Kapitel 9 - Schweiß, Druckerschwärze und flüchtige Gedanken

Wie soll Thalio nun weiter vorgehen, nachdem er erst einmal Gelegenheit hatte ein ordentliches Bad zu nehmen? 7

  1. Sollte er das Fräulein Piara erst einmal bei einem ihrer Ausflüge etwas unauffälliger in Augenschein nehmen? (2) 29%
  2. Oder sollte er eher versuchen ihr 'zufällig' über den Weg zu laufen und so ihre Bekanntschaft zu machen? (3) 43%
  3. Womöglich sollte er aber auch das Anwesen der Herren Berylli endlich in Augenschein nehmen. Auf lange Sicht würde ihm das wohl nicht erspart bleiben. (2) 29%

Thalio gähnte herzhaft, als er die Treppe aus dem Redaktionsstübchen der Gazette zur Straße nach oben stieg. Der all zu kurze Rest der Nacht war nicht ganz so verlaufen, wie er sich das vorgestellt hatte, aber irgendwie, das musste er sich im Nachhinein eingestehen, hätte er das wohl fast kommen sehen müssen. Er war ja schließlich kein Jungspund mehr, der noch ganz grün hinter den Ohren war und keine Ahnung von der Welt hatte.


Das Essen war gut gewesen und auch der Wein hatte ihm zugesagt. Die Unterhaltung mit den Schwestern hatte dann das übrige erledigt. Dass da das eine zum anderen führte war ja eigentlich wirklich zu erwarten gewesen. Was er jedoch nicht wirklich erwartet hatte, war, dass die Beiden ihn beim Druck ihrer Gazette einspannen würden. Nun, immerhin hatten sie so noch Gelegenheit gehabt sich ausführlich zu unterhalten.


Vielleicht war das auch besser so, denn nachdem der Druck fertig, alles getrocknet, gefaltet und zu dicken Packen verschnürt war, war Janera nicht mehr nach reden gewesen. Ihre Schwester war kaum zur Tür hinaus gewesen um noch eine Zigarillo zu rauchen, wie sie gemeint hatte, da hatte Janera ihn auch schon zu einem der beiden Betten im hinteren Bereich des Arbeitsraumes bugsiert. Alles was danach geschehen war, war in seiner Erinnerung ebenso erquicklich wie verschwommen.


Schlaf hatte er natürlich entsprechend wenig bekommen, aber darüber sollte er sich wohl nicht beklagen. Er würde einfach etwas später, vielleicht nach dem Mittagessen, noch ein Nickerchen einschieben müssen. Er rieb sich die müden Augen und betrachtete dann missbilligend seine schwarzen Finger. Druckerschwärze. Das hätte ihn wohl eigentlich auch nicht überraschen sollen. Aber eigentlich war das ja auch nicht weiter schlimm. Ein Bad würde er ohnehin benötigen.


Während er nun den Weg zum nächsten Badehaus einschlug schweiften seine Gedanken bereits wieder in die Ferne. Immerhin wusste er nun ziemlich genau welche Läden dem Fräulein Piara besonders zusagten. Er wusste auch, zumindest so ungefähr, wann die junge Dame in der Regel ihre Ausflüge in die Stadt unternahm. Auf der Via Vestigia sollte er ausreichend Gelegenheit haben ihr wie zufällig über den Weg zu laufen.


Es war schon irgendwie etwas kurios, dass das Fräulein scheinbar nichts für Theater und dergleichen übrig zu haben schien. Oder hatte es andere Gründe, dass sie noch nie eine der abendlichen Vorstellungen besucht hatte? Ganz generell schien sie Abends nie aus dem Haus zu gehen. Das war hier in der Serenissima ja schon fast irgendwie unerhört. Vielleicht sollte er dem bei Gelegenheit noch auf den Grund gehen.


Kapitel 10 - Kleider, Schuhe und schöner Tand