Aktualisiert: "Streit in der Taberna Obscura"

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    • Dies ist eine in Zusammenarbeit mit Sherenne (und Zwergenbrot) entstandene aktualisierte Form des Streites in der \"Taberna\" am Morgen des 1. Turniertages.


      Hier finden die Erignisse, die am Vorabend am Lagerfeuer kleinere Wellen schlugen, Eingang in das Denken der Beteiligten (was in der Form des Streites, der noch im Thread \"Taberna\" zu finden ist, nicht geschieht, da dieser Streit vor den Geschehnissen am Lagerfeuer gepostet wurde).


      Wer konkrete Fragen oder Stellungnahmen machen will, kann hier zur Not posten. Es werden hier keine IT-Gespräche geführt, und jeder OT- Kommentar, der nicht etwas explizit damit zu tun hat, wird sofort von mir gelöscht.


      Dies ist nur auf den Streit reduziert, alle anderen, nicht bezügliche Postings wurden herausgeschnitten.


      Es folgt die 1. Hälfte bis zum Zusammenbruch Veleas, der Rest wird bald folgen.

    • Delilah hält abermals inne, und als sie sich langsam zu dem Elf neben ihr umdreht, wirkt ihre Haltung nicht viel weniger widerwillig als zuvor. Sie mustert ihn abermals kurz, wobei der Blick aus ihren blauen Augen ruhig bleibt. \"Nein, an diesem Hahn liegt mir nichts. Ich finde es nur außerordentlich sonderbar, dass gewisse Leute eine magisch herrührende Verwandlung als weniger gravierend ansehen als einen einfachen Schreckzauber. Das ist alles.\" Sie hat dabei nicht gerade leise geredet, und auch wenn ihr Blick weiter den Elf vor ihr fixiert hat, scheint sie nicht nur zu ihm gesprochen zu haben.



      Als Delilah eintritt, verengen sich Messanas Augen kurz und sie blickt angewidert zu ihr hin, ehe ihre Aufmerksamkeit sich wieder auf die jungen Frauen richtet, von denen sie eine Antwort erwartet.
      Bevor sie diese bekommt, tritt eine junge rothaarige Frau an sie und Velea heran und fragt sie nach ihren Wünschen.
      \"Im Augenblick nur eine Aufklärung der Vorgänge hier, dann sehe ich weiter.\"
      Doch wieder wird ihre Aufmerksamkeit kurz abgezogen, als ein Elf, der gerade eintrat, nach dem Kaufpreis des Hahnes fragt. \"Nein\", antwortet sie bestimmt und wendet sich wieder an die jungen Adeptinnen. Diese erzählen kurz erbost, aber auch und von mehrmaligen kichern unterbrochen, in einigen Sätzen von Rodrick, seinem Verhalten und seiner Bedrohung ihrer Personen.
      Als die Adpetinnen enden, hört Messana Delilahs Worte über Verwandlungs- und Schreckzauber. Sie dreht sich zu ihr um, sieht Delilah an und antwortet kalt: \"Dieser ...Mann \", wieder spricht sie das Wort voller Verachtung aus, \"hat diese beiden Frauen bedroht. Mit der blanken Klinge. Das ist etwas anderes als nach einem Schreiber zu fragen. Und das nicht einmal Euch\", fügt sie hart hinzu.



      Die beiden Adeptinnen erzählen kurz die Geschichte von der Bedrohung durch den Degen von Rodrick und seiner Anschließenden Verwandlung als Strafe.
      Als Velea Delilahs Verärgerung hört, schaut sie kurz zu ihr herüber. \"Ihr wisst selbst das sich dieser Mann\", sie deutet auf den müden Gockel, \" hier keine Freunde gemacht hat. Weder gestern, noch heute. Der Novadi war ja noch höflich, aber dieser Klotz... eine kleine Abreibung bremst sicherlich seine ausfallenden, anmaßenden Komentare und seinen drang, andere ohne guten Grund zu bedrohen nur weil es ihm passt\", sagt sie kühl. \"Aber das hatten wir schon. Trotzdem bin ich mir sicher, ein paar vernünftige Ohrfeigen hätten auch gereicht.\"



      Delilah stiert zuerst Messana an, dann Velea, dann murmelt sie irgendetwas, das wohl niemand versteht, und widmet sich wieder ihrem Diarium, wobei ihre ganze Haltung sich verkrampft, und sie sichtlich nicht der Meinung der anderen hier ist. Sie sitzt so verkrampft da, dass sie fast zittert, rote Flecken kriechen langsam auf ihre Wangen, ihre Zähne sind fest zusammengebissen, und sie hält ihren Federkiel so fest, dass er fast bricht.



      Messana erwidert Delilahs Blick, schaut sie noch einige Herzschläge lang unumwunden an, als diese wieder in ihr Buch schreibt, und erst, als klar ist, daß Delilah wohl nichts erwidern wird, obwohl sie ihrer Körperhaltung nach anderer Meinung ist, wendet Messana, mit offener Verachtung in Blick und Haltung, sich von ihr ab und Velea zu: \"Dann ist wohl alles geklärt.\"



      Delilah legt ihren fast ruinierten Federkiel ab, atmet tief durch und blättert durch ihre Notizen, sichtlich um ihre Selbstbeherrschung bemüht.



      [Elf kommt an Delilahs Tisch, will sie, aber auch Velea und Messana einladen.]



      Mit einem nahezu angewiederten Gesichtsaudruck dreht sich Delilah abermals zu dem neben ihr sitzenden Elf um. \"Ich glaube, Ihr solltet Euch einen anderen Platz suchen, wenn Euch Eure Haut etwas wert ist.\" Ihr Blick bleibt längere Zeit auf dem Elfen ruhen, und wird zunehmends unangenehmer.



      Messana blickt auf, als sie die Stimme des Elfen hört. \"Danke, aber ich komme für meine eigenen Rechnungen selbst auf.\" Dann wirft sie Delilah einen warnenden Blick zu und sagt laut zu ihr: \"Ich sehe, die gestrigen Ereignisse waren tatsächlich nicht eindeutig genug. Hier im Zelt gibt es viele Zeugen - werdet Ihr diese Leute auch alle der Lüge bezichtigen, wenn sie über Euer Verhalten Zeugnis ablegen, und Euch hinter einem Mann verstecken und ihm nett tun, damit er für Euch sich die Ohren zuhält?\"



      Velea blickt den Elfen abschätzend an. \"Ich zahle auch lieber selbst\", sagt sie und blickt dann zu Delilah. Etwas verächtlich verzieht sie die Mundwinkel. \"Nichts gelernt, nichts!\", sagt sie geringschätzig.

       
      Anscheinend die Blicke der beiden Frauen spürend, wendet Delilah ihren Kopf, und sieht zuerst Velea, dann Messana an. Als sie den warnenden Blick Messanas sieht und ihre Worte vernimmt, spannen sich ihre Kiefermuskel sichtlich an, aber bei Veleas Worten steht die blonde Magierin mit einem Ruck auf. Ohne Umschweife tritt sie an Messana heran und starrt auf die Kriegerin herunter. \"Sagt, was ihr nun auszusetzen habt!\" Delilahs Hände sind, während sie redet, in den Stoff ihrer Robe verkrampft.



      Als Delilah sich vor ihr aufbaut, steht auch Messana auf und starrt zurück. \"Eure Zügellosigkeit und Unangemessenheit in der Wahl Eurer Waffen ist mir bekannt, und ich möchte nicht, daß jenem Elfen aus einem ähnlich nichtigem Anlaß etwas passiert wie dem Novadi. Ihr seid eine Gefahr für Eure Mitmenschen. Und um Euch herauszureden, bezichtigt Ihr andere der Lüge\", sagt sie kalt.
       
       
      Ein nicht gerade angenehmes Lächeln umspielt die Mundwinkel der blonden Magierin, als sie Messanas Blick erwidert. \"Ich fühle mich nicht getadelt. Jemand wie Ihr seid es nicht wert, mich zu tadeln. Ihr beide wart die einzigen, die mich bis jetzt der Lüge bezichtigt haben, aber anscheinend ist das euer erstes, und wohl einziges, Argument, das ihr immer gegen mich in einen Wortwechsel einbringt. Und ich bin nur für die eine Gefahr, für die ich eine Gefahr sein muss.\" Delilahs Lächeln wird breiter, und neue Selbstsicherheit spiegelt sich in ihrer Körperhaltung nieder. \"Außerdem urteilt ihr über Dinge, bei deren Vorkommnis Ihr nicht dabei wart, und Ihr sagt mir Sachen nach, die ich nicht tue, ...\" Sie zeigt kurz auf die beiden Adeptas, die immer noch mit ihrem Hahn beschäftigt sind, \"... wenngleich Ihr selbiges Verhalten bei anderen nicht nur duldet, sondern auch Gut heißt. Ich glaube, wir sind uns ähnlicher, als es auf den ersten Blick scheinen mag.\"



      \"Ihr tut es schon wieder\", erwidert Messana, \"Ihr habt uns der Lüge bezichtigt. Wir haben Eure offensichtlichen Lügen und Schönredereien lediglich aufgedeckt.\"



      \"Was heißt da, ich hätte Euch der Lüge bezichtigt?! Das einzige, was ich jemals sagte, war, dass gewisse Dinge nun einmal nicht so sind, wie ihr es sagtet!\"



      Messana erwidert: \"Ihr sagtet gestern Abend zu Eurem Gespielen, Velea und ich würden lügen, was unsere Worte über Eure Tat anginge - ganz eindeutig sagtet Ihr das, und dafür gibt es Zeugen! Und natürlich reagierten weder Ihr noch er, der unbedingt Eure Ehre\" - sie spuckt das Wort fast aus, \"verteidigen wollte und schließlich beschämt in der Dunkelheit verschwand!\" Wütend funkelt Messana Delilah an. \"Ihr habt mir unterstellt, ich würde Euch tadeln, ich habe das niemals gesagt. Oder angedeutet. Ihr habt selbst mit eigenen Worten Eure nicht vorhandene Ehre eingestanden! Und ich habe Euch bereits vorhin geantwortet, daß dieser niederträchtige Kerl eine hier Anwesende mit der gezogenen Klinge bedroht hat. Das ist etwas völlig anderes, als daß jemand, der neben Euch steht, nach einem Schreiber gefragt wird. Oder beinhaltet das für Euch eine ernste Bedrohung Eures Lebens, ebenso wie die Anwesenheit noch anderer Wesen in diesem Zelt? Und unterstellt mir nicht, ich sei Euch ähnlich!\"



      Das Unheil naht und Velea steht auf und stellt sich zwischen die beiden Frauen. Wohlweißlich, daß diese zwar über sie hinweg sehen werden, erhofft sie dennoch einen positiven Effekt. Sie schaut zu Messana auf. \"Lass uns gehen\", sagt sie energisch, \"das hat keinen Sinn. Sie hat es gestern nicht begriffen, warum dann heute?\", fügt sie hinzu.



      Delilah lächelt nur breit, Messanas Wutausbruch gespielt gelassen entgegennehmend. \"Natürlich seid Ihr mir ähnlich, Ihr seht genauso wie ich nur das, was Ihr sehen wollt, und ignoriert den Rest.\" Auch wenn sie von der Körpergröße her kleiner als Messana ist, scheint die blonde Magierin geradezu auf sie herabzugrinsen. \"Und ich kann mir nicht vorstellen, dass hier irgendjemand ernsthaft jemanden bedroht hat, schon gar nicht mit Waffen. Warum sollte jemand so töricht sein?\" Ohne auf eine Antwort zu warten, redet Delilah weiter, wobei ihr Tonfall etwas an Verspieltheit verliert. \"Und die Aussage, dass ich keine Ehre habe, kann ich nur damit beantworten: jemand meiner Gilde kann es sich nicht leisten, nach Euren Ehrenmaßstäben zu leben, und jemand meines Standes noch viel weniger. Aber es ist nicht so, dass es für mich keine Regeln gebe, oder Dinge, die ich zu vermeiden versuche. Ich bin nur einfach anders als Ihr es seid, in gewisser Hinsicht. Aber außerordentlich verschieden sind wir nicht. Außer natürlich, dass mich Eure sogenannte Ehre wirklich einen feuchten Kehricht kümmert. Und bitte, beleidigt mich nicht damit, mit kaum bekannte Männer mithineinzuziehen, wie als wenn mich deren Verhalten kümmern würde.\"



      Messana starrt noch einige Herzschläge lang wütend und feindselig Delilah an. Dann blickt sie auf Velea hinunter. Sie macht eine heftige Bewegung, als wolle sie sie zur Seite schieben, bricht dies aber ab.
      \"Das kam einer Beleidigung mehr als nah\", sagt sie grimmig. Sie ballt unwillkürlich einmal kurz die Fäuste. \"Dafür, daß Ihr Euch nun von im distanziert, habt Ihr Euch gestern aber noch sehr um ihn bemüht mit Euren Worten und Blicken. Ihr habt Euch feige hinter ihm versteckt!\" sagt sie zu Delilah. \"Daß Ihr Euch einen feuchten Kehrricht um Ehre schert, dürfte mittlerweile hier am Platze gut bekannt sein. Und wenn sie einfach so den Elfen oder den Mann hinter der Theke verzaubert, weil ihr seine Stimme oder jenes Gesicht nicht gefällt?\" wendet sie sich dann an Velea.



      \"Das ganze Zelt ist voller Magier. Der Mensch hinter dem Thresen auch. Auch die zwei Frauen da\", Velea deutet auf die Adeptinnen. \"Die Leute hier können auf sich selbst aufpassen\", sagt sie ernst. Dann blickt sie sich kurz über die Schulter zu Delilah um. \"Glaubt Ihr, die Adeptinnen haben sich das ausgedacht? Ich glaube das nicht.\" Dann schaut sie wieder zu Messana.
       
       
      Mit leicht verzogenem Geischt mustert Delilah Messana eindringlich. \"Ihr maßt euch an, mir zu sagen, wie ich einen Mann behandeln soll? Ich denke doch, dass das nun wirklich alleinig meine Sache ist.\"
       
       
      \"Ihr unterstellt nun mir Worte, die ich niemals gesagt habe!\" erwidert Messana erbost. \"Wie ich bereits gestern sagte - ich würde mich selbst niemals so sehr beschmutzen und erniedrigen! Ich sage nur, wie Ihr Euch gestern verhalten habt!\"



      \"Ihr habt gerade eben behauptet ...\" Delilah bricht ab und für einige Momente scheint sie mit sich selbst zu hadern. Dann atmet sie abermals tief durch, schließt kurz die Augen, und zwingt sich dann zu einer Art Gelassenheit zurück. \"Ich habe auch nicht gesagt, dass Ihr Euch so verhalten hättet, oder irgendetwas an Eurem Verhalten bemängelt. Ihr jedoch an meinem schon. Aber ich schätze, da spricht wohl mehr der Zorn aus euch als der Verstand. Wie sollte es auch anders sein?\"



      \"Das sagt Ihr? Ihr habt Angst, das ist alles! Ihr lügt, um Eure Haut zu retten, bezichtigt andere der Lüge, versteckt Euch hinter Männern, die Ihr am nächsten Tag herabsetzt\", Messana spricht verächtlich, wenn auch dies der Handlung an sich gilt und weniger dem Aspekt Mann, \"und verdreht Worte und Tatsachen nach Eurem Belieben! Einzig, damit Ihr Euch nicht den Konsequenzen Eurer Handlungen stellen braucht!\"



      \"Ja, und?\" Delilah wirkt nicht nur uneinsichtig, sie ist es auch.



      \"Das ist Feigheit. Was ich Euch bereits gestern unterstellte. Allein die Tatsache, daß Ihr Euch nicht rechtfertigt, beweist schon alles: daß Ihr feige seid, nicht zu Euren Handlungen steht, Euch hinter anderen versteckt, alles tut, um mit heiler Haut herauszukommen, und sei es, sich anzubiedern, schön zu tun, zu lügen, andere der Lüge zu bezichtigen. Einzig der Punkt, daß hier auf dem Turnierplatz viele ... nun ja, halbwegs bis völlig rechtschaffene Leute sind, ist vermutlich der Grund dafür, daß Euch noch nicht ähnliches geschehen ist, was Ihr ohne nachzudenken anderen antut.\"



      Delilah bleibt bei Messanas Worten recht unbeeindruckt. \"Warum sollte ich euch gegenüber Rechenschaft leisten? Ihr hört mir ja doch nicht zu, beziehungsweise hört nur das in meinen Worten, was Ihr hören wollt. Genau wie gestern Abend auch schon. Wenn ich Euch etwas bezichtige, dann nicht der Lüge, sondern der Intoleranz, aber ihr werdet mir auch diese Worte im Munde herumdrehen, und euch wieder im Recht vorkommen, dies zu tun. Würde ein anderer das mit Euch tun, wärt Ihr empört, mir lasst Ihr das nicht gelten. Genauso wie ich mich nicht verteidigen darf, die Adeptas allerdings einige viel schlimmere Sprüche als die meinigen mit eurer Zustimmung anwenden dürfen. Zumindest was die harmlosen Dinge angeht.\" Sie grinst einen Moment hämisch, reißt sich dann allerdings wieder zusammen, und versucht, neutral dreinzusehen.
       
       
      \"Wenn ich hier gewesen wäre, wär kein Zauberspruch von Nöten gewesen,\" erwidert Messana kalt. \"Er hat mit der gezogenen Waffe die Frauen bedroht. Ihr habt den Novadi nicht bedroht, sondern sofort zugeschlagen, statt mit einer Klinge, mit einem hinterhältigen Zauber. Auch jetzt tut Ihr, das was Ihr scheinbar immer tut: wenn rechtfertigen, schönreden und lügen nicht hilft, dann klagt Ihr andere an, Euch nicht zu verstehen, bzw. falsch zu verstehen. Ihr seid elendig!\"



      Delilah blickt vielsagend auf Messanas nun nicht mehr geballte Fäuste herunter. \"Was wollt ihr jetzt machen, mich etwa schlagen? Mich vollkommen wehrloses Geschöpf, nur weil ich euch meine Variante der Wahrheit gesagt habe? Ihr würdet damit nur noch verdeutlichen, wie Recht ich habe. Und ob ich in euren Augen elednig bin oder nicht, ist mir gleichgültig.\" Damit streckt sie die Arme einladend zur Seite. \"Nur zu, ich werde mich wohl kaum wehren.\"



      \"Ich schlage niemanden aus solch nichtigem Anlaß, auch wenn Ihr bewiesenermaßen ganz bestimmt nicht wehrlos seid. Und schon gar nicht harmlos.\" Messana mißt Delilah in ihrer übertriebenen Pose verächtlich. \"Ich wünschte, ich sähe nur ehrenhafte Frauen, und müßte nicht aufs Neue jeden Praioslauf unehrenhaftes Verhalten wahrnehmen. Ich glaube nicht, daß die Adeptinnen gelogen haben. Und Velea genausowenig, als sie mir von Eurem Verhalten berichtete. Wie kann eine Frau von Stand sagen, daß sie sich Ehre nicht leisten kann? Ehre hat nichts mit Stand oder Herkunft zu tun, sondern nur mit innerer Disziplin und eigenem Verantwortungsgefühl. Und ich würde niemals meinen Säbel ziehen und auf jemanden einschlagen, der Velea nach einem Schreiber fragt. Und ich stoße auch keine Drohungen gegen jemanden aus, der einfach nur redet! Ich sehe keine Ähnlichkeiten zwischen uns! \'Variante der Wahrheit! Pah! Es ist entweder die Wahrheit oder Lüge. \" Messana wendet sich Velea zu. \"Das ist wohl wahr, das können sie offensichtlich. Vielleicht hast du recht. Es gibt einfach Menschen und Zwerge, die völlig uneinsichtig sind, und bei denen Worte und auch Taten vergebens sind. Und hier wir ja wohl für Ordnung gesorgt.\"
      Sie wirft Delilah noch einen finsteren und zornigen Blick zu, dann wendet sie sich ab und marschiert mit großen Schritten gen Ausgang.



      \"Ihr macht es Euch also wieder einfach und rennt davon?\" Delilahs süffisante Stimme folgt Messana auf ihrem Weg zum Ausgang. Ein durch und durch selbstzufriedenes Lächeln hat sich auf ihren Zügen gebildet. \"Macht es Euch leicht, nennt mich eine Ignorantin, und tut so, als würdet Ihr meine Worte nicht hören. Aber Ihr wisst selbst, dass ein Teil dessen, was ich gesagt habe, wahr ist.\"



      Velea dreht sich zu Delilah herum und wirft ihr einen missblilligenden Blick zu. \"Es ist furchtbar. Jedesmal wenn ihr euch trefft, fangt ihr an zu streiten. Müsst ihr euch jetzt auch noch bekriegen? Was glaubt Ihr damit zu erreichen ausser einer gebrochenen Nase und mehr blauen Flecken, als einem normalen Köper gut tut?\", fragt Velea. \"Was bringt Euch das? Wozu? Muss ich mir jetzt ansehen wie Messana Euch ins Gesicht schlägt und Ihr ihr dann einen Horriphobus aufbrennt? Ist das Problem dann gelöst? Was habt Ihr damit bewiesen? Das Ihr recht hattet? Gilt hier Anarchie? Ist Streit hier der einzige Lebenszweck? Manchmal habe ich das Gefühl, das Ihr absichtlich jedes Wort aus einem anderen Mund zu Euren Ungunsten auslegt. Warum? Wollt Ihr der Welt damit etwas beweisen?\", fragt Velea kühl und ruhig und schaut Delilah wartend an.



      Als sie Delilahs Worte hört, dreht Messana auf der Stelle und kommt zurück.
      \"Ich könnte Euch schlagen. Vermutlich sogar mit Eurer eigenen Waffe\", sie nickt mit dem Kinn in Richtung Delilahs Stab, \"aber\", sie lächelt kalt auf Delilah hinunter, \"ich werde einen Vielgehörnten tun, denn genau das wollt Ihr. Doch vor allen Dingen: das wäre unehrenhaft. Aber, beim Blute Kors, ich werde handgreiflich, sollte in meiner Gegenwart etwas ähnliches passieren wie gestern mit dem Novadi!\"
      Damit wendet sie sich mit einem letzten kalten Blick erneut um und will wieder Richtung Ausgang gehen.



      Die blonde Magierin sieht einige Momente lang die Elfe vor sich ruhig an, während ihr Grinsen langsam verschwindet. Zurück bleibt ein undeutbarer Ausdruck, der jedoch von leichtem Zorn durchsetzt ist. \"Soll ich es einfach auf mir sitzen lassen, dass sie mich warnend anstiert, nur weil ich einen absolut unbeliebten Sitznachbarn darüber aufkläre, dass seine Anwesenheit weder gewünscht noch geduldet ist? Und wäre ich wirklich so wankelmütig, wie ihr mich hinstellt, hätte ich wohl schon längst zu anderen Waffen als Worten gegriffen. Aber anscheinend liegt es Euch auch nur daran, Fehler der anderen andauernd aufzuzeigen, und die Eurer Freundin andauernd zu entschuldigen. Ich an Eurer Stelle würde es auch so tun, wie wahrscheinlich jeder, der ein gewisses Maß an Freundschaft oder Loyalität zu einem anderen in sich trägt, ich kann Euch verstehen. Ich weiß nur nicht, warum ausgerechnet ich der Grund allen Übels sein soll - würde es etwas ändern wenn ich ähnlich wie Ihr in Tränen zerfließen würde nur weil ich einen Fehler begangen habe, den ich versucht habe, wiedergutzumachen?\" Den letzten Satz fügt Delilah mit einem äußerst süffisanten Grinsen hinzu.
      Dann wendet sie sich der zurückgekehrten Messana zu. \"Was wollt Ihr tun? Mich etwa windelweich schlagen, nur weil ich einmal außerhalb Eurer Ehrenkodex-Linien trete? Wir alle machen Fehler, und das einen nach dem anderen. Aber ist es in Eurer Auffassung auch ehrenhaft, sich gegen jemanden zu stellen, gegen den aufgrund von Gerüchten und Halbwahrheiten viele stehen, nur weil sie anderen mehr Glauben schenken?\"



      Messana, bereits halb umgedreht, wendet sich wieder Delilah zu. \"Ich rede nicht von meinem Ehrenkodex, sondern davon, daß Ihr Eure Magie dazu nutztet, jemanden zu verzaubern, der Euch weder angriff noch bedrohte. Ich kenne keine Gerüchte über Euch. Ich kenne auch niemanden außer mir und Velea, der gegen Euch Stellung bezieht. Ich weiß nur, was ich aus Eurem eigenen Mund von Euch über Euch vernehme, und was Velea mir erzählte. Was ich gestern Abend selbst sah und hörte ebenfalls. Und nichts ließ mich bisher auch nur vermuten, daß dieses Wissen nicht richtig sein könne. Wieder gutmachen - wie soll ein Brief zu schreiben eine Wiedergutmachung für die Scham und Erniedrigung des Novadis sein?! Ich bin gegen Euch aufgrund Eurer eigenen Worte und Handlungen, sowohl gestern Abend als auch jetzt und hier!\" Immer noch blickt Messana Delilah feindelig an und sie spricht in hartem Tonfall.



      \"Wenn Ihr Euren Sitznachbarn nur aufgeklärt hättet, statt ihn direkt zu bedrohen, dann hättet Ihr, frei von Schuld, Euch den Schuh nicht anziehen brauchen\", sagt Velea. \"Und ich entschuldige nicht nur Messanas Fehler, ich habe auch Eure vor ihr entschuldigt. Natürlich zeige ich Fehler auf, ich hoffe daß Ihr Euch dann endlich beruhigt, oder die eigenen Fehler erkennt. Ich weiß, daß man seine eigenen Fehltritte gern übersieht. Aber Ihr geht entschieden zu weit! Allein Euch anzusehen schein Euch schon zu provozieren. Hört auf damit! Begreift, daß es so nicht gehen kann. Das Maß ist voll, erkennt das. Ich will es nicht erleben, das ihr euch hier noch den Schädel einschlagt, nur weil irgendwer irgendwen einen Blick zu geworfen hat. Und Ihr findet es witzig, daß ich geweint habe, dabei seid Ihr doch diejenige gewesen, die gestern Abend vor angeblicher Reue fast zerflossen ist?!\", sagt Velea gereizt.



      Delilahs Augen verengen sich wieder, und der Blick, den sie Velea zuwirft, ist nach wie vor nicht freundlich. \"Was würde es ändern, würde ich zugestehen, dass meine Reaktion gestern etwas übertrieben war? Es hat ja am Abend schon nichts genützt. Und ja, es amüsiert mich doch etwas, jemanden wie einen Schlosshund heulen zu sehen, der nachher wie eine Furie in die Luft geht, wie um zu zeigen, dass sie nicht nur in Tränen zerfließen kann. Aber ich habe es nicht nötig, mich, egal wo ich auch hingehe, egal was ich auch tue, maßregeln zu lassen. Gestern abend habt Ihr beide Rodrik kaum gütiger behandelt als ich diesen Elf hier, und doch bin ich jetzt die, die verwerflich gehandelt hat.\"



      Velea zieht eine verärgerte Miene.\"Ich finde nur, daß Ihr alles viel zu persönlich nehmt. Damit seid Ihr gewiss nicht allein auf Dere. Und falls Ihr Euch erinnert, Messana hat Rodrick zum Duell gefordert, aber dann kamen diese Rahjageweihten dazwischen. Im Gegensatz zu Euch haben wir nicht \'verschwindet wenn Euch Eure Haut lieb ist\' gesagt. Und ich kann, im Gegensatz zu Euch, wenigstens noch anders. Ihr könnt ja nur umher gehen und Leute anpöbeln wie ein dummer Bauer. Glaubt ja nicht, daß ich den Trümmerhaufen, der sich Euer tolles Leben nennt, übersehe. Dafür ist er zu groß und offensichtlich. Aber ihr könnt mir gern ausschlüsseln, warum Ihr Faizal verzaubert habt\", sagt Velea noch immer gereizt.



      \"Ihr habt dieses Maßregeln aber sehr nötig. Wenn Ihr bei Eurer Disziplin verlieren werdet, werdet Ihr dann auch die Punktrichterinnen verzaubern?\" fügt Messana gerreizt hinzu. \"Wenn Euch das nächste Mal jemand einlädt, werdet Ihr sie auch verzaubern? Wenn Euch ein Gesicht nicht gefällt, wedet Ihr die Person auch verzaubern? Wenn ich gestern nicht rechtzeitig erschienen wäre - wären die Jungen auch schreiend davon gelaufen? Wenn ein Novadi, der eine Gesprächspartnerin von Euch nach einem Schreiber fragt, eine Gefahr für Euch ist, wer wird dann nicht Opfer Eures Vehaltens, da Ihr selber zugebt, Ihr macht so etwas bei Gefahr? Rodrick Fredrickson hat sich offen zu seiner Unehrenhaftigkeit bekannt, wie Ihr. Ich habe ihm gesagt, was ich davon und von ihm halte, genau wie bei Euch gestern auf der Wiese und bei den Zelten und habe Abstand zwischem ihm und mir geschaffen, da ich nichts weiter mit ihm zu tun haben wollte. Dann hat er meine Worte verdreht und mich beleidigt, und ich habe ihn dafür gefordert. Ich habe ihn nicht bedroht, und schon gar nicht dafür, daß er einfach nur redete! Er trägt eine Waffe, von der er behauptet, daß er mit ihr umgehen kann. Ihr habt dem Novadi einen Brief geschrieben - doch Ihr habt ihm nicht gesagt, daß Ihr es wart, der ihn verzauberte. Obwohl ich indirekt mehrmals dazu aufforderte! Erst als es gestern keinen anderen Ausweg für Euch gab, weil Euer Gespiele anstalten machte, sich von Euch abzuwenden, habt Ihr erst uns der Lüge bezichtigt und dann verschönredet. Ihr seid es, die sich nicht um nähere Hintergründe kümmert!\" Noch immer steht Messana dicht vor Delilah und starrt sie an.
       
       
      \"Ich werde aufgrund solch lächerlicher Dinge wie einem Wettbewerb sicher niemanden verzaubern - wofür haltet ihr mich eigentlich? Und er hat mich nicht eingeladen, er hat meine Privatsphäre mehrmals auf das schlimmste missachtet - wäre ich so unberechenbar, wie Ihr mir vorwerft, wäret Ihr alle wohl nicht mehr hier. Und die Jungen hätten eine ordentliche Tracht Prügel meines Erachtens schon gebraucht. Ich will nicht wissen, was Ihr mit ihnen gemacht hättet, wärt Ihr an meiner Stelle gewesen - sie wahrscheinlich mit weittragenden Reden über Ehre und Lügen zu Tode gelangweilt!\" Delilah lacht kurz, dann wird sie wieder ernst.
      \"Ihr messt Korax etwas zuviel Bedeutung zu. Ich habe nichts gesagt, nur um ihn sanft zu stimmen, da hätte ich wohl andere Register ziehen müssen. Ich habe mich wegen Eurer falschen Denunziation vor diesem wilden Mob retten müssen, deshalb habe ich das gesagt, was Ihr gehört habt, aus keinem anderen Grund. Und wenn ich mir euch beide so ansehe, ist mein Leben vollkommen heil im Vergleich zu den eurigen!\"
      Wieder einmal atmet sie tief durch, wie um ihre Fassung zu bewahren.
      \"Und Ihr erwartet wirklich, dass alle das tun, was Ihr von ihnen verlangt? Und ich habe nie offen bekannt, unehrenhaft zu sein, ich habe Euch nur gefragt, ob ihr wirklich glaubt, dass ich einem Ehrenkodex folge, aber Ihr seid meines Wissens nach antwortlos davongerannt.\" Delilahs Tonfall ist wieder von einem ungläubig-verschmitzten Unterton befallen.
      Damit wendet sie sich ohne Umschweife an Velea, wobei die Fröhlichkeit aus ihrem Tonfall verschwindet. \"Anscheinend reicht Euch keine verschlüsselte Antwort, also will ich Euch eine nicht subtile geben. Ihr habt mich gereizt, der Novadi kam zur falschen Zeit, und dieser komisch gekleidete unhöfliche Fremde tat auch noch das seine dazu. Aber anstatt Faizal zu helfen, ward ihr anderen beiden nur zu schnell, auf mich loszugehen, beziehungsweise das Weite zu suchen, ohne Motive und Hintergründ zu hinterfragen. Ich habe dann den Shadif des Novadi zu ihm gebracht, ihm seinen Brief geschrieben, und ihm, glaube ich, damit einen Gefallen getan, der die wenigen Minuten des Schrecks etwas zu kompensieren weiß. Und glaubt mir, ich habe Jahre meines Lebens damit verbracht, in Al\'Anfa den Horriphobus zu studieren, ich bin selbst oft genug unter seiner Wirkung gestanden, und er gehört meines Erachtens zu den harmlosesten Zaubern, die es gibt. Ein Ignifaxius allein richtet mehr Schaden an; aber ich gebe es gerne zu, ich habe vorschnell, überreizt und durchwegs falsch gehandelt, es wäre sicher auch ohne Magie zu lösen gewesen - aber es ist nun einmal nicht meine Art, auf etwas zu verzichten, was ein Teil von mir ist. Aber wie ich Euch kenne, werdet Ihr jetzt sicher einen logischen Grund finden, jegliche Mitschuld von Euch zu weisen, und mir noch verworrenere Hintergedanken anzudichten. Ihr habt ja auch gestern Abend nur darauf geachtet, dass Eurer vereletzten Ansicht von Ehre genug getan wurde, Ihr habt Euch nicht weiter um Faizals Ansichten gekümmert. Würde euch wirklich so viel an ihm liegen, hättet ihr nach Eurem \"Prozess\" versucht, zumindest mit ihm zu reden. Aber eine Hexenjagd war ja das einzige, was Ihr wolltet, nicht Eure falsche Gerechtigkeit.\"



      \"Was ich von Euch halte, habe ich mehr als einmal gesagt und deutlich gemacht. Selbstverständlich haben diese Jungen eine Abreibung verdient - eine angemessene. Weder daß ihnen die Augen ausgestochen werden, noch daß Ihr Ihnen einen Zauber auf den Pelz brennt.\" Messana atmet einmal tief ein. \"Falsche Denunziation? Ihr habt uns der Lüge bezichtigt, und nicht etwa umgekehrt. Wir haben nur Fakten und Wahrheit genannt. Und ich habe keine Ahnung, wo Ihr einen \'wilden Mob\' gesehen habt. Von Eurem Hohn, Euren Beschuldigungen anderer, Euren Lügen und Worteverdrehungen ging es recht ruhig zu!
      Wenn Ihr wütend auf Velea wart, warum habt Ihr dann nicht sie verzaubert anstatt jemanden, der damit gar nichts zu tun hat? Aber auch dann ist es keine \'Lösung\', einen Schreckenszauber zu wirken. Und Mißbrauch obendrein. Habt Ihr den Novadi gefragt, ob es einen Schrecken wettmacht, einen Brief zu schreiben? Nein, das habt Ihr nämlich nicht gewagt, wie Ihr selber zugeben mußtet! Euer Gespiele ist ihm nachgegangen, und er kam nicht zurück. Dem Novadi war anzusehen, was er von Euch und Eurer Handlung hielt. Seit Ihr ihm etwa nachgegangen? Nein. Aber uns werft Ihr es nun vor! Wenn ich in jenem Moment dabei gewesen wäre, was ich nicht war, auch wenn Ihr gerade das Gegenteil behauptet, dann hätte ich eingegriffen! Und zu fragen: \'Wie kommt Ihr darauf, daß ich Ehre habe?\' heißt zuzugeben, keine Ehre zu haben! Ich habe leider nicht die Macht, anderen zu befehlen, etwas unehrenhaftes zu unterlassen, und deswegen bin ich weggegangen, nicht weggerannt - und das ganz bestimmt nicht wortlos!\" Wütend blitzt Messana Delilah an. Ihre Stimme hat sie in ihrer Erregung zusehends etwas erhoben.



      \"Also war es doch meine Schuld, warum hab Ihr es dann Bestritten? \" wirft Velea ein. \"Er musste herhalten, damit Ihr Dampf ablassen konntet, das hättet Ihr bei mir tun sollen. Mehr Hintergrund ist da doch nicht. Macht frau das so in Al\'Anfa? Oh! Er hat mich angesehn, brennt dem dahinter dafür die Augen aus, oder wie? Da können wir ja nur von Glück sagen das ihr nicht \"Eigene Ängste quälen Dich\" studiert habt, sonst würde hier vermutlich wegen Eurer Überreaktionen und Launen nur lallende Idioten herumlaufen. Egal wie sehr Ihr das später bedauert, oder auch nicht. Und erzählt mir nicht, das Ihr das gut einschätzen könntet, soviel Zeit darüber nachzudenken gebt Ihr Euch doch nicht, vielleicht ist der Herr Novadi ein labiler Mensch, hat das nicht so leicht verkraftet und grämt sich jetzt jede Nacht mit Alpträumen. Habt Ihr Euch nach seiner Nachtruhe erkundigt? Ich habe ja versucht, Euch zu verstehen, aber jedesmal, wenn Ihr etwas über Euch preis gebt, rastet Ihr völlig aus. Das andere nicht noch dafür büßen müssen, daß sie Euch bemerken, ist ja schon bald bewundernswert\", sagt Velea mittlerweile recht ungehalten,\"aber deren Stimme vorallem bei dem \"Eigne Ängste\" deutlich ins Wanken gerät.



      Messana momentan ignorierend, bleibt Delilahs Blick weiter auf Velea gerichtet. \"Ihr wisst also genau, welche Zauber mein Repertoir umfasst? Und wie man in einer schwarzen Akademie solche Dinge handhabt?\" Dabei klingt die blonde Magierin wieder belustigt, wenn auch eine gewisse Schärfe mitschwingt. \"Glaubt mir, ein lächerlicher Horriphobus war wirklich das mindeste, was ich tun hätte können - aber jetzt da Ihr es ansprecht, sollte ich vielleicht die etwas weniger gängigen Sprüche Euch angedeihen lassen?\" Einen Moment lang starrt Delilah der Elfe weiter in die Augen, dann bildet sich ein unweigerliches Grinsen auf ihrem Gesicht, und sie beginnt zu lachen. \"Seht mich nicht so verrückt an, ich scherze doch nur. Es ist an sich nicht meine Art, meine Energie durch solche Lapalien zu verschwenden, und auch nicht meine Absicht, alles rund um mich herum in Angst und Schrecken zu versetzen. Ihr nehmt nur alles viel zu ernst, vorallem mich und meine Art, mich auszudrücken.\"
      Ihr Grinsen verschwindet auch nicht, als sie sich Messana zuwendet. \"Ihr solltet endlich aufhören, Korax als meinen Gespielen zu bezeichnen - mehr als belangloses Reden war nicht zwischen uns.\" Delilah grinst einen Moment, doch ihre Miene verfinstert sich augenblicklich wieder. \"Um Eure erste Frage zu beantworten, es ist immer einfacher, Nichtmagier zu verzaubern als Meinesgleichen, und auch wenn Ihr mir solches absprecht, mein Ehrenkodex gebietet mir, Magier nur dann anzugreifen, wenn dies von Nöten ist. Und dieser Novadi hat mich bis aufs Blut gereizt, ob Ihr dies nun anerkennen wollt oder nicht. Ich hatte meine Gründe für mein handeln. Und ihr solltet euch dringend einmal den Begriff \"Ironie\" erklären lassen.\" Bei ihren letzten Worten kann Delilah kaum ein weiteres Lachen unterdrücken.



      Als Delilah die Möglichkeit einräumt, den Borbaradianerspruch zu beherrschen, tritt Panik in Veleas Augen und ihr Blick ist starr auf Delilah gerichtet. Sie macht dabei einen Schritt zurück und stößt an den Tisch hinter ihr. \"Magie ist keine Lapalie, erst recht keine Beherrschung\", bringt sie mit heiserer und leicht panischer Stimme hervor. Das Tradis die Getränke bringt scheint sie nicht zu bemerken. Veleas Augen werden ein wenig glasig.



      [Tradis, die z.Z. als Kellnerin in der Taberna arbeitet, versucht den Streit zu schlichten.]



      Die junge Bedienung vollkommen ignorierend, hält Messana weiterhin Blickkontakt. \"Solltet Ihr auch nur eine Gestik machen oder anfangen zu murmeln oder zu rufen, was mich glauben läßt, Ihr würdet gerade einen Zauber auf mich wirken, werde ich nicht zögern, Euch meine Faust ins Gesicht zu rammen!\" sagt sie drohend zu Delilah. \"Er war Euer Gespiele, Euer beider Verhalten am Feuer war recht eindeutig, und die Aussage der Jungen noch viel eindeutiger.\" Sie verzieht angeekelt den Mund. \"Ob Ihr ihn als Gespielen betrachtet oder nicht, ist mir ganz gleich, denn so oder so ist das, was Ihr da abgeliefert habt, weit unter meiner Würde und sollte unter der Würde einer jeden Frau sein. Ihr geht also immer den einfachen Weg, statt den richtigen, und schlagt irgendwen, statt die betreffende Person! Ihr habt selbst zugegeben, daß der Novadi gar nicht das eigentliche Ziel war, und Ihr Euch nicht trautet, Euch an Velea zu vergreifen, da auch sie Magierin ist! Euer Ehrenkodex verbietet es Euch, andere Magier anzugreifen? Wohl eher Feigheit, weil diese auf die gleiche Art und Weise zurückschlagen können! Und wenn Ihr bis aufs Blut zu reizen seid, wenn eine neben Euch stehende Person nach einem Schreiber gefragt wird, dann frage ich mich tatsächlich, warum dieser gesamte Turnierplatz noch nicht in Schutt und Asche aufgegangen ist!\" Sie will offensichtlich noch mehr sagen, doch dann stößt Velea klappernd gegen den Tisch und in der Elfe Stimme klingt Panik mit. \"Velea, was ist passiert?\"



      Velea nimmt ihren Blick nicht von Delilah, als sie immer noch leicht panisch, aber zunehmend ruhiger werdend, antwortet: \"Ich- Nichts. Alles in Ordnung. Erinnerungen. Nicht weiter wichtig.\"



      Während Messana redet, muss sich Delilah mehrmals auf die Zunge beißen, um der anderen Frau nicht gleich das Wort abzuschneiden, doch als Messana um Velea Willen plötzlich abbricht, muss Delilah die Stirn runzeln. Für einige Momente scheint sie nicht zu verstehen was geschieht, doch dann scheint ihr mit einem Mal klar zu werden, was vor sich geht. Eine Art furchtsamer Unglaube beginnt sich auf ihrem Gesicht abzuzeichnen.
      \"Bei den Zwölfen, was glaubt Ihr eigentlich, was ich bin?\"
      Nun schleicht sich eindeutige Wut auf Delilahs Züge, und alle vorangegangene Fröhlichkeit ist mit einem Mal verschwunden. \"Ich komme aus Al\'Anfa, nicht aus Brabak! Wenn Ihr es schon so genau wissen wollt, ist der Horriphobus das mit Abstand Schlimmste, was ich kann, und was kein konventioneller Kampfzauber ist! Und nicht einmal den kann ich sonderlich gut, es war reine Glückssache, und beinahe schon eine Unmöglichkeit, dass ich es überhaupt geschafft habe, den Novadi zu verzaubern! Ich war mindestens genauso geschockt wie er, als er auf einmal kehrt gemacht hat und davongerannt ist. Ich bin zwar überzeugte Vertreterin der Richtung der linken Hand, aber für mich heißt das nur, dass ich mich nicht von falschen Regeln abhalten lasse, neue Erkenntnisse zu gewinnen - selbst wenn ich es wollte, ich könnte nicht einmal einer Fliege etwas zu leide tun!\"
      Gegen Ende hat Delilah fast geschrien, und der Blick, mit dem sie Velea fixiert, ist alles andere als selbstsicher und normal. \"Was wollt Ihr noch alles von mir hören, dass ich offen zugebe, dass ich so gut wie nichts kann, und es wahrscheinlich nicht einmal mit einem dahergelaufenen Jahrmarktsgaukler aufnehmen kann? Wenn Ihr es so wollt, bitte, es stimmt, von allen Magiern hier bin ich wahrscheinlich diejenige, die am wenigsten kann. Und ich hoffe, dass es Euch befriedigt, das alles zu hören, genauso wie es Euch sichtlich Spaß gemacht hat, mir wieder und wieder zu zeigen, wie erbärmlich ich bin, dass ich vollkommen allein auf dieser Welt dastehe.\" Gegen Ende versagt Delilahs Stimme, und die blonde Magierin fährt auf der Stelle herum, eine Hand vors Gesicht hebend, um plötzlich aufkommende Tränen zu verbergen.



      Bei Delilahs Ausbruch verengen sich Messanas Augen. \"Ich halte Euch für das, was Ihr vorgebt zu sein. Für jemanden, die selbst sagt, daß \'falsche\' Regeln, also augenscheinlich Gewissen und Verantwortungsgefühl, sie nicht hindern zu handeln, wie es ihr gerade in den Sinn kommt und der Konsequenzen gleichgültig sind, da sie durch Lug und Trug sich hianuszuwinden gedenkt. Spart Euch Eure Tränen, nach Euren Worten werden sie genauso unecht sein wie Eure gestern gezeigte Reue! Keiner Fliege etwas zu leide tun - das ist wohl eine bodenlose Verharmlosung! Im übrigen macht es mir keinen Spaß, mich mit Euch zu streiten, und \'befriedigen\' tut es mich schon gar nicht. Warum sollte es?\"



      \"Ich meinte auch nicht euch damit!\" Delilahs Stimme kommt mehr wie ein heiseres Quicken heraus.



      \"Er kam lächelnd auf mich zu\", sagt Velea mit heiserer spitzer Stimme und schluckt. \"Und dann begann der Alptraum der mich mein Lebenlang verfolgt.\" Ihre Finger umfassen die Tischkante und verkramfen sich darum. \"Es tut mir leid. Ich war nur geschockt, der Gedanke-\" Sie schluckt erneut. \"Ihr müsst Eure Fähigkeiten nicht beweisen. Ich mag Euch auch so.\" Als Tradis sie von der Seite anbrüllt zuckt sie zusammen. Dann geben ihre Beine nach und sie beginnt zu Boden zu sinken. \"Karmanthi\", wimmert sie leise.



      [Ungefähr hier fängt Tradis an, laut zu schreien, um die Aufmerksamkeit der Streitenden auf sich zu ziehen, nach dem leisere Intervenierungsversuche ungehört verhallten.]



      Messana wendet sich um, als hinter ihr eine Frau laut brüllt. \"Ich fackel hier gar nichts ab!\" Noch immer ist ihre Stimme zornig erhoben, wenn sie auch noch lange keinen Vergleich mit dem Brüllen der Bedienung mithalten kann. \"Ich bin Kämpferin, nicht Magierin.\" Dann wendet sie sich wieder den beiden anderen Frauen zu und hört Veleas letzte Worte und sieht, daß Velea neben ihr gen Boden fällt und ein Wort wimmert, das Messana nicht kennt. Sie streckt die Arme aus und kann verhindern, daß auch Veleas Oberkörper und Kopf auf dem Boden, oder schlimmer noch, auf der Tischkante, aufschlagen. Besorgnis spiegelt sich auf ihrem Gesicht wieder. Langsam läßt sie Velea zu Boden gleiten und hält eine Hand unter ihren Kopf. \"Was ist denn? Velea, was ist mit dir?\" Und zu der Bedienung: \"Schnell, etwas Wasser!\"