KA-SHI-MER von R. EISSWOLF 1.0.0

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Beitrag zum 2. Orkenspalter Kurzgeschichtenwettbewerb.

WAS SOLL DENN HIER NUN REIN? IRGENDEIN TEXT ETWA?!

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  • Auch wenn ich den Verfasser verfluche für seine unwürdigen, nichtsnutzigen, lügnerischen Bemerkungen hinsichtlich des Khomkrieges, in denen die vereinten Stämme der Beni Novad die feigen Hunde aus Al’Anfa (mögen sie auf ewig im Dreck ihrer stinkenden Gassen kriechen, in die wir, das stolze Volk der Wüste sie zurückgescheucht haben wie die räudigen Hunde, die sie sind), muss ich ihm eine gewisse Fertigkeit was die Schilderung der unerfreulichen Ereignisse betrifft, wenn auch durchaus widerwillig, zugestehen. Wie nicht anders zu erwarten ist der Schreiber des Tagebuchs ein echter Spross der fauligen Pestbeule des Südens, dieser Beleidigung des All-Einen und ewigen Herausforderung für alle Wüstenkrieger. Er ist eitel, geschwätzig und geldgierig. So viel vorweg. Wie sehr hoffte ich, während ich die ersten Seiten seines so genannten „Tagebuchs“ las, die Nordmänner würden dem Schreiberling und seinen Kumpanen gleich zu Beginn der Reise des Raubzuges ein Ende machen, indem sie das Schiff mit dem lächerlichen Namen dorthin schickten, wohin es gehörte: auf den Grund des Meeres, den Fischen zum Fraß. Doch leider musste ich mir eingestehen, dass das nicht geschehen würde, hätte es dieses Zeugnis Al’Anfanischer Hybris und Dünkels dann ja nicht bis in meine Hände geschafft, sondern wäre mit ihnen in die blauen Tiefen gesunken. Stattdessen danken diese Ungläubigen ihren Götzen! Ha! Der Tod des Matrosen hätte ihnen eine Warnung sein sollen, doch in ihrer Verblendung sahen sie die Zeichen nicht, die der All-Eine ihnen in seiner nicht enden wollenden Güte und Großmut sendete. Nun weiß ich, dass alles, was man über die ben char-i-sona sagt, richtig ist: sie sind ebenso dumm wie grausam und gewissenlos. Wie oft zerknüllte ich das Pergament in meinen Händen vor Zorn, nur um es dann erneut, wie unter Zwang, wieder zu glätten, um dieses Machwerk der Niedertracht weiter zu studieren. Und nichts erfüllt mich mit größerer Befriedigung als das unrühmliche Ende dieses Ben sona und seiner Mannschaft. Ich höre schon das Gelächter, das durch die Khom erschallen wird, wenn die Kunde von der Demütigung des Al’Anfaners von Mund zu Mund, von Feuer zu Feuer fliegt! Gepriesen sei Rastullah! Salih Al’ Yeshinnah Achmad’Sunni aus dem Stamme der Beni Novad

    • Du meine Güte, das war jetzt aber glückliche Fügung, dass ich diesen Kommentar hier entdeckt habe, nach immerhin über fünf Monaten, die diese Sache jetzt her ist (Warum werden einem Kommentare eigentlich nicht unter Benachrichtigungen gemeldet? Verdient hätten sie es doch wohl!) *GRUMMEL GRUMMEL GRUMMEL* Sollte der Verfasser eines solch vorzüglich geschriebenen Kommentars nicht die göttliche Pflicht in sich verspüren, aus diesen seinen unglaublichen Kommentar eine noch unglaublichere Geschichte zu schreiben? Ich denke, das sollte er wirklich! Und wie ich soeben aus sicherer Quelle vernommen habe sind die ranghöchsten für Aventurien zuständigen Gottheiten ebenfalls dieser Meinung. So schreibe also diese Geschichte oder sei für die nächsten drei bis fünf Zeitalter verbannt von Alveran oder wo immer dein heiligstes Heiligtum liegen mag, bei Rastullahs prächtig vollen Nasenlöchern - äh, halt, da scheint ein Übersetzungsfehler vorzuliegen (ich muss gestehen, mein Tulamidisch hat nur den Wert 1, und zwar sehr wohlwollend aufgerundet)! Es soll bestimmt heißen: Bei Rastullahs prachtvoll ebenmäßigen Nasenflügeln, ähem, ja, so soll es wohl sein!

    • Geschichten? Du willst Geschichten, unersättliches Echsenwesen? Diese kümmerliche Kommentarzeile hindert mich, einen Wegweiser aufzustellen, wo du Nahrung findest, deinen Hunger zu stillen, Geschichten von Heldentaten und Versuchungen, von Freundschaft und Verrat. Diese wurden allerdings nicht verfasst von der edlen Achmad’Sunni, die weit im Süden des aventurischen Kontinents nach den unter Wüstensand verborgenen Überresten Pyrdacors des Verfluchten sucht, sondern von anderen, vielleicht minder begabten Schreiberlingen. Doch solltest du dich davon nicht schrecken lassen, so folge dieser Spur: Geschichten > Im hohen Norden, oder nimm gleich den ersten Abzweig, der dich von KA-SHI-MER zum Ahmar Medjel führt. Doch sei gewarnt! Solcherlei Hinweise lockten schon andere, die ihre Neugier nicht bezwingen konnten, ins Unbekannte, und kaum einer kehrte je zurück…

    • Unersättliches Echsenwesen? Was hat mich denn da so schnell verraten? Umpf! ... Natürlich kenne ich Ahmar Medjel, genau so wie die 22 anderen Stories aus dem 2. OKW - nein, lieber nicht OKW , das klingt zu sehr nach brauner Brühe, wenn die hier wieder das Forum durchscannen fallen wir wieder durch bestimmte Suchfilter und AUA, also den 2. OK. Naja, unersättlich ist so ein Wort, aber mehr zu lesen wär doch fein, oder etwa nicht? Also lassen wir das jetzt mal mit dieser kümmerlichen Wurstzeile hier! Der 2. OK ist schon so lange hin, und nur so wenige haben sich davon zum Weitermachen inspirieren lassen - buh!

  • Sehr schöne Geschichte, die mit 80‘000 Zeichen eindeutig zu den längsten Beiträgen des Wettbewerbs zählen dürfte. Darüber hinaus zeichnet sich der Text jedoch auch noch durch diverse Anmerkungen des Autors aus, und zwar sowohl vor, während, als auch nach der Geschichte. Während es zu Beginn noch um einen selbstironischen Text zu gehen scheint, erinnerte mich die Geschichte schließlich (sowohl vom Schreibstil, als auch von der Darstellung der angeblich Wilden und angeblich Zivilisierten) an die Quatermain-Romane und zeichnete so ein eher negatives Bild von dem, was im Nachhinein als „Große Entdeckungen“ bezeichnet wird. Im Nachwort geht der Autor direkter und unverblümter auf diese Schattenseite der Eroberungen ein und gibt zudem ein paar Hinweise zum Entstehen des Textes. Es hätte eine zwar überlange, aber doch sehr gut passende Entdeckertum-Geschichte werden können – die im Anhang geäußerte politische Botschaft (ungeachtet ihrer heute mehr denn je gültigeren Aussage) wäre meines Erachtens nach auch schon genug in der eigentlichen Geschichte deutlich geworden. Zudem mag man darüber diskutieren, ob diese nun im Rahmen eines solchen Wettbewerbs gut aufgehoben sei. Auf jeden Fall ziehe ich meinen Hut vor C.Hamaeleons Entscheidung, eine vermutlich bessere Platzierung gegen das Schreiben eines Plädoyers wider menschliche Grausamkeit einzutauschen.

    • Muchas gracias, por una respuesta tan excelente e interesante! Danke für den Hut! Ich war mir leider nicht so ganz sicher, ob es in der Story bereits ausreichend positioniert so rüberkommen würde, deswegen hielt ich es für besser, den einen oder anderen, vielleicht etwas oberflächlicher lesenden Entdecker dieser Geschichte nochmal mit dem Gesicht in etwas Ka-Shi-Mer reinzudrücken. Und ganz ehrlich: Sowas mach ich gern, wenns hilft!

  • Tja, wo soll ich nur anfangen. Vielleicht erst einmal mit der Information, dass "KA-SHI-MER" keine Kurzgeschichte ist. 62 (!) stattliche Taschenbuchseiten lassen die Story auf Novellenformat anschwellen. Selten hab ich bei einer Geschichte so gelacht - das fing beim Vorwort an. Und selten habe ich "unterwegs" so geflucht, wenn mich der Autor mit irgendeinem mies versteckten Anglizismus vollends aus der Immersion gehauen hat. Erst im Nachwort wurde deutlich, dass dies durchaus beabsichtigt war. Die Geschichte des al'anfanischen Granden Ramirez, den wir in Form von Tagebucheinträgen auf einer Seereise begleiten, dient allein als Vehikel für eine ungewöhnlich politische, nichtsdestotrotz gute und richtige Botschaft des Verfassers. Das Werk überrascht auf jeder Seite, es löst Emotionen aus, manchmal sogar puren Hass auf den arroganten, rassistischen Protagonisten. Und genau das ist wohl auch beabsichtigt. Sprachlich, formal ist der Text auf einem ganz hohen Niveau. Der Autor jongliert geradezu mit Worten und Gefühlen, ich möchte hier auch nicht allzu sehr ins Detail gehen, also machen wir es kurz: Wer auch immer dieser WAHNSINNIGE ist, der uns scheinbar in Vorworten, Nachworten und Kommentaren seiner eigenen Story wie ein Stier am Nasenring durch die Arena führt; uns ungeniert veräppelt; uns in Geiselhaft nimmt; dieser VERRÜCKTE also, kann schreiben. Punkt. Ich halte das Ganze sogar für eines der interessantesten "Gesamtkunstwerke", die ich jemals lesen musste/durfte und man merkt, dass ich um Worte ringe um diesen Geniestreich bzw. Kernschrott in Worte zu fassen. Wer kein Problem damit hat, dass der Verfasser Aventurien förmlich missbraucht, um seine Botschaft an die Leserschaft zu bringen, der wird mir zustimmen, dass wir es hier mit einer großartigen Arbeit zu tun haben. Das menschliche Streben nach "Entdeckungen" als solches zu kritisieren, in einer so GENIALEN Weise, das nenne ich mutig. Ich empfehle die Datei ausdrücklich. Ich gehe noch weiter: Ich verteile ein Like und ich muss mich gerade arg zusammenreißen, um nicht nach (wenigstens!) einer Silber-Empfehlung zu rufen, da ich befürchte, dass die Story sonst im Wettbewerbstrubel untergeht. Nein, es ist keine Kurzgeschichte, nein, sie macht so ziemlich alles falsch, was man im Rahmen der Wettbewerbsvorgabe falsch machen kann oder erwartet hätte, aber... man, was für ein geiles Teil! Sorry, dass es etwas ausufernd geworden ist, aber ich bin gerade echt angeekelt und begeistert zugleich. Von allen Beiträgen, die ich bislang gelesen habe, mein vorläufiger Favorit. Alle Daumen hoch! Note 1+!

    • (Mit gerötetem Antlitz verlegen zu Boden blickend, mit den Füßen scharrend) Ahem! Schriebet Ihr da wirklich WAHNSINNIGER und VERRÜCKTER? (Sehr unartiger Augenaufschlag) Ihr SCHMEICHELT mir, Senhor! Gleichwohl habt Ihr die Botschaft fast vollends treffend aufgenommen und in einem so herrlich atemlos machenden Kommentare wiedergegeben, daß mir der Verdacht entsteht, dieser Euer Kommentar ließe sich als das wohlfeile Werk eines professionellen Literaturkritikers bezeichnen! Ihr erinnert mich mit Eurem Erzählduktus, Eurer Wortgewalt und Eurer formidablen Befähigung zum Komprimieren von Text an einen meiner früheren Literaturagenten, doch der verstarb bereits Ende der Neunziger an einer Überdosis Kokain - seid Ihr es trotzdem, Senhor? Habt Ihr mir eine Botschaft von Bill Burroughs oder Hank Bukowski zu übermitteln? Nein? Oh, ich Unwürdiger, mein brennend Herz zerbricht... ANMERKUNG von Rainer Eisswolfs Mentoren (auch als Therapeuten bezeichnet): Na sowas, schon sitzt unser Lieblingspatient wieder vor der Tastatur und starrt mit diesem uns wohl immer unheimlich bleibenden sanften Lächeln auf den Bildschirm, während seine Finger über die Tastatur rasen daß es nach verschmorten Plastik zu riechen anfängt. Wir hätten niemals geglaubt, daß ein solcher Kommentar ihn so sehr aus seinem schon katatonisch anmutenden Phlegma herausreißen könnte. Wo ist sie plötzlich hin, seine psychovegetative Erschöpfung? Waren wir bisher doch überzeugt davon, bei ihm helfe nur noch rohe Gewalt und eine baldige Lobotomie! Ein völlig neuer Therapieansatz! Sie sind gut, Herr Doktor Thorus84, wirklich, wirklich gut! Doch übertreiben Sie es nicht! Sonst kommt hier noch wer und streicht uns unsere sinnlosen Jobs weg - und das würden wir Ihnen wirklich übelnehmen! Sie wissen doch wohl, daß wir auch Hausbesuche machen? Mit (noch) kollegialen Grüßen: Die Anstaltsleitung. Post Scriptum: Der Scheck für Ihre sicherlich von unserem Patienten gekaufte völlig ungerechtfertigte und wohl an allen Haaren herbeigezogene Lobhudelei ist selbstverständlich nicht gedeckt, da wir schon längst diesen Burschen entmündigen ließen und er somit über keinerlei Geschäftsfähigkeit verfügt, während wir sein rapide schwindendes Vermögen treuhänderisch verwalten. Sollen wir denn etwa den Unterhalt unserer Golfplätze auf unseren Karibikinseln aus eigener Tasche finanzieren? Diese Annahme kann nicht Ihr Ernst sein! So, hier müssen wir aber wirklich Schluß machen. Der Patient hat soeben wieder mit diesem unerträglichen irren Kichern angefangen. Wieder höchste Zeit für Medikamente und Elektroschocks also.

  • (Knurrendes) Hmmm! Diesen als Story getarnten, viel zu viel persönliches preisgebenden Leichtsinn hier nehmen wir dem Autor aber wirklich übel! Hat er denn wirklich geglaubt, die Jury würde sich von den geschenkten Urlaubsreisen, den Sportwagen und den beigefügten Tickets für Brasilien und Wacken 2014 in irgendeiner Weise bei ihrer Urteilsfindung beeinflussen lassen? Diese Mogelpackung mit zugeklemmten Augen einfach so durchwinken? Hat sie nicht! Sie war aufmerksam und hat der Story sofort angesehen, daß diese nicht das ist, was sie vorgibt zu sein. Verphext und eins aber auch! Ein weiteres Produkt von Reisswolf für den Reisswolf, so langsam verlieren wir hier aber wirklich die Geduld mit diesem Burschen! Schabenbiss und Rattenschiss, jetzt klagt er auch noch wieder über Aua hier und Aua da, mit welchem er scheinbar vorab schonmal entschuldigen will, daß es HIN UND WEG wohl doch nicht wie angekündigt bis August zum Upload schaffen wird, sondern es wohl eher September oder sogar Oktober werden wird! Was macht dieser Nichtsnutz eigentlich das ganze Jahr über? Jaja, richtig, dieser Bursche kann offensichtlich nicht mit Zeitdruck umgehen, wie uns hier vorliegendes 3-Wochen-Machwerk nachhaltig bewiesen hat. Schön, na schön! Geben wir ihm etwas mehr Zeit, seine PriDi (Privaten Dinge) besser in den Griff zu bekommen, und geben wir ihm diese hoffentlich motivierenden Worte zum Geleit mit auf den Weg: VERSAGE NICHT WIEDER, ANDERGASTER TAUGENICHTS, ODER MUSS DER LINDWURM DIR NOCH WAS ABBEISSEN! (Nein nein, keine Beschwerden aus ungerechtfertigtem Mitleid bitte - wir kennen diesen Burschen hier schon lange und gut; wir wissen am besten, wie man diesen Slacker produktiv in Bewegung bringt, das wohl!)