Tisch Nr. 1

  • "Das habe ich die Damen und Herren in Perricum auch gefragt. Sie erklärten es mir so, dass ein Bestandteil des Fluchs ein winziges Lebewesen sei, das von der Lebenskraft des Opfers zehrt", berichtet Sumudai. "Wie eine Zecke, die immer weiter Blut saugt und nie abfällt. - Nun, der Analysezauber, den ich verwendet habe, ist weit verbreitet", meint Sumudai und zuckt die Achseln. "Aber, ja, es war wohl eine glückliche Fügung."

  • "Sicher." Sumudai feuchtet mit einem Schluck Tee ihre Kehle an und stärkt sich mit einem Würfel Ziegenkäse in Knat. "Von Perricum aus sind wir in See gestochen, gen Südosten etwa - einer der Perricumer Magier, die dabei waren, hatte einen magischen Kompass dabei, wir sind entlang der Leylinien navigiert und kamen tatsächlich zu einer sturmumtosten Insel. Je näher wir kamen, desto heftiger wurde der Seegang." Sumudai schaudert bei der Erinnerung. "Wir hatten uns festgebunden, wo wir konnten, aber der Magus war sicher, dass dies der richtige Ort sein müsste. Er hat zu wenig auf sein Seil geachtet und wurde von Bord gerissen, mitten in die tobende See. - Und dann, als ob wir eine unsichtbare Grenze durchstossen, waren wir in ruhigem Wasser! Die Insel war offensichtlich umgeben von einem Schlechtwetter- und Sturmzauber, der ungebetene Besucher abschrecken sollte."

  • "Moment", unterbricht Tela die junge Magierin, "Wer ist denn nun 'wir'? Euren Gefährten Bogumil habt Ihr ja bereits genannt, aber von den übrigen Personen sind mir nur ein anderer junger Mann und die halbwüchsige Tochter des Karawanenführers in Erinnerung. Aber letztere habt Ihr doch hoffentlich nicht mit auf die Echs-pedition ins Perlenmeer genommen, oder?"

  • "Oh, entschuldigt. Das habe ich ganz unterschlagen. Doch, besagter anderer junger Mann, seines Zeichens ein Abgänger der Fasarer Magierakademie namens Khalid al'Hadin (ein nicht grundsätzlich sympathischer Mensch) und die Tochter des Karawanenführers, Saphira ihr Name, und sie zählte damals immerhin sechzehn Sommer, haben mich begleitet, und natürlich mein lieber Gefährte Bogumil. Saphira stellte sich nach anfänglicher Naivität doch als recht zuverlässige und erfreuliche Begleiterin und obendrein als gerissene Händlerin heraus. Ohne sie hätte unsere Reisekasse ganz anders und viel leerer ausgesehen."

    Sumudai grinst. "Also, wo war ich? - Ach ja, die Insel. Was zunächst traumhaft anmutete - Ihr wisst schon, weisser Strand, Palmen, warmes Meer, trinkbares Wasser haben wir auch gefunden - stellte sich bald als Alptraum heraus, denn hier lebten ebenfalls Chimären, denen wir nur knapp entkamen. Es schien sich um eine Art Patrouillen zu handeln."

  • "Ja, es handelt sich um Mischwesen, auf magische Weise miteinander verschmolzene Kreaturen, die Charakteristika beider Wesenheiten aufweisen. Ein abscheulicher Frevel wider die Zwölfe, insbesondere Tsa, und insbesondere, wenn ein humanoides Wesen Teil des chimären Geschöpfes ist", befindet Sumudai in felsenfester Überzeugung. "Darunter fallen auch Harpyien, die teils Mensch, teils Raubvogel sind."

  • "Und wie sahen die Chimären auf der Insel aus? Es gibt ja tausende von Tieren, die man mit Menschen verschmelzen könnte. Unsere Harpiyen hatten überdies eine böswillige und nachtragende Persönlichkeit und waren auf ihre eigene Art viel klüger als wir es erwartet hatten. Trotz ihrer Sprache hielten wir sie zunächst für Tiere..." Ihr Blick gleitet dabei kurz über Grauschnauz.

  • "Also... nein, wir konnten uns vor ihnen verbergen, und wir haben sie eine Weile beobachtet - wo sie herkommen und sich aufhalten, wann sie wohin gehen - und dabei Regelmäßigkeiten und ein System gefunden. Kurz, wir konnten feststellen, wo sie herkommen, nämlich tatsächlich aus einer Art großem Gebäude, das schon von außen recht imposant war, aber von innen noch mehr, denn es erstreckte sich weit unter der Erde in Form gewaltiger Katakomben, und in der tiefsten Ebene fanden wir ein schreckliches dämonisches Portal." Sumudai zittert ein wenig bei der Erinnerung. "Es war hinter einer riesigen schweren Tür, die lange fest geschlossen gewesen sein muss, aber es waren außer uns kürzlich offenbar noch andere Leute dagewesen. Wir fanden ein paar Leichen in dem Gebäude, deren Habseligkeiten darauf schließen ließen, dass es sich wohl um Borbaradianer gehandelt haben muss. Nun, kurzgefasst, nach einigen Handgreiflichkeiten mit einer sehr widerlichen Dämonin konnten wir die Tür zu dem Portalraum wieder schließen und etwas verrammeln und dann die Katakomben fluten. Mit Hilfe eines darübergelegenen Sees und eines Elementargeistes, muss ich anmerken." Sie grinst. "Am Ende kamen wir jedenfalls heil davon. Leider musste die Forschungsexpedition abgebrochen werden, zumal unser Expeditionsleiter ertrunken war."

  • An das kleine Grüppchen tritt ein weiterer Magier heran, der recht erleichtert drein blickt, als er sieht, dass Ramirez sich in größerer Gesellschaft befindet. So hatte er wenigstens nicht die ganze Zeit allein auf ihn warten müssen. Er verneigt sich höflich vor der Gruppe: "Boron zum Gruße" und an Ramirez gewandt: "Perdão! Ich bin spät, ich weiß. Ich wurde, ähm...aufgehalten". Jetzt von nahem betrachtet, wirkt er doch etwas mitgenommen. Seine Unterlippe aufgeplatzt, seine rechte Seite - Gesicht, Hand, Arm zeigen leichte Abschürfungen - er ist wohl recht unsanft gestürzt. Dazu ist seine linke Gesichtsseite geschwollen und ein blaues Auge bahnt sich effektvoll seinen Weg an die Oberfläche. Entsprechend behutsam lässt er sich mit einem "Hrmpf" auf einem freien Platz nieder*.



    *Platziert ihn, wie ihr mögt, ich mag explizit keine Posts vorher lesen, damit ich nicht mit Charakter- und Spielerwissen in Konflikt komme. Außerdem: Der "Warum kommt mein Magier zu spät" Würfelwurf meinte es echt nicht gut mit dem Armen.

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Ehny ()

  • Xenofero erhebt sich.

    "Ich empfehle mich und Euch, Collega, empfehle ich diese illustre Gruppe hier! Es tut mir leid, aber ich muss langsam wieder aufbrechen. Die Zwölfe mit euch!" Xenofero wartet die Abschiedsgrüße der anderen ab und macht sich auf.

    Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

    -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

  • "Gehabt Euch wohl, Xenofero! Vielleicht begegnen wir uns mal wieder. Wenn Ihr in den Kosch kommen solltet, fragt nach Teliana Reisigritt..." Sie blickt dem Magier verwundert und etwas enttäuscht nach, hatte sie doch damit gerechnet, dass er länger bleibt.


    "Was ist denn mit Euch passiert? Wer oder was hat Euch so zugerichtet? Lasst einmal sehen!" Tela steht auf und geht auf den Neuankömmling zu, um seine Verletzungen anzusehen. Nach zwei kurzen Schritten hält sie kurz inne und atmet ihre Schummrigkeit weg.


    "Tela ist mein Name, und Eure Verletzungen solltet Ihr nicht ganz unbehandelt lassen, auch wenn es nur ein paar Kratzer sind. Wenn Ihr Euch dazugesellt und eine gute Geschichte erzählt, helfe ich Euch gerne mit etwas Wundsalbe aus."

  • "Hesinde mit Euch!" ruft Sumudai Xenofero hinterher, dann wendet sie sich dem Neuankömmling zu. "Ihr seht wirklich arg zerschunden aus", schließt sie sich Telas Ansicht über dessen Äußeres an. "Seid Ihr unter Wegelagerer gefallen? Diese Kratzer könnten wirklich etwas Wundsalbe gebrauchen!"

  • Als Alejandro hinzutritt erhebt sich Ramirez und meint ebenfalls etwas besorgt "Don Alejandro! Gute Güte, was ist euch denn widerfahren?"


    So abgelenkt reagiert er dann auch etwas verzögert auf Xenoferos Abschied, entlässt ihn aber doch mit einem "Die Zwölfe mit euch Collega. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja noch einmal."

  • "Gehabt euch wohl!", ruft Stane noch Xenofero hinterher ehe er sich an Alejandro wendet, "und euch ein Willkommen. Bitte nehmt Platz. Und lasst Tela mal einen Blick auf die Blessuren werfen. Sie scheint mit der Verarztung solcherlei Dingen Erfahrung zu haben."


    Dann blickt er etwas besorgt unter den Tisch, ob die Hektik des Kommen und Gehens seine beiden Welpen erschreckt hat, aber diese schlafen nach wir vor zu seinen Füßen.

    Freunde dürfen mich "Helme" nennen... :gemein:


    Every man who has something to say, is just a boy with nothing to lose. I am not the hero you want, just a boy with a BAD ATTITUDE. (frei nach M.)

  • "Oh, ich wollte nicht...", aber offenkundig ist er wirklich genau in dem Moment angekommen, als Xenofero geht. Sein Abschied folgt daher verzögert, offenbar hatte ihn der Aufbruch des anderen Magiers aus dem Konzept gebracht. Dann spricht ihn auch gleich eine der anwesenden Damen an. "Nur bei einer guten Geschichte, hmm?" Der Magier grinst Tela an...eine Geste, die er beinahe sofort wieder bereut und die sich zügig in eine Grimasse verzieht. "Hrmpf.", macht er erneut. "Verzeiht, ich habe mich nicht vorgestellt...Alejandro.", holt er höflich nach und verlagert sein Gewicht, so dass die rechte Hälfte nicht zu stark belastet ist. "Ähm, Wegelagerer. Ja, das könnte man so sagen. Aber wie sagt man? Ihr solltet erst mal den anderen sehen?" Die Stimme ist sarkastisch, dann jedoch scheint ihm aufzugehen, dass das Angebot Telas ernst gemeint war: "Oh, ähm...Ich will keine Umstände bereiten, Donna." Eine Pause. "Aber Danke." Eine weitere Pause: "Ich fürchte auch, dass es nicht einmal eine gute Geschichte ist. Offenkundig haben sich die Damen und Herren an mir gestört und ich wollte es eigentlich vermeiden...Ha, aber nun ja. Sie sollten sich bald von unserer Begegnung erholt haben. Und ich möchte betonen, dass ich persönlich keinen von Ihnen ange...Ähm, wie genau sind hier die Regularien bezüglich schädlicher Magie?" Er ist doch arg neben der Spur und sieht sich leicht irritiert in der Runde um.

    [Ich weiß nicht, wo die Taverne bei euch gerade steht. Bei Alejandro irgendwo weit im Norden, also ab Khunchom irgendwo...er ist auf Geschäftsreise. Aber das ist bei der Taverne ja alles sehr relativ.]

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • OT: wir haben uns bisher nicht auf einen Ort geeinigt, ja noch nicht mal drüber gesprochen. Wenn ich es richtig im Kopf habe, sollte aber irgendwo im Mittelreich für alle Beteiligten halbwegs passen, oder?


    "Stane Sewerski, Adeptus Maior aus Neersand, auf dem Weg nach Gerasim zum 2. Studium.", stellt er sich ebenfalls kurz vor. "Besteht etwa die Gefahr, das euch eure "Bekanntschaften" nach hier verfolgen? Ich weiß nicht, wie der gute Gorbas auf so etwas reagiert." stellt er mit einem Seitenblick auf den Wirt fest.

    "Nun, was eure rechtliche Frage angeht, so seid ihr bei mir genau richtig. Das ist sozusagen mein Steckenpferd. Solltet ihr in Notwehr gehandelt haben, so ist die Anwendung von Magie ein gebotenes Mittel der Selbstverteidigung. Allerdings ist dies nur theoretisch, da es rein praktisch meist auf die Beweislage ankommt. Und wenn die "Bekannten" geschlossen aussagen, ihr hättet angefangen, dann sieht es als allein reisender Fremdling schlecht für euch aus, will ich meinen. Vielleicht scheuen Sie sich jedoch, die Obrigkeit einzuschalten, dann zerläuft alles im Sande. Wo kein Kläger da kein Richter, wie man so sagt."


    OT: Bei Bedraf kann eine Probe auf Rechtskunde nachgeholt werden, hab keine werte zur Hand.

    Freunde dürfen mich "Helme" nennen... :gemein:


    Every man who has something to say, is just a boy with nothing to lose. I am not the hero you want, just a boy with a BAD ATTITUDE. (frei nach M.)