Des Glückes Schmied

  • Festum.
    Freie Stadt des Bornlandes, Handelszentrum und Ort der Wissenschaften. Nicht nur die Wechsel- und Einlagerhalle, auch bekannt als Nordlandbank, hat hier ihren Sitz. Auch ein Kontor des mächtigen Handelshauses Stoerrebrandt findet sich hier. Die Magie wird durch die Halle des Quecksilbers und ein Labor des Bundes des Roten Salamanders präsentiert.
    Festum, eine Stadt die sich selbst regiert.
    Die Offenheit der Handelsstadt zeigt sich im Völkergemisch ihrer Einwohner. Fast ein Fünftel der Metropole besteht aus Maraskanern und Goblins. Es ist wohl einzigartig, dass die Rotpelze hier unter Menschen leben und sogar Bürgerrechte inne haben.
    Dies erzählt man sich über diese stolze Hauptstadt an der Mündung des Born.


    Die Spitze des Jodek erhebt sich im Westen hinter der Stadt. Doch nur derjenige, der gezielt nach der Landmarke sucht, kann sie auch erkennen. Denn die Praiosscheibe verbirgt sich an diesem Frühlingstag hinter Wolken, die scheinbar bis zum Boden reichen, und hinter den dicken Nebelschwaden ist der Berg nur als dunkler Schemen zu erahnen, der sich über den etwas dunkleren Schemen der Gebäude abzeichnet.
    In den Straßen und Gassen der Stadt hat sich der Dunst gesammelt. Er schluckt die Geräusche und legt sich unbemerkt in kalten Tröpfchen auf Gesicht und Mantel.


    Auf dem Marktplatz schadet das trübe Wetter dem geschäftigen Treiben keineswegs. Die Rufe - "Wunderbare Stoffe, herrliche Farben!" - "Preiset die Schönheit!" - "Hier! Die neue Festumer Flagge!" - "Süüßer Meskinnes! Weermt scheen!" - "Frischer Aal, frischer Dorsch, heute gefangen..."- klingen ein wenig dumpf und man kann die Richtung nicht gleich ausmachen, aber der Platz ist wie immer mit der bunten Einwohnerschar bevölkert. Hier wird gefeilscht und gehandelt, und nicht nur die Fischweiber und Pelzhändler, die Töpfer und Tuchhändler versuchen, ihren wohlhabenden Kunden das Geld aus den Taschen zu ziehen...
    Auch ungebetene Gäste zieht der Markt an. Ausgezehrt vom Winter haben nur die stärksten und klügsten Nager überlebt, indem sie sich durch die Vorratskammern fraßen. Jetzt sind die Ratten noch geschwächt, doch bald schon lockt sie der erwachende Frühling wieder hervor aus ihren Löchern.

  • Zwischen den Marktständen bewegt sich ein knapp 1,5 Schritt großer Rotpelz mit fröhlichen grünen Augen durch die Menge der Menschen auf dem Platz. Gekleidet ist er in eine Weste aus braunen, roten und schwarzen Flicken aus aussortiertem Leder. Seine Arme hängen lang und rot bepelzt an ihm herab. Dazu trägt er einen schmutzigen gelben Gürtel, eine viel zu große Lederhose und Stifel, die an einigen Stellen ziemlich angebissen aussehen. Über seinem flachen Gesicht mit der breiten Nase und den kurz herausragenden Eckzähnen, trägt er ein grünes Haarband. An seinem Lederranzen und an seinem Gürtel findet sich allerlei Zeug. Ein kleines Netz hängt neben zwei Fallen, die gerade mal groß genug sind für Mäuse und Ratten. Im Gürtel steckt ein kurzer schäbiger Dolch.


    Er scheint nicht weiter aufzufallen. Ein Umstand, den man ausser in Festum, vielleicht noch in Thorwal, aber in sonst kaum einer anderen Stadt Aventuriens beobachten kann. Einzig dreht sich der ein oder andere Mitbürger um und rümpft die Nase. Doch das scheint den kleinen Kerl nicht in seiner Fröhlichkeit zu stören. Plötzlich bleibt er stehen, streckt die Nase in die Luft und schnüffelt. Er ändert die Richtung und bewegt sich auf eine Gasse zu.

  • Aus eben jener Gasse am Rande des Marktes kommt in diesem Moment eine Gestalt, gut 1,5 Ellen länger als der Rotpelz der in seine Richtung schnüffelt. Wäre er nicht aus eben dieser Gasse getreten, wäre dieser Mann ihm wahrscheinlich weniger aufgefallen, als der Rotpelz in dieser Umgebung. Und letztendlich sind ja selbst die kein ungewohnter Anblick in Festum.

    Aber dieser Mann, der dort aus der Gasse tritt, mit seinen freundlichen und wachen braunen Augen, mit denen er sich aufmerksam umsieht, dass ebenfalls braune und kurz geschnittene Haar unter einer einfach grau-braunen mit Fell besetzten Mütze versteckt, und in einen ebenfalls recht einfachen gräulichen, ihnen wohl einfach mit fellausgeschlagenen, Mantel gehüllt, die Beine in einer dazu passenden, ledernen Hose und einfache Stiefel an den Füßen, passt so gut in diese Umgebung, dass er niemand ist, nachdem man sich lange umdreht.

    Dieser Eindruck wird vielleicht noch verstärkt durch die Tatsache, dass seine Kleidung sicher einfach ist, aber in keinem Fall schäbig oder verdreckt, einfach aber gepflegt, so lässt es sich wohl am besten beschreiben. Beobachtet man den Mann ein wenig, so fällt durchaus auf, dass er sich zu bewegen weiss, und eine gewisse Gewandtheit in seinen Bewegungen zu finden ist, wer weiss vielleicht ist er Zimmermann und gewohnt auf den Balken zu entlang zu bewegen oder etwas dergleichen, es fällt einem aber sicher auch auf, dass es gar nicht so leicht ist, diesen Mann zu beobachten, vielleicht weil er so unscheinbar ist, früher oder später verliert sich sein Anblick in der Menge.

    Aber just in diesem Moment, als er aus der Gasse kommt, und noch einige Schritt von dem Trubel des Marktes entfernt ist, fällt es nicht schwer ihn zu betrachtet. Am Gürtel trägt er ein Messer in einer Scheide und einen Beutel sowie eine Geldkatze, auf dem Rücken einen kleinen Sack, letztendlich auch nichts besonderes für jemanden, der hier in Festum auf den Markt ging.

    Als er aus der Gasse tritt, sich umsieht, und gleich neben ihm an die Wand gelehnt einen Bettler sieht, greift er kurz in seinen Beutel und schnippst diesem dann mit einer schnellen Handbewegung etwas zu. Schaut man genau hin, mag man es vielleicht für eine Münze halten, aber viel zu groß für einen Kreuzer scheint diese zu sein, und auch nicht wirklich wie ein Heller, aber wer würde schon einem Bettler mehr als einen Heller zuschnipsen, zumindestens nicht wenn er nicht gerade mit Gefolge reist und schon gar nicht einer wie dieser Mann.

    Dann schaut er sich zufrieden wieder Richtung Markt um.

  • Ah Ha! Er wusste doch, dass der Geruch ihm vertraut vorkam, denkt sich der Rotpelz, als er den unscheinbaren Mann aus der Gasse treten sieht. Auch weiß er aber, dass er diesen nicht von selbst anreden sollte. Er würde sich schon bemerkbar machen, wenn er was wollte. So dreht sich der kleine Racker wieder um und geht mit der selben Gelassenheit wie zuvor weiter seines Weges.

  • Dieser Mann war sicher nur auf dem Markt um sich ein wenig umzuschauen, oder sollte die Gelegenheit gut sein, ein Schnäpchen zu ergattern, so ziellos wie er sich auf dem Markt zu bewegt. Hier und da die Stände und Menschen zu betrachteten scheint.


    Von Absicht kann man sicher nicht sprechen, als er an dem Goblin vorbei kommt. Wieder greift er in die Tasche und schnippst diesem etwas zu. Nickt ihm kurz zu und dreht dann seinen Rundgang weiter.


    An einem Stand der Lederwaren verkauft bleibt er kurz an der Auslage stehen. Kurz darauf geht er aber weiter. Biegt nicht unweit in eine Gasse, einen Tavernen Eingang hätte man hier sicher nicht erwartet. Trotzdem die Treppe in den Keller die er dort nimmt führt zu so etwas ähnlichem. Wenn man auch hier sicher keine hohen Herren finden wird.



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  • Markt

    Ledergürtel in verschiedensten Varianten, Beutel, Taschen, Riemen liegen auf dem Tisch aus. "Wie wäre es mit einem neuen Gürtel für den Herrn? Oder vielleicht etwas auffälligeres, für besondere Anlässe?", der dienstbeflissene Verkäufer, gemessen an seinen jungen Jahren wohl der Altgeselle des Handwerkers, versucht deine Aufmerksamkeit auf ein paar geprägte Stücke zu lenken, die schwarze oder dunkelrote Muster zieren. Als er dein nur mäßiges Kaufinteresse bemerkt, wendet er sich wieder dem Zuschneiden von Lederriemen zu, nicht ohne immer wieder von seiner Arbeit aufzusehen und den Blick schweifen zu lassen.

    Im Keller klopfst du mit dem richtigen Zeichen an die richtige Tür. Nicht, dass Unbefugten nicht schon auf der Straße der Weg verwehrt würde, aber es gab auch hier kleine Traditionen, die sich hielten. Du öffnest dir also selbst die Tür. Wie erwartet sind keine hohen Gäste zu sehen, zumindest ist keiner der Anwesenden als solcher zu erkennen. In einer Nische entdeckst du deinen Lehrer. Er unterhält sich gerade mit Person, die dir wenig vertraut ist.

    Die beiden Personengruppen, die näher bei der Türe stehen, scheinen gerade in der Schlussphase irgendwelcher Verhandlungen zu sein, über das Gemurmel kannst du das Gespräch der beiden nur bruchstückhaft verfolgen, falls du das möchtest [Sinnenschärfe +5].

    Gasse (Wutz)

    „Hooi, Gesell Rottpelz!“

    , ruft die Stimme eines Mannes hinter dir her, gerade als du die ersten hundert Schritte die Gasse hinunter getan hat. Du befindest dich jetzt innerhalb der Straßenzüge, die zur Speicherinsel hin liegen und nicht auf dem Reisbrett entstanden, weil sie dem Flussverlauf folgen. Ein kompakt gebauter Mann, schwarze buschige Augenbrauen und buschiger Schnauzbart, dafür ein glattrasierter Schädel: Ein Norbarde lehnt sich aus einem breiten Türrahmen eines Hauses, das ein bemaltes Holzschild als Taverne ausweist. Unter dem Schild prangt der Name „Lustiger Nurbard“. Er winkt dich zu sich heran, weicht aber abrupt zurück, als ihm dein... Geruch in die mindestens einmal gebrochene Nase steigt.

    „Kommste mal bei mir vorbei?“

    , flüstert er fast schon verschwörerisch.

    „Aber nimmste net die vordre Tür. Da hinten,"

    er deutet dir den Weg,

    "da is die Küche, da is der Keller und hier irgendwo is das Vieh, was mir den ganzen Winter geärgert hat. Hab ihn net fangen können, den verbrasselten Ratz. Hat dem armen Wjeschek arg das Geschäft versaut."

    Er schaut wehleidig, aber weder die Vorratskammer noch der Eindruck, den der Wirt selbst auf dich macht, können diese Klage unterstützen.

  • Pjerow bewegt sich in gewohnter Ruhe Richtung Bar. Schaut sich kurz um wobei seine Aufmerksamkeit ein wenig länger auf den Personen in Türnähe liegt.

    An der Bar schaut er kurz den Kerl hinterm Thresen an. "Das übliche" spricht er kurz halb abwesend. Sein Blick wandert weiter halb in Gedanken durch den Schankraum. Wer war wohl dieser Mann und viel wichtiger würde der Rotpelz den hinweiss verstehen, dass er ihn später treffen will, oft hatte er ihn ja noch nicht "konsultiert"...aber gut, dass würde sich zeigen und ein wenig mehr Spannung war ja auch nicht immer das Schlechteste...
  • Geschickt fängt der kleine Rotpelz die Münze auf, die der unscheinbare Mann ihm zugeschnippst hat. Im Gehen betrachtet er sie nachdenklich. Fast wäre er gegen den auslandenden Hintern einer üppigen Frau, die plötzlich vor ihm stehen blieb, gelaufen, wenn der Norbade hinter ihm ihn nicht gerufen hätte. Ein Auftrag kommt ihm nun ganz recht. Eine große weiße Ratte hat vor nicht all zu langer Zeit eine seiner Fallen zerbissen und eine neue musste her. In seiner Naivität nickt er fröhlich und begiebt sich den Weg herunter zum Hintereingang. Währenddessen wirft er einen letzten Blick auf die Münze in seiner Hand ...

  • Wutz
    Eine schöne blinkende Silbermünze liegt in deiner Hand. Als du sie nochmal betrachtest, bemerkst du, dass neben dem aufgeprägten Kopf feine dunkle Linien sind. „~std. Mrkt“ kannst du dort entziffern.
    Als du durch die Hintertüre trittst stehst du direkt in der Küche. Der Raum wird beherrscht von einem riesigen Tisch in der Mitte, an dem gerade eine alte Frau sitzt und Gemüse schneidet. Sie blickt kaum auf, als ihr hereinkommt. Rechterhand ist eine Feuerstelle und ein gemauerter Ofen. Zur Linken öffnet Wjeschek gerade eine schwere Holztüre, hinter der sich Regale mit Käserädern, geräuchertem Schinken und eingemachtem Gemüse finden – die Speisekammer. Er deutet auf ein Stück Trockenfleisch. „Da, schau, des hat er mir zerbissen. Und in meine Falle wollt er auch net gehen.“ Er deutet auf den Boden, wo er eine Falle mit einem unangetasteten Stück Schinken aufgestellt hat.


    Pjerow
    Der Kerl hinter dem Tresen, klein und mit spitzer Nase, wirft dir einen flüchtigen Blick zu, dann macht er sich an seinen Flaschen zu schaffen schiebt er dir ein sauberes Glas, bis zum Rand gefüllt mit einer klaren Flüssigkeit, zu. „Der erste ist schon bezahlt. Da will wohl jemand was von dir.“ Er deutet mit dem Kopf zu den beiden Personen. Welchen von ihnen genau er meint ist nicht auszumachen. Außerdem grinst er dich mit einem unverschämten Gesichtsausdruck an, als ob er wirklich eine Antwort erwarten würde.
    Unter den Verhandelnden befinden sich ein paar Tulamiden. Es geht um eine „Ware“, die aber nicht näher benannt wird. Was dich interessiert, spielt sich hinter ihnen ab. Du konzentrierst dich und kannst ein paar Fetzen der Wörter verstehen, die der in einen braunen Reisemantel gekleidete Mann mit deinem Lehrer wechselt. Letzterer wirft dir bald einen durchdringenden Blick zu und macht eine unauffällige Handbewegung: „Warte“.
    "...bard. Er setzt..."- „...nicht erhalten.“ - „Ja. Gut.“ - „Der letzte... Ruin. Wir sor...“

  • Wutz bückt sich herunter und begutachtet die Falle des Wirts näher. Ein Lächeln macht sich auf dem groben Gesicht des kleinen Wesens breit. Schinken. Federn und Spanne viel zu offensichtlich. Spröder Holzboden. Nein, dieser hier hatte noch nie eine Ratte gefangen. "Ich helfe euch, wenn ihr wollt. Die Kleinen Biester sind cleverer als man glaubt." spricht Wutz mit kehligen und grunzenden Lauten. Das sollte eine leichte Aufgabe werden. Und die Stadt wieder etwas sauberer.

    Er hebt den Kopf und beginnt zu schnüffeln.

  • Pjerow schaut nur einmal kurz in die Gruppe hinüber als er das Glas entgegen nimmt. Dann wandert sein Blick zurück zu dem Kerl hinter der Bar. Ein wohlgeübtes Lächeln wandert auf sein Gesicht "Die Frage ist doch net wer etwas von einem will...sondern von wem man sich finden lässt."

    Dann nickt er noch einmal in die Gruppe herüber aus der sein Gönner zu kommen schaut. Geübt und im kürzesten Teil eines Augenblicks versucht er die Männer einzeln zu betrachten und einzuschätzen.

    Einen etwas im Halbdunkeln liegenden Platz am Ende der Bar war perfekt für seine Zwecke. Wie oft hatte er dieses Spielchen schon gespielt, aber heute war er nicht in der Stimmung seine Karten zu offenbaren, aber auch nicht dazu das Spiel unnötig in die Länge ziehen. Sollte sein Gegenüber wirklich so interessiert sein, würde er ihm die Gelegenheit geben sich ihm zu nähern.

    Auf das Zeichen des Mannes, der ihm so viel mehr war als nur ein Mentor und alter Freund, reagiert er gar nicht weiter, so unscheinbar es war hätten die meisten es wohl übersehen, die die es wahrgenommen haben, es vielleicht für unwichtig gehalten und die die beide Fehler nicht begangen, vielleicht gedacht Pjerow hätte es übersehen. Doch eins war klar, er uns sein Mentor wussten, dass er es wahrgenommen hatte und sie wussten, dass er es verstanden hatte. Warum also Gesten verschwenden, die einem Auge zu viel auffallen konnten.

  • Als der Mann, der ihm dieses erste Getränk spendiert hat, sich einige Momente Zeit lässt wundert sich Pjerow ein wenig. Dies ist ihm aber in keiner Weise anzumerken. Langsam trinkt er einen Schluck. Gar nicht schlecht, keine solch schlechte Wahl, aber all zu schnell trinkt er nicht, das Spiel war nicht das schwerste für ihn, aber einen benebelten Kopf sollte man trotzallem nicht haben.

  • Wutz
    Du schnüffelst, und kannst sogar einen Geruch ganz leicht wahrnehmen. Aber der Geruch der Lebensmittel – Käse, Essiggurken, Geräuchertes – überdeckt den von der oder den Ratten und verhindert, dass du die Richtung genau ausmachen kannst. An den Bissspuren kannst du erkennen, dass es sich tatsächlich um diese Nager handelt. Bei der Untersuchung der Dielen stößt du auch auf Losung.


    Pjerow
    Du betrachtest du beiden Gruppen. Zwei Tulamiden und ein Einheimischer verhandeln mit zwei anderen aus Festum. Sie vermeiden es, über die genauere Natur des Gegenstandes der Verhandlung zu sprechen. Die Tulamiden sind die Verkäufer, gute Handelspartner – soll heißen: gute Feilscher, die versuchen, den Preis zu diktieren. Sie scheinen recht zufrieden mit dem Verlauf der Diskussion zu sein, da sie ihre Preisvorstellung anscheinend auch durchsetzen können.
    Die abseits stehenden Männer beenden das Gespräch. Mit einem Handschlag verabschieden sie sich voneinander, der Händler durchquert raschen Schrittes den Raum und verlässt ihn, ohne eine weitere Person eines Blickes zu würdigen. Dein Mentor tritt auf dich zu. „Der Segen des Listigen ist mit dir, wenn er dich just an diesem Abend hierher führt.“, begrüßt er dich. Ohne große Vorrede, aber mit wohlgesetzten Worten, wie es seine Art ist.

  • Mit dem Strom der Menschen betritt auch eine weitere Frau den Markt. Selbst in dieser Gegend dürfte sie in erster Linie durch ihre Kleidung und vor allem den beiden Köchern mit Pfeilen auffallen. Die Frau ist mit 84 Fingern durchschnittlich groß und eher einfach gekleidet. Sie trägt eine braune Lederhose, die besonders an den Knien bereits deutliche Abnutzungserscheinungen zeigt, und dazu eine warme, langärmliges Wollbluse. Zusätzlich trägt sie zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Kälte einen dunkelgrünen Umhang. Die Kapuze des Umhangs ist im Moment zurückgeschlagen und gibt den Blick auf ein wettergegerbtes Gesicht einer jungen Frau. Ihrem Gesicht und ihrer Erscheinung nach wirkt sie noch recht jung, vermutlich keine 20 Sommer, aber gleichzeitig scheint sie eine gewisse Abhärtung erlebt zu haben. Die braunen Augen blicken wachsam um sich, während das dunkelblonde Haar zu einem Pferdeschwanz nach hinten gebunden ist.
    Die beiden erwähnten Köcher befinden sich zum einen am Gürtel der jungen Frau, und zum anderen an ihrem Rucksack. Beide sind mit Pfeilen bestückt und in dem auch ein nicht gespannter Kurzbogen steckt. Auf dem Rucksack ist zusätzlich auch warmer Schlafsack festgeschnallt. Am Gürtel findet man auch ein Jagdmesser.


    Obwohl die junge Frau mit den anderen in Richtung Markt unterwegs ist, versucht sie sich nach Möglichkeit etwas abseits der Menge zu bewegen. Und auch am Markt selbst bleibt sie zunächst eher am Rand, anstatt sich alle Stände anzusehen. Sie weiß sowieso nicht genau, was sie eigentlich sucht. Jäger der Nivesen vielleicht.

  • "Der Segen unseres Herrn auch mit Dir mein Freund" spricht Pjerow ohne darauf einzugehen, dass es kein Segenswunsch sondern eine Einsicht seines Mentors und Freundes zu sein gewesen schien. "Wirst du mir sagen wer dieser Mann war? Oder muss ich es herausfinden?" Abschätzend schaut er nocheinmal über den Raum. "Ist es etwas das ich für dich tun soll? Oder willst du nur etwas wissen? Du weisst ich habe eigene Unternehmungen".

  • Pjerow
    "Wer er ist, ist im Moment nicht wichtig. Aber -", er zeigt ein zähneblitzendes Lächeln -, "ich hätte tatsächlich eine kleine Aufgabe für dich. Wenn du nicht allzu schwer von deinen eigenen Unternehmungen vereinnahmt bist, natürlich." Er zieht fragend eine Augenbraue nach oben.


    Lynia
    Du erregst wenig Aufmerksamkeit, vor allem, wenn du dich am Rand des Marktplatzes bewegst. Du kommst an Auslagen mit Lederwaren vorbei, dort an einem Pfannenschmied, und dir fällt ein Stand auf, hinter dem ein rotbraun bepelzter Goblin gegerbte Felle feil bietet. Schließlich erregt ein stämmiger Mann mit der typisch nivesischen Mütze deine Aufmerksamkeit. Er schmaucht an einer langen Pfeife, während vor ihm zwei Kurzbögen, passende Pfeile für Kurz- und Langbogen und ein paar Holzfiguren von Tieren ausliegen.

  • "Eine kleine Aufgabe sollte sich immer unterbringen lassen." sagt er mit einem Lächeln "Zumal für dich. Und man weiss nie, vielleicht lässt es sich gar mit meinen Unternehmungen verbinden."

  • Lynia hat ja schon auf dem Weg gehört, dass man in Festum anscheinend recht tolerant gegenüber den Goblins ist. Aber irgendwie ist der Anblick des kleinen rotbepelzten Wesens hinter einem der Marktstände dann doch ein wenig befremdlich für sie. Aber im Moment ist dieser Stand ja auch nicht ihr eigentliches Ziel. Und es dauert auch nicht lange, bis sie tatsächlich jemanden findet, der zumindest dem äußeren nach ein Nivese sein könnte. Und der Stand passt dann auch noch gut dazu. Langsam nähert sie sich dem Stand und sie muss noch nicht einmal Interesse vortäuschen.
    “Seid gegrüßt“, begrüßt sie den Händler, während sie sich gleichzeitig die Kurzbögen und die dazugehörigen Pfeile etwas genauer ansieht, und nach Unterschieden zu ihrem sucht.

  • Pjerow
    "Es ist schön, das zu hören", versichert er dir, dann verändert sich seine vertrauliche Mine und er wechselt in das Geschäftliche.
    "Probiere dein Glück heute Abend im 'Lustigen Nurbard'. Alle paar Markttage reserviert Wjeschek, der Wirt, sein Hinterzimmer für eine Boltan-Runde. Wir haben erfahren, dass heute der glücklose Ivor Stippsen am Spiel teilnimmt." Sein Name kommt dir vage bekannt vor. Du erinnerst dich an ihn als Festumer Pelzhändler, der aber nie groß von sich reden machte. Dein Gegenüber erzählt weiter, und du erfährst mehr. "Vor etwas mehr als einem Jahr ging Ivors kleines Unternehmen zugrunde. Sein anfänglicher Geschäftssinn hatte ihn verlassen, er verspekulierte sich ein paar Mal." Er zuckt die Schultern. "Genaueres über damals weiß ich nicht, jedenfalls lebt er seitdem am Rande des Gerberviertels in bescheidenen Verhältnissen. Seit seinem Ruin hat er angefangen, zu spielen." Unschwer war zu erraten, woher er diese Information hatte... Bei den letzten Worten senkt er die Stimme und fährt ebenso gedämpft fort. "Stippsen wird versuchen, einem der anderen Spieler einen Gegenstand unterzujubeln. Das darf nicht passieren." Wären seine ehrlichen Worte nicht gewesen, sein eindringlicher, unverstellter Blick spricht Bände.


    Lynia
    "Seid mir auch gegrüßt!", erwidert der Nivese, während er seine Pfeife neben sich legt. "Seid Ihr auf der Suche nach einem ausgezeichneten Bogen? Oder sollen es lieber gute Jagdpfeile sein, schnell wie der Kiamuk, der Sturmfalke?" Unter seiner Mütze spitzen ein paar Strähnen seines Haares hervor, deren Farbe du unwillkürlich mit dem Rotbraun des Goblins von eben vergleichst. Er lädt dich mit einer Geste ein, die Kurzbögen ruhig näher anzusehen, und du kannst tatsächlich einen Unterschied zu deinen feststellen. An den Enden der Wurfarme findet sich je eine Rille, in der die Sehne läuft und somit weniger leicht von den Armen rutscht. Einer der beiden Bögen hat einen fein geschnitzten Vogelkopf an einem Ende, die Sehne wird über den Schnabel gezogen.
    Er blinzelt zu deiner Jagdausrüstung, dir scheint, als würde er versuchen, deine Köcher, Pfeile und den Bogen einzuschätzen.

  • "Über die Natur dieses Gegenstands kannst du mir nichts Weiteres sagen vermute ich? Und der gute Mann soll vermutlich nicht merken, dass ein Fuchs ihm das Huhn vor der Nase wegklaut?" fragt er mit einem Zwinkern. "Gibt es noch mehr was ich wissen sollte? Ich habe mir ein Helferlein für etwas anderes bestellt, aber das wird warten können. Vielleicht lässt er sich auch dafür nutzen."