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Im Schatten des Erdheiligtums

  • Minerva Ragana
  • October 24, 2024 at 10:20 AM
  • 257 times read

Am nächsten Tag, als der Morgen noch jung war, entdeckten wir etwas Merkwürdiges im dichten Wald, der sich nach Osten erstreckte. Es war Alondro, der uns auf den Einschnitt aufmerksam machte. „Die Bäume hier sind jünger“, sagte er leise, während er die Spuren im Boden untersuchte. Nun, wo er mich darauf hingewiesen hatte, war die Schneise unübersehbar. Sie war wohl erst kürzlich entstanden. Als er sich bückte, sah ich, wie er mit geübten Augen die Erde untersuchte. „Stiefelspuren, Pferde... Sie führen nach Osten.“

Wir wechselten Blicke, mit denen wir uns versicherten, dass wir alle dasselbe dachten: Es waren Lucardus und sein Heer. Mit flauem Gefühl im Magen wanderten wir weiter. Der Tag verging und am Nachmittag erhob sich vor uns eine Hügelkuppe. Die Schneise führte darüber. Paske sprach das aus, was mir nur halb bewusst Unbehagen bereitete: „Wenn wir auf den Hügel steigen, werden wir sichtbar sein. Sie könnten uns sofort entdecken.“ Seine Worte schürten wieder die kalte Furcht in meinem Magen.

Doch ich hatte eine Idee. Ich erinnerte mich an etwas, das ich einst von einem Patienten im Kloster gehört hatte. „Es gibt einen Zauber der Druiden“, begann ich und wandte mich an Zandon. „Vielleicht kennst du ihn? Kannst du durch die Augen von Tieren sehen? Zum Beispiel eines Raben?“ Mein Blick wanderte weiter zu Mercurio. Zandon sah mich nachdenklich an und schließlich nickte er. Auch der Rabe blieb ganz ruhig, als wir ihn aus seinem Käfig nahmen. Zandon schloss die Augen, und eine merkwürdige Ruhe legte sich über ihn. Er versank in einer Trance, während er Mercurio, den Raben, in die Lüfte schickte. Der Vogel flog durch die Wipfel davon, und während Zandon sich in die geistige Verbindung mit dem Raben vertiefte, warteten wir schweigend.

Noch bevor er die Augen wieder aufschlug, durchdrang ein dumpfes Grollen die Luft. Es war, als ob der Boden selbst bebte, ein fernes, dröhnendes Geräusch, das von jenseits des Hügels zu uns herüberschwappte. Paske und Alondro sprangen auf und spähten die Hügelflanke empor. Doch nichts rührte sich dort. Als Zandon endlich erwachte, war sein Gesicht außergewöhnlich bleich und angespannt. „Dort liegt ein idyllisches Tal, mit Rosen und Teichen“, begann er, doch seine Stimme war träge vor Sorge. „Dichtes Dornengestrüpp umgibt es. In der Mitte steht ein Ring aus Blutulmen.“ Das war das alte Erdheiligtum Al'Zul. Doch seine friedvolle Beschreibung endete schnell. „Im Süden“, fuhr er fort, „hunderte Untote... Sie lagern dort und umgeben Zelt an Zelt an Zelt. Als ob sie auf etwas warten. Und dann...“ Er hielt inne, ein Zittern durchlief seine Stimme. „Grüne Schuppen... riesige, bedrohliche Schuppen. Mercurio sah sie in der Mitte des Tals, bevor die Verbindung riss. Und dann - nichts mehr. Ich habe ihn verloren.“

Zandon, der sonst so ruhig und besonnen war, war aufgewühlt. Ich sah, wie seine Hände leicht zitterten, und ehe ich reagieren konnte, machte er sich abrupt auf und davon, in den Wald hinein.

„Zandon!“ rief ich ihm hinterher, doch er reagierte nicht. Ohne nachzudenken, rannte ich ihm nach. Ich fand ihn schließlich auf dem Boden sitzend, mit dem Rücken zu mir, den Kopf in die Hände gestützt. Seine Sorge um den Raben, den wir alle ins Herz geschlossen hatten, war offensichtlich. Ich setzte mich stumm neben ihn. Manchmal ist es besser, nichts zu sagen und einfach da zu sein. Nach einer Weile regte er sich leise und behutsam suchte ich Worte des Trostes. „Wir mussten das Heer ausspähen“, sagte ich sanft. „Es war notwendig. Mercurio ist stark. Wir wissen nicht, was geschehen ist. Vielleicht hatte er nur Angst und ist geflohen. Vor Einbruch der Nacht wird er zu uns zurückkehren.“ Eine Hoffnung, die sich nicht bewahrheiten würde. Auch in den folgenden Tagen tauchte der arme Unglücksrabe nicht auf. Wir sahen ihn nie wieder.

Ich bot Zandon auch an, ihn im Namen der Heiteren Göttin zu segnen, und ich freute mich sehr, dass er es annahm. Also sprach ich leise die rituellen Worte des Harmoniesegens über ihm, und das einfache Gebet beruhigte unserer beider Seelen.

Der Tag neigte sich dem Ende zu, und die Nacht begann, ihren Mantel über den Wald zu legen. Wir wussten, dass wir hier keinen sicheren Platz zum Schlafen finden würden, denn das Tal mit einem unbekannten, bedrohlichen Drachen - das war unsere Vermutung nach Zandons Bericht - und Lucardus' Heer lagen in unmittelbarer Nähe. Ich dankte den Göttern, dass wir noch nicht von Späher-Dämonen oder von gewöhnlichen Kundschaftern entdeckt worden waren. Dennoch legten wir uns am Hang des Hügels unter freiem Himmel zum Schlafen nieder. Selten hatte ich so schlecht geschlafen wie in dieser Nacht. Der Schlaf kam in kurzen, unruhigen Schüben, unterbrochen von plötzlichem Hochschrecken in der Furcht, entdeckt worden zu sein, und geweckt von undeutbaren Geräuschen in der Dunkelheit.

Egilsheim: Zuhause. In mehr als einer Welt.

"'Die Nacht ist finster', sagte die Angst. - 'Die Nacht leuchtet', sagte die Tapferkeit." I Muvrini

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