Kapitel 4 - Moral, Bedenken und Vorbehalte

Wie sollte Thalio die Sache nun angehen? 6

  1. Vielleicht wäre es am besten sich morgen ganz beiläufig etwas umzuhören, was die Leute denn so über diesen Berylli zu sagen hatten? (0) 0%
  2. Womöglich sollte er aber auch die Gelegenheit nutzen sich das Domizil seines Ziels schon einmal etwas anzusehen, bevor die Sonne aufging? (1) 17%
  3. Oder sollte er sich auf der Suche nach Informationen erst einmal an den Schreiberling wenden, der diesen Artikel über Bild, Schmuck, Model und Mäzen verfasst hatte? (5) 83%

Natürlich konnte Thalio dem folgen, was ihm der fette Hehler da gerade eröffnet hatte. Daran war ja wirklich nichts schwer zu verstehen. So recht gefallen wollte es ihm trotzdem nicht. Das lag aber nicht daran, dass er etwa etwas dagegen gehabt hätte jemanden um ein paar Preziosen zu erleichtern, der diesen Verlust wohl ohne Probleme verkraften konnte. Vielmehr bereitete ihm Olgers letzte Forderung Unbehagen.


Wie kam er nur darauf etwas derartiges zu fordern? Das klang ihm verdächtig so, als ob der Gauner nicht einen Gedanken daran verschwendet hatte, was das besagte Fräulein denn vielleicht dazu zu sagen hatte. Vermutlich war jetzt aber auch nicht unbedingt der richtige Zeitpunkt den Mann daran zu erinnern. Irgendwie hatte hatte Thalio das Gefühl, dass der Kerl jetzt gerade nicht all zu gut auf Widerworte reagieren würde.


Nun, er würde einfach später etwas drehen müssen, damit der Mann sich mit Schmuck und vielleicht dem Maler auf der Gehaltsliste zufrieden gab. Schon letzteres würde schwierig genug werden, aber vielleicht würde es auch schon reichen dem Künstler ein besseres Salär in Aussicht zu stellen. In den Augen der meisten Leute war mehr Geld schließlich besser als weniger. Er würde sich diesbezüglich schlau machen müssen.


Das selbe galt auch was den Rest dieses Auftrages betraf. Weder Perlenschmuck noch Bild würden sich schließlich von selbst stehlen. Ja, gerade diesbezüglich würde er nachforschen müssen. Wo wurde der Schmuck aufbewahrt? Gab es Wachen? Wie groß war dieses verdammte Bild? Diese Fragen und noch viele mehr spukten Thalio durch den Kopf, während er zustimmend nickte. „Das will gut vorbereitet werden und das geht aber nicht von jetzt gleich auf sofort.“


Olger nickte und klopfte Thalio gönnerhaft grinsend auf die Schulter. „Natürlich, natürlich. Wir wollen schließlich nicht, dass irgendetwas schief geht! Nicht wahr?“ Während sie noch so sprachen erreichten sie eine schmale Treppe die nach oben in einen Hinterhof führte. Der alte Gauner lupfte seinen Hut und deutete eine Verbeugung an. „Du kennst die Pfandleihe Taler & Tand in Belhamèr? Frag dort nach mir, wenn es noch etwas geben sollte, oder wenn du erfolgreich warst.“


Thalio fing den Geldbeutel, den ihm Olger zuwarf, bevor er sich abwendete um nach oben zu entschwinden, mit einer deftigen Bewegung. Nachdenklich sah er dem Mann, der nun wohl ganz offiziell sein Auftraggeber war noch einen Augenblick nach. Er wog den Geldbeutel kurz in einer Hand bevor er ihn mit einem Seufzen und Kopfschütteln weg steckte. Einige der Taler in dem Beutel waren wohl bis vor kurzem noch seine eigenen gewesen.


Kapitel 5 - Quellen, Informanten und Informationen