Geld verdienen in DSA?

  • Aber wenn man ganz realistisch an die Sache ran geht, mit Hasen jagen, Holz sammeln kann man seine Lebenshaltungskosten decken, aber nicht reich werden. Auch wenn man das sein ganzes Leben macht. Mit etwas gesunden Menschenverstand sieht das jeder ein.

  • Es gibt so viele Möglichkeiten die Helden "kontrolliert" zu belohnen, ohne das man sie mit Geld überhäuft oder dazu zwingt was anderes zu machen als Abenteuer zu erleben.

    Ich werde es mit einem komplett anderen Ansatz versuchen im nächsten Abenteuer: einer der Helden wird mit Geld zugeschüttet und kann die anderen Helden davon wie seine Söldner bezahlen. Der Held mit Geld hat aber einen Auftrag, der ihn durch halb Aventurien führt. Mal schauen, wie er sich bei der Entlohnung und Ausrüstung seiner Mitspieler schlägt.

  • Ich bin nicht sicher, ob das eine gute Idee ist – das kann zu vielen Spannungen in der Gruppe führen oder alle bekommen am Ende doch den gleichen Anteil. Belohne sie lieber mit mittelgroßen Beträgen, so das sich sich um Lebenshaltungskosten keine Sorgen machen müssen. Oder bau Kost, Logis usw. in einen Auftrag oder als Belohnung ein.

  • Unser Meister belohnt uns mit Essen, Logie und anderem Luxus wie Kutschfahrten oder "Networking".


    Ein Abenteurer, der seit Tagen nur Brot oder Hartwurst bekam, wird dankend eine Woche als Gast verbringen mit Bad, Rasur, gewaschener Kleidung und vor allem guten Essen. Unsere Gruppe zumindest, denn jeder Tag ohne Ausgaben ist ein Gewinn.

  • Ich werde es mit einem komplett anderen Ansatz versuchen im nächsten Abenteuer: einer der Helden wird mit Geld zugeschüttet und kann die anderen Helden davon wie seine Söldner bezahlen. Der Held mit Geld hat aber einen Auftrag, der ihn durch halb Aventurien führt. Mal schauen, wie er sich bei der Entlohnung und Ausrüstung seiner Mitspieler schlägt.

    Ist bei uns auch eine Zeit lang geschehen, als wir einen Adligen in der Gruppe hatten, der immer die Belohnungen bekommen hat. Dieser hat dann das Gold "fair" auf alle Leute aufgeteilt. Kam dabei kaum zu Diskussionen, beim Aufteilen wurde meist auf SO und "Leistung" im AB geschaut

  • Ich werde es mit einem komplett anderen Ansatz versuchen im nächsten Abenteuer: einer der Helden wird mit Geld zugeschüttet und kann die anderen Helden davon wie seine Söldner bezahlen. Der Held mit Geld hat aber einen Auftrag, der ihn durch halb Aventurien führt. Mal schauen, wie er sich bei der Entlohnung und Ausrüstung seiner Mitspieler schlägt.

    Ich finde den Ansatz "Reisekasse" bekommt einer sogar besser.


    Wenn man eine unreife Gruppe hat, die Charakter Besitz mit realem Wohlsein verbindet, könnte das wie einige Vorposter anmerken zu Schwierigkeiten führen.

    Wenn man eine normale, reife, erwachsene Gruppe spielt ist das ein durchaus "normaler" Ansatz. Z.B. bekommt der reisende Ritter das Gold für eine Belohnung und teilt es dann unter seinem Leibmagier, Söldner, Knappen und Medicus auf...

    Das die nicht alle gleich viel bekommen ist doch klar und was für die Gruppe "gut" ist, kann ja durchaus am Lagerfeuer besprochen werden: Lieber ein neues Schwert für Geron W. oder doch lieber 2 Heiltränke für Bruder Hilbert und noch etwas Geld für das beschlagen der Pferde übrig behalten.

    Nietsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sahe ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • gehöre zu der Gruppe von nemthos , bei uns hat der Adelige das Geld im wesentlichen bekommen, bzw als wir mehrere hatten haben die 3 das Geld aufgeteilt nach ihrem SO das Geld bekommen. Diese wiederum haben dann das Geld nach ihrem ermessen zwischen der Gruppe und einer Reisekasse aufgeteilt. Aus dieser Reisekasse wurde tatsächlich nur sowas wie Schifffahrt oder mal nen Gasthaus bezahlt (meistens hat man aber für die Unterkunft selbst zu zahlen). Das neue Schwert für Geron muss dieser schon von seinem eigenen Geld bezahlen und konnte sich dafür höchstens etwas aus der Reisekasse leihen, es galt aber in einem IT Jahr muss das Geld wieder da sein, sonst wird gepfändet (war in meinem Fall z.B. meine neue Rüstung, die ich nicht sofort bezahlen konnte, aber über die Zeit bei der Reisekasse abgestottert habe). Sachen die zur eigenen Verwendung sind wurden immer selbst gezahlt. Die Reisekasse ist auch noch für sowas wie Kletterzeug und Arztkoffer verwendet worden, aber halt nur, wenn sowas wirklich alle brauchen/brauchen können.

  • Was mich erstaunt ist das kaum eine Gruppe jemals einen Vertrag aufzusetzen scheint. Also Charaktergruppe, nicht Spielergruppe. Erstaunt in sofern als das Söldnergruppen das historisch ja fleißig taten und sogar Der Hobbit beginnt mit einem umfangreichen Abenteuer-Vertragswerk.


    Ich würde es als Kämpfer mit potenziell niedrigem SO nämlich absolut nicht einsehen wenn ich weniger von der Beute bekäme als der Herr von und zu, solange der nicht mein Arbeit- und Auftraggeber ist. Wenn er das allerdings ist hat er gefälligst dafür Sorge zu tragen das ich dafür das nötige Handwerkszeug bekomme. Ich kauf dann doch nicht mein Schwert von meinem eigenem Geld. Oder ist es grün mit den anderen Beteiligten das ich das Schwert nur dann verwende, wenn es mir selbst nutzt? Oder erwarten sie das ich da Kratzer für das Gruppenwohn reinmache? Und was ist wenn ich im Kampf verstümmelt werde? Soll ich mich dann ernsthaft auf die Solidarität und Altersversorgung einer Gruppe verlassen, die mir mit Pfändungen droht, weil ich den Kredit für meine Brünne nicht abstottern konnte? Als würde ich das nicht bereits dadurch tun das ich sie trage und zum Wohl und Verdienst der Gruppe einsetze. Oder haftet die Gruppe im Gegensatz dafür auch für Materialverluste im Zuge der Arbeit?


    Ich denke genau zwei Ansätze sind innerhalb der Welt legitim umsetzbar:

    1) Alle arbeiten für X? Dann bekommt X das Geld und muss zusehen wie er es so verteilt das alle zufrieden sind. Wie auch immer er das macht ist ihm überlassen. Wenn irgendwer nicht mehr zufrieden sein sollte ist das ja sein Problem. Das setzt aber eine sehr klare Gruppenstruktur voraus.

    2) Alle sind gleichberechtigt und bekommen den gleichen Anteil. Wie bei Piraten. Ggf. bekommen Spezialisten und Anführer 1,25 bis 2 Anteile. Wie bei Piraten.

    Kein Zitat ist so genial, dass man es jeden Tag wieder und wieder lesen müsste.

  • Alle bekommen das gleiche (z.B. 5D) sorgt aber dafür, dass der Adelige wie ein Penner leben muss und nichtmal sein Lebensunterhalt bezahlt ist und gleichzeitig der Söldner eigentlich nicht weiß wohin mit seinem Geld, weil er in 1-2 Monaten mehr verdient halt als in seinem Leben bisher.

    Wie gesagt bei uns gab es IT wie OT nie Probleme damit und ich denke alle bekommen die selbe (absolute) Summe funktionier schlicht nicht, wenn die Spreizung des SO mehr als nur 2-3 ist, weil dann einer gnadenlos überbezahlt ist und der andere gnadenlos unterbezahlt ist.

  • 2) Alle sind gleichberechtigt und bekommen den gleichen Anteil. Wie bei Piraten. Ggf. bekommen Spezialisten und Anführer 1,25 bis 2 Anteile. Wie bei Piraten.

    Meine Gruppe geht aktuell nach diesem Prinzip vor. Der Auftraggeber zahlt für jeden Tag den die Helden unterwegs sind Betrag X. Und alle bekommen gleich viel Y von X.

    1) Alle arbeiten für X? Dann bekommt X das Geld und muss zusehen wie er es so verteilt das alle zufrieden sind. Wie auch immer er das macht ist ihm überlassen. Wenn irgendwer nicht mehr zufrieden sein sollte ist das ja sein Problem. Das setzt aber eine sehr klare Gruppenstruktur voraus.

    Danach richtet sich die Gruppe wenn wir Lehen AB's spielen. Der Ritter bekommt alle Einnahmen des Lehen und verteil dieses dann entsprechend nach unten weiter.


    Funktioniert sehr gut, aber wie du schon angemerkt hast braucht es eine klare Struktur und ist mMn nicht mit allen Gruppen/Spielern durchführbar.

    Siehst reiten Du, jene neune? Die finster und verloren sind.


    Ash nazg durbatulûk, ash nazg gimbatul,

    ash nazg thrakatulûk agh burzum-ishi krimpatul.


  • Alle bekommen das gleiche (z.B. 5D) sorgt aber dafür, dass der Adelige wie ein Penner leben muss und nichtmal sein Lebensunterhalt bezahlt ist und gleichzeitig der Söldner eigentlich nicht weiß wohin mit seinem Geld, weil er in 1-2 Monaten mehr verdient halt als in seinem Leben bisher.

    Ich sage ungern als erstes bei einer Antwort direkt nein, aber: Nein. ?(


    Wenn der Adelige leben würde wie ein Penner, dann träfe das ja auch auf den Söldner zu. Oder ist das ein einfacheres Wesen, das glücklich ist mit billigerem Krempel? Keineswegs. Der einzige Grund weshalb der Söldner überhaupt Söldner ist, ist das er leben möchte wie jemand der Geld hat. Weil er für sich und seine neuen Freunde einen Schweinsbraten bestellen will und weil er den guten Schnapps trinken möchte. Einen Söldner der nicht weiß wohin mit seinem Geld kann es eigentlich gar nicht geben. Gute Waffen und gute Rüstungen sind sündhaft teuer und außerdem muss er für seine Zeit nach dem Söldnerleben sparen.


    Ein herumreisender Adeliger hingegen, der kein Einkommen aus seinem Adeligsein hat, IST de facto ein Penner. Mehr noch als der Söldner, weil der aufsteigt und der Adelige absteigt. Was unterscheidet ihn von seinen Mitreisenden? Sozialstatus und Adel sind Herrschaftskonzepte. Herrschaft ist nicht passiv, sie ist aktiv. Wenn man sie nicht aufrecht erhalten kann bricht sie zusammen und von unten wird sie konstant erodiert. Niemand hat jemals gesagt "Hurra! Ein Adelsmann! Endlich jemand der uns dummen, ignoranten Stinkern sagt was wir zu tun haben! Ich hoffe er nimmt dieses ganze überschüssige Geld das ihr hier habe. Ich armer Tropf könnte damit ja eh nichts gescheites anfangen."

    Spätestens wenn es hart auf hart käme würde ein für sich selbst reational denkender Kämpfer den Herrn Adeligen mit einigen existenziellen Fragen konfrontieren, oder schlicht Dienst nach Vorschrift machen. Wie eine solche Dynamik aussehen kann zeigt Martin recht gut in ASOIF bei Bronn und Tyrion. Deren Beziehung funktioniert weil Tyrion hervorragend zahlen kann und zwar deutlich über Bronns SO. Sobald er das nicht mehr kann wird es zur Belastungsprobe, ebenso wie später für Jaimie. Und am Ende ist Bronn adelig. Wäre er das geworden, wenn er immer nach SO Besoldungsverordnung bezahlt worden wäre?


    Diese Form der Zementierung gesellschaftlicher Ordnung über SO-Verteilung führt das ganze Söldnerkonzept ad absurdum. Warum sollte irgendjemand sein Leben freiwillig und bewusst riskieren, wenn NICHT das schnelle Geld winken würde? Wann immer kein Zwang involviert ist macht Geld die primäre Motivation aller Söldner aus. Besonders der Söldner im klassischen Fantasykontext. Kaum jemand entscheidet sich schließlich als Söldner einen halb verhungerten elenden Bastard zu spielen, der als Reismann seinem Tod auf dem Schlachtfeld in Fusswickeln und rostiger Brünne hinterherschlurft.

    Ich behaupte nicht das so etwas nicht in einer Rollenspielgruppe unter Spielern funktionieren kann, aber wenn es unter den Charakteren funktioniert sind einige von denen entweder ziemlich unterwürfige Würste, oder es ist eine Menge SOD im Spiel.

    Kein Zitat ist so genial, dass man es jeden Tag wieder und wieder lesen müsste.