Wie läuft des mit dem Meister im Handwerk?

  • Guten Abend liebes Forum,
    ich frage für einen Kumpel hier im Forum nach wie läuft es mit dem Meister im Handwerk ab?
    Er ist Schreiner von Beruf und würde darin gerne den Meistertitel erhalten, aber bisher hab ich noch nichts in den Regeln gefunden.
    Was braucht man dazu AP- mässig, Geld usw.?


    Vielen Dank im vorraus.

  • Als meisterlich giltst du regeltechnisch ab einem Wert von 15. Dies würde ich vorraussetzen, dazu 10 in passenden Hilfs- und verwanten Talenten. Ein paar Spezialisierungen und ein, zwei Berufsgeheimnisse wären auch nicht schlecht. Dann brauchst du eine Zunfmitgliedschaft, eine Meisterstelle muss frei werden, du musst ausgewählt werden und eine Prüfung ablegen. Danach bist du aber eher an die Stadt gebunden und bildest Gesellen aus, hast starke Verpflichtungen deiner Zunft gegenüber - dein Heldenleben ist vorbei.
    So würde ich das handhaben.

    Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

    -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort :-)
    Okay das ist natürlich schlecht, wenn er seinen Charakter weiterspielen will ...
    Gibt es eine andere Art von Weiterbildung die man machen kann oder ist das die einzige Möglichkeit?

  • Eigentlich sollte das in ganz Aveturien so ablaufen wie von Windweber beschrieben, aaaaaber es gibt schließlich auch immer mal Meister, die zwar zumindest in der Büchern der Gilde ihrer Heimatstadt auftauchen, dabei aber fast durchgehend herumreisen, um neue Techniken und Verfahren zu lernen, sich Dinge abzuschauen usw und ihr Meisterhandwerk zu noch höherer Perfektion zu bringen.


    Ein Schreiner beispielsweise könnte sich auch nach dem Erwerben des Meistertitels für Sachen wie den Bootsbau der Thorwaler, besonders filigrane Schnitzereien der Horasier, die Kunst der Architektur der andergaster Steineichenhäuser oder sonstwas interessieren.


    "Die Wissenschaft hat keine moralische Dimension. Sie ist wie ein Messer. Wenn man sie einem Chirurgen oder Mörder gibt, gebraucht sie jeder auf seine Weise." - Wernher v. Braun


    #hexenfanclub

    Einmal editiert, zuletzt von Thorwulf ()

  • Im Sinne eines profanen Titels – nein. Allerdings ist es die ingerimmgefällige Pflicht eines reisenden Handwerksgesellen, Erfahrungen zu sammeln, bei Meistern und auch in der Praxis. Wenn er sich dabei entsprechend geschickt anstellt (OT: hoher TaW, Berufsgeheimnisse, und das auch anwenden), mag er regional bekannt werden. Das ist zwar kein Titel, aber vielleicht trotzdem schön.


    Wenn der Charakter entsprechend Ingerimm-gläubig ist, könnte er Akoluth der Ingerimm-Kirche werden. Daß paßt aber wirklich nur, wenn auch der entsprechende Glaube da ist, und bedeutet Verpflichtungen für den Charakter, aber er ist nicht unbedingt so ortsgebunden wie ein Zunftmeister.

    „Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, daß die Beschwörung eines Humus-Elementars nicht ganz so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Aber wie, bei allen Zwölfen, kann man versehentlich einen Elefanten beschwören?“ (aus dem DSA4 Forum)

  • Genau: Als Geselle reist man herum, hat man seine Kunst perfektioniert lässt man sich nieder und wird Meister. Im Grunde der perfekte Ausstieg aus dem Heldenleben.

    Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

    -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

  • Naja, ob Meistertitel und eigener Betrieb das Ende der Heldenkarriere bedeuten, hängt vom Spielstil ab. Bei der klassischen, dauernd reisenden Heldengruppe hast du natürlich recht. Wenn ich @Mad Hatter richtig verstehe, entspricht das auch ihrer Gruppe.


    Wenn aber zwischen den Abenteuern IT genug Zeit liegt und der Meister ordentliches Personal hat (kundige Familienmitglieder, vertrauenswürdiger Altgeselle oder so), kann er durchaus gelegentlich auf Reisen gehen und seinen Betrieb trotzdem ordentlich führen, quasi als nebenberuflicher Held. ^^

    „Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, daß die Beschwörung eines Humus-Elementars nicht ganz so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Aber wie, bei allen Zwölfen, kann man versehentlich einen Elefanten beschwören?“ (aus dem DSA4 Forum)

  • Stimmt! Als erfahrener Abenteurer kann die Zunft ihm in und um der Stadt auch gerne immer mal wieder Sonderaufträge geben. Da lassen sich noch ABs stricken.

    Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

    -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

  • Die oben genannten sind meiner Meinung nach auf jeden Fall auch alles glaubwürdige Möglichkeiten. Ich möchte trotzdem noch eine weitere beschreiben, die den "Ruhm" und gesellschaftlichen Stand eines lokal ansässigen meisterlichen Handwerkers mit den Reisen der Abenteuergruppe verbindet.
    In unserer Gruppe hat ein Spielercharakter Schwertkämpfer nun schon seit etwa 7 Jahren eine Schwertschule in einer Stadt und genießt dort auch wegen einiger Heldentaten einen grandiosen Ruf. Die ersten vier Jahre war er ständig an der Akademie (bis auf einige wenige "Weiterbildungsreisen" :D ) und danach hat er einen Vertreter für sich gefunden, der selbstverständlich auch grandiosen Umgang mit dem Schwert pflegt. Nun reist er herum und kommt immer mal wieder in die Stadt, sofern die Reisen es erlauben. Seine Motivationen zum Reisen sind folgende: Erwerb neuen Wissens über das Schwert und andere Waffen, Bekämpfung von dämonischem, die Aufrechterhaltung der 12-göttlichen Ordnung, manchmal Hummeln im Hintern/Abenteuerlust.


    Vlt kannst du das ja auch irgendwie auf den Schreiner anwenden. Vorausgesetzt die Mitspieler gönnen ihm das Ganze und insbesondere den besonderen Status in einer Stadt.

    "Nun, mein verehrter Herr Klingenschwinger. Papier und Verstand vermögen meist schärfer zu schneiden als euer überdimensionales Eisen"

  • Ich nehme an, dass man seinen Meistertitel machen und erhalten kann, aber keine eigenen Werkstatt mit aufmacht, sondern weiter durch die Welt zieht, nur eben mit Meistertitel, aber ohne Werkstatt, angemessenes Werkzeug, Gehilfen und dem Einkommen eines Meisters.
    Eine freie Meisterstelle ist in meinen Augen nicht unbedingt nötig (nur so als persönliche Einschätzung), um die Prüfung ablegen zu dürfen. Es kann nach der Prüfung die Gilde/Zunft ausgeben: In dieser Stadt nicht, wir haben genug Meister, oder der Ort ist groß genug für noch einen weiteren Meisterbetrieb dieser Sparte, oder der Meister möchte eben noch gar nicht sesshaft werden.
    Aber allein für die Prüfung sollte der Charakter schon eine Zeitlang an einem Ort sein, denn er braucht ja Zeit für Anmeldung und aventurische Bürokratie, Vorbereitung seiner Meisterstücke, etc. und dazu muss ihm eine Werkstatt zur Verfügung stehen, also sich ggf. in eine (teuer) einmieten, um die lange genug zu benutzen, um sich auszukennen (zumindest beim schmieden gibt es ja Vorgaben, wie ein Monat oder so etwas, bevor man mit der Arbeit am eigentlichen Prachtstück beginnen darf).

  • Wenn Aventurische Zünfte ähnlich funktionieren wie mittelalterliche (davon ist auszugehen), dann ist eine frei gewordene Meisterstelle unabdinglich, um den Titel selbst erhalten zu können. Schwertgesellen sind aber nicht in Zünften organisiert, sie können somit problemlos Meister werden und weiter herumziehen. Sie sind am Wandergesellentum der Handwerker orientiert, mit deren "Meisterschaft" und Zunftgesetzen haben sie aber nichts zu tun. Außerhalb von Zünften darf man in weiten Teilen gar nicht praktizieren (das ist ähnlich der zwingenden Mitgliedschaft in einer Magiergilde, um mit Magie Geld einnehmen zu dürfen), geschweige denn, Meister werden.

    Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

    -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

  • Er ist Schreiner von Beruf und würde darin gerne den Meistertitel erhalten,


    Also ich bin Thorwaler Schiffszimmermann.
    Ich erfülle inzwischen alle regeltechnischen Voraussetzungen für einen Meister.
    Aber ich reise weiter mit meiner Gruppe. Weil :
    a) Thorwaler Gilden-Titel nicht soo wichtig nehmen
    b) Ich meinen Beruf auch für ein eigenes Boot nutzen will - das ist teuer und will er-abenteuert werden
    c) Für dieses Boot auch gute Crew-Mitglieder gesucht werden wollen
    d) Ich mich zusätzlich jetzt auf den Instrumenten-Bau spezialisiere. Da lässt sich Geld mit machen und handeln.
    Wenn ich mal alt bin, will ich eine eigene Sippe in Thorwal haben, den Winter über Instrumente basteln und den Rest des Jahres segeln, Geschäfte machen und gelegentlich mal an einem kleinen Dorf anlegen und Spaß haben ... was Thorwaler halt so an Küstendörfern anstellen ... :D


    Du siehst, alles eine Frage der Ziele - Meister muss nicht sein.


    Wenn es aber nur um den Titel und Gildenzugehörigkeit geht :
    siehe die Beiträge oben, bedenke aber auch, dass ein Gilden-Meister durchaus in die Politik eingebunden ist und man dann in dem Rahmen Abenteuer entstehen lassen kann, wenn sich der Rat an den erfahrenen Abenteuerer unter ihnen wendet, mit der Bitte, dies oder jenes zu klären ... :whistling:
    (Ups, hat Windweber so ja auch schon dargestellt. Hatte ich überlesen. Sorry!)

    2 Mal editiert, zuletzt von OHA ()