Des Glückes Schmied

  • Pjerow


    Hinter der Stirn des Goblins arbeitet es, während sich sein beleidigter Ausdruck verflüchtigt. „Eins, zwei, drei, vier, fünf Heller!“ zählt er dir an seiner schmuddeligen Hand ab. „Und ich komme dahin, wo die Ratten sind. Überall wo die Ratten sind.“ nickt er eifrig und sichtlich zuversichtlich.
    Bei angemessener Entlohnung – je nachdem auch „Beteiligung“ genannt - wäre er durchaus bereit, seine pelzigen Finger auch in undurchsichtigen Aktionen zu beteiligen.


    Rowena


    Trübe wabert der Nebel durch die Gassen der großen Stadt. Wie gut, dass du im Warmen und auch noch vor einem heißen Tee bei Elenjascha sitzt. Dein erster Tag alleine in Festum hat dich mit klammen Fingern und nur halb erledigten Besorgungen zu deiner alten Gastgeberin zurückkehren lassen. Sie selbst hält ebenfalls eine dampfende Tasse in den gichtigen Händen, hat die Füße behaglich zur Feuerstelle,
    über der der kleine Kessel Tee hängt, gestreckt, und wartet auf deine Erzählung. „Na dann erzähl mal, wie es dir heute ergangen ist, junge Frau!“

  • Rowena räkelt sich wohlig vor der kleinen Feuerstelle und wärmt sich die klammen Finger an dem Becher mit heißem Tee. Ihr entfährt ein leiser Seufzer. "Ach, Ela, diese Stadt... sie ist so aufregend und vieles ist mir so neu und unbekannt. Aber sie scheint mir auch eine Bedrohung zu sein - für uns Schwestern, für Sumus Schöpfung an sich. Immerhin habe ich deine Hütte nach einigen Irrwegen wiedergefunden!" Sie lächelt der alten Freundin müde zu. "Doch Rajuna habe ich in ihrem Häuschen nicht angetroffen. Ein Nachbar erzählte mir, sie sei wohl auf Reisen. Er konnte mir nicht sagen, wann sie wohl zurückkehrt. Ich werde wohl noch ein wenig bei dir bleiben, um auf sie zu warten, damit ich ihr Geertjes Brief geben kann." Neugierig blickt Rowena die alte Elenjascha an. "Ela, was ich schon immer einmal fragen wollte: Warum lebst du hier in Festum und nicht draußen in den Wäldern, wo du Satuaria viel näher sein kannst?"

  • Rowena


    „Jaja, leiste mir ruhig noch ein wenig Gesellschaft. Vielleicht verstehst du ja mit der Zeit, welche Vorteile das Leben in der Stadt hat. Vor allem so ein junger Hüpfer wie du...“ zwinkert sie dir zu. Die tiefen Runzeln in ihrem Gesicht verziehen sich zu einem verschmitzten Grinsen. Es offenbart ein Gebiss, das mindestens ebenso viele Lücken wie Zähne aufweist. „In den Wäldern, junge Schwester? Nein, Satuaria ist uns hier nicht ferner oder näher als anderswo. Du kennst bislang ja nur die Wildnis, habe ich Recht? Aber die Göttin wohnt auch hier in der Stadt, bei den Menschen. Hier kann ich genauso gut im Einklang mit Satuaria und mit meinen Gefühlen leben als im Wald, und hier findet sich immer jemand, der der alten Elenjascha zur Hand geht.“ Bei den letzten Worten grinst sie abermals und blinzelt ein paar Mal abwartend, ob du noch Fragen oder Einwände hast. Sie scheint deine Gesellschaft ehrlich zu schätzen und gerne weiterzugeben, was sie weiß. Der Weg zu den Treffen war ihr in den letzten Jahren von Mal zu Mal länger und beschwerlicher erschienen. Das Reisen war nichts für ihre alte Knochen, wie sie einmal halb bedauernd, halb scherzhaft bemerkt hat.
    „Wart nur, bis du das erste Mal eine Schöne der Nacht triffst! Diese Lebedamen suchen ständig irgendwelche Liebschaften oder politische Affären und wollen immer im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen... da ist mit meine bescheidene Hütte schon lieber.“ spottet sie gutmütig.

  • "Ja vielleicht" sagt der Mann lächelnd..."Sie hat mir geholfen ein Geschenk für einen 'Freund' auszusuchen. Wir sollten langsam losgehen, ich überlege unterwegs wie du am besten helfen kannst", damit macht der Mann sich auf den Weg die Gasse entlang.

  • Rowena lächelt müde. "Danke, Ela, dass ich noch ein wenig bei dir bleiben darf. Ich gehe dir gern zur Hand im Haushalt und bei Besorgungen. Und morgen Abend nehme ich Festums junge Burschen etwas genauer unter die Lupe! Aber für heute habe ich genug und gehe schlafen. Gute Nacht!" Sie erhebt sich, nickt Elenjascha zu und begibt sich zu ihrem Lager.

  • Pjerow und Wutz machen sich auf den Weg zum Marktplatz. Das Treiben vom Nachmittag ist abgeflaut, die wenigen Holzstände, die noch besetzt sind, räumen ihre Auslagen ab und schließen die Läden.


    Lynia ist ohne weitere Zwischenfälle wieder auf dem Marktplatz angelangt.


    Rowena


    Im Nebenraum, der an die Stube grenzt, hat Ela ein Lager hergerichtet. Du kriechst unter den Deckenstapel und bist schon fast eingeschlafen, als du ein Klopfen an die Türe der Hütte hörst. Ein Stuhl knarzt, als die alte Frau sich hochhievt, Schritte tappen, die Türe wird geöffnet.
    „Bitte, ihr müsst mir helfen...“
    erklingt eine Stimme, dann wird sie zu einem hektischen Flüstern gesenkt.

  • Rowena erhebt sich so schnell und so geräuschlos wie möglich von ihrem Lager, eilt leise zum Durchgang zur Stube und versucht zu lauschen und zu erspähen, wer da zu Besuch gekommen ist und was da besprochen wird.

  • Nachdem sie den Marktplatz wieder erreicht hat, bleibt ihr wenig anderes übrig, als zu warten. Die Zeit nutzt sie, um sich ein wenig umzusehen, bleibt dabei aber eher am Rand des Marktes und begibt sich dann auch wieder in die Gegend, in der sie Pjerow zuerst getroffen hat.

  • Auf dem Weg zum Marktplatz überdenkt Pjerow seine Situation. Ein Kartenspiel, darin ist er gut, doch wie soll er an den gewünschten Gegenstand gelangen. Immerhin hat er nicht nur einen Ass im Ärmel, die junge Jägerin und der Gobelin, beide könnten nützlich sein. Doch wie sollte er sie am Besten nutzen.


    Kurz darauf erblicken seine Augen den Marktplatz und das Treiben. Unauffällig suchend schaut er sich nach Lynia um.

  • Als sie schließlich den Fremden von vorher wieder sieht, winkt sie ihm kurz zu und geht in seine Richtung. “Ich muss sagen, ich hätte nicht erwartet, Euch tatsächlich hier wieder zu sehen“, meint sie mit einem freundlichen Lächeln zur Begrüßung.

  • Als sie schließlich den Fremden von vorher wieder sieht, winkt sie ihm kurz zu und geht in seine Richtung. “Ich muss sagen, ich hätte nicht erwartet, Euch tatsächlich hier wieder zu sehen“, meint sie mit einem freundlichen Lächeln zur Begrüßung.

  • Lynia zuckt leicht mit den Schultern, lächelt aber dabei. “Ich weiß nicht. Wer weiß schon, wie vielen Mädchen Ihr irgendetwas auf dem Markt versprecht?“ Sie macht eine kurze Pause, ehe sie weiter spricht. “Aber ich bin ganz froh, dass Ihr doch erschienen seid. So finde ich doch hoffentlich noch eine annehmbare und auch bezahlbare Unterkunft heute.“

  • "Ich verspreche zumeist nur was ich auch halten kann" sagt Pjerow mit einem gewissen Unterton. "Oh doch das denke ich schon...spielt ihr zufällig gern Karten?"

  • Den Unterton hat Lynia entweder nicht gehört oder sie ignoriert ihn. Auf die Frage nach den Kartenspielen zuckt sie nur mit den Achseln. “Ich hatte bisher eigentlich noch nie mit solchen Spielen zu tun. Ist das wichtig?“

  • Rowena


    Ein kleiner Mann steht leicht vornüber gebeugt im Raum, Elenjascha zugewandt. Er dreht dir halb den Rücken zu. Der schwache Feuerschein beleuchtet seinen speckigen Mantel, dunkles, schütteres Haar und seine fahrigen Bewegungen, während er leise auf Ela einredet. Doch nicht leise genug für deine Ohren – immerhin rechnet der Mann nicht mit Lauschern im Nebenraum.
    Einzelne Wörter erreichen dein Ohr, aus denen du entnehmen kannst, dass deine alte Freundin einen Namen als Quacksalberin hat und der arme Mann sich vom Unglück verfolgt sieht. Er redet sich immer mehr in Verzweiflung, bis er sie anfleht: „irgendein Amulett oder einen Schutzzauber! Phex hat sich von mir abgewandt... Haltet es fern von mir...“

  • "Ich kenne ein Gasthaus...aber da findet zunächst eine Kartenrunde statt, an der ich eigentlich teilnehmen wollte" sagt Pjerow lächelnd.

  • "Hm", denkt Rowena bei sich, "das klingt spannend. Was ihm wohl zugestoßen ist?" Sie verharrt und lauscht weiter.