Villa Orkendread

  • Etwas auserhalb der Stadt befindet sich das Anwesen der Familie Orkendread:


    Von der Straße sieht man eine Fasade von 25 Schritt, die in drei Schritt Höhe von einen Roten Ziegeldach gekrönt ist. Die wenigen, vergitterten Luken lassen das Anwesen abweisend und ungemütlich wirken. Das massive Tor aus Eichenholz verstärkt diesen Eindruck noch weiter.


    Wenn dieses Tor allerdings durchschritten ist, blickt man auf einen harmonisch aussehenden Garten, in dessen Mitte sich unter einer weinbewachsenen Überdachung ein gemauerter Brunnen befindet. In den Beten blühen einige Rosen die den gesammten Innenhof mit ihren Duft erfüllen. Dieser Garten ist von einen überdachten Weg umschlossen von dem die Türen in die einzelnen Bereiche des Hauses führen.

  • Eine Frau von ungefähr 40 Jahren, bei der sich schon die ersten grauen Strähnen im dunkelbraunen Haar bilden hält ein Schild, während eine jünger es mit einigen Hammerhieben in den Boden treibt. Nachdem sie sich vergewissert hat das es auch fest steht nickt sie ihrer Mutter zu und beide gehen durch das Tor zurück ins Haus.


    Auf den Schild steht:


    \"Bornländerwelpen zu verkaufen\"
    Darunter ist, für diejenigen, die nicht lesen können, ein Hundewelpe und eine Münze abgebildet.

  • Auf dem Weg aus der Stadt kommt Bernhelm an dem Schild vorbei. Aufmerksam liest er es und denkt sich: \'Das muss ich mir merken und am besten mich nochmal nach dem Preis erkundigen. Wo sich Rabanna und Rovena doch so sehr einen Hund wünschen.\' Aber zunächst hat er eine Bestellung auszuliefern, also geht er weiter.

  • Auf dem Rückweg seiner Auslieferung entschließt sich Bernhelm, nun doch einmal nachzufragen, was die Welpen denn kosten sollen. Etwas zaghaft klopft er an das Eichentor. \'Ob man mein Klopfen an einem so massiven Tor überhaupt hört?\' überlegt er.

  • [OT: Wenn man den schweren Eisenring verwendet schon, sorry, hätte ich vielleicht schreiben sollen]


    Nach einigen Augenblicken wird einer der beiden Torflügel einen Spalt weit geöffnet. Eine zarte Frauenstimme, die aber durch den Hall der Wände etwas verfremdet wird, fragt:


    \"Travia zum Gruße. Was wünschen sie?\"

  • Der etwas verschwitzt aussehende Mann hat seinen Tragekorb abgestellt und meint nun freundlich: \"Travia zum Gruße, gute Frau. Ich habe draußen Euer Schild gelesen und nun wollte ich mich doch mal erkundigen, was so ein Welpe denn kosten soll.\"

  • Yala öffnet das Tor und mustert die Gestalt die vor ihr steht.


    Wir haben da keinen festen Preis. Aber wir geben einen Welpen auch nur in gute Hände. Ihr seht erschöpft aus, kommt doch einen Augenblick herein, ich werde Ariana sagen das sie euch etwas zum trinken bringt, während wir mal zu den kleinen Schauen.


    Sie greift schon nach den Tragekorb und macht damit klar, das sie keine Wiederrede akzeptiert.

  • \"Habt Dank für Euer Angebot.\" Bernhelm scheint wirklich eine Pause gebrauchen zu können. Er folgt ihr.


    Auf dem Weg zu den Welpen fragt er: \"Meint Ihr, das ein Bornländer ein geeigneter Hund für meine beiden Töchter ist? Ich selbst hatte als Kind mal einen Olporter, den habe ich damals heiß und innig geliebt...\"

  • \"Ich kann mir keinen besseren Hund für Kinder vorstellen. Wir ziehen ja zwei Hundearten: Bornländer und Zornbrecher. Die Zornbrecher sind, wenn sie nicht abgerichtet sind, auch lammfromme Familienhunde. Das Zuchttier hat Drego von Zornbrecht für seine Verdienste im Kohmkrieg erhalten. Aber ich denke das ist nicht wirklich die Preisklasse für euch, ich möchte euch nicht beleidigen, aber für einen unserer Zornbrecher verlangen wir 160 Dukaten.\"


    Als Bernhelm und Yala durch den Durchgang in den Garten kommen kommen ihnen zwei Hund entgegen:


    Ein schwarzer und ein weißer Zornbrecher jeweils sicher vier, oder gar fünf Spann hoch und sicher 70 Stein schwer. Ihre blutunterlaufenen Augen mustern Bernhelm misstrauisch und sie wittern vorsichtig. Es wäre sicher ein erschrekender Anblick, wären da nicht ihre wedelnden Schwänze. \"Wulf! Reo! Sitz!\" Nach diesen Befehl setzen sich die beiden unverzüglich auf ihre Hinterbeine, aber hören nicht auf Bernhelm weiter zu mustern.


    \"Ari, wir haben einen Gast, macht ihzn doch bitte etwas zu trinken, in Ordnung?\"


    Yala wendet sich Bernhelm lächelnd zu


    \"Solange ihr euch ruhig verhaltet werden die Beiden euch nichts tun, und auch sonst werden sie euch zuerst zu Boden werfen. Drego fühlt sich einfach besser, wenn die beiden auf uns aufpassen.\"


    Yala führt ihren Gast in die Scheune die rechts vom Durchgang zum Garten liegt. Nachdem sich seine Augen an das Halbdunkel gewöhnt haben erblickt er in einen großen Weidenkorb eine Hündin, die gerade ihre zwölf Welpen säugt. Ein Kleiner Junge von vielleicht 8 Jahren kniet gerade daneben, und hat eines der kleinen auf dem Arm.


    \"Kordan, kannst du mal einen der kleinen herbringen?\"


    Der Junge steht auf und krault den Bauch des kleinen Welpen während er auf die beiden zugeht.

  • Gespannt schaut Bernhelm auf den Welpen auf dem Arm des Jungens. Ganz fasziniert fragt er: \"Oh, darf ich ihn auch mal streicheln, der ist ja wirklich niedlich!\"


    Zu Yala gewandt: \"Ihr habt recht, ein Zornbrecher ist wohl nichts für mich, mir gefällt ein Bornländer auch viel besser.\"

  • \"Klar, aber blos nicht fallen lassen\" Der Junge überreicht Bernehelm das kleine Hündchen und dieses fängt etwas nervös zu schnuppern an.


    \"Jetzt sind sie noch klein und niedlich, allerdings werden sie später einmal vier Spann groß und wiegen gut 60 Stein. Vor allem aber entwickeln sie einen unglaublichen Appetit. Aber kömmen wir jetzt einmal zu dem Preis: Die richtig Prächtigen Exemplare aus dem Wurf geben wir bestimmt nicht unter 30 Goldstücken her. Allerdings sind das auch Zuchttiere, ich denke das ist nicht wirklich notwendig. Normalerweise verlangen wir 20 Dukaten pro Tier, allerdings sorgen wir auch dafür, das sie stubenrein sind. Aber wenn das Tier für Kinder gedacht ist, würde ich sagen, das ein ruhiges Gemüt wichtiger ist als die körperliche Zähheit. Da könnten wir ein etwas kleineres Tier für 15 Dukaten abgeben. Die Preise sind natürlich hoch, aber wir werden uns auch um das Tier kümmern, fals es einmal krank wird. Auserdem können wir 7 Generationen Stammbaum nachweisen, was bei Bornländern äuserst selten ist. Aber wenn sie sich entschieden haben, sollten sie mit den Kindern vorbei kommen, um sich einen Hund auszusuchen. Allerdings nur dan, weil ihre Kinder sonst keine Ruhe lassen bis sie den Hund haben.\"

  • Bernhelm nimmt vorsichtig den kleinen auf den Arm, läßt ihn schnuppern. Auf Yalas Einwand hin, dass die Kinder ihm sonst keine Ruhe lassen würden, lächelt er schmunzelnd. \"Das wollte ich gerade sagen, dass meine beiden Töchter sich ihren Hund wohl selbst aussuchen wollen werden. Ein kleines Tier reicht vollkommen, da habt ihr recht, das wichtigste ist mir, dass der Hund gut mit Kindern auskommt.\"


    Er übergibt den kleinen Welpen wieder dem Jungen und meint: \"Ich werde jetzt nach Hause gehen und mit meiner Frau darüber sprechen. Ihr versteht sicherlich, dass ich so eine teure Ausgabe nicht ohne sie tätigen möchte. Aber macht Euch sonst um den Preis keine Sorge- 15 Dukaten kann ich zahlen, meine Geschäfte laufen gerade recht gut.\"


    Bernhelm nimmt den Korb wieder auf. \"Ich würde sonst morgen mit den Kindern wiederkommen, wenn Euch dies recht ist...\"

  • In diesen Augenblick kommt Ariana mit einen ungefähr drei Schank fassenden Tonkrug in die Scheune, der mit eienr bläulichen Flüssigkeit gefüllt ist.


    \"Bitte der Herr: Kühles Wasser mit etwas Blaubeer Sirup\"
    Sie überreicht Bernhelm den Krug
    \"Ich kümmere mich dann mal um das Abendessen.\"
    Und schon ist sie wieder durch die Tür verschwunden.


    \"Ich bin neu in Orkenfurt, darum erlaubt mir die Frage: Was betreibt ihr eigentlich für ein Geschäft?\"
    Yala führt ihn dezent aus der Scheune hinaus an die Bank in der Mitte des Gartens, wo sie sich hinsetzt und ihn mit einer Geste auffordert, es ihr nachzutun.

  • Der dunkelhaarige Mann mit dem Kinnbärtchen lässt sich neben ihr auf der Bank nieder und nimmt rasch einen Schluck des köstlichen Getränks. \"Ah, das ist gut. Ihr seit wirklich sehr gastfreundlich.\" Er löscht seinen Durst. \"Aber zu Eurer Frage: Ich bin Glasbläser und Töpfer von Beruf. Als Töpfer verdiene ich nicht wirklich viel, da die meisten Leute sich nur billiges Geschirr leisten und mich gar nicht meine Kunstfertigkeit im Bemalen der Gefässe und Tiegelchen -und was es da sonst noch alles gibt- ausführen lassen. Aber von meiner Tätigkeit als Glasbläser kann ich gut leben. Man zahlt viel für gläserne Gerätschaften.\"

  • \"Wie passend! Ich bin sicher, mit meinen Jüngsten werden sicher noch einige Krüge, Gläser und Scheiben zu Bruch gehen. Dann weis ich ja, an wen ich mich wenden muss. Meine Söhne haben einfach das Temprament meines Mannes geerbt, aber auch seine guten Seiten. Sie werden wohl beide als Glücksritter durch die Lande ziehen. Wieviele Kinder habt ihr eigentlich?\"

  • \"Zwei. Beides Mädchen. Rabanna ist acht und Rovena sieben.\" erzählt Bernhelm stolz. \"Und ständig müssen sich die beiden streiten, aber ich denke das ist normal bei Geschwistern. Die berühmte Geschwisterliebe...\" seufzt er.

  • \"Das kenne ich. Meine Tochter hat Vitus als er drei Monate alt war im Traviatempel abgegeben und behauptet die Orks haben ihn mitgenommen. Allerdings hat sie schon 2 Stunden später ein schlechtes Gewissen bekommen und ihn wieder abgeholt. Aber für mich war das doch ein ziemlicher Schrecken. Seitdem behauptet Drego immer, das Ariana schuld daran ist, das aus Vitus nichts wird, und das er inzwischen bestimmt ein Traviapriester geworden wäre.\"


    Sie schüttelt lächend ihren Kopf.

  • Bernhelm lacht auf. \"Ja, so sind Kinder....aber die Geschichte darf ich Rabanna nicht hören lassen, das hält sie bestimmt für einen richtig guten Einfall, ihre Schwester loszuwerden...nun, die beiden sind auch wie Tag und Nacht. Wieviel Kinder habt Ihr denn? Von zweien hab ich nun schon gehört und Ihr spracht ja von Söhnen...?\"

  • \"Ihr habt bereits meine Tochter, Ariana, kennengelernt, dann meinen Jüngsten Kordan...\"
    Sie zeigt in Richtung Scheune
    \"und dann noch Vitus, meinen Ältesten Sohn. Er wird wohl bald auf die Wehrheimer Kadettenakademie gehen. Mein Mann meint, das würde besser zu ihn passen als eine Lehre als Händler oder als Hanwerker. Wahrscheinlich hat er damit auch recht.

  • \"Oh, die Wehrheimer Kadettenakademie hat - nach allem was ich so gehört habe- auch einen tadelosen Ruf....da muss er ja ein außerordentlich begabter Junge sein....
    Mein Onkel ist in der Armee gewesen, allerdings ist er ihr als Gemeiner beigetreten. Er schwärmte immer so vom Wehrheimer Strammstrehen seines Vorgesetzten und hätte es am liebsten auch bei seinen Kindern gesehen, wenn sie eine militärische Laufbahn eingeschlagen hätten.\"


    Bernhelm nimmt einen Schluck, bevor er weiterspricht. \"Nun, der gute Onkel Bernbrecht lebt auch nicht mehr und mit meinen Töchtern habe ich noch keine Pläne. Sie sind ja noch so klein. Ich hoffe aber, dass eine von beiden einst meine Werkstatt und mein Handwerk übernimmt.\"