Initiative zur Rettung der Praioskirche

  • S&S steht für die Akademie Schwert und Stab zu Beilunk/Gareth.

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

    Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse, rüge den Weisen, der wird dich lieben.

    Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

    Spr9,7-9

  • Ich kannte einen Spieler, der einen S&S'ler spielen wollte, der Atheist war. Funktioniert für mich nur begrenzt. Auf Nachfrage stellte ich dann fest, dass der Spieler der Atheist war und das seinem Charakter so mitgeben wollte.

    Finde ich in einer Welt, in der Geweihte "echte" Wunder wirken, völlig absurd. Welche Götter nun genau als die maßgeblichen angesehen werden, ob sie verehrt werden müssen/sollen und ob die Magierphilosophie wahr ist, bleibt dabei völlig unerheblich. Keine Ahnung, warum einige atheistische Spieler*innen mit dem Glauben für ihre SC in Aventurien ein Problem haben - aber mit Magie nicht.

    "In den Rachen der Drachen hexen die Echsen!"
    getreulich gehört auf den Hesinde-Disputen 1030 BF

    Edited once, last by Zwerg Nase ().

  • Ich kannte einen Spieler, der einen S&S'ler spielen wollte, der Atheist war. Funktioniert für mich nur begrenzt. Auf Nachfrage stellte ich dann fest, dass der Spieler der Atheist war und das seinem Charakter so mitgeben wollte.

    Finde ich in einer Welt, in der Geweihte "echte" Wunder wirken, völlig absurd. Welche Götter nun genau als die maßgeblichen Angesehen werden, ob sie verehrt werden müssen/sollen und ob die Magierphilosophie wahr ist, bleibt dabei völlig unerheblich. Keine Ahnung, warum einige atheistische Spieler*innen mit dem Glauben für ihre SC in Aventurien ein Problem haben - aber mit Magie nicht.

    Es ist einfacher, sich von etwas zu distanzieren, als es kennenzulernen. Als sich über diese ganzen Implikationen Gedanken machen zu müssen. Ich bin ein Fan der Götterpluralität in Aventurien, und da ist es egal, ob es ein Gott wie Praios oder irgendein Waldmenschen-Kult ist (vereinfacht gesagt). Es ist nämlich, wie du sagst, total absurd. Sicherlich spielen wir immer bestimmte Aspekte von uns selbst, aber Atheismus in Aventurien führt bei mir, wenn ich meistere, auf den Scheiterhaufen. Also für den SC, wenn ich dem schon Warnschüsse vor den Bug gehauen habe.


    Die meisten Atheisten sind nämlich nicht deswegen zum Atheist geworden, weil sie nicht an Gott glauben, sondern weil sie mit den Amtskirchen ein Problem haben. Das ist mir mal so aufgefallen, als ich mich damit auseinander gesetzt habe. In einem Land wie Aventurien, wo die Geweihte eines Gottes Wunder vollbringen können - und Alrik Ackermann sich davor hüten wird, einer Wildgans den Hals umzudrehen - zu sagen: "Ich bin Atheist" (also aus Charaktersicht), ist Ketzertum. Schlichtweg. Sogar Travia hat in den Gänserittern ihre agierende Hand. Und die sind nicht von schlechten Eltern, wenn sie gut gespielt sind - ich durfte mal ein solches Exemplar auf einer Darpatien-Con bewundern.


    Es geht mir auch um den Respekt. Egal, welchem Gott ein Geweihter angehört, der Geweihte verdient Respekt. Wenn er sich dann als Schweinebacke und als total unfähig herausstellt, dafür kann sein gewählter Gott nichts. Sondern der Gott wird dem Geweihten sicherlich mal auf die Schulter tippen und ihn fragen, was das soll. Weil die Götterwelt Aventuriens lebendig ist. Das ist nicht nur: "Die da in Alveran sitzen sich den Arsch platt und tun nix." Die tun was (siehe Brig-Lo).


    Ich habe eine "Vampire"-Live Runde gehabt, wo der Spieler eines Neugeborenen sich von meinem alten Herrn (Ahn, Ventrue und in der Camarilla ziemlich wichtig) mit den Worten: "Ich geh' jetzt mal." mitsamt seinem Ghoul verabschieden wollte. Wenn eines in diesem Universum wichtig ist - genauso wichtig wie Ressourcen, Einfluss, Kontakte und Co. - dann ist es die Etikette. Jemand, der den alten Leuten keinen Respekt erweist (derjenige darf gern denken, dass das alles alte Säcke oder so sind, die den Stock im Arsch haben), wird sicherlich nicht alt. Einfach, weil man sich das nicht bieten lassen muss. Ich gehe auch nicht mit so einem lapidaren Ausspruch aus dem Gespräch. Unhöflichkeit ist nicht meine Stärke. Ganz im Gegenteil. Auch hier war wieder der Spieler derjenige, der das Problem mit der Etikette hatte. Man muss nicht ein Buttermesser hinlegen, aber es ist schön - und ich mache das. Das erwarte ich aber nicht von meinem Gegenüber, sondern die Toleranz, dass er es hinnimmt und vielleicht zu schätzen weiß, dass ich das mache, weil ich ihn als Mensch schätze.


    Etikette ist auch in Aventurien wichtig. Natürlich hat jeder Held (und ich beziehe das explizit nicht auf den jeweiligen Spieler!) andere Vorstellungen davon. Und es ist wieder mal komplett egal, welcher Gott, welcher Gelehrte (ich werfe mal Geweihte und Magier in einen Sack). Ein Swafnir-Geweihter hat eine andere Vorstellung davon als ein Praiot. Das ist gut so. Und vielleicht entdeckt der eine oder andere SC auch, dass er mehr Gehör bekommt, wenn er sich entsprechend benimmt.


    Nochmal: wir spielen alles Sonderlinge. Die Stereotypen (grob gesagt) sind manchmal fein, aber sie werden mit der Zeit Ecken und Kanten bekommen, weil sie losziehen. Wie der Elf, der seine Sippe verlässt. Badoc ist da ein Stichwort, was ich einbringen möchte. Manche Elfen haben aber auch "Weltfremdheit". Ist doch okay? Solange es spielbar bleibt. Eigentlich würden, wenn wir jetzt "realistisch" bleiben, die ganzen Menschen, Elfen, Sonstige daheim bleiben. Weil es einfacher ist, das Leben geht auch in einer Bauernkate weiter. Aber diejenigen, die losziehen, erleben Dinge, sehen Weltanschauungen, mit denen sie sich auseinandersetzen (müssen). Nicht nur qua Abenteuer, sondern, weil sie sonst nicht nach vorn kommen.


    Ich mag die Praioskirche. Weil man wirklich belohnt wird, wenn man gut spielt. Aber ich wage zu bezweifeln, dass ein Praiot ein Anfängercharakter ist. Selbst wenn man einen Braniborer* spielt, der sich gerade nach der Weihe seine zweite Sphärenkugel verdient hat. Und die Praioten sind sehr schwer zu spielen, können aber sehr erfüllend sein. Weil sie auch umdenken können - und sollen. Ohne sich dabei zu verbiegen. Denn das wäre sicherlich nicht in Praios' Sinn.


    *Aus Gründen der Lesbarkeit wird hier und an anderen Stellen das männliche Geschlecht gewählt.

    "Sich beugen ist eine Ehre. Sich beugen lassen, eine Schande."

    Edited once, last by Praios-Paktierer ().