde. Kein Gruß, kein Blickkontakt. Vor dem Altar bleibt er stehen. Ein gedämpftes 'Tack'. Er legt den Kopf langsam in den Nacken, lässt den Blick das gebrochene Rad von unten bis oben entlangfahren, erkennt dessen Imposanz an und schließt die Augen. Man könnte meinen, er betet, irgendwie tut er das vielleicht auch, aber nicht mit Worten, nichtmal im Geiste.

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  • Zwischen Notacker und Warunk


    Xanderan nutzt die Zeit vor dem Wagen, um nicht nur nach Gefahren auf dem Weg zu sehen, sondern gleichzeitig auch darüber nachzudenken, was Rurs Plan wohl weiter für ihn vorsieht. Der Auftrag sieht vor, die Gruppe zurück nach Warunk zu begleiten. Danach könnte und sollte er sich wahrscheinlich weiter auf den Weg zu seiner Familie nach Havena machen. Andererseits… kann er die Geweihten überhaupt alleine lassen in diesen einzigartigen Landen? Bis Warunk würde er eine entsprechende Entscheidung getroffen haben müssen.


    Als er seinen Blick erneut über den Wald schweifen lässt, meint er eine Bewegung darin zu sehen. Er hebt die Hand, um Boronifatius anzudeuten, dass er den Wagen stoppen soll. Vielleicht wurden sie noch nicht bemerkt. Vorsichtig lenkt er sein Pferd rückwärts zum Wagen.

    „Irgendetwas ist da vorne im Wald. Ich werde nachsehen, ob es gefährlich ist.“ Mit geübten Bewegungen steigt er von seinem Pferd und beginnt damit seinen Kurzbogen zu spannen.

  • Zwischen Notacker und Warunk [Tarja, Xanderan, Sumudai, Noiona, Boronifatius, Wulfbrand, Dragomir]


    Der Ritter Golgaris erkennt die gehobene Faust als Zeichen zum Anhalten. Die Pferde kommen nach ein paar Schritt zum Stehen, sie schnauben und drehen die Ohren in alle Richtungen. Boronifatius nickt ihm zu, hängt sie Zügel an die Halterung und rückt die Schwertscheide seines Langschwertschwerts zurecht, die hinter ihm und Wulfbrand liegt. Alrico steht in dem Moment auf, als der Wagen stehenbleibt. "Was hast du gesehen, Maraskaner? Gehst du Erdbeeren pflücken?", fragt er ihn mit lauter, kratziger Stimme. Rücksichtslos zieht er seinen riesigen Korspieß unter der Bank und unter den Beinen der anderen Mitreisenden hervor und springt vom Wagen.

    Xanderan sieht, während er seinen Bogen spannt und immer wieder den Kopf hebt, dass es eine Person mit den Körpermaßen eines Erwachsenen ist und sie sich in etwa parallel zum gewundenen Pfad und von seinem jetzigen Standort weg bewegt.


    Zwischen Notacker und Warunk [Feleriane]


    Es ist ein Mensch, der auf Feleriane zu kommt, das kann sie beim Näherkommen erkennen. Aber entweder Irion hat seinen Kampfstab und seinen Hut verloren, oder es ist nicht Irion. Er nähert sich auf circa 200 Schritt, dann bemerkt die Halbelfe eine zweite Person rechts im Wald, ein gutes Stück entfernt. Keine von beiden reagiert auf ihren Ruf.

  • Zwischen Notacker und Warunk [Feleriane]


    Da Irion nicht zu sehen ist und Feleriane sich nicht auf einen Kampf einlassen will, den sie schwer bis gar nicht gewinnen kann, murmelt sie einen Zauber vor sich her um Irion eine Nachricht zu senden. Per Gedanken übermittelt sie schnell die Bilder von den beiden Gestalten und zieht sich dann leise ins Unterholz zurück, um sich zu verbergen.


    Die Dummheit ist eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen an die Stirne schleudert.

  • Bei Xanderans Worten wird Sumudai aufmerksam. Irgendetwas da vorne im Wald, hat er gesagt? Während sie versucht, sich zu recken und einen Blick nach vorne in den Wald zu erhaschen, geht sie in Gedanken alle Möglichkeiten durch, die ihr einfallen: Ghule? Wölfe? Bären? Wegelagerer? Es könnte alles sein... hier im unbehaglichen Zwielicht des Waldes könnte es wirklich um Untote handeln... sie packt ihren Stab fester, bis ihre Knöchel schmerzen und sie sich bewusst entspannt. Bleib ruhig, bleib immer in Kontrolle, schärft sie sich selbst ein. Selbst wenn es Untote sind, du beherrschst Schutzkreise, und im schlimmsten Fall gehst du mit dem Schwert dazwischen.

    Stell dir vor, es ist Klimawandel, und keiner tut was - dann kommt der Klimawandel zu dir.

  • Warunk


    Eine ganze Weile steht Wanja einfach nur, Kopf in den Nacken gelegt, vor dem schwarzen Rad. Nichts rührt sich, nicht einmal Hochwürdens Kelle ist zu hören, und was sollte sonst zu hören sein. Dann knarrt die Bank in der zweiten Reihe unter dem Hintern des Gläubigen, Wanja atmet aus, dehnt die Nackenmuskulatur in alle Richtungen. Die armlose Schulter sieht grotesk aus, als sie sich bewegt, wie ein unvollendeter Taschenspielertrick, der vergeblich auf seine Auflösung wartet. Er dreht sich auf dem Absatz um, lässt den Blick über den anderen Menschen hinwegschweifen, ohne ihn anzusehen, und wendet sich der Kapelle auf der linken Seite, neben den Beichtstühlen, zu, bevor der Andere noch auf die Idee kommt, der Priester hätte nun Zeit für ihn. Ein paar große Schritte, die keinen Widerspruch dulden, und schon verschwindet Wanja in der Kapelle.


    Der weiße Rabe auf einem kleinen Schrein unter einem einsamen Licht. Wanja lächelt. Etilia. Die Kapelle wirkt unfertig, rudimentär, aber eigentlich fehlt nichts. Man sieht, wo an den Wänden die Spuren der vorherigen Tempelherren getilgt wurden, gründlich. Als wären die Priester hier mehr als Handwerker denn als Geistliche gefragt.


    Etilia ist hier richtig, in einer Stadt in der die Menschen mehr als ein Jahrzehnt unter der Herrschaft der Feindin gelebt haben. Hier hat jeder was zu beichten. Leichter, das vor der sanften Etilia zu tun als vor dem Gott selbst. Ein Schritt, und er steht direkt vor dem Schrein, der winzig aussieht vor dem großen Marbiden, dessen schwarze Robe nun fast das ganze spärliche Licht schluckt und den kleinen Raum verdunkelt. Wanja kniet sich hin, die Schatten verhalten sich entsprechend.

    Leichter. Ha. Immer noch schwer genug.

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  • Zwischen Notacker und Warunk


    Xanderan ignoriert Alrico einfach. Wenn es darum geht unbemerkt zu bleiben, ist er mit Sicherheit nicht die erste Wahl. Er spannt daher einfach stumm seinen Bogen. Er bemerkt, dass die Person, zumindest denkt er, dass es eine Person ist, sich mittlerweile eher von ihnen weg bewegt. Das wäre nicht schlecht, aber er will trotzdem sicher gehen.

    Sobald der Bogen gespannt ist, geht er flink in den Wald, um sich vorsichtig der Gestalt zu nähern. Hoffentlich bevor Alrico auf die dumme Idee kommt, ihm zu folgen oder Lärm zu machen.

  • Zwischen Notacker und Warunk


    Lautstark spuckt der Korsöldner aus, ein schwarzer Batzen Kautabak landet neben dem Wagenrad und Sumudai. Er lässt es sich nicht nehmen, hinter Xanderan her zu stapfen und ihn einzuholen. Er nimmt eine Position etwa fünf Schritt rechts von ihm ein.

    Noiona treibt ihren schwarzen Wallach neben den Karren und fragt leise: "Was ist? Weshalb haben wir angehalten?" Ihre farblosen Augen durchdringen erst Sumudai und Tarja, dann versuchen sie den dämmrigen Wald zu erforschen.

    Ein Stück weiter links ist noch eine Bewegung auszumachen, es scheinen mindestens zwei Personen zu sein. Noch ist nicht mit Sicherheit festzustellen, in welche Richtung sich Nummer zwei bewegt. Die Entfernung beträgt etwa 200 Schritt bei beiden.


    Feleriane wirkt ihren Zauber und schlägt sich in das dornige Geestrüpp. Sie bewegt sich leise, aber deshalb nicht sehr schnell. Brombeerranken kratzen über ihre Beine und Hände, aber sie würden einem Feind ebenso zusetzen.

    Beide Personen kommen näher. Auf 150 Schritt.

    Dann 100 Schritt.

    Die Gestalt bewegt sich schwankend - wie betrunken - und dennoch mit einer merkwürdigen Sicherheit durch den Wald, als wäre sie hier zuhause. Und sie hat eine seltsam dunkle Hautfarbe. Die zweite Gestalt, die sich nähert, ist dicker, aber deswegen nicht behäbiger als die erste.

  • Zwischen Notacker und Warunk [Feleriane]


    Feleriane verhält sich still und leise und beobachtet die beiden Gestalten, bis sie sie genau erkennen kann.

    Die Dummheit ist eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen an die Stirne schleudert.

  • Und natürlich ist Alrico so dumm, ihm nachzulaufen. Wieso hat er auch etwas anderes von dem Garethja erwartet?

    “Bleib hier“, zischt er den Söldner an. Aber da er nicht davon ausgeht, dass Alrico dieses Mal auf ihn hören wird, fügt er noch hinzu: “Wenn die uns bemerken und Armbrüste dabei haben, ist dein Blut das einzige, das du heute fließen sehen wirst.“ Vielleicht würde ihn das ja zumindest solange zurückhalten, bis Xanderan weiß, um wen es sich handelt, ob sie eine Gefahr sind und wie sie bewaffnet sind.

  • "Ich weiss es leider nicht, Ehrwürden." Sumudai zuckt die Schultern und versucht weiterhin, durch Recken des Halses einen Blick nach vorn zu erhaschen. "Xanderan sagte, da vorne sei etwas im Wald, und er wollte nachsehen, was es ist."

    Stell dir vor, es ist Klimawandel, und keiner tut was - dann kommt der Klimawandel zu dir.

  • Feleriane lässt die Gestalten noch näher an sich herankommen, auf etwa 50 Meter mittlerweile. Erst dann kann sie immer wieder einen eindeutigen Blick auf die nicht nur dunkel getönte, sondern grünlich-graue Haut der zwei Wanderer werfen, die die eingefallenen Gesichtszüge umspannen. Mehr Fetzen als Stoff ist es, was von ihren Leibern hängt, ihr Gang ist wandend und unstet.

    Sie halten unbestimmt in Felerianes Richtung, aber keiner blickt direkt auf ihr Versteck.


    Noiona nimmt Sumudais Entgegnung zur Kenntnis und stimmt in deren Bemühungen ein, das düstere Licht unter den Wipfeln mit Blicken zu durchdringen. Im Kampf vertraut sie auf die zwei kämpferischen Begleiter und auf Sumudai in ihrer Nähe, sie zückt keine Waffen.


    Alrico lacht zur Antwort rau und freudlos auf. "Blut, du kleiner Messerkämpfer? Du glaubt ich hätte Angst, mein Blut zu sehen? Nein. Aber dafür braucht es schon einen anderen Gegner als zwei kümmerliche Wegelagerer! Bei Kor!" Das letzte ruft er und er stürmt nach vorne, weg vom schmalen Pfad und unter die Bäume. "Stellt euch, Gelichter!"

  • Zwischen Notacker und Warunk [Feleriane]


    Hektisch überlegt Feleriane, ob sie lieber weglaufen sollte, so langsam wie die wandelnden Leichen sind, entkommt sie ihnen sicher, aber was dann? Noch bleibt sie in ihrem Versteck hocken und lauscht, ob Irion zurückkehrt.

    Die Dummheit ist eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen an die Stirne schleudert.

  • Zwischen Notacker und Warunk [Feleriane]


    Das Rascheln der schlurfenden Füße über den Waldboden kündet vom Näherkommen der beiden. Jetzt kann sie die Klauenhände erkennen, die überlang an den Seiten der Gestalten herabhängen und bisweilen über den Boden streifen, und die vorspringenden Kiefer.

    40 Meter.

    Gelbliche Reißzähne ragen über die zurückgezogenen Lippen. Sie schwenken den Kopf. Es ähnelt einem witternden Tier, aber auf schreckliche Art und Weise sehen sie doch fast menschlich aus.

    30 Meter.

    20.

    Einer schwenkt nach links ab, der andere tappt an das Gestrüpp heran und schnaubt.

    Da ertönen eilende Schritte.


  • Zwischen Notacker und Warunk


    Xanderan seufzt wieder. Mal sehen ob Rurs Plan heute die Wiedergeburt von Alrico vorsieht. Er selbst hätte zumindest nichts dagegen, wenn er den Priester nicht weiter ertragen müsste.


    Aber da Alrico bereits nach vorne stürmt, wird Xanderan ein gutes Stück hinter ihm bleiben. Er hat kein Interesse daran näher an Alricos Schwert zu sein als zwingend nötig, sondern unterstützt das Ganze wenn überhaupt aus der Entfernung. Bleibt nur noch zu hoffen, dass es sich bei den Gestalten wirklich um Äthrajins handelt und nicht um irgendwelche armen Verirrten.

  • Zwischen Notacker und Warunk [Feleriane]


    Feleriane hockt in ihrem Gebüsch, ein leises ängstliches Wimmern ist die einzige Regung, zu der sie noch fähig ist. Sie spürt wie die Panik in ihr aufsteigt und sie übermannt, sie kann sich nicht bewegen, sie kann nicht zaubern, sie kann nur hier hocken und auf das Ende warten, warten darauf, von diesen widerlichen Klauen zerfleischt zu werden... In Gedanken betet sie zur Herrin Hesinde (Herrin Hesinde ich flehe euch an, bittet euren Bruder, den Herrn Boron, diese Wesen zu vernichten, sie sollten nicht auf Dere wandeln...).

    Die Dummheit ist eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen an die Stirne schleudert.

  • Feleriane


    Die Schritte stampfen über den Waldboden, und die Magierin sieht eine ihr bekannte Person auf sich zu rennen. Zwar ist es nicht der, den sie erwartet hat, aber der allzeit kampfbereite Almadaner Alrico dürfte ihr auch ein willkommener Anblick sein. Nur die leichenmodrige Gestalt vor ihr schert sich nicht darum. Das Ding gibt noch einmal ein grunzendes Geräusch von sich und dreht seinen Kopf dann in ihre Richtung. Ein Schritt, noch ein Schritt... und ein paar weitere Schritte bringen ihn näher an Feleriane heran, bis ihn die Ranken des Brombeergestrüpps verlangsamen. Der andere ...Wanderer... ist aus ihrem Sichtfeld verschwunden.


    Xanderan

    ...beobachtet die Bewegungen der beiden Personen, auf die Alrico zustürmt. Während derjenige, den der Korgeweihte bestürmt, näher bei ihnen ist, macht sich der andere gerade daran, eine Stelle im Unterholz zu inspizieren. Dort sind die Schatten scheint irgendetwas zu sein... Er kann es nicht genau erkennen, aber möglicherweise ist dort ein Mensch. Oder ein weitere Kreatur. Denn Xanderan kann erkennen, dass mindestens Alricos Gegner die überlangen Arme und Krallen eines Ghuls hat.

  • Zwischen Notacker und Warunk [Feleriane]


    Der Anblick von Alrico reißt Feleriane aus ihrer Starre, sie zieht sich weiter ins Gestrüpp zurück und beginnt einen Zauber zu sprechen, um sich einen kleinen Vorteil zu verschaffen.


    Die Dummheit ist eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen an die Stirne schleudert.