Gen Norden (Abenteuerbericht #9.1)

Es wurde das Abenteuer Gen Norden der Phileasson-Saga von der Spielgruppe mit guter Gesinnung gespielt. Die Helden haben davor ein von mir selbstgeschriebenes Abenteuer erlebt.


Die Helden brachen mit Ohm Follker und ihrem neuen Esel Detoni auf. Eisige Windböen zerpflückten den Rauch, der aus den Kaminen des verschneiten Thorwals aufstiegen als die Helden ankamen. Gefrorene Gischt hatte den Hafen in eine bizarre Eislandschaft verwandelt. Schon vor Wochen wurde das letzte Drachenschiff in die Bootsschuppen gezogen, um dort dem langen Winter zu trotzen, erzählte Ohm. Die Stadt lag im Dunkeln. Ohm führte die Helden zum Langhaus der Glutströhm-Ottajasko. Hier würden sie schlafen können. Es wurde ihnen Räucherfisch mit Holzbirnenmus in dickem Rübensirup und ein Honigbier angeboten. Als Absacker gab es Premer Feuer, das in der Kehle brannte. Außer Frenya schien es keinem der Helden so richtig zu gefallen.


Erschöpft von der langen Reise legten die Helden sich schlafen. Im Langhaus schliefen alle am Boden im Hauptraum. Die Helden wurden von Gestöhne wach. Anscheinend vergnügten sich zwei miteinander denen es Egal war das um sie mehr als zwei Dutzend andere lagen. Eine andere Frau im Langhaus warf ein Methorn nach ihnen und traf anscheinend, den sie hörten mit dem Liebesspiel auf. Nach kurzer Zeit begannen sie jedoch eine zweite Runde und die Helden standen auf und gingen hinaus, um frische Luft zu atmen. Auch die eine Frau, die das Methorn geworfen hatte, ging hinaus und stellte sich als Elissa ben Farsid vor. Sie war eine Magierin aus dem Konzil der Elemente zu Drakonia und besuchte Thorwal wegen der Hesinde-Dispute. Die Helden hörten plötzlich ein Röcheln und folgten dem Geräusch. Unter einer Brücke fanden sie einen Mann, der mit Sirup eingerieben wurde, an einen Pfahl gebunden. Er wurde von hunderten kleinen Krebsen bei lebendigem Leib verspeist. Die Kehle wurde ihm auch aufgeschlitzt. Gerade soweit das er nicht mehr Schreien konnte. In die Wunde steckte ihm der Mörder einen holen Vogelknochen damit er dadurch noch Atmen konnte. Valandriel versuchte ihn zu heilen aber die Verletzungen waren zu schwer. Die Beine fehlten fast komplett und der Bauch war auch offen. Sie schlugen Alarm und mussten dann der Obersten Hetfrau Garhelt erzählen was passiert war. Angewidert von dieser schrecklichen Tat gingen die Helden wieder Schlafen.


Am nächsten Tag ging die Geschichte des Toten herum wie ein Lauffeuer. Es konnte noch immer nicht geklärt werden wer es ist, weil die Leiche so entstellt war. Als es Früh am Tag schon Dunkel wurde begann Ifirns Milde, wie die Festivitäten zur Wintersonnenwende in Thorwal genannt wurde. Garhelt entfachte das Feuer des haushohen Holzstoßes. Mehrere Tausend Thorwaler hatten sich um das Feuer versammelt. Ein älterer Skaldensänger stellte sich mit einem großen Trinkhorn vor das Feuer und rief: „Wo sind die Hetleute? Sind die Recken unter uns, die ihre Drachen über die Wellen an ferne Küsten lenken? Wollen sich die Edelsten Thorwals etwa verstecken?“. Langsam bewegten sich einige Thorwaler zu dem Skalden. Ein großes Trinkhorn wurde von den Hetleuten herumgereicht. Als sich alle versammelt hatten sprach der Skalde wieder: „Nun, Hetleute! Wer ist eure Oberste Hetfrau?“ und alle riefen: „Garhelt Rorlifsdottir-Jandasdottir!“. Der Skalde erwiderte dann: „Ich kann euch nicht hören!“ und aus tausenden Kehlen kam: „Garhelt Rorlifsdottir-Jandasdottir!“. Lächelnd sagte der Skalde dann: „Wo ist diese Garhelt? Zeigt sie mir!“. Garhelt stand bereits auf ihrem Kampfschild, in einer Hand eine Axt, in der anderen ein Trinkhorn. Die Hetleute drängten sich um sie, fassten den eisenbeschlagenen Rand des Schildes und hoben ihn auf ihre Schultern, sodass die Oberste Hetfrau über den Häuptern der Hetleute stand.


„Garhelt! Garhelt!“ riefen mehrere Tausend Thorwaler und reckten eine Faust in die Höhe. Garhelt trank aus ihrem Horn während sie zum Prunkjolskrim getragen wurde. In der großen Halla hatten zweihundert Gäste Platz und die Helden durften mit Ohm mit hinein. Die beiden Schwestern des Travia-Tempels, die blonde Lenya und die feuerrote Shaya, tischten dampfenden Wildschweinbraten auf. Ein großer blonder Thorwaler war der erste der sich etwas vom Wildschein absäbelte. Ein anderer gab ihm einen hieb auf den Rücken und sagte laut: „Mann nennt dich nicht umsonst Foggwulf! Du schlingst wie ein Wolf!“. Der blonde Thorwaler hämmerte auf den Tisch und sagte: „Das Wohl! Deswegen bin ich auch so stark!“. Ein Jüngerer Thorwaler forderte daraufhin den Foggwulf direkt zum Armdrücken heraus.


Frenya erzählte den anderen Helden das der blonde Asleif Phileasson, auch Foggwulf genannt, war. Er sei ein legendärer Kapitän und Entdecker der Thorwaler. Phileasson und der andere Thorwaler setzten sich gegenüber hin und zur Verwunderung der Helden wurden zwei Kerzen gebracht. Die Kerzen wurden so aufgestellt das dem schwächeren der Handrücken verbrannt wurde. Viele fieberten bei dem Kräftemessen mit. Ein anderer Thorwaler dem ein Auge fehlte stand hinter dem Gegner von Phileasson und starrte ihn an. Der Einäugige war einer der wenigen die niemanden Anfeuerten.


Viele Schrien wild durcheinander: „Pull! Pull! Pull!“. Eine Hälfte schrie Foggwulf, die anderen feuerten den Gegner mit Ragnor an. Mit einem lauten Kampfschrei besiegte Phileasson Ragnor dessen Hand die Kerzen auf seiner Seite zerdrückte. Die Menge jubelt und auch diejenigen die zu Ragnor gehalten hatten beglückwünschten Phileasson. Dieser sagte: „Lenya! Bring ein Horn mit Met für meinen Freund Ragnor!“. Ragnor der zuerst Verärgert aussah lächelte nun. Phileasson sprach weiter als die beiden etwas zu trinken in der Hand hatten: „Ich würde mich freuen dich bei meiner nächsten Fahrt auf der Seeadler rudern zu sehen.“. Ragnor antwortete: „Ich hoffe es wird keine Fahrt für Kinder!“. Phileasson lachte: „Sei unbesorgt. Deine Muskeln werden wie bester Zwergenstahl sein, wenn wir zurückkehren!“. Er tat, als würde er erschrecken: „Bei Swafnir! Ich muss den Verstand verloren haben! Am Ende wirst du mich im nächsten Winter schlagen!“. Die Umstehenden Lachten.


Grimsbart der auch hier Detoni mitgenommen hatte forderte Phileasson auch zum Armdrücken heraus. Eine neue Kerze wurde gebracht und sie fingen an. Phileasson besiegte Grimsbart aber mit Leichtigkeit und als alle den Zwerg auslachten versuchte er sich mit einer Heldenhaften Geschichte zu retten. Er erzählte von der Ogerschlacht und die anderen Unterstützten ihn dabei. Den Teil mit Galotta ließen sie weg, weil Kaiser Hal sie darum gebeten hatte. Die Menge war sichtlich beeindruckt davon und auch Phileasson schüttelte ihnen anerkennend die Hände.


Danach wurde weiter Essen aufgetischt. Ragnor zog die Geweihte Lenya auf seinen Schoß und sagte: „Ruht euch doch Mal etwas aus damit ihr noch Kraft habt mit mir heute das Lager zu Teilen!“. Lenya rammte ihren Zeige- und Mittelfinger in die klobige Nase von Ragnor und zog nach unten. Der Kopf von Ragnor schlug auf dem Tisch auf und Lenya sprang von seinem Schoß auf und sagte: „Wer mich freien will, braucht bessere Manieren!“. Detoni wurde davon wohl aufgeschreckt und trat einen Thorwaler hinter ihm. Frenya konnte den Thorwaler beruhigen bevor ein Kampf ausbrach. Unter dem Jubel der Menge suchte sich Lenya daweil einen Platz weit weg von Ragnar.


Nach kurzer Zeit wurden in der Menge weitere Rufe nach einer Geschichte laut. Der Einäugige Thorwaler stand auf und es wurde so leise, dass man ein Methorn fallen hätte hören könnten. Er fing an von seiner letzten Fahrt zu erzählen. Er schilderte die gefährliche Fahrt ins Güldenland und von seiner reichen Beute, die er den seltsamen Menschen mit Kranichköpfen abgenommen hatte. Er leerte einen Sack auf dem Tisch aus und heraus kamen Becher, Reifen und Münzen aus rotem Gold. Jubelrufe dröhnten durch die Halle. Da sprangt plötzlich Phileasson auf seinen Tisch und bog sich vor Lachen. Er rief so laut, dass es auch der letzte in der Halla hören konnte: “Das ist das beste Seemannsgarn, das je gesponnen wurde. So wahr ich selber schon mit meiner Seeadler die Küste des Güldenlands angefahren bin, die meisten Wesen dort sehen aus wie wir und du, Beorn, wärst bei den haarsträubenden Geschichten, die du hier zum besten gibst, besser Skalde als Drachenführer geworden! Denn Kranichköpfige habe ich dort noch nie gesehen!” Einen Moment herrscht eisiges Schweigen. Einen Thorwaler der Lüge zu bezichtigen, ist die tödlichste aller Beleidigungen. Man hört das leise Scharren der Dolche, die langsam gezogen wurden. Jeden Moment wird sich die Halla in ein Schlachtfeld verwandeln. Da durchdringt die Stimme von Hetfrau Garhelt die Stille: “Ich werde nicht dulden, dass sich meine besten Kapitäne wegen solcher Lappalien die Kehlen durchschneiden! Beorn und Phileasson, ihr zählt zu den Drachenführern, die meine Thorwaler am meisten bewundern, und zahllose Sagas berichten von euren Heldentaten, das Wohl. Nun ist es an der Zeit festzustellen, welcher von euch der Größte ist. Wurde euch nicht schon in der Jugend geweissagt, dass einer von euch den Titel ‚König der Meere‘ führen würde, so wie einst Hrolf Axtbrecher?“. Beide nickten.


„Dann soll es so sein!“ beschied Garhelt und sagte weiter: „Ihr sollt eine Reise antreten, die euch in die fernsten Winkel Aventuriens führen wird. Ihr werdet euch an Aufgaben beweisen, denen sich noch kein Mensch stellen wagte. Es wird eine Fahrt sein, wie sie noch nie zuvor ein Recke gewagt hat. Es wird ein Weg von Blut und Tränen sein. Ein Weg, so gefährlich, dass vielleicht keiner von euch beiden je wieder vor mich treten wird. Wer siegreich zu mir zurückkehrt, der darf sich fortan König der Meere nennen und kein anderer soll diesen Titel führen solange er lebt! Heuert nun wagemutige Seeleute, Glücksritter und Söldner an, denn niemand aus eurer eigenen Ottajasko soll euch auf diese Reise zur Seite stehen. Es genügt, wenn meine beiden besten Drachenführer auf diese Fahrt des Schreckens gehen, ich will nicht auch noch Thorwals beste Ottajaskos den Gefahren dieser Reise überlassen. Rüstet die Seeadler und Seeschlange aus, und findet euch in sechs Tagen wieder in meiner Halla ein. Dann werde ich euch die Regeln für den Wettkampf nennen, über den selbst der Gottwal staunen wird, das wohl!“.


Beorn und Phileasson starrten sich an während die Menge jubelte. Schließlich setzten sie sich und die ersten boten sich ihnen schon an sie zu begleiten. Sie feierten noch lang in die Nacht hinein und die Helden gingen erst spät zurück in ihr Langhaus zum Schlafen.


Am nächsten Morgen war Phileasson schon früh wach. Er und Beorn ließen ihre Drachenbote wieder zu Wasser. Danach standen sie vor den Drachenboten und nahmen Bewerbungen entgegen. Bei Phileasson stand schon Ohm und winkte die Helden zu sich. Es stellten sich schon viele bei Beiden an, um in ihrer Mannschaft auf dieses Abenteuer zu gehen. Bei Beorn stellten sich mehr an als bei Phileasson. Quen gefiel Beorns Einstellung irgendwie mehr und ging deswegen zuerst auf ihn zu, aber er sah dann plötzlich das der schwarze Ritter und seine Begleiter schon auf seinem Drachenboot waren. Schnell drehte er sich um und ging mit den anderen zu Phileasson. Einige die Beorn ablehnte stellten sich bei Phileasson ein zweites Mal an. Daraufhin teilte Phileasson eine Aufpasserin ein, welche die Übergelaufenen wegschickte. Wer wollte schon mit jemanden Segeln der zuvor bei der Gegnerischen Mannschaft angeheuert hat. Bei Beorn stand Lenya und bei Phileasson war Shaya. Die zwei Travia-Geweihten würden die Kapitäne auf ihrer ganzen Reise begleiten und als Schiedsrichter fungieren. Außerdem nahmen sie jedem neuen Mannschaftsmitglied einen Schwur ab.


Endlich waren die Helden dran. Phileasson fragte sie was sie zu seiner Mannschaft beitragen konnten. Valandriel versetzt Ragnor, der bereits aufgenommen war, in einen Tiefschlaf. Quen stahl Phileasson zwei Beutel, die an seinem Gürtel waren und er Bemerkte es nicht. Phileasson war beeindruckt von den Fähigkeiten der Zwei und nahm sie auf. Frenya kaufte einen Korb voller Äpfel und gab ihn Valandriel. Dieser warf ihr einen Apfel nach dem anderen zu und mit tödlicher Präzession zerschnitt Frenya sie in der Luft. Grimsbart stellte sich mit vollem Titel vor was Phileasson nicht wirklich beeindruckte. Dann nahm er seinen Zwergenschlägel und spaltete einen Felsen vor Phileasson. Das war schon eher der Geschmack vom Kapitän und auch sie zwei waren in die Mannschaft aufgenommen. Elissa machte einige komische Handgesten und murmelte etwas. Plötzlich erschien eine Orkanwand vor ihr die nichts durchdringen konnte. Ohne zu zögern wurde auch sie von Phileasson aufgenommen.


Ansonsten wurden viele andere Thorwaler aufgenommen. Nur eine Waldmenschenfrau, die auf ihrem kahlen Schädel eine weiße Spinne tätowiert hatte, stach heraus. Die Helden fragten Ohm skeptisch ob er die Frau kannte, weil sie würden eine Meuchelbande kennen die Spinnen Tattoos trugen. Ohm gab Entwarnung und meinte das die Waldmenschenfrau, die Irulla hieß, schon lange mit ihnen Reisen würde und sich zu keiner Meuchelbande gehörte. Ein anderer in der Mannschaft der kein Thorwaler war hieß Eichward vom Stein. Die Helden erkannte sofort an seinem Wappenhemd, das er ein andergastscher Ritter war.


Als Phileassons Mannschaft vollständig war lud er sie alle zum Essen in seinem Langhaus der Glutströhm-Ottajasko ein. Alle Mitglieder der Ottajasko sollten auch für die kommenden Tage dort zusammenleben. Die Helden mussten nicht siedeln, weil sie schon in dem Langhaus untergebracht waren. Die frische Ottajasko lernte sich besser kennen und Frenya kam sich vor allem mit Elissa näher. Am Abend wurde wieder gefeiert, jedoch nicht so ausgelassen wie letzte Nacht.


Nach einem erlesenen Frühstück am nächsten Morgen ging Phileasson mit allen auf sein Drachenschiff. Jeder musste sich einen Platz aussuchen und bekam eine Schiffstruhe. Anschließend absolvierte sie ein Schiffstraining. Dies lief nicht so gut und Phileasson übte mit allen fast den ganzen Tag. Den Abend bekamen sie jedoch frei und Quen ging direkt ins erste Langhaus, aus dem er fröhliches Treiben hörte. In Thorwal ist wohl jedes Langhaus eine Schenke. Valandriel sparzierte einfach durch die Stadt während die restlichen Helden mit Ohm in ein Hitzebad gingen. Quen trank und zockte ein bisschen mit jungen Thorwalern im Langhaus. Valandriel bemerkte zwei Knorren, die gerade im Hafen beladen wurden. Er fand heraus das diese auf den Befehl von Hetfrau Garhelt beladen wurden. Heimlich konnte er mit einem Zauber entdecken das die Ladung Stoffe, Essen, Felle und Schlitten enthielt. Die anderen Helden ließen es sich völlig nackt im Hitzebad gut gehen. Sie entspannen die müden Glieder in großen Wannen mit heißem Wasser und schwitzten die Anstrengungen des Tages in einem Dampfbad heraus. Anschließend sprangen sie in die kalten Fluten, um sich abzukühlen.


Als Valandriel weiter durch die Stadt ging belauschte er zwei Thorwaler aus ihrer Ottajasko bei einem Gespräch. Sie unterhielten sich über den grausamen Mord mit den Krebsen. Dabei erwähnten sie das dies nun schon der dritte Mord sei, der durch die gleiche Art geschehen sei. Von ihrer Freundesrunde damals seien also nur mehr sie Zwei und ein Dritter übrig den sie schon lange nicht mehr gesehen hatten. Die zwei Thorwaler rätselten wer dahinterstecken könnte und sie kamen nur auf eine Frau, die dafür in Frage käme, aber soweit sie wisse sei diese schon tot.


Quen, Valandriel und die anderen Helden trafen sich wieder im Langhaus der Glutströhm-Ottajasko. Als sie mit der ganzen Ottajasko beim Essen zusammensaßen erklärte Phileasson das Morgen ein Kampftraining anstehe. Valandriel erzählte Phileasson was in die zwei Knorren geladen wurde. Er meinte daraufhin das es wohl in den Norden rauf gehen würde. Phileasson befahl allen sich für den Winter zu rüsten. Jeder sollte noch zusätzliche warme Kleidung, einen Schlafsack und Felle kaufen. Danach wurde noch ausgelassen getrunken und geredet. Grimsbart fragte ob es auf hoher See auch Monster oder Walfang gab. Alle Thorwaler waren empört und die ersten Klingen wurden gezogen. Grimsbart erklärte das dies nur ein Scherz war und die meisten steckten ihre Waffen wieder ein und widmeten sich ihren Gesprächen, aber einige schauten ihn noch immer abschätzig an.


Am nächsten Tag übte Phileasson mit ihnen den Schildwall. Jeder bekam eine Position und Aufgabe zugewiesen. Sie übten diese Kampfformationen einige Male. Danach gab es Zweikämpfe und Quen musste gegen Phileasson antreten da er am Vorabend den Mund zu voll genommen hatte. Er konnte zwei Runden gut dagegenhalten aber verlor dann. Grimsbart kämpfte gegen eine Thorwalerin die ihn mit dem ersten Schlag fertig machte. Nach dem Kampftraining kaufte jeder die nötige Ausrüstung für eine Fahrt in den Norden ein.


Am nächsten Tag fanden sie sich alle in der großen Halla im Prunkjolskrim, die überfüllt mit Gästen war, ein. Alles, was Beine hat, wollte den Aufbruch der beiden Kapitäne miterleben. Hetfrau Garhelt schaute alle bedächtig an und fing an die Bedingungen für den Wettstreit bekanntzugeben: „Nun, edle Drachenführer! Vernehmt die Regeln, die für euer Duell gelten. Ihr werdet zwölf Aufgaben zu lösen haben, und euer Weg wird um das ganze bekannte Aventurien führen, das wohl. Manchmal sogar darüber hinaus. Ihr dürft eure Konkurrenten behindern, aber es ist euch verboten, sie zu töten. Ihr werdet als Fürsten und als Bettler reisen. Mut und Stärke allein werden zu wenig sein, um euch ans Ziel zu bringen. Achtzig Wochen gebe ich euch, dieses gewaltige Abenteuer zu bestehen. Um zu bezeugen, dass ihr die Aufgaben auf ehrenvolle Weise löst, wird jede Gruppe von einer Travia-Geweihten begleitet. Die Geweihten wachen darüber, dass bei dem Rennen die Regeln der Ehre eingehalten werden. Ihr Urteil kann am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden. Eure ersten beiden Aufgaben erfahrt ihr nun, die restlichen werden im Verlauf der Reise von Lenya und Shaya enthüllt. Fahrt zunächst zur Insel der Schneeschraten und fangt dort einen der riesenhaften zweizahnigen Kopfschwänzler! Gebt acht und fangt das Tier lebend, damit es in die Ottaskin der Hetleute gebracht werden kann. Sobald die Bestien gefangen sind, sollt ihr Kapitäne mit wenigen Auserwählten in den äußersten Norden aufbrechen, um dort den Turm zu finden, mit dem die Welt am Himmelsgewölbe aufgehängt ist und den die Firnelfen deswegen den Himmelsturm nennen. Ergründet seine Geheimnisse, bevor ihr nach Riva reist, um dort eure dritte Aufgabe zu erfahren. Nun brecht auf! Vor den Küsten der Schneeschraten wird euch ein Leuchtfeuer den Weg zu den zwei Knorren weisen, die vor drei Tagen losgefahren sind. Sie werden euch mit allem Notwendigen für die Expedition ins ewige Eis versorgen. Möge Swafnir mit euch sein!”.


Trotz der bitteren Kälte säumten Hunderte Thorwaler den Weg zum Hafen, um das Auslaufen der beiden Drachenschiffe zu beobachten und den Wettstreitern zuzujubeln. Seite an Seite verließen die Schiffe die schützende Bucht, als Beorns Mannschaft den Rudertakt erhöhte. Anscheinend wollte Beorn mit seiner Seeschlange einen Vorsprung herausholen und so gleich zu Beginn der Reise die Kampfmoral seiner Mannschaft stärken.


Auch Phileasson ließ sie nun schneller Rudern und schrie: „Pullt! Pullt! Ich möchte vor den Augen von ganz Thorwal nicht als zweiter diese Bucht verlassen!“. Alle in der Ottajasko legten sich ins Zeug, aber sie holten nicht auf. Phileasson schrie sie weiter an: „Pullt! Habt ihr Butter in den Armen? Pullt! Meine Großmutter schlägt euch ja im Armdrücken! Pullt!“. Einige Thorwaler schoben sich Beißhölzer zwischen die Zähne. Jedes Gesicht, das die Helden ansahen, lief vor Anstrengung Rot an. Shaya ,die Travia-Geweihte in ihrer Ottajasko, beugte sich über die Reiling, weil ihr wohl schon schlecht vom Seegang war. Phileasson trieb sie weiter an: „Pullt! Bis euch der Schiss aus den Hosenbeinen rinnt! Pullt! Elissa kam zum wiederholten Male aus dem Takt beim Rudern und Phileasson zehrte sie von ihrem Ruderplatz weg und setzte sie ans Steuer. Er befahl ihr das Ruder einfach gerade zu halten und Phileasson selbst ruderte nun mit. Langsam, aber kontinuierlich holten sie auf. Kurz vor der Ausfahrt der Bucht überholten sie Beorn endlich.


Als ihr Drachenschiff endlich aus der Bucht fuhr und sie niemand mehr von Thorwal aus sehen konnte, fingen alle an zu Jubeln. Ohm entschuldigte sich bei Phileasson und streckte den nackten Hinter den Gegnern entgegen. Sie waren nun auf offener See und setzen die Segel.


Am Abend fanden sie einen flachen Strand und beschlossen dort zu Übernachten. Die Ottajasko zog das Drachenschiff an Land und drehte es um. Grimsbart fällt dabei mit seinem Esel Detoni ins Wasser. Sie waren beide klatschnass und froren. Während die ersten unter dem Schiff ihren Schlafplatz einrichteten gingen andere Feuerholz holen und Jagen. Schnell machte Elissa mit dem ersten Holz ein Feuer damit Grimsbart und Detoni sich aufwärmen konnten. Irulla kam mit Abstand der meisten Beute für das Abendessen zurück. Shaya bereitete für alle etwas am Feuer zu. Als sie mit dem Essen fertig waren wurden Wachen eingeteilt und sie gingen schlafen.


Mitten in der Nacht weckte ein Schrei alle auf. Die ganze Ottajasko stand kampfbereit am Lagerfeuer. Dort erklärte Shaya gerade das sie Ragnor und einen anderer Thorwaler ja nur ein bisschen erschrecken wollte da sie eingeschlafen waren. Die beiden hatten aber gerade Wache gehalten und Phileasson gefiel das gar nicht. Er sagte das die Beiden zu ihrem Drachenführer kommen sollen und alle Thorwaler aus der Ottajasko stellten sich in einer Zweierreihe auf. Die Helden wussten nicht was jetzt passiert. Ragnor und der andere gingen durch die Gasse und jeder aus der Ottajasko schlug einmal zu. Ihre Gesichter wurden verschont, aber es waren schon einige harte Schläge dabei. Bei Phileasson angekommen knieten sie vor ihm und er vergab ihnen. Anschließend legten sich wieder alle schlafen und die Neue Wache passte auf.


Drei Tage nach dem Aufbruch und einige Meilen nordwestlich von Olport meldete Elissa das ein Sturm kommen würde. Zuerst glaubte Phileasson ihr nicht, weil es ein Wolkenloser Himmel war aber kurze Zeit darauf zog eine dunkle Wolkenbank am Horizont auf und näherte sich mit großer Geschwindigkeit ihrem Schiff. Schon wenige Minuten später befand sich die Ottajasko in einem Hexenkessel brodelnder Gischt. Fast waagerecht trieb der Sturm winzige Eiskristalle vor sich her, die wie tausend Nadeln in ungeschützte Hände und Gesichter stachen. Gleichzeitig schwappte eiskaltes Wasser über die niedrige Bordwand, und in kürzester Zeit hatte keiner an Bord mehr einen trockenen Faden am Leib.


Sofort lenkte Phileasson sein Drachenschiff in die Enge Bucht von Olport. Plötzlich packte eine hohe Welle die Seeadler und trieb sie gegen einen über zwei Dutzend Schritt hohen Kreidefelsen. Dieser schrammte an der Steuerbordseite entlang und alle hatten damit zu Kämpfen sich festzuhalten. Mit Müh und Not schafften sie es in den Hafen wo die Bewohner des Dorfes ihnen halfen das Drachenschiff an Land zu ziehen.


Phileasson begann sofort jeden aus der Ottajasko zu zählen. Vor den Helden stand ein kleines Mädchen mit brünetten Haaren. Sie war wohl keine Thorwalerin, denn ihre Kleidung passte so gar nicht in dieses Dorf. Völlig durchnässt vom Regen starrte sie auf das offene Meer hinaus. Plötzlich zeigte sie mit dem Finger in die Dunkelheit und sagte in einer tiefen Stimme: „Etwas Altes fährt auf den Fluten dessen Herz härter ist als das Eis der Gletscher! Gierig mehren sie ihre Macht und sind dabei erbarmungsloser als je zuvor!“. Ein rothaariger Thorwaler aus dem Dorf ging auf das Kind zu und spie vor ihr aus: „Das reicht jetzt! Ich sage wir werfen das Kind in das Meer! Sie bringt Unglück, das wohl.“. Ein anderer Mann, der offensichtlich auch kein Thorwaler war, stürmte aus der Menge auf das Kind zu. Er erklärte das sie ein Medium sei und dadurch Visionen hatte. Einige Thorwaler meinten das sei eher Dämonenzeug.


Phileasson brüllte das einer von ihnen fehlte. Der Mann hob gerade das Mädchen hoch und wollte mir ihr gehen da sagte sie: „Salzwasser drückt in seinen Mund. Die Finger sind ohne Gefühl. Er ist am Kreidefelsen des Gottes. Wasser füllen seine Lungen, doch er will leben!“. Sofort stieg Phileasson in ein kleines Ruderboot, das für fünf weitere Platz hatte. Frenya, Valandriel und drei andere aus der Ottajasko begleiteten ihn. Elissa sprach einen Zauber, der das Unwetter in der Bucht beruhigte. Valandriel wollte einen Zauber zum Atmen unter Wasser auf Frenya sprechen aber dieser funktioniert leider nicht. Als sie bei dem großen Kreidefelsen ankamen sprang Frenya ins eiskalte Wasser. Sie sah in der tiefe etwas und tauchte ein zweites Mal ab. Ihr ging schon fast die Luft aus als sie endlich eine Hand zu packen bekam. Schnell tauchte sie wieder auf und sie fuhren zurück in den Hafen. Valandriel kümmerte sie um den fast Ertrunkenen und dieser spie sehr viel Wasser aus.


Die ganze Ottajasko ging in ein Langhaus wo sie die Helden feierten, weil sie dafür gesorgt hatten das nichts Schlimmeres passierte. Die Helden sahen den Mann mit dem Mädchen in einer Ecke sitzen und gingen zu ihm. Er stellte sich als Vascal della Rescati vor und das Mädchen sei seine Nichte Leomara. Die Helden erfuhren von ihm das er mit ihr auf der Flucht sei, weil viele Leute ihre Fähigkeiten ausnutzen wollten. Er habe lange zugeschaut aber als er eines Tages, in einen Raum kam wo ein Magier gerade den Kopf seiner Nichte rasiert hatte und schon maskierte wo er den Schädel öffnen wolle, da habe er sie geschnappt und floh mit ihr. Vascal sagte das Leomara nie eine Gefahr darstelle. Sie wäre bei ihren Visionen immer ruhig, nur die dunkle Stimme mache den Leute Angst. Er selbst sei ein Nandus-Geweihter. Er strebe vor allem nach Bildung und Wissen. Deswegen liebe er Rätsel und Abenteuer.


Nach dem Abendessen schlief die Ottajasko in verschiedenen Langhäusern. Am nächsten Morgen begutachteten die Helden mit Phileasson das Drachenschiff. Mehrere Ruder mussten ersetzt werden und eine Planke vom Schiffsrumpf war gebrochen. Es würde mindestens drei Tage dauern, um den Schaden auszubessern. Valandriel sagte zu den anderen, dass die Melodie des Schiffes gebrochen sei. Er hörte aber im Wald einen Baum, der die Melodie wieder in Einklang bringen könnte. Gemeinsam gingen die Helden mit Valandriel den Baum fällen. Als sie alle den Baum bearbeiteten scheucht Valandriel alle außer Grimsbart weg da sie die Melodie des Baumes verstimmen.


Sie arbeiteten fast zwei Tage dran und als Valandriel und Grimsbart die neue Planke einsetzten, passte diese perfekt. Phileasson war sehr zufrieden und ein paar andere aus der Ottajasko fingen an die neue Planke zu versiegeln und die restlichen Ausbesserungen am Drachenschiff zu machen.


Am dritten Tag rief Phileasson die gesamte Ottajasko wieder zusammen und bemerkte das drei desertiert waren. Sie sagten, der Unfall sei ein böses Omen, und ihre Reise sei zum Scheitern verurteilt bevor sie verschwanden. Zwei Thorwaler aus Olport wollten mit und auch Vascal und Leomara della Rescati. Phileasson nahm sie alle in die Ottajasko auf.


Um die Gnade Swafnirs zurückzuerlangen, ließ Phileasson vor der Abfahrt sein Schiff von Starkad Erwiderer, dem örtlichen Geweihten, segnen und brachte im Hafenbecken und am Efferdpfeiler ein Opfer dar. Feierlich wurde ein aus Bein geschnitztes Modell der Seeadler, einigen Haizähne und einer hölzernen Schale mit dem gesammelten Blut eines jeden Mannschaftsmitgliedes den Fluten übergeben.


Anschließend liefen sie aus der Bucht wieder aus und fragten sich ob Beorn sie mittlerweile schon überholt hatte. Nach einer Weile meldete Ohm ein treibendes Stück Holz 20 Schritt backbord. Phileasson ließ beidrehen, und die Helden holten mit einem Netz das Treibgut an Bord. Es war ein abgesplittertes Ruderblatt mit einer aufgemalten Schlange. Es musste also ein Ruder der Seeschlange, dem Schiff Beorns, sein. Einige Recken machten sich daraufhin Hoffnungen, dass Beorn ein Opfer des Sturms geworden war. Phileasson meint jedoch, dass sie sich nicht zu früh freuen sollten. Trotzdem war die Stimmung an Bord ausgelassen.


Nach fünf Tagen passierten sie Nordaport und segelten Richtung Arjolfsspitze. Plötzlich tauchte neben dem Drachenschiff eine ganze Schule von mindestens 10 Walen auf. Ein Wal tauchte unter dem Schiff hindurch und brach an Backbord an die Oberfläche. Der gewaltige Leib wippte auf und nieder. Die Fluke ragte wie ein dunkles Segel auf. Ohm rief: „Swafnir ist mit uns! Unser Opfer hat ihm gefallen.“. Die Wale schwammen um das Drachenschiff, als sei die Seeadler Teil ihrer Herde.


Die Ottajasko entschied sich dazu direkt zur Arjolfsspitze zu segeln, um Zeit zu sparen. In den folgenden Nächten konnten die Helden seltsame Erscheinung am Himmel beobachten. Elissa erklärte, dass dies die Nordlichter seien. Auch wenn dieses geisterhafte Licht zunächst sehr unheimlich wirkte, so erwies es sich dennoch bald als nützlich, denn nichts ist bedrückender als die Nächte auf einem Schiff ohne Land in Sicht.


Als die Seeadler in die bleigrauen Wasser des Eismeers vordrang, schickte Phileasson rund ein Drittel der Ottajasko mit Speeren und Fackeln an die Reling. Diese Recken hatten die Aufgabe, frühzeitig Eisschollen zu entdecken, um sie mit den Speeren wegzustoßen. Ansonsten würden diese an der empfindlichen Außenhaut des Schiffes entlang Schrammen und Schaden anrichten.


Das Gebiet zwischen den Nebelzinnnen und dem Yetiland nannten die Thorwaler Meerlunge. Hier trieben dichte Dunstschwaden über dem Wasser, und von den Küstengletschern abgebrochenes Eis machte die Passage gefährlich. Himmel, Wasser und Eisschollen verschwammen zu einer einzigen grauen Masse. Sie mussten sehr oft Rudern, weil sich kein Lufthauch regte.


Der Nebel wurde immer dichter und schon über einen Tag hatten sie keine Küste mehr gesehen. Plötzlich tauchte aus dem Nebel ein Eisberg auf der direkt auf sie zukam. Der Eisberg war fast so hoch wie ihr Segel und er drehte sich. Nur weil Quen den Eisberg früh genug bemerkt hatte war es ihnen möglich ihm auszuweichen.


Als die Ottajasko darüber stritt wie ein Eisberg sich so drehen konnte meinte Ohm, das dies durch eine Flutkehle entstanden sein könnte. Dies war ein schwarzer Strudel, der bereits zahlreiche Seefahrer und ganze Eisberge gurgelnd in die Tiefe gerissen haben soll. Die Ottajasko war durch diese Erklärung nicht gerade beruhigt. Die Lage entspannte sich nicht gerade als Ohm damit anfing Gespenstergeschichten von Totenschiffen und den Geistern der Ertrunkenen zu erzählen. Diese so munkelte er, würden sich voller Neid auf verirrte Segelschiffe stürzen und Unheil verbreiten, wenn man an Bord nicht mucksmäuschen still war. Man könne sie schon eine ganze Zeit hören, bevor man sie sah, denn diese würden mit einer Nebelglocke die letzte Stunde ihren sterblichen Opfern einläuten.


Einige Recken waren durch diese Geschichten sichtlich eingeschüchtert. Grimsbart erlaubte sich einen Scherz und klopfte mit seinem Zwergenschlägel gegen ein Eisenschild. Einige Thorwaler hielten dies für ein Glockenläuten und Panik brach an Bord aus. Die meisten griffen zu ihren Waffen, aber einer wollte sogar von Bord gehen. Grimsbart konnte ihn gerade noch aufhalten. Da der Thorwaler sich nicht beruhigen wollte fesselten sie ihn.


Der Nebel wurde immer dichter und die Helden konnten ihre Gefährten nur als Schatten und Schemen ausmachen. Nur dumpf vernahmen sie Ohms Stimme, der seine Schauergeschichte nun schon zum zweiten Mal vortrug. Plötzlich hörten sie wirklich ein leises Glockenleuten in der Ferne!


Langsam kam das Geräusch der in regelmäßigen Abständen geschlagenen Glocke näher. Die Helden griffen zu ihren Waffen und starten gespannt in die Richtung des Läutens. Ragnor spannte den Aal, das einzige Geschütz der Seeadler, mit einem riesigen Bolzen.


Als ein Schiff im Nebel auftauchte wurden ziellos Pfeilschüsse in die Dunstschwaden abgegeben. Ragnor feuerte auch den Aal ab. Erst als darauf ein Schwall herzhafter Seemannsflüche von Bord des anderen Schiffes herüberschallten und Phileasson den Befehl zur Ruhe gab, hörte der Angriff auf. Es stellte sich dann heraus das dieses Läuten nur von einer Nebelglocke kam. Neben der Seeadler kam ein kleines Schiff mit drei Robbenfängern zum Stehen.


Grimsbart forderte forsch den Bolzen zurück, der im Boot steckte. Der Kapitän des kleinen Schiffes wollte zuerst eine Entschuldigung hören. Daraufhin warf Grimsbart ihm einen Tonkrug an den Kopf und die anderen zwei Mitglieder paddelten panisch davon. Frenya musste Grimsbart davon abhalten noch einen Bolzen nachzuschießen. Sie erinnerte alle an Bord, das sie Regeln von Hetfrau Garhelt bekommen hatten. Alle Aufgaben sollten auf ehrenvolle Weise gelöst werden. Daraufhin entschied die Ottajasko die Robbenfänger nicht zu verfolgen, aber Valandriel musste Grimsbart mit einem Zauber Einschlafen lassen, um ihn ruhig zu stellen.


Irgendwann während der schier endlosen Nacht gleitete die Seeadler durch einen weitgehend eisfreien Kanal zwischen zwei Tafeleisbergen. Als man schon mehr als die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatte, frischte plötzlich der Wind auf. Der Berg auf der Steuerbordseite begann sich zu bewegen. Langsam schloss sich die Lücke, und das Schiff drohte wie eine Nussschale zwischen den eisigen Giganten zerquetscht zu werden.


Schnell griffen alle zu den Rudern und probierten hier raus zu kommen, denn das Ende des Kanals war schon in Sicht. Erschöpft von den letzten Tagen kam die ganze Ottajasko aber nicht richtig in Fahrt. Die Helden sprachen schon ihr letztes Gebet als die ersten Ruder zerdrückt wurden. Jeder an Bord schloss seine Augen, um nicht mitansehen zu müssen wie sie zerquetscht wurden aber nach einem lauten Knacken kamen sie zum Stillstand.


Als alle ihre Augen wieder öffneten sahen sie das die zwei Tafeleisbergen vor ihnen zwar zusammengestoßen waren aber ihr Drachenschiff hatte durch eine Einbuchtung in einem der Berge noch ein paar Finger Platz. Grimsbart kletterte auf den Masten, um mehr zu sehen. Rechts und links von ihnen waren Plateaus, die nur etwas höher lagen als der Masten.


Quen packte seine Steigeisen und Kletterhaken aus, um eine der Eiswände zu erklimmen. Oben angekommen sah er das sie nur mehr 4 Schritt von der Freiheit getrennt waren. Er ließ ein Seil hinunter damit weitere Gefährten ihm beim Freihacken helfen konnten. Vom Schiff aus schoss ein thorwalscher Magier namens Tylstyr mit einem Flammenstrahl auf die Eiswand.


Nach einiger Zeit war die Seeadler endlich frei und sie segelten weiter Richtung Norden. Es war der 17. Reisetag als die Helden ein Signalfeuer erblickten. Zwei Stunden später waren die Knorren, welche sie in Thorwal schon gesehen hatten, erreicht. Etwas abseits lag Beorns Seeschlange. Sie war mit einer dünnen Kruste aus Eis und Schnee überzogen und offensichtlich schon vor einiger Zeit an Land gezogen worden. Zweihundert Schritt von der Küste entfernt stapelten sich Ausrüstung und Proviant auf dem Eis. Von dort tönte auch das Bellen hungriger Schlittenhunde.


Weiter geht es im zweiten Teil des Abenteuers Gen Norden.

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