Einen Kübel Jauche zurück

Einen Kübel Jauche zurück


Es kommt irgendwann der Tag, da wünscht Du Dir, Du hättest einen eigenen Blog. Ich wäre geneigt gewesen, mich mit moderierender zweiseitiger wohlmöglich kluger und oder besonnener Betrachtung an der Debatte über WdV zu beteiligen. Damit wird es nun möglicher Weise aber nichts mehr. Michael Masberg, den ich heute um 16.50Uhr noch geschätzt habe, bringt mich in eine emotionale Verfassung, der seinen u.U. nicht unähnlich, wo Fairness und Menschenverstand dahingehen. Wo fange ich an?

  1. Die Internetseite gofeminin.de befasst sich in einem Artikel mit dem Thema Penislänge. Dort - wie in WdV - kann man nachlesen, dass Länge Vor- und Nachteile hat, entscheidend für befriedigende Nutzung in der Scheide ist allenfalls, dass ein gewisser Umfang im Verhältnis zur Weite der Vagina gewahrt bleibt. Der gofeminin-Artikel enthält eine Tabelle mit durchschnittlichen Penislängen. Platz 1 (von 20) haben die Männer aus dem Kongo (17,93cm), Platz 2 die Männer aus dem Sudan (16,47). Wollte man dem stereotypen Moha auch Indio-Blut attestieren, was ich irgendwie naheliegend finde, war ich bei meiner tendenziösen Rechercheabsicht nervös, aber keine Bange: Brasilianer findet man auf Platz 3 (16,10), Argentinier auf Platz 7 (14,88) – und das ist nicht dem iberischen Einschlag in die Gesamtbevölkerung geschuldet: Spanier (13. Platz, 13,85) haben einen eher Kurzen. Die Aussage, vorbildgebende Ethnien hätten einen langen Pimmel, ist also kein Klischee. Schade, dass der Verlag diesen einen unglücklichen einen Fehler einräumenden Satz geschrieben hat! Vielleicht hätte Herr Masberg vor seinem Torjubel sonst selber einmal das Internet bemüht. Da die von der Norm abweichende genitale Größe weder ab- noch aufwertend verwandt wird, bleibt an der Verwendung dieses phenotypischen Merkmals meines Erachtens nur eines auszusetzen: ein irdischer Parameter wird überhaupt als Vorlage kopiert. Wer das für DSA ablehnt, kennt leider das Spiel überhaupt nicht und verwundert niemanden mit der Aussage, sich darin nicht zu Hause zu fühlen.
  2. Die Analyse von Michael Masberg „wann habt Ihr was in welcher Reihenfolge gedacht, was macht Euch angeblich wie betroffen und hier wollen wir uns noch einmal auf die Schulter klopfen“ ist im Detail und in der Länge erbärmlich und kindergartentauglich. Er muss wirklich sehr wütend sein, aber das entschuldigt seine Ausfälle für mich nicht.

    Dass der Verlag sich z.B. auch von der anderen Seite als ‚schwul‘ beschimpfen lassen muss, ist für Masberg nicht nur kein Argument, es macht aufgrund einer von ihm entdeckten Argumentationsfolge sogar den Verlagskritiker verdächtig, homophob zu sein, das finde er sehr perfide.

    Ich dagegen lese in seinen Ausführungen, ich dürfe mich nicht wundern in die braune Ecke gestellt zu werden, wenn ich Worte von denen nutze, mit denen ich nicht verglichen werden möchte. Jedes Wort, zumindest das ich verwende, ist von mir. Wenn Herr Masberg seinen Gegner bloß rassistische Nachplapperei attestiert, passt seine Überschrift, dann hat er in der Tat nichts verstanden. Und beschimpft besser nicht andere wegen perfider Beleidigungen.

    Sich selber zu zitieren oder zu verlinken, um eine These zu unterstützen; hätte der Künstler das dem Verlag wortakrobatisch unter die Nase gehalten? Naja. Schwamm drüber.

  3. Als vorübergehenden cool down wieder eine inhaltliche Überlegung, in diesem Fall zum Kurzgeschichtenband ad WdV. Amir Honak und die sexuelle Gewalt. Scharfe Kritiker des Sexismus bei Ullisses sind immer ganz gute Käufer gut informiert; ich muss einräumen, dass ich mir Ficken-Kurzgeschichten nicht zugelegt habe. Vielleicht habe ich auch eine Download-notification, aber meine Neugier hält sich in Grenzen. Was mich irritiert – allein vom Hörensagen: die Verschiebung des Vorfalls vom üblichen Mann vs Frau zu Mann vs Mann wird nicht wahrgenommen. Autorin Lieschen hat genau das getan, was ich an ihrer Stelle getan hätte: sie hat Rollen neu besetzt, um genau nicht die Fresse im #metoo-style poliert zu bekommen. Darüber hinaus hat sie die Fiktion in die geträumte Fiktion verschoben, da hat Herr Masberg Recht, das ist nicht so doll.

    Was spricht aber eigentlich grundsätzlich gegen die Darstellung sexueller Gewalt?

    Ich bin unbedingt in unserer Gesellschaft ein Freund der sexuellen Selbstbestimmung. Ich bin aber auch ein Freund der körperlichen Unversehrtheit, des Schutzes des Eigentums, der informationellen Freiheit, des Rechtes auf Meinungsäußerung u.v.a.m. Alle diese Rechtsgüter werden im Rollenspiel in steter Folge mit Füßen getreten oder doch eher blutig abgestochen. Es regt sich dagegen für mich wahrnehmbar kein Protest. Finden da diejenigen, die eine Darstellung sexueller Gewalt ablehnen, denn in echt häusliche Gewalt, Faustrecht usw. in Ordnung, oder wie ist das zu verstehen?

    Ein einfacher sexueller Übergriff selbst ohne erzwungenen Beischlaf kann schwer ermessbare Qualen nach sich ziehen. D’accord. Aber wer kann ermessen, welche Qualen es nach sich zieht, wenn das Sicherheitsgefühl durch einen Wohnungseinbruch zerstört wird. Wenn bei einer Schlägerei ein Auge verloren geht oder bei einem besoffenen Wagenrennen beide Beine. Das ist aber alles egal, wenn es bloß in einer Geschichte steht. Und deshalb! - genau deshalb kann ich die Menschen nicht ernstnehmen, die im Rollenspiel erstens mit zweierlei Maß messen und zweitens für sich in Anspruch nehmen, dem Stein der Weisen die Rücksichtnahme und Empathie erklärt zu haben.

  4. Frauen und Männer haben gleiche Rechte. Hier und dort. Gleich sind sie aber so überhaupt nicht. Ich schätze mal – 80% der Fantasy-Spieler sind männlich, davon sind 80% heterosexuell und finden nackte Frauen schöner als nackte Männer. Eine zugegeben eher kleine nicht repräsentative Umfrage meinerseits hat außerdem ergeben, dass 0% der heterosexuellen Frauen einen Penis schön finden oder häufiger sehen wollen, einen Porno einem Liebesfilm vorziehen oder Mr. Darcy aus Stolz & Vorurteil würden widerstehen können. 100% von ihnen finden es richtig, auch - und nicht zu viele Quoten-Schwänze und -Homopaare zu sehen, 100% von ihnen finden es gut, dass in DSA-Büchern unaufdringlich abwechselnd die Geschlechter verwendet werden. Et c'est ca.

    Wenn es sexistisch ist, das Publikum mit dem zu bedienen, was es sehen möchte, dann ist ‚sexistisch‘ vielleicht gar kein schlimmes Schimpfwort? Bisher dachte ich immer, Sexisten - das wären Frauengeringachter und Schlechtbehandler, aber vielleicht sind es nur Menschen, Verkäufer wohlmöglich mit dem Zeiger auf dem durchschnittlichen Zeitgeist. Und wenn das so wäre, dann wären diejenigen, die ihnen Schimpf und Schande entgegenschleudern, in der Tat bloß Gutmenschen.

    Wahrscheinlich, deshalb bettelt Masberg so genannt zu werden; wahrscheinlich ist einer, der in der besprochenen Literatur den erlebten Sexismus ablehnt, bloß ein armer Gutmensch. (wikipedia: „[…] Benutzer des Begriffs unterstellen Personen oder Personengruppen mit betont moralischer Grundhaltung ein fehlgeleitetes beziehungsweise zweifelhaftes Verhalten.) Ja. Das mach ich dann mal:

    Wenn ich laut Michael Masberg: „einer stinkenden rassistischen, sexistischen und unmenschliche Masse“ angehöre, dann ist es meines Erachtens recht und billig, dem Gegenüber fehlgeleitetes und zweifelhaftes Verhalten vorzuwerfen. Mehr als er kann man nicht darum betteln, nicht gehört zu werden - aber das ist ja auch nur das finale Gekotze eines offenbar langen & unschönen gegenseitigen Nichtverstehens.

  5. Auf gehobenerem Niveau haben mich andere Vorträge getroffen. Z.B. wurde offenbar ermittelt, dass die Moha-Kultur in WdV als kulturell minderwertig dargestellt und als einzige Menschenkultur ohne feste Prinzipien dargestellt wird. Das ist zunächst einmal unwahr. Kaum begegnet sind mir die Menschen-Kulturen der Norbarden, Nivesen und einiger Barbaren; Moha oder Waldmenschen-Abschnitte findet man in steter Regelmäßigkeit, abwertendes habe ich darin aber nicht gefunden. Ich finde es z.B. ein eher freundliches Kulturmerkmal, wenn berichtet wird, dass Waldmenschen dem genetischen Erbe wenig Bedeutung beimessen. Richtig ist, dass es nur für Moha eine sexkulturelle Würfeltabelle gibt. Wenn man schlecht von den Autoren denken möchte, findet man darin ohne Weiteres eine sexuelle Beliebigkeit der 'wilden Ficker'. Irritierend ist dabei jedoch, dass die Kritiker ja gerade die Vielfalt der sexuellen Strömungen bedacht wissen wollen – eine strenge Traviakirche müsste demnach von ihrer Wut getroffen und eine besonders diverse Kultur gelobt werden? Die Kritik erscheint im Gesamtkontext wenig konsistent.


    Nun kommt aber ein Telefonat zum Tragen, das vor ca. 3 Wochen bei mir einging. Eine Befragung getragen von der Stiftung Mercator zum Thema Migration. Viele Fragen waren einfach. Ich halte mich - auch und in der Tat - für "menschenfreundlich und liberal". Ein Fragentyp war schwer:

    1 keine Zustimmung – 5 volle Zustimmung:

    „Die mitteleuropäische Kultur ist der afrikanischen Kultur überlegen?“

    „Die mitteleuropäische Kultur ist der arabisch orientalischen Kultur überlegen?“

    „Die christliche Kultur ist der islamischen Kultur überlegen?“


    Na, Freunde der Selbstherrlichkeit? Wie viele Punkte gebt Ihr den Fragen?


    Ich habe mich entschieden, der Realität ins Gesicht zu sehen: ich wäre nicht geprägt von meiner Kultur, ich wäre nicht einmal in ihr, wenn ich sie nicht für überlegen hielte.

    Und hier bricht die Weltbetrachtung zwischen den Kritikern und den Verteidigern des Druckerzeugnisses, des Verlages und des gesamten Spieles entzwei.

    Weil ich meine Kultur überlegen finde, geringschätze ich die Angehörigen einer anderen Kultur nicht! Ich sehe Konflikte, die durch kulturellen Zusammenprall entstehen. Ich bin bereit meine Werte verbal zu verteidigen. Und wenn ich dafür Worte wähle, hört Michael Masberg nur braunes Grölen. Schade.

    Für alle anderen, falls man eine niedrige Zustimmung gewählt hat: „Ist ein Frauenbild mit Beschneidungsriten unserem Frauenbild ebenbürtig?"

Ja, die Frage ist schon wieder in sich rassistisch. Beantworte sie trotzdem.


Wir können langsam zurück kommen zu DSA.

Die Setzungen in dieser Welt sind 30 Jahre alt. Und sie sind unbenommen voller Klischees und Vereinfachungen. Die Kritiker der Verlagsstrategie wünschen sich eine Weiterentwicklung der Weltbeschreibung im Sinne rücksichtsvoller und empathischer Werte. (Ich habe als Protest gegen diesen vermeintlichen Fortschritt aus dem Redaktions-Zitat die Geisteshaltung progressiv ausgeschnitten!) Was das nämlich genau wäre, wird vermutlich nicht einmal jemand benennen können. Sind 50% Schwänze und 50% Vaginas in einem Buch eigentlich ein erstrebenswertes Ziel? Nein, aber sich über ein Ungleichgewicht zu empören, ist auf jeden Fall cool. Hat ein deutsches Rollenspiel eigentlich eine besondere Verantwortung - im selben Maße wie ein amerikanischer Ableger desselben, farbige Menschen in den gleichen kulturellen Kontext zu setzen wie helle Hauttypen? Nein, ein deutsches Rollenspiel hat zunächst eine besondere Verantwortung, Religionsgemeinschaften mit gleichem Existenzrecht neben einander aufzuzeigen.


Ich spreche wirklich jedem DSA-Spieler, -Autor und -macher das Recht ab, meine kulturelle Gesinnung zu bewerten oder in seinem wohl ebenfalls subjektiven Wertemaßstab öffentlich zu verurteilen. Ich begrüße nunmehr den Weggang der Autoren, die sich über diese Fragen mit dem Verlag überworfen haben und ich kann verstehen, dass die Redaktion wie vom Donner gerührt mit so viel überheblicher Besserwisserei nicht recht umzugehen vermag. Ich bestätige Michael Masberg in seiner Befürchtung, dass ich mich nach der Lektüre beider Stellungnahmen, harscher denn je gegen seine angebliche Empathie positioniere. Nur ist der Text des Verlages dafür nicht verantwortlich!

So enttäuscht war ich selten.


Meine subjektive Kritik an WdV wäre, dass bei Verbot der Prostitution der Prostituierten eine Strafe droht, dem Freier aber nicht.

Ich habe keine Macken, das sind special effects!

Kommentare 15

  • Ah ja…

    Irgendwie hat sich bei mir nach wiederholtem Lesen nun doch der Eindruck gefestigt, dass deine eingangs geschilderte Befürchtung, in einer emotionalen Verfassung zu sein, wo Fairness und Menschenverstand dahingehen, nicht von ungefähr kam sondern vollends gerechtfertigt war.


    Sehr deutlicher Beleg dafür scheint mir deine fragende Aufforderung zu sein: ›Na Freunde der Selbstherrlichkeit? Wie viele Punkte gebt ihr den Fragen?‹

    Anfangs ging ich eigentlich davon aus, dies sei mit höhnischer Betonung und dazu passendem Seitenblick an diejenigen adressiert, welche – so lese ich es heraus und gebe es hier in meiner eigenen Ausdrucksweise, dich also nicht zitierend, wieder – deiner Auffassung nach mit zornesroter Wutfresse und weit ausgestrecktem Zeigefinger Richtung ›Feind‹ (WdV, DSA-Redaktion, Ulisses, bekennend zu den in dieser Aufzählung hier Stehende…) weisen und dabei fast erstickend ›Rassisten, Sexisten!‹ keifen.

    Hätte man ja in den heutigen, hektischen Zeiten bei einem Lesen auf die Schnelle so verstehen können, nicht wahr?


    Nun aber bin ich doch eher zu der Ansicht – vielleicht ist es gar Einsicht? – geneigt, dass du dich beim Schreiben dieser zwei Fragen auf unbewusster Ebene (und dabei ein bemerkenswert schönes stilistisches Mittel verwendend, wie es ganz bestimmt doch nur ›germanische‹, zumindest aber ›abendländische‹ Sprachen hervorbringen können) an dich selbst gewandt hast. An dich selbst und an jene natürlich, die du mit diesem Blog-Text dermaßen in Begeisterung versetzen konntest, dass diese, vielleicht trunken von solch Ausmaß harmonischer Zustimmung, alle Vorsicht vergessend der Tatsache keinerlei Beachtung mehr schenkten, dass sie sich mit dem Liken deines Textes outen* würden.

    Denn wie selbstherrlich und betäubt vom durch Zugehörigkeit zur ›überlegenen‹ deutschen, Entschuldigung, ›mitteleuropäischen‹ Kultur ganz natürlich begründeten ›Stolzempfinden‹ muss man denn eigentlich sein, dass man in eine so simple Umfrage-Falle der ›Mercator-Stiftung‹ tappt und hier im Blog auch noch damit ›prahlt‹?

    Wirklich so was beantwortet, und dabei auch noch Zahlen eher Richtung 5 denn 1 tendierend gewählt? Ohne sie zu sehen? Die Falle, die gestellt wurde um etwa solche Typen von der Straße vorführen zu können, die irgendwas von wegen ›Lühgenprässe‹, ›Sozjahlschmarodsa‹ und natürlich ›Fohlgsveräda‹ mit zornesroten Wutfressen keifen und dabei mit weit ausgestreckten Zeigefingern auf irgendwas um sich herum weisen?


    ›Mitteleuropäische Kultur‹. Hm, ich will hier nicht groß über Begrifflichkeiten wie etwa Kultur oder Zivilisation herumdiskutieren; könnte mir vorstellen, dass wir beide zumindest als grobe Annäherung einen Konsens finden könnten, was unter dem doch ziemlich großen Schubladeninhalt namens ›Mitteleuropäische Kultur‹ im Sinne dieser Umfrage so in etwa zu verstehen wäre.

    Aber dann, bei jener ›afrikanischen Kultur‹, da ging kein Stiller Alarm bei dir an? Weil du sofort eine Vorstellung davon hattest, die definierend genug ist, um auf eine solche so simpel auf so dünnes Eis führende Frage tatsächlich mit einer Zahl zu antworten, und zwar mit einer Zahl deutlich näher an 5 als an 1?

    Die Leute, die sich solche Fragen ausdenken, haben Vorstellungen über jene Leute, die ihnen solche Fragen mit irgendwas Richtung ›5!‹ beantworten werden. Die glauben unter Umständen tatsächlich daran, dass jene so Antwortenden der Überzeugung seien, man könne die schlapp eine Milliarde Menschen dort in Afrika, ganz gleich ob Beduine, Zulu, sonstwas dort in jenem Kontinent lebende Kulturschaffende in einen großen Topf mit der Aufschrift ›Afrikanische Kultur‹ schmeißen und zu irgendeinen homogenen Brei verrühren; ausgenommen natürlich der Buren, nicht wahr; denn die sind zwar ebenfalls Afrikaner, aber sie gehören trotzdem nicht in diesen Topf. Das wissen sogar jene, für die solcher Art Fragen gemacht wurden und mit mindestens ›5!‹ beantwortet werden; und die Fragesteller wissen es so wie so.

    Warum aber wissen das – egal ob aufgrund von Bildung oder aber intuitiv – all jene (so sie denn auch tatsächlich mit dem Wort ›Buren‹ ein bisschen was anfangen können)? Weil dieser Topf dort, in dem dies alles, Beduine, Zulu, und und und ›hineingehört‹, gar nicht so beschriftet ist wie ich zuvor behauptete. Da steht nichts von ›Afrikanisch‹, und schon gar nicht von Kultur. Eher so was wie ›Die Schwatten‹ oder ›Die Nähschervölka‹, hm. Und wer auf eine solche Frage, in der ein solcher Topf vorkommt, wirklich mit einer Zahl antwortet, womöglich auch noch mit einer Zahl in Höhe von mindestens 5, tja ja ja…

    Ich glaube du könntest wirklich Recht gehabt haben mit deiner Befürchtung, in einer emotionalen Verfassung befindlich zu sein, in der zumindest der Menschenverstand dahingegangen ist. Und das nicht erst am Tag als du den Blog schriebst, sondern schon bei jenem telefonischen Interview. Drei Wochen zuvor. Mindestens.


    Und dann schließlich, nach der Schilderung deines so von ›kultureller Überlegenheit‹ ›geprägten‹ Telefonats noch dieses Schmankerl, ich nenne es mal – unwillig – diese Rosinenpickerei mit den ›Beschneidungsriten‹, mit welchen du wohl das meinst, was ich, so glaube ich, treffend als Genitalverstümmlung bezeichne? So was führst du tatsächlich an um zu belegen, dass nichts in diesem Topf dort, jenes in der Frage als ›Die Afrikanische Kultur‹ bezeichnete dem dich prägenden, dem du dich als zugehörig empfindest, ebenbürtig sein kann? Und dieses inkonsequente Ausweichen dabei auf ›Frauenbild‹, ganz so als ginge es dir plötzlich doch gar nicht um die ›Kultur‹? Diese Frage, der du attestierst, sie sei in sich rassistisch, ist doch von dir, oder?

    Welches Bild soll eine solche von dir im Blog gestellte Beschneidungsriten-Frage eigentlich erzeugen, wenn nicht dem des ›Bösen Schwarzen Mannes‹, zu ›dessen Kultur‹ es gehört ›seine Weiber‹ in einem barbarischen Akt zu einem Leben in sexueller Lustlosigkeit zu verdammen? Die ganze ›Kultur‹, das ganze ›Afrika‹ verfährt also so? Ausgenommen natürlich die Buren, die aber auch gar nicht in diesem Topf drinstecken, so sie denn – eine Menschengeneration nach Apartheidsära – nicht doch noch deutlicher als damals bereits dazu übergegangen sind, sich mit ›denen da im Topf zu vermischen‹, was ja unweigerlich eine ›Infizierung‹ mit dieser ›nicht ebenbürtigen Kultur‹ zu Folge haben dürfte…


    Und, so nebenher: Hier, im ›mitteleuropäischen Kulturbereich‹, gibts nur supergute Errungenschaften, wimmelt es nur so von Beweisen der Überlegenheit des weißen Mannes, Entschuldigung, der deutschen, nochmal Entschuldigung, der ›mitteleuropäischen Kultur‹?

    Die jährlich Tausende etwa, deren Gesundheit in Folge einer auch zum hiesigen ›Kulturgut‹ gehörenden ›Prost Prost Kameraden‹-Mentalität ruiniert wird, die Alkoholgeschädigten also, die jährlich dadurch entstehenden Millionenschäden, die Toten, die solche ›kulturellen Errungenschaften‹ wie das zu dieser Kultur so fest zugehörige ›Brauchtum des Saufens‹ von Unmengen Alkohols mit sich bringen?

    Nein nein, natürlich ist in dieser so ›überlegenen Kultur‹ hier doch niemand jemals dazu gezwungen worden, solches mitzumachen, nein, das würde ich auch nie zu behaupten wagen, mein Wort drauf; und nochmal alle hoch die Krüge, oder seid ihr etwa keine echten Kerle sondern nur Mädchen!


    Ach, einmal von diesem Virus der emotionalen Absenz jeglichen dahingegangenen Menschenverstands infiziert könnte ich noch weiter und weiter schreiben, an meinen Formulierungen ein wenig feilen, fundierte Beispiele bringen, mit Belegen um mich werfen und so vieles andere tun, was schließlich auch dem Tumbesten zweifelsfrei klarmachen würde, was ich von deinen getätigten Äußerungen halte.

    Allein, wird sind hier gar nicht in einer Harvard-Debatte und viel schlimmer noch: Wir alle haben gerademal so in etwa 24 Stunden pro Tag. Ja, auch ich.

    Deshalb springe ich hier in gewohnt hektischer und unkonzentrierter Weise zu dem, was man gemeinhin Schlusssatz nennt.


    Du sprichst also wirklich jedem DSA-Spieler, -Autor und -macher das Recht ab, deine ›kulturelle Gesinnung‹ zu ›bewerten‹ oder in seinem wohl ebenfalls subjektiven Wertemaßstab öffentlich zu verurteilen.

    Ein bemerkenswerter Standpunkt für jemanden dem es anscheinend leicht fällt, öffentlich die ›Überlegenheit‹ ›seiner‹ Kultur gegenüber anderen herauszustellen: Deine Meinung ist also erlaubt, die der dir Widersprechenden hingegen bloßes Unrecht.

    Da kann es doch eigentlich nur noch so sein, dass du mit jenen ›Selbstherrlichen‹ tatsächlich dich selbst gemeint hast, oder?


    [Als … dem nicht so]

    Eigentlich müsste man dich hier und jetzt erst mal glatt mit dem Verdacht konfrontieren, du seist einer dieser ›subversiven Linken‹, welcher, mäßig als ›volkstümelnder AfDler‹ getarnt, auf übertriebene, fast schon unglaubwürdig ›dämliche‹ Weise solches überaus ›dumme Zeugs‹ von sich gibt, um ›der Bewegung‹ größtmöglichen Schaden zuzufügen.

    Das mit dem Schaden jedenfalls ist gelungen, glaube ich.

    Wie geradezu begierig in jenes von Masberg geschilderte Bild als Verursacher jener nach oben kommenden, nach Sexismus und Rassismus stinkenden Scheiße du dich aber einfügst kann einen in der Tat erst mal sprachlos machen.


    Ja, Masbergs Schilderung war heftig. Es wäre moderater gewesen, statt irgendwas von Fäkalien zu schreiben lieber darauf hinzuweisen, dass man in einem hochsommerlichen, trockenen Wald, in dem bereits an verschiedenen Stellen erste Schwelbrände entstanden sind, nicht noch die glühende Zigarette unachtsam wegschnippen sollte, wie es anscheinend Ulisses nach Masbergs Auffassung getan hat – um mal so einigermaßen im Bild von einem zunehmend von Sexismus und Rassismus dominierten Zeitgeist zu bleiben.

    Wenn ich aber von solchem ›Überlegenheitsgeschwätz‹ gegenüber einer sogenannten ›Afrikanischen Kultur‹ wie in diesem Blog hier lese wirkt es auf mich nur noch so, als habe es Masberg vielleicht nicht gerade moderat ausgedrückt, sehr wohl aber treffender als ich mit meinem kindgerechten Geschwafel von irgendwelchen entstehenden Waldbränden.


    Wie auch immer, das war es hiermit.

    Danke jedenfalls, für die gegebene Chance zur Verbesserung meiner Menschenkenntnis.

    Ich bin fast geneigt, diesen deinen Blog hier in der ›heute show‹ unterzubringen.

    Aber Rollenspieler sind ja schon auf ewig Spott und Häme ausgesetzt, galten schon als so vieles negative. Da holt irgendwas mit ›Herrenmenschentum-LARP‹ oder dergleichen wohl kaum noch welche hinter dem Ofen hervor. ›Weiß‹ doch eh längst jeder, wie wir Rollenspieler ticken, noch dazu als ausgewürfelt ›kulturell Überlegene‹, die es locker mit ganz ›Schwarzafrika‹ aufnehmen können. Braucht man ja nur in diesen Blog hier zu schauen.

    Somit hast du auch dieser ›Bewegung‹ erfolgreich geschadet, E.C.D.



    ›Rainer Eisswolf‹,

    nicht überlegen, nicht stolz, einfach nur ›Rainer Eisswolf‹


    PS: Die vielen einfachen Anführungszeichen waren überlagert und mussten raus, sonst wären sie noch schlecht geworden. Und wo in diesen Zeiten doch schon so viel schlechtes umgeht…



    * Als was man sich da mit seinem Like geoutet hat? Als fahrlässig oberflächlich lesender Mensch vielleicht? Das wäre aber nur eine der Möglichkeiten zur Deutung eines Likes bei solchem Text; die anderen gefallen mir allerdings noch viel weniger.



    K O R R E K T U R H I N W E I S

    Passend zu den Worten Fahrlässig und Oberflächlich hier noch, dass ich aus meinem Kommentar eine haltlose Behauptung entfernt habe.

    Und da ich hier nicht irgendetwas nach Ausflüchten und Ausreden klingendes anbringen will verzichte ich auch auf jegliche weitere Erklärung, wie es zu dieser unbegründeten Behauptung gekommen sein wird.

    Also: Schwerer Fehler meinerseits. Darf nicht vorkommen. Ist es aber.

    • Eigentlich wollte ich die Diskussion nicht aufgreifen und eigentlich sollte man sich Ausführungen, die mit eigentlich beginnen, lieber sparen. Eigentlich.


      Ich will auch kein Fass aufmachen, habe aber das Bedürfnis eine dritte Möglichkeit ins Felde zu führen, den Blogeintrag zu liken, selbst wenn man weder ein Nazi noch ein Idiot ist. (Ja, hast du nicht so geschrieben, aber man kann deine Sternchenantwort so deuten.


      Meinen Like erhielt der Blogeintrag, weil ich darin einen Protest sehe, der sich gegen die Unsitte in der Diskussion richtet, jeden, der nicht mit den WdV-Kritikern übereinstimmt, als rechtsgesinnten Sexisten zu bezeichnen. Sei es direkt oder indirekt.


      Das Telefonat, dem du soviel Aufmerksamkeit zu Teil werden lässt, hätte ich anders geführt, denn als Agnostiker und Jünger Darwins sehe ich alle Religionen gleichwertig. Wenn einer seine eigene Religion oder Religionsgemeinschaft als "wertiger" erachtet, ist mir das völlig egal. Das ist in meinen Augen so, als ob einer sagt: Bayern Münschen ist besser als der BVB. Na und? Wo ist das Problem? Das hätte ich, wenn der Bayern-Fan eine Firma hätte und den BVB-Fan nicht einstellt, weil er BVB-Fan ist. Oder wenn er nach einem Fussballspiel als Hooligan auf den Plan tritt.

      Zurück zur Religion: Wenn jetzt der Hindu sagt, dass der Hinduismus die beste/einzig wahre/überlegene Religion ist, dann ist das seine Meinung und die sollte niemandem weh tun.

      Wo ich sofort bei dir bin: Es gibt nicht die afrikanische Kultur. Demnach ist es schlicht falsch, Genitalverstümmelung mit afrikanischer Kultur zu vergleichen. Ich verbuche das unter "im Eifer des Gefechts" (weit) über das Ziel hinausgeschossen. Sowas passiert den Meisten mal. Dir übrigens auch - jedenfalls könnte man den Vergleich von Genitalverstümmelung und "Hoch die Tassen-Mentalität" so einordnen. Nein, ich unterstelle dir keine Vergleichbarkeit, aber so aufeinanderfolgend im Argumentationsaufbau könnte man es so deuten. Wenn man will. Und genau DAS ist in meinen Augen das Problem in der ganzen Diskussion. Es ist keine reine Sachargumentation. Statt zu sagen: "Die Penistabelle lässt diese Deutung zu, daher ist es problematisch, weil ... ", kommt die Rassismuskeule. Nein, nicht von allen und ich könnte auch nicht mal sagen, ob es nicht sogar mehr sachliche Kritiken gibt. Aber die, die unsachlich sind (von beiden Seiten!) sind sehr viel lauter und färben die gesamte Diskussion.

      Das geht auch anders. Mich persönlich haben die (sehr sachlichen) Kritiken von Zwerg Nase und Mischwesen dazu gebracht, über die Deutungsmöglichkeiten des Homophobie-Nachteils nachzudenken. Und nachdem ich mich darüber mit einem homosexuellen Freund unterhalten habe, bin ich jetzt auch der Meinung, dass die Autoren im Wunsch Homophobie zu einem echten Nachteil zu machen (begrüßenswert und stimmig) einen Fehler in der Umsetzung gemacht zu haben. Der Fehler ist, ihn überhaupt regeltechnisch umzusetzen. Ein Hinweis auf die Unspielbarkeit und Unerwünschtheit wäre wohl besser gewesen.

      Übrigens habe ich mich auch mit einer Freundin aus Angola über die Penistabelle unterhalten. (Sie spielt kein DSA.) Ihre Reaktion war: "Warum ist der Bonus so klein?"

      Naja, das soll jetzt kein Gegenargument sein, denn ich bin nicht im Besitz von WdV und kann nicht beurteilen, was da noch so drinsteht, an Aussagen, die Interpretationsspielraum lassen. Ich will und werde es auch nicht diskutieren. Und ich bin trotzdem kein Rassist.

      Deswegen habe ich den Blogeintrag als mein (so dachte ich) letztes Statement zu der ganzen Diskussion geliked. Jetzt musste ich das klarstellen und bin damit durch mit der WdV-Diskussion.

    • "Ich will auch kein Fass aufmachen, habe aber das Bedürfnis eine dritte Möglichkeit ins Felde zu führen, den Blogeintrag zu liken, selbst wenn man weder ein Nazi noch ein Idiot ist. (Ja, hast du nicht so geschrieben, aber man kann deine Sternchenantwort so deuten."


      Ich will ebenfalls kein Fass aufmachen. Ich habe bei den Deutungsmöglichkeiten über die Gründe des Likens jenes Beitrags eine Möglichkeit konkret benannt und n Deutungen offen gelassen.

      Ich schrieb nicht:

      "Das wäre aber nur eine der Möglichkeiten zur Deutung eines Likes bei solchem Text; die andere gefällt mir allerdings noch viel weniger."

      sondern

      "Das wäre aber nur eine der Möglichkeiten zur Deutung eines Likes bei solchem Text; die anderen gefallen mir allerdings noch viel weniger."

      Da ist dann sicherlich auch deine Deutungsmöglichkeit mit drin gewesen… und es bleibt wie es ist: Alles anstelle "fahrlässig oberflächlich gelesen" gefällt mir viel weniger.

      Könnte mir nun aber sehr gut vorstellen, dass zumindest bei dir auch ein beträchtlicher Anteil von "fahrlässig oberflächlich gelesen" als Ursache mit drin gewesen ist. ;-)


      Danke jedenfalls für die klärende Stellungnahme.

      Ach ja: Ein fahrlässig oberflächlich lesender Mensch ist oft einer unter großem Zeitdruck, in meinen Augen aber eigentlich nie ein Idiot.

  • Leider wird wieder weiter gekübelt..


    Mike hat sich jetzt in einem Blogpost gemeldet und in dem schreibt er "sinngemäß":


    Bei rassistischem Verhalten ist die Intention irrelevant. (Zweimal durchatmen und den Satz bitte noch einmal lesen). Ja, genau. Es interessiert schlichtweg nicht, warum jemand rassistische Stereotypen benennt oder gar publiziert.


    https://krzywikgross.wordpress…__twitter_impression=true


    In meinem Verständnis wirft er damit der Ulisses Redaktion Rassistisches Verhalten vor.


    Desweiteren wirft er der Community vor Sie hätte ein Problem.



    "Kritik an der Kritik

    Natürlich gab es auch Gegenwind. Das war zu erwarten, wenngleich mich der offene Sprachjargon der alt-right Bewegung und Pegida / AfD-Sprech doch zusammenzucken ließ. Es sind wenige dieser Stimmen, aber sie sind laut und deutlich. Ein Problem für die Community"

    • Mein "Ausweichen" von dem endlosen Schlagabtausch ins Blog wurde von der Administration durchaus kritisch gesehen, weil sich dadurch hier die selbe Dynamik entwickeln kann, wie dort.

      Die Meldungen der Fassungslosigkeit darüber, dass ein anderer Verfasser fassungslos über unsere Fassungslosigkeit ist, spielt in dieser Liga. Wenn ich (ungerade) richtig mitgezählt habe ;-) ist dieser Kommentar *thumbs up* - dafür danke ich, und dennoch bitte ich davon in Zukunft abzusehen. Dafür gibt es ja den entsprechenden Knopf.

  • Ich möchte nur auf Deinen 1. Punkt eingehen. Ich kann den momentanigen Shitstorm eigentlich nicht so wirklich verstehen.


    Ich habe mir mal die Mühe gemacht, ein wenig die statistischen Verteilungen anzugucken, und ich habe das Gefühl, dass sich kaum jemand Gedanken darüber gemacht hat, was ein +1 Modifikator bei einer 3w6-Würfeltabelle herauskommt, bei der es nur auf die Summen ankommt.


    Meine Schlüsse sind: 1. "Mohas" können alle 5 möglichen Größenkategorien erwürfeln und auch die Wahrscheinlichkeiten für die kleinen Kategorien liegen nicht im absurd unwahrscheinlichen Bereich. Der häufigste Wert liegt auch bei "Mohas" bei "durchschnittliche Größe" (46 % aller Ergebnisse sind in diesem Bereich - bei allen anderen (außer Thorwalern) sind es 48 %, also kaum was daneben).


    2. Die Ergebnisverteilung bei den Thorwalern ist in meinen Augen schon deutlich krasser, gerade was die große und sehr große Kategorie angeht, obwohl auch bei ihnen noch immer der Durchschnittsbereich bei 40 % liegt; aber kleiner ist relativ bis nahezu unwahrscheinlich. Aber diesbezüglich habe ich noch gar nicht gesehen, dass man sich darüber beschwert. Oder überspitzt formuliert: Warum haben Nordmänner größere Testikel als PoC? Das ist doch ganz übler Rassismus (!!1einseinself).


    Wer in der Conclusio von 2. Sarkasmus findet, darf ihn behalten. Ich musste ihn loswerden.


    Meine Meinung zu dieser kleinen Statistik-Untersuchung: Man soll keiner Statistik trauen, die man nicht versteht, und einfach mal gelassen bleiben, es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

  • Der Trick ist, Michael Masberg einfach zuzugestehen, dass er in einem Verlag, der anscheinend aktuell mit einer gewissen Niveaulosigkeit Geld macht, keine kreative Heimat mehr findet.


    Und ihm zuzugestehen, dass er das auch sagen darf.


    In seinen eigenen Worten. Genau so, wie er es will.


    Das ist nicht so schwer.


    Wirklich nicht.


    Das muss man auch nicht persönlich nehmen.


    Wirklich.

    • "eine gewisse Niveaulosigkeit" ist es wohl nicht, die ihn sticht.


      Was mich auf die Palme gebracht hat, ist nicht seine Meinung.

      Was mich ärgert ist die Geringschätzung gegenüber dem Verlag und allen,

      die dem Verlag nicht an die Gurgel wollen, die ich herauslese.

    • Auf die Palme, von der man seine Kübel über einen verdienten Autor ausleert, muss man schon selbst klettern. Und egal wie gut man klettern kann: Es schwappt immer was raus aufs eigene Hosenbein. :-)

  • Ein langer Text. Kopfschütteln, mal lächelnd, mal stutzend, und zustimmendes Nicken gab es beides beim Lesen; wie es sooft bei solch langen Texten ist.

    Was ich nur nicht gar nicht nachvollziehen kann, ist der Zusammenhang zwischen
    "Ich bin unbedingt in unserer Gesellschaft ein Freund (...) des Rechtes auf Meinungsäußerung u.v.a.m."

    und

    "Ich spreche wirklich jedem DSA-Spieler, -Autor und -macher das Recht ab, meine kulturelle Gesinnung zu bewerten oder in seinem wohl ebenfalls subjektiven Wertemaßstab öffentlich zu verurteilen."


    Wenn man doch ein Freund der Meinungsfreiheit ist, sollte man andere nicht auch sich selbst beurteilen lassen? Man muss (manchmal 'sollte') sie ja nicht teilen; aber jemanden das Recht auf Veröffentlichen der eigenen Meinung abzusprechen, während man meint, man ist für Meinungsfreiheit, entzieht sich meinem Verständnis.


    Natürlich kann ich da was falsch oder auch gar nicht verstanden haben. Dann bitte ich um Aufklärung. Gerne auch als pn, damit sich hier nichts aufbauscht. :)


    Denn da hat Engor schon recht. Der Post lädt dazu ein, die Gemüter zu erhitzen, in welche Richtung auch immer.

    • Ja, ich hätte es präziser formulieren sollen:

      Ich kann Meinung ertragen, aber ich lasse mich nicht so gerne als Nazi oder als stinkende sexistische rassistische unmenschliche Masse bezeichnen - egal ob persönlich gemeint oder als Gruppenmitglied mit Dreck beworfen werde. Da werfe ich zurück.

      Insgesamt krankt für mich die ganze Debatte daran, dass wir sehr wenig von einander wissen.

      Meine DSA-Runde, auch das ist unpräzise, darf mir vorhalten, dass mein Umgang mit einem Sex- oder Rassissmusaspekt nicht i.O. ist.

    • ERDBEERKUCHEN! Ich finde Erdbeerkuchen abgrundtief scheiße! Und ich kann auch die Leute nicht verstehen, die Erdbeerkuchen gut finden. Für solche Leute mag ich in Zukunft nicht mehr arbeiten. Würg, mich schüttelt es!


      So, @E.C.D, kannst du "die Meinung ertragen" oder habe ich damit deine (ernährungs-) "kulturelle Gesinnung bewertet oder in meinem ebenfalls subjektiven Wertemaßstab öffentlich verurteilt", wozu ich kein Recht hatte?


      Oder magst du womöglich ebenfalls keinen Erdbeerkuchen ♡♡??!!


      P.S.: Nur Antworten mit Bezug zu Erdbeerkuchen! Es geht hier nicht um Himbeerkuchen, Stachelbeerkuchen, Rassismus, Sahnetorte, Frauenfeindlichkeit oder Schokoküsse. Wirklich: Nur Erdbeerkuchen.

    • Du bist die erste Person, die mich nach meiner Meinung über Erdbeerkuchen fragt.


      Du kannst - alles meinetwegen - Erdbeerkuchen hassen, wie Du willst - auch laut. Und Du kannst Erbeerkuchenfreunden den Rücken kehren so viel Du willst. Das ist das Privileg der Obstkuchenfeinde, denn jeder Kampf gegen rote Früchte in unserer Küche ist im grundsätzlichen Anliegen ein gerechter; diese Toleranz übe ich nicht gegen jede Kochkunst!


      Aus Deiner Perspektive bin ich ein relativer Erdbeerkuchenfreund (mymuesli Beere hat 15g getrocknete Erdbeere auf 575g, und das juckt mich nicht die Bohne). Aus dem oben gesagten kann man ohne Aufwand schlussfolgern, dass ich grundsätzlich Intoleranz gegen Erdbeerkuchenfreunde in Ordnung finde, wenn nicht notwendig. Eine energische Positionierung gegen Erdbeerkuchen - wie Deine - macht aber einen Großteil der Bevölkerung zu potentiellen Feinden. Und wenn man diese vielen Menschen beleidigt: "alle, die Erdbeerkuchen weniger hassen als ich, sind ERDBEERKUCHENFREUNDE! ERDBEERKUCHENFREUNDE DEUTSCHLAND, das wohl!"", empfinde ich das als eine Überbeanspruchung der Narrenfreiheit, die ich Obstkuchenfeinden sonst einräumen wollte.

      Es ist mit Verlaub auch nicht besonders schlau. Wenn ich nämlich tatsächlich ERDBEERKUCHENFREUND DEUTSCHLAND bin, dann bin ich in keinster Weise getroffen von dieser Attacke. Sie dient also nur dazu, sorglose oder vielleicht ambivalente Kuchenesser vor den Kopf zu stoßen. Die Reaktion ist kaum, dass einer sagt: "Hey, da hast Du Recht." Bestenfalls ist ein latenter Erdbeerkuchenverachter von der Schelte der Trockenkuchenfraktion unbeeindruckt, schnauzt zurück und meidet im ihm opportun erscheinenden Maß die Erdbeere in und auf Backwaren. Im ungünstigeren Fall wird er reaktiv ERDBEERKUCHENFEINDSCHAFT negativ konnotieren und mit einem grimmen Blick zu Dir, ein Stück Erdbeertorte quatschend und Tortenguss aus den Mundwinkeln triefend zwischen Gaumen und Zunge zermatschen...

      Im speziellen Fall von mymuesli wäre ich - mehr aus Rücksicht auf Erdbeerkuchenfeinde als aus Einsicht in die praktische Notwendigkeit - bereit gewesen, die 15g getrockneten Erdbeeren bei der nächsten Bestellung abzuwählen, wenn jemand glaubt, dass das die Qualität hebt, dann bitte. Nun jedoch fehlt mir diese Bereitschaft. Wenn Erdbeerkuchenfeinde und beeinflussbare Menschen sich von einander distanzieren, rücken beide der Position näher, wo sie vom Gegner längst vermutet wurden.

      Glücklicher Weise werden unsere Werte nachhaltiger als im Netz durch unser direktes soziales Umfeld geprägt. Da gab es bei mir am Donnerstag beim Plauschen über Erdbeerkuchenrituale ganz köstlichen landeskundlich neutralen Zupfkuchen. Hoffnung bleibt also.

  • Würg.

  • Also ganz ehrlich, ich glaube, der ganzen Debatte täte eine Spur weniger Aufgeregtheit sehr gut. Und in dieser Hinsicht ist dieser Beitrag aus meiner Sicht alles andere als hilfreich. Sachliches Argumentieren ohne gegenseitige Anfeindungen dient der Sache am besten.