City of God

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  • Gesehen noch nicht.
    Bisherc habe ich lediglich Kritiken darüber gelesen.
    Und die waren fast durchweg positiv.
    Man muss nur aufpassen.
    In solche Filme sollte man grundsätzlich nicht alleine gehen, besonders wenn man so \"anfällig \" ist wie ich . Das zieht einen zu sehr runter.
    Also immer mit Freunden und hinterher darüber reden.


    In der F.R.undschau war dabei auch gleich ein weiterführender Artikel über die Favellas in Rio und die Nähe derselben zu den \" Villenvierteln \". Sehr interessant und deprimierend zugleich.

    Wir mischen uns , da `n bisschen ein - so soll es sein , so wird es sein .

  • Ich habe ihn schon gesehen, allerding bei meinen Urlaub in Brasilien. Auf Portugisisch.
    Ich kann nur sagen:


    DER beste Lowbugetfilm den ich kenne. Mit mehr Geld hätte man es nicht besser machen können.


    Aber ich fand nicht, das er einen runterzieht. Er zeigt das Leben in den Favellas, so wie es ist:
    Arm
    Brutal
    aber er zeigt auch, zumindest war das mein Eindruck, dass die Leute sich nicht runterkriegen lassen. Ich habe auch mit vielen Brasilianern über den Film gesprochen und sie fanden ihn alle Authentisch. Es gibt drei Wege aus den Favellas: Als Leiche, als Gangster oder als Cop. Wobei die Cops am verhasstesten sind. Die Leute haben mehr Angst vor der Polizei als vor den Gangstern.


    Ich denke mann muss das einfach erleben wie das ist. Es ist ein mulmiges Gefühl, wenn drei Polizisten mit großkaibrigen Waffen den Strand beobachten und jeden Taschenräuber niederschießen würden, der sie nicht geschmiert hat.


    Ich könnte seitenweise über Brasilien schreiben und komme daher zu einen Ende:
    UNBEDINGT (!) Anschauen

  • Ich habe mir den Film gestern angesehen und ich muss sagen ich weiß nciht so recht was ich schreiben soll.
    Es wird vor allem geschossen. Während man am Anfang noch berührt wird, so stumpft man im Laufe des Films einfach völlig ab.
    Man gewöhnt sich daran, dass die wichtigen Leute in diesem Viertel ihre Probleme mit der Pistole lösen.
    Dazwischen steht der Erzähler, der sich aus den Bandenkriegen herauszuhalten versucht und davon träumt Fotograf zu werden.
    Letztlich überlebt er all die zu ihren Lebzeiten so mächtigen Bandenchefs, kuscht aber letztlich auch vor der korrupten Polizei.

    Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was du sagst. (Matthias Claudius)

  • Er will leben. Man muss sich die Zeit anschauen, in der das ganze Spielt: Brasilien wird von einen koruppten Militärregime geführt, dass seiner Polizei alle Rechte gab. Auch die, Regimekritiker einfach verschwinden zu lassen. Er wäre einen Tag nachdem die Bilder veröffentlicht worden wären tot gewesen und das dafür, das zwei Polizisten in den Vorruhestand geschickt werden, bzw. zur Militärpolizei versetzt werden.


    Ich weis nicht, wie gut die Übersetzung ist, und vor allem wie sehr man das verstehen kann. Ich war in solche Favelas. Das sind die sichersten Orte auf der Welt: Gringos werden in Ruhe gelassen, denn sie kaufen von den Chefs Drogen. Wer dagegen verstößt ist tot.

  • Es gibt allerdings auch Favellas, in dennen nur Gringos ausgeraubt werden dürfen.


    Übrigens gibt es offiziell gar keine Favellas. Das ganze sind Illegale Siedlungen, die keinerlei Hilfe von der Stadt oder vom Staat bekommen. Um sich vorstellen zu können, wie sich die Polizei heutzutage verhält:


    Bestrafungsaktionen sind üblich. Wenn ein Polizist getötet wird, gehen seine Kollegen in die Favella, in der er erschossen wurde und fangen an, wild um sich zu schießen. Die Toten werden dann als Opfer einer \"verirrten Kugel\" deklariert. Und das in einer Demokratie.

  • Die Leute in den Favelas sind wie gesagt, illegale. Diese sind nicht registriert und gehen folglich nicht wählen. Das verzerrt natürlich die Wahlergebnisse gewaltig. Aber im Allgemeinen herrscht wirklich eine Demokratie: Direkt gewählter Präsident, der die Zustimmung des Parlamentes und bei tiefgreifenden Änderung die der Guvernöre braucht.


    Das Besondere ist, dass diese Demokratie sehr jung ist. Das Militärregime ist erst in den 80er Jahren langsam gefallen, trotz massiver Unterstützung aus den USA. Natürlich erfolgt der Wahlkampf auf andere Weise. Tekno- und Punkkonzerte... Aber so weit ist man in Deutschland auch nicht entfernt, wenn man sich so die Wahlveranstalltungen der CSU anschaut: Freibier und Blasmusik.


    Wie demokratisch ist eine Demokratie, wenn so wenige wirklich etwas von Politik verstehen? Diese Frage stellt sich nicht nur in Brasilien.