Die kleine Elfe - Abenteuer im Weidener Land

  • Livia öffnet ein Auge halb, wenn auch nur widerwillig. "Bist du sicher, dass er hier hineinwill? Falls ja, sollten wir dann nicht besser abhauen? Wir wollen doch den guten Mann hier", Kopfnicken zu ihrem Gastgeber, "nicht in Schwierigkeiten bringen."

  • Unbehablich tritt Fragej auf der Stelle hin und her. Jetzt wo die Elfe auf dem Tisch liegt und sie dann wieder schnell auf den Karren bringen, um zu fliehen, würde zu viel Zeit beanspruchen. "Ist es nicht besser, sie irgendwie zu tarnen? Denn zum fliehen fehlt uns die Zeit." gibt er zu bedenken.

  • "Schlafkammer", beschliesst Livia sofort. "Da gehört sie ohnedies hin. Wenn jemand reinkommt und ins Schlafzimmer guckt..." Sie überlegt. "Nun, könntet Ihr sagen, die Kleine sei Eure... ähm... Nichte? Und ich ihre Mutter oder so..." Sie sieht ein bisschen hilflos aus. Sich Ausreden ausdenken ist sichtlich nicht ihre Stärke.

  • Niemand erhebt Einspruch gegen Livias raschen Entschluss, nur der Mann schaut latent unglücklich drein. "Das wird meine Frau nicht gerne hören, und es würde die anderen hier nicht erklären. Nein, man sieht euch an, dass ihr nicht aus dem Tal seid."

    Es ist Sache weniger Augenblicke und Andonar liegt im Nebenzimmer. Gelegentliches Stöhnen kommt über ihre blassen Lippen.


    Hinter dem reitenden Goblin kommt für Wulfrik ein zweiter und daneben dritter und vierter Reiter in Sicht. Alle sind ihm bekannt: Der Albernier Amon - Hauptmann aus dem Dörfchen Dämmerwald - der Goblin und der Ork, die beide zu seinem Trupp gehören, und Rumroxtax!

  • Livia nickt dem Mann dankbar zu. "Ich pass auf sie auf", sagt sie zu den anderen und verschwindet dann in die Schlafkammer. Die Tür lässt sie aber offen, legt noch schnell ihre Schuhe ab und legt sich dann neben Andonar.

  • Raouuka stupst den Halbelfen mit der Schnauze an, als er aufhört sie zu kraulen und schaut ihn dann aus großen braunen Augen an.

    Die Dummheit ist eine furchtbare Stärke. Sie ist ein Fels, der unerschüttert dasteht, wenn auch ein Meer von Vernunft ihm seine Wogen an die Stirne schleudert.

  • Der Goblin lenkt sein Pony den Holzsteg weiter, bis er zwischen den Hütten anhält. Vom Rücken des Tieres aus lässt er seine gelben Augen misstrauisch umherwandern, solange bis die Dreiergruppe Amon, Grafkur der Ork und Rumroxtax anlangt.

    Ein Eselkarren mitsamt Zugtier steht vor einem der Hütten im Zentrum des Dörfchens. Und in der Türe der Hütte steht - Wulfrik. Amon erfasst ihn mit einem Blick und sein Gesichtsausdruck verfinstert sich in dem Jähzorn, den ihr mittlerweile schon an ihm kennt. "Heda, Herr Ritter! Orkentrutz oder wie war Euer Name doch gleich? Was habt Ihr mit dem Spielchen des Zwergen zu tun? Er hat mich zum Pass geführt und wusste dann nicht mehr weiter!" Vom Ross herab fixiert er Wulfrik.

  • Beitrag von Dr. Vitus Werdegast ()

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  • Wulfriks Gesicht läuft rot an, obwohl die Sommerhitze schon ihr übriges getan hat. Er schreitet energisch einige Schritte aus der Tür heraus, seinen besonderen "Freund" fest im Blick:

    "Ist das zuviel von dir verlangt, sich einen einfachen ehrlichen Namen zu merken? ORKENWEHRER, ORKENWEHRER, das kommt daher, weil wir das Land vor den Schwarzpelzen SCHÜTZEN, statt mit ihnen gemeinsame Sache zu machen. Und der Zwerg? Hast du vielleicht schon mal davon gehört, dass Zwerge für gewöhnlich UNTER DER ERDE wohnen, du OGERHIRN, da kann es sein, dass so ein Staubfresser ein bischen nicht mehr weiter weiß!"

  • "Oh Junge...." Finwean schreitet filnk an Wulfriks Seite, als dieser anfängt gerechte Wut an den Goblin auszuteilen. Jetzt neben Wulfrik stehend, richtet sich der Halbelf gerade auf, Brust schwellt an und er brüllt.

    "Sein Name ist Wulfrik Orkenwehrer von Anderstein zu Andergast, geschlagen zum Ritter in der Festung Anderstein im Namen des Königs von Andergast und der unbesiegten Herrin Rondra, der Donnernden Löwin von Alveran. Er ist Ritter aus JENER Festung, die sich seit Jahrhunderten den Orks aus dem Orkland zur Wehr setzt. JENEN ORKS ( er schaut Grafkur an) die euren da mit Abscheu begegnen würden, da er sich hat von einem von uns kaufen lassen, jenen Orks, die dem berühmten Aikar Brazoragh dienen, jenen Orks, die für ihre Kampfkraft und ihre Tapferkeit, ihre Angriffe auf den Menschenreichen gefürchtet werden, jenen Orks die euch (er schaut Amon und den Goblin an) mit Freuden in die Sklaverei schicken würden oder eure Herzen verspeisen. Und er (er deutet mit dem Daumen lässig über die Schulter auf Wulfrik) ist einer jener Männer, die das Land Andergast verteidigten, seit Jahrzehnten vor eben des Aikars Horden. Ein wenig Kenntnis, wer da vor euch steht, wäre angebracht, immerhin ist er von Menschen ausgebildet worden die euren Völkern, und das würde ich nicht wollen da ihr mir auf komische Art sympathisch seid, arg zusetzen. Und wenn ich von euren Völkern rede, meine ich die jenigen Orks, die gefürchteter sind als eure gekauften Schwertarme, jene die ebenfalls mit Gottvertrauen an ihre gehörnten Bluttrinker streiten. Ihr kämpft doch nur des Geldes wegen, des Goldes, für einen Menschen der wahrscheinlich nichtmal zu euch ein guter Auftragsgeber ist, oder? Ich kann mir vorstellen wie sauer er sein kann, oder wie unzufrieden er schnell ist. Und außerdem solltet ihr ihm schon deswegen Respekt zollen, weil er den Schatten einer jener Ritter zur Ruhe gebettet hat, in einem wahrlich tödlichen Tanz der Klingen, die euch ebenfalls so lange schon zusetzen. Einer jener dunklen Blechdosen, die euren Baron so ein Dorn im Auge sind und der allein mehrere Eurer Kollegen vor seinem Ableben getötet hat."

    Er lehnt sich zu Wulfrik rüber, und flüstert: "War das richtig so? War nur mal für drei Monaten in Andergast..."

  • Als Wulfrik ihn anschnauzt, verfärbt sich Amons Gesicht röter und röter, in immer tiefere und sattere Schattierungen der Farbe. Ihr seht ihm förmlich an, wie ihm der Herzschlag in Galopp verfällt, seine Augen und der Mund sind verkniffen und eine dicke Ader an seiner Stirn pocht auf einmal ganz schrecklich.

    Und als dann auch noch Finwaens Tirade auf ihn niederprasselt und er nicht einmal die Gelegenheit findet, einzuhaken und ihn zu unterbrechen - ein paarmal öffnet er den Mund und bekommt vor Empörung keinen Ton heraus -, da sieht er ganz so aus, als würde ihn gleich der Schlag treffen und von seinem Pferd fällen. Auf den Ork scheint dieser Redeschwall eine ähnliche Wirkung zu haben, jedenfalls was sein finsteres Gesicht - gut, er sieht mit seinen Hauern wahrlich immer finster und bedrohlich drein - und den festen Griff um seine barbarische Waffe angeht. Der Rotpelz hingegen zieht den Kopf ein und linst sichtlich nervös zwischen dem Albernier und dem Geweihten hin und her.

    "Waaas...", zischt der Hauptmann zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. "IHR SEID FESTGENOMMEN! IM NAMEN DES VOGTS!", brüllt er und spuckt dabei vor sich hin. Ein zitternder, ausgestreckter Zeigefinger stiert nach Finwaen, während er den Halbelfen mit Blicken erdolcht. "Euresgleichen haftet der Ruf von Landstreichern und Unruhestiftern an wie Kuhhirten der Gestank von Mist! Euer Amt hindert mich nicht daran Euch festzunehmen, weil Ihr - weil Ihr den ausführenden Arm des Landesherrn behindert! Jawohl! Und Eure Magierfreunde müssen sowieso zum Vogt gebracht werden! - BINDET SIE!" Der letzte Befehl geht an seine Begleiter. Grafkur steigt ab. Der Goblin bleibt reglos im Sattel.

  • Finvean schüttelt seine Haare, während er den Stab in beide Hände nimmt und einen Schritt vor macht. "Ihr passt echt nicht auf, oder Amon? Ein Ork allein und ein halbes Hemd wie ihr wird uns nicht aufhalten, wir sind in der Überzahl. Und greift mich ruhig an, der Herr Boron wird eure Seele" er deutet warnend auf Amon "dann die Ewigkeit verwehren. Auch bei einem Angriff auf einen Priester der Landstreicher und Unruhestifter, es sei, beim Herrn Aves und seinen göttlichen Eltern Rahja und Phex. Wenn ihr dieses tut, wird weder Wein, eine Frau noch Geld euch je im Leben glücklich machen, eure Seele wird verflucht sein bis das Boron euch ruft! Also, BEDENKT AUF WELCHEN WEG IHR JETZT GEHEN WERDET! ICH WERDE MIR DIE GOTTGEGEBENE FREIHEIT NICHT NEHMEN LASSEN!" Dann, in einem eher schlechten Oloarkh fügt er hinzu: "Ork, halt, er viel von Aikar Krieger getötet. Er dich töten kann!"

  • Livia hört drinnen in der Kammer das Gebrüll. Besorgt schaut sie nach, ob Andonar noch ruhig schläft. Wenn ja, erhebt sie sich leise, schließt die Fensterläden, und geht dann zügig die Treppe runter, um sich zu ihren Gefährten zu gesellen. Sie mag ja Heilmagierin sein, aber sie ist nicht feige.