Weakgaming - Bewusster Heldenoptimierungsverzicht

  • Im Kontext Powergaming fragte ich nach einem Faden zum bewusst gegenteiligen, nicht-optimierten Heldendesign. Da die Suche nichts hervorbrachte, ist hier also der neue Faden für Antihelden, Nichtkämpfer, Rollenverliebte und Weakgamer.


    Mein eigenes Beispiel muss leider warten - meine Zeit heute läuft unerbittlich ab. 8)

    Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort!

  • Meine Hebamme: Khorwen aus Havena.
    Zu DSA3 Zeiten Archetypus Medicus, wurde sie irgendwann in DSA 4.1 neu erstellt. Dabei ging es mir durchaus durch den Kopf eine Viertelzauberin daraus zu machen wie den üblichen Balsam oder Meisterhandwerke in den Heilkunden, Kochen oder Pflanzenkunde. Aber ich hatte mich dann bewusst dagegen entschieden, sie sollte einfach und gewöhnlich bleiben. Nichts besonderes außer einem guten Herzen (dafür gab es weder Vor- noch Nachteil). Die Variante Hebamme des Wundarztes kostet einen GP und man bekommt dafür Heilkunde, Krankheiten +1, TATA! Das hätte man vielleicht auch über 'Gebildet' bekommen. War aber eine bewusste Entscheidung, weil ich ganz offiziell Hebamme hinter Profession schreiben wollte.


    Die ersten 800 AP sind dann in +1 auf Fingerfertigkeit und +8 (?) auf Schleuder geflossen, weil FF ist nun mal ihr höchstes Attribut und die Schleuder hatte sie eben früher (DSA3) schon benutzt.


    Irgendwann möchte sie mal Peraine-Geweihte werden... in DSA3 hatte sie fast alle Voraussetzungen erfüllt. Die DSA 4 - Version hat jetzt alles, dass sie sich Spätweihe kaufen dürfte. Zur Zeit spiele ich sie allerdings nicht und möglicher weise muss sie damit noch bis DSA 5.1 warten.


    Aber sie ist kein Antiheld und hat immerhin ihren Stäbe-Wert auf 10, damit sie kostenlos umwandeln kann. Aber meine Nicht-Kämpfer schaffen es durch Nicht-Kämpfen irgendwie immer wieder Gegner an sich zu binden, ohne dass etwas passiert außer, dass die Kämpfer der Gruppe es leichter haben... :rolleyes:

    I ♡ Yakuban.

  • Ich hab explizit mit der Prämisse eines möglichst unnützen Charakters einen horasischern Rechtsgelehrten erstellt, der seine restlichen AP Heraldik und Malen/Zeichnen bekommen hat, da sein Hobby die Sphragistik ist...


    Ansonsten erstelle ich Charaktere NIE danach, dass sie etwas besonders gut können sollen. Ich erstelle einen in such schlüssigen Charakter mit Start-AP und danach bespiele ich ihn und lasse ihn dann lernen, was für ihn logisch erscheint. Mein Schlachtreiter beschloss dann, nachdem die dritte Schlacht in einen Nahkampf ohne Pferd überging, dass er vll neben seinem Säbel auch eine ordentliche Zweitwaffe führen können sollte und lernte langsam mit dem Zweihandschwert umzugehen.

  • Da müsste doch erst mal definiert oder anüberlegt werden, was den Weakgamer ausmacht?


    "Nur" eine Profession, die nicht zum Optimieren einlädt, weil sie wenig (oder gar nichts) in Sachen Kampf, Magie, Heldentum, Abenteuerspotlights, etc. einlädt?
    Oder gibt es den Weakgamer erst, wenn weniger als 100 Attributspunkte verteilt wurden? Oder sogar erst bei weniger als z.B. 95. Und/oderd die Talente niedrig herumkrauchen, weil eine 15 (willkürliche Zahl, die nicht zu hoch ist) der ultimative Wert ist, den man nicht vor 10.000 AP erreichen sollte?


    Ich hatte mal einen Scharlatan nach DSA 3 (und die haben nun wirklich lausige Werte, sowohl bei den profanen Talenten aus auch bei Zaubern und Sachen Regelmechanik zum Thema Astralenergie kamen sie auch nicht gut weg. Sein höchstes bewaffnetes Waffentalent habe ich bei 7 aufgehört zu steigern (bei Basiswerten von 7/7 brachte das eh nichts) und selbst der damals meisterliche TaW von 10 in Hruruzat (er ist ein Waldmensch, wenn auch im komplett im MR aufgewachsen) machte ihn damit zu einem guten Kämpfer
    Trotzdem würde ich ihn nicht als Weakgamercharakter definieren (er hatte auch ganz gute Attributswerte und in den wenigen Tausend AP, die ich ihn gespielt habe, einige ganz gute TaW und ZfW hin bekommen), aber das mag persönliche Ansichtssache sein.
    Vielleicht lag es daran, dass er teilweise der einzige Magiebegabte in der Gruppe war und darum glänzen konnte und die anderen Charaktere auch nicht kämpfen konnten und es in den 2 Jahren oder so quasi keine Kämpfe in der Gruppe gab (aber einige gemeinsame Gruppen-Auftritte).
    Meine Definition wäre eine quasi "schwache" Charakterklasse oder Profession halt nicht von einem Weakgamer, die bei DSA 4 spürbar weniger Attribute würden für mich mit zur Definition gehören.

  • Unser ehem. Meister ist wohl so ein Bauergamer.
    Söldner kriegen zu anfang kein Kampftalent über 7, Krieger nicht über 10 (Was wir auch immer noch so halten)
    Zauberer haben vll einen Zauber auf 12.
    Er verzichtet komplett auf Lehrmeister beim Steigern (außer SFs natürlich), obwohl wir ausdrücklich mit den Steigerungsmethoden spielen.
    Würfeln tut er auch nicht so gern, und viele AP will und gibt er schon gar nicht. Eigentlich der perfekte DSA 5 Spieler.
    Auch gesteigert wird nicht zu schnell. Also den Kämpfer der nach den ersten 3 Abenteuern seinen TaW auf 18 hat, gab es bei uns nicht. Ok gibt es immer noch nicht, weil man einfach ab TaW 15 oderso bei uns einen renomierten Lehrmeister braucht, der aber auch seinerseits eine gewisse Erfahrung von seinem Schüler erwartet.
    die 50 GP in Nachteilen reizt er nie aus, um viele Vorteile zu haben. (Magier haben bei ihm eigentlich nie Vorteile)


    ____
    Bei unserer Hexe ist es zumindest ein bewusstes Entscheiden gegen Optimierung, sondern sie ist eher sehr sehr breit gefächert. Keine Ahnung ob man das jetzt als Weakgamer bezeichnet.

    "Er hat die Grenzen der Unwissenheit erweitert. Im Kosmos gibt es vieles, von dem wir überhaupt nichts ahnen."
    Die beiden Männer sonnten sich in dem herrlichen Gefühl, weitaus weniger zu wissen als gewöhnliche Leute, die nur von gewöhnlichen Dingen nichts wussten.

  • Naja, passt ja auch zu den Talent-Beschreibungen. Mein oben genannter Kriegsreiter, hatte glaube ich, erst mit etwa 30 Jahren nen TaW von 15 auf sein Hauptwaffentalent, er hat aber auch drei davon...

  • Also ab TaW 15 einen Lehrmeister zu brauchen halte ich für Unsinn. Denn wie bitte haben die Lehrmeister denn ihre TaWs von über 15 erreicht? Irgendeiner muss von selbst drauf gekommen sein, und sei es Rondra persönlich ;)


    Um 3 Spalten teurer steigern, gerne. Aber absolut unmöglich halte ich für nicht zielführend.


    Davon abgesehen finde ich es wichtig einen Charakter für das, was er darstellen soll, zu optimieren. Wenn ein Spieler einen absolut weltfremden Gelehrten spielen will, soll er das in Hesindes Namen bitte tun, auch wenn er damit vielleicht nicht an die Abenteuernützlichkeit eines Vollzauberers oder Geweihten ran kommt. Aber: Seine Wissenstalenten sollten hoch sein, wenn er einen sehr gelehrten Charakter darstellen soll! Wenn der laut Charakterhintergrund geniale, aber schusselige, Gelehrte einfach nie etwas besser weiß als der optimiert gesteigerte Magier mit eid. Gedächtnis (der nebenbei auch noch Zauber wie den Memorans lernen kann, falls er ihn noch braucht), ist das blöd.


    Anders herum könnte man genauso gut sagen, dass auch ein nicht auf Optimieren ausgelegter Charakter sehr stark sein kann. Kann ja wirklich sein, dass für diesen Charakter Eidetisches Gedächtnis ein passender Nachteil ist oder man gerne möchte, dass der Charakter einige Zeit in den Blutgruben verbracht hat, bevor man ihn zum Leibwächter ausgebildet hat.


    Auch die Nachteile nicht voll auszuschöpfen finde ich unpassend. Sie nicht ganz auszureizen ist in Ordnung, aber dem Charakter dann nur einen 5 GP-Vorteil zu verpassen ist definitiv untertrieben. So ein Charakter hat einfach viel zu wenig Vor- und Nachteile, um vor dem aventurischen Hintergrund etwas Besonderes bzw Individuelles darzustellen. Außerdem gibt es Vorteile wie Eid. Gedächtnis (PG-Vorteil) oder Schlangenmensch (kein PG-Vorteil), die einfach irre viel kosten und für die man ziemlich tief in die Nachteilskiste greifen muss.
    Oder man spielt einen Elfen. Die sprengen schon von Natur aus das GP-Max. Soll ich dann dem Elfen einfach noch einen Nachteil verpassen und sonst hebt er sich überhaupt nicht von einem langweiligen Durchschnittselfen ab? Verschenktes Potential.


    Wenn man jetzt nur 40 GP in Nachteilen hat und damit auch Schlechte Eigenschaften abbaut, ist das aber in Ordnung. Dadurch hebt sich der Charakter denke ich schon genug von der Umwelt ab, um kein wandelndes Klischee zu sein und auch auf Dauer interessant zu bleiben.


    Ich für meinen Teil erwische mich oft genug dabei, dass ich mehr Nachteile für den Charakter passend finde, als erlaubt sind, und ab und zu füge ich die auch hinzu (Ohne dafür natürlich extra GP zu kassieren).



    Zu meinen Weak-Gamer-Charakteren (Ja, auch ich habe die):
    Ein verrückter Magier, der sich für einen Gesandten der Drachen hält und die echsische Verschwörung vorantreiben will. Dabei gibt er sich als Vogelfänger aus (Stammt aus Lowangen, Vögel fängt er, indem er sie in Ratten verwandelt. Sich selbst kann er mittels Adlerschwinge in einen Feuersalamander verwandeln, natürlich hält er sich in dieser Gestalt für einen Drachen)


    Ein Auelfischer Former, der den Geheimnissen der Hochelfen auf die Spur kommen will. Ist Mondsüchtig und kann nur zaubern, wenn er sich grad handwerklich betätigt.

  • Hallo,


    man sollte beim Weak-Gaming auch ein wenig zwischen dem freiwilligen und dem eher unfreiwilligen Weak-Gaming unterscheiden, sowie zwischen den schwachen Werten oder dem starken Ausspielen der Nachteile.


    Zu den unfreiwilligen Weak-Gamern zählte definitiv mein erster Held, den ich jemals (DSA 4.1) erstellt habe. Damals hatte ich das Basisregelwerk geschenkt bekommen und mir ohne wirklicher Hilfe durch Erfahrene die Regeln durchgelesen, wie man eigentlich würfelt und auf was und halt, wie man einen Charakter baut.


    Daraus wurde dann ein Thorwaler Kauffahrer (die Werte dazu gab mir unser Meister dann per Chat durch, da ich kein WdH hatte), mit dem ich sagenhafte 87 GP für Eigenschaften ausgegegbeen habe (Im Ergebnis dann mit Rassenboni: Mu 12, KL 13, IN 11, CH 14, Ge 9, FF 9, KO 12, KK 10). Dazu dann noch eine Reihe Nachteile und die beiden Vorteile "Innerer Kompass" und "Gutaussehend".


    Dass der Held nicht ganz so erfolgreich war, sieht sicher jeder erfahrene Spieler an den Eigenschaften.



    Mittlerweile habe ich ein wenig Erfahrung in DSA gesammelt und auch den ein oder anderen Helden (sei es aus Langeweile oder sei es, um ihn wirklich zu spielen) erstellt und dabei kommen jetzt natürlich auch deutlich "stärker" generierte Helden bei raus (insb. weil ich fast immer die 100 GP ausschöpfe).


    In der Hinsicht bin ich sicher kein Weak-Gamer (mehr), denn mich ärgert es selbst, wenn meine Helden nicht das können, was sie können sollten (sprich: Helden sein und in ihrem Fachgebiet/ihrer vom Hintergrund vorgesehenen Rolle entsprechen).



    Aber auch mit starken Werten kann man m.E. in Richtung Weak-Gaming tendieren, nicht nur, indem man wenig steigert etc, sondern insbesondere, indem man seine Nachteile wirklich ständig im Blick behält.


    Nehmen wir mal als Beispiel mal die Schlechten Eigenschaften (Wert: 5). Man kann entweder ab und an mal würfeln, ob der Held jetzt davon betroffen ist oder man spielt es eigentlich die ganze Zeit aus und passt die Stärke an den gewählten Wert an. Daraus ergeben sich dann oft auch Situationen, die auch so von den Regeln nicht vorgesehen/erwähnt werden, aber einfach zu dem Nachteil und dem sich daraus ergebenen Konzept passen.


    Als Beispiel fällt mir spontan die [Unfähigkeit für: xxxx] ein. Der Nachteil, dass man anfangs in der Gruppe gar nicht und später nur erschwert steigern darf, ist schon viel wert. Aber wirklich stimmig wird er erst, wenn man dem Helden das nicht an den Werten sondern v.a. am Verhalten anmerkt. Wenn man das auf die Spitze treibt, dann kann das einen Helden schon sehr massiv einschränken, auch wenn seine Werte ziemlich stark sind.
    Ich denke daher, dass das auch ein Aspekt ist, den man zum Weak-Gaming zählen kann, oder der zumindest diese Spieler klar von "Power-Gamern" abhebt.

  • Da müsste doch erst mal definiert oder anüberlegt werden, was den Weakgamer ausmacht?

    Da habe ich für mich entschieden, dass ich mich bewusst für etwas entscheide, was regeltechnisch nicht ganz so sinnvoll ist. Wie 'Schleuder' zu steigern, wenn es 'Armbrust' gibt - ist günstiger macht mehr Schaden. Zwar nicht so oft, aber die Schleuderrailgun wird man genauso wenig. Oder Wohlklang für meine unansehnliche Ferkina-Barbarin - wenn die sagt: "Halt die Fresse!" klingt es wenigstens schön. Deren Überreden-Talent setze ich auch nur zum Einschüchtern ein...


    Oder keine gutes Gedächtnis für den Magier - einfach weil es soooo langweilig ist.


    Schlangenmensch hat meine Tänzerin bekommen (dafür auch weniger in den Eigenschaften, weil der Vorteil so teuer ist), hauptsächlich weil sie 'Schlange' im Namen hat...

    I ♡ Yakuban.

  • Da müsste doch erst mal definiert oder anüberlegt werden, was den Weakgamer ausmacht?

    Müsste? Ich würde sagen: sobald der Powergamer definiert ist, machen wir das.
    Ansonsten gilt erstmal: Verzicht auf regelausreizende Optimierungen.


    Da sind ja schon ein paar schöne Vorschläge.

    Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort!

  • die 50 GP in Nachteilen reizt er nie aus, um viele Vorteile zu haben. (Magier haben bei ihm eigentlich nie Vorteile)

    Die 50 GP Nachteile reize ich nicht aus, um Vorteile zu haben, sondern eher, weil mir immer mehr Nachteile für meine Helden einfallen, als Vorteile :whistling: .


    Ich tendiere generell dazu, dass meine Charaktere unter ihren Möglichkeiten bleiben. Sei es die Unfähigkeit Kampf, Vorteile, die "nichts bringen" (Tierfreund für einen "Gesellschafts-Magier" z.B.), Talente, die größtenteils im Selbststudium gesteigert werden, Eigenschafts-GP, die nicht ausgeschöpft werden, weil der Charakter vorher schon fertig ist usw. Allerdings sind meine Helden schon in dem Bereich in dem sie arbeiten kompetent. Der Praiot hat als Mystiker einen ordentlichen LK-Wert und noch ordentlichere KE. Das liegt allerdings auch daran, dass ich mich eisern an "eine Karmalqueste pro Jahr" halte und die 300AP an anderen stellen dann auch fehlen (mit einer Ausnahme des letzten Jahres, aber der Arme steckt auch in einer Glaubenskriese). Der Magier hat ordentliche Werte in seinen (Haus)Zaubern und weiß, was er zu wissen hat usw.


    Die Frage ist, ob dass dann wirklich ein "schwacher Charakter" ist. Ich hatte das mal mit einem Elfenspieler: Wenn mein Praiot das wirklich wollte (und ich als Spieler nicht anderen Spielern ihre Meinung lassen würde), könnte er ein wenig Entrückung sammeln, dann ein Mirakel Überzeugen und rein regeltechnisch wäre auch der krasseste Elf mit den ganzen TaP* wohl vom einzig wahren Glauben der 12 Götter überzeugt*. Da steckt also schon viel Wums hinter, allerdings wäre es nicht im Wesen des Charakters das zu tun und könnte, wenn ich "vernünftig" steigern würde noch um einiges stärker sein.


    *Dies Beispiel ist mit Bedacht übertrieben geschrieben.

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • Da habe ich für mich entschieden, dass ich mich bewusst für etwas entscheide, was regeltechnisch nicht ganz so sinnvoll ist.

    Wenn das Weakgaming ist, dann bin ich auch einer (und dabei wurde ich schon PG genannt, weil ich 50 GP in Nachteilen ausschöpfe oder so gut wie ausschöpfe - also bin ich manchmal beides gleichzeitig, wenn ich beide Definitionen ansetze).
    Ich für meinen Teil finde diesen Ansatz allein aber zu wenig als (reines) Merkmal eines Weakgamers.


    Was mich dazu führt:

    Müsste? Ich würde sagen: sobald der Powergamer definiert ist, machen wir das.

    Ich finde schon, dass man ein wenig sammeln sollte/müsste, wie man einen Weakgamer definieren kann, bzw. das persönlich macht. Das bringt auch zusätzliche Diskussionsansätze.
    Ich dachte auch mehr an eine Sammlung, ähnlich wie beim PG, bei dem es ja auch recht unterschiedliche Definierungen und Ansätze gibt. Hätte ich wohl genauer erwähnen solle, statt nur drunter zu setzen, was für mich schon dazu gehört oder nicht und was für Ansätze es geben kann (zu meiner Entschuldigung kann ich vorbringen. dass ich schon beim Schreiben halb aus dem Haus war). Nur genau eine Definierung habe ich weder angenommen, noch vorausgesetzt, noch so gemeint.


    Ein Ergebnis des unfreiwilligen Weakgamers könnte man auch als 'verskillten' Charakter bezeichnen. Denn bei einem Weakgamer würde ich eine gewisse Absicht annehmen, während man auch in der Annahme, es wäre okay, oder sich damit nicht so recht nicht auskennend, auch einen Charakter verskillen kann.

  • Müsste? Ich würde sagen: sobald der Powergamer definiert ist, machen wir das.
    Ansonsten gilt erstmal: Verzicht auf regelausreizende Optimierungen.


    Da sind ja schon ein paar schöne Vorschläge.

    Das würde ja bedeuten, dass jeder SC, der nicht von powergamern erstellt wurde automatisch ein weak-gaming-Charakter wäre???
    Das fände ich jedoch falsch, weshalb ich Schattenkatzes Hinweis auf notwendige Definition unterstütze.


    Für mich wären weak-gaming Charaktere beispielsweise ein Wirt, der hervorragend Brauen, Kochen und Hauswirtschaften beherrscht, aber weder dem Kampf zugetan ist, noch andere "sinnvolle" Talente wie Feilschen, Überreden o.ä. mit großem Erfolg ausüben kann.


    Ebenfalls weak-gaming wäre es auf Rüstungen und schwere Waffen zu verzichten. Ein Gaukler könnte jederzeit mit Kettenhemd und Schwert herumlaufen, stattdessen jedoch dauerhaft Kleidung und Dolch (ohne besondere SF) zu wählen, nur weil es zum Charakterkonzept passt, ist auf jeden Fall nichts für einen Powergamer.


    Ich schlage folgende Grunddefinition von:


    - weak gamer = das erstellt bewusst schwächere Charaktere (oder hat mal Lust dazu), weil ihm das Konzept logisch und spannend erscheint
    - "normaler" Rollenspieler = achtet darauf, dass der Charakter halbwegs tauglich ist. Vor- und Nachteile (nicht im regeltechnischen Sinne) halten sich die Balance.
    - power gamer = erstellt bewusst überlegene Charaktere anhand statistischer Überlegungen

    Und aus dem Chaos sprach eine Stimme: ´Lächle und sei froh, denn es könnte alles viel schlimmer kommen.` Also lächelte ich, war froh und es kam schlimmer...


    Im Balash gibt es auf alle Waren 19% Mherwed-Steuer

  • Ein Gaukler könnte jederzeit mit Kettenhemd und Schwert herumlaufen, stattdessen jedoch dauerhaft Kleidung und Dolch (ohne besondere SF) zu wählen, nur weil es zum Charakterkonzept passt, ist auf jeden Fall nichts für einen Powergamer.

    Ist das nicht ein Beispiel für die Art Definierung, die Du zuvor abgelehnt hast? Ich meine daraus zu lesen, dass, weil es ein PGer so nicht machen würde, ein Weakgamer-Charakter ist.
    Keine Rüstung für einen nicht-Kämpfer finde ich persönlich auch nicht als weakgaming.

  • Hm, ja, ich glaube deshalb habe ich auch unbewusst formuliert, dass es nichts für Powergamer ist. Wahrscheinlich ist mein Beispiel deshalb nicht geeignet um weak-gaming zu beschreiben, sondern einen herkömmlichen Spielstil. Allerdings könnten Gaukler als SC allgemein eher weak-gamer anziehen: niedriger SO, nicht von vorneherein auf Kampf ausgelegt und mit dem Hinweis versehen (zumindets bei DSA 2 und 3) doch bitte auch zukünftig auf Rüstungen und TP-starke Waffen zu verzichten.
    Man kann natürlich auch einen Gaukler mit powergaming-Ambitionen spielen: SF für akrobatischen und beeindruckenden Kampf, leichtere Rüstung und eine Fackel zum Feuerspucken beim Kontakt mit Gegnergruppen (profaner Feuerball). Allerdings will ich das nicht in diesem Faden besprechen, da es hier ja um weak-gaming gehen soll.
    Wird der Begriff des weakgamers in der Spieltheorie definiert? Bzw. existiert er dort überhaupt?

    Und aus dem Chaos sprach eine Stimme: ´Lächle und sei froh, denn es könnte alles viel schlimmer kommen.` Also lächelte ich, war froh und es kam schlimmer...


    Im Balash gibt es auf alle Waren 19% Mherwed-Steuer

  • Vielleicht bin ich von unserer Spielweise, in der Kämpfe oft eine Rolle spielen und die Gegner meist recht stark sind, ein wenig verdorben.
    Ich verbinde mit Powergaming immer (auch) Effektivität im Kampf, und wenn dies wegfällt, habe ich das erste Indiz für "Weakgaming" - übrigens habe ich den Begriff gestern nur eingebracht, weil mir "NonPG" zu sperrig erschien.
    ___


    Die meisten meiner Helden und Heldinnen sind durchaus PG-verdächtig. Auch wenn ich es nicht auf das letzte Quäntchen Optimierung anlege, prägt unser Spielstil natürlich. Dazu kommt, dass ich in der Runde der Späteinsteiger war. Wenn man als Erststüfler gleich mit erfahrenen Helden in die Schlacht ziehen soll, dann sollte man etwas besser als der Durchschnitt antreten.
    Dass ein kampfbetonter Spielstil das frühe Steigern der Kampftalente fördert, ist auch klar. (Gleiches gilt für Solos: Wer ohne Kampf allein durch mehr als drei Solos durchkommt, ist ein echter Superheld...)


    Nun, als Eisvogel vor etwa zweieinhalb Jahren feststellte, dass noch keiner von uns eine Tänzerin führt, habe ich eben eine Sharisad erschaffen. Ich wollte eine schon aktive Figur haben, die sich von ihrem letzten Auftraggeber abgesetzt hat, als dieser unsittliche Forderungen erhob (Verfolgt I). Das heißt, Tanzen, Akrobatik und Ritualkenntnis sind gut, einer jungen Professionellen angemessen, und alles andere ist schlecht. Ein wenig Gesellschaft, aber keine Naturtalente usw. und vor allem keine Kampfoptimierung. Beim letzten Steigern musste ich mir dann schon selbst auf die Finger klopfen: Nein, wir steigen jetzt nicht von Dolch auf Khunchomer um, auch wenn der mehr Aua macht.


    Im Abenteuer bedeutet das: alle anderen Helden rennen dem Bösewicht nach, stellen diesen eventuell zum Kampf, während meine Tänzerin die versammelte Festgesellschaft mit ihrer Kunst ablenkt bzw. in ihren Bann zieht, so dass das Fehlen der anderen nicht auffällt. Hm. Weakgaming heißt also auch, dass man zeitweise nicht mitspielt? :zwinker:

    Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort!

  • Powergaming - Weakgaming ... Manchmal habe ich das Gefühl es geht hier so wie bei Coomputerspielen: jeder der ein quäntchen schlechter ist als ich ist ein fucking Noob, und jene, welche besser spielen, sind elende Tryhards, die kein Leben haben. Im Prinzip gehts darum, sich selbst zu erhöhen... Am Ende vom Tag steckt doch in jedem von uns ein bisschen was von beidem.


    Ich hab jetzt mit meinem ersten Charakter (ein Dieb aus Ferdok) fast 2 Jahre (und nicht ingame) gewartet, bis er BHK 2 lernen durfte, obwohl er fast von anfang an die Vorrausetzungen dafür hatte. Der läuft jetzt mit zwei Wolfsmessern herum, die er gefunden hat (W+3), und hat die meiste Zeit was besseres zu tun, als zu Kämpfen.
    Wir haben sehr liberale Steigerungsregeln, heißt ohne Lehrmeister und Lernzeit. Was man lernen will - und wenn das nicht super ausgefallen ist, dann darf man das. Über TaW 10 machen wir das i.d.R. um SE, muss aber nicht, solange man sich halt ein bísschen mässigt. Bisher sind wir echt gut damit gefahren.


    Auf der andern Seite finde ich es mega ätzend, einen Charakter zu spielen, der gar nicht kämpfen kann. Mit einer AT von 13 nen geziehlten Stich machen zu wollen fürht sehr schnell zu Frustration. Bei uns kann ein neue Charakter mit 2000 AP schon mal einen Hauptwaffen-TaW von 13 haben, und trotzdem ist das dem Spielspass nicht abträglich.


    Wir haben einen Artefaktmagier mit Semi-Permanenten Artefakten, der zudem ein sehr guter Elementarbeschwörer ist. Des Weiteren hat der auch noch Meisterhandwerk Alchemie und Meisterhandwerk Malen/Zeichen - mit Zauberzeichen. Selber Charakter ist kleinwüchsig und fettleibig - und der Spieler beherrscht es meisterlich, nicht die ganze Zeit die Show zu stehlen oder absolut overpowered zu sein.


    Sein Gegenpart in der Gruppe ist ein Bannstrahler in Garether Platte, Schild und Streitkolben. Mit Alverans Blenstrahl, Goldene Rüstung, RS 8 kann der auch mal ne ganze Gruppe von Gegnern aufhalten.


    Würde ich jetzt irgendjemandem aus der Gruppe Weakgaming oder PG unterstellen? Nein, weil wir zusammen spielen und keiner versucht, die anderen auszustechen.

    Schatten - wie du möcht' ich tanzen zwischen Licht und Dunkelheit
    Täuscher - lehr' mich zu verbinden Wahrheit und Lüge
    Spieler - durch dich erhalt' ich, was mein ist - Alles und Nichts

    Einmal editiert, zuletzt von Sternenfaenger ()

  • Vielleicht bin ich von unserer Spielweise, in der Kämpfe oft eine Rolle spielen und die Gegner meist recht stark sind, ein wenig verdorben.
    Ich verbinde mit Powergaming immer (auch) Effektivität im Kampf, und wenn dies wegfällt, habe ich das erste Indiz für "Weakgaming" - übrigens habe ich den Begriff gestern nur eingebracht, weil mir "NonPG" zu sperrig erschien.

    Ich würde die Frage "Powergaming: ja/nein" nicht von den Kampffähigkeiten allein abhängig machen - der Einbrecher Viertelzauberer mit schon bei Charaktererschaffung möglichst hohenTaW, Meisterhandwerk auf diversen Einbrechernützlichen Talenten und dazu noch 5 möglichst Eibruchseffektive Zauber (Silentium, Spinnenlauf, Katzenaugen usw.) muss ja kein guter Kämpfer sein, dennoch würde ich ihn als PG-CHarakter bezeichnen (oder zumindest als PG-Verdächtig).


    Und zu sagen das Gegenteil von PG ist NonPG... naja, wo bleiben dann die Normalos? "NonPg" wären alle nicht-PG'er, aber hier geht ja explizit um das andere Extrem (ich meine, der Begriff "Bauergaming" hat sich da etabliert).


    Ansonsten würde ich, da die definitionen recht schwamming sind, PG bzw BG (Bauergaming) immer in Relation zur Gruppe sehen. Wenn die ganze Gruppe aus nichtmagischen, kampfunfähigen Wirten, Zahnreissern, Viehhrten und Bettlerjungen besteht, dann betreibt da keiner BG, und wenn die ganze Gruppe aus superoptimierten Spezialisten besteht, betreibt man da auch nicht wirklich (in Relation zu einander) PG.


    Da für mich sder PG'er jemand ist, der durch Optimierung, geschickte Regelauslegung und ausnützen von Regellückener versucht seinen Charakter besser zu machen als die seiner Mitspieler, ist der BG'er, oder nicht-optimierer, oder wie man ihn nennen will, für mich also ein Spieler, der seinen Charakter bewusst schwächer macht als all die seiner Mitspieler. Wichtig ist m.E. dabei der Aspekt, dass dies bewusst, also wilentlich, gemacht wird. Aus Regelunkenntnis oder ähnlichen Gründen seinen Charakter schwächen ist für mich etwas anderes (nähmlich eben Regelunkenntnis).


    Ein (mögliches) Beispiel für einen BG'er habe ich in einer der Runden, in der ich spiele: absoluter nicht-Kämpfer, weder magisch Begabt noch Geweihter, keine wirklich hohen Werte (er hat noch kein Talent im zweistelligen Bereich - bei allen anderen ist das bei mindestens einem Talent der Fall), und hat noch kaum AP verbraucht (wie haben bereits 4 oder 5 Abenteuer gespielt, dabei so ca. 2000 AP bekommen, und er hat davon bestenfalls 1/4 verbraucht). Zumindest BG-Verdächtig, würde ich sagen.

  • Hm. Weakgaming heißt also auch, dass man zeitweise nicht mitspielt?

    Dann wäre einer meiner beiden Charaktere, die am stärksten durchoptimiert sind (der aber zugleich beabsichtigte deutliche Schwächen im Konzept wie im Talentspiegel hat) ein Weakgamer, der aufgrund seines Einzelgängertums, der Weltfremdheit und des Sensiblen Geruchssinn aber ungern in Ortschaften oder gar Städte geht und dann lieber draußen bleibt (was dann auch schon mal zu einer Stunde oder mehr aussetzen von mir als Spielerin führt).^^ Dabei ist er im Kampf als durchaus optimierter Fernkämpfer der mit der oft höchsten Gegnerquote (weil er nach Möglichkeit schon auf Entfernung loslegt).



    Bei uns kann ein neue Charakter mit 2000 AP schon mal einen Hauptwaffen-TaW von 13 haben, und trotzdem ist das dem Spielspass nicht abträglich.

    Das sehe ich z.B. völlig unverfänglich und PGing-frei.

  • Es macht für mich teilweise den Anschein, als wäre für einige Leute der nicht Powergamer automatisch der Weakgamer.


    Ich sehe das ähnlich wie @Sternenfaenger . Jeder der besser ist als ich, ist ein Powergamer, jeder der schlechter ist ein "Noob". Oder so.


    Jedoch, während Powergamer im Powergaming Thread ja schon mehr oder weniger als Schimpfwort definiert wurde, erscheint es mir das beim Weak-Gamer eher umgekehrt.
    Ich schließe mich den obigen Meinungen an, dass wir erstmal eine einigermaßen passende Definition finden müssen.
    Die meisten Beispiele oben finde ich jetzt aber nicht unbedingt "weak" sondern eher stimmig. Und da lassen sich tatsächlich auch optimierte Kombis finden, die sehr passend und atmosphärisch sind.
    Talentwerte im Fachgebiet bewusst niedrig zu halten, das würde ich als Weakgaming bezeichnen. Aber eher negativ konnotiert. Ein Wundarzt mit HK Wunden 4/5 macht für mich keinen Sinn. Ebenso wenig ein Rechtsgelehrter mit Rechtskunde auf ähnlichem Niveau. Der TaW steht ja nicht nur für einen inneraventurischen Vergleich, sondern letztendlich hat dieser ja auch statistischen Hintergrund. Und ich denke eben diesen sollte man im Hinterkopf haben. Denn wenn man nicht komplett auf das Würfeln verzichtet, muss man sein Fachgebiet zwangsweise hoch haben, um nicht ständig bei einfachsten Aufgaben daneben zu würfeln.