Aventurischer Metaplot: "Hilfe, ich verliere den Überblick?" oder "Was soll das?"

  • Für mich war die Entwicklung des Metaplots schon immer zu schnell und wir haben es bisher nicht geschafft, eine der Metaplot-Kampagnen der letzten Jahre zu spielen und werden das vermutlich auch in absehbarer Zeit nicht tun.
    Inzwischen hat es aber so viele Entwicklungen gegeben, dass ich so langsam selbst einen sehr groben Überblick verliere. Noch dazu kommt die allgemeine Spoiler-Gefahr (vielleicht will man ja doch noch mal die Königsmacher spielen o.ä.), insgesamt kann ich dem Metaplot aber nicht viel abgewinnen.


    Außerdem habe ich den Eindruck, dass die redaktionellen Umbrüche des letzten Jahrs sich auch auf das "lebendige Aventurien" auswirken. Post-JDF wurden ja einige wildere Regionen (Wildermark) geschaffen bzw. mehr weltliche Konflikte (Königreich Albernia).
    Diese Entwicklung fande ich sehr begrüßenswert, da mir Aventurien schon immer viel zu geordnet erschien, worüber ich mich schon oft hier ausgelassen habe.
    Jetzt erscheint es aber so, als werden die meisten dieser Entwicklungen zurückgenommen, aber ohne, dass da nennenswerte Abenteuer spielen, sondern einfach via Aventurischer Bote. Ich frage mich da, was das soll.
    Metaplot-Kampagnen sind das eine. Viele Spieler mögen die ja, auch wenn die einzelnen ABs nicht immer so toll zu sein scheinen. Das kann ich also verstehen bzw. tolerieren.
    Aber was sollen diese krassen Veränderungen der Spielwelt via Boten? Da ist ja noch nicht mal die Möglichkeit gegeben, das in ABs irgendwie zu bespielen. Und da viele Gruppen mit wechselndem SL arbeiten, können da auch nur sehr begrenzt eigene ABs nachgespielt werden (weil die Gefahr groß ist, dass Spieler schon Bescheid wissen).


    Und auch das "Ignorieren von Metaplot" liefert keine befriedigende Lösung.
    Irgendwie nimmt das dem Großteil des Rollenspiels in diesen Regionen, die durch den Metaplot verändert werden, den Reiz. Mir scheint es nur zwei Möglichkeiten zu geben:
    1. Ich lasse mir den Metaplot nacherzählen bzw. erzähle ihn als SL nach. Das ist doch sehr unbefriedigend, vor allem bei den vielen Veränderungen der letzten Zeit. Spätestens nach der 3. radikalen Veränderung wird es nämlich absurd. Achso, in Gareth ist ein Raumschiff abgestürzt, welches die Stadt des Lichts zerstört hat. Ist ja hochinteressant. Achso, und dann gab es in der Nähe von Gareth die Wildermark, gibts aber jetzt schon wieder nicht mehr. Da gab es auch Schlachten und so weiter. König X kam, König X ging. Hochspannend, das alles.


    2. Ich ignoriere den Metaplot für das jeweilige AB. Aber wer hat jetzt noch Lust dazu, ein AB im prä-JDF Gareth zu spielen mit dem obigen Wissen im Hinterkopf? Oder wer bespielt die Wildermark mit dem Wissen, dass es im Jahr X so und so da aussieht? Selbst wenn es nur um sich bekämpfende Diebesbanden in Gareth geht, schrammt man doch ständig den Metaplot. Zudem ist es für den SL eine wirklich nervige Arbeit, zu prüfen, welche seiner Infos jetzt veraltet sind und welche nicht. Vor allem, was passiert dann zwischen den ABs und im nächsten AB?


    Die einzige sinnvolle Möglichkeit ist der radikale Bruch mit dem Metaplot. Ich friere die Welt zu einem bestimmten Zeitpunkt ein und spiele nur noch meine eigenen ABs.


    Was sagt ihr dazu, seid ihr "up to date"? Was könnt ihr dem Metaplot positives abgewinnen?

  • Hmm - also ich persönlich finde manchmal auch Dinge unübersichtlich, stecke aber eigentlich recht gut drin, ohne dass ich all zu viel spiele. Ich finde es eigentlich immer recht spannend, wie die Ereignisse im Boten beschrieben werden und ich lese es echt gerne. Wenn ich eine zeitaktuell spielende Gruppe hätte, würde ich daraus auch vielfach spannende Abenteuer dichten. Ich glaube, dass dazu auch der AB da ist: Abseits von großen Kauf-ABs die Entwicklung von Aventurien vorrantreiben und den Meisterinnen und Meistern zu ermöglichen, sich anhand dieser Entwicklungslinien eigene Abenteuer zu entwickeln.


    Das Problem ist einfach, dass man das nicht alles umsetzen kann und immer dazu verurteilt bin, sehr selektiv zu sein... Das tolle ist aber, dass somit für alle etwas dabei sein wird...

  • Wir spielen immer prä-JdF, meistens prä-Borbarad.
    Dem Todesstern über Gareth und den Veränderungen dadurch kann ich fast gar nichts abgewinnen, auch den ehemaligen Schwarzen Landen und jetzigen Schattenlande bringe ich wenig Begeisterung entgegen (ich habe Kreise der Verdammnis gespielt: ist mir zu düster und zu deprimierend dort), zumal echte Erfolge bestenfalls in kleinem Rahmen sein dürfen, aber die zerkrachten Heptarchen mit Groß-Offensiven (JdF)um die Ecke kommen. Das aber auch dort jetzt Licht am Horizont ist (no pun intendend^^), finde ich als Entwicklung gut. Wird Zeit, die Landstriche nach und nach zurückzuerobern.


    Daher bin ich selber meist nicht auf dem detaillierten Stand der Dinge des Metaplot, aber durch RSH lesen, AvBo in die Finger bekommen und in Foren lesen bleibt genug un, um halt doch Ideen zu haben, was gerade so passiert. Mal mehr, mal weniger.


    Wenn wichtige Ereignisse nur im Boten geschehen (oder RSH: was dem Aikar Brazoragh nicht alles gelungen ist, Donnerbach erobern, Tempel ausrauben, Greifenfurt mal wieder einnehmen (wenn auch immer nur ganz kurz, bevor sie vertrieben werden, aber reichte halt immer aus), seinen Marshall befreien, etc.) ist schon immens - und das nur in einer RSH, empfinde ich das als verschwendetes Potential.


    Auf der anderen Seite passiert in Aventurien einfach zu viel, als dass man da für alle "wichtigen" Ereignisse - und was ist wichtig ist, kann ja schon mal als unterschiedlich empfunden werden - ein AB hinsetzt. Denn so ein AB zu schreiben und zu drucken dauert nun mal lange Zeit.
    Und wie verheerend sich das auswirkt, wenn es verspätet erscheint, hat ja Donner und Sturm bewiesen.


    Dazu scheuen wir auch nicht davor zurück, gewisse Änderungen an Ereignissen, wie dem Ausgang oder chronologischer Datierung, vorzunehmen.


    Ich würde aber schon darauf achten, weil ich es als Spielerin nicht gut finden würde, das gewisse Ereignisse bestand haben. War man einmal in den Schwarzen Landen/Schattelande, kann man 2 AB später nicht durch die gleiche Region ziehen und da keine Spur davon bemerken.


    Ansonsten wird insgesamt zu viel passieren, als dass man wirklich alles beständig berücksichtigen kann (und müsste dazu schon regelmäßiger Botenleser sein, um auch nur grundsätzlich auf dem tatsächlich aktuellen Stand der Dinge zu sein).


    Ich gewinne dem Metaplot etwas Positives ab, wenn er mich interessiert. Und wenn es da Entwicklungen gibt, die nicht zusagen, wird vorher gespielt, oder geändert, oder ignoriert/ein anderer Plot als genau dieser bespielt.


    Im Falle der Wildermark kann man ja von ihrer Entstehung bis zu ihrer Befreiung das bespielen, da gibt es AB zu und damit hat man den Metaplot selber mit gespielt und gestaltet.

  • Zumindest die Entstehung, Entwicklung und Abschaffung der Wildermark ist mit VeG und MwB wirklich sehr schön gemacht und an sich auch sehr richtig. Niemand kann wirklich erklären, dass ausgerechnet im Machtzentrum des Mittelreiches, also nur einen Steinwurf entfernt von Armee, Magie usw. auf Dauer ein gescheiterter Staat wirklich etablieren sollte, der noch dazu mehr oder weniger komplett ausgeblutet, sprich: nicht in sich kampfkräftig ist. Das ist also in der Tat mal gut gemacht und auch sehr logisch. Außerdem sind beide Abenteuerkampagnen einfach nur gut. Es ist ja schon schlimm genug, dass in 7 Jahren nicht ein Geweihter mal auf die Idee gekommen ist so ein wenig Exorzismus auf die Trümmer der fliegenden Festung zu machen und angeblich selbst das Stadtzentrum auf Jahre verstrahlt ist und sich daran nichts ändert. Das hat man jetzt mit der Gareth-Box wieder etwas korrigiert.


    Das, was man als Konzept für die Wildermark angesetzt hat, wird jetzt in der vormaligen Warunkei fortgesetzt und soll wohl was längerfristiges werden. Auch das ist etwas, was ich gut finde, da das Setting der Wildermark wirklich Spaß gemacht hat.


    Bei Albernia sieht die Sache da schon anders aus. Das fällt wohl unter die Kategorie: Ups, ja alsoo, ja da hatten wir uns mal was vorgenommen, aber es hat niemand was zu gemacht und jetzt sollte das langsam mal gelöst werden. Also die Lösung via Bote. Da kann man zwar durchaus, wenn man den Boten bezieht auch einiges draus machen, aber im Endeffekt ist das Ding NSC gelöst. Ob man vielleicht mehr gewonnen hätte, wenn man den Bürgerkrieg als etwas längerfristiges etabliert hätte...ich weiß es nicht.


    Insgesamt bin ich, was mich angeht beim Metaplot inzwischen auf der Ebene: Ich mach das, wie ich will und wenn das was ändert...und? Da hat Rabenblut, was das Setting Al'Anfa mehr oder weniger zerstört hat und das ohne Not und wirklichen Grund den letzten Anstoß zu gegeben. Inzwischen nehme ich den Metaplot als Inspiration. Nicht mehr, nicht weniger.


    Aus meiner Sicht ist der Metaplot aber nicht zu schnell, sondern zu langsam. Die Satzung 1:1, was die Zeitrechnung angeht, führt meiner Meinung nach nämlich zu folgendem Problem: Ein Plot wird gesetzt, der vom Gedanken her an sich etwas länger dauern kann, siehe halt Albernia. Dann kümmert sich keiner drum, weil...kann ja eine Weile laufen. 5-7 Jahre gehen ins Land...irgendwie sollte man den Plot mal wieder behandeln, weil dass in sieben Jahren so gar nichts passiert, außer Status Quo, das geht ja auch nicht. So wirklich Lust hat man nach 5-7 Jahren aber auch nicht mehr so wirklich da groß etwas zu machen, was den Plot einfach fortführt. Also wird der Plot an der Stelle einfach beendet, um Platz zu schaffen für etwas Neues. Das würde prinzipiell bei einer Veränderung der Erzählweise (1:2 z.B.) natürlich nicht groß geändert. Da würde immer noch ein Plot geschaffen, der dann liegen gelassen wird, um ihn dann zu beenden. Aber inneraventurisch wäre einfach mehr Zeit vergangen, wodurch das Ganze dann doch "realistischer" wirkt und Spielergruppen die Möglichkeit gibt ein ganzes Heldenleben in diesem Setting zu führen und so ein Gefühl von längeren Zeiträumen zu schaffen.

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • *auf die eigene Signatur schiel*


    Es war irgendwann Ende der 90er als ich mich entschieden habe, völlig aus der offiziellen Entwicklung aus zusteigen. Hauptsächlich sollten meine SC damals nach Warnuk kommen und ich las mir die Beschreibung dieser uneinnehmbaren Stadt im Lexikon durch, nur um zwei Tage später zu lesen, dass sie dem Erdboden gleich gemacht wurde. Damals dachte ich mir: "Ne, so kann ich nicht arbeiten." Noch dazu so plump. Der böse, böse Schwarzmagier aller Zeiten, ganz bestimmt böse, damit man keine moralischen Bedenken haben muss etwas dagegen zu tun - wie langweilig. Der macht dann alles kaputt bis der Plot sagt, jetzt dürfen die SCs gewinnen. Hm, ja. Nein, ich kann keine Welt darstellen, wenn mir ständig irgendjemand irgendwo dazwischen funkt, noch dazu völlig unlogisch im Zusammenhang.


    Ich wüsste auch nicht, wie ich all das Wissen soll, was irgendwann irgendwo in irgendeinen Abenteuer passiert ist. Rabenblut? Äh, nein, ich habe hier eine Regionalbeschreibung und daran halte ich mich soweit ich es mag, fertig.


    Letztlich war es sicher im Oktober 2001 mit eine Entscheidung sich in Tulamidistan nieder zu lassen, das weitgehend vom Metaplot verschont bleibt und nicht einfach kaputt geht. Wobei man dies auch dort nicht lassen kann, 24h lang in Khunchom Quatsch zu machen oder einen ben Hasrabal irgendwo vom Teppich fallen lässt - völlig unabhängig von dessen Fähigkeiten oder zu Verfügung stehenden Ressourcen. Letzten Endes haben wir damals sogar kurz vor dem aktuellen Jahr angefangen, aber wir sind mit dem Spielen bis jetzt nur zwei Jahre weiter gekommen - hängen also Anfang 1024 (für uns würde Metaplot definitiv zu schnell vergehen). Dafür durften meine SCs bei der Vertreibung Belizeths helfen, das konnte ja auch völlig unabhängig von Borbel passieren. Inzwischen sind sie recht gut auf der Seite der Yakubanim angekommen und ich habe mir schon einiges über diese junge Dynastie zusammen getragen. Dafür durften die SCs bei der Verlobungsfeier von Madra und Stipen dabei sein und ein paar Sachen aufdecken. Gerade denke ich darüber nach wie ich Maruban zu seinem Emir-Sitz verhelfe ohne den gemeinen Halfax und was die SCs dazu beitragen können - zumal einer Aranier ist *händereib*.


    Sprich Mittelreich interessiert mich sowieso nicht mehr und der Bruch mit dem Metaplot läuft super. Es ist zumindest nachvollziehbar, es passiert nicht irgendwas total seltsames und man kann die SCs richtig in das Geschehen einbinden sowie mit entscheiden lassen. Kein NPC muss irgendwo überleben oder sterben. Ich bin damit glücklich und meine Spieler denke ich ebenso.


    "Up tp date" bin ich deshalb gar nicht. Außer wenn sich Boten beziehende Mitspieler anderer Runden (ich will ja auch mal spielen) über irgendwas unterhalten, was irgendwo passiert ist. Wie dass sich Heshthotim unter Borongeweihte mischen - was n Quatsch. Ist sicher eine Ente.

    I ♡ Yakuban.

  • Wie dass sich Heshthotim unter Borongeweihte mischen - was n Quatsch. Ist sicher eine Ente.


    ;( Wenn es denn mal eine Ente wäre...war mein allerletzter Bote und hat die Abbestellung unterm Strich dann doch sehr leicht gemacht...

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    - Immanuel Kant

  • Wir spielen gerade G7 und lassen uns nicht hetzen.
    Und ja 24h Khunchom ist mir auch zu doof :D

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  • Dass es zur Wildermark ABs gibt war aus der Wiki nicht so ganz ersichtlich oder ich verstehe Logik hinter MIs nicht mehr. Wenn die beiden ABs dann auch noch gut sind, kann man sie ja mal spielen.


    Insgesamt bin ich, was mich angeht beim Metaplot inzwischen auf der Ebene: Ich mach das, wie ich will und wenn das was ändert...und? Da hat Rabenblut, was das Setting Al'Anfa mehr oder weniger zerstört hat und das ohne Not und wirklichen Grund den letzten Anstoß zu gegeben. Inzwischen nehme ich den Metaplot als Inspiration. Nicht mehr, nicht weniger.


    Ja, ich vermute allerdings das funktioniert in einer Region wie dem Mittelreich weniger gut. Da gibt es gefühlt so viele Veränderungen, dass man den Metaplot auch nicht mehr gut als Inspiration nutzen kann. Wenn zu viel passiert, kann ich meine privaten Änderungen nicht mehr gut in den Metaplot einflechten.
    Oder etwas anders gefragt: gab es in den letzten Jahren offizielle ABs, die im Mittelreich gespielt haben und keinen starken Metaplot-Bezug hatten (also normale ABs)?


    Aus meiner Sicht ist der Metaplot aber nicht zu schnell, sondern zu langsam. Die Satzung 1:1, was die Zeitrechnung angeht, führt meiner Meinung nach nämlich zu folgendem Problem: Ein Plot wird gesetzt, der vom Gedanken her an sich etwas länger dauern kann, siehe halt Albernia. Dann kümmert sich keiner drum, weil...kann ja eine Weile laufen.


    Ich glaube du vermischst da was. Was hat schlechte redaktionelle Arbeit/Planung mit der Geschwindigkeit des Metaplots zu tun?
    Hier spekuliere ich außerdem, dass der/die Albernia-Zuständige/r entlassen wurde. Daher diese Lösung.

  • Es geht. Dadurch, dass im Endeffekt das Mittelreich als Setting mehr oder weniger konstant bleibt (der Krieg in Albernia hat das Setting kein bisschen geändert. Da war halt "nur mal Krieg" für ein paar Jahre, selbst das JdF hat jetzt nicht so viel geändert, nur optisch gesehen ist da was passiert.). Selbst wenn sich etwas ändert, schwingt der Metaplot das Ganze über kurz oder lang wieder in einen Ausgangszustand zurück bei dem sich nur die NSC ändern (und Namen sind ja wirklich austauschbar). Dadurch kann man sich ziemlich gut aussuchen, ob man einen Metaplot weglässt, ausbaut etc.pp. Seit Rückkehr des Kaisers ist das Mittelreich bei mir schon ganz schön umgemodelt worden und trotzdem haben wir fast nur offizielle Sachen gespielt.


    Was problematisch ist, ist wenn man beschließt, dass irgendwas völlig anders laufen sollte. Galotta gewinnt die Schlacht in den Wolken macht dann doch ein anderes Gareth, als wenn man sagt, dass z.B. Dexter Nemrod den ganzen Kram wohlbehalten übersteht (ob jetzt er oder Rondrigan Paligan Reichgroßgeheimrat ist, ist an sich egal solange es den Posten gibt). Aber ich könnte hier trotzdem mit dem offiziellen Metaplot ansetzen: Rohaja, die Reisekaiserin muss in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass sie ihre Truppen wieder sammelt, die mit Mühe und Not Galotta in Schach halten. Erster Schritt dabei ist die Befriedung der ehemaligen Kornkammer des Mittelreichs, der durch die Schlacht um Wehrheim entstandenen Wildermark = mit Abänderungen gespielte Wildermarkkampagne usw. Das Einzige, was man nie machen darf ist, sich sklavisch an irgendwas halten zu wollen, sondern wirklich nur als Inspiration nehmen. Ach ja...und Jahreszahlen immer ignorieren ;) .


    @Metaplotgeschwindigkeit: Da der Vorgang: Wir machen Jahrelang nichts und dann plötzlich alles auf einmal, nicht nur in Albernia unternommen wurde, sondern eine gewisse Konstanz aufweist: Almada, Al'Anfa, Warunkei als weitere Beispiele, dürfte das mit einer etwaigen Entlassung wenig zu tun haben. Was die Planung angeht: Die ist ja an sich sooo schlecht nicht. Der Plan war: Bürgerkrieg im Mittelreich (ich nehme durchaus auch an, dass man schon sehr zeitig beschlossen hatte, dass das durch Rohaja als erste Machtetablierung gelöst wird) und das hat man auch gemacht. Was man nicht gemacht hat, ist das Ganze zu begleiten, weil dafür aufgrund der Fülle an Plotpunkten, die durch Aventuriens Größe bedingt sind, einfach nicht die Kapazitäten dafür da sein dürften. In Realzeit sind ja auch nicht wenige Jahre ins Land gegangen: JdF ist jetzt 10 Jahre her und die Auswirkungen sind jetzt noch zu spüren. Außeraventurisch ist das eine ziemlich lange Zeit für Leute, die die Splitter vernichten wollen und das Reich wieder aufbauen wollen. Inneraventurisch sind 10 Jahre nach so einer Katastrophe unterm Strich keine Zeit und dadurch entsteht auf der anderen Seite, wenn dann was passiert der Eindruck, dass es zu schnell geht. Das meinte ich damit, dass man die Zeit vielleicht etwas schneller laufen lassen sollte. Wären das jetzt keine 10 aventurischen Jahre, sondern 20, also eine ganze Generation, gewesen, dann würde sich das auch anders anfühlen.

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  • Ich persönlich halte auch nicht viel vom Methaplot. Man müsste ständig neue Bücher kaufen und den Aventurischen Boten abonieren, um eine Chance zu haben, da am Ball zu bleiben. Ich nehme meine aktuellen Regionalbeschreibungen und die zeigen auf, wie Aventurien ist und immer sein wird. ;)


    Kommt es doch mal zu Abweichungen, weil wir ein neueres offizielles AB spielen modifiziere ich Aventurien eben spontan. Letztlich ist das alles eine frage der Gruppe: Ein Moha, ein Firnelf, ein Fjaninger, ein ferkina u.ä hätten sicher nichts vom Jahr des Feuers gehört und wenn sie das erste Mal ins mittelreich kommen, kann ich ihnen als Meister alles erzählen. Der trick als Meister ist nur, immer ein klein wenig mehr Überblick zu haben als die Speler.

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

    Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse, rüge den Weisen, der wird dich lieben.

    Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

    Spr9,7-9

  • <p>Wenn du - wie wir - noch in der G7 h&auml;ngst, hast du noch einen Vorteil: Die alten Regionalbeschreibungen um 1015 BF kriegst du nachgeschmissen :)<br />
    &nbsp;</p>

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  • Wie dass sich Heshthotim unter Borongeweihte mischen - was n Quatsch. Ist sicher eine Ente.

    ;( Wenn es denn mal eine Ente wäre...war mein allerletzter Bote und hat die Abbestellung unterm Strich dann doch sehr leicht gemacht...

    Hmm - also ich muss sagen, dass mir der Bote in den letzten Ausgaben wirklich RICHTIG gut gefällt. Mir gefällt die Idee einfach auch, kleine Geschichten zu haben, um die herum man sich alles ausdenken kann und die "direkt" aus Aventurien kommen und somit auch so witzige Dinge wie politische Stellungnahmen enthält. Es macht mir wirklich irrsinnigen Spaß - und daher kann ich die Leute, die öffentlich von ihrer Botenabbestellung reden zumindest dann nicht nachvollziehen, wenn die Qualität des Boten allgemein bemängelt wird. Die Qualität des Boten war zu keinem Zeitpunkt besser als heute! WIRKLICH! Macht euch die Mühe und blättert durch die alten "Blättchen"! In allen Bereichen, Satz, Druck, Inhalte sind die ABs heute gut.

    Legitim ist es sicherlich zu sagen, dass man sich mit den aktuellen Entwicklungen nichts mehr anfangen kann, und daher keinen AB mehr braucht. Aber das ist eben eine sehr subjektive Bewertung (so wie ja meine auch, aber das gebe ich gerne zu...) - aber daher kann ich den Allgemeingültigkeitsanspruch Vieler bei der Botenablehnung nicht leiden...

    Zum konkreten Artikel: Die Sache mit den Geweihten entlockt natürlich allen, dies gelesen haben, erstmal diesen "WHATTHEFUCK!?"-Moment. Aber letztlich ist das auch nicht unerklärbarer als sonstige Abenteuerideen. Die konkreten Beschreibungen klangen spannend und ich schätze, dass es sehr spannend wäre, das alles nachzuspielen. Der "Spaß" der Dämonen ist ja viel größer, wenn man die Geweihten derart fuchst und wie das nun konkret umgesetzt werden kann (oder ob die Beschreibung garnicht der Wahrheit entspricht? - muss man beim Boten immer mitdenken!) muss jede Spielgruppe für sich überlegen. Allgemein dient die ganze Sache ja auch nur der Vorbereitung eines weiteren Abenteuers (Vorsicht, Spoiler!),

  • @Sebuz
    Ich habe den Boten nur gelesen, als es noch kein Internet gab und ich die Hoffnung hatte darüber andere Rollenspieler zu finden. Hat nicht funktioniert. Ansonsten habe ich den Boten nie abbestellt, weil ich ihn nie abonniert hatte. Mag sein, dass er "besser" ist als früher, aber wem die mittelreichischen Entwicklung am Popo vorbei, der braucht auch keinen Boten, oder?


    Jupp, mein SC-Boron-Geweihter findet es sicher super, wenn er einen Heshtot nicht in seiner Nähe bemerkt... der würde mir etwas husten. Rashdul hat schon einiges an Monster-im-Dungeon-Platz wie mehrere Jahrtausend alte Felsengräber, eine 3000 Jahre alte Beschwörer-Akademie aus der eine ganze Menge ausbrechen könnte oder einfach nur die Kechans, wo fast nur Sterbliche ihr Unwesen treiben.


    Nur weil andere Abenteueraufhänger genauso schwachsinnig sind, macht es diesen nicht besser...


    Aber natürlich steht im Boten nur irgendwelches Gebrabbel von Gharbistanis. Das macht ihn doch so verzichtbar (siehe oben) ;)

    I ♡ Yakuban.

  • Quote from hexe

    Jupp, mein SC-Boron-Geweihter findet es sicher super, wenn er einen Heshtot nicht in seiner Nähe bemerkt... der würde mir etwas husten. Rashdul hat schon einiges an Monster-im-Dungeon-Platz wie mehrere Jahrtausend alte Felsengräber, eine 3000 Jahre alte Beschwörer-Akademie aus der eine ganze Menge ausbrechen könnte oder einfach nur die Kechans, wo fast nur Sterbliche ihr Unwesen treiben.

    Klingt, als ob ihr viele Dungeons crawlt. Kann ich bei euch mitspielen?

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  • Ich hab den Boten im Januar 2013 abbestellt, weil ich gemerkt habe, dass er mir absolut keinen Mehrwert mehr bringt. Weder spielrelevant, noch unterhaltend. Das hatte mit dem konkreten Boten nichts zu tun, der hat mir eben nur den Abschied erleichtert. Der Grund dafür war auch nicht, dass ich was gegen ein Kroko...äh, einen Dämon in der Kanalisation hätte, sondern eher...der ganze Rest. Was kleine Artikel mitten aus Aventurien angeht: Da kommt man im Moment eher wieder auf den alten Standard zurück, der vor der Farbe existiert. Mit der damaligen Umstellung war es ja zwischenzeitlich mal seeeehr OT-lastig gewesen. Dass man das jetzt wieder ändert, begrüße ich auch. Das macht den Boten aber für mich nicht attraktiver, da ich dadurch immer noch keinen Mehrwert für mich habe. Besonders, da wir eben den Metaplot mehr oder weniger verlassen haben und daher ein Großteil des Botens "falsche Inhalte" für unser Aventurien widerspiegelt ;) .

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • Klingt, als ob ihr viele Dungeons crawlt. Kann ich bei euch mitspielen?


    Jeden Donnerstag um halb sieben. Die SCs haben allerdings keine Lust mehr die genannten Örtlichkeiten nochmal zu besuchen - von den Kechans muss man auch generell abraten.

    I ♡ Yakuban.

  • Hmm - also ich bin nicht der größte MR-Fan - eher weniger. Ich mag das Tulamidenland, das Bornland, Nostergast (gerade ganz großes Kino mit aufziehendem Bürgerkrieg in Nostria für mich... ;), Almada, Horasreich, und Südaventurien. Trotzdem habe ich meinen Spaß mit dem AB. Insbesondere finde ich, dass die Boten früher MIttelreich-zentrierter waren, als sie es heute sind, was ich sehr mag. Wenn man sich den aktuellen Boten durchblättert, kann man sich wirklich nicht über mittelreichisches Übergewicht beschweren.


    Ich finde, dass mir der AB der Metaplot eigentlich auf ganz praktische Weise präsentiert wird, nämlich so, dass ich eine "Rundschau" an Metaplotentwicklungen bekomme, mir das, was ich haben möchte, raussuche, und bespiele. Das alles gibts für nicht all zu viel Geld und manches was "angeteasert" wird, und mich dann tatsächlich interessiert, kann ich kaufen, weil ich schon einen besseren Eindruck davon habe, um was es gehen wird, weil ja auch die jeweiligen RedakteurInnen daran mitarbeiten...


    Um aber ein bisschen weiter zurück zum Thema zu kommen: Ich finde, dass der Begriff "Metaplot" als gesamtes schwer zu greifen ist, und dass nur die wenigsten sich völlig damit vertraut fühlen. Ich hingegen sehe den "Metaplot" als Regal, aus dem man sich eben bedienen kann und es ist ganz nett, dass er "weitergeführt wird, wenn ich mal nicht da bin, um mich zu bedienen", um bei der Metapher zu bleiben...

  • Ich für meinen Teil komme dem Metaplot auch seit etlichen Jahren nicht hinterher und habe es aufgegeben. Ich sehe es ein bißchen wie Arkanil in diesem Artikel. Worauf ich mich allerdings freue, und was ein wenig in die Richtung geht, den Kram aufarbeiten zu können, ist der angekündigte Geschichtsband mit Zeitstrahl, der aufgearbeitet wird und (nach meiner Erinnerung) im Sommer kommen soll. Vermutlich wird's dann Herbst ;). Aber der enthält dann wohl eine gute Übersicht über die Ereignisse.


    Ansonsten gibt es noch das Aventurische Geschichtsbuch zum Download (ehemals von Dirk Werres), welches nach Alveran wanderte und nach dessen Schließung einerseits nach hier zum Download und ins Wiki Aventurica einfloss. Da kann man zumindest chronologisch einiges nachlesen.

  • Was problematisch ist, ist wenn man beschließt, dass irgendwas völlig anders laufen sollte. Galotta gewinnt die Schlacht in den Wolken macht dann doch ein anderes Gareth, als wenn man sagt, dass z.B. Dexter Nemrod den ganzen Kram wohlbehalten übersteht (ob jetzt er oder Rondrigan Paligan Reichgroßgeheimrat ist, ist an sich egal solange es den Posten gibt). Aber ich könnte hier trotzdem mit dem offiziellen Metaplot ansetzen: Rohaja, die Reisekaiserin muss in den nächsten Jahren dafür sorgen, dass sie ihre Truppen wieder sammelt, die mit Mühe und Not Galotta in Schach halten.


    1. Es geht ja nicht nur um eine SL-Entscheidung, dass etwas anders laufen sollte. Vllt liegt es ja auch am Verhalten der SCs, dass sich etwas anders entwickelt.
    2. hat man dann das Problem, selbst wenn man wieder zum Metaplot zurückkehren kann (was vermutlich meist möglich ist, das will ich gar nicht bestreiten), dass man ständig Dinge anpassen muss. Und wenn ich ABs soo viel überarbeiten muss, lohnt sich der Kauf irgendwann nicht mehr. Denn ich muss ja schon einige Quatsch-Passagen ausbessern. Dann muss ich noch Sachen an meine Gruppe anpassen. Und wenn ich dann auch noch die Metaplot-Bezüge anpassen muss nimmt das langsam Überhand.
    Was mir an Kauf-ABs zusagt, ist ja selten der geniale Plot. Der ist ja meist eher durchschnittlich. Was mir vor allem zusagt, ist dass mir da Arbeit abgenommen wird, Hintergründe, NSCs, Orte zu beschreiben. Wenn ich da aber noch mehr rumdoktorn muss... (ich beginne mich zu wiederholen)



    Allgemein dient die ganze Sache ja auch nur der Vorbereitung eines weiteren Abenteuers (Vorsicht, Spoiler!),


    Das halte ich ehrlich gesagt für den größten schei*. Ich finde es ist ja fast schon beleidigend, wenn die Redax solche Vorschläge macht. Unsinnige, unlogische, unplausible Plotaufhänger kann sich doch jeder selbst ausdenken, dafür brauche ich doch keinen Aventurischen Boten. Wenn die Gruppe gerne Dungeons crawlt, werden sie schon diverse Monster finden. Dann fragt eh kaum jemand nach Sinn und Zweck der Monster im Dungeon. Von den Profis erwarte ich aber Qualität und Plotaufhänger, die sich logisch in den Hintergrund fügen.


    @orkenspalter
    Es gibt dazu auch noch einen Folgeartikel.

  • Ich bin ja auch mit Ehny in einer Gruppe und sehe es ähnlich: der Metaplot gibt immer mal wieder schöne Inspirationen, aber wir für uns sind über den Punkt hinweg, wo wir ihm noch folgen. Allerdings halte ich es für möglich, dass es auch daran liegt, dass es schon ein paar Jährchen her ist, dass wir mit Spielen angefangen haben. Vielleicht geht es ja jüngeren Spielern, die sich erst seit 1-2 Jahren mit dem Metaplot auseinandersetzen nicht so, dass sie sich an diesem und jenen stören und nutzen ihn sehr gerne.


    Bei uns kommt da sicherlich auch hinzu, dass wir gegenüber verschiedenen Regionen/Kulturen/NPCs Vorlieben udn Abneigungen haben, die nicht unbedingt mit jenen der Redaktion übereinstimmen. Dadurch verschiebt sich z.B. auch der Fokus für "Welpenschutz" etwas. Grob gesprochen: mein Eindruck ist z.B. dass die Horasier schon sehr von der Redaktion in Schutz genommen werden und ihnen halt nie was wirklich dauerhaft schlimmes passiert und auch keine echten Niederlagen wiederfahren, das ist bei uns durchaus mal anders. Auf der anderen Seite päppeln wir gerade Al'Anfa etwas, weil sie nach unserer Meinung auch mal ein paar Erfolge verdient haben, während sie ja offiziell eher als Prügelknabe herhalten müssen (gleich mal die Anmerkung: ich spiele noch vor Rabenblut also nicht spoilern ;) ). Khunchom hat bei mir persönlich auch Welpenschutz und da ist mir recht egal ob es "logisch" wäre, dass sie von irgendwem übernommen werden, die bleiben für mich immer unabhängig, es sei denn Ehny überzeugt mich von einem wirklich guten Plot.
    Ich bin da auch mal vorsichtig was Aussagen wie "meines ist realistischer/spannender etc" angeht, weil es Betrachtungsweise ist denke ich, die Richtung des Metaplots in letzter Zeit macht uns halt nicht mehr so Spaß.


    Und wie Ehny schon sagt: wenn man mit Jahreszahlen flexibel ist, sich nicht an alles sklavisch hält und bereit ist Namen auszutauschen, dann kommt man damit ganz gut durch ohne sich gleich alles zu verbauen.

    Noctum Triumphat