Adeliger richtig ausgespielt

  • Hallo meine lieben Orkis,


    ich entwickle derzeit einen Helden der von seiner Profession her ein Entdecker/Forscher ist und von seinem Hintergrund her einem adeligen Hause entstammt. Das Haus habe ich posetionell noch nicht fest gelegt, wollte es aber entweder in Nostria/Andergast oder im Svelttaal ansiedeln. Daher kommt auch gesellschaftlich der Stand Landadel zustande.


    Meine Frage nun ist, ob ich "adeliges Erbe" oder "Adelige Abstammung" nehmen soll und vor allem (bei SO7) wie ich das ausspiele?! In der Wildniss bringt einem die Autorität, die man zuhause hat, gar nichts. Man hat ja keine Stadtwache die man befehligen kann und muss dann ein Söldner aufgrund des feudalen Systems noch auf mich hören?


    Habe keine Ahnung wie ich mich da verhalten soll... in der Stadt gebe ich mich dann per Rung/Kette (????) zu erkennen und dann habe ich Sonderrechte oder wie darf ich das vorstellen.


    Und sollte ich als Adliger versuchen die Leitung der Gruppe zu beanspruchen oder ist so ein verpeilter Forscher der allerdings adelig ist und mehr auf Kumpel geht mit seinen Kameraden all zu abwegig?


    Ich freue mich auf eure Antworten.

  • Im Svellttal gibt es keinen Adel. Es mag dort Adlige geben, die aus ihrer Heimat vielleicht verschwinden mussten oder freiwillig umsiedelten, aber im Svelttal gibt es keine gegebene Adelsherrschaft.


    Adlige Abstammung besagt, dass Du das mindestens zweitgeborene Kind bist und erst einmal ohne Anspruch auf Erbe. Erst das Adlige Erbe bringt mit sich, dass Dein Charakter der designierte Erbe ist.


    SO 7 EDIT: SO 8 ist natürlich richtig EDIT Ende - ist allerdings die Untergrenze überhaupt zum adlig sein und mehr als das x-te Kind eines Junkers (also Adlige Abstammung vom niedrigsten Adelsrang) gibt es damit nicht. Als erbberechtigtes Kind eines Junkers müsste es schon eine 8 - EDIT 9 natürlich EDIT Ende - sein.


    Du solltest Dir also überlegen, ob es sehr wichtig ist, dass er Erbe ist, denn wenn es nur um den Adelsstand geht, sollte es auch die Abstammung tun (die ganze Angelegenheit ist ja nicht gerade günstig). Dann ist es wichtig, soll es so 'ein bisschen' adlig sein, oder schon etwas mit etwas Glanz her? In dem Fall vielleicht beim Baronkind anfangen. Das kostet beim SO mehr, aber macht auch mehr Eindruck (oder sollte es, wenn Dein SL so etwas beachtet).


    Grundsätzlich bringt ein adliger Name, dass man eine gewissen Autorität und Respekt bekommt und sich Türen von einflussreichen Personen schon mal leichter öffnen, jedenfalls in den Regionen, in denen es Adel gibt und so etwas Respekt bekommt.
    Natürlich kann man als Adliger einem anderen Adligen auf seinem Land nichts vorschreiben und auch im Ausland sollte man sich bewusst sein, dass man nur zu Gast ist, aber adlig ist auch da besser als nicht adlig zu sein.
    "Sonderrechte" ist ein dehnbarer Begriff. Als Standeszeichen darf man als Adliger einen Dolch tragen, wo andere alle Waffen angeben müssen. Als Adliger hat man mitunter Privilegien, die andere nicht haben. Per se ist aber eher nicht festgelegt, was Dein Charakter in jedem Fall darf, denn Waffenrechte fallen schon von Stadt zu Stadt unterschiedlich und regionale Gepflogenheiten kommen auch mit dazu.
    Einige Ansätze in die Richtung findest Du in diesem Thread: Rechte von Adligen Kindern


    Üblicherweise trägt man einen Siegelring und im Weiteren vielleicht noch einen Adelsbrief, um sich auszuweisen. Außerdem steht die Familie und ihr Wappen in einer Wappenrolle, auch wenn davon nicht jeder Adlige zu Hause ein Exemplar liegen hat, gibt es Personen und Örtlichkeiten, die so etwas haben.
    Es machen aber auch Kleidung und Auftreten eine Menge aus. Wer rumschlunzt und nur im Schlafsaal billig pennt, dessen Siegelring wird vielleicht als Betrug oder gestohlen angesehen und der wird als Adliger erst mal nicht akzeptiert.


    Führungsrolle: Als Adliger kann man durchaus annehmen, dass einem das zusteht. Das wird allerdings auch ein Krieger oder Offizier annehmen oder ein Geweihter oder Magier, die auch Personen von Stand mit besonderen Rechten sind. Es gilt aber zu beachten, dass nicht jeder Spieler einen Anführer spielen kann oder möchte und auch nicht jeder Charakter, nur weil er adlig, Lust hat, sich zum Wortführer aufzuschwingen und vielleicht auch ganz zufrieden ist, in dem Fall seine Nase in Bücher und Ruinen zu stecken und das anführen anderen zu überlassen.
    Sprich: das liegt insbesondere bei Dir und wie Du es persönlich gerne hättest und die Präferenzen Deines Charakters einschätzt, im Weiteren aber auch bei Deinen Mitspielern und deren Charakteren, ob die sich gerne von Deinem Charakter anführen lassen wollen, oder da nicht eigene Ambitionen vorliegen.

  • Andergast und Nostria wäre mMn eher geeignet als das Svellttal. Hier ist der Vorteil Adlig eher ungeeignet, da seit dem Einmarsch der Orks im Prinzip kein Adel mehr existent ist (oder entmachtet wurde).


    Andergast und Nostria sind ziemlich rückständig, aus Sicht des Mittel- oder Horasreichs. Hier wird noch recht strikt nach Adlig und "dem Rest" getrennt. Hier wird man als Adliger überall etwas besser behandelt, wenn man den den Adligen raushängen lässt. Ob man das tut hängt vom Charakter ab, es ist keine zwangsläufige Eigenschaft. Arroganz ist häufig ein Indiz für das Standesbewusstsein und wie häufig man ihn raushängen lässt. Richtig oder Falsch gibt es im eigentlichen Sinne hierbei nicht.


    In Andergast und Nostria wird jemand mit einem adligen Erbe es recht schwer haben etwas anderes zu werden als Ritter. Man wird von vornherein darauf getrimmt später Papas Platz (zumindest in Andergast herrscht noch ein Patriarchat) einzunehmen. Etwas anderes wird wirklich schwierig durchzusetzen.
    Aus diesem Grund würde ich eher einen Charakter erstellen der mehrere ältere Geschwister hat und "nur" adlige Abstammung hat. SO 7 ist dabei das Minimum. D.h. du wirst nur der Sohn eines unwichtigen Adelshauses sein. Ein einfacher Adliger hat bestimmte Rechte, etwa nur in Anwesenheit verurteilt zu werden. Befehlsgewalt über Stadtwachen oder auch nur eine Weisungsbefugnis haben sie nicht.
    Ob andere Charaktere auf dich hören, hängt von deinem und dem SO deines Gegenübers zusammen (der Nachteil Autoritätsgläubig beeinflusst das auch). Ein Nichtadliger mit SO 12 wird deinem Charakter nicht immer mit Respekt gegenübertreten, geschweige denn auf dich hören.
    Ein Söldner mit SO 5 vielleicht schon. Wenn du ihn als Leibwache angestellt hast, sogar ganz bestimmt. ;)


    Ein verpeilter Forscher und Theoretiker wird vermutlich wenig auf den eigenen Stand geben, außer es wird ihm aufgezwungen, etwa bei einer Audienz. Aber auch hier mag es sicherlich Ausnahmen geben.


    edit: zu langsam

  • "Adel verpflichtet" ist ein bekannter Spruch und fasst tatsächlich im Prinzip alles in wenigen Worten zusammen.


    Ausführlich bedeutet dies, dass nur wer sich wie ein Adeliger verhält auch wie ein Adliger behandelt wird.


    Gerade im niedrigen SO Bereich (für Adelsverhältnisse) und damit meist im Bereich des Niederadels (Kinder von Junkern, Edlen etc. ca. bis SO 10) ist es oft nicht weit her mit auffälliger Abgrenzung. Typische Standeszeichen wie Dienerschaft, Pferde, Kutschen und dergleichen, aber auch teure Kleidung und Vermögen findet man hier oft nicht.


    Auch viele angesehene Gemeine rangieren hier in ähnlichen Verhältnissen und so mancher Kaufmann ist "unfassbar" reich und mächtig im Verhältnis zum "armen" Junkerskind.


    Es bleibt also nicht viel, um sich über diese zu erheben und entsprechend wichtig ist das passende Verhalten. "Wenn schon kein Diener, Reichtum und Zeugs..., dann soll man wenigstens am Auftreten als "besser im Blut" erkannt werden".


    Sich selbst auf die Stufe von Gemeinen herabzusetzen (z.B. in dem man mit diesen auf Augenhöhe Kameradschaftlich verkehrt), ist im Sinne des "Ansehens" deshalb natürlich ein klarer Schnitt ins eigene Fleisch - ganz besonders im traditionellen Norden. Weiter Südlich (v.a. Horasreich) ist eine "Verbrüderung" mit diesen schon eher akzeptiert (wobei es auch hier immer wieder Ausnahmen gibt und sich auch auf die gehobenen Bürgerlichen beschränkt).


    Anderseits gilt aber auch "Ist der Ruf erst einmal ruiniert, lebt es sich ungeniert". Sprich ohne Nachteile wie Verpflichtungen (Familie) o.ä. kann Dein Held tun und lassen was er möchte, wenn er in Kauf nimmt, dass ihm sein "an die Adelsverhältnisse unangepasster Lebensstil" nicht gerade Pluspunkte in Adelskreisen bringt. Schlimmer ist jedoch, dass sein Verhalten oft auch das seiner Familie mit beschmutzt. Es mag für den Helden ok sein sich mit Gemeinen an zu Freunden, aber für seine Familie dürfte das oft nicht gelten.


    Eine gute Richtschnur für "angemessenen Umgang" und "richtiges Spiel" ist der SO. Gemeine vergleichbaren SOs (in Deinem Fall 7-9) sind durchaus als Umgang akzeptabel und sollten auf jeden Fall mit angemessenem Respekt behandelt werden (was durchaus auch leicht von oben herab sein kann). Gemeine mit höherem SO verdienen meist schon eine etwas "unterwürfige" Herangehensweise (der kleine Junkerssohn beeindruckt den Handelsmagnaten wohl kaum und auch der Tempelvorsteher eilt nicht sofort herbei, nur weil der Held ihn sprechen möchte...). Den "besseren Blaublüter" heraushängen zu lassen kann man sich im armen Sozialbereich (SO 6-) erlauben. Das man sich damit die einfachen Gemeinen nicht zu Freunden macht, wenn man sie Standesgemäß behandelt sollte auch klar sein. ;)


    Du hast also als Spieler die freie Wahl, wie viel Kumpel Dein Held sein soll. Es muss Dir aber bewusst sein, dass diese Freiheit die er sich nimmt, einen Preis hat.


    Wenn Dir ein Held vorschwebt, der bisher nicht nur in besseren Kreisen unterwegs war und sich auch gerne mal verbrüdert, dann solltest Du einen Blick auf den Taugenichts (Variante Dilettant, WDH S. 143/144) werfen. Dieser bildet sehr gut "ewige Studenten" und "Unentschlossene" ab. Quasi eine Mischung aus "Akademie" und "Straße".


    Unabhängig davon:
    "Edeliges Erbe" stellt den Titelerben dar und ist deshalb eher nicht geeignet. Adelige Abstammung reicht völlig und passt besser. Sofern Du keinen anerkannten Bastard des ärmlichsten Niederadeligen spielen möchtest muss der SO selbst dann min. 8 betragen (siehe Vorteil Adelige Abstammung).


    Wenn Du wirkliches Adelsgefühl haben möchtest, würde ich statt den genannten Gebieten lieber das nördliche Mittelreich (z.B. Weiden, Nordmarken) wählen. Dortige Adelige entsprechen eher dem gemeinen Adelsbild, als nostrisch/andergastische "Habenichtse". Nicht zuletzt auch weil Adel natürlich vor allem im eigenen Reich punktet. Der Adelige aus einem Land, das von aller Welt nur belächelt wird schindet im Ausland meist nur wenig Eindruck. Was nicht heißt, dass alle Welt vor dem x-ten Sohn irgendeines mittelreichischen Junkers einen Kniefall machen würde.

  • Hallo und vielen danke für die ausführlichen Antworten :thumbsup:


    Ich habe aufgrund eurer Anregungen hier mein Charakterkonzept weiter ausgebaut um ihn besser darstellen zu können.
    Euch werde ich hier mal einige Angaben machen:
    Mein Held (Rawes von Rabenstein) ist ein Landadliger aus dem Raum zwischen Andergast/Nostria (gerade keinen Plan was noch mal nördlicher liegt) und dem Mittelreich. Er hat einen SO von sieben aber nur "adlige Abstammung" da er 'nur' der dritte Sohn des Hauses ist und daher keine speziell zugeschriebene Aufgabe hat, somit konnte er frei seinen Interessen nachgehen und wurde Entdecker und Forscher und hat eine besondere aversion für Sprachen. :iek:
    In seiner Jugend war er viel draußen unterwegs und kommt daher auch gut unter freiem Himmel zurecht.
    Vom Charakter her ist er ein offener, eher kumpelartiger Typ. Er Will nicht, nur weil er Adlig ist, gleich die Führung beanspruchen aber nutzt diesen Boni gerne um leichter in Bibliotheken und ähnliches zu kommen, nur Menschenmassen ist er nicht gewöhnt und meidet sie gerne. Zudem ist er höchst Neugierig was ihn oft in brenzliche Situationen gebracht hat.
    Er ist nun ausgezogen um sich die Welt anzuschauen und für seinen Vater einige Nachrichten in weit entfernte Ecken des Landes zu bringen, denn dieser braucht... einen Urlaub von seinem kleinen Wirrkopf. :lach:



    Wäre das realistisch und wie würdet ihr so jemanden in einer Wildnissgruppe mit einem Söldner und anderen ausspielen?



    :D:D:D


  • Er hat einen SO von sieben aber nur "adlige Abstammung" da er 'nur' der dritte Sohn des Hauses ist und daher keine speziell zugeschriebene Aufgabe hat

    Korrekt ist bei diesem SO "ist der uneheliche, aber von seinem Vater trotzdem als Sohn anerkannte Nachkomme..." (= Bastard, s.o.). Legitime Nachkommen brauchen mindestens SO 8 (wobei auch Bastarde deutlich höhere SO als 7 haben können!). Bastard zu sein, ist meist kein großer gesellschaftlicher Makel (außer bei streng Traviagläubigen), hat aber ein paar Einschränkungen zur Folge (z.B. Erbe) und ist für Eingeweihte durch den Bastardbalken (ein dicker Strich durchs Wappen) leicht als solcher zu erkennen.


    Die Herkunft als Bastard könnte eine sehr gute Erklärung für das geringe Interesse der Familie am Helden sein und kann gleichzeitig auch die Nähe zum einfachen Volk glaubhaft machen (vor allem wenn der Held überwiegend bei der bürgerlichen Mutter aufgewachsen ist und erst spät anerkannt wurde). Als Spieler würde ich dem Helden eine markante Ähnlichkeit des Vaters mitgeben.


    "Er hat zwar anders als sein Vater blonde Haare, aber die "Rabensteinsche Nase ist einfach unverkennbar..."


    Der Bastard ist mMn eine sehr elegante Lösung für einen Helden wie Du ihn beschreibst.


    Wäre das realistisch und wie würdet ihr so jemanden in einer Wildnissgruppe mit einem Söldner und anderen ausspielen?

    Ich sehe da kein Problem. Da das Feld "Wildnis" durch relativ wenige Talente abgedeckt wird, solltet ihr Euch aber auf jeden Fall in der Gruppe absprechen -> jeder sollte möglichst eine Nische "Spezialtalent" haben in der er glänzen kann. So könnte der Jäger vielleicht für die Nahrungsbeschaffung zuständig sein (Tierkunde, Schleichen etc.), der Gelehrte sich mehr mit Pflanzen beschäftigt haben (Pflanzenkunde) und der Söldner mehr vom Lagerbau verstehen (Wildnisleben). "höhere TAWs als die Mithelden"


    Eine Talentspezialisierung (SF) im "Spezialtalent" unterstreicht dabei die besondere Kompetenz.

  • Korrekt wäre bei diesem SO

    Bislang dachte ich eher daran, dass er einfach der dritte Sohn des Hauses sein soll. Der erste ist der Thronfolger und Diplomat, der zweite leitet die Stadtwache und Konsortien und er hat sich eben immer schon eher für die Bibliothek des Hauses interessiert und da die "wichtigen Aufgaben" bereits vergeben waren, dürfte er sich eben seinem Hobby widmen. Deswegen habe ich diese Seite mit dem...

    geringes Interesse am Helden

    noch gar nicht mit ein bedacht. Muss ich für einen vollen Erben also SO acht noch mit nehmen oder ist es mit sieben einfach zu unrealistisch?


    Du hast auch diesen Balken angesprochen, ist der denn auch auf seinem/einem Sieglring mit vermerkt oder nur wenn man das Wappen trägt?

  • Muss ich für einen vollen Erben also SO acht noch mit nehmen oder ist es mit sieben einfach zu unrealistisch?

    SO 8 ist Minimum für ein x-tes Kind eines Junkers oder Ritters, also die unterste Adelsschublade, die überhaupt möglich ist. SO 9 wäre dann das erbberechtigte Kind eines Junkers oder Ritters. Das steht bei den Beschreibungen der beiden Vorteil ein WdH.


    Der Bastardbalken ist im Wappen enthalten.

  • Muss ich für einen vollen Erben also SO acht noch mit nehmen oder ist es mit sieben einfach zu unrealistisch?


    Welchen SO man wenigstens benötigt, ist in den Regeln klar festgelegt (man hat also keine Wahl, sofern man nicht bewusst Regeln brechen möchte). Die Regeln orientieren sich dabei aber natürlich an den realistischen Verhältnissen in Aventurien und sollten alleine schon deshalb nicht grundlos ignoriert werden.


    SO 4-6 stellt arme Leute dar, 7-9 den Mittelstand, 10-12 den gehobenen Mittelstand.


    Mit SO 7 ist man also "fast schon ein Armer" bzw. "gerade noch so Mittelstand", während man mit SO 6 "noch nicht ganz zum Mittelstand gehört, aber innerhalb seines Umfeldes eindeutig zu den angesehensten Vertretern zählt". Vielleicht ist man auch schon kurz davor auf zu steigen...


    Das Adelige einen Ruf, Ansehen und/oder Vermögen besitzen, dass man sie schon fast für Arme halten könnte, kommt eben so gut wie nicht vor und deshalb hat man auch festgelegt, dass "korrekte" Adelige wenigstens S0 8 haben sollen. Wenn man bedenkt, dass der SO in Adelkreisen bis SO 21 (Kaiser) geht, ist man mit SO 8 schon sehr weit unten!


    Wichtig ist der SO des Helden auch deshalb, weil er Auskunft über Stand und Ansehen der Adelsfamilie gibt. Auch für die höheren Adelsränge gibt es festgelegte Mindest SO (Junker (9-13), Barone (11-15), Grafen (13-16) usw.) "damit es realistisch bleibt". Die Kinder (also z.B. auch Helden mit Vorteilen wie adelige Abstammung) liegen 1-3 Punkte unter dem SO ihrer Eltern.


    Damit der Held auf Held SO 7 landen kann, gehören seine Eltern ebenfalls zu den unwichtigsten Vertretern ihres Ranges (also 9-10, obwohl sie bis zu 13 haben könnten...). Vielleicht haben sie einfach nur keine Macht, einen schlechten Ruf oder besitzen ein wertloses Land (z.B. Sumpf, Gebirge ohne Rohstoffe oder mit einer schlechten Lage...) - es kann viele Gründe geben. Jedenfalls steht ein Großteil der anderen Junker weitaus besser da als sie (im Schnitt wohl ca. SO 11 "Mitte"). Wobei ein richtig mächtiger und angesehener Junker (SO 13) eben auch deutlich über dem Ansehen eines unbedeutenden Barons (SO 11) liegt. Der Baron ist natürlich trotzdem höher im Rang, aber sein Einfluss ist ziemlich bescheiden. Vermutlich liegt die Baronie irgendwo im nirgendwo, ist verarmt oder ständigen Überfällen ausgesetzt, während der Junker am Kaiserhof lebt und vielleicht gar zu einer der großen Familien gehört.


    Mit der Wahl des SO legt man gerade bei Adeligen also viele Dinge fest und wenn man aus einer normalen "durchschnittlichen" Adelsfamilie stammen möchte, ist SO 8 eigentlich immer noch etwas mager und SO 9-10 schon eher passend (-> Eltern SO 11-12 also solide Mitte). Wobei ein Bastard meist 1 SO unter seinen legitimen Geschwistern liegt: SO hätte der normale Junker SO 11, sein Erbe SO 10, die weiteren Geschwister (i.d.R.) SO 9 und der Bastard SO 8. Ausnahmen (z.B. das Einzige Kind, das geliebte Kind, das besonders geförderte Kind
    ;) ) gibt es natürlich auch. Möchte man jedoch aus einer wirklich angesehenen Familie stammen, so sollte auch der Bastard eines Junkers SO 10 haben. Damit steht man dann trotz unehelicher Herkunft und niederem Adel etwa im gleichen Ansehen wie der legitime x-te Sohn des Barons von "Bedeutungslos".


    "SO 8 nehmen" ist für den legitimen adeligen Helden also das Bekenntnis zur Bedeutungslosigkeit und keine Auszeichnung. Aber egal wie niedrig der SO auch ist, blaues Blut macht ihn trotzdem weitaus besser als den gemeinen Rest - zumindest dort wo es Adelshierarchien gibt.

  • Okay... das wusste ich in diesem Maße nun auch wieder nicht mit dem Stand, wann ist man Junker oder Baron. Ich bin noch nicht all zu bewandert im Feudalsystem im mittleren aventurischen Raum und gar nicht erst wenn es weiter gen Süden geht... :S


    Ich hatte nur gedacht, dass es ein interessantes Erlebnis und bereichernd für die Gruppe ist,wenn man einen Adligen Helden an der Seite hat.


    Ein gewisser Stand wird gebraucht, damit man irgendwie wichtig ist und das auch eine Wirkung erzielt nur passt dann der verteilte Vorscher nicht mehr ins Bilde und ich wüsste auch gerade auch nicht, welche Nachteile dann noch passen. Ich wollte ihn ja ein wenig nach meinen Vorlieben usw gestallten aber ich finde so etwas Eitelkeit oder Reihnlichkeit nicht passen, was aber zum Adel passt... :confused2:

  • Ich habe meinen Helden noch ein mal überarbeitet und ihm einen SO von 9 mit auf den weg gegeben, dass sollte ja laut unserer Unterhaltung hier für eine ausreichende Grundlage reichen für den dritten Sohn eines Junkers/Barons aus dem Grenzbereich zwischen Andergast und dem Mittelreich.



    Er ist nun Entdecker mit einer Begabung für Sprachen. Ausgeschickt wurde er für einige Botengänge in Richtung Eisenwald (damit er auf die Gruppe trifft) und möchte mehr über die Sprachen und Kulturen seines Kontinents lernen.
    Ein weiterer Grund warum er sich für diesen Botengang direkt angeboten hat.
    Wie man sich leicht denken kann, ist er sehr Neugierig aber hat seine Probleme mit dem Meer, einmal hat er mit seinem Vater eine Reise unternommen und ist dabei über Bord gegangen.



    Des weiteren hat er Vorurteile (6) gegenüber den Nostrian [ist das noch legitim oder aufgrund der aktuellen Waffenruhe nicht mehr].



    Soweit das Konzept :)

  • Ein letztes Update für meine fleißigen Helfer und Informaten hier :) ich habe noch etwas an den Vor- und Nachteilen herum gebastelt da ich ihn wegen neuer Erkenntnisse (habe die perfekte Profession für mein erdachtes Konzepz gefunden ENDLICH) und habe aus ihm den Sohn eines mittleren Barons (SO 11) gemacht der eines Tages gerne in der Hesindkirche oder Nandud (wird sich zeigen) einen Platz finden möchte, sobald die Erbfolge sicher übergeben wurde. Solange dient er mir sehr gut als Meisterperson und Ausrichter von Expeditionen unter dem Banner des Hauses und einer der beiden Kirchen.
    So geht dieses inzwischen gut gebaute Konzept nicht verloren und der gute Rawes von Rbenstein darf seine Auftritte als verplanter Expeditionsführer geben. :rolleyes:


    Dank an alle Beteiligten!