Das Kind der Sonne

  • Baderaum


    Angesichts des dampfenden Wassers zeigt sich leises Entzücken auf Noionas Gesicht. Sie schließt kurz die Augen und lässt die entspannende Wirkung des Lavendeldufts auf sich wirken. Von dem Regal wählt sie ein Öl mit schwerem, süßlichen Geruch.

    Noiona bedenkt Eleowen mit langen Blick aus ihren hellblauen Augen, bevor sie zu ihrer Erwiderung anhebt.

    "Wir sollten uns nichts verschweigen, wenn es um die Seuche oder um Travina geht. Andere Belange könnt Ihr jederzeit unter dem Siegel der Verschwiegenheit mit mir bereden, aber ich glaube, dass diese beiden Questen unser gegenseitiges Vertrauen und das Teilen von Worten fordern.

    Und Eurer Bitte komme ich gerne nach, denn jetzt ist es so gefügt, dass ihr beide nicht zugegen wart."


    Nach diesen Sätzen zieht sich die Boroni hinter einen Vorhang im hinteren Bereich des Raumes zurück, den sie halb zuzieht und sich dahinter ihrer schwarzen Robe entledigt.

    Dann steigt sie in einen der freien Holzzuber, lehnt sich zurück, löst ihre schulterlangen, schlohweißen Haare aus dem Pferdeschwanz und legt den Kopf in den Nacken. Von dort aus hat sie Blickkontakt zu den anderen, da der Stoff nicht ganz zugezogen ist, aber im Moment sind ihre farblos-grauen Augen hinter den weißen Wimpern geschlossen.

    Noionas Statur ist schmal, fast schon hager. Die feinen, dünnen Muskelstränge an Armen und Beinen verraten, dass die Boroni nichts schleppen muss, was schwerer als ein Stapel Bücher ist. Andererseits hat sie auch nirgends Fett angesetzt, was auf einen enthaltsamen Lebensstil schließen lässt. Ihre Brüste sind klein und trotz ihrem Alter von über 30 Lenzen noch fest - was nur mit einem schnellen Blick zu erkennen ist, da sie sich gleich in das Wasser gleiten lässt. Noionas weiße Haut scheint im Kerzenlicht des Kellerraums fast zu schimmern, und sie weist tatsächlich kein einziges Gran Farbe auf - keine Sommersprossen, keine Leberflecken, kein Hauch Bräune, nichts.

    - Doch nein, das stimmt nicht ganz. Als sie jetzt ohne Schleier dasitzt, ist unter ihrem weißen Haar deutlich eine Zeichnung oder wohl eher eine drei Finger breite Tätowierung an ihrem Hinterkopf über dem linken Ohr zu erkennen, die das Gebrochene Rad des Totenrichters darstellt.

  • Lucianus Rudefalk betritt den Raum in seinem leichten Reisegewand, über die linke Schulter ein Kleidungsstück aus rauhem Sackleinen und die Robe aus nachtblauem Seidentaft, die er schon am letzten Abend trug, gelegt, in der Hand seinen Stab mit der eingefassten Kugel.

    In der Tür bleibt er kurz stehen und lässt seinen Blick durch den Raum schweifen. Seine Augen wandern ruhig durch den Raum, bleiben erst an Noionas Gesicht hängen, der er leicht zunickt, dann grüßt er Elowen mit einem kurzen verweilen seines Blickes. Als seine suchenden Augen einen Eimer finden, nimmt er Ihn auf, befüllt Ihn mit Wasser aus einem Heißen Zuber und stellt neben seinen Zuber. Einen zweiten Eimer mit kaltem Brunnenwasser stellt er dazu. Danach zieht er den Vorhang lose zu.
    Die Reiserobe, derer sich der Magus langsam entledigt hat, ist in dem Eimer mit heißem Wasser, als Lucianus noch einmal den Vorhang öffnet, um etwas Seife zu holen. Er ist aber nicht nackt, sondern trägt ein ebensolches Hemd aus Sackleinen, wie er es über seiner Schulter hereingetragen hat. Am Rücken hat des Hemd etwas Blut auffgenommen, das aus langen, oberflächlichen Verletzungen zu kommen scheint, die unter dem Hemd verborgen bleiben. An den Ölen rieht er kurz lustlos, nimmt dann Wahllos einige mit und Zieht den Vorhang wieder zu.


    Hinter dem Vorhang wird zuerst das hährene Hemd im Eimer mit kaltem Wasser gewaschen, dann erst mit Seife, zusammen mit der Robe, im warmen Wasser durchgewalkt. Danach wäscht sich auch Lucianus mit dem kalten Wasser bis seine bronzene Nasenspitze beschlägt. Penibel werden Waschwasser und Boden nach verlorenen Haaren abgesucht, die drei, die er finden kann, werden zusammengerollt an der Seite deponiert, die auf dem Kopf verbliebenen werden hochgebunden.

    Nachdem er in den Zuber gestiegen ist, öffnet er mit der rechten Hand den Vorhang ein wenig, sodass er mit seinem verbliebenen Auge hinausschauen kann.

    Auch diese Worte werden vergehen

    Einmal editiert, zuletzt von Eikbart v. Tannbruck ()

  • Baderaum


    Ihr Versprechen an Eleowen und Gwendolyn, ihnen zu berichten, was sie im Dorf getan und erfahren hatten, hat sie nicht vergessen. Allerdings hat die Boroni unterschätzt, wie sehr das heiße Wasser sie entspannt. Ihr Geist und ihr Körper sind erschöpft. Die Vision, von der sie seit Wochen träumt, verfolgt sie weiterhin. Und nicht zuletzt hat sie eine große und anstrengende Liturgie durchgeführt - die größte Liturgie, die sie jemals zelebriert hat in ihren 17 Jahren als geweihte Priesterin. Der Antrieb zum Reden schwindet.

    Einen neuen Impuls dafür gibt ihr das Eintreten des Magus Rudefalk. Noiona erwidert sein grüßendes Nicken. ...trägt er ein Büßergewand? ...sind das die Spuren einer Geißel auf seinem Rücken?, fragt sich Noiona träge. Und... er wäscht seine Kleidung selbst, wie bescheiden!

    Dann ist er mit seinen Waschungen fertig, das Plätschern und Schrubben verstummt und es wird stiller.


    Da ergreift die Noionitin das Wort.

    "Wohlgelehrter Lucianus, bitte ergänzt mich, wenn ich meine Darstellung zu sehr verknappe.", schickt sie als Bitte voraus an Lucianus. Dann richtet sich Noiona in erster Linie an Eleowen und Gwendolyn, da sie nicht zugegen gewesen sind.

    "Mutter Xarinda hat uns den Travienschrein zur Verfügung gestellt. Travinas Seele ist rein. Sie hat nicht gefrevelt in den Augen der Götter. ...Aber... ein Schatten liegt in ihrer - der Seele - Nähe. Etwas, das bei uns allen ein ungutes Gefühl hervorgerufen hat. Es scheint, als würde das ungeborene Kind diesen Schatten werfen." Ihre Stimme verliert sich, denn auch Noiona weiß nicht, wie dies zu deuten war. Ein mit Frevel behaftetes Kind? Ein mit dämonischen Mächten gezeichnetes Kind? Beides wäre möglich, denn Frevel und niederhöllische Kräfte würden beide einen Fleck auf einer Seele hinterlassen.

    "Seine Gnaden Fürchtepraios sprach im Anschluss ein Gebet, um magisches Wirken zu erkennen. Seine Einsicht blieb jedoch vage. Das führte ihn zu festen Einsicht, dass es nicht das Kind des Herren Praios ist.

    Dazu ist die Blutbuche, unter der Travina die Vision und das Kind empfing, ein Symbol... des Namenlosen." Noionas Stimme senkt sich zu einem Flüstern ab, bis sie nach dieser Erklärung wieder verstummt.

  • Lucianus liegt regungslos in seinem Zuber, nach Noionas Worten beginnt er, sich den Bart zu zwirbeln.
    Nach einer Weile ergänzt er mit rauher Stimme: "Rückblickend wäre eine Inspektio des Kindes wohl wesentlich aufschlussreicher gewesen." Die folgende Pause zieht sich eine Weile, dann fährt er fort: "Meiner Erfahrung nach findet das Wirken des Chaos in einer der ars arcanitas zugänglichen Ebene statt, wirkt also immer zurück auf das Sikaryan. Eindeutige Observationen haben sich hier allerdings nur auf der übergeordneten Ebene der Geistseele ergeben." Die Pause, die jetzt folgt, macht klar, dass die Konsequenzen auf der Hand liegen. "In Additio konnten wir eine Schilderung der Vision aus erster Hand erlangen. Der Begriff "Erscheinung" wäre wohl angebrachter, denn das Mädchen war dabei bei Bewusstsein und hat seine Umgebung weiterhin wahrgenommen. Ich werde morgen eine genauere Befragung durchführen. Nun, erschienen ist Ihr also eine Strahlende, goldene Gestalt, die in eine Weiße Robe gekleidet war. Auch die Augen waren aus flüssigem Gold. Betrachten wir andere Erwählungen, stellen wir nicht nur fest, dass keine Attribute des Höchsten eine rolle spielen, sondern auch, dass das ganze unter einem Baum stattfand und die Sonne keine Rolle gespielt hat. Ich möchte mich noch einmal einer theologischen Meinung versichern, denke aber, dass ein Zusammenhang mit dem Götterfürsten ausgeschlossen werden kann." Wieder eine Pause, diesmal länger.

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    2 Mal editiert, zuletzt von Eikbart v. Tannbruck ()

  • Zoe ärgert sich kurz, dass ihr Gespräch mit Jeno unterbrochen wurde, ist aber guter Hoffnung, es etwas später fortzuführen. Sie wendet sich daher nun Fürchtepraios ( Zwerg Nase ) zu. "Euer Gnaden, ich glaube, unser Bad ruft", sagt sie mit einem Lächeln. "Wollen wir den anderen folgen? Ich freue mich schon länger darauf, den Schmutz des Tages loszuwerden."

    Im September ist alles aus Gold:

    Die Sonne, die über das Blau hinrollt,

    das Stoppelfeld,

    die Sonnenblume, schläfrig am Zaun,

    das Kreuz auf der Kirche, der Apfel am Baum.

    Ob er hält? Ob er fällt? -

    Da wirft ihn geschwind

    der Wind

    in die goldene Welt.

    (Georg Britting)

    Einmal editiert, zuletzt von Alrike ()

  • "Bleiben also drei Fälle: Primo: Das Mädchen fantasiert. Secundo: Das Kind ist ein Dämonenbalg. Tertio: Wir haben es mir dem Widersacher der Götter zu tun, mit dem schlimmsten Feind der Götter. Wir sollten alles andere noch einmal gründlicher abklären, dessen kann ich mich annehmen."

    Er zieht den Vorhang weiter zur Seite, so dass er Noiona und die anderen besser sehen kann. Seine Stimme senkt sich und mit Grausen überlegt er:
    "Aber wenn das so ist, was sollen wirtun? Was kann es geben, womit ER nicht rechnet, bei dem wir sicher sind, IHMnicht in die Karten zu spielen?" resigniert lässt er den Kopf zurückfallen und schließt die Augen, ein Stöhnen entweicht den alten, gräulichen Lippen. Die rechte Hand hängt jetzt Schlapp über den Wannenrand, so dass das Siegel gut zu sehen ist. Wie eine Vogelkralle erstreckt sich das Wappen über die Handfläche, wobei die... Finger ... je zwischen den Fingern der echten Hand liegen.

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  • Mit leicht resigniertem Blick nickt der Praiot Zoe zu: "Wahrlich, lasst uns die Causerie später weiter führen und uns lieber sputen. Auf dass uns das Wasser nicht vorzeitig erkaltet." Der Gedanke an ein reinigendes Bad entspannt seinen Gesichtsausdruck prompt. Wie zuvor wählt er im Baderaum zunächst eines der ätherischen Öle aus, diesmal mit einer entspannenden Note. Auch seine Gewandung findet akkurat gefaltet ihren Platz auf einem der Hocker. Alsbald gleitet Fürchtepraios mit einem wohligen "Ach jaaa..." in den Holzzuber. Von der Möglichkeit, sich mittels der Vorhänge den Blicken der anderen zu entziehen, macht er wiederum keinen Gebrauch - das Gebot der Offensichtlichkeit über die Jahre intuitiv befolgend.

    "In den Rachen der Drachen hexen die Echsen!"
    getreulich gehört auf den Hesinde-Disputen 1030 BF

  • Lucianus richtet sich auf, als der andere Geweihte den Raum betritt. langsam und mit kratzender Stimme spricht er Ihn an: "Euer Gnaden, Ihre Ehrwürden und Ich waren soeben mit der Rekapitulation unserer Erkenntnisse beschäftigt. Da eine Praiosgefällige Abstammung ausgeschlossen werden kann, würde ich genre eine Einmischung von Jensets des Sternenwalls auschließen - Da sich solche Affären oft am eindeutigsten mit Hilfe der Ars Arcanitas klären ließen, möchte ich eine Untersuchung anhand dieser unterbreiten - auf euren Segen hoffend, dient diese Untersuchung doch der Wahrheitsfindung."
    Als Lucianus sieht, dass auch Fürchtepraios sich im Bade entspannt, zieht er sich das nasse Hemd über den Kopf, wringt es in den Zuber aus und hängt es über den Rand, ohne den Zuber zu verlassen. Der Oberkörper zeigt sich mit Altersflecken übersät, auf der Brust sprießen weiße Haare. Der Narbenbedeckte Rücken zeigt Striemen aufgeweichten Schorfs.

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    Einmal editiert, zuletzt von Eikbart v. Tannbruck ()

  • Zoe wirft ein Auge auf den letzten noch freien Zuber, schließt kurz die Augen und lächelt voller Vorfreude auf ein entspannendes Bad. Unbefangen und pragmatisch streift sie Hose und Unterhose ab, lässt sie auf einem trockenen Fleckchen Boden fallen, zieht das Hemd über den Kopf, wickelt das Brusttuch ab, wirft die Sachen zu den anderen, greift sich Seife und irgendeines von den Badeölen und klettert in den Zuber. Wie auch in bekleidetem Zustand schon zu erahnen war, ist sie mehr der muskulöse athletische Typ ohne ausgeprägte weibliche Rundungen, aber was sie hat, ist jugendlich und knackig (wenn man denn hinsieht). Aber gleich darauf taucht sie unter, und man hört von ihr erstmal nichts weiter als ein kurzes zufriedenes Seufzen und dann nur noch leises Plätschern.

    Im September ist alles aus Gold:

    Die Sonne, die über das Blau hinrollt,

    das Stoppelfeld,

    die Sonnenblume, schläfrig am Zaun,

    das Kreuz auf der Kirche, der Apfel am Baum.

    Ob er hält? Ob er fällt? -

    Da wirft ihn geschwind

    der Wind

    in die goldene Welt.

    (Georg Britting)

  • Bei Lucianus' Aufzählung hebt die Ordensschwester die Hand, gleich zu Beginn. Sobald Fürchtepraios hereintritt, spricht der Magus direkt den Praiosgeweihten an und unterbindet zunächst eine Erwiderung ihrerseits.

    So antwortet Noiona erst, als Lucianus seine Bitte an den Geweihten gerichtet hat: "Dass Travina fantasiert können wir ausschließen. Mutter Xarinda sah die Aureole um Travina, bevor sie von deren Erscheinung wusste. Und die Schwangerschaft verläuft unnatürlich rasch."


    Als nackte Haut, insbesondere von den Männern, zu sehen ist, vermeidet es Noiona peinlichst, hinzusehen.

  • "Euer Ehrwürden haben selbstverständlich recht - ob mit dem Alter Boron immer mehr von meinem Geist fordert oder meine Aufmerksamkeit nachlässt - Ich bitte Euch, mir meine Unachtsamkeit nachzusehen." Dann blickt er zu Fürchtepraios, seine Antwort zu erwarten.

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  • Was immer sich die Kirchenoberen dabei gedacht haben mögen, einen von Madas Fluch Befleckten in die Untersuchung mit einbezogen zu haben - es obliegt mir weder, darüber zu urteilen, noch dem Zauberer in der Ausübung seiner "Fähigkeiten" per se Einhalt zu gebieten. Der Praiot seufzt kurz auf, bevor er auffallend ausdruckslos Antwort gibt: "So es der Sache dienlich ist, hätten wir diesbezüglich keinerlei Einwände."

    "In den Rachen der Drachen hexen die Echsen!"
    getreulich gehört auf den Hesinde-Disputen 1030 BF

  • Noiona hebt wieder die blasse Hand aus dem Wasser, in einer Geste, die seine Bitte um Nachsicht annimmt und seine Bedenken zerstreuen soll.

    Dann lehnt sie sich tief in den Zuber, legt den Kopf in den Nacken, taucht den Kopf unter den Wasserspiegel sodass ihr Gesicht noch herausschaut und massiert sich mit den Fingerspitzen den Hinterkopf unter Wasser. Einfach. Und ein Genuss. Einfach ein Genuss.

  • Zoe sieht bei Fürchtepraios' Worten erstaunt zu ihm hinüber und schmunzelt in sich hinein. Wie kann er denn alle meine Vorurteile in nur wenigen Tagen so widerlegen? Dann angelt sie nach der Seife, taucht ihren Kopf unter und wäscht sich die Haare.

    Im September ist alles aus Gold:

    Die Sonne, die über das Blau hinrollt,

    das Stoppelfeld,

    die Sonnenblume, schläfrig am Zaun,

    das Kreuz auf der Kirche, der Apfel am Baum.

    Ob er hält? Ob er fällt? -

    Da wirft ihn geschwind

    der Wind

    in die goldene Welt.

    (Georg Britting)

  • "Doch gestattet uns, mit Verlaub, die Frage, welche Art arkanen... Wirkens Eurerseits konkret angedacht ist?" Der Praiot geht zwar nicht davon aus, dass Lucianus dämonologische Formeln anzuwenden gewillt ist, jedoch mag er sich nicht späterhin dafür verantworten müssen, eine prekäre bis frevlerische Form der Zauberei geduldet zu haben. Ebenso möchte er die sich hier ergebende Möglichkeit, tiefere Einblicke in die Methodik der Zauberei zu enthalten, nicht ungenutzt lassen und ist in gewisser Weise interessiert - wenn auch eher bezüglich eines Studiums 'gegnerischer' Kräfte.

    "In den Rachen der Drachen hexen die Echsen!"
    getreulich gehört auf den Hesinde-Disputen 1030 BF

  • "Nun, Ihr könnt euch sicher sein, dass ich nicht I... den Blender um Rat fragen werde. Ich denke, über eine magische Prägung des Fetus werden die Canti Odem Arcanum und Analys Arcanstructur Aufschluss geben. Erkennnisreich wäre es vielleicht außerdem, die Vision noch einmal mit eigenen Augen zu sehen, wofür der Cantus cogitationes tuae aperiatur interessant werden könnte. Um den Fetus näher kennenzulernen wären wohl auch ein facultates tuas cerneam oder der Hexische Cantus "Traumgestalt" nützlich, Ich muss aber gestehen, dass ich mich davor fürchte, in einen Geist einzudringen, der seinen Ursprung jenesits oder gar im Sternenwall haben könnte."

    Auch diese Worte werden vergehen

  • Die Noionitin hört, dass das Gespräch fortgesetzt wird, aber mit dem Kopf unter Wasser versteht sie die Wörter nicht. Dumpfe, verzerrte Töne dringen an ihr Ohr. Sie kann nur feststellen, wer gerade spricht.

    Noiona schließt die Augen und lässt ihre Gedanken und ihren Körper treiben.


    ...ob Jeno heute etwas wegen dem Dolch herausgefunden hat?... was hat der 'Schwarze Haufen' hier getan, und wann?... wen der Junker heute wohl zum Abendessen eingeladen hat...

    ...es gibt hier bestimmt eine Bibliothek, die will ich mir noch ansehen... vielleicht auch ein guter Ort für meine Abendandacht...

  • Auch wenn er die ungefähre Bedeutung der Cantiones aus dem Bosparano ableiten kann, hat Fürchtepraios natürlich nicht den Schimmer einer Ahnung, welche Wirkung genau sich dahinter verbirgt. Zumindest klingt nichts nach Herbeirufung aus der Siebten Sphäre - einzig die Nennung eines "hexischen Cantus" lässt ihn innerlich erbleichen. Auch das Eingeständnis von Ängsten bezüglich einiger Zauber weckt zunehmend unerquickliche Gefühle. Dennoch war dem Praioten bewusst, dass die Teilnahme eines Magiers an dieser Mission kirchlich nicht nur abgesegnet, sondern expressis verbis erwünscht war... Mit der sedativen Wirkung eines heißen Bades ist es nun allerdings vorbei, und letztlich noch aufgewühlt von den Folgen seiner eigenen Liturgie würde der Geweihte die Sache bestenfalls ohne Verzug hinter sich bringen wollen - optimalerweise noch an diesem Abend. Hoffentlich gestattet Mutter Xarinda uns einen weiteren Besuch. Notfalls müsste ich mit Nachdruck darauf bestehen. Mit dem Verweis... "Gehen wir recht in der Annahme, dass Eure Actiones keinerlei erschöpfenden Effectus auf die Schwangere zeitigen dürften?"

    "In den Rachen der Drachen hexen die Echsen!"
    getreulich gehört auf den Hesinde-Disputen 1030 BF