Fantastisch oder realistisch?

Neues Newsletter-System
Der Orkenspalter Newsletter informiert unregelmäßig zu u.a. folgenden Themen:
  • Orkenspalter-Community mit News, Downloads, Events uvm.
  • Das Schwarze Auge
  • Themen aus dem Nerd & Fantasy-Segment
  • Veranstaltungen
    • Gesellschaftliches ist mM gut in allen Regionalspielihlfen erklärt - leider eher für die Sonderfälle ... oder um das Leben in einer Stadt besser zu verstehen, braucht man die Gareth-Box, die wirklich nichts ausgelassen hat. Selbst der Friedhof bekam erstmals ein Kapitel.


      Wie war das bei Herr der Ringe - rannten die Helden auf in normalen Situationen immer vollgerüstet etc. herum?


      Auf dme Lande, bzw. Reichsstraße sehe ich ein das die Reisenden in voller Montur reingehen ... aber nicht in einer Dorf oder gar Stadt. Der arme Wirt würde glaube die wollen ihn ausrauben ...

      Schlafen in Rüstungen ... sollen sie doch ... wird diese aber nicht gleichzeitig gepflegt ... dann gibt es Abzüge ...


      Was ist real? Auf Dere gibt es die gleichen physikalischen Gesetze wie bei uns. Fantastisch dagegen ist ein fliegender feuerspeiender Drache.


      Und auch in Aventurien gilt, wie man erscheint so wird man gesehen. Bärtige, stinkende und vollgepackte "Helden" dürften dies irgendwann merken.


      Hat jemand das Wege der Abenteurer - oder wie das Buch heißt. Steht nirgends etwas zu "Normalität"?

      Pflicht des Historikers:
      das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

    • Man kann das Pferd auch anders herum aufziehen:

      Es gibt Stellen in einem Abenteuer, die gar mehr Spaß machen wenn man nicht voll gerüstet ist.

      Ich bin noch blutiger Anfänger aber gleich das erste Treffen der Gruppe war prägend.

      Da wandert mein Schwertgeselle über den Jahrmarkt, natürlich ohne voller Montur, und mischt sich, wie es der Ehre gebührt, in einen ungleichen Zweikampf (Raufen).

      Was passiert? Ein Tiefschlag, ich patze die Parade grandios und liege gekrümmt am Boden. Auch eine Art einen Streit zu beenden.


      Man kommt in eine "Notsituation" und stellt fest, dass man sein Zeug nicht dabei hat.

      Für einen wie mich, der notorisch auf alles vorbereitet ist, sind das die spannenden Momente.


      Mein SC hat auch drei Sätze Kleidung im Beutel (Reise, Gesellschaft, Kampf) und ich mache mir selber ein spiel daraus zu überlegen was angebracht wäre zu tragen und mitzunehmen (besonders, wenn man eingeladen ist).

      Wenn der Graf ruft bleiben Seil und Zunder auf dem Zimmer, ebenso wie Schwert und Platte.

    • Das kommt natürlich auch noch dazu: Rollenspielerfahrung.

      Ich habe es bei meiner letzten Gruppe - alles Neulinge (und völlig RPG-Unerfahren) erlebt. Übervorsichtig, nahmen die Umgebung kaum wahr und glaubten alles machen zu können ohne Konsequenzen. Alles völlig anders als wären sie Live in Hamburg unterwegs ... ich weiß nicht wie oft ich an dem einen Abend "Wollt Ihr DAS wirklich machen?" gefragt habe.

      Denn ich lasse - im Sinne des Hintergrunds - die Welt auf die Reaktionen der Helden reagieren; zudem kannte ich bei allen den Hintergrund.


      Rauferei - wie geil. Wie oft kann es zu einer Taverenschlägerei kommen - und wehe ein "Held" zieht eine Waffe (bei D&D sind komischweise immer alle mit Dolchen bewaffnet). Niemand setzt sich vollgerüstet und mit allen Waffen an einen Tisch - außer die Taverne steht mitten im Kriegsgebiet ...

      Tschuldigung, aber ab SO3 erwarte ich etwas von Anstand (Novadis, Thorwaler und andere Barbaren sind entschuldigt).

      Pflicht des Historikers:
      das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

    • Hi, erst mal danke für die Antworten Rattazustra da habe ich mich wohl ein wenig unklar ausgedrückt :iek: er hat ihn nicht IMMER in der Hand aber wenn es geht, nimmt er ihn wieder auf. Es handelt sich dabei auch nicht um einen 1H Hammer sondern einen 2 Händer - also etwas größer und mit mehr Masse.


      Und wenn er weiterhin in Rüstung schlafen wird/will - wie soll ich das behandeln?

      Möchte mir da mal ein Bild von machen für den Fall und um Abstufungen für mich zu finden.

    • Wie gesagt, sprich doch erstmal mit ihm bevor du dich schon auf den Worstcase vorbereitest ;)

      Ansonsten könntest du über den Bruchfaktor eingreifen. Sollte er die Rüstung permanent tragen, so ist diese ja auch andauernder Belastung ausgesetzt. Auch mit dem Pflegen wird es schwer wenn er sie anhat ;)

      Ergo könntest du ihn vermehrt (also öfters als den Rest der Gruppe) und erschwert auf Bruchfaktor für seine Rüstung würfeln lassen.

      Setzt natürlich voraus, dass ihr mit Bruchfaktor spielt.

      Aber ich halte ein Gespräch mit dem Spieler immer noch für das Klügste.

      Siehst reiten Du, jene neune? Die finster und verloren sind.

    • Zwerge träumen nicht und schlafen 'wie ein Stein'. Deshalb bewegen sie sich nicht im Schlaf und deshalb wird gerne das so ausgelegt, dass Zwerge auch in Rüstung schlafen können. (Vielleicht steht das auch irgendwo, vielleicht ist es tatsächlich nur eine Schlussfolgerung.)

      Andererseits kann ich mir gerade vorstellen, wenn man sich nicht bewegt, dass dann erst recht die Druckstellen kommen, gesetzt den Fall, man möchte so realistisch in einem Fantasyspiel spielen.


      Rüstungsgewöhnung bekommt man, wenn man zwar die Rüstung viel trägt, aber wenn man vor allem vielen Aktivitäten in der Rüstung nachgeht. Das meint nicht schlafen und gemütlich sitzen oder essen, sondern so etwas wie klettern und reiten.

      Ich denke eigentlich schon, dass es auch mal angenehm ist, die Rüstung auszuziehen.


      Ich würde das Problem aber auch OT angehen. Vielleicht glauben die Spieler (die hoffentlich nicht in Rüstung am Tisch sitzen^^), dass eben genau die Orks kommen, wenn gerade alles abgelegt wurde. Oder sie machen sich eben keine Gedanken darüber, dass man doch ein paar Kilos mit sich herum trägt und es manchmal vielleicht doch ganz angenehm wäre, es nicht zu tragen. Oder sie halten es für cool. Oder glauben, es müsse so sein, weil in Serien, Filme und Computerspielen das auch so ist (und in der Tat viele AB-Settings irgendwie auch davon ausgehen).


      Möglichkeiten gibt es viele und einfach mal drüber reden, dass man so spielen kann, aber auch anders, herausfinden, was eigentlich der OT-Grund ist, und dann gemeinsam überlegen, wie man in diesem Punkt sein Aventurien haben möchte, erscheint mir immer sinnvoller, als ohne das auf der OT-Ebenen anzugehen, aus heiterem Himmel ohne Vorwarnung "dass es so ist", mit IT-Konsequenzen los gelegt wird.


      Wenn sie halt in Rüstung alles machen spielen möchten, Du nicht, und es keinen Kompromiss gibt, habt ihr ein Problem. Denn Du könntest sie mit geschwächter Regeneration beim Schlafen in Rüstung, verrostenden Rüstungen (wenn man sie trägt, kann man sie nicht pflegen), Abzügen im Dschungel oder Wüste oder einfach Hochsommer in den Tulamidenlanden wegen Hitzestau oder wegen Kälte im Eis abstrafen, könntest Wirte angepisst sein lassen, weil da offenbar seine Gäste befürchten, in seinem Gasthaus nicht sicher zu sein, und andere Leute komisch schauen lassen, weil da so eine schwer bewaffnete Gruppe rumzieht, die nie die Hände von den Waffen und den Körper aus der Rüstung lassen, ganz schön paranoid, die, und an jedem Stadttor die Waffen aufgrund des Waffengesetzes einkassieren, nur wird das zu keiner Gruppenharmonie führen, wenn Deine Spieler auf so etwas keine Lust haben sollten.

      Vielleicht denken sie sich aber auch nichts dabei und mit etwas drüber reden findet sich etwas, mit dem alle am Tisch glücklich sind.

    • (die hoffentlich nicht in Rüstung am Tisch sitzen^^),

      Tatsächlich habe wir ein mal eine Runde in unseren Larp-Sachen gestartet um ein gewisse Immersion herauf zu beschwören und das hat zu sehr komischen Situationen am Tisch geführt. Klassisch wie in amerikanischen Filmen quasi - kann ich nur empfehlen :lach:


      Okay, ich werde die Sache mal OT angehen und schauen wie man sich da in unserer Gruppe so vorgestellt hat. Ich finde die Vorstellung komisch, den ganzen Tag in Platte herum zu laufen und die auch beim schlafen zu tragen - auch bei einem Zwerg. Wenn er nur die Kette trägt, okay, aber volle Montur stelle ich mir einfach auf lange Sicht hin nicht vorteilhaft vor.


      Ich ist das denn beim Schlaf der Zwerge, wenn ich die Frage hier noch anhängen darf.

      Schlafen sie wirklich so *ZACK* ein und sich weg im Tiefschlaf und dann auch *ZACK* wieder voll wach und da oder wie muss ich mir das vorstellen.

      Habe "Angroschs Kinder" noch nicht gelesen...

    • Darüber wie schnell sie abends tatsächlich einschlafen oder wie schnell sie morgens wieder fit sind - sind es Morgenmuffel, die erst Bier und Pfeiffe brauchen? - gibt es mWn keine angaben. Aber sie schlafen, wie Schattenkatze eben schrieb, traumlos und bewegen sich auch nicht im Schlaf.

      Sollte ein Zwerg doch mal träumen, dann wird meistens ein Priester aufgesucht, um den Traum zu deuten, da man diesen sehr große Bedeutung beimisst.

      "Er hat die Grenzen der Unwissenheit erweitert. Im Kosmos gibt es vieles, von dem wir überhaupt nichts ahnen."
      Die beiden Männer sonnten sich in dem herrlichen Gefühl, weitaus weniger zu wissen als gewöhnliche Leute, die nur von gewöhnlichen Dingen nichts wussten.

    • Wenn er nur die Kette trägt, okay, aber volle Montur stelle ich mir einfach auf lange Sicht hin nicht vorteilhaft vor.

      Das ein Zwerg seine Rüstung immer an lässt und viele sie auch zum Schlafen nicht ablegen, findet man z.B. direkt bei der Kultur der Ambosszwerge in WDH (S. 82, Tracht und Bewaffnung). Allerdings gilt das vor allem für das traditionelle Kettenhemd.


      Viele Spieler spielen Kleinigkeiten aber auch einfach nicht aus: Reinigung, Donnerbalken, Pflege der Ausrüstung, Essen, Trinken, kümmern ums Tier u.v.m. wird oft einfach als selbstverständlich angesehen.


      Bevor Du irgendwelche Sanktionen startest oder die Umwelt reagieren lässt, solltet ihr in der Gruppe besprechen wie ihr zu diesen Dingen steht. Am Ende sollte dann eine Lösung feststehen und wenn man sich auf "nehme die Abzüge in Kauf" einigt, ist das ebenso ok wie "man kann auch so gut schlafen".


      Rüstungen und Waffen in der Öffentlichkeit sehe ich nicht wirklich kritisch. Bei Personen die solche tragen gehören sie in der Regel zur Standestracht und werden ebenso selbstverständlich getragen, wie der Magier seine Robe und Zauberstab, der Priester sein Ornat, der Bäcker die Zunftkleidung etc. trägt. Das die Kleidung nicht angewachsen ist und auch die Bewaffnung nicht überall üblich oder erlaubt ist, ist natürlich klar. Spätestens wenn der Held mit der Rüstung in den Badezuber steigt oder der Held auf dem Hoffest mit dem Zweihänder auftaucht sollte man mal über sein Aventurien reden.


      Das sich jedoch irgendwelche Wirte, Händler etc. ins Hemd machen und glauben gleich ausgeraubt zu werden, weil ein Kämpfer eintritt scheint mir sehr weit hergeholt zu sein.


      Was passiert? Ein Tiefschlag, ich patze die Parade grandios und liege gekrümmt am Boden. Auch eine Art einen Streit zu beenden.


      Das ist natürlich Pech, insbesondere da viele gängige SG Rüstungen (z.B. Lederrüstung, leichte Platte) meist diesen sensiblen Bereich sogar noch extra schützen.


      Aus solchen Erlebnissen kann sich regelrecht ein Aberglaube entwickeln. Mein Novadi hat beispielsweise (eher zufällig) ständig hintereinander einen Schlag auf den Kopf bekommen. Er biegt um die Ecke um bekommt eins drauf, der erste Schlag im Kampf und wieder auf den Kopf, die Decke stürzt ein und der Balken fällt "natürlich" auf den...


      In Folge dessen kaufte er sich einen soliden Helm, den er trägt obwohl er sonst keine Rüstung trägt und den er auch nur noch selten ablegt...

    • Wer in schweren Sachen liegt, dürfte auch nur schwer hochkommen ... wieso waren wohl die stark gepanzerten Ritter beritten? Auf dem Boden jedoch Schildkröten ... aber Zwerge sind anders. Die werden schon mit Metall gewickelt.

      Ähm ... in der Wildnis noch ok ... aber wie sieht es mit Hotels etc. aus? Wenn da "alle" weiterhin die Rüstungen tragen und neben dem Bett schlafen dürfte etwas am Mut-Wert nicht stimmen oder an der negativen Eigenschaft "Paranoia".;)

      Pflicht des Historikers:
      das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

    • In Folge dessen kaufte er sich einen soliden Helm, den er trägt obwohl er sonst keine Rüstung trägt und den er auch nur noch selten ablegt...

      Womit er auf wundersame Weise genau da angekommen ist wo fast alle realhistorischen Menschen vor ihm ankamen. :D

      Einzig, weshalb trägt er sonst keine Rüstung?


      Ich finde es immer super cool wenn die Fiktion so wie hier die Realität spiegelt, weil es das volle Potential von Rollenspielen als edukatives Medium aufzeigt. Am besten funktioniert es immer dann wenn die Regeln etwas vollständig kausales abbilden, aber ich nehme was ich kriegen kann. Der Helm war ja nicht ohne Grund eines der beliebtesten Rüstungsstücke überhaupt. Es gab zahlreiche Kämpfer die einen Metallhelm auf dem Kopf hatten noch ehe sie am Torso etwas besseres als ein Steppwamms vorzuweisen hatten. Der Schild spielte dabei natürlich auch eine nicht unbedeutende Rolle.


      wieso waren wohl die stark gepanzerten Ritter beritten? Auf dem Boden jedoch Schildkröten

      Könntest du das etwas genauer ausführen und mir kurz in etwas Kontext einordnen damit wir uns nicht falsch verstehen?

      "Signaturen sind Platzverschwendung. Kein Zitat ist so genial das man es tausendmal lesen möchte." - Zitat unbekannten Ursprungs

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Rattazustra ()

    • Das Video wollte ich auch einstellen, Hinrich hat es mir geschickt. Noch besser hätte es mir gefallen, wenn es einen "Placebo"-Arm in der Vergleichsstudie gegen hätte, einen Läufer im Sportdress.


      Um zum Thema zurückzukommen: ich schließe mich den Beiträgen an, die empfahlen, das Thema in der Gruppe zu besprechen. Wenn man sich einig ist, dann gibt es auch kein richtig oder falsch, sondern einen Gruppenkonsens, wie nah oder fern man an der irdischen Realität spielen will.


      Wir spielen den Gang auf den Abort normalerweise IT nicht aus, die Spieler haben inzwischen aber ein gutes Gespür, was ihre SC denn in der jeweiligen Situation dabei hätten, deswegen sparen sich die SL inzwischen meist die Nachfrage, was wer wann trägt. Besprochen wird das meist nur noch, wenn es für den Plot wichtig ist, werden die Pferde auf der Schiffsreise mitgenommen oder nicht? Verlässt man sich vor der Passüberquerung auf das jetzt herrschende gute Wetter oder bereitet man sich - Zeit und Geld investierend - auf einen Wetterumschwung vor?

      Rüstungen werden zum Schlafen meist ausgezogen, außer, die Situation lässt es ratsam erscheinen, gerüstet zu schlafen (und dann gegebenenfalls weniger zu regenerieren). Dabei stehen aber weder Optimierungsbestrebungen der Spieler noch Erziehungsmaßnahmen des SL im Vordergrund, sondern "gutes Rollenspiel", bzw. das, was wir dafür halten. ;)

      ich wäre ja perfekt, wenn ich nicht so bescheiden wäre....

    • Ich habe gestern nach einem Kampf eine Grube ausgehoben. Die Logik gebietet mir die Platte abzulegen damit die Wundärztin einen Blick auf meine Wunde werfen kann (war immerhin ein kritischer Erfolg) und weil ich nicht in voller Montur anfange Löcher zu graben.

      Das ist ein kurzer Satz:

      "Ich lege die Rüstung ab, lege sie am Fuß des Baumes ab und gehe rüber um beim Graben zu helfen."


      Da braucht jetzt keiner lang und breit erklären, wie die Wäsche ordentlich zusammengelegt wird und mal wieder der linke Riemen an der Schulter klemmt.


      Wer mal ein Kettenhemd an- und ablegen wollte wird wissen, dass es ohne Hilfe echt in Arbeit ausartet (samt Blutergüssen an Knöcheln).

      Da kann man auch ohne großes Ausspielen wohl davon ausgehen, dass ein Mitspieler mal kurz am Kragen zieht.


      Und niemand von uns fragt wo und wie genau der Esel vor der Höhle angebunden war. "Ikea ist vor der Höhle angebunden." reicht mir zumindest vollkommen.


      Manchmal ist es aber auch für die Spieler schwierig zu erahnen ob es gerade relevant für die Handlung ist.

    • Wer mal ein Kettenhemd an- und ablegen wollte wird wissen, dass es ohne Hilfe echt in Arbeit ausartet (samt Blutergüssen an Knöcheln).

      Könntest du diese Erfahrung bitte etwas genauer ausführen und mir kurz in etwas Kontext einordnen?

      "Signaturen sind Platzverschwendung. Kein Zitat ist so genial das man es tausendmal lesen möchte." - Zitat unbekannten Ursprungs

    • Beim Kettenhemd an bzw. ablegen kommt es auf die Technick an. Ich mache das meist so das ich den Oberkörper soweit es geht nach unten beuge und es dann Abstreife. Beim Anlegen ist es genau so nur das man ab der Hälfte den Oberkörper aufrichtet damit es nach unten rutscht. So geht das relativ schnell, ohne Fremde hilfe und ohne Blutergüsse etc.

    • Das Video wollte ich auch einstellen, Hinrich hat es mir geschickt. Noch besser hätte es mir gefallen, wenn es einen "Placebo"-Arm in der Vergleichsstudie gegen hätte, einen Läufer im Sportdress.

      Die Vergleichsgruppe kommt doch im ersten Teil des Videos vor, wo alle drei ohne Gepäck oder Rüstung laufen dürfen.

      Egal, was die Frage ist - Schokolade ist die Antwort!

    • Das ist keine VOLLRÜSTUNG ... damit wäre jeder Ritter selbst auf sein Pferd gestiegen.


      Egal, das "wenige" das wir über das großartige (zeitmäßige) Mittelalter wissen, ist so winzig das wir eher vom fantastischen Mittelalter als dem realen sprechen sollten. Ob jemand nun in seiner Rüstung schlafen will - als würden die meisten Raubüberfälle nur Nachts passieren - wäre mir so egal. Schonend für eine Metallrüstung (oder auf Maraskan für Natur-Rüstungen) wäre es jedenfalls nicht.


      Ich hatte mal das Glück das in einen RPG-Laden ein Kettenhandschuh auslag - dachte, heb das Ding mal kurz an. Ich vermute mal das Ding wog alleine um die 5 Kilo ... mit heutigen Metall ließe sich bessere und leichte Rüstungen konstruieren.


      Da die meisten RPG - zu denen ich auch gehöre - weder geübt im Umgang mit Rüstungen, Schwertern und Bogen sind, noch sich jemals ernsthaft (das kommt später) sich mit dem Mittelalter beschäftigen, sollten wichtige Dinge geklärt werden. Womit wir ja alle eine Meinung sind.

      Eher möchte ich wissen, ob eine Waffe in der Hand oder wo auch immer getragen wird, ähnliches gilt für das Schild, sonstige Ausrüstung. Wie und wo der Held bei einer ärzl. Untersuchung seine Bekleidung etc. hinwirft - außer da ist ein Bach - ist mir dagegen so egal.


      Anders sehe ich das betreten einen vollgerüsteten mit Schwertern vollgestopften Helden (kein Zwerg) in einem Tempel oder Gasthaus. Bei Barbaren (inkl. Maraskanern) noch vollstellbar, aber ab einen SO von 3 erwartete ich das hier den Einsatz von "gesellschaftlichen Talenten"; sprich: Was sich wann wo gehört. Aber ein Held kommt selten allein ...

      Pflicht des Historikers:
      das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

    • Könntest du diese Erfahrung bitte etwas genauer ausführen und mir kurz in etwas Kontext einordnen?

      Ein Kettenhemd lässt sich nicht anziehen wie ein T-Shirt oder Pullover.

      Wenn man es alleine versucht anzuziehen sieht es meist so aus, dass man die Fäuste ballt und in die Ärmel gleiten lässt.
      Der geübte Träger wirft sich dann das Hemd über den Kopf, taucht quasi rein, und lässt die Schwerkraft den Rest machen.
      Ungeübte sollten vorsichtig sein sich etwa 9kg Metall an den Kopf zu werfen.

      Wenn man mit geballten Fäusten in die Ärmel gleitet lässt es sich kaum vermeiden, dass die Knöchel viele kleine Schläge durch die Kettenglieder abbekommen. Es kann nach wenigen Minuten zur leicht bläulichen Verfärbung kommen.

      Beim Ausziehen beugt man sich weit vornüber, dass man eigentlich fast mit den Händen den Boden berührt und hofft, dass die Schwerkraft abermals einem hilft, dass das Hemd runtergleitet. Vorsicht, dass einem nicht mit zu viel Schwung das ganze Hemd in den Nacken oder gegen den Kinn schießt.

      Kopf raus, wieder aufrichten, Hemd auf einen Gegenstand seiner Wahl legen und dann Arme aus den Ärmeln ziehen.

      Hat man eine zweite Person zur Hilfe spart man sich die Yoga Übungen und der Helfer ersetzt quasi den "Schwerkraft" Part.


      Ich sage nicht, dass es nicht möglich ist, aber seid ihr mal nach ein paar Stunden Radfahren/Joggen/... nach Hause gekommen und wart so kaputt, dass ihr euch nichtmal die Schuhe ausziehen wolltet oder gar konntet? Und jetzt 9kg Metall, die über den Kopf müssen, mit einem Gambeson drunter, der noch am Körper klebt und die Kette auch nicht mehr so schön gleiten lässt :)

    • Stöhn nicht rum - das war im Mittelalter der normale Alltag eines Ritters - frag Hollywood. ^^


      9 Kilo in Bewegung - ist ja kein fester Material ... das macht mir eher Sorgen. Bei einer 9 Kilo Hantel weiß ich wo die Gewichte sind, aber bei ner Kette ... hab ich viel zu sehr Respekt vor.


      Mir fällt - auch wenn ich eigentlich hier Schluß machen wollte - doch eine Frage zum Thema ein:

      Wo würdet ihr die Grenze ziehen? Wo würde der Realismus stärker im Vordergrund stehen als die Fiction? Ich stelle mir gerade selbst die Frage und außer die berühmte Physik fällt mir spontan nichts ein.

      Pflicht des Historikers:
      das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.