Rollenspiel und Musik

  • Bietet eine gute Einführung mit Tips zur Gestaltung und Einsatz von Musik und Geräuschen beim Rollenspiel, sowie dessen Bedeutung (wenn man sich damit noch nicht ausführlich auseinander gesetzt hat).
    Die Lautstärke ist leider sehr niedrig.

  • *Staub wegpust*


    Für den Thread-Eröffner scheint es ja ausgemachte Sache zu sein, dass man während des Spielens (dazu passende) Musik laufen lässt. Nun ist es bei uns in der Gruppe Usus, keinerlei Musik laufen zu lassen (obwohl alle außer mir Musiker sind).
    Mir ist es zudem unvorstellbar, mich als Meister während des Spielens auch noch um passende Untermalung zu kümmern, d.h., immer, wenn es spannend wird, oder lustig oder was auch immer, die entsprechenden Geräusche zu starten.
    Wie haltet ihr das?

    wir halten noch immer / die wolkenfäden fest in den händen / das versprechen: ich webe dir ein kleid aus traum und dunst und zuversicht / damit du es schön warm hast / im augenblick der zählt


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  • Quote from "Traumweber"

    Wie haltet ihr das?


    Mein Mann sagt immer: "Rollenspiel beruht auf Kommunikation, da will ich keine Hintergrundgeräusche haben."
    Die nervig Schiffsglocke, welche dauerhaft bimmelte, konnte ich auch gut mit einer Bleistift und einen Glas darstellen...

    I ♡ Yakuban.

  • Meiner bisherigen Erfahrung nach bieten sich Stimmungsstücke an, die einmal gespielt werden. "Ständige Bimmelei" im Hintergrund kam bisher nicht so gut an.

    Freiheit vor Ordnung

  • Bei uns läuft auch keine Musik. Neulich habe ich "Der Händler" gemeistert und habe es dabei erstmalig mit Musik ausprobiert. Dabei habe ich versucht, für jede Szene ein paar passende Stücke rauszusuchen und die mit dem Spockplayer wiederzugeben. Geräusche und Soundeffekte habe ich aber nicht verwendet. Die Musik kam glaube ich ganz gut an und ich hatte den Eindruck, dass wir ein bisschen konzentrierter und mit weniger Offtopic-Gequatsche gespielt haben als sonst, aber insgesamt fand ich den Aufwand recht hoch für einen vergleichbar kleinen Effekt bzw. eher wenig positives Feedback. Das wurde von den Spielern halt einfach so hingenommen, das Musik lief, nur einer hat am Ende auch gesagt, dass er es gut fand :zwinker: Außerdem haben sich dann auch viele Stücke wiederholt, obwohl ich schon einiges rausgesucht hatte. Da bräuchte man eine noch viel mehr Lieder, damit nicht ständig das Gleiche läuft.

  • Wir spielen fast immer mit Musikuntermalung, wobei wir hier in der Regel Stücke ohne Gesang nehmen. Die meisten Sachen sind aus Soundtracks (hab ca. 120 CDs) die sich oft aber nicht immer verwenden lassen. Die Sachen laufen aber nur leise,mit, sodass sie nur eine Untermalung bilden. Allerdings haben sich einige Stücke inzwischen so etabliert, dass allein das hören dieser, entsprechende Gefühlsregungen hervorrufen kann. Und da sehe ich auch den Riesenvorteil, dass man mit Musik viel besser das Unterbewusstsein ansprechen und so ein tieferes Spielerlebnis haben kann.



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    Kein Plan eines Spielleiter überlebt den Erstkontakt mit seinen Spielern....

  • Ist je nach Szene unterschiedlich. Ich verwende Musik eigentlich nur dann, wenn es storytechnisch oder von der Atmosphäre her Sinn macht. Mein erstes (und letztes) Experiment mit Umgebungsklängen (vulgo: Soundeffekten) hab ich recht schnell wieder sein lassen, da es uns alle aufgeregt hat. Die einzige Gefahr besteht mE, daß wenn ein Musikstück angespielt wird, zu erkennen ist, "oha, jetzt passiert gleich was". Aber grundsätzlich würde ich sagen, daß sich der Aufwand rechtfertigt - ich könnte mir bspw. gar nicht vorstellen, wenn bei Borbarads Rückkehr oder aber während einer emotional eher gesetzteren Szene keine Musik läuft. Ich find es praktisch, wenn die Musik das Denken der Spieler mehr oder weniger schon in eine gewisse Richtung 'zwingt' ;)


    Und dank moderner Helferlein wie playlists etc. hält sich der Aufwand schon in Grenzen.

    Meine Lieder, die klingen nach Wein, und meine Stimme nach Rauch; mag mein Name nicht Orpheus sein, mein Name gefällt mir auch.


    Aktuelle Spielrunden:

    DSA: 7G - Bastrabuns Bann (SL)

    DSA: Rhetorischer Sesselbrand (SL)

    DSA: Die Silberne Wehr (Söldner)

    D&D: Tchazzars Rückkehr (SL)

  • Wir verwenden eigentlich immer das volle Programm. Hintergrundgeräusche (prasselndes Feuer, Regen, Fliegensurren im Dschungel, unheimliche Geräusche während der Namenlose Tage, Gewitter bei selbigen, Pferdehufegetrappel, Menschengemurmel in einer großen Stadt auf der Straße, Meeresrauschen auf dem Schiff, Schwertergeklirre bei einem Kampf und so vieles mehr ... dank einer immens breiten Sammlung an Geräuschen gibt es entsprechendes für die meisten Szenen.
    Dazu musikalische Untermalung (kein Gesang) für verschiedene Szenen, bestimmte NSC haben ihre feste Musik, etwas beschwingtes für den Tavernenaufenthalt, was Düsteres, Drohendes für die drohende Gefahr, etwas für den Kampf, arabisch anmutende Klänge für den Basarbesuch in den Tulamidenlande oder die Reise auf dem Kamel durch die Wüste.
    Mittlerweile findet ein reger Austausch von Soundeffekten und Musikstücken statt, weil sich die Spieler, die in anderen Gruppen schon mal leite, sich gegenseitig Vorschläge und neuerworbe und frisch entdeckte Soundtracks und Programme weiterreichen.
    Ich finde es sehr gut und es trägt bei uns ganz klar zur Atmosphäre bei.

  • Wenn die Geräusche von selbst entstünden hätte ich auch nichts dagegen, aber da du ja nicht weißt, was die Helden als nächstes unternehmen, auf den Basar gehen oder in die Taverne, kannst du den Sound ja nicht einfach laufen lassen, d. h., du musst dich dauernd drum kümmern. Stört das nicht den Spielfluss?
    (ich möchte nochmal betonen, dass ich hier niemanden von irgendetwas überzeugen möchte, ich bin wirklich nur neugierig! :D )

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  • Der SL hat den Laptop vor sich stehen und wenn er leitet, kann er ohnehin beim beschreiben das passende raussuchen und natürlich auch im Vorfeld parat halten. Als Spieler hört er sich an, was der SL beschreibt und wo die nächste Szene spielt und wirft dann die passenden Geräusche an. Das dauert zeitlich nicht lange, weil er sich in seinen Dateien gut auskennt und da alles selber sortiert hat und das lenkt auch niemanden ab (weil es weder laut ist, noch mit viel Bewegung verbunden ist noch lange dauert).
    Und so einige Effekte und Musikstücken kann er auch als Spieler schon vorbereiten. In der Piratenrunde wird das Meeresrauschen und das Papageienkrächzen fast immer benötigt (mein Char hat einen Papagei), in der Vampire-Runde sind Schritte im Schnee, Pferdegetrappel und Wolfsheulen immer dabei, weil gerade Winter ist, wir öfter zu Pferde unterwegs sind und in den Wäldern auch (Wer)Wölfe sind. In der 7te See Runde habe ich gerne die Minute gewartet, ein Stück aus Zorro im Internet zu suchen, weil der Soundtrack bis dahin nicht in der Sammlung war (jetzt ist er es) und abzuspielen, um die Verfolgungsjagd über die Dächer im örtlichen Zorro-Kostüm IT als nächstes mit entsprechend schmissiger musikalischer Begleitung zu absolvieren.
    Spieler bzw. wenn jemand anders leitet fragen schon mal selber bei bestimmten Situationen, ob er auch dafür etwas Passendes hat, weil es ihnen mit so gut gefällt.

  • Ich habe längere Zeit ohne Musik gemeistert. Ich habe mich immer vor dem "Laptop am Spieltisch" gescheut, da ich die Atmosphäre und auch meine eigene Kreativität als SL in Gefahr sah. Aber seitdem ich dynamische Hintergrundmusik mal testweise eingeführt habe, möchte ich sie nicht mehr missen und auch von den Spielern kam positives Feedback.
    So spielt bei uns jetzt tasächlich (fast) die ganze Zeit "atmosphärisch" passende Musik im Hiuntergrund. Meistens ein gelooptes Stück, das ich dann je nach Orts- oder Stimmungsänderung anpasse. Geräusche spiele ich dagegen nur punktuell ab, um besondere Akzente zu setzen; meistens läuft dann keine Musik.
    Viele Geräusche mache ich aber immer noch selbst, da bin ich mir nicht zu Schade für. Die Spieler haben schließlich auch nur dieses Mittel um Geräusche zu simulieren und ich möchte sie eigentlich dazu animieren, auch selbst auf diese Art die Welt aus ihrer Sicht zu beleben.


    Habe mir die gängigen Programme zur Musik in Abenteuern angesehen, nutze aber aktuell einfach nur meinen Lieblings- MP3/OGG Player für Musik und dazu Windows Media Player für Soundeffekte. Ich lege mir die Stücke vorher in entsprechende Ordner und navigiere dann dazwischen rum. Geht gut, wenn man halbwegs fit mit sowas ist. :)
    Als Quelle nehme ich keine "Herr der Ringe" Filmmusik oder was sonst halt jeder schon kennt. Ich halte mich vielmehr an Soundtracks aus neueren und älteren PC Spielen. Das ist eine absolute Fundgrube. Bessere Musik für RPGs gibt´s´s nicht (im aktuellen Abenteuer nutze ich z.B. Stücke aus Planescape: Torment, Fable, Heroes of Might and Magic, Lands of Lore, Earth and Beyond, Lineage 2)!
    :lol2:

  • Musik: Ja
    Geräusche: (meist) Nein


    Wir haben auch immer leise Musik im Hintergrund, immer instrumental und passend zur jeweiligen Stimmung.
    Selten benutze ich Geräusche außer sie sind wirklich wichtig oder es geht z.B. darum das die Spieler längere Zeit unter bestimmten Umständen (starken Regenfall z.B.) agieren müssen.

    Der der Kleines tut um Großes zu erreichen, ist gigantisch.

  • Passende Musik und Geräusche finde ich genial!


    Noch schöner wäre nur der Geruch des Lagerfeuers und der Anblick der schönen Wirtstochter, aber das ist nun wirklich unmöglich darzustellen.


    Tatsächlich halten wir es aber so, dass wir damit lieber übervorsichtig umgehen. Meist läuft keine Musik oder sie läuft so leise, dass sie das Rollenspiel nicht stört. Weniger ist manchmal mehr - lieber nichts als was unpassendes! Zumindest gilt das für unsere Runde.


    Mein gelungenster Einsatz von Musik war übrigens nach Meinung der Spieler das Album 'Ummagamma' von Pink Floyd als Untermalung für eine längere Sequenz, in der die Helden hilf- und orientierungslos durch einen Sumpf waten und schließlich kriechen, der kein Anfang und kein Ende zu haben scheint. Dazu einige überderische Begegnungen, Albträume und sukzessiver Verlust der Ausrüstung, etc...


    Als Meister hatte ich fast belkelelsche Freude, während einige Spieler mir wohl am liebsten OT an die Gurgel gegangen wären. ;-)