Kapitel 1 - Karten, Schnaps und etwas Glück

Was könnte Thalio machen um das Spiel vielleicht doch noch zu seinen Gunsten zu entscheiden? 7

  1. Nun, wenn sein Blatt nicht für den Sieg reicht, muss er ganz offensichtlich ein paar Karten tauschen. (0) 0%
  2. Er könnte es aber auch einfach mit einem gewagten Bluff versuchen. Wer wagt, gewinnt! (4) 57%
  3. Oder soll er lieber erst versuchen seine Mitspieler und deren Blatt etwas besser einzuschätzen? (3) 43%

Rauch liegt in der Luft der Schankstube und mit ihm der Geruch von Tabak und Ilmenblatt. Gemeinsam mit den fast allgegenwärtigen Aromen von Schnaps, Braten und Schweiß könnte man die Luft in der in einem leeren Keller eingerichteten Flüsterkneipe umwerfend nennen. Flüsterkneipe ist aber wohl ohnehin eine wenig zutreffende Bezeichnung. Geflüstert wird hier nämlich ziemlich sicher von niemandem. Bei dem ganzen Trubel hier könnte man sich so aber auch nicht verständlich machen. Das war auch so schon schwierig genug, ohne dass man es sich selbst noch schwerer macht.


Das alles versuchte Thalio jedoch so gut wie möglich auszublenden, genau so wie das Mädchen, dass er zwar noch nie zuvor getroffen hatte, das sich davon aber nicht davon abhalten ließ, sich von hinten gegen ihn zu lehnen, als ob sie sich bereits sehr gut kennen würden. Nein, seine Aufmerksamkeit muss jetzt ganz seinen Karten und anderen Mitspielern gelten. Er schluckte schwer. Die anderen machten es ihm aber auch nicht gerade einfach die nötige Konzentration zu wahren. Da wäre zum einen Alricia, die man aus irgendwelchen Gründen Alricia die Jüngere nannte und die ihre Bluse gerade noch etwas weiter aufgeschnürt hatte, so dass das Kleidungsstück die beeindruckende Oberweite der Frau nur noch so gerade eben im Zaum hielt.


Verdammt, als ob die massiven Dinger nicht auch so schon Blickfang genug wären. Just in diesem Moment spürte er, wie etwas an seinem Bein hoch streicht. Das Lächeln, das Alricia ihm derweil schenkt, ließ keinen Zweifel daran, dass das kein Versehen gewesen war. Die riskierte heute aber auch wirklich fast alles. Kurz blieb sein Blick an den fast hüfthohen Schnürstiefeln der Spielerin hängen, die neben ihrem restlichen Einsatz auf dem Tisch zwischen ihnen standen. Was sie wohl setzen würde, wenn er den Einsatz noch einmal etwas erhöhte? Vermutlich sollten sie sich aber wohl eher beide auf Olger konzentrieren.


Der Pfandleiher, Hehler und ganz allgemein ungehobelte Schurke war von ihnen Dreien bei weitem der routinierteste Spieler. Ein Schweißtropfen lief Thalio die Schläfe herunter. Der fette Gauner hatte ganz nebenher schon ein halbes Dutzend andere ausgenommen, bevor er sich an diesen Tisch gesetzt hat um einzusteigen. Nun saß er da, mit einem Mädchen auf dem Schoß, das er ganz ungeniert betatscht und das ihm auch noch die Fett triefende Schweinshaxe hielt, aus der er gerade mit den Zähnen wieder ein großes Stück Fleisch riss. Er kaut noch als die Finger seiner freien Hand wieder unter dem Rock der jungen Frau verschwanden.


Irgendwie fühlte Thalio sich unwohl bei dem Gedanken, dass der Kerl die Karten, die er gerade hielt unlängst auch schon in den Fingern gehabt haben könnte. Aber das brachte ihn jetzt gerade auch nicht weiter. Schließlich ging es für ihn auch nicht um viel weniger als für Alricia, auch wenn seine Stiefel noch nicht am Tisch standen. Viel fehlte aber nicht mehr, war der kleine Stapel Münzen der ihm noch verbleib doch kaum noch der Rede wert. Und seine Karten waren auch nicht gerade ein Blatt für Sieger.


Kapitel 2 - Glück, Pech und was beides verbindet