Letternmanufaktur - Kooperatives Schreiben

Orkenspalter Infokanal via Telegram
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Wieder einmal nutze ich den Blog hier um ein paar nicht mehr ganz frische Gedanken meinerseits niederzuschreiben. Immer wieder mal frage ich mich nämlich wie es den wäre eine Geschichte nicht alleine, sondern gemeinsam mit einem oder mehreren anderen Autoren zu schreiben. Das Konzept ist nicht wirklich neu und ich habe einige Werke die so entstanden sind wirklich genossen (The Long Earth etwa, von Pratchett und Baxter). Auch im Bereich DSA gibt es so etwas mit den neuen Phileasson Romanen von Hennen und Corvus.


Aber wie geht man so eine Sache an? Ganz abgesehen von der Frage wie man andere Gleichgesinnte findet mit denen man so schreiben kann? Wie koordiniert man sich, nochdazu so, dass man sich gegenseitig nicht zu sehr einschränkt? :/

Comments 4

  • Stell dir eine Spielrunde vor die nicht von einem (1) SL geleitet wird sondern in der zwei (2) SL eigene Plots verfolgen und auf die jeweiligen Aktionen des anderen reagieren, also eine Konversation, ein Zwiegespräch, ein Ränkespiel in dem sich beide an Gemeinsame Regeln halten um eine Gemeinsame Geschichte zu schreiben deren Ende nicht vorher gesetzt ist.

    letztlich das was im Sandbox-game oft verwirklicht wird bei Rollenspielen. (leier nur wenn der SL sehr gut darauf vorbereitet ist)

  • Die Frage die mir dabei spontan kommt:

    Welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit der kreative Nutzen für das Projekt die kreativen Einschränkungen und den großen gemeinsamen Absprache- und Planungsaufwand überwiegt bei so einem Teamwork?


    Und die Antwort die mir spontan kommt:

    Es müssen wirklich zwei Autoren sein die als Menschen sehr auf einer Wellenlänge liegen und sich gegenseitig in ganz besonderer Weise bereichern, damit sowas überhaupt Sinn macht und nicht nur ein Mehraufwand ist für etwas, dass man für sich alleine der kreativen Muse folgend runder, stressfreier und vielleicht sogar schneller hinbekommen hätte.

    • Mhm, der Gedanke ist mir so in etwa auch gekommen, als ich das Nachwort zum letzten Teil der Long Earth Serie gelesen habe. Baxter und Pratchett, so zumindest mein Eindruck, haben sich wohl ziemlich gut verstanden.

    • Ich stelle mir das so vor, dass die beiden Autoren gemeinsam plotten, und dann jeder die Kapitel seines "eigenen" POV schreibt. Der eine Beorn der andere Asleif.

      Wenn das harmoniert, nicht nur menschlich, sondern auch vom Schreibstil, dann hat das schon Vorteile:

      - Man ist schneller.

      - Die Wahrnehmung der POVs ist individueller (wie oft habe ich schon bei namhaften Autoren gedacht, dass die POVs in ihrer Wahrnehmung der Welt, ihrer Sprache und ihren Gedanken austauschbar sind, sofern sich diese nicht grundsätzlich unterscheiden.

      - Man kann sich gegenseitig motivieren oder, wenn es an einer Stelle Probleme gibt, sich helfen. (Okay, das kann ein Schreibforum auch.)

      - Man hat einen motivierten Lektor in seinem Co-Autor.


      Blöd wird's natürlich, wenn einer der beiden abspringt. So einen Roman zu schreiben ist einfach sauviel Arbeit. Wenn beide die Geschichte alleine weiterschreiben wollen, nachdem man vielleicht schon ein halbes Jahr oder länger dran geschrieben hat, wird's wohl hässlich.

      Anderer Knackpunkt ist die Schreibgeschwindigkeit. Ich kenne Leute, die schreiben schon seit vielen Jahren an ihrem Buch. Man sollte etwa gleich schnell sein, denn ein Plot verändert sich während des Schreibens. Wenn der eine aber schon kurz vor dem Höhepunkt ist, während der andere noch am ersten Plotpoint hängt, kann das frustrierend sein.