Eine gute Frage

„Ifrunndoch“, grüßte Partach. „Worüber denkst du gerade nach?“

„Ich frage mich, was ich mich als Nächstes fragen könnte.“

„Und warum musst du dazu so lange überlegen?“, hakte der Yalding nach.

„Ich habe schon viele Antworten gehört, Partach. Und noch mehr Fragen. Allerdings habe ich festgestellt, dass es den Fragenden ebenso wie den Antwortenden häufig nicht um Fragen oder um Antworten ging.“

„Nicht? Worum denn dann?“

„Vielmehr ging es ihnen oftmals darum, sich durch Fragen oder Antworten in irgendeiner Weise darzustellen. Ich selbst kann mich davon leider nicht ausnehmen.“

„Was ist eine gute Frage, Ifrunndoch?“

„Das frage ich mich ja gerade selbst.“

„Und wie lautet deine Antwort?“

„Gute Fragen wollen gut überlegt sein. Sie bringen dich im Leben voran. Sie sind es wert, beantwortet zu werden.“

„Zum Beispiel?“

„Was hat das Leben aus mir die letzten Jahre gemacht? Wofür setze ich meine Zeit ein? Wofür stehe ich? Stimmen meine Worte mit meinen Taten überein? Wer bin ich?“

„Ich sehe“, antwortete Partach, „sich mit einer guten Frage auseinanderzusetzen, ist gewinnbringend.“

„Und glücklich ist derjenige“, ergänzte der Barbar, „der dazu auch noch einen angenehmen Gesprächspartner findet. Danke Partach, dass du derjenige für mich bist.“

Comments 1

  • Während in Tuzak langsam die Sonne aufgeht und die Wärme der Nacht sich in die Schwüle des Tages verwandelt, schlurft ein Ork viel viele Treppenstufen einer Treppe ohne Geländer hinunter zum Hafen, lauscht dort den Gesprächen der Hafenarbeiter und genießt ab und zu die Kühle, wenn der Wind vom Meer her bläst.

    Gern höre ich Geschichten aus der Ferne, denkt er. Nur antworte ich um mich darzustellen? Nervös kratzt er sich solange, bis er bemerkt, dass er es auch jetzt wieder tut.


    Aber was sind wir, wenn wir uns nicht mehr darstellen? fragt sich der alte Ork. "Ich denke, also bin ich war einmal. Ich werde wahrgenommen, also könnte ich sein, steht wohl an der Stelle."


    Danke Grumbrak, dass Du immer Selbstgespräche mit dir führst... scheltet sich der Ork und sucht im Unrat irgendwas ess- und trinkbares.


    Tolle Geschichte. Ich lass es die Frage der Selbstdarstellung einmal in mich gehen.