Tisch Nr. 6

  • Bei der Erwähnung des Namens Saldor Foslarins verzieht Asfalon seine Miene kurz aber doch merkbar zu einem grimmigen Grinsen. Augenscheinlich löst dieser Name keine positiven Gefühle bei dem jungen Magier aus.


    "Das Problem mit der Verantwortung ist leider, dass diejenigen, die Verantwortung übernehmen meist nur solange den Kopf auf dem Hals behalten, wie es den Menschen, die sozial über ihnen stehen, Vorteile bringt."

    Er räuspert sich.

    "Den meisten Menschen, die Verantwortung übernehmen sollten, geht es gar nicht darum ihrer Verantwortung für andere gerecht zu werden, sondern lediglich ihre eigene Macht zu sichern."


    Für einen kurzen Moment scheint Asfalon zu überlegen.


    "Wie weit würdet ihr persönlich gehen um eurer Verantwortung gerecht zu werden?"

  • Arakne wirkt leicht belustigt, läßt sich aber auf die Frage ein.

    "Ich gehe soweit es nötig ist, aber ich denke wir sollten hier differenzieren. Habt ihr ein bestimmtes Szenario im Hinterkopf oder ist das hier gewissermaßen eine akademisch-moralische Fingerübung ?"

  • "Nun, ich bin mitnichten hier, werte Collega, um Eure moralische Gesinnung in Frage zu stellen. Versteht mich bitte nicht falsch."

    Asfalon räuspert sich.

    "Viele, die in der Verantwortung stehen, verstecken sich hinter Regeln, die ihnen von angeblich höheren Mächten auferlegt werden. Sie handeln strikt nach Maximen und Vorschriften ohne zu versuchen das große Ganze zu verstehen. Andere hingegen, die das Große überblicken, handeln nicht Ihrer Verantwortung folgend, sondern nur ihrem eigenen Ziel zuarbeitend."

    Er macht eine kurze Pause und nimmt einen weiteren Schluck Tee.

    "Nehmen wir ein Beispiel. Was würdet ihr tun, wenn einer eurer Gefährten vorschlagen würde als letztes Mittel eine Ziege zu schlachten aus deren Blut die arkane Kraft zu gewinnen, mehrere Menschen vor dem Tod durch eine siebtsphärische Entität zu bewahren?"

  • "Ich würde euch das auch nicht unterstellen wollen, insofern denke ich, ich verstehe ich euch schon richtig."

    Sie nimmt etwas Wein und legt Messer und Gabel beiseite.

    "Das ist ein brauchbares Postulat, auch wenn euer Beispiel als solches nicht unbedingt geeignet ist, den Punkt zu demonstrieren, da sich kein vernunftbegabter Magieanwender mit auch nur einem Hauch Ruckgrat, der diese Bezeichnung auch nur im Ansatz verdient, gegen die Opferung der Ziege entscheiden würde. Es ist Blutmagie, aber ich denke wir sind uns einig, daß eine Ziege keinen Sinn oder Verstand hat, der Feuertod dem Magier also erspart bliebe. Inwiefern eine Ziege eine Seele hat, müßte diskutiert werden, aber da wir uns da schon in einem Territorium bewegen, wo es vermutlich nur auf Disvocatio oder Disliberatio als Höchststrafe hinausläuft... Da muß der einzelne sehen, ob er das in Kauf zu nehmen gewillt ist. Mir würden ein Bibliotheksverbot oder eine Niederlegung der Gildenämter, die ich nicht habe, nicht besonders wehtun, aber ich sehe mich da auch moralisch stärker in der Pflicht.


    Ähnliches könnte man von euch als Schwarzmagier sagen. Ich meine, Bibliothekszugang bekommt ihr im Norden nicht so leicht, Gildenämter sind nicht anzunehmen und generell gehört ihr einer wachsam beäugten Minderheit an, die was Privilegien angeht, eine moralisch sehr bequeme Position besitzt, da sie nicht wirklich viel zu verlieren hat. Darauf bezog sich auch meine Äußerung bezüglich der Fingerübung, da man so sehr schnell in eine Situation kommt, in der mit zweierlei Maß gemessen wird. Ein Schwarzmagier hätte typischerweise betrachtet etwa deutlich weniger Probleme mit einer septsphärischen Entität, da ihm teilweise andere Mittel zur Verfügung stehen als bloße Gewalt."

  • Asfalon lauscht den Ausführungen Araknes und nickt anerkennend.


    "In der Tat, allerdings handelt es sich hierbei auch um ein recht harmloses Beispiel. Gehen wir einen Schritt weiter. Ihr seid von einer Übermacht belagert und umzingelt, eure Streitmacht ist dezimiert und besteht zum Teil aus Bauern, Handwerkern und nur mittelmäßig begabten Kämpfern. Euer Gegner schert sich nicht um Moral und Anstand. Auf dem Schlachtfeld vor der Bastion in die ihr euch zurückziehen musstet, liegen die Leichen eurer Streiter und ihr seid euch sicher, dass wenn ihr nicht handelt euer Feind auch nicht davor zurückschrecken wird, die Leichen eurer gefallenen Freunde zu erheben und gegen euch zu schicken. Ihr selbst habt jedoch die Macht, das selbige zu tun und sie gegen euren Feind zu schicken. Wie würdet ihr entscheiden?"

  • Von Tisch 1, an dem es eher ruhig geworden ist, kommend, tritt ein Utulu an euren Tisch heran. Das Gildensiegel weißt ihn ebenfalls als Magier aus und dem Schnitt der roten Robe nach zu urteilen würdet ihr wohl auf eine Herkunft aus Meridiana tippen. "Boron zum Gruße, Ramirez, zu euren Diensten. Darf ich fragen, ob ich mich etwas zu euch gesellen kann? Mir steht einfach nur der Sinn nach unterhaltsamer Gesellschaft und neuen Gesichertern zum kennenlernen."

  • Saphira ist etwas gelangweilt von dem Gespräch, aber will sich auch nicht unnötig in den Disput einmischen. Als der Utulu näher tritt schmunzelt sie breit und klackt in der schnalzenden Mohischen Sprache einen Gruß "Oana" sie macht eine einladende Geste zu dem freien Stuhl hin und mustert den Utulu. "Kommt nur näher... gegen ein bisschen mehr Gesellschaft hab ich nichts." Sie lächelt und schaut dann zu den beiden anderen.

    ~“Adieu,” sagte der Fuchs. ”Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!”~ (Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry)

  • ~mohisch~ "Oh, danke für die nette Begrüßung. Und eure Aussprache ist wirklich hervorragend."

    Dann wechselt Ramirez aber wieder ins Garethi, in der Annahme, die beiden anderen Gäste wären in dieser Sprache wohl flüssiger und setzt soch auf den ihm von der jungen Frau gebotenen Platz. Erst jetzt nimmt er so richtig die arkanen Symbole auf der Kleidung der Frau war, die er erst für eine "gewöhnliche" Seefahrerin gehalten hatte und instinktiv sucht sein Blick ihre Handfläche, ob er ein Siegel erkennen könnte. Seinem, dass er nicht zu verbergen sucht entnimmt man, dass er in Al'Anfa seine Prüfung abgelegt hat. "Eurer Kleidung entnehme ich, dass ihr Seefahrerin seid? Darf ich fragen in welche Meere es euch schon so verschlagen hat? " aus der Frage spricht ehrliches Interesse und wohl auch etwas Sehnsucht nach einem einfachen unkomplizierten Plausch. "Habt ihr schon einmal die Zahllosen Wunder des Südmeeres schauen können?"