Ideenschmiede - Aventurische Military Fiction

Es ist wieder einmal Zeit über ein paar Ideen nachzusinnen. Die Gedanken, die mich diesmal umtreiben verrät ja schon derTitel des Beitrags. Es soll um Military Fiction gehen und zwar explizit im aventurischen Rahmen. Historische und fiktive realweltliche Kriegsromane lasse ich deswegen hier ganz bewusst außer Acht. Eigentlich sollte sich die Welt des Schwarzen Auges für eine Kriegsgeschichte wunderbar eignen, vor allem wo ihr doch auch ein gewisser Simulationismus nachgesagt wird. Aber je mehr ich ins grübeln komme, desto größer werden meine Zweifel. Viel zu oft bekomme ich den Eindruck, das Reiche und Armeen nur schmückendes Beiwerk sind, die meist nur eine Rolle spielen, wenn es darum geht Helden gut aussehen zu lassen (und genau so schnell wieder verschwinden und vdem Vergessen anheim fallen wie sie aufgetaucht sind). Da ist die Umsetzung des letzten Feldzuges gegen die schwarzen Lande (Die verlorenen Lande etc.) nur ein weiteres ernüchterndes Beispiel. Irgendwie bekomme ich da den Eindruck, dass in Aventurien kein Platz für Feldherren und Soldaten ist, die durch umsichtige Planung und harte Arbeit den Sieg davon tragen. Warum auch wenn es Helden gibt?


Ich hatte ja schon früher mit dem Gedanken gespielt, eine entsprechende Geschichte (oder auch mehrerer) zum Tobrienfeldzug der Kaiserin zu schreiben, aber das Projekt ist schnell wieder auf dem Abstellgleis gelandet. Warum? Das wäre zum einen vom Start weg eine alternative Geschichte geworden in welcher der Feldzug eben nicht so verläuft wie in den Abenteuern (Der Arbeitstitel war "Kaiserin von Haffax Gnaden"). Andererseits ist es gar nicht so einfach einen glaubwürdigen Feldzug zu schreiben. Ich bin mir sicher, dass in der Redaktion von Ulisses niemand über das militärische Genie verfügt, das einem Haffax genüge tun würde. Ich bin mir aber auch ganz sicher, dass ich selbst besagtes Genie ebenfalls nicht besitze. Die Versuchung das Projekt dennoch wieder aufzunehemn ist trotzdem groß. Was wäre die Aletrnative? Etwas das ein paar Nummern kleiner ist? Etwa die Geschichte einer (realtiv) kleinen Söldnereinheit? Ich weiß nicht ... :/

Comments 9

  • Hallo

    Ich bin selbst eifriger Leser und mir ist aufgefallen, das Genialität beim Autor nichth unbedingt bei genialen Aktionen von zb Heerführern vonnöten ist. (No Front ;) )

    Da ja der Lauf der Geschichte dem Schreiber unterworfen ist, und so meistens die Überlisteten sich vorher (unauffällig) in eine perfekte Lage dazu manövrieren.

    Hinzu kommt, dass der Autor ja (Nicht wie der Feldherr) die Züge des Gegners nicht antizipieren muss...

    Ich bin gespannt und wünsch dir bei diesem Projekt viel Erfolg!

    LG T

    • Mhm, ja, das kann man natürlich so sehen. Aber nachdem ich mit Die Verlorenen Lande durch war möchte ich trotzdem widersprechen (und der Schattenmarschall setzt dem noch mal die Krone auf). Der Autor muss kein militärisches Genie sein, aber in diesem Fall hätte es nicht geschadet. Der Autor muss sich nicht unbedingt in den Antagonisten versetzen, um ihn glaubhaft zu schreiben, aber manchmal wärs besser. ;)


      Der Eindruck den das Abenteuer bei mir hinterlassen hat ist der, dass Rohaja, so wie ihr Feldzug aufgestellt ist, nicht hätte gewinnen dürfen und das am Ende nur getan hat, weil ihr Gegner, der genialste Feldherr des letzten Jahrtausends (und sein Meisterschüler, der immer noch besser ist als jeder Offizier des Mittelreichs), in etwa so viel militärisches Geschick an den Tag gelegt hat wie der durchschnittliche schwarztobrische Bauerntrampel. *seufz*

  • Von mir ausgehend unterstelle ich mal, dass du dir wünschst, dass eine geschriebene Geschichte auch von vielen gelesen wird. Bei einem alternativen Aventurien dürfte die Zielgruppe relativ klein sein. Ob sich da der Aufwand eines Romans lohnt? Ich würde die Frage für mich mit Nein beantworten.

    Ich hatte mal die Idee die G7-Kampagne nachzuerzählen. Leider habe ich meine DSA3-Version vor vielen Jahren verschenkt und die ebay-Preise bin ich nicht bereit zu zahlen.

    Aber abseits der G7 sehe ich im jüngeren Aventurien eher kein Potenzial für eine epische Romanreihe, wenn man kein alternatives Aventurien entwerfen will. Ist halt alles sehr heldenzentriert.


    Die Idee mit der kleinen Söldnereinheit, die gefällt mir aber auch.

    • Die Frage ist dann noch, in welchen militärischen Konflikt man diese Söldner wirft. Der Tobrienfeldzug scheidet eher aus. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich dazu, so wie er in den Abenteuern präsentiert wird, etwas schreiben könnte, das für die Kaiserlichen gut ausgeht. Vom Jahr des Feuers hab ich nicht wirklich viel Ahnung. Throfolgekrieg im Horasreich und die Sache zwischen Albernia und Nordmarken sind auch ziemlich an mir vorbei gegangen. Generell scheinen mir die tatsächlich beschriebenen Konflikte der DSA Geschichte wenig geeignet für das Genre Military Fiction, weil das doch alles eher ziemlich Heldenlastig angelegt ist ...

    • Vielleicht in der aventurischen Vergangenheit? Priesterkaiserzeit: Vielleicht der Khomfeldzug? Wäre ein interessantes Setting.

    • Was sich anbieten würde, wäre eine Aranische Reconquista ihrer Südflanke: Anchopal (sei es Tribuztpflichtig oder gleich wieder ganz aranisch), Chalukand... eventuell sogar bis zur Wiedereroberung von Samra.

      Dort hat man zwei Parteien, die nicht per se böse sind, sondern nur unterschiedliche Interessen haben (Auch wenn die Gorier defintiv den Angriffskrieg geführt haben).

      Es gibt tatsächlich ein gewisses Maß an Geographie, auf dem man tätig werden kann. Und schlussendlich hat sich dort seit langen Jahren nichts getan, so dass es zwar nicht kanonisch, aber eben auch nicht "alternativ" wäre.

      Am spannendsten wäre es aber wohl als militärisches Abenteuer: Die Helden erobern eine Provinz, bekommen sie als Statthalter und müssen sie halten, wenn der massive Gegenschlag kommt. Je nachdem für welche Seite - das Ergebnis dürfte ja mangels offizieller Geschichtsschreibung nach Können und Würfelglück verlaufen.


      Ein Zweites Feld wäre Fürstkomturei vs. Shinkanydad vs. Skrechu als Dreieckskonflikt. Entweder auf Seiten der Fürstkomturei - dann ginge es in Richtung "The Tale of Tanya the Evil" (und würde mit einer konsolidierten Komturei als Meritokratie enden), oder auf Seiten des Shinkanydads (dann könnte es mit einer fast vollständige Niederlage der Komturei enden) - oder mit der Skrechu als "Dem Ganz Großen Bösen" ein "Der Feind meines Feindes" und einem weiterhin geteilten Maraskan mit unsicheren und sich gegenseitig nciht so richtig trauenden Verbündeten. Auch hier hat sich offiziell seit langem ncihts mehr getan, so dass man ohne weiteres ein eigenes Abenteuer schreiben könnte.

    • Letztlich musst du halt abwägen, ob du kanonisch bleiben willst oder nicht.

      Im letzteren Fall stellt sich natürlich die Frage: Warum überhaupt Aventurien? Wieso nicht das Riesland? Gut, da müsste man dann recherchieren. Oder eine eigenkreierte Fantasywelt? Das macht zwar auch Arbeit, dafür hast du maximale Freiheit.

    • Ja, einer der anderen derischen Kontinente wäre natürlich auch eine Alternative und natürlich trifft das auch auf eine eigenes Fantasy-Setting zu, aber wie du bereits gesagt hast, bedeutet beides zusätzliche Arbeit. Wobei ich wenn schon, dann doch eher zum eigenen Setting tendiere. Aber für so ein eigenes Settign müsste man dann erst recht wieder das Publikum von Null weg intressieren ...