Dämmerstunden

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    • Dies ist ein offizielles Abenteuer von Ulisses aus dem Band Dämmerstunden!


      "DAS SCHWARZE AUGE, AVENTURIEN, DERE, MYRANOR, THARUN, UTHURIA und RIESLAND sind eingetragene Marken der Significant Fantasy Medienrechte GbR. Ohne vorherige schriftliche Genehmigung der Ulisses Medien und Spiel Distribution GmbH ist eine Verwendung der genannten Markenzeichen nicht gestattet. "



      Es ist der 21 Firun im Jahre 1035 BF. Der Winter hat das Land hart getroffen und alles ist von einer dicken Schneedecke überzogen. Es ist kalt, aber am heutigen Morgen gönnt Praios den kälte gebeutelten Warunkern ein Paar seiner strahlen und schafft Erleichterung.
      In den letzten Tagen hast du Warunk kennengelernt. Keine schöne Stadt, geschunden und teilweise verlassen. Keine Bäume, keine Sträucher... einfaches Grau in Grau.
      Man sieht überall Söldner die auf Arbeit warten, die es hier gewiss gab.
      Patroullierende Rondrianer die für Ordnung Sorgen, was auch mehr als Nötig ist. Hunger und Kälte sorgen für Streit zwischen den Bewohnern dieser traurigen Kulisse.


      Vor ein paar Tagen hast du einen Aushang an den Toren des Borontempels gelesen. Es wurde in großem Rahmen nach Söldnern gesucht die die verschiedensten Aufträge der Kirche erledigen wollten und man konnte gutes Gold verdienen. Und das klang verlockender als die tagelangen Märsche durch Warunk um die letzten Überbleibsel der dunklen Zeit zu erschlagen.
      Du hast dich entschieden und der Auftrag klang ziemlich verlockend.
      Zwei Boronis in ein, nicht all zu weit, entferntes Dorf begleiten. Ein paar Tagelang beschützen und sicher nach Warunk zurück zu bringen und das alles für 1 Dukate am Tag!
      Klar, es birgt einige Gefahren. Immernoch gibt es Untote und auch Schlimmeres. Aber es gibt einfach zu viele Gründe an diesem Auftrag teilzunehmen.


      Die Praiosscheibe geht allmählich auf und heute geht es los. Dir wurde gesagt, dich eine Stunde nach den ersten Praiosstrahlen am Borontempel zu sein.

    • "Gutes Gold!", sagte die krächzende Stimme anerkennend, als ihr Besitzer den Aushang erblickte.


      So stapft ihr Besitzer nun durch die Straßen. Er ist glatzlöpfig, eine Narbe spaltet seine Stirn, Nase und Kinn, sein Gesicht sieht aus, als wäre es asymetrisch wieder zusammen gewachsen. Ein riesiges Schwert, sicher länger als der Mann selbst, hängt auf seinem Rücken und ragt links und rechts davon hervor, wie der Querbalken eines Kreuzes. Als wäre das nicht genug, trägt er einen Kor-Spieß wie einen Wanderstab in einer Hand, einen Dolch und einen Säbel an seinem Gürtel, den er über dem Kürass trägt, der durch Schaller und Panzerhandschuhe ergänzt wird. Über dem Andergaster sitzt ein Tornister auf seinem Rücken, darauf sitzt der obligatorische Schlafsack, eine Feldflsche baumelt an ihm. Der Rucksack wiederum verdeckt einen roten Umhang, auf den ein neunfach geschachteltes, schwart-rotes Feld zu erahnen ist. Ein aufmerksamer Beobachter würde bemerken, dass dem Narbigen der kleine Finger der linken Hand fehlt, nur ein kleiner Stummel zeugt von dessen einstiger Existenz.


      Er bleibt kurz stehen, greift in einen Beutel an seinem Gürtel, um einen Riegel Kautabak hervorzuziehen, von dem er ein Stück abbeist und zwischen seinen schwarzen Zähnen, die vom häufigen Konsum dieser südländischen Spezialität zeugen, zu zermahlen. "Verdammte Scheißkälte!", knurrt er leise mit vollen Mund, um dann einen dicken festen Strahl schwarzen Speichels in den frischen weißen Schnee der letzten Nacht zu spucken.
      Dann marschiert er entschlossen weiter.

      Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

      -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

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    • Schon seit Tagen streift er durch Warunk auf der Suche eines Mitgliedes des Geodenzirkels. Immer wieder geht ihm durch den Kopf was der Botenreiter ihm gesagt hat, welcher ihm den Termin dieses Treffen brachte. Laut dieses Termines sollte das treffen mit Andgrimosch groscho Ugrosch heute stattfinden doch bis jetzt ist keine Spur des Hügelzwergischen Geoden.
      Rumaxbo streift sich den Schnee von seinem blonden, schulterlangen Haar und von seiner schwarzen Tunika. Dabei stellt er fest das dieses Kleidungsstück ihn nicht genug wärmt. Ein Ledergürtel schnürt den zu dünnen Stoff zusammen unter dem noch ein einfaches rotes Leinenhemd hervor schaut. Zwei Täschchen aus Hartleder sind an der Vorderseite des Gürtels befestigt ebenso wie ein Dolch aus feinstem Vulkanglas der auf der linken Hüftseite hängt. Rumaxbos Stulpenstiefel hinterlassen tiefe Abdrücke im Schnee, sie sind vermutlich die einzigen Kleidungsstücke die für die Jahreszeit angemessen sind.
      Erst heute morgen hat der grünäugige Zwerg einen Aushang gelesen, dass der hiesige Borontempel ein paar Söldner sucht um irgendwelche Geweihten zu beschützen. Rumaxbo ist zwar kein Söldner aber den Lohn von täglich einer Dukate käme ihm gelegen. Er könnte sich wärmer einkleiden. Jemanden beschützen traut er sich dank seiner magischen Fähigkeiten zu. Und so macht sich der Zwerg auf zum Borontempel.

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    • Was für eine traurige Stadt! Tarja tritt müde aus dem Gasthaus, in dem sie die letzten Tage genächtigt hatte. Die Kälte, unter der die Bewohner Warunks scheinbar stark litten, macht der Norbardin nicht so viel aus. Sie ist daran gewöhnt. Seufzend tritt Tarja aus der Tür und marschiert Richtung Borontempel. Sie verdrängt den sehnsuchtsvollen Gedanken an ihre Sippe, die es in den bunten Kaleschkas selbst in der eisigen Steppe warm und gemütlich hatte. Die wussten im Gegensatz zu diesen trüben Warunkern wenigstens, was ein freundliches Lächeln und eine anständige Feier waren! Aber noch wollte sie nicht zur Meschpoke zurückkehren.Ihre Suche nach neuem Handelsgut war bislang nicht so erfolgreich wie erhofft. Bei Heshinja, sie war sich so sicher gewesen, in Warunk ein paar einträgliche Relikte des Schwertzuges der Rondrakirche vor drei Götterläufen zu finden. Oder vielleicht düstere, aber bei einigen Käufern nicht weniger begehrte Überbleibsel der Schreckensherrschaft Rhazzazors. Pustekuchen!


      Als sie dann den Aushang am Borontempel gesehen hatte, klopfte ihre Neugier an und neue Hoffnung keimte in ihr auf. Die Wege Heshinjas sind unergründlich und vielleicht war das ein Fingerzeig an ihre geschäftstüchtige Tochter. Vielleicht hatten die zwei zu begleitenden Borondiener ein paar interessante Informationen auf Lager. Und das in Warunk überall herumwimmelnde Söldnervolk würde schon für den Schutz der Truppe sorgen. Auf die blinkenden Dukaten waren die bestimmt auch scharf.


      Mit diesen Gedanken stapft die Norbardin durch den Schnee und trifft schließlich bei den ersten Strahlen der Praiosscheibe am Treffpunkt ein.


      Beschreibung:
      Tarja Sewerin ist eine das Auge wahrlich erfreuende, schlanke Norbardin, die etwa 30 Götterläufe gesehen hat. Ihre weiblichen Rundungen verbergen sich im kalten Firun natürlich unter dicker Lederkleidung mit üppigem Pelzbesatz, deren bunte Verzierungen vor der grau-weißen Schneekulisse leuchten. Unter der kuschligen Mütze lugen lange, schwarze Haare hervor. Aus ihrem anmutigen Gesicht leuchten bernsteinfarbene Augen mit wachem, neugierigem Blick. In vollendetem Kontrast dazu gemahnt ihr dunkler Teint an die südländische Herkunft ihres Volkes. Ihre vollen, geschwungenen Lippen werden meist von einem Lächeln umspielt. Tarja hat einen vollgestopften Rucksack auf dem Rücken, auf dem eine dicke Schlafsackrolle thront. An ihrem Gürtel hängen neben allerlei Täschchen eine Molekdeschnaja, eine geschwungene Axt mit Spitze, sowie ein Dschalek, ein schlanker, spitzer Dolch ohne Parierstange. In der rechten Hand, die in dicken Lederfäustlingen steckt, trägt Tarja einen Stab mit eiserner Spitze, den sie in besonders hohem Schnee auch zur Fortbewegung nutzt.

    • Irion war nun schon eine Weile in Warunk und kennt die Stadt ein wenig. Eigentlich kommt er weiter aus dem Westen, aber da einige der Draconiter die zuvor hier aktiv waren, nun weiter inkognito im Osten sind, musste jemand nachrücken. Wirklich dankbar ist er für seine Stellung hier nicht, aber er würde seinen Ordensoberen nie widersprechen. Und er wird hier gebraucht.
      Ähnlich dem Gewandt eines Geweihten der Hesinde trägt er eine grüne Hose, ein grünes Hemd und eine gelbe Borte. Diese wärmt ihn nicht zu sehr, aber etwas anderes wird er nicht darüber ziehen. Seinen ihm bereits seit einer geraumen Zeit vertrauten Stab benutzt er unterstützend zum gehen. An seiner rechten Hüfte hängt ein Dolch mit einem leicht geschwungenem Griff, in einer ebenso leicht geschwungenen und breiten Scheide. Mit der linken Hand schultert er einen Beutel aus dem einiges an Rascheln und Klappern zu hören ist. Mit seinen Lederschuhen bahnt es sich gemächlich den Weg durch die Witterung und kommt auch irgendwann an dem Borontempel an. Gerade der Kirche zu helfen ist ein Grund um die Boronis zu begleiten, aber auch die Neugier treibt Irion an. Wenn man nicht alleine reist, kann man ja auch den einen oder anderen Augenblick zum Verfolgen der eigenen Interessen verwenden. Und er wird nicht vergessen, dass seine Verpflichtungen in erster Linie der Hesindekirche gelten.


      Wer bereits zuvor bei der Kirche ist, sieht nun einen Man in dem Gewandt eines Draconiters in langsamen Schritten ankommen, der mit Interesse alles in seiner Umgebung betrachtet. Seine Haare sind dunkelblond und vorne kürzer geschnitten als hinten. Seine grünen Augen wandern umher, werden aber ruhiger als er bei der Kirche ankommt. Er ist etwas kleiner als der durchschnittliche Mittelländer, aber auch nicht außergewöhnlich kleiner.
      An alle Anwesenden richtet er ein freudiges "Boron und Hesinde zum Gruße!"

    • Auch bei einer weiteren Gestalt, die sich auf den Borontempel zubewegt, ist das Geld nicht der ausschlaggebende Grund, sich für diesen Auftrag zu melden. Materiell gesehen hat er ausgesorgt. Für ihn stehen andere Gründe im Vordergrund, der Boronkirche zu helfen.
       
      Körperlich handelt es sich bei dem Mann nicht unbedingt um eine Gestalt, die in dieser Stadt auffallen würde. Mit 84 Fingern (168cm) ist er körperlich nicht besonders groß. Und auch seine Statur ist eher schmal, im Vergleich zu vielen der Söldner, die hier anzutreffen sind. Dennoch scheint er sich nicht von diesen Gestalten einschüchtern zu lassen, sondern geht aufrecht und selbstbewusst durch die Straßen. Aber auch wenn er körperlich nicht besonders auffällt, so bleibt doch fast jeder Blick in dieser grauen Stadt kurz an ihm hängen. Unter dem grauen Kapuzenmantel kann man eine grüne, dicke Wollhose sehen. Und wenn der Mantel beim Gehen der Mantel vorne aufklafft, kommt darunter eine rote Weste zum Vorschein, die mit blauen Sternen verziert ist. Darunter trägt der Mann ein gelbes Hemd. Wandern die Augen dann irgendwann von der unmöglichen Farbkombination weiter nach oben, kommen sie zu einem schmalen Gesicht, in dem vor allem die Pockennarben unangenehm auffallen. Die leicht mandelförmigen, grünen Augen blicken aufmerksam in die Welt und scheinen ihre Umgebung beständig zu beobachten. Die langen schwarzen Haare, in die sich schon die ersten grauen Strähnen eingeschlichen haben, werden von einem Lederband im Nacken zusammengehalten. Insgesamt scheint der Mann die 30 Götterläufe bereits überschritten zu haben.
      Unter dem Mantel kann man auch deutlich ein Schwert an der Hüfte des Mannes erkennen.
       
      Da er davon ausgeht, dass man vom Tempel aus direkt aufbrechen will, hat er sein gesamtes Gepäck bereits dabei, allerdings getragen von einem braunen Tulamiden, den er am Zügel durch die Straßen führt. Besonders auffällig dürften ein weiteres Schwert in einer aufwändig verzierten Lederhülle hinter dem Sattel sein, ein Köcher aus weißem Leder, auf dem eine Jagdszene abgebildet ist und ein bunt lackierter Hartholzharnisch sein. Der Köcher ist gut mit Pfeilen bestückt, und der dazugehörige Kurzbogen steckt ebenfalls entspannt darin.
       
      Als er an dem Tempel ankommt, blickt er kurz auf die bereits Anwesenden und grüßt sie lächelnd. “Preiset die Schönheit, Bruderschwestern. Seid Ihr ebenfalls wegen des Auftrags hier?“

    • "Kor zum Gruße!", sagt der Narbige, "Seit ihr etwa wegen des Eskotierungs-Auftrages hier?", und grinst gehässig, "Wie lange glaubt ihr, da draußen bei den Untoten zu überleben?" Zunächst stößt er den Draconiter leicht an: "Sieh dich doch an, deine Nase gehört in Bücher, nicht nach draußen" Ohne eine Antwort abzuwarten blickt er zum Zwerg: "Eigentlich schätze ich euch Zwerge, ihr seit mutig, stark und zäh und in der Taverne seit ihr die besten Saufkumpanen, aber du... Ist das ein Steinmesser? Ein Glücksbringer? Den wirst du brauchen. Und du..." Er wendet sich an den Maraskaner, "Bist du Gaukler oder aus einem Noionitenkloster ausgebrochen? Wie kann man sich nur so anziehen!" Schließlich fällt sein Blick auf die Norbardin, er nimmt einen Bissen Kautabak und meint mit leicht vollem Mund: "So, so, ein zieliches Weib mit einer Axt. Du solltest deine Schlachten im Bett eines reichen Mannes schlagen!" Und spuckt wieder einen schwarzen Strahl in den Schnee. "Das kann ja heiter werden, zumindest wird viel Blut fließen, wenn es zu einm Kamof kommt. Korgefällig viel Blut. Obwohl... Ihr habt Mut hier aufzukreuzen, in ein paar Gottesnamen könnte man vielleicht was aus euch machen..."
      Der Narbige zeigt ein graußiges, schwarzes Lächeln.

      Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

      -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

    • Eine hochgewachsene Frau, die die Mitte ihrer zwanziger Jahre wohl eben überschritten hat, blickt von ihrem Gespräch mit einem kräftigen, ländlich gekleideten Tobrier auf und zu eurer Gruppe. Sie wendet sich mit ein paar knappen Gesten noch einmal an den Mann, der ihr daraufhin auf dem Fuße zu euch folgt und sich anschickt, das Pferd des Maraskaners zu einem kleinen Stall zu führen.


      Die Arme hat sie in den weiten Ärmeln eines schweren schwarzen Mantels verschränkt, dessen Rücken die silberne Stickerei eines Raben mit empor gerichteten Flügeln ziert. Die Kapuze ist tief ins Gesicht gezogen. Sie winkt der Gruppe, zu ihr zu treten und bedeutet ihnen stumm, ihr zu folgen. Die Boroni führt die Schar durch in den Schnee getretene Pfade über den Hof und in einen Raum, der spärlich mit ein paar Reihen niedriger Bänke möbliert ist. Einzige Zier ist ein dunkel poliertes hölzernes gebrochenes Rad, das an der Stirnseite des Raumes an der Wand hängt. Hier nimmt sie den Mantel ab, legt ihn über eine Bank und weist auf diese, ohne sich selbst zu setzen. Darunter trägt sie ein gerade geschnittenes, bodenlanges Skapulier und zuunterst eine Tunika, die mit einem schmalen Lederriemen gegürtet ist. Alles in borongefälligem Schwarz. Die Säume an der Tunika sind ein wenig abgenutzt, doch der Stoff ist von guter Qualität. Eine Kette mit dem silbernen gebrochenen Rad liegt auf ihrer Brust. Die Kapuze gehört zu einem Überwurf, sie streift sie zurück und lässt ihren Blick kurz über euch schweifen.
      Dies gibt euch die Gelegenheit, sie eurerseits zu mustern: Die Farbe ihrer milchweißen, schlanken Hand, die hellen Augen unter weißen Wimpern und schmalen Brauen, in denen bei passendem Lichteinfall rot das Blut hindurchschimmert, die schneeweißen, kurz geschnittenen Haare – all dies offenbart, dass eine Albino dem Schweigenden Gott dient. In ihrer ovalen Gesichtsform zeigt sich tulamidische Abstammung, der typische dunklere Teint fehlt natürlich. Hohe Wangenknochen und eine gerade, schmale Nase über blassen Lippen lassen das Gesicht schmaler wirken. Die Haare sind so hell, dass man über dem linken Ohr am Hinterkopf das gebrochene Rad eintätowiert sehen kann, wenn sie den Kopf dreht.


      "Den Zwölfen zum Gruße, ihnen voran dem Herrn Boron.", begrüßt sie euch endlich mit Worten. "Ich bin Schwester Noiona Marbonna, Deuterin Bishdariels.", fährt sie mit ruhiger Stimme fort. "Ihr alle wollt euch um der Kirche des Ewigen verdient machen. Seine Gnaden Boronifatius und ich werden in Notacker einen Boronsanger weihen. Seine Hochwürden, der Praetor Gerbor Utharis, hat euch zu unserem Schutze dorthin, während der Zeremonie und für unsere sichere Rückkehr nach Warunk angeheuert." Die Geweihte blickt abwartend von einem zum nächsten.

    • Aus dem tristen Grau des winterlichen Warunks sticht eine Gestalt hervor, die hier nicht richtig her passt. Ein Mann von schlankem Wuchs bewegt sich mit anmutigen Schritten in Richtung des Borontempels, sorgfältig darauf bedacht, dem Unrat und den mit einer dünnen Eisschicht überzogenen, schmutzigen Pfützen auszuweichen. Nicht das geringste bisschen Dreck verunziert die Stiefel aus hellem, dünnen Leder, die sich eng an seine Waden schmiegen. Er trägt eine Robe aus weißem Leinen, die am Kragen und an den weiten Ärmelsäumen reich mit grünen und silbernen Ornamenten bestickt ist. Auf der linken Brust prangen zwei gewölbte Hände, zwischen denen eine Blume emporsprießt. Die Robe wird von einem schmalen, aus lederriemen geflochtenen Gürtel zusammengehalten, an dem links eine Gürteltasche und rechts ein Dolch in einer ledernen Scheide befestigt sind. Seine Hosen sind aus hellgrün gefärbtem Bausch, wie auch der ärmellose Kapuzenumhang, der von einer blattförmigen Silberbrosche zusammengehalten wird.
      Seine Züge sind ebenmäßig, die Wangenknochen hoch und seine Haut makellos, die Iris seiner Augen smaragdgrün. Was jedoch auffällt, sind die spitzen Ohren, die aus seinem beinahe hüftlangen, seidenglatten Haar hervorstechen und das Haar selbst, dessen Farbe an das Grün der ersten, jungen Gräser im Frühjahr erinnert.
      Auf dem Rücken trägt er einen ledernen Rucksack, in der Rechten hält er einen Stab aus Blutulme.


      Er wird einer ungewöhnliche Gruppe in der Nähe des Tempels gewahr und steuert mit einem gute gelauntem lächeln auf sie zu. Dabei mustert er sie eingehend. Was für ein seltsamer Haufen! Ein Zwerg, Ein Mann im Gewand der Draconiter, eine in reich verzierte Pelzkleidung gehüllte Frau... Sie alle sahen nicht wie Söldner aus. Was sie wohl hierhergeführt hatte? Und dann waren da noch zwei weitere Männer. Der eine, in bunte Kleider gehüllt und mit einem Pferd am Zügel schien auf den ersten Blick auch kein Kämpfer zu sein, aber da waren Waffen und eine hölzerne Rüstung, die von seinem Pferd hingen. Also doch ein Söldner? Sein Blick schweift zu dem letzten der anwesenden, einem bis an die Zähne bewaffneten Mann, dessen Gesicht von Narben verunstaltet war und keinen schönen Anblick bot. Er unterdrückt den Impuls wegzusehen und sieht ihn genau an. Dieser Mann strahlt Gewalt aus. Was diesem Menschen wohl widerfahren ist? Zumindest er ist sicher wegen des Aushanges hier.
      Von ihr angesprochen, blickt er zu der Dienerin Borons hinüber und lächelt freundlich. "Mein Name ist Felerian Lonnert, ich komme aus Donnerbach. Zwar bin ich kein Söldner, aber möglicherweise kann ich dennoch von Nutzen sein."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Earendíl ()

    • "Boron und Kor zum Gruße. Ich will mich um Rodras Scharfrichter verdient machen. Eine Dukate am Tag ist sehr gutes Gold und lässt auf gute Kämpfe hoffen, beides dem der lachend über das Schlachtfeld schreitet, wohlgefällig. Und den Zwölfen in diesem götterverlassenen, untotenverseuchten Land ein wenig land für die Verstorbenen zu erobern dürfte ihm ebenfalls gefällig sein. Mein Name ist Alrico Vascagni, früher Doppelsöldner, nun Geweihter des blutigen Kor. Kommen wir ins Geschäft?", der Narbige mit der häßlichen Stimme streckt der Geweihten die Hand hin.


      Er wirkt aber leicht eingeschüchtert, seine Stimme zittert etwas.


      Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

      -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Windweber ()

    • Na, das würde ja noch interessant werden, wenn der erste bereits jetzt anfängt, Ärger zu machen. Aber eigentlich hat er nicht vor, sich auf ein Wortgefecht einzulassen. Warum auch? Jeder hier dürfte wissen, was ihn erwarten könnte. Dementsprechend nimmt er die Beleidigungen ohne weiteres hin, lächelt sogar leicht abfällig, macht aber zunächst keine Anstalten, etwas darauf erwidern zu wollen. Nicht, dass der Unhöfliche ihm Zeit dazu gelassen hätte. Aber als er direkt danach die einzige Frau der Runde beleidigt, blitzen seine Augen kurz angriffslustig auf.
      Einer Erwiderung kommt die Borongeweihte jedoch zuvor, die aus dem Tempel tritt und sie hinein bittet. Die Zügel seines Pferdes übergibt der Mann dem Jungen mit einem Lächeln und folgt danach in den Tempel. Als er den Mantel dort etwas weiter öffnet, kann man das Schwert an seiner Hüfte genauer erkennen. Es handelt sich dabei um einen leicht gekrümmten Nachtwind, der in einer schwarzen Holzscheide steckt, die teilweise formlos mit dunkelroter Farbe verziert wird.
       
      Als die Geweihte die Gruppe direkt anspricht, neigt er seinen Kopf leicht, mehr aber auch nicht. Bei der Vorstellung Alricos schleicht sich wieder ein leichtes Lächeln auf seine Lippen, dessen Grund vermutlich nur er weiß. Als danach eine kurze Pause entsteht, nutzt er diese, um sich vorzustellen. “Mein Name ist Xanderan. Ich verdanke Bruder Boron einiges und nehme daher diese Gelegenheit gerne wahr, um mich ihm erkenntlich zu zeigen. Außerdem ist mir jede Möglichkeit Recht, die Äthrajins und ihre Anhänger zu bekämpfen, um die Schönheit von Rurs Schöpfung zu mehren.“

    • "Einen wunderschönen guten Morgen!", grüßt die Norbardin vor dem Tempel mit einem liebenswürdigen Lächeln in die seltsame Runde. Ihre bernsteinfarbenen Augen mustern alle Anwesenden von oben bis unten. Als der hässliche Narbige alle reihum mit unhöflichsten Worten bedenkt, ohne auch nur einen Atemzug zum Antworten zu lassen, heben sich ihre geschwungenen dunklen Augenbrauen missbilligend. Die schlagfertige Antwort in ihrem Kopf hat aber keine Zeit, sich fertig zu formen, denn die Geweihte unterbricht ihre Gedanken.


      Beim Betreten des Tempels schaut sich Tarja neugierig um und nimmt die pelzverbrämte Mütze ab. Langes schwarzes Haar, mit dem für Norbardinnen typischen ausrasierten Scheitel kommt zum Vorschein und fällt ihr über die Schultern. Reihum stellen sich die Anwesenden vor und ein Lächeln umspielt die Lippen der hübschen Norbardin. Ja, Heshinjas Wege waren in der Tat unergründlich und hatten ihr faszinierende Gefährten bei diesem einträglichen Auftrag beschert. Wo der bunt Gekleidete mit dem exotischen Schwert wohl herkam? Und was für ein gutaussehender Elf aus Donnerbach, etwas schmächtig, aber naja. Als der Blick der ungewöhnlichen, weißhaarigen Frau auf ihr ruht, stellt auch sie sich vor. Ihr Stimme klingt angenehm, warm und irgendwie verheißungsvoll: "Mein Name ist Tarja Sewerin. Hocherfreut!"

    • Der Kommentar des Trägers des Kor-Spießes lässt Irion erst einmal ein wenig aus der Fassung geraten. Seine Beobachtung, dass es sich um eine sehr gemischte Gruppe handelt, stimmt zwar, aber deshalb muss man nicht alle gleich als Blutopfer bezeichnen. Da es sich schließlich leider auch um einen Geweihten handelt, wird er ihm nicht widersprechen oder gar einen Streit anfangen.
      Die restlichen Leute aus der Gruppe könnten hingegen sehr angenehm zur Vielfalt beitragen. Ein Zwerg an dem weder das typische Kettenhemd, noch eine Axt oder Hammer zu sehen ist, eine Frau die mit ihrem Rucksack eine Ein-Man-Handelskarawane sein könnte, deren Schutz ihre durchaus beeindruckende Axt stellt und jemand den er fürs erste als Magier einschätzen würde. Den Man im Kaputzenmantel kann er noch nicht zuordnen, was aber auch nur seine Neugier weckt.
      Bevor es zu weiteren Gesprächen kommt, werden bereits alle von Noiona heran beordert. Im Inneren angekommen, stellt er sich nun auch vor.
      "Den Zwölfen zum Gruße. Irion Triffon vom Sacer Ordo Draconis. Auch wenn ich kein Mitglied der Eisernen Schlange bin" dabei wandert sein Blick ein wenig zu Alrico "weiß ich durchaus wie ich mich bei einer Eskorte nützlich machen kann."

    • In die dargebotene Hand des Korjüngers schlägt die schmale Borongeweihte mit kräftigem Händedruck ein. (bosp.) "Paciscimus.", bestätigt sie den Vertragsabschluss und fixiert ihn dabei mit ihren rot schimmernden Augen. Er versprach Schutz und er war ein Götterdiener, beides war bitter nötig in diesem gebeutelten Land.
      Sie nickt den Sprechern nach ihren borongefällig knappen Vorstellungen kurz zu, wobei ihr Ausdruck ernst, aber nicht hart zu nennen ist.


      Aus der distanzierten Haltung der anderen schließt sie, dass der Söldner Kors nicht für die ganze Gruppe spricht und sie lässt ihren Blick ruhig zum Angroscho wandern, der noch nicht zu Wort kam.

    • Alrico grinst düster in sich hinein. Dieser verweichlichte Bücherwurm würde schon bald erfahren, was sein Wissen in der Wildnis der Warunkei nützte. Und die Frisur dieser Frau! Er hatte ihr Unrecht getan, sie gehörte ganz sicher nicht in das Bett eines reichen Mannes! Diese Entschuldigung würde sie aber sicher nicht hören wollen... Und er war auch gespannt, wie sich der Holzharnisch (Holz!) und das lange Brotmesser des bunten Vogels im Kampf bewähren würde.
      Aber wenigstens in einem waren die Götter Alrico gnädig: SIe hätten zwei Boronis dabei, so bliebe es nicht an ihm hängen, die Überreste dieser ilustren Gruppe aufzuräumen.
      Etwas in Gedanken merkt Alrico nicht, dass er seine Gedanken leise in einem Gebet an Kor vor sich hinmurmelt...


      Auf den Vertragschluss hin nickt der Kor-Geweihte und zieht sich etwas von der Albino zurück.

      Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

      -Frei aus dem Gilgamesch-Epos

    • Skeptisch und mit verschrenkten Armen steht der Ambosszwerg da und hört sich alles genau an. Doch schnell schweifen seine gedanken zu seiner Kleidung zurück und das ganze wirft für den Angroschim ein paar Fragen auf.
      "Ich hätte da noch ein paar Fragen. Wie lange wird denn das ganze dauern und, bekommen wir einen Vorschuß damit ich mich noch dementsprechend Ausrüsten kann?"
      Etwas arrogant wirkend hebt der Zwerg leicht den Kopf an und legt ihn etwas schief während er auf eine Antwort wartet.

    • Felerian folgt den anderen in den Borontempel und blickt sich interessiert um. Er hört wie sich der schwer Bewaffnete, den er zunächst für einen Söldner gehalten hätte, als Geweihter Kors vorstellt. Aus den Worten des bunt Gekleideten, der sich als Xanderan vorstellt, wird er nicht schlau. Wer oder was sind Äthrajins und wer ist Rur? Er hatte diese Namen noch nie gehört. Nur wenige Herzschläge später lenkt ihn jedoch die schöne Stimme der Norbardin von diesem Gedankengang ab. Als sie sich vorstellt betrachtet er sie versonnen. Ein wenig abgelenkt hört er wie sich der Draconiter als Irion Triffon vorstellt und wie Alrico ohne viel Zeit zu verlieren mit der Boron-Geweihten einschlägt. Als plötzlich eine weitere Stimme ertönt wandert Felerians Blick zu dem Zwergen, der so garnicht wie die meisten Vertreter seines Volkes aussah. Was ihn wohl an diesen Ort geführt hatte?
      Die leise gemurmelten Worte des Kor-Geweihten dringen an seine Ohren. Kaum zu glauben, das es sich bei diesem ungehobelten Kerl um einen Geweihten handeln sollte! Bisher hatte Felerian noch nie mit einem Anhänger Kors gesprochen und dies war auch der erste seiner Geweihten, dem er begegnete. Ich sollte mich nicht wundern, dass es Männer wie diesen zu einem Gott zieht, für den Blut und Gold von so zentraler Bedeutung sind... Aber das dieser Mann sich derart geringschätzig über seine künftigen Gefährten ausließ!

    • Die schwarzhaarige Tarja hat unterdessen ihren Rucksack abgesetzt. Man musste sich ja nicht sinnlos belasten. Sie nickt bei der Vorstellung der einzelnen Anwesenden jeweils freundlich lächelnd dem Sprecher zu. Nur Männer, und alle eifrig bemüht, ihre Eignung als Eskorte zu betonen. Typisch Mannsvolk! Sie konnte sich ihrer Haut zwar erwehren, aber scharf war sie auf Ärger nicht.


      Nur der merkwürdige blonde Zwerg hält es offenbar nicht für nötig, seinen Namen zu nennen. Aber immerhin scheinen er und der Korjünger - bisher hatte Tarja nur von diesen Überkriegern gehört - sehr auf einen guten und wasserdichten Handel bedacht zu sein, was sie wieder etwas sympathischer machte. Und der grün Gewandete ... Sacer Ordo Draconis ... das hatte Tarja schon mal gehört. Ach ja, Hesindekirche, Draconiter. Wunderbar! Ein Korgeweihter, ein Draconiter, zwei Borondiener, ein Magier. Das könnte prächtig lehrreich und vielleicht sogar einträglich werden. Muhme Tishina würde erfreut sein.

    • Der Blick der Borondienerin ruht noch ein wenig länger auf dem Zwerg. Ganz leicht wird die Linie ihrer farblosen Lippen noch schmaler. Er war ganz anders als der erste Angroscho, dem sie begegnet war, der schwer gerüstet und voller Herzlichkeit gewesen war... Dieser hingegen sprach voller Überheblichkeit und nannte noch nicht einmal seinen Namen.
      "Der Weg ist zu Fuß in vier Stunden zu bewältigen. Die Zeremonie dauert im besten Fall nur eine halbe Stunde. Ein Vorschuss von einer Dukate kann gewährt werden.", beantwortet sie die Fragen in der Reihenfolge, in der sie gestellt wurden. Wie sich der Ablauf gestaltet, wenn der besagte "beste Fall" nicht eintritt, lässt sie offen.

    • "Dann solltet ihr hoffen, dass es schnell und gut geht, sonst wird es teuer!", stellt Alrico klar.

      Ein rutschiger Weg bringt zwei, die sich helfen, nicht zu Fall. Zwei dreifach geflochtene Seile halten das größte Gewicht. Der stärkste Löwe - zwei Jungen können ihn wegstoßen.

      -Frei aus dem Gilgamesch-Epos