Der ringende Herr - Güter des Niederadels

  • Hallo,


    ich versuche gerade auf Basis der Spielhilfe "Der ringende Herr", die im AB 158/159 vorgestellt wurde, eine grobe aber realitätsnahe Abschätzung der Einkünfte und Ausgaben von Baronien zu erstellen.


    Eine Grundlage sind ja die Einwohner einer Baronie. Davon abgezogen werden ja zuerstmal die Einwohner in Städten (mit Stadtrecht). Diese kosten ja nichts und bringen auch keine Einnahmen. Anders sieht es bei Gütern des Niedrigadels aus (Edle, Junker etc.). Hier nennt die Spielhilfe (AB158 S. 5) einen Zehnt, der vom Niederadel an den Lehnsherr (z. B. den Baron) bezahlt wird. Aber hat dieser auch Kosten für diese zu tragen? Wie sieht es z. B. mit dem Kaistertaler aus? Muss der Baron diesen auch für die Einwohner der Güter des Niedrigadels abführen? Oder werden diese Einwohner sogar ganz einbezogen und fallen für diese auch alle anderen anteiligen Ausgaben (z. B. Tempelzeht etc.) an?:/


    Ansonsten ist es für einen Baron aus finanzieller Sicht ja besser, wenn viele Einwohner in den Gütern des Niedrigadels angesidelt sind - dann hat er Einnahmen aber keine Ausgaben für diese....


    Kann mir hier jemand weiterhelfen?

  • Worum genau geht es dir? Rein mathematisches Planspiel auf Basis generischer Daten, oder eine konkrete Situation? Das klingt nämlich bereits sehr nach der Marschrichtung Homo oeconomicus und sobald man damit hantiert kann man sich die Arbeit auch eigentlich gleich sparen und sich einfach irgendwas ausdenken, weil der Ansatz ohnehin nicht funktioniert.


    Ist es gut wenn X Leute auf Land A arbeiten oder wenn Y Leute darauf arbeiten? Gute Frage. Was ist es denn für Land? Und was wird drauf angebaut? Und wie ist die bisherige Ausnutzung? Welche Infrastruktur liegt vor und in wiefern begrenzt sie die Möglichkeiten der Produktivität?


    Verfügt das Land über direkt nutzbare Ressourcen? Liegt da beispielsweise Gold in Klumpen herum? Dann braucht man schließlich nur Bücker die es aufheben und die so direkt Reichtum generieren. Arabien funktioniert abstrakt betrachtet so ähnlich. In dem Fall sind viele Bücker unter der Peitsche des Niedigadels toll, weil die Bücker dann ja nicht behalten dürfen was sie aufheben.

    Verfügt das Land aber NICHT über direkt nutzbare Ressourcen, dann braucht es schnell Stadtbevölkerung um echte Werte zu generieren. Nur die kann schließlich indirekt nutzbare Ressourcen in Güter umwandeln. Holz lässt sich zum Beispiel viel besser in Form von Möbeln, Schnitzkunst, Schiffen und dergleichen verkaufen als im Klafter. Oder man verbrennt es und macht zusammen mit Dreck und Geröll Stahl draus, den man dann idealerweise in Form von Stahlwaren verkauft.


    Wirtschaft ist zu komplex um sie derart übers Knie zu brechen. Ohne eine echte Ausgangsbasis kannst du da rein gar nichts machen. Ich will dir da natürlich nicht reinreden. Wenn es dir Spaß macht mit Zahlen herumzujonglieren sei dir das belassen, aber da du nach Hilfe fragst scheinst du es irgendwie ernst zu meinen und dann muss ich dir sagen das es keine ernsthaften Wege gibt, die ohne ein solides und umfangreiches Fundament auskommen. Auch abstrahierte Reduktion benötigt Eckpfeiler auf denen sie ruht.

  • Hey Rattazustra,


    danke für deine Antwort. So ins Detail gehe ich nicht. Ich habe ja nur auf den Regeln der oben genannte Spielhilfe das Ganze berechnet. Und da ist halt unklar, wie es um die Gebiete der Junker steht. Da will ich ja kein Schabernack treiben! ;) Einen Edlen zu benennen sollte ja nicht gerade Geld einbringen...


    VG Bakchos

  • Ich hab einfach pie mal Daumen die Edlen/Ritter der Baronie mit ihren Gütern komplett aus der Rechnung entfernt und nur die für sie festgelegten Einkünfte in mein "plus" aufgenommen.
    Nach dem JdF konnte ich aber auch die Zahl der Ritter recht niedrig halten :)

  • Bakchos

    Vorgesehen ist wohl, dass der Baron aus den Gütern seiner Vasallen in der Tat nur Einnahmen erzielt (die er natürlich seinerseits "versteuern" muss), aber keine Ausgaben hat. Der Haken daran ist bloß, dass diese Einnahmen eben auch nur ein Zehntel von dem sind, was er regulär erhalten würde. Effektiv tauschst du also einen Großteil deiner potenziellen Einnahmen weg gegen eine zusätzliche Ritterlanze und eine wehrhafte Lokalverwaltung. In einer Baronie im sicheren Herzen des Reiches gibt es kaum einen Grund für Niederadligengüter, in der Wildermark bei VeG haben wir einen Junker für jedes Gut eingesetzt, was nicht bei drei Stop gesagt hat, weil die sich erstens selber gegen Räuber wehren können müssen, statt erstmal um Hilfe nach Zweimühlen zu schicken, und zweitens ein schwerer Panzerreiter weit mehr Kampfkraft bietet, als wir mit den zusätzlichen Steuereinnahmen in Söldnern finanzieren könnten.

    Jeder Mensch ein Magier!
    Avatar by Tacimur