Die letzte Bastion

  • "Eben... die Meisten", murmelt Cazira und legt ihre Arme um Rowinja. "Ja, du hast recht. Hier herrscht endlich frieden." Zusammen machen sie es sich auf den alten Strohlagern bequem, und Cazira umarmt die Halbelfe von hinten. Der Nähe wegen und gegen die Kälte der Nacht. "Träum süß", murmelt sie ihr in Ohr.

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe

  • Ausklang: Der Weg nach Hause
    23. Tag seit Punin, 16. in der Khom - 38. Tag seit Punin, 31. in der Khom [MUSIK]



    Mit Beginn des neuen Tages wird sich aufgemacht, das Kakteen- und Pflanzenfeld aufzusuchen. Der Boden mit dem geriffelt gewehtem Wind wird dabei umgangen. Vor Ort wird die Richtung Süden herausgefunden, die sich schon vorher aufgrund des Sonnenverlaufs abschätzen ließ. Auch eine etwaige Überprüfung des Nachts durch den Sternenstand bringt kein anderes Ergebnis. Es wird sich an die harte und unbequeme Arbeit gemacht, Kakteen zu entschälen und auszuwringen und Knollen auszugraben. Rowinja übernimmt dabei die Oberaufsicht, die ausgegrabenen Knollen und Wurzeln durchzusehen, dass da nicht etwa etwas Ungenießbares drunter geraten ist.
    Finger werden immer mal wieder zerstochen bei der wahrlich stacheligen Arbeit mit den Kakteen, aber Unze Flüssigkeit um Unze Flüssigkeit wird ausgepresst und in den Gefäßen aufbewahrt. Flüssigkeiten und Nahrung werden mit dem Gepäck unter dem improvisierten Sonnensegel aufbewahrt, in dessen Schatten auch die benötigten Pausen verbracht werden. Da die eigenen Vorräte noch für den Tag ausreichen, wird der Großteil der Ausbeute an das Kamel gereicht, das auf wahrhaft beeindruckende Art und Weise deutlich macht, wie viel ein durstiges Kamel trinken kann, um danach immer noch Durst zu haben.
    Als der Tag sich dem Abend zuneigt, ist ganz gewiss klar, soweit es nicht ohnehin auf der Hand gelegen hatte, das mit einem Tag der mühseligen Ernte nicht die Vorräte geschaffen werden können, die geschätzt benötigt werden für Raimundos Plan.
    Zur Bastion, die den Tag über unverändert in kurzer Entfernung steht, wird nicht mehr zurückgekehrt.


    Die Nacht ist in der Wüste wie bekannt kalt, keine Wände der Bastion schützen mehr und wenn nur wenig vor der Nachtkälte und vor dem überall hinkriechenden Sand.


    Am nächsten Tag wird die Ernte fortgesetzt, denn Nahrung und Flüssigkeit ist das Wichtigste, was sie überhaupt benötigen, um Chancen zu haben, eine bewohnte Oase und damit Rettung zu finden. Das Kamel wirkt weniger gierig, aber kann noch immer fressen und vor allem trinken. Sonst liegt es angebunden im Sand und gibt griesgrämig klingende Laute von sich.
    Auch selber essen und trinken, um sich für die kommenden Strapazen ist wichtig, so erstreckt sich das Ernten noch bis auf den dritten Tag, damit auch alle einschließlich des Kamels satt und nicht durstig und noch umfassende Vorräte geschaffen sind.
    Doch die Hoffnung auf Rettung und Entkommen gibt Hoffnung.


    Erst am vierten wird aufgebrochen, das Kernvorhaben von Raimundos Plan anzugehen. Es kann problemlos noch bei Dunkelheit aufgebrochen werden. Den Tag über ist nichts zu sehen außer Hitzeflirren, Sand und zuweilen Dünen. Daher wird - nachdem die Mittagspause im Schatten des Sonnensegels verbracht wurde - am noch recht frühen Abend eine als markant genug erscheinender Düne gelagert.


    Am nun fünften Tag trennt sich die Gruppe erst einmal. Raimundo als Entdecker und Entwerfer des Planes meldet sich zu jenen, die nach Süden weiter gehen. Yussuf und Cazira kamen bislang mit den Anstrengungen eines Wüstenmarsches körperlich mit am besten zurecht und bieten sich dadurch an, ebenfalls mit dem Almadaner zu gehen, während die anderen mit dem Kamel zum Feld zurückkehren, um weiter Flüssigkeit und Essen zu ernten. An der Düne werden Gefäße vergraben, die die drei "Suchenden" bei ihrer Rückkehr vorfinden werden.


    Am sechsten Tag wird geerntet, am Abend des siebten Tages trifft man sich an der Düne wieder. Kein Hauch von Grün, nicht einmal die Spiegelung des herbei gesehnten Wasser oder Spuren im Sand, die auf eine Karawane schließen lassen, wurden gefunden in südlicher Richtung.
    Aber es gibt noch viel Richtungen mehr und die frisch erwachte Hoffnung, auch Dank der Aussicht auf ausreichend Vorräte und Wasser, ist so schnell nicht klein zu kriegen.


    Frische Vorräte werden zurückgelassen am achten Tag, als der Suchtrupp nun nach Südosten zieht.
    Am neunten Tag wird wieder geerntet, gepresst und ausgegraben und am zehnten trifft man auf die bereits Wartenden, die ausgesprochen froh sind und sogleich eine vermutlich positive Meldung haben, denn sie sind auf eine breite Spur gestoßen, die nur von einer Karawane stammen kann, die weiter in etwa südöstlicher Richtung führt.


    Nur um sicher zu gehen, wird am elften zur Feld zurückgekehrt, von allen gemeinsam am zwölften Tag geerntet, am dreizehnten an der Düne eingetroffen, im Laufe des vierzehnten auf die Spur gestoßen am Nachmittag in der Entfernung, nur mehr zu erahnen als sicher zu sehen breite Felsformationen, von der Höhe eher in Richtung Hügel oder kleine Berge gehen müssten. Am fünfzehnten Tag des anstrengenden Unternehmens wird gesehen, was manch einer womöglich im ersten Moment für eine Luftspiegelung halten mag, oder was sie Erschöpfung eingeben mag: grüne Palmen, eine Wasserfläche, die dazwischen heraus blinkt, Häuser, Menschen ... Rettung!



    Oase Birscha, Ingerimm 1008 BF

    Es ist die Oase Birscha, die erreicht wird, in der einige hundert Angehörige der Beni Schebt leben und die eine Oase an einer der gängigen Karawanenrouten ist, womit eine grundsätzliche Weiterreise durchaus möglich ist. Je nachdem, wohin man möchte, würde man schneller eine Karawane finden, der man sich anschließen kann, oder müsste ein wenig warten.
    Überhaupt in der Wüste vom Weg abzukommen, sich dann verlaufen und trotzdem zu einer Oase zu finden ist großes Glück, das wird den Eingetroffenen oft genug mitgeteilt.
    Zum Glück für die Frauen sind die Beni Schebt ein Stamm, die ihre Frauen sehr schätzen und ihnen recht großen Respekt entgegenbringen: sie führen die Finanzen, handeln und feilschen.
    Allerdings sind eine magiebegabte Halbelfe und eine Frau mit Waffen auch für die Beni Schebt zu fremdartig.
    Eine etwaige Wartezeit in Birscha kann auch sich auch dadurch angenehmer gestalten, dass die Beni Schebt sehr musisch veranlagt sind: abendliches kunstvolles Erzählen durch einen Haimamud, Tänze zum beschwingten Trommelschlag oder hingebungsvolles Vortragen von Gedichten sind weit verbreitet. Dazu sind durch Karawanen, die Aufenthalt machen, auch immer mal wieder Fremde da.
    Die Häuser befinden sich um den See herum, dann aus Lehm errichtet, oder direkt aus dem Fels herausgeschlagen, so dass sich das Wohngebiet die Felsen hinauf zieht.
    Vom See aus sind Kanäle gezogen um die Felder, auf denen unter anderem auch Melonen, Hirse und Gurken gezogen werden, zu bewässern, zum Schutz gegen den Sand wurden gerade an den Feldern und Kanälen Hecken gepflanzt. Der Scheich der Beni Schebt lebt in einem Palast, dem höchsten Gebäude Birschas.
    Unterkunft gibt es in der örtlichen Karawanserei.


    So haben die Helden Sicherheit und Rettung gefunden, haben problemlose Aussicht auf die Rückkehr in die Zivilisation und das Wissen darum, die seit Jahrhunderten verschollene und vergessene Bastion "Khomwacht Praiossieg " und ihre Besatzung von einem jahrhundertealtem Spuk erlöst zu haben, auf dass ihre Seelen nun den endgültigen Frieden finden.


    So lösen sich all die Strapazen und Entbehrungen darin auf, gerettet zu sein und gerettet zu haben.

  • Auch wenn der Spuk scheinbar vorbei ist, beschließt Yussuf, die Nacht wieder vor den Mauern der Bastion in seinem Lager dort zu verbringen. Am nächsten Morgen hat er auch früh sein Lager abgebaut und die Sachen in die Bastion zum Kamel getragen, um sie dort mit aufzuladen.


    Als sie dann zum Kakteenfeld aufbrechen, achtet der Tulamide auch wieder darauf, nicht die Fläche des geriffelten Sandes zu betreten, denn noch immer misstraut er ihr aus einem Instinkt heraus. Bei der Frage, wer von ihnen nun weiter Knollen und Saft erntet und wer als Spähtrupp aufbricht, hält sich Yussuf anfangs zurück, denn seiner Meinung nach sollte auf jedenfall jemand dabei sein, der sich einigermaßen zutraut, sich in dieser verfluchten Wüste zu orientieren. Damit sollten zumindest Raimundo oder Rowinja diesen Trupp anführen. Schließlich ist es der Gelehrte, dessen Vorschlag es auch gewesen ist, der als erstes Mitglied feststeht. Dass Yussuf ihn nicht sonderlich gut leiden kann, dürfte in den letzten Tagen mehr als deutlich geworden sein. Dennnoch erklärt sich Yussuf bereit, sich ebenfalls dem Spähtrupp anzuschließen, denn im Vergleich zu manch anderem in ihrer Gruppe scheint er weniger ein Problem mit den langen Wüstenmärschen zu haben. Außerdem könnte er den Gelehrten verteidigen, falls wieder wilde Tiere oder gar Räuber sie angreifen würden. Denn ob außer dem Gelehrten jemand wirklich verstanden hat, was Raimundo sich überlegt hat, wie sie ihre Richtung halten oder bestimmen könnten...


    Schließlich kehren sie am siebten Tag wieder zu den anderen zurück, ohne etwas gefunden zu haben. Solange das Kakteenfeld noch genügend Proviant zur Verfügung stellt, besteht Hoffnung, hier lebend herauszukommen. Doch andererseits schleicht sich auch der Gedanke ein, dass die Wüste so groß ist und sie mit ihren Spähmärschen knapp an ihrer Erlösung vorbeigehen könnten und es im Hitzeflimmern nicht einmal sehen würden. Doch schließlich ist die zweite Richtung, die sie wählen, vielversprechend, denn sie entdecken Spuren einer Karawane. Nun galt es, die richtige Richtung zu wählen: Kam die Karawane gerade von einer Oase oder ist sie kurz vor der nächsten? Diese Entscheidung überlässt Yussuf jenen, die sich intensiver mit Raimundos Karte ausgesetzt haben sich vielleicht etwas mehr mit dieser Wüste auskennen.


    Nachdem sie noch einmal ihre Vorräte aufgefüllt haben, brechen sie alle am dreizehnten Tag auf. Da ungewiss ist, wie lange der Weg ist, besteht Yussuf darauf, die Vorräte wieder auf 3/4 zu rationieren, so wie sie es schon auf ihrem Weg vom Sandsturm zur Bastion gemacht haben. Auch die letzte Amphore mit dem klaren Wasser, das sie in der Bastion geborgen haben, will der Tulamide bis zum letzten Schluss aufheben. Denn im Gegensatz zu dem Kakteensaft sollte es nicht schlecht werden und länger haltbar sein für ihre Reise, deren Dauer sie nicht kennen.


    Nach einer gefühlten Ewigkeit, die sie nun in dieser Wüste verbracht haben, ohne zu wissen, wie es für sie enden wird, zeichnet sich schließlich eine Oase am Horizont auf. Zuerst mag es wie eine Täuschung erscheinen, wie sie schon der einen oder anderen erlegen sind, doch je näher sie ihr kommen, desto mehr offenbart sich, dass es sich wirklich um eine Oase und damit um ihre Rettung handelt.


    Am Abend des Tags nachdem sie die Oase erreicht haben, überwindet Yussuf seinen Stolz und sucht Raimundo auf. Es ist offensichtlich, dass er sich schwer damit getan hat und dass sein Anliegen ihm wichtig ist. "Raimundo... ich habe mich in der Bastion dir gegenüber nicht richtig verhalten, habe die Hand gegen dich erhoben und dir manchmal auch einfach nicht zugehört, da du es warst, der gesprochen hat. Ich habe in dir nur einen Schwätzer gesehen, der nichts von der realen Welt versteht. Doch deine Worte waren es letztlich, die die Seelen der ehemaligen Besatzung dieser Bastion Frieden gebracht haben. Dein Wissen und deine Überlegungen haben uns schließlich auch aus dem sicheren Tod herausgeführt. Für mein Verhalten dir gegenüber möchte ich um Verzeihung bitten und dir für deinen Plan danken, der unser aller Leben gerettet hat."


    Nachdem er geendet hat, blickt der Tulamide abwartend zu Raimundo. Sicherlich weiß Yussuf, dass manche Kritik an Raimundo angebracht gewesen war, denn wie der Gelehrte selbst gesagt hatte, müsste man hin und wieder seinen Griff nach den Sternen stoppen und ihn zurück auf den Boden der Tatsache holen.

  • Am nächsten Morgen beginnt wieder einmal die Mühsal und die Qual, hier in dieser niederhöllischen Umgebung arbeiten zu müssen. Dartan folgt den anderen zum Kakteenfeld und beteiligt sich dort an den erforderlichen Arbeiten. So ziehen sich mehrere Tage hin, die immer länger zu werden scheinen. Wenigstens bestätigt sich dabei, dass in der Bastion nichts mehr passiert.


    Er ist dann ganz froh, dass er, als es losgeht, sich nicht an dem Erkundungstrupp beteiligen muss. Allerdings stellt er dies nach einer Weile für sich selbst in Frage, ist die Arbeit doch letztlich sehr anstrengend und laugt ihn trotz aller Pausen aus. Etwas leichter fällt es ihm immer dann, wenn er daran denkt, dass dies zu ihrer Rettung beitragen kann.


    Als er schon nicht mehr daran glauben kann, kommt endlich die erlösende Nachricht, dass Spuren gefunden worden sind. Die danach immer noch erforderlichen Arbeiten gehen ihm dann deutlich leichter von der Hand, ist doch endlich ein konkreter Hoffnungsschimmer am Horizont aufgetaucht.


    Nach einer gefühlten Ewigkeit und einem mehrmaligen Durchqueren der Wüste ist dann vor ihnen etwas anderes wie die ewige Wüste zu sehen ist. Er bleibt aber misstrauisch und dies legt sich erst, als sie tatsächlich dort angekommen sind. Er dankt allen Göttern, dass sie letztlich doch so gnädig zu ihnen waren und sie letztlich hier hergeführt haben.


    Im Prinzip besitzt er nichts mehr. Nur noch das wenige, das er am Körper trägt und mit sich führt, ist ihm geblieben. Aber er lebt, das war mehrt wert, wie alle weltlichen Dinge zusammen.


    An Aktivitäten in Birscha nimmt er gerne teil, will er sein gerade wiedergewonnenes Leben doch genießen. In Birscha würde er die nächste Gelegenheit ergreifen, um weiter in Richtung Punin zu reisen. Bei seinen Kameraden, insbesondere bei Raimundo, sieht er ihn doch als den wahren Helden ihrer Erlebnisse und ihren Retter an, bedankt er sich vor seinem Abschied ganz herzlich. Ebenso würde er sich natürlich auch bei ihren Gastgebern bedanken und sich dann auf den Weg nach Hause machen.

    Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

  • Wulfhart


    »Ich hab's euch versprochen: Das erste Fass geht auf meine Rechnung! Ihr müsst nur nach Festum kommen. Fragt nach mir ...«


    Eigentlich hatten sie sich schon am letzten Abend verabschiedet, als Wulfhart sich entschlossen hatte, mit einer Karawane weiter nach Osten bis Kannemünde zu reisen. Von dort wollte er ein Schiff bis Festum nehmen. Er hatte Sehnsucht nach dem ›Mütterchen Bornland‹, hatte er gesagt.


    Für ihn war es leicht gewesen, eine Karawane zu finden, für die er sich als Begleiter und Wächter verdingen konnte. Noch einmal - kurz bevor er hinter der ersten Düne außer Sicht gerät, richtet er sich im Sattel seines Kamels auf und dreht sich um:


    »Lebt wohl! Ich werde euch nicht vergessen ...«



    Raimundo


    Es ist Abend, die Praiosscheibe ist schon hinter den Dünen verschwunden und im Osten sind die ersten Sterne zu sehen. An den Stamm einer Palme gelehnt, schaut Raimundo auf den See in der Mitte der Oase. Kein Windhauch stört das Spiegelbild auf dem Wasser, dunkel zeichnen sich die Palmen ab, zwischen denen die Feuer der Beni Schebt leuchten. Es ist still, die Geräusche des Tages sind vergangen, als Yussuf zu ihm kommt. Raimundo hört ihm schweigend zu. Statt zu antworten, steht er auf und nimmt Yussuf - so dieser es nicht abwehrt - in den Arm und drückt ihn für einen langen Moment an sich. Dann lässt er ihn los, tritt einen Schritt zurück und lächelt ihn an.


    »Ich bin ein Schwätzer und Träumer, Yussuf und es ist nicht leicht mit mir. Bitte setz dich ...«


    Als sie sitzen, schaut Raimundo wieder auf das Wasser hinaus und wirft einen kleinen Stein hinein. Eine kleine Welle gleitet über den See, lässt die Lichter tanzen, wird flacher und vergeht.


    »Glaubst du, dass sie auch eine Oase erreicht haben? In ihrer Zeit? Oder haben ihre Seelen einfach nur ihren Frieden gefunden? Ich stell mir immer vor, dass sie die Wüste, die Legion verlassen und in aller Herren Länder verstreut haben. Biolek hat sicher ein Wirtshaus eröffnet und Perval ... ihn sehe ich immer, wie er an eine Weide tritt und alle Pferde zu ihm kommen und ihre Köpfe an ihm reiben. Sie lieben ihn, weil er sie liebt. Und der Hauptmann wacht über alle, wie er es so viele Jahrhunderte getan hat. Wenn ich an sie denke, sind sie wie wir ...«


    Er schaut Yussuf an und lächelt.


    »Aber eines unterscheidet uns: Wir haben gestritten, haben einander nicht zugehört und waren uneins. Dich habe ich zur Weißglut gebracht. Ich war traurig und einsam. Aber wir haben uns zurückgenommen und zusammen weiter gemacht, auf wenn es schwer war. Immer wieder. Wir hatten keinen Hauptmann, Yussuf, der uns sagte, was zu tun ist und deshalb leben wir ... dafür möchte ich mich bedanken, gerade bei dir ...«


    ***


    Auch von seinen anderen Gefährten wird Raimundo sich liebevoll verabschieden. Er selbst kennt keine Eile, sondern wird so die Beni Schebt es gestatten, noch einige Tage in der Oase bleiben und von den wundersamen Erlebnissen so viel aufschreiben, wie ihm im Gedächtnis geblieben ist. Schließlich wird auch er aufbrechen und sich einer Karawane anschließen, die ihn bis zum Yaquir bringen wird.


    ***


    Monde später ...


    Leise hallen Raimundos Schritte in der großen Halle wieder. Er gesellt sich zu einer kleinen Gruppe im Seitenschiff des Tempels, die sich vor einem Altar versammelt haben. Eine Priesterin tritt zu ihnen, eine Schriftrolle in den Händen. Gemeinsam verneigen sie sich vor dem Bild der allweisen Göttin. Die Priesterin öffnet die Rolle und beginnt zu lesen:


    »Dies ist die Geschichte von Hauptmann Zweistreich und seinen Soldaten ...«
    [/mi]

  • Rowinja erträgt die Qualen der folgenden Tage mal mit mehr mal mit weniger Würde, aber wirklich ungkücklich sieht man sie eigentllich selten, denn sie hält sich eigentlich fast die gesamte Zeit in Caziras Nähe auf, und so fällt es ihr zumindest leichter, die Hitze und die Kälte zu ertragen. Nichts scheint voranzugehen, und so ist die Adepta schließlich froh, dass sie am Ende doch noch zu einer Oase finden. Dort versucht sie ersteinmal wieder zu Kräften zu kommen, was einige Zeit in Anspruch nimmt. Schließlich zieht auch sie weiter, allerdings in Begleitung einer Säbeltänzerin...auf dem Weg in kühlere Gefilde.

    Sanyasala fey'ama


    #hexenfanclub ^^:love::saint:

  • So erreichen sie am nächsten Tag das Kakteenfeld, eine kleine, Lebensspendende Oase für jene, die sie zu nutzen wissen. Cazira scheut die Arbeit nicht, Graben, Schälen, Pressen, immerhin etwas Abwechslung. Staunend betrachtet sie, mit welcher Ausdauer sich das Kamel vollfressen, und mehr noch voll saufen kann. Am Tage rinnt ihr der Schweiß über den gebräunten Körper, in der Nacht kuschelt sie eng mit Rowinja gegen die Kälte. Es ist gute Arbeit, und weitaus lohnennder, als zu Brüten oder Pläne zu schmieden, zumindest in den Augen der Säbeltänzerin, denn sie war ja nunmal eine Frau der Tat.


    Schließlich ist das Kamel satt, die Vorräte geschaffen, und Zeit, Raimundos Plan umzusetzten. Anfänglich hält sie nicht viel davon, sich von der Dschinni zu trennen. Sie kann diese ja nicht Beschützen, wenn sie irgendwo durch die Wüste marschiert, und sie hat die Sandlöwen nicht vergessen. Allerdings ist sie mit Yussuf nunmal auch diejenige, die am wenigsten geschafft wirkt, was mehr Erfolg bei der Suche verspricht. Zudem ist Rowinja nun auch nicht allein, und zumindest an der Quelle von Nahrung und Wasser. Sie stimmt daher schließlich zu, mit Raimundo und Yussuf die Suche einzuschlagen.


    Spuren. Sie fanden tatsächlich Spuren, und allein die Reichen schon aus, um Cazira vor Freude in Tränen ausbrechen zu lassen. Es sind die Vorboten der Rettung, und wirklich, gemeinsam finden sie eine Oase, die Sicherheit und Überleben bedeutet. Bei einer Art Gebirge, das Schatten verspricht, finden sie Birscha, eine Oase in der sie freundlich empfangen werden. Zugegeben, im Augenblick hätte sich Cazira auch über verbohrte Novadis gefreut, wenn diese sie bloß bis zur nächsten Karawane geduldet hätten.


    Als sie Birscha erreichen fällt Cazira auf die Knie und dankt der Herrin für ihre Errettung. Dann fällt sie Rowinja um den Hal, und schließlich Raimundo. "Ich gebe zu, ich habe nicht viel von dem Verstanden was du geplant hast, aber es hat uns gerettet! Das ist alles was zählt! Danke, Raimundo, mögen die Götter dich behüten!"


    Wie eine trockene Blume die gegoßen wurde, blüht Cazira in der Oase auf. Sie ist überglücklich, und nachdem sie sich vom gröbsten Dreck befreit hat, auch nur zu gern bereit, die Bewohner der Oase und ihre Besucher mit Tanzeinalgen, mit und ohne Säbel, zu erfreuen. Sie lauscht den Geschichten des Haimamuds, und beteiligt sich m Tagwerk, um die Tage nicht unnütz mit warten zu verbingen, zumal sie auch kein Geld mehr am Leib hat. Die erstbeste Karawane muss es für Cazira nicht sein, lieber eine, die am schnellsten aus der Wüste heraus ist, egal um welche Richtung es sich handelt. Je weniger Tage sie reisten, um so weniger Tage, in denen sie in einen neuerlichen Sandsturm geraten konnten. Sie verabschiedet ihre ehemaligen Leidensgenossen allesamt Herzlich, als diese sich verabschieden, und vielleicht sah man sich ja einstmals wieder. Auch von ihren Gastgebern verabschiedet sie sich in aller Höflichkeit und voller Dank. Ihr stand in jedem Falle noch eine lange Reise bevor, ehe sie zu ihrem Orden zurückkehren würde, und erstmal zieht es sie in den Norden, wo es weniger Sand und mehr Kühle hat, gemeinsam mit Rowinja.

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe

  • Yussuf ist überrascht von Raimundos Umarmung, lässt sie aber zu und erwidert sie schließlich auch. Danach setzt er sich mit dem Gelehrten. "Das ist eine schöne Vorstellung", meint er, kann aber selbst nicht einschätzen, ob die Soldaten das tatsächlich gemacht hätten, dafür kannte er sie zu schlecht. "Aber ich glaube nicht, dass sie es tatsächlich körperlich aus der Wüste geschafft haben. Als wir die anderen Tulamiden an dem Teremide-Bau vertrieben haben, hat sich die Geschichte geändert und die Soldaten sind erfolgreich abgezogen. Trotzdem waren nachwievor die Knochen der beiden Boten da. Wir haben also nur ihren Seelen Frieden gegeben. Und ich denke, das ist auch weit mehr als jeder von uns erwartet hat. Es war purer Zufall, dass wir scheinbar zum richtigen Zeitpunkt dort draußen in der Wüste gewesen sind. Wer kann schon sagen, ob es dir gelungen wäre, sie zu überzeugen?", fragt er rhetorisch. Ihm wäre es nicht gelungen, da ist er sich sicher - allein schon aufgrund seiner Herkunft.


    Auch Yussuf verabschiedet sich bei allen, sobald der Aufbruch der einzelnen und auch sein eigener näher rücken. Er schließt sich einer Karawane an, die nach Kanemünde zieht. Dass er Yazim nicht hat schützen können, liegt ihm schwer auf dem Herzen. Doch immerhin kann er dessen Bruder erzählen, was geschehen ist. Dies ist das Mindeste, was er tun kann.

  • Timor


    All die Hitze, all der Sand, über all die Tage... was hatten sie nicht alles erlebt... wie hatten sie nur überlebt? War es ein Wunder? War es das Wirken der Götter? Oder war es nur Zufall, oder phexisches Glück? Für Timor ist es in dem Moment als er die Oase in der Ferne sieht, klar. Das konnte nur ein Wunder sein. Womöglich eine Art Belohnung, oder Gnade der Götter, da Sie alle den Soldaten der Bastion ihre letzte Ruhe geschenkt haben.
    Die folgenden Tage in der Oase verbringt Timor damit sich auszuruhen und zu den Göttern zu beten. Allem Voran, natürlich zu Rahja. Wulfhart verabschiedet er ebenso wie all die anderen die sich nach und nach auf und davon machen. Wer konnte es Ihnen auch verdenken? Wer wollte denn auch noch länger als irgendwie nötig in der Wüste bleiben? Nun, er selbst vielleicht. Schließlich war seine eigentliche Mission noch nicht erfüllt. Er hat es geschworen und er würde es halten. Und wenn wieder quer durch die Würste ziehen müsste.


    Bardo


    Bardo, schau nur, dort sind Palmen in der Ferne! Und Wasser! "Ich sehe es auch Julia, ich sehe es auch." Fast schon wie ein kleines Kind hüpft Bardo der Oase entgegen. Dem aufmerksamen Betrachter mag auffallen das dem Zwergen ein paar Tränen die Wangen hinab laufen. Endlich Hoffnung. Hoffnung darauf aus dieser Wüstenhölle heraus zu kommen.
    Bardo verabschiedet sich ebenfalls recht früh von allen anderen. Er schließt sich derselben Karawane an, der auch Wulfhardt folgt. Während er beim davonreiten mit der linken zu den anderen winkt, streicht seine Rechte wie gewohnt über seine Julia.

    Bongobongo! Erbgut .... hallooo?

  • ENDE