Kapitel 2 - Glück, Pech und was beides verbindet

So schnell können sich die Dinge ändern. Gerade drehte sich noch alles um Karten und nun soll es ums Geschäft gehen? Was soll man davon halten? 6

  1. Nun, vielleicht sollte er sich anhören, was Olger von ihm wollte. Vielleicht würden die paar Heller die ihm noch verblieben dann auch nicht all zu lange einsam bleiben. (4) 67%
  2. Die Möglichkeit nach so einer Pleite wieder zu etwas Geld zu kommen klang verlockend, aber konnte das noch nicht bis morgen warten? Die verärgerten Blicke die ihm Alricia zuwarf verlangten zumindest den Versuch einer Entschuldigung! (0) 0%
  3. Der Kerl hatte ihn gerade gründlich ausgenommen und bot ihm nun sogleich eine Gelegenheit wieder zu Geld zu kommen? Das war doch fast zu gut um wahr zu sein. Da war doch irgendetwas faul! (2) 33%

Das Spiel mit einem Bluff für sich zu entscheiden ist so eine Sache die einfacher gesagt als getan ist. Vor allem, da Thalio an diesem Tisch ja keinen Neulingen gegenüber saß, die noch grün hinter den Ohren waren. Weder Alricia noch Olger waren unbedarfte Landeier die man einfach so über den Tisch ziehen konnte. Da musste er schon eine überzeugende kleine Vorstellung abliefern, sonst würden es ihm die beiden nie abnehmen, dass er sich seiner Karten verdammt sicher war. Wenn auch nur einer von den Zweien nicht einknickt und dann tatsächlich auch ein gutes Blatt hatte, könnte das schlimm für ihn enden.


Er sah sich noch einmal mit betont gelassener Miene seine Karten an, faltest sie dann zusammen und schob noch einen Stapel Münzen in die Mitte des Tisches. Es war der letzte Rest seiner Barschaft. „Ich erhöhe noch einmal um zwanzig Taler und will sehen was ihr auf der Hand habt.“ Es fiel ihm gar nicht so leicht zu verhindern, dass seine Stimme zittert, aber letztlich ließ er sich nicht anmerken, dass seine Nerven bis zum zerreißen gespannt waren. Er schaffte es sogar noch, seinen Gegenspielern ein süffisant siegessicheres Lächeln zuzuwerfen, während er seine Karten wieder aufnahm. „Na, wie siehts aus?“


Götter, hoffentlich nahmen die Beiden ihm das nicht übel. Er kannte so einige andere Spieler bei denen er damit wohl eine Tracht Prügel riskiert hätte. Alricia und Olger aber haben einen Ruf zu wahren, schließlich wollen sie wohl auch morgen noch Mitspieler für die nächste Partie finden, also sollte er auf der sicheren Seite sein. Während er noch über die möglichen unerwünschten Konsequenzen seines Handelns nachdachte, knickte jedoch Alricia ein. Sie knallte ihre Karten auf den Tisch und stand auf. „Danke, das wars. Ich bin raus. Viel Spaß mit meinen Stiefeln.“


Autsch. Vielleicht hatte er sie doch ein wenig aufgebracht. Es wäre wohl nicht ganz verkehrt, wenn er sich bei Gelegenheit etwas überlegte um es wieder gut zu machen. Nicht dass sie sonderlich nachtragend wäre, aber falsch wäre es wohl trotzdem nicht, nur so vorsichtshalber. Damit hatte er die Partie schon halb in der Tasche. Das siegessicher Grinsen wich jedoch aus Thalios Gesicht, als er seine Aufmerksamkeit auf den letzten verbleibenden Mitspieler verlagerte. Der Bluff war gut, da war er sich sicher, aber Olger schien ihm die Sache trotzdem nicht abzukaufen. So ein Mist aber auch.


Das konnte eigentlich fast nur bedeuten, dass der feiste Kerl ein unschlagbares Blatt auf der Hand hatte, oder zumindest eines das er dafür hielt. Nun war es Olger der grinste. „Na dann gehe ich mal mit um mir anzusehen warum du so unverschämt zuversichtlich bist zu gewinnen.“ Er schob ebenfalls zwanzig Taler in die Mitte des Tisches und begann seine Karten aufzublättern. Mit merklichem Genuss legte der Gauner eine Karte nach der anderen auf den Tisch und mit jeder wurden Thalios Augen ein wenig weiter, bis da schließlich eine astreine Reichsstraße des Feuers vor Olger auf dem Tisch lag.


Aber von wo hätte Thalio auch wissen sollen, dass der Kerl derart gute Karten auf der Hand hatte. Der Schurke hatte ja selbst noch zwei Karten getauscht. Wenn der Gauner damit seine Reichsstraße vervollständigt hatte, war das nichts anderes als pures Glück. Er seufzte und warf seine Karten in die Mitte des Tisches zu seinem Einsatz. „Da kann ich nicht mit. Die Partie geht klar an dich.“ So musste er wenigstens nicht direkt eingestehen, dass er nur ein Paar Fürsten auf der Hand gehabt und ansonsten lediglich versucht hatte den anderen etwas vorzuspielen.


„Aber so was von.“ Olger schob seine Begleitung von seinem Schoß und reichte ihr Alricias Stiefel. „Hier Schätzchen, die sind für dich.“ Dann begann er damit seinen Gewinn einzustreichen. Das war ein ganz nettes Sümmchen, das da zusammengekommen war. Thalio erlaubte sich einen melancholischen Seufzer als er die Münzen verschwinden sah. „Warte noch einen Augenblick.“ Olger grinst ihn unverschämt an. „Es gäbe da noch eine geschäftliche Kleinigkeit über die ich mit dir reden möchte, Kleiner.“


Kapitel 3 - Geschäfte, Geld und Schwierigkeiten