Bestehen & Vergänglichkeit

  • Bei "Bestehen & Vergänglichkeit" handelt es sich um das Promo-Abenteuer T1, welches von Jörg Hagenberg im Rahmen des Abenteuerwettbewerbs "Das Schwarze Auge" 2007 geschrieben und von Ulisses Spiele veröffentlicht worden ist.


    DAS SCHWARZE AUGE, AVENTURIEN, DERE, MYRANOR, THARUN, UTHURIA und RIESLAND sind eingetragene Marken der Significant Fantasy Medienrechte GbR. Ohne vorherige schriftliche Genehmigung der Ulisses Medien und Spiel Distribution GmbH ist eine Verwendung der genannten Markenzeichen nicht gestattet.


    -------------------------------------------------------------------------------------------


    17. Efferd 1029 nach Bosparans Fall


    Der Sommer hat sich in der vergangenen Siebenspann noch einmal von seiner schönen Seite gezeigt, doch nun hat der Herbst die Oberhand ergriffen. Die sonst grünen Bäume des Ifirnstann bereiten sich auf ihren Winterschlaf vor und haben schon damit begonnen, ihr Blattwerk abzuwerfen, welches in vielen Farben im Licht der untergehenden Sonne erstrahlt. Von sommerlichen Temperaturen ist nichts mehr zu spüren, aber unangenehm kalt ist es auch noch lange nicht. Ein leichter Wind weht und treibt einige Wolken vor sich her, die Regen bringen könnten.


    Tannfried Lonnert


    Ein Alchimist in Trallop ist auf der Suche gewesen nach einem Naturkundigen, der ihm etwas Traschbart besorgen kann. Dieses wächst normalerweise im Finsterkamm, dem Gebirge weiter westlich, aber mit etwas Glück könne man auch in Ifirnstann östlich des Sees Saith etwas finden. Früher hätte er sich selbst auf den Weg gemacht, aber inzwischen hindert ihn sein Alter daran. In Balsaith teilte man Tannfried mit, dass es um den Saith herum einige Dörfer gäbe, in denen man gut die Nacht verbringen könne. Etwa auf dem halben Weg dorthin kann er etwas hören, das so eher selten für eine Straße durch einen Wald ist. Doch je deutlicher er sich darauf konzentriert, desto deutlicher wird es: Aus dem Wald nordwestlich von ihm dringt die liebliche Melodie einer Flöte.


    Sulamitha Elischeba Rahjajin Oi Silfide


    Noch nie ist Sulamitha so weit nördlich in Aventurien unterwegs gewesen. Vor kurzem hat sie Maillath durchquert und der nächste größere Ort, den sie noch am heutigen Abend erreichen könnte, ist Balsaith. In Bocksberg hat man ihr gesagt, wenn sie noch nie hier gewesen ist, soll sie unbedingt weiter nach Norden reisen. Der Neunaugensee sei ein lohnenswertes Ziel allein durch die idyllische Landschaft. Doch unabhängig davon besteht sicherlich auch in Trallop oder Donnerbach die Möglichkeit für einen lukrativeren Auftritt. Vor wenigen Minuten hat sie eine kleine Abzweigung passiert, die zu einem kleinen Weiler namens Anbal führt, als sie aus dem Wald nordöstlich von sich aus etwas hören kann. Als erfahrene Schaustellerin kann sie direkt eine liebliche Melodie einer Flöte erkennen, die im Wald gespielt wird. Auch wenn es nur leise herüberträgt, so weiß Sulamitha doch eines: Die Person, die die Flöte spielt, hat ganz sicher großes Talent dafür.

  • Sulamitha Elischeba Rahjajin Oi Silfide, am 17. Efferd 1029 nach Bosparans Fall


    Nie zuvor führte Sulamithas Weg sie so weit gen Firun. Die Landschaft unterschied sich doch mittlerweile ganz beachtlich. Sie sah ganz andere Pflanzen neben den Wegen, auf denen ihr treuer Ascandear dahinschritt und es gab viel neues für sie zu schauen. Langsam verstand sie aber auch, warum ihre Leute sich für gewöhnlich nicht so weit nach Norden begaben: Es wurde einfach zu kalt! Für ihren kleinen Liebling, Valpo, hatte sie schon ein kleines Hemdchen genäht, damit sie nicht frieren würde, aber den Winter wollte sie hier oben bestimmt nicht verbringen. Obgleich ihr Auftrag erledigt war, würde sie sich hier oben noch ein wenig umschauen und der Neunaugensee war sicher einen Besuch wert. Wer wusste auch schon, was der Listige für sie auf ihrem Weg bereithielt...


    Gerade fröstelte es die Almadanerin ein wenig und darum nahm sie ihre Wolldecke vom Sattel, um sie sich um die Schulter zu legen. Sie musste sich noch einen wärmenden Umhang zulegen. Dann vernimmt sie die liebliche Flötenmelodie und sofort drängt es sie, den Ursprung der Melodei zu ergründen. "Wo man musiziert, da droht keine Gefahr, denn böse Menschen kennen keine Lieder", meinte ihre Großmutter stets, auch, wenn dabei stets ein leichtes Schmunzeln in ihrem runzligen Gesicht stand. Ihrem Schimmel gibt sie zu verstehen, dass er einen Zahn zulegen soll und so hält das Gespann geschwind auf die Quelle der Musik zu.


    Beschreibung:


    Sulamitha Elischeba Rahjajin Oi Silfide hat eine beeindruckende, geradezu magisch wirkende Haarpracht: Schwarz-Braun, voll, voluminös und atemberaubend schön und kaum zu bändigen ist ihr festes Haar. Ihre Gesichtszüge wirken in sich harmonisch, sie hat eine ovale Gesichtsform mit prominenten Wangenknochen. Das Zentrum ihres ebenmäßigen Gesichtes bildet ihre feine Nase. Darunter befindet sich ein großer Mund mit dezentem Lippenrot-einsatz. Ein echter Fremdkörper in ihrem hübschen Gesicht ist die Augenklappe, die ihr rechtes Auge verdeckt. Sulamithas sichtbares Auge ist dunkel geschminkt, sehr groß, schön und wirkt geheimnisvoll... Die Pupille wirkt undurchdringlich und die Iris ist von einem bezaubernden grün, das an die fruchtbaren Wiesen Almadas erinnert. Ihre Haut weist einen "tulamidischen" Teint auf und ist von großer Feinheit. Über ihrer gewaltigen Haarpracht trägt die Tänzerin einen typisch-almadanischen schwarzen Caldabreser mit einer Hahnenfeder. Ihre kleinen, niedlichen Ohren halten zwei kleine, dezente goldene Ohrringe, die hin- und herwackeln. Der Körper der Tänzerin ist trainiert, ihre Bewegungen sind flink, routiniert, gewandt und anmutigsinnlich. Im Moment reitet sie formvollendet auf ihrem Ross, wie es nur die almadanische Reitkunst hervorbringen kann. Ihre Formen sind schmal aber sehnig und von der Sohle bis zum Scheitel misst sie sicherlich fast 90 Finger. Sie scheint insgesamt wie Mitte 20 — aber die Augenklappe lässt sie etwas älter wirken. Ihre Kleidung wirkt abenteuerlich: rot- und Gelbtöne prägen ihre enganliegende Bluse und die luftige Hose. Gute leichte Stiefel schmücken ihre schlanken aber starken Füße, an den Händen trägt sie einfache Lederhandschuhe und insgesamt wirkt die Kleidung nicht teuer, aber robust, reisetauglich und sauber. Locker und verwegen um ihre Hüfte schwingt sich ein Ledergürtel, an dem neben etwas Gerümpel wie einem Geldbeutel und einer Halterung mit drei Wurfdolchen auch ein edler Rapier baumelt. Auf dem Rücken prangt ein prall-gefüllter Rucksack, neben dem eine in einen Tuchbeutel eingepackte Vihuela hängt.


    Vor ihr auf dem Sattelknauf sitzt ein kleines Wesen, das man hier wohl nur selten sieht: ein Goldkopflöwenäffchen, das eine einfache grüne Tunika trägt. Voll aufgerichtet dürfte dieses Äffchen wohl 2 Spann messen, bei einem nicht ganz 18 Finger langen Schwanz ist das Fell hauptsächlich schwarz gefärbt ist, während die buschige Mähne und die Vorderpfoten rötlich-gelb sind und ihm durch die Ähnlichkeit zu den Raubkatzen des Südens den Namen verleihen. Wie bei allen Löwenäffchen ist ihr Gesicht haarlos, die Finger sind lang und wirken geschickt, selbst jetzt, wo das Äffchen dösend daliegt. Die schöne Mähne und das gesunde glänzende Fell verleihen ihr insgesamt ein edles Aussehen.


    Sulamithas Reitpferd ist ein wunderschöner, eleganter Yaquiertaler - Schimmel - Hengst, der eine äußerst elegante und vitale Erscheinung ist. Er wirkt nicht all zu kräftig, aber sehnig und schnell. Kenner der almadanischen Zuchttradition erkennen in ihm möglicherweise eines der ominösen und begehrten Dillwisch-Rösser. Ein klassischer Reitsattel mit wenig gefüllten Satteltaschen trägt die Reiterin und natürlich weist Ascandear auch Zügel und Zaumzeug auf. Hinten am Sattel befinden sich noch zwei Decken - eine größere, wohl für das Tier, und eine kleinere, wohl für die Reiterin.

    Edited once, last by Sebuz ().

  • Tannfried Lonnert


    Schon öfters war Tannfried Lonnert in Trallop gewesen. Meist befand er sich dort nur auf der Durchreise oder um dringend benötigte Dinge zu besorgen. Die Stadt selbst, auch z.B. die mächtige Bärenburg, interessierte ihn nicht sonderlich. Auch wenn ein ein solcher Ort praktisch war, bekam man dort doch fast alles, was man benötigte, hielt er sich doch lieber in der freien Natur auf. Eichbart Waldmann, einen örtlichen Alchimisten, kannte er ebenfalls schon länger. Auch in dessem herrlich duftenden Geschäft hatte er schon manches Mal vorbei geschaut, um nachzufragen, ob er eine neue Mixtur komponiert hatte. Es war immer wieder faszinierend, was ein Meister seines Faches aus den verschiedenesten Ingredienzien, die Männer wie er, Tannfried, 'besorgten', alles herstellen konnte. Dieses Mal war der Besuch allerdings etwas anders verlaufen. Eichbart, der schon seit einiger Zeit zunehmend Satinav Tribut zollen musste, hatte ihn gefragt, ob er nicht etwas für ihn besorgen könnte. Tannfried hatte nicht lange gezögert und sich bereit erklärt, für Eichbart nach Traschbart zu suchen. Vom Ifirnstann hatte er schon einige Geschichten gehört und so konnte man diese Bitte wohl als Wink des Schicksals deuten, sich diesen Ort einmal selbst anzusehen.


    Eigentlich war die von Eichbart benötigte Flechtenart, so wie er es wusste und es von Eichbart auch bestätigt worden war, von Trallop aus gesehen, am nächsten im Finsterkamm zu finden. Doch Eichbart hatte ihm versichert, dass er es selbst schon öfters im Ifirnstann auch etwas davon gefunden hatte. Insbesondere efferd-seitig des Sees Saith war er immer fündig geworden. So hatte sich Tannfried auf den Weg in Richtung des Ifirnstann gemacht und war nun bereits den 3. Tag unterwegs. In Balsaith, dem letzten größeren Ort, hatte er sich noch nach See Saith erkundigt und ein paar allgemeine Informationen zur Lage und zur Umgebung erhalten. Weitere Informationen hatte er allerdings nicht in Erfahrung bringen können. Aber wenn ihm eines sein bisheriges Leben gelehrt hatte, dann dass keine Informationen immer noch besser wie schlechte waren.


    So marschiert Tannfried mit seinem treuen Begleiter, dem Grautier Wagemut, munter durch die ersten Ausläufer des Ifirnstanns. Das Wetter ist herrlich, die ersten Zeichen sind zu erkennen, dass Firun in nicht allzu ferner Zeit in Erscheinung treten wird und es ist mit Ausnahme der eigenen und Wagemuts Schritte sowie der Laute und Geräusche der Umgebung nichts anderes zu hören. Auf einmal, Tannfried kann und will es nicht so richtig glauben, glaubt er jedoch Musik zu hören. Sollte dies bereits mit den Besonderheiten des Ifirnstanns zusammen hängen? Das wäre eigentlich zu banal, nichts desto trotz macht sich Tannfried aber auf, der Musik nachzugehen. Er verlässt die Straße und schlägt sich in die Büsche ...



    Beschreibung


    Tannfried Lonnert dürfte etwa 30 Götterläufe alt sein. Er wirkt freundlich und offen. Die Farbe seiner Haut ist braun. Da er offensichtlich aus dem Mittelreich stammt, spricht vieles dafür, dass er sich in der Vergangenheit oft und lange in der Praiosscheibe aufgehalten hat. Die Haut scheint auch wettergegerbt zu sein. Sein Gesicht und seine Händen sprechen dafür, dass er sich wohl oft im Freien aufhält.


    Er hat dunkelbraune Augen und glatte dunkelblonde Haare. Die Haare trägt er recht kurz, gehen sie doch nur etwa bis zur Mitte des
    Nackens. Richtig gepflegt sind sie nicht, sondern wirken im Augenblick eher ziemlich zerzaust. Im Augenblick ist an ihm ein 3-Tages-Bart zu sehen. Mit annähernd 90 Fingern Größe fällt er nicht besonders auf. Er sieht allerdings durchtrainiert aus und verfügt mit seinen ca. 80 Stein Gewicht augenscheinlich über eine recht gute Konstitution. An der linken Halsseite ist eine verblasste Narbe
    zu sehen, die vermutlich einmal von einer scharfen Waffe verursacht worden sein dürfte.


    Bekleidet ist Tannfried mit einer dunklen, praktischen Lederkleidung. Dazu trägt er eine braune Filzmütze und feste Stiefel.


    Begleitet wird er von seinem Grautier Wagemut, auf dessem Rücken sich ein Packsattel mit vollen Packtaschen befindet.

    Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

    Edited once, last by Brogosch Sohn des Boromil: Kleine Verwechslung bei den Himmelsrichtungen verbessert ... ().

  • Weder für Tannfried noch für Sulamitha ist es sehr weit in den Wald hinein. Vor ihnen eröffnet sich eine kleine Lichtung von vielleicht 7 Schritt im Durchmesser. Das Bild, das sich den beiden bietet, scheint einem Märchen entsprungen. Die untergehende Praiosscheibe bricht durch die lichte Blätterdecke und scheint auf eine junge Frau, die mit dem Rücken zu den beiden neuen Zuhörern auf einem Baumstamm sitzt. Wallendes, blondes Haar strömt über ihre Schultern und bedeckt das einfache Kleid am Rücken. Von ihr geht auch das Flötenspiel aus, dass von der Straße her zu hören war und selbst den Wald zum Lauschen verleitet. Denn kein anderer Laut dringt auf die Lichtung und versteckt in den Büschen sind einige ruhig verharrende Tiere zu erkennen. Selbst ein Hase sitzt ruhig nur zwei Schritt neben einem kleinen Fuchs.


    Sollte Tannfried seinen Blick von der jungen Flötenspielerin abwenden, so kann er unweit links von sich eine Frau auf einem Pferd ausmachen. Ebenso kann Sulamitha etwas rechts von sich einen Mann mit einem Esel erblicken.

  • Tannfried Lonnert


    Tannfried geht zügig, aber nicht zu schnell mit Wagemut in die Richtung, aus der er die Musik hört. Schon nach einer kurzen Strecke erreicht bzw. betritt er eine Lichtung. Sogleich bleibt er stehen und staunt über das, was er zu sehen bekommt. Wilde Tiere, die verharren und so wie er der Musik zuhören, so etwas hatte er bisher in seinem Leben noch nicht erlebt. Er verharrt so leise wie möglich, möchte er den zauberhaften Moment doch nicht stören. Dass eine weitere Person ebenfalls auf die Lichtung kommt, nimmt er nur aus den Augenwinkeln wahr. Auch diese ignoriert er im Moment, ist er doch immer noch von der Situation gefangen.

    Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

  • Sulamitha lässt Ascandear vorsichtig durch das lichte Unterholz stapfen und findet sich dann auf der besagten Lichtung wieder, in der eine gar zauberhaft-schöne Szene stattfindet. Die Tiere schienen sich hier zu versammeln und die Frau schien vollkommen in der Musik versunken. War es wohl eine der hiesigen Elfen? Das konnte man noch nicht genau sehen, denn ihre Ohren lagen ja unter der wallenden Haarpracht...


    Sie bemüht sich, die Frau nicht zu stören, sondern hört lieber zu. Die Tänzerin steigt von ihrem Ross schwungvoll herunter und erblickt sogleich den unauffälligen Mann mit dem Esel. Offenbar ist er auch vollkommen verzaubert, denn er nahm nicht viel weiter wahr. Entspannt steht sie nun da und lauscht dem schönen Spiel.

  • Da die junge Frau den Neuankömmlingen den Rücken zugewendet hat, scheint sie die beiden auch garnicht zu bemerken und spielt munter weiter. Es ist schwer zu sagen, wie lange sie spielt, bevor sie zu einem Ende kommt. Sicher ist aber, dass die verbleibende Zeit des Tages weder für den Weg nach Balsaith noch nach Maillath reicht, sofern man nicht im Dunklen reisen möchte.


    Als sie dann die Flöte absetzt, schwindet auch langsam die Magie der Musik und es fällt leichter, sich wieder auf andere Dinge zu konzentrieren. Auch die Tiere ziehen sich nun langsam und friedlich zurück. Schließlich dreht sich die junge Frau um und erblickt nun Sulamitha und Tannfried. Sie errötet ein wenig, denn dass sie menschliche Zuhörer hat, ist ihr völlig entgangen. "Äh... Hallo", meint sie etwas schüchtern und wischt sich eine Strähne ihres Haares aus dem Gesicht. Dabei ist ersichtlich, dass es sich nicht um eine Elfe handelt, wenngleich sie doch wunderschön ist.

  • Sulamitha geniest die restliche Musik. Dass die Zeit dabei so ungenutzt verstreicht, stört sie nicht weiter. Auch ihre beiden Tiere starrten verzaubert und versonnen, während des Zuhörens.


    Als sich die Frau dann umdreht und so schüchtern wirkt, geht Sulamitha auch schon auf die junge Frau zu und führt ihren Hengst am Halfter. "Seid gegrüßt gute Frau! Und ihr müsst euch wahrlich nicht schämen für eure wunderschöne Melodie! Wahrlich zauberhaft! Ich bin Sulamitha aus Almada und würde dir gerne was geben für dein schönes Lied! Wo hast du so spielen gelernt?", meint die Tänzerin mit dem trainierten, aber sinnlichen Körper und zwar mit einer sehr recht angenehmen, nicht leisen Stimme und südländischem, almadanischen Akzent. Ihre Stimme verheißt Wein und die Leidenschaft Almadas, sie klingt ehrlich erfreut und entspannt. Ansonsten schaut sie auch nochmal, was der andere Herr macht, dem sie schon einmal während des näher-kommens freundlich zugenickt hat.

  • Tannfried schüttelt sich leicht, als die Musik endet. Teilweise drückt sein Gesicht Bedauern aus, teilweise Verwunderung, dass er sich von diesem Moment hatte so einfangen lassen. Als die Frau sich dann umdreht, staunt er noch einmal. Er starrt sie ob ihrer Schönheit etwas länger an, als es sich gehört, so dass es schon fast unhöflich wirken könnte, bevor er schnell wieder den Blick senkt. Eigentlich hatte er nach der zauberhaften Musik und auf Grund ihres Aussehens erwartet, dass es sich um eine Feya, wie sich das Volk der Elfen, so wie er es wusste, wohl selbst nannte, handeln würde. Aber als sie sich dann die Haarsträhne mit einer anmutigen Bewegung aus dem Gesicht streicht, erkennt er zu seinem Bedauern, dass seine Vermutung nicht zutrifft.


    "Travia zum Gruße!" antwortet ihr Tannfried dann und nickt dann auch in Richtung der Frau, die ebenso wie er selbst am Rande der Lichtung steht, um diese, wenn auch nur kurz, in seine Begrüßung mit einzubeziehen. "Ihr habt gerade auf eine wunderbare Art und Weise Flöte gespielt, ..." fährt er dann wieder in Richtung der jungen Frau gewandt fort ,,, so dass ich euch nicht erschrecken oder stören wollte. Habt keine Sorge! Bei seinen letzten Worten schaut er nun doch etwas genauer zu der zweiten Frau auf der Lichtung, um besser einschätzen zu können, um wen es sich dabei handelt bzw. ob möglicherweise eine Gefahr von ihr ausgehen könnte. Sie scheint allerdings ebenfalls von der Musik angelockt worden und von dieser gefangen gewesen zu sein. Ihre Worte ließen darauf schließen, dass sie nichts Böses wollte.

    Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

  • "Danke", erwidert die junge Frau auf all das Lob und wird sogar noch etwas röter dabei. "Ich bin Varena." Und als Sulamitha sagt, dass sie ihr gerne etwas für das Lied geben würde, schaut Varena nur umso verdutzter. Offensichtlich ist sie es nicht gewohnt, Lob oder gar mehr für ihre Musik zu erhalten. "Mir... etwas geben? Das hat noch nie jemand getan! Wo kommt Ihr denn her? Sicherlich nicht aus Weiden, oder?", fragt sie dann und zeigt damit etwas ihrer jugendlichen Neugier.

  • "Ja, es war wunderschön!", bestärkt Sulamitha nochmal. Sie bemerkte gleich, dass die Frau einfach für sich gespielt hat und sicher nicht mit einer Belohnung gerechnet hat, aber sie wollte ihr dennoch gerne etwas geben. Sie tritt nahe an die wunderhübsche Frau heran. "Ich gebe euch gerne etwas!", meint sie, während sie aus einem Beutelchen an ihrem Gürtel ein Silberstück hervornimmt und es der Frau freundlich in die Hand drückt. "Keine Wiederrede: Ihr habt es euch verdient! Im übrigen: Darf ich euch von Frau zu Frau sagen, dass ihr wahrlich liebreizend seid?" Sie kichert und sprach vorher einfach nett. "Aber jetzt soll eure Neugier 'belohnt' werden: Ich komme aus dem fernen Almada - aber ich reise dort und überall viel umher." Sie lächelt nett und winkt dabei den andern Mann herbei, damit er nicht so fernbleibt.

  • Bei der Frage der jungen Frau, woher Sulamitha kommt, muss Tannfried etwas lächeln. Sie wies zwar ebenfalls eine braune Haut auf, diese war bei ihr aber im Gegensatz zu seiner offensichtlich natürlich. Nun gut, als er selbst noch so alt, oder besser so jung gewesen war, hätte er den Unterschied vermutlich auch nicht erkannt. Und auf seinen bisherigen Reisen hatte er schon manches erlebt und so hätte er wohl auch ohne den Hinweis von Sulamitha selbst vermutet, dass diese aus dem Bereich Almadas herstammen würde.


    Dass Sulamitha der jungen Frau etwas geben will, wundert Tannfried dann doch etwas. Sie hatte schließlich nicht auf einem Marktplatz gespielt, um damit Geld zu verdienen. Er selbst wäre jedenfalls niemals auf die Idee gekommen, so etwas zu sagen. Der Aufforderung Sulamithas, etwas näher zu kommen, kommt er nach. Während er Wagemut hinter sich herführt, wechselt er von dessen linken zu dessen rechten Seite, wo er seinen Kampfstab stecken hat. Schließlich kannte er beiden Frauen nicht und man konnte in der Wildnis nicht vorsichtig genug sein. Ihren Hinweis, dass sie viel reist, greift er auf und fragt "Entschuldigt meine Neugier, aber was euch denn hier hergeführt?"

    Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

  • Als Sulamitha ihr einen ganzen Silbertaler reicht, macht Varena große Augen. Schließlich hat sie wirklich nur für sich gespielt und nicht mit einer Belohnung gerechet - erst recht nicht mit einer so großzügigen. Sie betrachtet das Geldstück einen Moment und lässt es dann in einer Tasche verschwinden, die neben ihr am Baumstamm lehnt. "Danke", antwortet sie strahlend - sowohl zu dem Geld als auch zu dem Kompliment, dass Sulamitha ihr gemacht hat. "Almada... das ist sehr weit weg, oder?", fragt sie nun. Von dem Land scheint sie noch nicht gehört zu haben. Auch die Frage, die Tannfried stellt, interessiert die junge Frau. Schließlich fällt ihr Blick noch auf den kleinen Affen, der Sulamitha begleitet. "Was ist das für ein Tier?", fragt sie freudig und fasziniert zugleich.

  • Sulamitha lächelt freundlich und gönnend nachdem sich Varena bedankt hat. Die Züge der Almadanerin sind von großer Ebenmäßigkeit und sinnlicher Schönheit, trotz der Augenklappe. "Ja, Almada ist schon eine ganz schöne Ecke weit weg. Ich ritt mehrere Wochen.", antwortet die Tänzerin heiter, und ergänzt dann für Tannfried und die Musikantin: "Nun - ich reise gerne herum und so habe ich für ein Familienmitglied etwas hierher gebracht. Weil ich nun aber noch nie so weit in den nördlichen Landen war, will ich mich noch ein wenig umsehen. Der Neunaugensee zum Beispiel interessiert mich!"


    Auf die Nachfrage hin, winkt die almadanische Schönheit das Äffchen heran und sogleich springt dieses auf den ausgestreckten Arm der Muiskerin. Fest umfasst sie das Wesen und zeigt es Varena und sagt: "Das ist Kaiserin Valpo - einfach Valpo, für ihre Freunde! Es ist ein Goldkopflöwenäffchen und eine ganz Kluge!" Gleichzeitig streckt die Kleine ihre gewitzten Finger nach der Frau aus und wühlt neugierig in ihren blonden Haaren, während sie ein paar unverständliche Laute des Behagens ausstößt.

  • Interessiert hört Tannfried Sulamitha zu. Zu ihrer Erklärung, dass Almada weit weg von hier ist, nickt er bestätigend. Als Sulamitha den Neunaugensee erwähnt, entfährt ihm "Das wollt ihr doch nicht wirklich?" und er schaut sie dabei etwas entgeistert an.


    Als Sulamitha ihr Äffchen Varena vorstellt, sagt er zu ihr "Einen solchen Affen habe ich noch nie gesehen, auch wenn ich auch schon ein kleines bisschen herum gekommen bin. Wo habt ihr sie, wenn ich euch richtig verstanden habe, ist es doch ein Weibchen, denn her?"

    Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

  • Als Tannfried sie so entgeistert anguckt, fragt Sulamitha vorsichtig: "Ähm, was ist denn mit dem See? Es soll doch ein riesiges Gewässer sein! Sowas ist doch schon allein mal einen Blick wert. Droht dort Gefahr? Man hat doch sogar die Hauptstadt dieser Lande dort erbaut...?"


    Zur Frage nach Kaiserin Valpo antwortet die Almadanerin: "Ja, es ist ein Weibchen - und solche Affen gibt es eigentlich nur noch viel weiter der Mittagssonne nach in den Regenwäldern des Südens! Meine Familie ist Teil von einer altehrwürdigen Schausteller- und Artistensippe - und wir arbeiten schon lange mit solchen tierischen Gefährten. Diese wunderschöne Dame hier hab ich dann bei Großtante Ghazalinde gefunden, die kurz zuvor aus dem Süden des alten Reiches zurückgekehrt war..."

  • "Oh, nichts besonders oder besser, kommt darauf an ..." antwortet Tannfried auf Sulamithas Frage nach dem Neunaugensee "... aber ich glaube, man sollte sein Schicksal nicht unbedingt herausfordern, wenn man sich in Bereiche begibt, die von den Göttern nicht für uns vorgesehen worden sind." Dann überlegt er kurz und schaut dabei Sulamitha etwas zweifelnd an "Und ihr wollt euch den See nur ansehen, weil er groß ist? Dann würde ich mir an eurer Stelle nicht einen im Vergleich zu einem Meer so kleinen See aussuchen sondern gleich ans Meer fahren." Bei diesen Worten ist Tannfried allerdings anzumerken, dass das für ihn selbst wohl eher nicht in Frage käme. Unklar bleibt jedoch dabei, ob sich das auf den See selbst bezieht oder auf seine folgenden Erklärungen "Und habt ihr noch nie davon gehört, dass der See manches Mysterium und noch viel mehr Gefahren birgt? In ihm hausen beispielsweise Kreaturen, die ein Befahren und Überqueren des Sees nahezu unmöglich machen."


    Bei den Erklärungen von Sulamitha zur Herkunpft von Valpo merkt Tannfried nochmals interessiert auf. Von den Regenwäldern hatte er schon manches gehört, jedoch noch nie die Gelegenheit dazu gefunden, sie selbst aufzusuchen. Dort sollte es eine ganz andere Flora und Fauna geben, wie dies hier im Mittelreich und den von ihm bereisten Gebieten der Fall war. "Hm, wart ihr denn schon einmal selbst in den Regenwäldern?" fragt er Sulamitha nach. "Das würde mich doch sehr interessieren." Dann wendet er sich wieder Varena zu und fragt in ihre Richtung "Entschuldigt, aber diese offensichtlich weit gereiste Dame ..." dabei nickt er kurz in Sulamithas Richtung "... hat mich mit ihren Erzählungen etwas abgelenkt. Doch sagt, was führt eine junge Dame wie euch hier her und warum spielt ihr hier, wo es niemand hören kann, die wunderschöne Musik?"

    Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

  • Als Volpo beginnt, in Varenas Haaren zu wühlen, stößt diese einen Laut der Überraschung aus, bevor sie dann beherzt darüber lacht. Sie streckt ihrerseits einen Finger in Richtung des Affens aus, verharrt aber dann kurz. "Wenn Ihr erlaubt, Eure Hoheit?", fragt sie um Erlaubnis. Sicherlich ist Hoheit die falsche Anrede für eine Kaiserin, aber Varena scheint es nicht besser zu wissen. Sofern kein ablehnendes Verhalten vom Affen oder von Sulamitha kommt, streicht sie mit ihrem Finger durch Volpos Fell.


    "Der Neunaugensee wird bewacht von der Fee Pandlaril. Sie würde solche Wesen nicht dulden, wie Ihr sie beschreibt", fügt sie zu Tannfrieds Ausführungen hinzu. "Was ist ein Regenwald? Regnet es da dauernd?", fragt sie dann, denn von soetwas hat sie noch nie gehört.


    Auf Tannfrieds Entschuldigung lächelt sie, ist sie doch mit Volpo beschäftigt gewesen. "Aber man hat mich doch gehört. Der Wald hört mir immer zu, wenn ich spiele. Auch Sulamitha und Volpo" - ihr Blick gleitet kurz zu dem Äffchen. Ist sie nun eine Freundin oder müsste sie korrekter Kaiserin Volpo sagen? - "und auch... äh... Ihr." Sie merkt an dieser Stelle, dass sich Tannfried bisher noch nicht vorgestellt hat, was sie aber versucht zu überspielen.

  • Das Verhalten von Varena erinnert Tannfried etwas an das Staunen von kleinen Kindern. So wie es schien, war sie noch nicht weit herum gekommen und hatte noch nicht sehr viel von der großen weiten Welt gesehen. Die Jugend hatte eben noch das Vorrecht, so unschuldig zu sein. Schnell schiebt er aber die etwas betrüblichen Gedanken wieder zur Seite und lächelt über die von ihr gewälte Anrede Valpos.


    Als Varena dann erwidert, dass die Fee Pandlaril böse Wesen nicht dulden würde, antwortet er bestimmt "Nun, ich habe auch schon von ihr gehört. Nichts desto trotz ist es so, wie ich es sage. Warum und weshalb das so ist kann ich euch nicht sagen, aber es ist ein Fakt, dass der Neunaugensee sehr gefährlich ist." Zu ihrer Frage nach dem Regenwald ergänzt er noch "Genau kann ich euch das nicht sagen, da ich selbst noch nie dort war und ihn auch nur vom Hörensagen kenne. Aber die werte Dame hier ..." dabei zeigt er auf Sulamitha und schaut sie dabei fragend an "... kann uns dazu bestimmt mehr sagen?"


    Varenas Antwort dazu, warum sie alleine im Wald gespielt hat, nimmt er lächelnd zur Kenntnis, tut diese jedoch für sich ebenfalls als jugendliche Naivität ab. Er fragt sie aber mit leicht besorgtem Tonfall "Lebt ihr hier im Wald oder warum spielt ihr nicht zu Hause." Als sie Sulamitha namentlich nennt und er ihr folgendes kurzes Zögern bemerkt, als sie ihn anspricht, fällt ihm auf, dass er sich selbst noch nicht vorgestellt hat. Mit etwas leiserer Stimme sagt er daher an beide Frauen gewandt "Entschuldigt, dass ich auf Grund der zauberhaften Musik so gefangen war, dass ich ganz vergessen habe, mich vorzustellen. Ich bin Tannfried Lonnert und auf dem Weg in Richtung des Sees Saith."

    Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

  • Sulamitha lacht laut und schallend auf, als Varena zögert und um die Erlaubnis Valpos fragt. "Nur zu!", meint sie noch, aber schon am Verhalten des Äffchens ist zu erkennen, dass sie selbst nichts dagegen hat. Vergnügt lässt sich Valpo graulen und sie schreit leise wohlige Affenlaute dabei.


    Zur ganzen Sache mit dem Neunaugensee kann die Almadanerin nicht viel sagen, weil sie doch nicht so viel weiß: "Hmm - Ich hoffe, dass diese Fee das alles schafft! Aber ich werde es ja selbst sehen und ich will bestimmt nicht, dass mir hier so weit im Norden irgendwas schreckliches passiert - ich passe also gut auf, versprochen!"


    Dann meint sie noch zwinkernd: "Ich fand die Musik jedenfalls wirklich schön! Und wenn hier öfters so schöne Melodien durch die Wälder erklingen, dann lässt es sich ja trotz der Kälte hier oben ganz gut aushalten!" Zur Vorstellung des Mannes antwortet sie: "Sehr erfreut, der Herr! Seid ihr aus der Gegend?"