Die Schwarze Göttin

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    • Junivera nimmt aus dem Augenwinkel Begwegung wahr und schaut nach rechts. So sieht sie, dass auch Falconor, Fiya und Waidhart den Raum betreten. Tikki scheint sich im Hintergrund zu halten; vielleicht ganz gut so beim ungewöhnlichen Aussehen der Darna. Als die Menge auf Waidhart reagiert, der mit Zeremonialgegenständen zum Altar geht, denkt sie kurz, dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn die Männer sich zunächst nicht zeigen und nur im Notfall eingreifen. Aber dafür war es jetzt zu spät.


      Aufs Äußerste angespannt schaut sie zwischen der kurz vorm Angriff stehen Menge und dem Geschehen auf dem Altar hin und her. Auf Messers Schneide, passender kann frau die Lage nicht beschreiben. Fiyas wunderbar passendes Gebet nimmt Junivera dann dankbar mit auf. Ganz genau sind ihr die Worte nicht bekannt, dafür legt sie umso mehr Inbrunst hinein, als sie die Worte soweit möglich mitspricht, dabei wachsam die Kurkumerinnen im Auge behaltend. Dabei fällt ihr auch Hana auf, die sich nach vorn zu kämpfen scheint, Zeit gewinnen, solange die Schwestern noch zuhören. Zeit gewinnen, damit die Zweiflerinnen Mut fassen – das scheint Junivera gerade ein guter Plan zu sein.


      Auch Dorlen versucht es dann mit eigenen Worten. Junivera nickt zustimmend, hatte sie es doch für eine gute Idee gehalten, dass sie sich als offizielle Gesandte Yeshinnas vorstellt. Während Dorlen aufrüttelnd das Geschehene schildert, überlegt Junivera fieberhaft was sie selbst (gerade sie? gerade sie!) hier beitragen könnte, um das Ganze zum Guten zu wenden. Sie muss es einfach versuchen.


      Mit bis zum Hals klopfenden Herzen tritt Junivera dann einen kleinen Schritt vor, nachdem Dorlen geendet hat und sie sich vergewissert hat, dass sie Yppolita nicht ins Wort fällt.


      „Ich bin Juniv… Ich bin Junivera von Keshal Rondra“, beginnt sie mit Worten, die ihr seit langem nicht mehr über die Lippen kamen, und ihre Stimme kratzt und bricht, sodass sie sich nochmals räuspern muss.


      „Ich bin Junivera von Keshal Rondra“, wiederholt sie vernehmlicher und fester. „Ich komme zu euch am Gründungstag des Amazonenvolkes aus der Burg, die einst Ayshal al´Yeshinna als Zufluchtsort in ihrem gerechten Kampf diente. Dies ist ein heiliger Tag!“, ruft sie, die Worte Yppolitas aufgreifend. „Wie konntet ihr das vergessen?!“, ruft sie vorwurfsvoll, den Ton der Offizierinnen beim Schelten ihrer Untergebenen nachahmend.


      „Seht die Auserwählte Rondras, eure Königin. Welch ein Frevel wie wir sie vorfinden mussten: Eingekerkert, entwaffnet - und doch mit aller Würde. Ungebrochen steht sie vor euch. Ungebrochen könnt auch ihr sein, Amazonen von Kurkum. Ihr alle könnt diese falsche Götzin abschütteln“. Sie weist mit der Hand in Richtung der Schwarzen Göttin, ohne jedoch die Augen von der Menge zu lassen.


      „Erinnert euch an diesem heiligen Tag, was es heißt Amazonen zu sein, das Volk der Donnernden. Schämt euch für eure Taten! Raub, Mord, Angriffe auf Unschuldige. Das ist einer Amazone unwürdig. Erhebt euch darüber, seid ungebrochen!“ Ihre Augen wandern über die Menge und versuchen besonders die offensichtlich Zweifelnden anzusprechen: „Ihr Zweiflerinnen, fasst Mut! Wir wissen, dass es euch gibt. Seid Amazonen! Für die Königin, für Rondra!!“

    • Eine weitere Woge der Unruhe geht durch die Frauen, als nach Fiya Dorlen das Wort ergreift.

      "Kein Mann - die wahre Herrin!", ruft eine der Amazonen. Der Ruf wird von einigen aufgenommen, doch teilweise weniger vehement, bei einigen scheint fast Verzweiflung durchzuklingen.

      Weiterhin sind auch vereinzelt Zweifel und Unsicherheit auf einigen Gesichtern erkennen.


      Hana kommt vorne an, und tritt näher an das Podest heran, langsamer gehend, da sie es mit dem Fuß erst ertasten muss.

      "Hört auf sie, Schwestern !", sucht sie eindringlich die Unruhe zu übertönen.


      Tikki hinter ihrer Tür wird durch Dorlens Worte an etwas erinnert und rennt in kurzem Spurt durch den Flur zu der Tür, um nach dem Kasten mit den Behältnissen zu greifen. Den zurück zutragen dauert allerdings doch noch einige Herzschläge.


      Falconors dreimaliges Händeklatschen geht im allgemeinen so gerade in Zaum gehaltenem Aufruhr unter, zumal nichts darüber hinaus geschieht und er bei der Statue etwas im Hintergrund hinter Fiya, Waidhart, Dorlen, Junivera und Yppolita am Altar steht und für so einige der Amazonen ohnehin gar nicht zu sehen ist.


      Die Schwarze Göttin - reglos, aber, ach so, echt aussehend - schwebt stumm mit erhabenem Gesichtsausdruck über den Überresten der Rondrastatue und hinter jenen am Altar. Berührt sie nicht, was über sie gesagt wird? Ist sie nicht echt? Ist sie etwas gänzlich anderes, was sich erst noch enthüllen muss?


      Yppolita nickt erst Fiya und dann Dorlen kurz zu, als diese geendet haben. Sie will nun wieder selber einsetzen, um in die Bresche, die hier gemeinsam metaphorisch in den falschen Glauben geschlagen wird, ebenfalls verbal nachzusetzen, als nun Junivera das Wort ergreift.

      Ist Juniveras Beginn zögerlich und muss erst an Stärke gewinnen, sind doch auch ihre Worte vernehmbar, gewinnen an Stärke und suchen einen Befehlston.

      Manch eine der Amazonen schüttelt den Kopf auf die Art, wie man einen Nebel im Kopf loszuwerden versucht oder seine Konzentration zu sammeln sucht.

      Es gibt jene, die nach der Schwarzen Göttin rufen oder sie preisen - doch, tatsächlich, werden sie leiser, weniger und zögerlicher? Unsicherheit und Zweifel scheinen sich fast greifbar im Tempel auszubreiten.

      Eine junge Amazonen mit schwarzen Locken, sicher höchstens 18 Götterläufe alt, beißt sich auf ihre Unterlippe, während ihre Hände sich verkrampfen, und beschämt den Blick senkt.


      "Für die Königin, für Rondra!", nimmt Hana den Ruf aus voller Kehle auf. "Für die Königin, für Rondra!"

      Irgendwo in der Menge kommt ein leises und zögerliches "Für die Königin, für Rondra!", auf, das von ein paar wenigen aufgenommen wird.

      Noch sind es dünne und wenige Stimmen, die nicht voller Inbrunst erklingen. Aber es ist mehr als kurz zuvor.

      Auf dem Gesicht einer anderen junge Amazone mit rotblondem Haar erblüht ein Hauch von Hoffnung, eine zarte Freude. "Für die Königin, für Rondra!", kommt es von ihr etwas kräftiger.


      Waidhart hat das rote Tuch glatt auf dem Altar ausgebreitet. Die goldenen Löwinnen leuchten im Kerzenlicht auf. Der Beutel mit Weihrauch steht noch ungeöffnet daneben.


      Derweil hat Falconor sich ein Herz gefasst und streckt seine Hand nach der schwarzen Gestalt aus. Er fühlt keinen Widerstand, als seine Hand in der undurchdringlichen Schwärze verschwindet. Er fühlt nur ... gar nichts. Was seine Augen im vorgeben, fest da zu sein, bietet seinen Händen gar nichts zu erfühlen.

      Bewegungslos verharrt die Schwarze Göttin.

    • Falconor, der vor Anspannung den Atem angehalten hat, atmet erleichtert aus. Seine Hand müsste den Stoff eines Gewandes fühlen, aber dort ist nichts, tatsächlich nichts. Die schwarze Frauengestalt vor ihm sieht sehr echt aus, aber sie ist es schlussendlich nicht.


      Die Rufe "Für die Königin, für Rondra!", zuerst von Junivera, dann, so scheint es, von Hana, schließlich auch vereinzelt und zögernd aus der Menge dringen an Falconors Ohr. Der wahre Glauben hat nicht alle Amazonen verlassen und sie trauen sich, dies offen zu zeigen. Doch ein Großteil scheint noch immer unter dem schadhaften Einfluss und somit hinter der Schwarzen Göttin zu stehen. Sie müssen erkennen, dass diese Götzin nicht echt ist, denkt der Magier bei sich und tritt einen Schritt vor, damit auch er zu sehen ist.


      "Ihr wurde betrogen!", erhebt Falconor seine Stimme, so dass er trotz der Geräusche der Menge zu hören ist. "Dies ist nur ein Trugbild, nichts weiter. Seht selbst!" Mit diesen Worten klettert Falconor über den Sockel mit den abgebrochenen Marmorfüßen der Rondrastatue hinweg mitten durch die Frauengestalt. Schwärze ist kurzzeitig um ihn, aber keinerlei Widerstand. "Bei Rondra und ihrer allweisen Schwester Hesinde, seht und erkennt!"


      "Dort", fährt er fort und zeigt zu Yppolita, "steht eure Königin, fest im Glauben an eure wahre Göttin, an Rondra. Erkennt die Wahrheit!" Bedächtig, oder eher sich der Gefahr bewusst und bemüht um einen sicheren Schritt, geht Falconor zum Altar und stellt sich zu seinen Gefährten.

    • Junivera ist unglaublich erleichtert, das ihre Worte letzten Endes einen Effekt zu haben scheinen. Sie selbst war sich anfangs nicht ganz sicher, was sie überhaupt sagen wollte. Teile des Gesagten hatte sie im Wachen und im Traum in den letzten Mondläufen hunderte Male durchgespielt und durchdacht - und es hier nur neu zusammengesetzt und spontan Dinge hinzugefügt. Mag sein, dass sie es damals nicht konnte, aber hier, in diesem Moment konnte sie schließlich scheinbar doch etwas bewegen. Oder nicht? Ihr Blick durchmisst die Menge und die Gesichter: zweifelnd, angriffslustig, am falschen Glauben festhaltend, bekehrt oder betrügerisch gar?


      "Für die Königin, für Rondra!", greift sie ihren eigenen Ruf auf, in der Hoffnung, dass der althergebrachte Schlachtruf mehr Herzen entzündet und Zweiflerinnen überzeugt. "Für die Königin, für Rondra!"

      Falconor Stimme lässt sie den Kopf zur zerstörten Statue drehen. Der Magier klettert auf den Sockel und geht scheinbar durch die Götzin hindurch. "Seht, ein Trugbild!", stimmt sie in Falconors Ruf ein.

    • Die anschwellenden Rufe, unterbrechen, ebenso andere Ausrufe, als Falconor einfach durch die Schwarze Göttin geht, auf der anderen Seite hervor kommt.

      Für ein oder zwei Herzschläge liegt fast völliges Schweigen im Tempelraum, in der Falconor zum Altar geht und sich mit dazu stellt.


      Dann aber setzen die "Für die Königin, für Rondra!"-Rufe wieder ein, durchaus vehementer und lauter, wenn auch noch nicht alle Anwesende ergreifend.

      Die schwarzlockige Amazone, mit unsäglich beschämten Gesichtsausdruck, ruft es, die rotblonde ebenfalls, mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen. Eine von etwa Mitte der 20 Götterläufe erhebt die Hände in einer entschuldigenden, sich ergebenden Geste und fällt auf die Knie.


      Auf anderen Gesichtern ist Zweifel zu sehen, auf einigen Erschrecken, der noch von dem Anblick herrührt, als Falconor durch die Göttin ging, ohne dass diese etwas dagegen tat. Doch die Rufe, die die Schwarze Göttin preisen wollen, die sie als wahr bezeichnen, sind nun in der Minderheit und verlieren an Festigkeit.

      Aber noch ist die Göttin da, sichtbar und präsent, und das mag noch jener Minderheit Kraft geben.


      Weitere zustimmende, dankende Nicken gehen erst an Junivera, dann Falconor von Yppolita.

      "Erkennt die Wahrheit, meine Amazonen, erkennt euren Frevel und euer Fehl. Nehmt Rondra an, nehmt die einzig wahre Herrin wieder an, denn die Schwarze Götzin ist eine Lüge, mit der ihr betrogen wurdet, mit der ihr ausgenutzt wurdet. Jetzt sind Zeit und Ort, dass ihr euch jener zuwendet, die eure Göttin ist, und erkennt!"

    • Junivera, die unmittelbar neben der Königin steht, überlegt fieberhaft, was noch zur weiteren Überzeugung zu tun wäre. Sie verwirft einige Ideen, die mit dem Trugbild zu tun haben. Dann fragt sie Richtung Königin, aber auch zu den anderen: "Eure Majestät, soll ich etwas von dem Öl holen, damit wir es zeigen können? Hana könnte bestätigen, dass es ins Essen gemischt wurde. Oder die Klappe? Wenn die sonst nicht da war, könnte ich hinter gehen und durchschauen und -rufen?"

    • Yppolita nickt kurz zu Juniveras Vorschlägen, ihr Hauptaugenmerk gilt den Amazonen vor ihr, die nun endlich maßgeblich beeinflusst und erreicht werden können. da gilt es nun nicht nachzulassen.


      Noch ertönen die Rufe, aber noch wurden nicht alle erreicht und wie tiefgehend das nun ist, ist auch noch offen.

    • Mehr Zustimmung braucht Junivera nicht. Sie setzt sich in Bewegung und tritt zu Falconor heran. "Falconor, kommt mit, nehmt etwas von dem Öl und versucht die böse Magie zu erklären. Ich steige die Leiter rauf und zeige den Kurkumerinnen die Klappe". Damit geht sie schnellen Schrittes los, hoffend, dass der Magier ihr folgt und tut, was sie sagt. Dorlen und Fiya will sie lieber weiterhin bei der Königin wissen.

    • Als Junivera durch die Tür in den Flur eilen möchte, steht bereits Tikki dort, die gerade die Kiste mit den Flaschen absetzt und überlegt, wie sie die in den Tempelraum schaffen kann, ohne selber hinein zutreten oder plötzlich zu rufen.

    • Falconor nickt kurz, dreht sich um und folgt Junivera umgehend. "Junivera, sprecht Ihr zuerst. Ich folge mit der Erklärung, wenn die Amazonen die Klappe gesehen haben."


      Direkt hinter der Tür treffen sie auf Tikki, die ebenfalls die Idee hatte, den Amazonen das Bannbalöl zu zeigen. "Sehr gut, genau das wollten wir gerade holen", flüstert Falconor zu der Darna. "Bleibt ihr weiterhin hier?" Tikki nickt und deutet stumm auf ihre leuchtenden Augen. Daran hatte Falconor gar nicht mehr gedacht. in der jetzigen Situation ist nicht vorauszusehen, wie die ohnehin schon aufgebrachten Amazonen darauf reagieren würden.


      Der Magier nimmt die Kiste mit den Flaschen auf und geht wieder zurück zum Altar.

    • Irgendwie scheinen nicht alle der Amazonen durch ihre rechtmäßige Königin, aber auch durch das Handeln seiner Begleiter und von ihm selbst überzeugt werden zu können. Warum dann Junivera und er Gelehrte Herr wieder durch die Tür verschwinden und wo Tikki bleibt, erschließt sich ihm nicht. Nach einem Moment des Zögerns entschließt er sich, so wie er es normalerweise gewohnt ist, das Heft selbst in Hand zu nehmen, auch wenn er im Moment nicht alleine in der Wildnis unterwegs ist und er sich hier auf ungewohnten Terrain befindet ... Er macht zwei, drei Schritte zögerliche Schritte auf die Schwarze Göttin zu, achtet dann darauf, dass er von den anwesenden Amazonen gut gesehen werden kann und streckt ihr dann die Zunge heraus. Anschließend dreht er sich vollständig in Richtung der Amazonen, ist sich dabei zunehmend sicher, das Richtige zu tun und ruft mit lauter fester Stimme "Wie könnt ihr immer noch glauben, dass diese Dämonenbuhle ..." dabei zeigt er mit einer Hand in ihre Richtung und spricht unverändert laut weiter "... eure Königin ist? Sie reagiert ja nicht einmal, wenn sie von einem Mann vor euch beleidigt wird!" Dann zeigt er in Richtung von Yppolita und ruft "Hier steht eure wahre Königin. Bittet sie um Gnade für euren Irrglauben und euer schändliches Tun!" Anschließend dreht er sich in Richtung von Yppolita um, verbeugt sich vor ihr und sagt etwas leiser "Eure Majestät, Rondra mit euch!"

      Eine alte Weisheit der Brabaker Beschwörer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, mach dir Gedanken, wie lange dein Skelettarius noch anhält!

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    • Fiya beobachtet aufmerksam die Reaktionen der Amazonen. Dass Falconor durch das Trugbild hindurch gelaufen ist, hat sie nicht mitbekommen, da sie sich dafür hätte von der Menge abwenden müssen. Wie sie hofften, gibt es Zweifler unter den Amazonen, die den neuen, falschen Glauben noch nicht ganz angenommen hatten. Die unmittelbare Gefahr einer gewaltsamen Konfrontation scheint somit erst einmal vorbei, dennnoch... ein falsches Wort könnte alles zunichte machen und so will jedes Wort sorgfältig abgewogen sein.


      Behutsam nimmt sie den Anderthalbhänder wieder auf, den sie an den Altar gelehnt hat, präsentiert ihn kurz auf beiden Händen, bevor sie ihn auf dem Altar ablegt. Auf keinen Fall will sie dabei aggressiv wirken. "Vor einer Siebenspann führte mich die Leuin an einen Ort, der schon lange in Vergessenheit geraten war", spricht sie dabei mit fester Stimme. "Sie rüstete mich mit dieser Waffe, die einzige Waffe, die in der Lage war, den Dämon zu verletzen und zu töten, der sich hier eingenistet hat. Rondra führte mich zu dieser Waffe, wohl wissend, was hier in Kurkum geschehen ist. Sie gab uns die Mittel, dem schändlichen Tun hier ein Ende zu setzen, auf dass ihr wieder frei seid in euren Gedanken, auf dass ihr wieder Amazonen sein werdet, Ihre auserwählten Kriegerinnen. Also schwört der schwarzen Götzin ab! Wendet euch ab von dieser Lüge und erkennt die Wahrheit! Kehrt zurück zu eurem Glauben an die wahre Göttin, denn sie wartet bereits auf euch, Ihre Amazonen."


      Nach einer kurzen Pause nimmt sie dann auch den Schlachtruf auf, den Junivera bereits eingebracht hat: "Für die Königin! Für Rondra!"

    • Junivera muss abbremsen, um nicht in Tikki zu laufen. "Du kommst wie gerufen", sagt sie leise und dankbar. Mit einem Fingerzeig über ihre Schulter fügt sie hinzu: "Gib das dem Magier, er braucht das Öl, um die Verblendeten zu überzeugen". Damit ist sie auch schon weiter geeilt.


      Einer Idee folgend, rennt sie zunächst in den Raum, in dem viele liturgische Ggeenstände wüst verteilt liegen, von denen sie bereits ein silbernes Opfermesser an sich genommen hat. Dort schnappt sie sich eins der roten Tücher.

      Im Raum mit der Klappe steigt Junivera dann die Leiter hinauf. Die Decke in diesem Raum ist mit etwa zweieinhalb Schritt deutlich niedriger angelegt als jene, die den Tempelraum selbst überspannt. Die Klappe in der Wand befindet sich weit oben, etwa anderthalb Spann unter der Decke. Sie ist etwa 5 Finger lang und ebenso hoch, weshalb sie den Kopf nicht hindurchstecken kann. Die hölzerne Klappe, von Tempelseite aus in gleicher Farbe wie die Wand und somit bestmöglich getarnt, öffnet zu Junivera hin, in den Hinterraum. Sie steht auch noch offen, denn der Übeltäter hat sie vor wenigen Augenblicken noch genutzt.

      Junivera kann durch die Öffnung den Gebetssaal gut sehen und, fast gerade, sie muss nur leicht nach rechts schauen, auch den Altar und den Sockel der zerstörten Rondrastatue, über dem die Illusion der Schwarzen Göttin schwebt. Die meisten Kurkumerinnen müssten die Öffnung, einmal darauf aufmerksam gemacht, sehen können. Nur für wenige wird der Blick durch das Abbild der Götzin verdeckt.

      Junivera stopft das Tuch durch das Loch und winkt damit, um die Aufmerksamkeit aller anzuziehen. Den Mund möglichst nah an die Öffnung bringend ruft sie dann laut, dabei mit den roten Tuch winkend: "Hier! Hier oben, seht! Achmad´sunni von Kurkum! Hier hindurch hat euch ein schändlicher Magier beobachtet. Im Heiligtum Rondras, welcher Frevel! Wir ertappten ihn dabei und ... wir vertrieben ihn. Seht! Hier oben! Ihr wurdet ausspioniert, beeinflusst von übler Magie."


      Dann schweigt sie und lauscht auf die Reaktionen aus dem Tempel. Das rote Tuch bewegt sie weiter, um Aufmerksamkeit zu erregen. Sie hofft, dass zur Not auch die anderen Erklärungen beisteuern, die im Tempel alles besser einschätzen können, mehr hören und sehen.


    • Falconor nutzt den Augenblick der Überraschung, als Junivera durch die Öffnung ruft, um seinerseits noch etwas hinzuzufügen. "Von dort", er zeigt zur Klappe, aus der weiterhin das rote Tuch zu sehen ist, "wurde das Trugbild gelenkt. Hat die schwarze Götzengestalt sich früher nicht bewegt und zu euch gesprochen? Jetzt, da der schändliche Magier geflohen ist, schwebt sie nur noch stumm über dem Sockel. Und sie wird vergehen! Lug und Trug war es, um euch vom rechten Weg Rondras abzubringen!"


      Der Mager bückt sich, um eine der Flaschen mit Bannbalöl aus der Kiste zu nehmen und sie hochzuhalten. "Dieses Mittel wurde euch unter euer Essen gemischt, um euch zu beeinflussen. Auch diese Wirkung wird vergehen! Erkennt die Wahrheit und kehrt zurück zu eurer Königin und zu Rondra, der wahren Göttin dieses Tempels!"

    • Auch wenn Fiya sich nicht umgesehen hat, allein Falconors Worten war in etwas anzunehmen, um was es ihm geht und er wohl erfolgreich hinweisen konnte, dass die Göttin nicht echt ist oder sein muss, und die Reaktion der Amazonen beweist, dass dieses Aufzeigen recht überzeugend gewesen sein muss.


      Waidharts Zunge rausstrecken wird sicherlich nicht von allen der fast 100 anwesenden Frauen gesehen, am ehesten haben jene ganz vorne beste Chancen, auch wenn eine Zunge recht kurz ist und weniger gut zu sehen ist aus einer gewissen Entfernung und bei beständiger Bewegung in der Menge.

      Doch seine Worte sind gänzlich zu vernehmen.

      Yppolita nickt auch Waidhart kurz zu, wie auch vorher ist gerade nicht Zeit und Gelegenheit für Worte untereinander, wenn sie an die Amazonen gewandt besser verwendet werden.


      Fiya hebt ihren auch optisch recht anspruchsvoll gestalteten Anderthalbhänder in die Höhe und erhebt erneut ihre Stimme und spricht von dem Dämon und dass Rondra sie zu dieser Waffe geführt habe. Auch sie appelliert, sich von der Schwarzen Göttin abzuwenden.

      Und wieder erhebt sich ein "Für die Königin, für Rondra!", im Tempel der Rondra zu Kurkum, und wieder wird es aufgenommen, als die Wahrheit, wiederholt und aus verschiedenen Blickwinkeln hervorgebracht, mit verschiedenen Argumenten untermauert, immer besser Wurzeln fassen kann in den Köpfen und Überzeugungen der Amazonen.


      Da wird ein rotes Samttuch durch die kleine Öffnung gedrückt und auseinander geschüttelt, Juniveras Worte übertönen die Rufe, die etwas abnehmen, nun, da so etwas wie Wille entsteht, zuhören zu wollen.


      Sofort nimmt Falconor dies auf. Wieder wird auf die reglose schwarze Gestalt verwiesen, die nun tatsächlich still und stumm alles hinnimmt. Gemurmel kommt auf, denn ja, sie hat kurz zuvor noch gesprochen und hat sehr plötzlich damit aufgehört. Der Hinweis auf etwas ins Essen zu tun, ist sehr profan. So eine Kiste mit Tonflaschen kann viel bedeuten, es kann auch die Wahrheit sein.


      Noch immer gibt es "Für die Königin für Rondra!"-Rufe, doch gibt es auch immer mehr Zweifel und Skepsis auf den Gesichtern, doch nun, wie einzelnen Rufen entnommen werden kann, richtet er sich gegen die Schwarze Göttin, deren erhabener Gesichtsausdruck weiterhin ins Nichts geht und keinerlei Beachtung gegenüber irgend etwas zeigt. Zuviel wurde vorgebracht, vielleicht ist es auch das besagte Öl, das empfänglich macht, aber das wiederholte eindringliche, gemeinsame Einwirken überzeugt mehr und mehr.

    • Nachdem Falconor geendet hat, steigt Junivera wieder von der Leiter herunter. Die Klappe lässt sie offen, damit diese besser sichtbar bleibt. Sie behält das rote Tuch in der Hand, um einen Beweis zu haben, dass sie da soeben auf die versteckte Öffnung aufmerksam gemacht hat. Sie eilt wieder zum Hauptraum, diesen betritt sie dann aber mit bewusst straffen, aber nicht übereilten Schritten. Sie reckt das rote Tuch in die Höhe und weist nochmals auf die Öffnung oben in der Wand. "Ihr wurdet von dort oben beobachtet und schändlich verzaubert. Dazu mit diesem magischen Öl gefügig gemacht." Sie zeigt auf die Kiste. "Schüttelt das ab! Wann, wenn nicht heute, am 20. Rondra, einem Feiertag, einem heiligen Tag?! Für die Königin, für Rondra!"


      Sie stellt sich wieder zu den anderen. Junivera hat alles gesagt und getan, was ihr einfällt. Es bleiben nur noch Glaube und Hoffnung. Sie schickt noch ein stummes Stoßgebet gen Alveran: "Herrin auf Alverans Zinnen! Verzeih diesen Frevel und lenke deinen Blick auf jene Achmad´sunni, die bereuen. Im Glauben an dich werden sie diesen üblen Angriff auf ihre Seelen abwehren. Rondra, hilf, wo unsere Mittel am Ende sind!"

    • Junivera eilt wieder in den Tempelraum, das Samttuch schwenkend. Ihre Stimme hebt sich über die Unruhe, wie es bislang jede Stimme derer am Altar tat. Wieder ertönt der alte Schlachtruf der Amazonen, der wieder aufgenommen wird, wieder stärker werdend als zuvor.


      Und die Schwarze Göttin ... verschwindet von einem Moment auf den nächsten, ohne Regung, ohne ein Wort, ohne eine Spur zu hinterlassen.

      Die Wand hinter ihr ist wieder zu sehen, die Trümmer der abgebrochenen Statue auf dem Sockel stehen kahl und als traurige, kümmerliche Überreste als Zeugnis schändlichen Wirkens.


      Für einen kurzen Moment geht ein Stocken durch die Amazonen, als die Gestalt verschwunden ist, doch dann werden die Rufe um so vehementer angenommen. Es fallen noch mehr auf die Knie, über das Gesicht jener, die es zuerst tat, laufen Tränen der Scham und Reue, auch auf anderen Gesichtern sind Tränen auszumachen und starke Regungen über die eigenen Schande, aber auch das Erkennen der Wahrheit.

    • Junivera ist unglaublich erleichtert, als das Götzenbild endlich verschwindet und zugleich die Stimmung endgültig zu ihren Gunsten umschwingt. Sie atmet tief durch und wagt es sogar, der Menge kurz den Rücken zuzuwenden. Sie lässt sich auf ein Knie nieder, beugt das Haupt in Richtung der zerstörten Rondrastatue und dankt der Donnernden in einem sehr kurzen, stillen Stoßgebet. Nur Augenblicke später steht sie wieder auf. Sie versucht zunächst den Blick der Königin und dann auch der anderen aufzufangen mit der stummen Frage: Was jetzt?

    • Immer mehr der Amazonen können überzeugt werden. Nach Juniveras Worten und ihrem Gebet tritt endlich das ein, worauf Falconor diee ganze Zeit gewartet und gehofft hat: DIe Illusion vergeht, die schwarz gewandete Frau ist fort. Die Wirkung auf die Amazonen bleibt natürlich nicht aus. Nach den Reaktionen zu urteilen, die Falconor in der Menge ausmachen kann, erkennen immer mehr die Wahrheit. Hesinde sei Dank, die Klarheit der Gedanken kehrt zu ihnen zurück!


      Den Moment ausnutzend erhebt der Magier noch einmal seine Stimme. "Seht und erkennt den Schein und den Betrug, dem ihr aufgesessen ward! Das Trugbild ist fort, die Götzengestalt hat sich ohne Worte, ohne Tun in Luft aufgelöst, in Nichts! Sie ist fort und wird nicht wiederkehren, jetzt, da der, der euch beeinflusst und gelenkt hat, vertrieben wurde." Er richtet seinen festen Blick zuerst zu Yppolita und zu seinen Gefährten, dann wieder zu den Amazonen. "Dieser Tempel gehört wieder Rondra!"

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    • "Der Sturmherrin sei Dank!", ruft Yppolita aus, die die anderen hat reden und handeln lassen, damit alles aussieht wie eine feste Zusammenarbeit und niemand dem anderen ins Wort fällt.

      "Erkennt nun, da das schwarze Götzenbild fort ist, an diesem Tag der Rondra, dass alles eine finstere Täuschung war, der ihr gefolgt seid. Nun ist die Zeit der Reue und der Buße gekommen, denn Rondras Zorn und ihre Gnade sind unermesslich!"