Der Ehrenkodex der Rondrianer - seine Ausprägungen

  • Der rondrianische Kodex: man kennt ihn, und außer Geweihte der Rondra, die da besonders strenger Auflagen haben, haben ihn in abgeschwächter Form auch Krieger, Schwertgesellen oder Ritter, Amazonen auch. Man hat noch zusätzlich die drei Strömungen der Rondra-Kirche, Salutaristen, Honoren und Traditionalisten, die das eine oder andere wieder unterschiedlich sehen.
    Ein RG hat strengere Auflagen und Richtlinine als ein Krieger, klar. Er hat ja auch einen Moralkodex und was zu diesem detailliert dazu gehört, klar.
    So weit, so gut.


    Nun ist aber Rondra-Kodex nicht gleich Rondra-Kodex. Für den einen muss auch der Gegner ehrenhaft kämpfen, um es selber auch zu tun, der Zweck heiligt in den Augen des nächsten auch die Mittel, und wenn man gegen nicht-menschliche, aber kulturschaffende Gegner antritt, wird auch manchmal ein zweites und anderes Maß angelegt.
    Oder auch nicht.


    Meine eher allgemeine Frage: Wie legt ihr den Kodex aus, gibt es da Differenzierungen je nach Sitation - und natürlich Charakter. denn ein RG haben strengere Auflagen als z.b. der Krieger - , oder handhabt ihr das allgemein strenger oder laxer?
    Wie ist so die Sichtweise auf ... z.B. den rondrianischen Kodex, dass sich niemand in den eigenen Kampf mischen darf (oder nur, wenn es kein Zweikampf ist?); der angemessenen Waffe (z.B. Rondrakamm gegen Kurzschwert); ist es in (großen) Feldschlachten legitim, in des Gegners Rücken zuschlagen; wartet man nach einem Stolpern oder Waffe verlieren des Gegners, bis er sich wieder ausgerichtet hat; geht immer die grundsätzlich eigene dicke Rüstung gegen jeden Gegner (von Schlachten mal abgesehen, in denen man sich nicht zwischendurch umzieht); wird schon mal die Frage der angemessenen oder am besten unterlegenen Waffe dadurch honoriert, dass man unbewaffnet gegen einen bewaffneten Gegner (der vielleicht nur einen Dolch oder Kurzschwert hat) kämpft?
    Solcherlei und vieles mehr, was sich so einen rondragläubigen bis sehr rondragläubigem Kämpfer (wie einem Geweihten) im Kämpferleben wiederfahren kann.


    Oder auch, werden Litrgien oder Stoßgenete beinm RG eher leichtfertig und öfter eingesetzt, oder wohlüberlegt und sparsam?


    EDIT: Ein paar kleine Überarbeitungen vorgenommen und Überschrift geändert.

  • Ist das nicht eigentlich eine Frage die sich jeder Charakter jeden Tag immer wieder aufs neue Stellen muss?


    Die einzige Rondrageweihte die ich bislang gespielt habe war da eine richtige Hardlinerin und im übrigen auch der einzige meiner Charaktere den ich zu opfern jederzeit bereit war (sie lebt noch).
    Im Zweikampf hat sie immer auf gleiche Waffen bestanden, natürlich hat sie sich bemüht mit allen Waffen eine gute Kämpferin zu sein.
    Das man im Zweikampf wartet bis sich der Gegner nach einem Sturz wieder erhoben und bewaffnet hat galt natürlich ebenso für meine Schwertgesellin (Bei letzterer kam es aber schon eher darauf an wie ehrbar ein Gegner war).
    Auch in einer schlacht hat sie nie in den Rücken geschlagen und auch zurecht gewiesen die sie dabei erwischt hat (Also nicht gerade mitten in der Schlacht, ihr wisst schon)


    Hm ihr Kettenhemd hat sie eigentlich nie extra ausgezogen.
    Der Teil des Kodex der fordert mit unterlegenen Waffen zu kämpfen ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt. Ich würde es auch als Eitelkeit auslegen sich unbewaffnet einem Bewaffneten Gegner zu stellen wenn dieser in der Lage ist seine Waffe zu führen.


    Aber welche Prinzipien halten schon der Realität stand? Zudem sind Geweihte ja nicht ohne Fehl und Tadel, auch wenn sie es gerne wären. Wie man den Kodex also auslegt hängt meiner Meinung nach vom Charakter selbst ab. Ein Jähzorniger eher undisziplinierter Charakter wird einen Frevler wohl eher töten, selbst wenn dieser seine Waffe fortwirft. Ein anderer Charakter wird vielleicht sagen, niemals greife ich unbewaffnete egal was sie verbrochen haben und den Mann der Gerichtsbarkeit überstellen.

  • Natürlich muss man sich einem solchen Kodex im täglichen und praktischen Leben immer wieder aufs Neue stellen (gerade der rondrianische Kodex ist ja oft eine Gradwanderung in der Anwendung). Auch wird die jeweilige Situation und Hintergrund eine Rolle spielen (sind Unschuldige/Wehrlose/Schutzbedürftige da, die beschützt werden müssen, oder gibt es womöglich auch nur langfristig die Gefährdung Wehrloser und ähnliches).
    Darum geht es mir auch nicht, sondern eher darum, wie hier aus Spieler und daraus resultierend aus Charaktersicht der Kodex (immer in Bezug auf den Charakter) umgesetzt und verstanden wird. Ich habe schon gelesen, dass Spieler von RG äußerten, wenn der Gegner unehrenhaft kämpfen würden, müsse der Geweihte selber sich auch nicht bis ins Eck an seine Auflagen halten, und ähnliches.


    Ich z.B., so mancher wird es wissen, neige insgesamt auch eher zur Hardliner- und strengen Auffassung (auch bei salutaristisch ausgerichteten Geweihten, da eben ein ehrenhafter Kampf der ist, den man selber ehrenhaft kämpft, egal, was die Gegner machen). So wird in der Regel drauf bestanden, dass sich niemand in den eigenen Kampf ohne Einwilligung einmischt (auch nicht gegen Übermacht, also 3 oder 4 Gegner), wenn der Gegner stolpert, wartet auch die Schwertgesellin ab, bis er sich wieder gefangen hat, und wenn der Gegner unbewaffnet ist oder nur Dolch oder Kurzschwert trägt, wird eben schon mal waffenlos angetreten (auch eine gute Option, wenn man selber nicht mit Dolchen kämpfen kann, und kein Kurzschwert zur Hand ist, also man sich nach der angemessenen "Verhältnismäßigkeit der Waffen" richten will, außerdem ist es sehr ehrenhaft, sich mit einem überlegenem Gegner, der eine Waffe hat und man selber nicht, zu messen ("die Löwin fordern"). Man muss oder sollte nicht die unterlegene Waffe wählen, sondern eine angemessene, aber absichtlich eine unterlegene wählen ist auch im Sinne Rondras.

  • Über den rondrianischen Kodex mache ich mir in unserer Spielrunde seit einiger Zeit Gedanken. Dabei stößt man ja immer wieder auf das Dilemma der sich ausschließenden Prinzipien.
    Letztendlich dreht sich aber alles um drei Aspekte, von denen man selten alle drei gleichwertig befolgen kann:


    1. Die Ehre der Göttin und ihrer heiligen Prinzipien
    2. Die eigene Ehre, mit der man u.a. auch Rondras Prinzipien konkret zu Leben und Glanz verhilft
    3. Der Schutz der Gläubigen und Schwachen


    Diese drei Aspekte werden sich immer und immer wieder gegenseitig stören. Und somit wird es auch immer wieder unangenehme Entscheidungen geben müssen.
    Um überhaupt eine klare Linie finden zu können, ist es meiner Meinung nach extrem wichtig, sich über die Situation klar zu werden. Und hierbei ist die entscheidende Frage: Geht es hier um einen echten Zweikampf, ja oder nein? Schlachtgetümmel, unübersichtliche Scharmützel oder Belagerungssituationen sind in meinen Augen eben keine Summe von Zweikämpfen, sondern fordern eine pragmatischere Haltung.


    Der Zweikampf dagegen ist für einen Rondrageweihten der absolute Mittelpunkt seiner gesamten Weltanschauung. Quasi ein Göttinnendienst in reiner Form. Hier zeigen die rondrianischen Prinzipien ihre ganze Kraft und ihren Glanz. In einem Zweikampf kann es also keine Tricks und Kniffe geben - absolute Fairness und Ehrenhaftigkeit bedeuten hier maximale Ehre.


    Doch auch unter den Zweikämpfen unterscheide ich nach einer wichtigen Frage: Geht es um mich oder geht es um die Göttin?
    Wenn Alrik ein privates Duell hat, ein Turnier bestreitet etc. ist das sozusagen ein sportliches Kräftemessen. Normalerweise kann man hier auch verlieren ohne dass das gleichzeitig den Tod bedeuten würde. Wer hier unehrenhaft kämpft, schadet seinem eigenen Ansehen und macht eventuell auch Rondra Schande. Da es um die private Ehre geht, würde ich eingesetzte Mirakel/etc. als "Doping" ablehnen. Im Gegenteil: Hier sollte jeder Rondrianer es dringend vermeiden, den Kampf über die private Ebene hinauszuheben. Es kämpft eben Alrik gegen Laske und NICHT Alrik der Geweihte gegen Laske den Lästerer.
    In einem solchen Wettstreit zu verlieren, ist unangenehm, aber nicht ehrenrührig. Hier können also auch unerfahrene Rondrageweihte aus einer Niederlage lernen, ohne sofort eine Sinnkrise bekommen zu müssen.


    Deutlich anders liegt der Fall aber, wenn es die Ehre Rondras zu verteidigen gilt. Hier würde ich ganz klar die harte Tour fahren: Wer Rondra lästert, wird ihre volle Macht zu spüren bekommen! Wenn Alrik hier in den Ring steigt, dann muss und wird er gewinnen. Und dazu würde ich auf jeden Fall auch Mirakel und Karmaenergie einsetzen. Wie das passiert, ist dann eine Frage der Situation: Vielleicht werden Mirakel notwendig, wenn Alrik zu verlieren droht; vielleicht siegt Alrik ohnehin und beweist Rondras Macht mit einem göttlichen Zeichen; oder vielleicht ist es bei einem besonders dreisten Lästerer auch mal notwendig, diesen bereits mit dem ersten Schlag völlig zu demütigen! :zwerghautelf:


    Natürlich ist hier auch der Meister gefragt. Der sollte ebenfalls vorsichtig sein und Privathändel auch privat bleiben lassen, genau wie sich der Rondrageweihte dann besser ein "In Rondras Namen" spart. Denn wenn es um Rondras Ehre geht, dann sollte er auf keinen Fall verlieren! Und gerade die jüngeren RGs sind für diese Anforderung wertemäßig viel zu schwach.


    Durch das Würfelsystem im Kampf wird die ganze Sache natürlich noch viel unsicherer. Aus diesem Grund können Krieger etc. eigentlich fast nur verlieren, wenn sie großspurig Rondras Ehre verteidigen wollen, denn sie können sich ja nicht stärker machen, und sind ganz auf den zufälligen Würfelwurf angewiesen. Dieser entscheidet über eine großartige heldenhafte Szene, in der Rondra Ehre gemacht wird, oder über einen grotesk peinlichen Vorfall, bei dem sich eine intime kraftvolle Figur durch Outtime-Gewürfele völlig überraschend zum Deppen gemacht hat.
    Wenn man heroische große Momente nicht völlig ablehnt, dann sollte der Meister hier mal die Chance ergreifen, das aventurische Weltbild stimmig zu machen.


    Bei unübersichtlichen Kämpfen geht meiner Meinung nach das dritte Prinzip vor: Der Schutz der Gläubigen und Schwachen. Insbesondere gegen Dämonen und ähnliches Gezücht gilt hier ein kräftiges "Ihr seid Schwert und Schild der zwölfgöttlichen Lande. Euch obliegt der Schutz dieser Wehrlosen. Dort vorn sind gefährliche unheilige Kreaturen: Macht sie fertig! FÜR RONDRA!"
    Selbstverständlich sollte Alrik Sturmleitern umreißen, zum Bogen greifen und mit seinem geweihten Rondrakamm eine blutige Schneise in das unheilige Kroppzeug schlagen. Selbstverständlich tut er dies mit der besten Ausrüstung, die er kriegen kann. Und selbstverständlich ermuntert er seine Gefährten, ihre ganze Kampfkraft in die Waagschale zu werfen!


    In solchen unübersichtlichen Situationen lassen sich manche Gewissensfragen lösen, indem man Gegner nicht von hinten mit scharfer Klinge angreift, aber sie eventuell einfach umrennt, z.B. um jemandem aus Bedrängnis zu helfen.

  • Sei gegrüßt, bruder im Gesite,


    ist es nicht so, dass jeder seinen Glauben so auslegt, wie er ihn für richtig hält und das ist doch bei nen "richtigen" Religionen nicht anders. Es kommt doch auf den Spielspaß an und nicht darauf ob ich jedes mal lange überlegen muss ob ich ihn Angreifen darf oder nicht, oder mit welcher Waffe.


    Was allerdings zu beachten ist, das die Herrin dir Karmalpunkte oder Wunder verwehren kann, wenn du immer das machst was du willst und nie darauf achtst was deine Relegion dazu sagt.


    Und so weit ich weiß, kommt doch bald eine Spielhilfe zu Rondrageweihten herraus, damit lassen sich bestimmt die ein oder andere Fragen beantworten.


    Gruß aus Franken
    Tion

  • Zitat

    ist es nicht so, dass jeder seinen Glauben so auslegt, wie er ihn für richtig hält


    Jein, so meine Meinung dazu. Wenn man dem Spielstil frönt, dass auch rondrianische Charakter nach dem Motto der Zweck heiligt die Mittel agieren, und Ehrenkodex mehr Beiwerk oder Randerscheinung wird, dann kann man das so halten. Aber auch unter Berücksichtigung allein dieser drei Strömungen, dazu noch dier Kirche der Amazonen, komme wenigstens ich nicht zu der Konklusion, dass der Kodex ganz pauschal so auslegbar ist, wie er gefällt, dafür verbietet er einfach zu viel, bzw. deckt sehr vieles nicht ab.


    Zitat

    damit lassen sich bestimmt die ein oder andere Fragen beantworten.


    Ich habe hier danach gefragt, wie so in den einzelnen Runden, bzw. beim einzelnen Spieler und Charakter der Kodex verstanden und ausgespielt wird, nicht danach gefragt, wie wohl IT etwas Bestimmtes gemeint ist, was noch geht oder nicht, etc. Da habe ich für meine SC sehr klare Vorstellungen.
    Daher hilft mir für meine Frage an alle, die sich beteiligen wollen, das Buch (in dem der Glaube der Amazonen nicht behandelt wird, was ein großes Manko in meinen Augen ist) auch nicht weiter.^^

  • Also ich selbst habe mit meinem rondrianer die Gewichtung der Ausprägungen in den Vordergrund gestellt.
    Zu allererst kommt der Schutz derer die sich nicht schützen können. Das ist aus seinem Leben so hervorgegangen, dass er diesem Ideal sein Leben widmet, komme was da wolle. Höher kann er seine Göttin aus seiner sicht nicht ehren, indem er mutig denen beisteht, die Beistand brauchen. Daraus erwächst persönliche Ehre und daraus die Ehre der Göttin selbst.


    Natürlich sind ihm dabei einige Wege versperrt. Er wird aber dennoch eher sein Seelenheil aufs Spiel setzen, als das anderer. Also würde er durchaus auch gegen Ideale verstoßen, nicht weil der Zweck die Mittel heiligt, sondern weil er von vornherein klare Ziele hat, die er erreichen will. Er wird nicht paktieren, nicht lügen und ein Vorbild sein, das ohne Zweifel, aber in der Regel über Verfehlungen eher hinweg sehen, als manch andere Rondrianer. So nutzt er auch Pfeil und Bogen um zu schützen. Er greift auch Feinde von hinten an, dann aber meist ohne Wafe oder unblutig mit dem Waffenknauf. Sofern dabei niemand stirbt und er sein Ziel erreicht, ist es finde ich, gerechtfertigt.


    Ja gut, wieder kommt der Gedanke auf, dass der Zweck hier im Vordergrund steht, der die Mittel heiligt, aber das Mittel kann nicht heilig sein. In jedem Fall ist man gezwungen Fehler zu begehen, der Göttin quasi auf die Füße zu treten mit seinem groben Verhalten. Doch ist die kontinuierliche Ausübung dessen was man glaubt, woran man glaubt, und wonach man sich richtet, in jedem Fall dem Wankelmut, dem entscheiden ob und ob nicht, vorzuziehen. Denn mein Rondrianer handelt da schon längst, um seine Schäfchen zu schützen...

  • Das ist das - für mich interessante - am rondrianischen Kodex, diese Gradwanderung: Schützen oder unehrenhaft kämpfen, oder einfach nur den Kampfschauplatz verlassen, also flüchten?
    Es muss immer wieder aufs Neue abgewogen werden, was persönlich wichtiger ist, welche Möglichkeiten nict noch bestehen, und iim schlimmsten Fall, wenn es sonst nicht geht, wird schon mal ein Gebot gebrochen, um ein anderes, das als höher bewahrt wird, zu bewahren. Aber das ist nichts, was leichtfertig geschehen sollte und hinterher Reue nach sich ziehen sollte, und im Falle einer erneuten Entscheidung sollte die Entscheidung nicht leichter fallen. Denn sonst läuft man meiner Meinung nach Gefahr, einfach immer öfter zu denken "Ich muss ja beschützen, also ist das schon in Ordnung" und das verführt dazu, dass man es sich einfacher macht, wen es nicht nötig ist - und Rondras Wege sind in er Praxis nicht einfach.
    Aber auch bei der Entscheidung das eine zu Gebot brechen, sollte es so wenig wie möglich gebrochen werden.


    Aber mich interesseren ja auch mehr die Details, also Situationen, die eben nicht eine Entscheidung zu Gunsten des einen oder anderen Gebotes erfordern, sondern die auch ohne diese Entscheidung immer wieder anfallen (s. meine Beispiele im Ausgangsbeitrag).

  • Zitat

    Es muss immer wieder aufs Neue abgewogen werden, was persönlich wichtiger ist[...]


    Das ist der Punkt. Ist es persönlich wichtiger ehrenhaft zu kämpfen? Ist es nur für das Ego gut? Ist die Arroganz soweit, dass der Rondrianer sagt, er kann es sich erlauben zu entscheiden? Zwischen Idealen die er in keinem Fall alle vertreten kann? Wie hochmütig muss man sein, wenn man immer wieder aufs neue versucht, etwas zu leistenm, was in anderen Bahnen fehlerhaft laufen wird? Ich will damit nicht kritisieren wie du es siehst, aber so würde es Falkris sehen. Denn es liegt nicht am Rondrianer zu entscheiden, was richtig wäre. Für ihn wäre es undenkbar, über einen anderen Ausgang nachzudenken, als den, indem er alles tut um den Schutz der Gläubigen zu gewährleisten.

  • Ich stimme Schattenkatze in den meisten Belangen zu.


    Zitat

    Ja gut, wieder kommt der Gedanke auf, dass der Zweck hier im Vordergrund steht, der die Mittel heiligt, aber das Mittel kann nicht heilig sein.


    Das widerspricht in hohem Maße meiner Auslegung des rondrianischen Ehrenkodex. Doch: Das Mittel ist heilig als solches oder eben nicht und wird nicht vom Zweck geheiligt. Darum geht es gerade. Natürlich widerspricht sich der Kodex in der Problematik, dass der eine Aspekt (Schutz der Gläubigen) teleologisch zu verstehen, die übrigen Grundsätze (ehrbares Verhalten) jedenfalls in mittelreichisch-güldenländischer Auffassung wohl deontologisch auszulegen sind. Insofern hat man zwei grundsätzlich unterschiedliche Formen, was als gut und ehrenhaft bezeichnet werden kann.
    Ich denke aber, dass in der Rondrakirche (bei allen drei Strömungen) der deontologische Aspekt, der gewisse Handlungen unabhängig von ihrem Ziel und ihrem Zweck als gut oder schlecht, als ehrenhaft oder nicht darstellt, vorherrschen muss. Gerade das macht meines Erachtens auch eine weniger moderne Religionsauffassung als unsere heute mit aus.
    Unser tradiertes und traditionelles Heldenideal deckt sich auch weitgehend eben damit. Es ist eben heldenhaft und gut und erscheint ehrenhaft und moralisch überlegen, wenn jemand nicht lügt, nicht in den Rücken angreift etc. Den Blick auf ihm wohlgefällige Ergebnisse versagt das gerade. Die Tendenz heutzutage geht vermutlich in eine andere, teleologischere Richtung (und ich gebe dazu hier keine Wertung ab, da eine Diskussion darüber threadfremd wäre), aber das sollte man nicht mit aventurischen Maßstäben vermischen.


    Um das klarzustellen: Der besagte Rondrageweihte Kampfgurkes wurd unter meiner Meisterägide gespielt, insofern bin ich fern davon, hier Vorwürfe zu machen oder eine Sichtweise als richtig oder falsch zu präsentieren. Es geht nur um meine Auffassung, wie ich einen Geweihten verstehe und spielen würde.


    Und die sagt, dass gerade das Mystische und Heroische eines Geweihten, das ihn von der Profanität abhebt, daher kommt, dass er in seine Göttin vertraut und deshalb das Ergebnis eines ehrenhaften Verhaltens nicht als schlecht ansehen kann. Das heißt für mich, dass bei sämtlichen Problemen, in denen nicht das Seelenheil, sondern weltliche Interessen der Gläubigen (einschließlich des Lebens) zu schützen sind, die Abwägung eines Geweihten gemäß dem Kodex zugunsten des ehrbaren Verhaltens und gegen mögliche Zielvorstellungen zu gehen hat. Unabhängig davon steht natürlich möglicherweise die Realität des Geweihten, wenn er solche Opfer (und zwar nicht nur egoistische, sondern gerade auch altruistische) nicht auf sich nehmen will bzw. das Wohl der Gläubigen nicht zu opfern bereit ist. Das ändert aber nichts daran, dass die Göttin das fordert und der Geweihte die "Opfer"/Gläubigen mit seinem Verhalten an ihre notwendigen Opfer erinnnert.


    Eine andere Sache ist es im aventurisch ja eher neuen (oder erneuten) Massenphänomen, dass häufig das Seelenheil der Gläubigen zu erretten ist. Da denke ich, dass ein Geweihter in ein unauflösbares Kodexdilemma kommt. Beides lässt sich nicht durchsetzen und die Göttin gibt keine universelle Antwort, welche Handlung richtig wäre. Das sollte aber der absolute Aussnahmefall sein, dass ein Geweihter sich auf eine gewisse Deutungsbeliebigkeit zurückziehen kann.
    Unabhängig von diesen eher aventurischen Argumenten ließe sich für diese Meinung anführen, dass ansonsten die GP der rondiranischen Ehrenkodex nicht zu rechtfertigen wären. Der Rondrianer würde dann ja im Zweifel nur das machen, was jeder aufrechte Held täte (Menschen retten)...plus Kleinigkeiten wie Schusswaffenrestriktionen (oder stehen die hier auch in Frage?) und so. Das erscheint unverhältnismäßig und kann die moralische Vorbildfunktion des Geweihten aus nicht völlig modernem oder beliebigem Moralverständnis nicht erklären.

  • Zitat

    Das ist der Punkt.


    Das ist der Rondrianer Not.^^ Aber nicht der Punkt, um den es mit in meiner Ausgangsfrage geht. Dass sich im praktischen Leben außerhalb des Tempels zeigen wird, dass man nicht allen Geboten in jeder Situation folgen kann, wird sich früher oder später zeigen. Je nach persönlichen Denken wird die Entscheidung (etwas) anders aussehen, und je nach spezieller Situation. Der Honore wird vielleicht wirklich der eigenen Ehre und der Rondras den Schutz der Schwachen vorziehen bei den meisten Situationen (so würde ich die Honoren verstehen), Salutaristen dagegen werden noch andere Mittel als rondrianisch empfinden als der Traditionalist.
    Da lässt sich meiner Meinung nach schlecht drüber diskutieren.


    Für mich muss immer abgewogen werden, da alle Ideale die Rondras sind. Und nach Möglichkeit sollte man allen immer so gut wie möglich folgen. In einer bestimmten Situation mag das eine dem anderen aus der persönlichen Sicht und Empfinden heraus wichtiger sein. Wer eigentlich immer nur ein Ideal hoch hält und die anderen grundsätzlich als weniger wichtig einordnet, der wird ohne zu denken nur diesem einen folgen und dem immer mehr und leichtfertiger den Weg und die erlaubten Mittel dorthin unterordnen, diese Gefahr sehe ich wenigstens langfristig, weil man vielleicht gar nicht mehr drüber nachdenkt oder sich bemüht, einen anderen Weg zu suchen oder zu nehmen, und die Wahl der Mittel immer leichtfertiger mit dem Zweck gerechtfertigt werden.
    Ich sage nicht, dass einem Rondrianer nicht der Schutz der Schwachen am wichtigsten sein darf (oder sein sollte - mit Honoren kann ich mich in dieser Hinsicht nicht so recht anfreunden), und auch nicht, dass man erst Stunden drüber nachdenken sollte - es gibt Entscheidungen, die müssen binnen eines Herzschlages fallen.
    Aber damit müssen (und sollten, finde ich) sie trotzdem nicht leichtfallen und auch wenn sie im Nachhinein als richtig erkannt werden, heisst das nicht, dass man es nicht bereut, die anderen Gebote gebrochen zu haben, weil man bei bei einer Situation doch von hinten mit der Waffe zuschlug.
    Nur sollte nicht das von hinten mit der Waffe zuschlagen stets als "Es ist für ein höheres Wohl, dann ist das in Ordnung und da muss ich mir auch keine Gedanken drüber machen" eingeordnet werden, gefolgt von einem "Mache ich es doch, es ist ja gut so", obwohl in diesem Fall eben doch ein ehrenhafterer Weg mit dem gleichen Ziel beschritten werden könnte, der halt nur ein wenig gefährlicher wäre (sonst ist irgendwann der vergiftete Armbrustbolzen in den Rücken das Mittel der Wahl, wenn ein "He da - kämpf mit mir statt mit ihm!" es auch tun würde, überspitzt ausgedrückt).
    Oder mit anderen Worten: Wenn man mit etwas anfängt, reißt es schnell ein.
    Die dunkle Seite der Macht ist schneller und einfacher als die helle.


    Und es liegt sehr wohl am Rondrianer, zu entscheiden. Wer, wenn nicht er, entscheidet, was er tun sollte? Er hat viele Gebote, die im Kodex verankert sind, und jedes Brechen wirkt sich da gleich aus.
    Rondra entscheidet vielleicht hinterher auch noch mal, wenn sie den KE-Hahn zudrehen sollte, war sie wohl nicht einverstanden. Aber es ist Sache des Geweihten, welche er Entscheidung er trifft, und es ist Entscheidung des Geweihten, was er wie macht, und wie er hinterher ggf. damit umgeht.


    Ein Rondrianer sollte stets versuchen, das zu leisten, was Rondras Geboten am nächsten kommt. Versuchen, da kein Rondrianer immer und mit jeder Waffe jeden Kampf gewinnen kann, da er nicht jedem Gebot im gleichen Maße in einer Situation befolgen kann. Aber dann versucht er, es beim nächsten Mal besser zu machen.
    Ein stetes Streben auf dem Weg.
    Alles andere, etwa nur dem Schutz zu folgen und ihm alles unterzuordnen, wäre Stagnieren (und regeltechnisch ständig Abzüge^^).


    Zitat

    dass er in seine Göttin vertraut und deshalb das Ergebnis eines ehrenhaften Verhaltens nicht als schlecht ansehen kann.

    Eine sehr schöne und auf den Punkt gebrachte Beschreibung, wie ich finde. (Auch wenn im praktischen und auch langem Abenteurerleben tatsächlich Situationen aufkommen könnten oder auch werden, in denen zu einem nicht oder nicht ganz so ehrenhaftem Mittel gegriffen wird zu einem höheren Ziel, aber das sehe ich tatsächlich als Ausnahmen an, die wie oben ausgeführt auch ihren besonderen Stellenwert haben.)


    Der Moralkodex der Rondra mit seinen 12 GP ist nicht umsonst mit der teuerste den es gibt und sehr einschränkend.

  • In der Ausgangsfrage wurde um konkrete Beispiele gebeten, wie der Rondra-Kodex durch Handlungen mit Leben gefüllt wird. Dabei bietet sich tatsächlich die Möglichkeit, ein individuelleres Bild zu schaffen, was z.B. dadurch entstehen würde, wenn der Kämpfer sich selbst noch Erschwernisse auferlegt und die Prinzipien übererfüllen möchte.
    Hier muss jeder Spieler selbst entscheiden, wie weit er diese Skala ausreizen möchte.


    Für die nachgefragten Kleinigkeiten und Alltagshandlungen möchte ich an dieser Stelle die Sichtweise meines Schwertgesellen vorstellen, der durch die bitteren Erfahrungen der 7G Kampagne geprägt nun vor der Rondraweihe steht:


    Wie weit dürfen sich Fremde in den eigenen Kampf einmischen?
    In Zweikampfsituationen gar nicht, da würde er sich eher selbst zurückziehen, um nicht in Überzahl zu kämpfen. Nach dem Kampf würde es eine große Predigt inklusive persönlicher Enttäuschung setzen!
    Und falls ihn jemand vor dem Todesstoß bewahrt, weil er bereits ohnmächtig geworden ist, wird er dankbar sein und versuchen, Gleiches zu tun.
    Eine Überzahl wird gerne angenommen, trotzdem ist er bereit, den anderen (die sich schon langweilen, weil sie natürlich per BlitzFeuerPfeilHammerschlag schon längst fertig sind) auch Gegner zu überlassen... :lol2:


    Wie steht es um Heiltränke und Heilzauber?
    Ich versuche immer wieder, Verletzungen natürlich heilen zu lassen (geht ja schnell genug), trotzdem kommt man sehr schnell an die Grenzen, wenn man Fremdheilung konsequent ausschließen will. Deshalb sind Heiltränke in lebensbedrohlichen Situationen nicht schön, aber akzeptabel. Die "Verarbeitung" des Kampfes sollte aber auf natürlichem Wege erfolgen. (Falls der Meister hier nicht großen Zeitdruck wirken lässt)


    Die Frage der angemessenen Waffe
    Im Zweikampf ein Säbel gegen ein Schwert, Zweihänder etc./ Dolch gegen Dolch / waffenlos gegen waffenlos
    Bei einem neugenerierten RG würde ich hier dringend den Schildkampf empfehlen, sodass man dann Hiebwaffen und Dolche zusätzlich zum Anderthalbhänder attackelastig steigern kann und somit auf alles vorbereitet ist.
    Aktuell ist die Frage kniffelig, da zweihändig gekämpft wird, sodass ich sie schon einmal im Thread "Wie kämpft man mit BHK II rondragefällig" zu klären versucht habe.
    Hier gelten meine Unterscheidungen von oben: Im Zweikampf nur eine Waffe gegen eine Waffe, in Gruppenkämpfen und Schlachten wird mit beiden Säbeln gefochten. Die Situationen wechseln dort so schnell, dass es albern wäre, ständig einen Säbel wegzustecken.
    Wer meint, am Besten mit bloßen Händen gegen den Oger antreten zu müssen - meinen Segen hat er. Und er wird einen Segen auch sehr bald brauchen, wenn es mit seinem kurzen Märtyrerleben zuende geht. Ob er dabei allerdings wirklich Ehre errungen hat oder sich mit eitler Überheblichkeit lächerlich gemacht hat, wird sich dann zeigen... (Auch an Rondras Tafel muss jemand kellnern...)


    Verhalten in Feldschlachten
    Feldschlachten sind keine Summe von Zweikämpfen, sondern eine brutale anonyme Massenschlachterei. Dabei hat jeder Kämpfer Verantwortung für die Verbündeten. Hier liegt das Leben des Kameraden in der eigenen Hand, wenn sein Gegner zum tödlichen Hieb ausholt. Wenn es nicht möglich ist, einen solchen Hieb "fremdzuparieren", sollte man ihn stören: durch Ablenkung, Herausforderung, durch einen schnellen gezielten Schlag auf den Waffenarm oder durch oben beschriebenes Umrennen/Umstoßen. Anstatt tödliche Hiebe von hinten etc. auszuteilen, kann man Gegner stören und behindern. Dass ein umgestoßener Gegner von jemand anderem getötet wird, ist im Schlachtgetümmel allerdings ziemlich wahrscheinlich. In einem Zweikampf hätte man ihn selbstverständlich aufstehen lassen. Und ja: In der Schlacht wird der eigene Gegner getötet, solange er sich als Bedrohung zeigt. Auch mit dem Rondrakamm - denn sogar unbewaffnete Magier etc. SIND eine Bedrohung!


    Die Frage nach Rüstung und Ausrüstung
    Wie bei der Waffenwahl kann sich auch hier jeder seinen Schwierigkeitsgrad wählen. Für den Rondrageweihten gilt meiner Meinung nach: Mit der besten Ausrüstung kann man den göttlichen Auftrag am Besten und am Längsten ausführen. Eitler Nacktkampf zeugt meiner Meinung nach von mangelndem Verantwortungsbewusstsein (und Todessehnsucht)...
    Ein Duell aufs erste/zweite Blut mit nacktem Oberkörper ist da natürlich trotzdem stylisch...


    Die Frage nach karmaler Unterstützung
    Wie oben schon geschrieben: In Privatkämpfen wäre "Karmaldoping" unehrenhaft. Wer dagegen Rondras Macht schmäht, wird Rondras Macht zu spüren bekommen!
    Für den Schutz der Gläubigen und zum Vernichten von Dämonen erfüllen Liturgien etc. ihren eigentlichen Zweck und können sehr intensive Situationen schaffen. Göttliche Macht zu spüren und zu wirken, ist etwas sehr Positives und gerade die Entrückung bietet schöne rollenspielerische Möglichkeiten.
    Wie häufig Karma fließen sollte, wird jede Runde selbst merken. Wenn irgendwann der Satz fällt: "Hey Ronnie, mach doch mal eben ne Objektweihe auf meinen Handschuh!" , dann hat man es wohl echt übertrieben.
    Auf der anderen Seite sind Magier ja in Aventurien TOTAL selten und was GANZ BESONDERES und können Dinge, die man NOCH NIE gesehen hat... *gähn* Für einen Geweihten sollte man das Besondere möglichst länger erhalten...


    Ich hoffe, mit diesen Überlegungen einige Anregungen gegeben zu haben.

  • Da meine obigen Darstellungen ja bereits einen (für mich ganz gut) gangbaren Kompromiss darstellen, der natürlich für Diskussionen schon fast zu rundgelutscht ist, hätte ich jetzt mal eine strittigere Frage, zu der mich natürlich auch eure Sichtweisen und Tipps interessieren.


    Eine Belagerungssituation: in der Burg befinden sich die Helden inklusive unserem Recken Rondrian Löwenbart und mehreren Dutzend schlaffen aber sympathischen Zivilisten. Der Feind vor den Toren ist nicht nur in erdrückender Übermacht anwesen, sondern offensichtlich weder zu Späßen noch zu Gnade aufgelegt und berennt Mauern und Tore mit allem, was das Belagerungsarsenal hergibt, bevorzugt aber mit Katapulten, Bögen und Sturmleitern.


    Unser Held Rondrian ist natürlich ein Meister des Nahkampfes und ist somit in hohem Maße verantwortlich für Leben und Seele der Belagerten. Klar ist: Die Mauern dürfen nicht fallen, sonst sind alle Seelen verloren. Mit eigenen Kräften ist die Burg mit jedem Tag schwerer zu halten, ein Ausbruch ist nicht zu überleben, aber es gibt Hoffnung auf Hilfe von außen. Irgendwann...


    Und nun die Frage: Wie verhält sich Rondrian bei der Verteidigung der Burg so rondragefällig wie möglich? :paranoia:

  • Er lässt von den eigenen Geschützen, so vorhanden, keinen "Hagelschlag" abfeuern (Säckchen mit Metallspittern, die beim Aufprall Schrappnellwirkung haben), denn das ist ein Rondrafrevel (steht bei der Beschreibung dabei).


    Er trainiert die eigenen Leute so gut es geht, um sie in der kurzen Zeit bestmöglich zu wappnen: seinem Kommando schnell zu gehorchen (kann lebenswichtig sein), am besten einen Schild richtig hochzuhalten (kann bei gegnerischem Pfeilangriff auch lebenswichtig sein), und im Nahkampf beim Schwert oder Säbel vorne und hinten unterscheiden zu können (wird lebenswichtig sein, wenn die Feinde tatsächlich in die Burg kommen sollten oder wenigstens eine Bresche schlagen können oder auf die Zinnen gelangen sollten über die erwähnten Sturmleitern).
    Er hält möglichst motvierende Reden, um die Leute bei Hoffnung zu halten. Hoffnungslosigkeit und das Gefühl, dass es ohnehin nichts bringen wird, dürfte mit eine der größten Gefahren unter Zivilisten sein angesichs eines übermächtigen Feindes. Auch Rondra-Gottesdienste, so sonst kein Geweihter zur Hand, könnten sich gut machen. Er selber geht mit best möglichem Beispiel voran: keiner steht so viel auf den Mauern wie er, er fordert nichts von den Zivilisten, was er nicht vielfach auch von schon selber leistet, mutig steht er in jeder Bresche an erster Stelle, um durch seine Taten und seine Kraft und Mut allen ein leuchtendes Vorbild zu sein.
    Die Leute möglichst mit Namen kennen und ansprechen, denn dann wissen sie, dass er sich für sie interessiert und dass er sie bemerkt. Auch sollte er sie so gut kennen, dass er weiß, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und sie entsprechend einteilen (wer ist besser bei den Bogenschützen aufgehoben, wer gibt einen brauchbaren Unteroffizier ab, wer soll die Schwerverletzten ins Krankenlager bringen, etc.).
    Vielleicht übt er seine Leute auch im Fernkampf, aber das würde wohl von der Einstellung unseres Rondrian abhängen. Ist er ein Honore, wird er das wohl nicht tun, als Salutarist durchaus schon. Denn solange die Gegner vor der Burg stehen, sind es die eigenen Geschütze und Bögen, mit denen man den Angriffen antworten kann.


    Zu Rondra beten, das sie ihm und den seinen beistehen möge und schnell den Entsatz bringen.


    Ist mit Entsatz zu rechnen, bzw. weiß das Entsatzheer, dass es bitter benötigt wird? Denn sonst müssen doch Boten geschickt werden in der Hoffnung, dass einer durch kommt, um die Nachricht zu überbringen.

  • EDIT Schattenkatze: Die folgenden Beiträge wurden aus diesem Faden ausgelagert.
    Vorrangig basiert es auf diesem Beitrag:



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    Diese Einstellung ist sehr nett - für einen Phex-Geweihten. ;) 
    Ein Rondrageweihter erhält 12 GP für seinen Moralkodex, da sollte man nicht ständig Schlupflöcher suchen und Bauern aufhängen lasssen und ständig Schwächere zum Duell fordern... das passt nicht wirklich, ist nicht ehrenhaft. Er muss die Schwachen ja ausdrücklich SCHÜTZEN.
    Ehrenhaftes Verhalten geht weit über das bloße einhalten von Gesetzen und Regeln hinaus.
    Manche Lügen dürften gesetzlich veroten sein und seinen tadellosen Ruf wird er bei dem Verhalten auch schnell verlieren. (Was bei Beförderungen nachteilig ist)
    Wenn ein Rondrageweihter eines nicht ist, dann prakmatisch, zumindest nicht die Art von Pragmatismus, die du anstrebst, Uklandur. :)

    Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

    -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

  • Ein Rondra-Geweihter setzt seinen Willen nicht mit der Klinge durch, jedenfalls nicht grundsätzlich. Im Alklgemeine ist aber nicht die Reaktion, erst mal die Waffe zu ziehen.


    Und ein Lied von Eis und Feuer ist nun gar nicht auf einen RG übertragbar - zumal es da faktisch keine existierenden Ehrvorstellungen gibt, die nicht in den seltenen Fällen, dass ihnen jemand folgt, durch die Realität nicht bald ausgetrieben werden -, die haben da einfach nichts, was dem RG nahekommt. Selbst die Ritter der Königsgarde, die eigentlich anderen Dingen verpflichtet sind, brechen ihre Eide am laufenden Meter und denken sich nichts bei (und haben mW auch nicht solche Einschränkungen). Ein RG kann das nicht machen, ohne doch Konsequenzen zu verspüren, sei es von Seiten seiner Kirche oder weil irgendwann doch mal der Karma-Hahn zugedreht wird und ohne dass ihn das dauer-schlechte Gewissen durch den Bruch aus den Mali nicht mehr rauskommen lässt.


    "Erlaubt ist, was nicht verboten ist" lässt in meinen Augen zu viel Schlupflöcher. Aber ein Ronnie sucht keine Schlupflöcher, das hat er echt nicht nötig und darf er streng genommen auch nicht in jeder Situation.
    Und lügen hat er aus seiner Sicht nicht nötig und darf er nicht oder sollte es wenigstens nicht, weil es nicht zu der Ehrenhaftigkeit passt und zum Kodex, wie ich ihn verstehe.


    Lysander schrieb:

    Oder: Bei Risiken und Nebenwirkungen erschlagen Sie den Boesewicht und befragen sie ihren Gott oder ihre Goettin.


    Nein, eben nicht. Man erschlägt nicht auf gut Glück und fordert Leute, wenn einem was nicht in den Kram passt. Nicht jeder ist Satisfaktionsfähig. Nicht jede Beleidigung oder Handlung ist ein Duell wert. Nicht jeder hält gerade eine Waffe in der Hand und kann mit ihr umgehen.
    Auch RG töten und kämpfen nicht beim kleinsten Anlass, weil es ihr Weg ist, Probleme zu lösen. Das machen vielleicht Kor-Geweihte, aber RG können auch reden und dürfen auch nicht als erste Reaktion draufzimmern.



    Uklandor schrieb:

    So würde mir die Kirche besser gefallen, vor allem muss man an den Setzungen gar nichts ändern.


    Das würde meines Erachtens den Hintergrund total umkrempeln, was für Dich unter dem Moralkodex noch fällt.

  • Nur würde er dem Bauern sein Schwert geben und selbst mit bloßen Händen antreten, um die Chancen auszugleichen. :)

    Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

    -Frei aus dem Gilgamesch-Epos


  • Nein, eben nicht. Man erschlägt nicht auf gut Glück und fordert Leute, wenn einem was nicht in den Kram passt. Nicht jeder ist Satisfaktionsfähig. Nicht jede Beleidigung oder Handlung ist ein Duell wert. Nicht jeder hält gerade eine Waffe in der Hand und kann mit ihr umgehen.
    Auch RG töten und kämpfen nicht beim kleinsten Anlass, weil es ihr Weg ist, Probleme zu lösen. Das machen vielleicht Kor-Geweihte, aber RG können auch reden und dürfen auch nicht als erste Reaktion draufzimmern.


    Das würde meines Erachtens den Hintergrund total umkrempeln, was für Dich unter dem Moralkodex noch fällt.


    Das war auch leicht ironisch/nicht ganz ernst gemeint...
    (Gibt es eigentlich einen Smiley der Ironie ausdrueckt? Mag das naemlich nicht immer dazuschreiben... )


    Dennoch schrieb ich ueber den Boesewicht (der ja (durch eine glueckliche Fuegung) nahezu immer den Tod durch das Schwert verdient) - so lassen sich alle moralischen Dilemma loesen: Im Zweifel: Erschlagen den passenden Boesewicht (/Schurken/Schwarzmagier), befreie/rette/erloese einen Unschuldigen und befrage deine Gottheit.
    Da kann Kants kategorischer Imperativ einpacken.

  • Also der letzte Satz bezog sich auf das Zitat von Uklandor, das war nicht in Deine Richtung gemeint, Lysander.


    Also generell ein Smiley würde hilfreich sein, dass es nicht ernst gemeint ist. Ein explizit Ironie ausdrückender ... wüsste ich so nicht. Einen Zwinker dahinter setzen?
    Oder so etwas wie "Ironie-Modus an: XXX Ironie-Modus aus.



    Zitat

    Dennoch schrieb ich ueber den Boesewicht (der ja (durch eine glueckliche Fuegung) nahezu immer den Tod durch das Schwert verdient)

    Weil man ihm durch eine glückliche Fügung im Final-Kampf eines AB gegenüber tritt.^^ Davon abgesehen darf der RG ihn eigentlich nicht richten, oder verurteilen (und schon gar nicht beides in Personalunion), wenn nicht besonder Umstände herrschen und der nächste Richter und Kläger nicht wirklich weit außer Reichweite ist (oder er sich nicht festnehmen lässt, ohne einen Kampf vom Zaun zu brechen, und/oder gerade dabei ist, die Jungfrau auf dem Altar zu opfern).
    Waffen ziehen und plätten ist eigentlich wirklich nicht das erste Mittel der Wahl in genügend Fällen. Wenn da ein Dämon kommt, ist das etwas anderes, aber einen Kampf vermeiden, wenn es möglich ist, durch reden regeln oder festnehmen steht einem RG besser an, als erschlagen als erstes Mittel der Wahl zu nehmen.