Die Große Mutter Robbe

    Die Große Mutter Robbe

    Dies ist ein selbst erdachtes Abenteuer. Wo mir keine Informationen bezüglich Kulturellen Eigenheiten beteiligter Völker bzw. geographischen Besonderheiten und Flora und Faune vorliegen werde ich auf meine Fantasie zurückgreifen und kann daher immer mal wieder von der offiziellen Setzung abweichen. Natürlich kann jeder Mitlesende gerne Inhalte, Beschreibungen und Ideen für seine eigenen Abenteuer übernehmen, rechnet aber nicht damit das sie immer durch offizielle Quellen abgedeckt sind. Da ich nicht den Band "Im Bann des Nordlichtes" besitze möge man mir verzeihen wenn ich mir Glyndhaven so ziemlich ausdenke wie es mir grade passt.



    Glyndhaven

    Hoch im Norden, am Firunsfinger gelegen, ist die Stadt Glyndhaven der wohl nördlichste Außenposten der bekannten Zivilisation in Aventurien. Es mag manchen wundern warum hier, fernab jeden beackerbaren Landes eine Stadt errichtet wurde, doch die Schätze des hohen Nordens vermögen noch immer zahlreiche Menschen hierher zu locken und auch zu Zeiten Gloranas der Schönen lohnte es stets die Besiedlung trotz ihrer weitgehenden Abhängigkeit von Lebensmittellieferungen aufrecht zu erhalten.

    Der wohl größte Schatz der Gegend sind die immens großen Bernsteinvorkommen, welche an den Stränden gefunden werden können und die Glyndhaven auch zu einem bedeutenden Pilgerort der Kirche des Götterfürsten machten. Daneben locken riesige Vorkommen an Robben Pelzjäger und Transieder in den hohen Norden und auch Hai- und Walfänger finden hier ihr Auskommen, sofern letztere das Risiko auf ein versprengtes Schiff voll zorniger Thorwaler zu stoßen nicht scheuen. Doch die Nordleute fahren nicht oft so weit nach Norden, so dass an der Küste die sogenannten Flenserdünen liegen, auf welche die großen Tiere – ob nun Wale, Haie oder Seetiger – gezogen werden um dann von fachkundiger Hand zerlegt zu werden.

    Die Bevölkerung der Stadt ist gemischt und neben Mittelländern und Thorwalern sieht man auch einen gerütteten Anteil nivesischer und norbardischer Gesichter. Hier und da trifft man auch auf Schneegoblins die sich gegen Metallwaffen, Pfeilspitzen und Seile als fähige Flenser, Wildnisführer, Robbenjäger und Harpuniere verdingen, sich aus den Belangen der Menschen jedoch fernhalten und auch größtenteils wenig Interesse daran zeigen in Glyndhaven zu siedeln. Solange ihre Stammesgebiete respektiert werden sind sie bislang als recht friedliebende und vor allem für einen Angriff zu feige Nachbarn bekannt und da seitens der Menschen wenig Interesse an der Einöde die die Weißpelze ihr Eigen nennen besteht wird es wohl auch so bleiben.
    Anders sieht es da schon aus wenn man ein einzelner Reisender ist, denn mehr als ein Pelzjäger ist schon in der Wildnis verschwunden, wenn der Winter hart und er leicht zu überwältigen war, aber so war das ungeschriebene Gesetz hier oben: wer sich seiner Haut nicht erwehren kann, sollte nicht hier her kommen. Auch in der Stadt selbst ist deswegen der Umgangston oft ziemlich rau und die Dolche oder wohl eher die Haumesserartigen Waffen der Robbenjäger sitzen lockerer als es der Mittelreicher gewohnt ist.



    Gerade erreicht wieder eine Karawane aus Händlern, Pilgern, Glücksrittern und ihren Führern das „Juwel des Nordens“, darunter auch Tuunjul, Kielo und Coljew. Gerade kommen die ersten Gebäude, überwiegend Bretterbuden und Holzverschläge verschiedener Bauarten, in Sicht. Aber auch ein paar Steingebäude, darunter offensichtlich ein großes Gasthaus im Bornländischen Stil, welches bis in etwa einen Schritt Höhe gemauert ist und darüber eine Balkenkonstruktion aufweißt und der Praiostempel. Letzterer wirkt zwar nicht sehr imposant wenn man die Häuser des Götterfürsten anderswo gesehen hat, doch hier im Kontrast zu den Hütten der Glyndhavener ist der Anblick der Messinggedeckten Kuppel auf dem wuchtigen Steingebäude, deren Spitze sicherlich 12 Meter über den Boden ragt ziemlich beeindruckend.

    Die Reise nach Norden war relativ ruhig verlaufen. Seitdem sich das Eisreich aus noch ungeklärten Gründen zurückgezogen hatte, war das Reisen wieder sicherer geworden, auch wenn der hohe Norden nichtsdestotrotz lebensfeindlich blieb – ob mit oder ohne Heptarchin.
    Bis nach Norburg war Tuunjul noch mit Garwin gereist, der sich dort dann sehr herzlich verabschiedet hatte, in tiefer Dankbarkeit für ihren Anteil an dem friedlichen Verlauf der Mission bei den Goblins der roten Sichel.
    Auch der Besuch bei ihren Stämmen war für Tuunjul und Kielo schön gewesen. Die Karenherden hatten sich wieder besser vermehrt und da nun das Eis langsam wieder etwas nach Norden zurückwich waren auch die Weidegründe besser und man blickte mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft.
    Schließlich hatten sich beide, unabhängig voneinander, der Karawane angeschlossen, deren Mitreisende ob solch Wildniskundiger Begleitung mehr als erfreut waren.

    Bei Tuunjul hatte auch ein etwas seltsamer Traum eine Rolle dabei gespielt der sie nach Norden gewiesen hatte. Sie eine dunkle Kontur auf dem Eis liegen sehen, so wie ein gestrandeter Wal mit einigen Menschen darum stehend... umgeben von wehendem Schnee, in dem sie die Umrisse kleiner Gestalten erahnt hatte – Goblins. Und auf eine Art und Weise die sich schwer beschreiben ließ, wusste sie dass sie diesen Ort finden musste. Dass dort Menschen waren die ihre Hilfe brauchten.



    Auf der „Schnellen Schnegge“

    Wieder einmal lässt Sedef – einen harten Brotkanten weich kauend - seinen Blick über die Reling nach unten schweifen, doch wie nicht anders zu erwarten hatte sich der Anblick nicht geändert. Dicke Eisplatten wölben sich am Rumpf entlang empor und haben das Schiff eisern in ihrem Griff. Hätte der Kapitän nicht gleich nach dem euch das Treibeis eingeschlossen hatte eiligst Befehl gegeben die schwersten Teile der Ladung auszuladen, damit das Schiff über dem Eis bleibt und nicht von den Platten zerquetscht wird sähe eure Lage wohl noch trostloser aus, doch auch wenn das Schiff im Sommer, wenn das Eis taut wohl wieder seetüchtig sein dürfte – bis dahin war es noch fast 8 Monate hin... Soviel zum Thema „kleine Expedition ins Reich der Dunkelelfen“...

    Eure Fahrt war aber auch vom Pech verfolgt gewesen. In der Mannschaft musste schon lange ein Streit unter der Oberfläche gebrodelt haben, was man aber kaum ahnen konnte, als ihr Passagiere – Sedef, Geldon und einige Pelzjäger aus Nostria – als Passagiere an Bord gegangen wart. Schon ab Prem war es immer mal wieder zu Streit zwischen den Matrosen gekommen und bei Olport schließlich hatten sich die Streithähne unter der Führung des Kapitäns und des Maates schon eine handfeste Prügelei geliefert. Das wäre wohl der Moment gewesen das Schiff zu verlassen, doch für Reue war es jetzt wohl zu spät. Abgelenkt durch die ständigen Streitereien war man vom Kurs abgekommen und die Nachtwache hatte ihre Arbeit nicht gut erledigt, so dass ihr viel zu tief in das Treibeis gerietet und euch nicht mehr daraus befreien konntet. Als offensichtlich war das es wohl kein Entkommen gab, hatte sich der Kapitän entschlossen mit einigen fähigen Seeleuten das Beiboot zu bemannen, an den Rand des Packeises zu tragen und nach Glyndhaven zu fahren, das wohl nicht mehr weit entfernt lag um Hilfe zu holen. Es war wohl kaum nötig zu erwähnen dass unter den Männern die er mitnehmen wollte kein einziger der Leute des Maates war. Im Anschließenden Handgemenge war es heiß her gegangen und für zwei Matrosen viel zu heiß, die nun ein nasses Seemannsgrab gefunden hatten – möge die heilige Etilia sie auf ihrem Weg geleiten. Einige Andere waren verletzt worden – Schnittwunden, Brüche... die ganze Palette – und letztenendes war es ohnehin umsonst, denn der Kapitän war trotzdem losgefahren.

    Zwei Tage später beschlossen die Pelzjäger und die aufsässigen Matrosen, die noch in guter Verfassung waren, ihr Glück über den Landweg zu versuchen, in der Annahme der Kapitän würde ohnehin nicht wegen ihnen wiederkommen. Sie „demontierten“ (zerhacken wäre wohl passender) einen nicht unbeträchtlichen Teil des Schiffes – die Reling, einen Großteil der Kapiänskajüte und einen Mast und bastelten eine Art Schlitten daraus um ihren Proviant mit sich nehmen zu können. Wer aussah als wäre er nur ein Klotz am Bein wurde zurückgelassen und ihr konntet noch froh sein dass sie euch wenigstens genug essbares für die nächsten ein oder zwei Monate dagelassen hatten. Wer weiß, vielleicht schafften sie es ja zurück in der Zivilisation. Euch zurückgebliebenen blieb nur warten und euch um die Verletzten zu kümmern, denen es nicht gerade gut ging. Wenn nicht bald Hilfe kam, blieb euch wohl nur ihnen einen möglichst würdigen und schmerzfreien Weg übers Nirgendmeer zu ermöglichen.


    Um die schnelle Schnegge herum breitet sich die endlose Weite des ewigen Eises aus. Im Südosten, etwa 200 Meter entfernt sind einige Felsen, im Süden sicherlich 4 Meilen Entfern eine richtige Felsformation, die wohl ein Ausläufer eines Gebirges ist, das teilweise vom Eis und Schnee bedeckt wird. Im Norden trennt euch derzeit eine halbe Meile Eis vom freien Meer. Momentan ist das Wetter für den hohen Norden noch mild – für Sedef damit aber schon deutlich zu kalt – doch mit großer Sorge blickt ihr in die Zukunft, denn auch wenn die schnelle Schnegge euch zumindest Schutz vor Wind und Schnee gewährt, ihr Wert als wärmende Unterkunft ist eher Diskusionswürdig. Und auch wenn man in den Kajüten auch mit kleinen Öfen heizen könnte, habt ihr niemals genug Holz an Bord um durch den kompletten Winter zu kommen, selbst wenn ihr alles verbrennt was nicht unbedingt nötig ist. Fürs erste habt ihr euch alle in der engen kleinen Passagierkabine welche möglichst mittig im Schiff liegt versammelt, um es möglichst warm zu haben, doch wenn nicht bald Hilfe kommt... nun ja, daran sollte man besser nicht denken.

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    Glück im Unglück ... So könnte man die jetztige Situation sicher beschreiben. Seit Sedef ibn Marwan von seiner Magistra Salwinja Gerbersen vor ungefähr einem Götterlauf auf seine große Reise geschickt worden war, hat er schon einiges gesehen oder, besser gesagt, mitgemacht. Und welcher andere junge Mann oder welche andere junge Frau mit gerade mal ungefähr 17 Götterläufen kann von sich behaupten, schon so viel erlebt zu haben und damit bereits ein richtiger Questador zu sein? Wie anders hatte sich das wahre Leben außerhalb der Akademie doch gezeigt? Aber wer hätte auch damit rechnen sollen, dass in den Tiefen der Nostrischen Wälder, wo Sedef seine ersten Abenteuer hingeführt hatten, solche finsteren Umtriebe stattfinden? Andererseits - jeder Tag ohne persönlichen Kontakt zu Magistra Salwinja Gerbersen war ein guter Tag! Mochten die Schrecken im Firun noch so groß sein, im Praios, genauer gesagt, in der Dunklen Halle der Geister zu Brabak wartete Magistra Salwinja Gerbersen auf ihn. Und eigentlich ist es unvorstellbar, dass etwas schrecklicher als die Magistra sein könnte ... Gut, Magister Magnus Pôlberra war bestimmt noch etwas schrecklicher als Magistra Salwinja Gerbersen. Aber mit dem hatte Sedef zum Glück noch nie viel zu tun. Und sein Aussehen - zum Davonlaufen. Da war die Reise hierher eigentlich doch ein richtiges Kinderspiel. Und es war doch bestimmt im Sinne von Magistra Salwinja Gerbersen, sich um die im Praios völlig unbekannten seltsamen Dunkelelfen zu kümmern. Schon normale Elfen waren selten und benahmen sich seltsam. Sedef hatte erst vor Kurzem seine erste wahrhaftige Elfe gesehen, Schön war sie ja gewesen, aber sie hatte sich auch irgendwie komisch benommen. Ob das damit zusammenhängt, dass sie auch von arkanen Kräften durchdrungen sein sollen? Bestimmt! Schließlich waren ja auch Magistra Salwinja Gerbersen und ihre Collegas immer wieder äußerst komisch. Hoffentlich erfährt sie nie, dass er das gerade von ihr gedacht hatte. Ansonsten würde er sicherlich auch einmal als wandelnder Toter in den Gängen der Akademie enden ... Und ob dann noch alles an ihm dran sein würde - Boron bewahre.

    Vielleicht würden die Dunkelelfen ja ihre finsteren Umtriebe noch weiter in Richtung Praios ausdehnen? Es wäre bestimmt äußerst interessant, das heraus zu finden. Hesinde verhindere jedoch, dass dies passiert und Phex, schau, ich reise hierher in diese Einöde und damit ich selbst etwas dazu beitragen kann, um das zu verhindern! Oh, ihr Götter, seid mit mir und unterstützt mich, wo ich zu schwach bin und eure Hilfe benötige. Mein Dank ist euch gewiss!

    Während Sedef weiter gedankenverloren auf seiner Brotkante kaut, kann er dem großen weiten Weiß, das ringsum zu sehen ist, plötzlich doch etwas Gutes abgewinnen. Schließlich muss er deswegen nicht mehr das viele Wasser sehen, das ihn die ganze Reise über seit Havena begleitet hatte. Immer wieder war er ins Zweifeln gekommen, ob der Landweg nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre. Und dass sie hier gestrandet und von der Mannschaft und den übrigen Passagieren verlassen worden waren, machte die Sache auch nicht besser. Aber nun war es sowieso zu spät. Vielleicht würde sich dieser Senhor Geldon ja noch als Hilfe herausstellen? Die ganze Reise über hatten sich keine große Gelegenheiten ergeben, ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Vielleicht hätte er seine Abscheu vor dieser großen endlosen Fläche doch schon früher überwinden und öfters mal an Deck gehen sollen? Sonst hatte er doch auch nie Probleme damit, sich an fremden und ungewohnten Örtlichkeiten gut zurecht zu finden. Aber auch dafür war es nun zu spät. Diese Gelegenheiten waren vorbei. Aber so wie es aussah, gab es ja jetzt genügend Zeit, sich näher kennen zu lernen. Mit den verletzten Mannschaftsmitglieder musste man bestimmt vorsichtig sein. Wer sich und seine Fahrgäste in eine solche Situation brachte, würde gut nach Brabak passen. Aber dort versuchte man wenigstens immer, ein paar Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Und meistens ging es ja auch gut ...

    Jeden Tag scheinen die Brotkanten aus dem Essen, das vom Capitan und dem Maat zurückgelassen worden war, mehr Widerstand zu leisten. Wenn das so weiter ging, würden sie irgendwann den Härtegrad von Granit erreicht haben. Ein interessanter Gedanke! Ob es sich lohnen würde, diesen weiter zu verfolgen? Im Augenblick wohl eher nicht. Es sind andere Prioritäten zu setzen. Aber wenn es weiterhin so viel Zeit geben würde, würde das wohl zumindest bald eine sinnvolle Beschäftigung darstellen. Ob Senhor Geldon wohl etwas dazu sagen könnte? Vielleicht kannte er sich ja damit aus. Die Seeleute machten nicht den Eindruck, als würde sie das interessieren. Er sollte Senhor Geldon einmal danach fragen. Aber warum war Senhor Geldon auch zurück gelassen worden? Nur weil er, Sedef, aus dem Praios kam, waren sie der Meinung gewesen, dass er nicht geeignet sei, die Fahrt zurück in die Zivilisation zu überstehen. So ein Unsinn! In Sedef steckte mehr und dass es hier so kalt ist, dafür konnte er ja nun nichts. Hatten die die Seeleute etwa mehr über Senhor Geldon gewusst? Vielleicht sollte er in einem günstigen Augenblick die verletzten Seeleute danach fragen?

    Aber eigentlich sollten sie hier froh sein, dass es überhaupt etwas zu essen gab? Bisher hatte Sedef noch kein jagdbares Tier gesehen, egal zu welcher Tages- und Nachtzeit er mittlerweile hier oben an dieser Reling gestanden hatte. Hier scheint sich alles gegen den zivilisierten Menschen verschworen zu haben. Nie mehr wird er wieder wegen ein bisschen Regen schimpfen, wenn er wieder nach Brabak zurückkehrt. Man müsste einmal nachsehen, ob es in einem bisschen Abstand zum Schiff Fährten von Wild gibt. Man konnte schließlich fast alles essen. Nur zu wählerisch durfte man dabei nicht sein. Ob sich hier in diesem weißen Einerlei überhaupt Fährten finden lassen würden? In einem Wald oder auf einer Wiese hätte Sedef sicherlich kein Problem damit, aber hier? Hier sah es doch so aus wie in Büchern. Und - da war sich Sedef sicher - man konne nicht alles glauben, was so in Büchern abgebildet war, widersprachen sich ihre Inhalte doch sogar recht oft. Und außerdem wurden sie oft von Gildenmagiern verfasst. Das sagte doch schon alles ... Hm, das könnte für die ferne Zukunft einmal ein Ziel sein, alle Erlebnisse niederzuschreiben. Sicherlich ließ sich damit bestimmt auch die eine oder andere Krone verdienen, wenn so ein Buch von einer so vertrauenswürdigen Person wie ihm verfasst worden war. Aber zunächst einmal gilt es, zu überleben. Und wer kann schon sagen, was hier alles außer den Dunkelelfen noch rumkreucht und -fleucht?

    Was war noch zu tun? Sicher wäre es besser, einmal festen Boden unter den Füßen aufzusuchen und dort das Lager aufzuschlagen. Vielleicht gibt es bei den Felsen sogar eine geeignete Höhle? Und man sollte die verbliebene Ausrüstung überprüfen und erfassen. Etwas Ordnung hatte schließlich noch niemanden geschadet. Das Gleiche gilt für die Nahrung. Evtl. müsste man sich über eine möglicherweise erforderliche Rationierung Gedanken machen? Nur Hesinde weiß wohl, wie lange wir hier noch ausharren müssen. Ja, er sollte so schnell wie möglich mit Senhor Geldon das Gespräch suchen! Zum Glück hatte er seiner Empfindung nach eine fast unheimliche sprachliche Begabung, die es ihm bisher immer sehr leicht machte, fremde Sprachen schnell zu erlernen. Und das hatte sich auf den Reisen hierher schon mehrere Male als sehr nützlich erwiesen. Von daher sollte es auch mit Senhor Geldon möglich sein, ohne Schwierigkeiten zu sprechen. Woher er wohl kam?

    Gerade, als Sedef sich umdrehen will, fällt ihm sein Brotkanten aus der Hand. Ein Blick nach unten bestätigt seine Befürchtungen. Wie sollte es auch anders sein, der Brotkanten war über Bord gegangen. Es hätte doch wirklich gereicht, wenn er auf die Schiffsplanken gefallen wäre. Aber wenigstens ist unten kein Wasser. Vielleicht ist das Eis ja doch nicht so schlecht, wie es aussieht und wie es sich anfühlt? Da würde ihm wohl nun nichts anderes übrig bleiben, wie nach unten auf das ungemütliche Eis zu klettern, um den Brotkanten zu retten. Schließlich will er ja, nachdem er sich schon Gedanken über eine mögliche Rationierung gemacht hat, mit gutem Beispiel vorangehen. Nachdem Sedef über die Reling gestiegen ist, was für ihn bei seiner Größe von ca. 1 Schritt, 4 1/2 Spann und 1 Finger kein großes Problem darstellt, beginnt er nach unten zu klettern. Zu Hause würde man sagen, dass er ziemlich groß gewachsen ist, hier im Firun hat er aber schon deutlich größere Leute gesehen. Diese Größe scheint hier wohl sogar eher normal als die Ausnahme zu sein. Vielleicht hätte sich Sedef doch etwas mehr mit dem Abstieg beschäftigen sollen? Jedenfalls kurz bevor er den Boden oder, genauer gesagt, das Eis erreicht, rutscht er ab und schafft es nicht mehr, sich festzuhalten. Zum Glück war es nur ca. 1 Schritt, den es noch nach unten ging ... Da hat Sedef schon deutlich Schlimmeres mitgemacht! Ob der Sturz mit seiner als schlaksig zu bezeichnenden Figur - sein Gewicht könnte man auf ca. 85 bis 90 Stein schätzen, es düfte aber wohl irgendwo in der Mitte davon liegen - oder mit seiner dicken Winterkleidung, die er trägt, zusammenhängt, wäre für einen hoffentlich nicht vorhandenen Beobachter vermutlich schwer zu erkennen gewesen. Vielleicht hat sich Sedef ja aber auch einfach (mal wieder ?!?) ungeschickt angestellt ... Dieses Mal ist es jedenfalls glimpflich abgegangen. Und der Brotkanten ist auch da, wie Sedef nun schmerzhaft unter seinem linken Oberarm spürt. Nichts desto trotz, Peraine sei Dank! Für die Rettung des Essens kann man auch einmal etwas Unbillen auf sich nehmen. Es war ja schließlich nicht das erste Mal ...

    Nachdem Sedef wieder aufgestanden ist und den Brotkanten in eine Tasche gesteckt hat, macht er sich an den Aufstieg. Er braucht deutlich länger wie für den Abstieg, schafft es aber, schon beim ersten Mal gesund oben anzukommen und ist darüber wirklich froh. Ein Sturz am Tag ist nun wirklich ausreichend. Hoffentlich hatte es niemand gesehen.

    Wenn jemand an Deck sein sollte, könnte er bei Sedefs Rückkehr aufs dieses sehen, dass sein Aussehen, wenn man von seiner Größe und seiner Kleidung absieht, dem eines typischen Tulamiden entspricht. Unter der warmen Mütze sieht man, dass seine Gesichtshaut hellbraun ist. Einige Haarsträhnen haben sich wohl nicht unter die Mütze bändigen lassen und stehen in alle Richtungen hervor. Sie wirken etwas ungepflegt und schmierig, aber wer würde sich bei diesen Temperaturen schon gerne waschen? Dafür ist es nunmal einfach zu kalt. Wenn Senhor Geldon während der Reise hierher schon einmal in der Nähe von Sedef gewesen ist, hat er sicherlich schon bemerkt, dass diesen auch ein etwas strengerer Geruch umgibt. Es könnte sogar durchaus sein, dass Sedef einen leicht verwahrlosen Eindruck auf ihn gemacht hat. Vielleicht hängt das mit dem (Nicht-)Waschen doch nicht alleine mit der Kälte zusammen? Und wie Sedef es auf der Reise geschafft hat, so viele Flecken in seine dicke Pelzjacke und seine warme Hose zu bekommen, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Auch seine Fellstiefel und -handschuhe sehen so aus, als könnten sie schon einiges zu erzählen haben. Dabei hat Sedef die Winterkleidung, als es während der Reise immer kälter wurde, erst gekauft. Schaut man Sedef allerdings genauer ins Gesicht bzw. in seine braune Augen, wird man feststellen können, dass er über einen wachen Verstand und einen scharfen Intellekt zu verfügen scheint.

    Nach diesem kleinen Abenteuer hat Sedef erst einmal die Nase voll von dieser ungarstlichen Umgebung. Wenn es hier nur nicht so kalt wäre. Vielleilcht findet sich ja in diesem Schiff noch etwas, das groß genug ist, um es noch oben drüber zu ziehen. Und, wo er sich das jetzt überlegt, war bestimmt auch Eis daran schuld, dass er vorher ausgerutscht und das letzte Stück gefallen ist. Beim nächsten Mal würde er wieder besser aufpassen! Sedef begibt sich jetzt wieder nach unten, um sich aufzuwärmen und nach seiner Ausrüstung zu sehen. Zuerst einmal ist eine Bestandsaufnahme bei den eigenen Sachen erforderlich. Danach wird diese auf das ganze Schiff ausgedehnt. Die Ausrüstung hat Sedef, als er an Deck gegangen ist, in seinem großen Rucksack in der Kajüte zurückgelassen.
    Eine alte Weisheit der Dakota-Indianer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Uff, geschafft. Eine Karawane mehr, die den sicheren Weg in den Norden hinter sich gebracht hat und das noch einige Wochen vor Wintereinbruch. Gut. Kielo streckt sich mit einem Gähnen und sieht sich in ihrem diesjährigen Winterquartier kurz um. Der riesige Tempel war schon recht beeindruckend, auch wenn sie in Norburg sogar noch größere gesehen hatte und sie freute sich bereits jetzt darauf Bernsteine suchen zu gehen. An der Küste zu überwintern war keine schlechte Idee für dieses Jahr, immerhin war es hier ein ganzes Stück milder, als im Inland und man konnte auf dem Eis Robben jagen gehen und musste nicht dem Wild in den Süden folgen, das war doch eine angenehme Abwechslung.

    Zufrieden mit sich und der Welt und nachdem sie ihren recht schweren Rucksack, aus dem sie alles mögliche zaubern kann, neben den entspannten Bogen abstellt, lässt sich Kielo auf einen Stein sinken und genießt die letzten Sonnenstrahlen des Jahres. Der etwa 9 Spann großen Nivesin sieht man ihr recht junges Alter noch sehr gut an: das sommersprossige Gesicht ist noch nicht groß wettergegerbt, auch wenn man ihm das ständige in der Kälte sein durchaus ansieht, ihre Figur wirkt noch leicht ungelenk, auch wenn sie wohl schon eine Weile ausgewachsen ist, wenn sie auch durchaus eine kräftigere Statur besitzt. Das typische kupferrote Haar ihres Volkes trägt die sommersprossige junge Frau immer zu einem langen Zopf geflochten, den sie mal zu einem Dutt wickelt, mal einfach hängen lässt, heute hat sie letzteres gewählt.

    Gemütlich kramt die junge Frau eine Pfeife aus ihrer Tasche, in die sie etwas getrockenete Moltebeerenblüte gestopft hat und lässt die Beine, die mit einer wildledernen Hose, sowie sehr stabilen Stiefeln bekleidet sindvon dem Felsen baumeln. Das Pfeife rauchen hatte sie sich während der Ausbildung zum Warmhalten angewöhnt und auch wenn das Zeug bitter schmeckte, irgendwie mochte sie es. Das Paar irgendwie wölfisch hellbrauner Mandelaugen über einer etwas zu kleinen Nase und einem schmalen Mund schweift neugierig über die Mitglieder der Karawane von denen die meisten mehr oder weniger direkt zum Praiostempel gehen und sie verabschiedet sich stumm von den Gefährten der letzten Wochen. Hier direkt in der Stadt würde sie kaum bleiben...

    Dass es sich bei Kielo um eine Geweihte der milden Göttin Ifirn handelt, kann man lediglich an ihrer weißen Felljacke – ein Eisbärenfell, dass sie zum Ausbildungsabschluss selbst von einem selbst erjagten Eisbären eigenständig angefertigt hatte, wovon sie auch jedem gerne und ausschweifend erzählte, wenn man sie nicht aufhielt. Es war aber auch noch keinen Götterlauf her. Die Jacke ist über und über mit gestickten Schwanenmotiven, Schneeflocken und Ifirnsglöckchen verziert, die ein bestimmtes Muster zu bilden scheinen, aber nur die kleinste Bewegung Kielos scheint auch die Motive sich bewegen zu lassen und machen es etwas schwer sich wirklich darauf zu konzentrieren. Darüber baumelt ein ein beinernes Schwanenamulett.

    Hier in der Sonne und am Meer ist die Jacke aber doch ein Stück zu warm und so landet sie schnell neben Kielo und fördert ein tunikaartiges langärmliges Oberteil aus einem groben weißen Wollstoff, der ebenfalls mit Stickereien und Fransen verziert ist. Ohne die dickere Jacke wirkt sie jetzt fast ein wenig schmächtig, auch wenn man nach wie vor durchaus erkennen kann, dass sie nicht gerade schwach ist.

    Ein wenig würde sie sich noch hier auf dem Stein wärmen lassen, dann würde sie mal in der Stadt nachfragen ob demnächst noch Jagden anstünden, immerhin mussten man bestimmt noch Vorräte sammeln und die Höflichkeit gebot es wohl auch, dass sie sich in einem der Tempel danach erkundigte, ob es Aufgaben zu erledigen gab. Aber erstmal: Ruhe, Entspannung und ein Sonnenbad.
    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.

    - Immanuel Kant

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    Nun, das erste Seeabenteuer, und dann dieses vorläufige Ende... und ganz ehrlich: Viel schlimmer kann es aus Geldons Weltverständnis heraus nicht werden. Keine schönen Frauen an Bord, eine unlustige, meuternde Menge auf dem Schiff, der größtenteils nun wirklich kein Charme abzugewinnen ist. Dabei hätte es so schön werden können; er hätte die tumben Matrosen um ihr Einkommen bringen können, um an Land ein größeren Puffer zu haben. Stattdessen stellte er heute Morgen zum ersten Mal fest, dass der Würfelbecher in seiner Kajüte hier tatsächlich allmählich einstaubte. Und anstatt sich ins Getümmel zu stürzen, als eine vielversprechende Prügelei an Bord ausbrach, hatte er sich wider Willen zurückgehalten, weil er für sich keinen eindeutigen Vorteil daraus zu ziehen wusste. Seit wann fing er an, über so etwas ernsthaft zu nachzudenken? Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. Es musste der Mangel an wohligen Getränken alkoholischer Natur sein...

    Indes, um hier nicht vollends zu verrotten, hat sich Geldon einen mehr oder weniger bewussten Tagesablauf an Bord angewöhnt. Früh morgens ein wenig Sport, man muss ja schließlich fit bleiben. Mehrere Male am Tag geht er für etwa eine halbe Stunde an Bord, um sich selbst von der Lage der Dinge zu überzeugen und frische Luft zu schnappen. Es hatte sich ausgezahlt, dass er vor seiner Abreise extra dicke Kleidung und ein Fell mitgenommen hatte. Den Rest des Tages beobachtet er die Leute an Bord, immer auf der Suche nach Ablenkung, was so manchen schon etwas provoziert haben könnte. Weil die Gespräche mit den Seemännern, da wortkarg, zumeist nicht viel hergaben, hat er beschlossen, sich einem anderen Ziel zu widmen.

    Nicht zum ersten Mal fällt ihm dieser sonderbare Mann aus dem Süden auf. Sedef soll er wohl geheißen haben, wenn er richtig informiert ist. Er muss grinsen, als er aus einiger Entfernung sieht, wie ihm das Stück Brot aus der Hand fällt. 'Armer Bursche', denkt er bei sich. Seine Augenbrauen schnellen nach oben, als er beobachtet, wie Sedef Anstalten macht, herunterzuklettern, sein Brot zu retten. Endlich mal etwas Unterhaltung... der Junge hat wirklich Schneid. Geldon lehnt sich aus der Entfernung lässig an ein Stück Reling und streicht sich das kurze blonde Haar zurecht. Ein Beobachter hätte ihn mit seinem gutgemeint-spöttischem Blick wohl für etwas schadenfroh halten mögen. Eine Beobachterin hätte ihn einfach für unverschämt gutaussehend und selbstsicher gehalten.

    Als Geldon bemerkt, wie Sedef abrutscht, neigt er sich, ohne auffallen zu wollen, um sich zu vergewissern, dass keine akute Gefahr für seinen Mit-Passagier besteht. Als dieser sein geliebtes Brot wieder in den Händen hält und anfängt hochzuklettern, dreht sich Geldon lächelnd Richtung Reling und endloses Eis und sinniert über seine Zukunft und die seiner "Mitgefangenen". Er denkt auch nicht zum ersten Mal an seine fluchtartige Abreise aus Baliho, weg von Schulden, Gläubigern und dem aufgeblasenen Besitzer des Spielhauses Nordstern... 'Phex sei mit mir! Mit einem Kopfgeld im Nacken ist das Leben doch viel aufregender!' Ja, sie würden entkommen, da war er sich sicher. Als er sieht, wie Sedef im Schiff verschwindet, folgt ihm Geldon mit gebührendem Abstand. Ja, ihm war die besondere Ausstrahlung des jungen Mannes nicht entgangen, und vielleicht war es an der Zeit, weiterzudenken...
    "Schwertzeit, Beilzeit, / Schilde bersten, / Windzeit, Wolfzeit, / bis die Welt vergeht ..." - Die Edda

    "Sangre ligera, redonda, granada: / raudo anhelar sin perfil ni penumbra. / Fuera, la luz en la luz sepultada. / Siento que sólo la sombra me alumbra." - Miguel Hernández

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Glyndhaven


    Glyndhaven! Das war also das berühmte Juwel des Nordens. Coljew hatte bei diesem Namen mehr erwartet. Aber wenn man sich die Umgebung ansah und dann noch überlegte, mit was die Leute hier zurecht kommen mussten war das wahrscheinlich das höchste was man erwarten konnte. Und beim Anblick der zwar nicht ärmlichen aber doch recht einfachen Häuser sagte eine kleine Stimme in seinem Hinterkopf:" Tja Kamerad wenn du auf dem Weg, den du dir ausgesucht hast weiter gehst, wirst du dich an so ein Anblick gewöhnen müssen." Ja, Coljew hatte sich diesen Weg ausgesucht. Er hatte das getan als er die Akademie verlassen hatte. Die Halle des Lebens! Grund gütiger Satinav das schien jetzt schon eine Ewigkeit her zu sein. Es war zwar gerade mal ein Jahr, aber in diesem Jahr war ziemlich viel passiert. Natürlich würde nichts von dem was er was er erlebt hatte, jemals von irgendjemand erwähnt werden. Verstauchte Bauernknöchel und ein paar Kinder Wehwehchen eigneten sich normalerweise nicht für Heldensagen. Aber das war ihm egal. Er wusste ganz genau, dass der eigene Ruhm nicht wichtig war. Genauso wenig wie Macht und Reichtum.

    Wichtig war nur heilen und helfen, die zwei Worte, nachdem er sein ganzes Leben ausgerichtet hatte, ausrichtet und immer ausrichten würde. Und außerdem, wenn er es recht bedachte, war er für diejenigen, denen er geholfen hatte wahrscheinlich ein größerer Held als so mancher Drachen tötende Schwertschwinger. Er war gegen Anfang des Herbstes nach Norburg zurückgekehrt, und war dort auf diese Karawane gestoßen. Wie manche Leute sich auf Reisen begaben... Nein! Nein! Nein! Mit den Händlern war seiner Meinung nach alles Ordnung. Die waren gut vorbereitet. Aber vor allem die Pilger! Ja, Pilgerfahrten waren etwas Gutes. Ja, mit ihnen beweist man seinen Göttertreue. Und ja es ist per se nichts schlechtes, kleine Kinder mitzunehmen, damit diese bereits in jungen Jahren von der heiligen Kraft dieser Orte zehren konnten. Aber wie diese Leute aufbrachen! Da mögen doch bitte alle Störche klappern!

    Coljew war nach einigen Gesprächen fassungslos gewesen: was Bitte bei Urislavs Unterhosen erwarteten diese Leute denn? Ja, es war allgemein bekannt, dass Pilger unter dem Schutz der Götter standen, aber glaubten die ernsthaft, dass...was wusste er schon...zum Beispiel… Wachteln! Einfach so vom Himmel fielen? Am besten noch gebraten? So etwas passierte nicht, und wenn doch, sollte man anfangen sich Sorgen zu machen. Eigentlich wollte Coljew gar nicht nach Glyndhaven oder überhaupt in den eisigen Norden, aber nach den ehrlichen Gesprächen hatte er sich gesagt: "Mensch, Mensch Karjensen! Wie dringend du jetzt auf einmal nach Glyndhaven willst! Is’ ja nich’ zu fassen!" Und so hatte er sich der Karawane angeschlossen. Und das war gut so gewesen. Sechs verstauchte Knöchel, acht Fälle einer heftigen Erkältung und ein flinker Difar. War ja auch kein Wunder wenn man mit etwas mehr als nichts am Leib loszog. Und das in einem BORNISCHEN Herbst! Und trotzdem alles ohne Magie geheilt! Coljew Alter Junge du bist echt nicht übel!

    Das Bauchweh und Fieber der kleinen Natjascha Wulpien machten ihm immer noch ein wenig Sorgen. Allerdings war jetzt wo wieder ordentliche Gasthäuser zur Verfügung standen sicher bald wieder alles in Ordnung. Denn immerhin hatte der Aufguss, den er für Sie zusammengestellt hatte, bereits auf der Reise ganz gut funktioniert, und der Rest des Weges sollte jetzt, wo es wie gesagt wieder ordentliche Betten gab, kein Problem sein. Er hat die kleine gemocht. Auch ihre Eltern. Ach eigentlich auch den ganzen Rest der Bande! Und sie hatten ihn gemocht. Waren es wahrscheinlich nicht gewohnt eine Magier zu erleben der mal mit anpackte, lachte und scherzte (im übrigen ein sehr tiefes und volles Lachen) und sich wirklich um die Menschen kümmerte. Für die Kinder des Zuges war er einem Tag einfach " der große Meister Bär" gewesen.

    Ein Spitzname, der wenn Coljew so darüber nachdachte, ziemlich treffend seine Erscheinung und sein Wesen beschrieb. Na gut Bären waren nicht blond, hatten keine grauen Augen und waren aufgerichtet, je nach Art, auch deutlich größer als 1 Schritt 89 Halbfinger. Auch trugen nur die wenigsten Bären eine Hose aus festen braunen Leder, die immer mal unter dem typischen grauen Reisegewewand seiner Zunft hervorguckte, gute aber doch schon recht ramponierte Stiefel und darüber eine gefütterte Wolljacke mit zugegeben ramponierten Pelzkragen. Und erst recht keiner, der eine Tasche mit Heilkräutern bei sich führte, ein Tagebuch und Schreibzeug. Und einen so langen Stab mit Tatzen zu tragen, stellte sich Coljew auch als äußerst schwierig vor.

    Aber Bären waren kräftig. Das passte. Bären waren gemütlich. Konnte er abhaken. Bären wurden Fuchsteufels wild, wenn man ihren Jungen zu nah kam. Ersetze Junge durch Patienten, dachte sich Coljew, dann passt das schon und Bären mochten Honig!… Stimmt! Stimmt! Stimmt! Jupp, Meister Bär passte.

    Jetzt genoss er die letzte Herbstsonne und schlenderte den Weg entlang. Als er auf einen großen Stein Pfeife rauchend die kleine Ifirngeweihte bemerkt die die Karawane ebenfalls begleitet hatte. Bei diesem Bild kann er sich folgenden Kommentar nicht verkneifen : "Na, Euer Gnaden! Da imitiert ihr wohl das falsche Schutztier. Soviel ich weiß gehören die Eidechsen doch zur Gefolgschaft einer anderen Göttin!" Lachend geht Coljew auf die Geweihte zu und stellt sich neben sie.

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Abreise aus der roten Sichel

    Mit einem weinenden und einem lachenden Auge setzt Tuunjul die ersten Schritte aus dem Goblinlager. Gekommen war sie als Fremde. das Fremde hat sich von sich gestreift und die rudimentären Grundlagen der goblinschen Lebensweise kennen gelernt. Doch die gemeinsame Zeit dauerte nur wenige Monde. Da waren sie wieder. Die Träume, die sie an andere Orte zu ziehen versuchen. Aber ganz ohne Geselschaft sollte die junge Nivesin das Lager nicht verlassen. Garwin, war in der Zwischenzeit wieder genesen und nutzte die Gunst der Stunde für seine Studien. Gedulig versuchte er die Lebensweise zu verstehen.

    Der hohe Norden soll ihr Ziel sein.

    Reise durch die Taiga

    Es gingen viele Tage ins Land. Regen, Sonne und Wind waren die wechselnden Begleiter. Selten huschte Mattijuka am Wegesrand vorbei. Es brauchte einige Zeit, bis Garwin Tuunjuls Blicke zu deuten verstand. Die Verbindung der Nivesin mit ihrer Begleiterin war etwas Besonderes, das zumindest verstand er, mehr traute er sich wohl nicht zu glauben. Die Ausläufer der Roten Sichel, der Neunaugensee, entlang der Salamandersteine führt ihr Weg in den Osten. Die unüberwindbaren Barrieren im Norden scheinen ein Einsehen zu haben und winden sich nicht mehr in den himmel. Aus den Bergen werden Hügel und schließlich führt die beiden der Weg nach Norden, die Sonne im Rücken. Nach etlichen weiteren Tagen und einigen gastlichen Abenden, die Garwin wohl mehr zusagten als Tuunjul, geht alles in Garwins Augen schnell. Nach kurzem Rascheln treten zwei junge Nivesen vor die beiden. Das freudige Lächeln verrät aber schnell, dass man sich kennt. Die herzliche Begrüßung untermauert diesen Verdacht schließlich.
    Es folgt ein famliärer Abend. Garwin wird wie ein Angehöriger behandelt. Unzählige Legenden und Geschichten wabern um das Feuer. Zuviele, um sie beim ersten Hören in Bücher fassen zu können empfindet Garwin. Er würde einige Monde mit Tuunjuls Familie leben und den Geschichten des alten Juttu Pajkino Weißbart lauschen. Tuunjul hingegen wird in ihrem Entschluss ins Ewige Eis zu wandern bestärkt. Es bleibt nicht viel Zeit bei ihren Lieben.

    Die in Ferne laufenden Schatten spornen Tuunjul an, auf diese Karawane aufzuschließen. Still und zurückgezogen, hängt sich die jungen Nivesin in den Schatten der Gruppe. Etliche Tage vergehen, bis Tuunjul schließlich endgültig zur Gruppe aufschließt. Ihre Verschwiegenheit weicht hingegen nicht. Ihre neugierigen Augen zeigen jedoch ihr grundsätzliches Interesse an den Teilnehmern des Treks. Genügsam marschiert die junge Nivesin mit ihrem ausladenden Gepäck im Fluß der Gruppe. Die fellgebrämte Kleidung und die Schneeschuhe deuten das Ziel der Nivesin an. Die weißen Felder des Hohen Nordens. Die Nachfragen werden mit unverständlichen Ausschweifen über 'Sie' und 'Ihre' Pläne erklärt. Die Nivesenkundigen mögen die Andeutungen verstehen, doch erklärt es das Ziel nicht allumfänglich. Kielo erhält aber mit Abstand die meisten Blicke. Doch die schüchterne Ader überwiegt vor der Neugier.

    Glyndhaven

    Das war sie also nun? Die nördlicheste "Stadt" der Jänak. Wider dem Lauf des Jahres. Im Winter karg und feindlich. Im Sommer nicht auskömmlich genug, um einen Winter zu überleben. Verständnislos verharrt Tuunjul für einige Zeit am Rand der Siedlung. Geschafft lässt das gut 80 Finger große Mädchen den überbordenen Rucksack von den Schultern gleiten. Die welligen Haare rutschen über das weiche runde Gesicht. Ein Pusten wirbelt die Haare wild durcheinander. Die schwächer werdenden Sonnenstrahlen entlocken den schwarzen Haaren roten Nuacen. Langsam richtet sie sich wieder auf und ihre Augen strahlen in einem warmen braun Richtung Norden. Aus einem kleinen Lederbeutel zieht die Nivesin einen krustigen Strang und beginnt genüsslich darauf herum zu kauen. Fast hätte Tuunjul kielo vergessen. Etwas nervös blickt sie sich um, doch da war sie noch. Die hoffentlich Gleichgesinnte, auch wenn ihre Garderobe seltsam anmuten. Bei den Lieska-Lie trägt zumindest niemand ein solches Fell. Aber vielleicht gibt es eine fesselnde Geschichte dazu?

    Tuunjul fasst sich ein Herz und ihr Gepäck, geht die letzten Schritte auf Kielo zu und begrüßt diese in der Sprache ihrer Ahnen. [~nujuka] "Fiänaj, Ystju." Die weiteren Worte aber gehen in der Schüchternheit verloren. Mit leicht geöffnetem Mund steht tuunjul vor Kielo.
    Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.
    Jean Paul (21.03.1763 - 14.11.1825)
    deutscher Schriftsteller


    "Du häscht ei'fach, bischt ned schlau."

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    Nachdem Sedef die Passagierkabine erreicht hat, schaut er sich um. So wie es aussieht, scheint Senhor Geldon nicht da zu sein. Seltsam, an Deck hatte er ihn doch auch nicht gesehen? Ob Senhor Geldon die gleiche Idee gehabt hatte und gerade dabei war, im Schiff eine Bestandsaufnahme vorzunehmen? Oder sollte er gerade die nähere Umgebung genauer inspizieren? Das würde ja zumindest zeigen, dass es sich beim ihm wirkich um einen guten Questador handelt!

    Sedef beschließt, nochmals zurück zu gehen und nachzusehen, ob er Senhor Geldon irgendwo finden kann. Zum Glück hatte er sich noch nicht von seiner dicken Kleidung entledigt. Es war jedes Mal ziemlich umständlich, die vielen Bekleidungsstücke übereinander zu schichten. Wie einfach war es da doch in Brabak. Zu Hause könnten einen Mücken in diesem Aufzug zwar nicht stechen, aber man wäre wohl innerhalb kürzester Zeit ausgelaufen ... Aber egal, er wollte und sollte sich nicht beklagen. Was nahm man nicht alles auf sich, um auf Hesindes Spuren zu wandeln?

    Nun aber zurück zu Senhor Geldon. Schließlich war dieser Moment genauso gut wie jeder andere, der vielleicht noch kommen würde. Warum Satinav warten lassen, wenn man es doch gleich erledigen konnte. Er jedenfalls hatte schon viel zu lange gewartet ...

    Sedef geht zurück in Richtung Deck, um nach Senhor Geldon zu sehen. Sollte er auf ihn treffen, wird er ihn mit den Worten ansprechen: "Guten Morgen Senhor Geldon. Auf ein Wort bitte. Würde es euch etwas ausmachen, mich zum Deck zu begleiten?" Dabei würde Sedef mit seinem Kopf kurz in Richtung Kabine zeigen bzw. nicken und versuchen, eine etwas verschörerische Miene aufzusetzen. Sedef würde zum momentanen Abschluss des Gesprächs noch anmerken: "Etwas Sonne hat noch niemand geschadet!" Bei diesen Worten wird Sedef auch lächeln, denn sie erinnern ihn an die schönen Seiten seiner Heimat. Beim Sprechen wird Sedef darauf achten, nicht zu viel Brabaci-Dialekt zu verwenden, damit Senhor Geldon ihn auch möglichst gut verstehen kann.
    Eine alte Weisheit der Dakota-Indianer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Kielo blinzelt einmal, ein zweites Mal, dann züngelt sie in Clojews Richtung: "Ich weisss nicht, wassss du meinssst", zischelt sie todernst. Lange gelingt ihr das allerdings nicht, bevor sie den Magier angrinst: "Herr Magier, Ihr werdet die Vorzüge eines sich aufwärmenden Steines noch schätzen lernen, wenn hier erstmal der Winter kommt."

    Dann tritt Tuunjul an sie heran und Kielo lächelt der kleinen Nivesin aufmunternd und mit warmen Augen zu. [~niv]"Fiänaj, Ystju. Liekur hivä-ma?" fragt sie freundlich und rückt dann so zur Seite, dass Tuunjul, wenn sie möchte sich ebenfalls auf den Stein setzen kann. Dabei rückt Kielo näher an Coljew heran, so dass die schüchterne Nivesin nicht zwischen ihr und dem Magier eingeklemmt wäre, sondern sich an den Rand setzen konnte.

    Spoiler anzeigen
    Nivesisch: Willkommen/Guten Tag Freundin. Wie geht es dir?
    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.

    - Immanuel Kant

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    Geldon ist erstaunt, als Sedef ihm geradewegs in die Arme läuft und ihn ziemlich korrekt - gestelzt aber nicht unsympathisch - in seiner Sprache anspricht. Der Überraschungsmoment währt jedoch nicht lange, und der verschwörerische Blick überzeugt ihn davon, dass er es mit dem richtigen Mann zu tun hat - wofür auch immer. Lächelnd sagt er: "Aber keinesfalls, Herr... äh... Sedef, richtig?" Er wartet eine Bestätigung ab, um dann etwas lauter fortzufahren: "Bin sowieso lieber an der frischen Luft als hier bei diesem übellaunigen Gesindel." Er wirft noch einen Blick ringsum, um sich davon zu überzeugen, dass er nicht vielleicht doch noch jemanden provoziert hat und geht dann mit Sedef an Deck, sehr interessiert an dem, was dieser unterhaltsame Schiffrumpfkletterer aus dem Süden ihm zu sagen hat.
    "Schwertzeit, Beilzeit, / Schilde bersten, / Windzeit, Wolfzeit, / bis die Welt vergeht ..." - Die Edda

    "Sangre ligera, redonda, granada: / raudo anhelar sin perfil ni penumbra. / Fuera, la luz en la luz sepultada. / Siento que sólo la sombra me alumbra." - Miguel Hernández

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    Die Bemerkung von Senhor Geldon über die zurückgebliebenen Seeleute stimmt Sedef zuversichtlich. Zeigt sie ihm doch, dass dieser hier über die gleiche Meinung wie er selbst zu verfügen scheint. Allerdings hätte man das auch durchaus etwas leiser sagen können, schließlich waren die Seeleute trotz ihrer teilweisen Verletzungen immer noch in der Überzahl. Und ein überragender Kämpfer scheint er seinem Aussehen nach wohl eher nicht zu sein, da wirkten die Angehörigen des thorwalschen Volkes, die er auf der Reise hierher zu sehen bekommen hatte, schon um einiges imposanter.

    An Deck angekommen, wirft Sedef noch einen Blick in die Runde, um sich zu vergewissern, dass keiner der Seeleute zu sehen war. Anschließend fängt er sofort an zu reden: "Senor Geldon, entschuldigt bitte mein bisheriges Versäumnis und das daraus nun resultierende etwas forsche Vorgehen euch gegenüber. Doch zunächst einmal möchte ich mich euch vorstellen. Sedef ibn Marwan mein Name. Ich bin ein Questador im Auftrag der edlen Magistra Salwinja Gerbersen von der Dunklen Halle der Geister zu Brabak. Sicherlich habt ihr schon einmal von dieser Perle des Praios gehört?" Ohne seinem Gesprächspartner die Möglichkeit zu geben, auf diese Frage zu antworten und ohne näher zu erklären, ob er mit der Perle des Praios, seine Magistra, die Akademie, die Stadt oder das Königreich selbst meint, fährt Sedef fort: "Ich bin hier im Firun unterwegs, um neue und wichtige Informationen zu erlangen. Aber im Augenblick muss ich dieses Anliegen wohl etwas zurückstellen. Ich habe mir jedoch schon ein paar Gedanken über unsere derzeitige, doch etwas misslich erscheinende Lage gemacht. In diese sind wir...," - Sedef schaut sich, kurz etwas hilflos wirkend, um - "... wie ich euch bei Hesinde und Phex versichern kann, ohne mein Zutun geraten. Nicht, dass mir so etwas schon einmal passiert wäre, ich meine damit, dass ich schon einmal mit einem Schiff gestrandet bin und dass dort, wo eigentlich Wasser sein sollte, jetzt ..." - Sedef stockt erneut, spricht aber sofort nach einem langen tiefen Seufzer weiter - "Aber, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, musste ich auf meinem Weg hier in dieses Unglück schon einiges durchstehen. Äh, nun, wo war ich? Entschuldigt, wenn ich etwas abgeschweift sein sollte. Richtig, ich wollte euch getreu dem Motto von Phex 'Hilf dir selbst, dann hilft er dir' vorschlagen, dass wir zunächst einmal eine Bestandsaufnahme vornehmen. Ich könnte beispielsweise unsere Vorräte und Ausrüstung erfassen und katalogisieren, so dass wir einen besseren Überblick bekommen. Es wissen wohl nur die Götter, wann Hilfe kommt. Vielleicht müssen wir uns ja schon bald Gedanken über eine Rationierung machen. Ich denke, über den Zustand der Nahrung müssen wir uns jedoch keine weiteren Gedanken machen. Im Praios wäre das wohl schlimmer, aber was soll hier bei dieser Witterung schon verderben? Und meint ihr, ihr könntet euch nach jagdbarem Wild umsehen? Vielleicht sind ja Spuren zu sehen. Versteht ihr euch vielleicht darauf? Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass in diesem weißen Einerlei etwas Essbares unterwegs sein könnte, aber auf Peraines Hilfe werden wir hier wohl auch nicht hoffen können. Und was haltet ihr von der Idee, dass wir diesen vermeintlich festen Grund verlassen? Vielleicht sollten wir uns einmal den Bereich dort im Praios/Rahja näher ansehen?" - hierbei zeigt Sedef in Richtung der dort zu sehenden Felsen ."Oder uns doch lieber gleich ganz in Richtung Praios orientieren?" nun zeigt Sedef in Richtung des dort befindlichen Ausläufers eines Gebirges.

    Bevor Sedef schon wieder fortfährt, greift er in die Tasche seiner Jacke, zieht einen Brotkanten hervor und hebt ihn vor Geldons Gesicht. "Ach ja, und bevor ich es vergesse. Meint ihr, diese Brotkanten könnten sich einer Metamorphose unterziehen, so dass sie letztlich hart wie Granit werden könnten? Wenn ihr da anderer Meinung wärt, könnten wir sicherlich einen interessanten Disput darüber führen. Etwas Abwechslung könnte bestimmt nichts schaden. Und der Geist will schließlich ja auch geschult bleiben!" Sedef schaut nach diesem Wortschwall erwartungsvoll zu Geldon.
    Eine alte Weisheit der Dakota-Indianer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Nach dem erstaunlichen Redeschwall lehnt sich Geldon erst einmal so entspannt wie möglich zurück, um für eine Sekunde zu verdauen, was er da gehört hat. 'Bei den Zwölfen, was ist denn ihm zugestoßen? Die letzten zwei Frauen, die mir in einer Nacht geneigt waren, haben in der fünffachen Zeit nicht einmal halb soviel gesprochen... Junge, Junge, hoffen wir, dass bei dem gebildeten Burschen noch nicht aller Hopfen und Malz verloren ist. Immerhin scheint er mir auch ein Mann der Tat... hm...'. Mit einem angestrengt eloquenten Lächeln (angestrengt, weil das Lächeln das Grinsen über diese amüsante Situation zu dominieren versucht) erwidert Geldon: "Ach nun, 'Senhor' Sedef ibmm Mähwaan (Geldon gibt sich Mühe), wer redet denn hier von Versäumnissen und Forschheiten... so wollen wir doch unsere Freundschaft nicht vorbelasten, oder?" Nach einem Durchatmen... "Und zu Euren Vorschlägen, ja, eine Untersuchung unserer Lage kann nicht schaden, seht nur nach, wie es um uns bestellt ist. Leider kann ich bei der Jagd in dieser Wildnis und von hier aus nicht viel beitragen. Aber ich meine, wir sollten uns hier nicht länger aufhalten als nötig... Wegen des Brotes... selbst wenn es so hart würde, wie ihr vermutet, dann müssten wir es eben lutschen!" Geldon grinst Sedef an und versucht herauszufinden, wie es um seinen Humor bestellt ist. Danach nimmt er ein Stück Brot aus seiner Kleidung hervor und fragt ihn kauend und seinen blonden Dreitagebart liebkosend: "Nach welchen Informationen sucht denn Eure dunkle Geisterherrin, von der ihr gesprochen habt, wenn man fragen darf, hm?"
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    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    Zunächst erschrocken über das kurze Zögern von Senhor Geldon ist Sedef schließlich froh, dass es doch einfacher wie gedacht war, mit diesem ins Gespräch zu kommen. Schließlich hat dieser ja sofort bereit gewesen, mit nach oben zu kommen. Und zu einem Gespräch war er auch gleich bereit. Nicht nur das, er war auch noch freundlich. Jedenfalls musste man sein Lächeln wohl so deuten. Sedef erwidert das Lächeln und reibt dabei seine Hände etwas aneinander, um etwas gegen die Kälte zu unternehmen. Anschließend antwortet er sogleich: "Senhor Geldon, vielen Dank, dass ihr euch so viel Mühe gebt, mich in meinem Heimatdialekt anzusprechen. Aber verzeiht mir, wenn ich euch darauf hinweisen muss, dass mein Name 'Sedef ibn Marwan' (Sedef betont dabei insbesondere die beiden letzten Worte) lautet. Wisst ihr, 'ibn Marwan' bedeutet, dass ich der Sohn von Marwan bin. Marwan heißt natürlich mein Vater. Diese Namensgebung ist bei uns üblich und erleichtert es auch, sich in der ehrenwerten Ahnenreihe zu bewegen. Wenn man Zeit und Muße hat, kann man so viele Generationen zurückreisen. 'Ibm' ist nicht ganz richtig, weil 'ibm' eigentlich wie 'ibn' ausgesprochen werden muss. Aber es ist ja kein so großer Unterschied, da müsste ich euch Recht geben, aber auch ein kleiner Unterschied könnte eine große Sache bedeuten. Ihr versteht? Aber ihr habt das eigentlich schon ganz gut getroffen. Wart ihr vielleicht schon einmal in der Perle des Praios?" Sedef stockt kurz und überlegt, ob er seinem Gesprächspartner mit seinem Hinweis vielleicht zu nahe getreten sein könnte. Bevor dieser jedoch eine Chance für eine Erwiderung hat, fährt er fort: "Nach meiner Erfahrung ist Brabaci nicht ganz so einfach für ungeübte Zungen in dieser Sprache, selbst wenn man dem Garethi mächtig sein sollte, was ihr zweifelsfrei seid. Vielleicht liegt es ja auch daran, dass unser Königreich so weit im Praios liegt? Wer kann das schon sagen. Andererseits ist das Brabaci eigentlich doch eine sehr einfache Sprache, vergleicht man sie beispielsweise mit dem Angram, dem Ur-Tulamidya oder dem Zelemja. Ihr sprecht nicht zufällig auch diese Sprachen? Wenn ja, könnten wir gerne etwas üben, denn in dieser Einöde könnte es sonst passieren, dass uns Satinav die Stimmbänder auf Eis legt." Ob dieses Vergleiches muss Sedef laut auflachen. Während er noch lacht, zieht er sich kurz den rechten Handschuh aus und macht etwas seltsam anmutende Fingerübungen, gerade so, als wolle er sich vergewissern, dass seine Finger noch richtig funktionieren.

    Spoiler anzeigen
    Wer des Atak mächtig ist, kann aus den Fingergesten lesen: "Hoffentlich wird es hier bald wieder wärmer!"


    Beim Wiederanziehen seiner Handschuhe, spricht Sedef weiter: "Ach ja, sagte ich schon, dass "Mähwaan' ganz einfach wie 'Marwan' auszusprechen ist? Ihr braucht es nicht so zu dehnen. Wenn ihr eine kurze prägnante Aussprache wählen würdet und dabei vielleicht noch eine dem Isdira wohl ähnliche Sing-Sang-Komponente einbauen könntet, wäre vermutlich auch mein Vater auf euch stolz! Nicht dass ich Isdira bereits beherrsche, was über kurz oder lang aber zweifelsfrei der Falls ein wird, man will seinen Horizizont ja schließlich ständig erweitern. Aber die wenigen Laute, die ich bereits von dieser Sprache gehört habe, haben mir sehr gut gefallen." Sedef, der nun richtig in Fahrt zu kommen scheint, holt noch einmal tief Luft und führt weiter aus: "Ihr sagtet, ihr könnt nicht viel bei zu Jagd beitragen? Gut, dann könnte ich vielleicht mal nachsehen. Ich habe schon manchesmal in wilden Wildnissen Spuren finden können. Ob Spuren hier allerdings gleich wie damals aussehen werden, weiß ich noch nicht so genau zu beurteilen. Wer weiß, was einem diese weiße Einerlei so alles vorzutäuschen vermag? Wir könnten es ja auch so machen, dass ich Spuren suche und euch bei einem Auffinden hinzurufe. Denn mit dem Jagen selbst könnte ich es vielleicht nicht so haben. Was meint ihr? Und wer weiß schon, ob das Jagdwild hier vielleicht gar nicht gejagd werden will. Vielleicht will es sich ja sogar dagegen wehren? Gut, Schlinger und sonstige Untiere wird es hier wohl zum Glück nicht geben, aber vielleicht Verwandte davon? Wer weiß das schon so genau? " Obwohl es sich für seinen Gesprächspartner eigentlich so anhören muss, als wären ihm in kürzester Zeit gleich mehrere Fragen gestellt worden, fährt Sedef fort, ohne eine Gelegenheit zum Antworten zu geben: "Ich würde vorschlagen, dass ich das Schiff sprialförmig in rechts nach außen verlaufenden Kreisen umkreise. Allerdings würde ich mich mehr auf diese Seite (Sedef zeigt dabei grob in Richtung der Felsen) beschränken, wenn ihr versteht (nun zeigt Sedef in Richtung des Meeres)? Könntet ihr dann bitte vielleicht die Erfassung der Vorräte und sonstigen Bestände übernehmen? Ich könnte euch auch mit etwas Pergament aushelfen. Wenn ich dazu gleich eine Bitte äußern dürfte? Ihr seht das sicherlich auch so, dass es hier äußerst unwahrscheinlich erscheint, dass wir in nächster Zeit neues Pergament erlangen können., Wenn ihr daher beim Schreiben mit der Feder vielleicht nicht so drücken könntet, damit wir später, wenn wir das Pergament nicht mehr benötigen, dieses wieder einfacher freikratzen können? Oder würdert ihr lieber mit Kohle schreiben? Auch damit könnte ich euch aushelfen. Auch wenn ich gerne euren Optimismus hinsichtlich unserer Verweilzeit an dieser ungastlichen Stätte teile, sollten wir doch Vorsorge treffen. Selbst Praios scheint hier nicht so viel Macht zu haben, sonst könnte sich dieses weiße kalte 'Etwas' hier nicht so festsetzen!" Bei diesen Worten wirft Sedef einen kurzen, etwas furchtsam wirkenden Blick nach oben. Richtig zu ängstigen scheinen ihn seine Worte jedoch nicht, denn er gibt Senhor Geldon schon wieder keine große Chance, etwas zu antworten: "Und wegen des Brotes bzw. seiner möglichen Veränderungen. Mir ging es eigentlich nicht so um die Essbarkeit, als ich euch fragte. Die Frage ist, ob Brot sich einer solchen Metamorphose unterziehen kann und wenn ja, wie man diese in einem eigenen gewünschten Sinne gegebenenfalls manipulieren, oder etwas vornehmer ausgedrückt, selbst formen könnte. Stellt euch nur einmal vor, was für Vorteile sich daraus ergeben könnten? Die Haltbarkeit würde sich sicherlich verlängern. Oder habt ihr schon einmal einen Stein oder Granit verschimmeln gesehen? Und man könnte es in richtigen geometrischen Formen verarbeiten, so dass eine Lagerbarkeit ohne entsprechende Raumverluste zum Tragen kommen könnte. Hmm, je länger ich darüber nachdenke bzw. wir darüber reden, um so interessanter, so erscheint es jedenfalls mir, wird dieses Thema. Früher (Sedefs Stimme wird auf einmal deutlich leiser) hatte ich dank meiner Magistra nie ausreichend Zeit, mich um so etwas zu kümmern. Aber, wenn man auf Reisen ist und sich vermutlich nicht mehr im Fokus von ihr befindet, sieht es gleich ganz anders aus" Als er die letzten Worte spricht, schaut Sedef deutlich furchtsamer wie zuvor um sich. Und dieses Mal schaut er nicht nur nach oben sondern auch ringsrum, gerade so als hätte er vor der angesprochenen Magistra wesentlich mehr Angst wie vor Praios selbst ...

    Noch während Sedef sich umsieht, versucht er ebenfalls in seine Tasche zu greifen. Dank seiner Handschuhe gelingt ihm dies jedoch zunächst nicht. Nachdem Sedef einen Handschuh ausgezogen hat, nimmt er diesen in die andere Hand. Gleichzeitig greift er in seine Tasche und holt ebenfalls einen Kanten Brot heraus. Dabei fällt ihm jedoch sein Handschuh herunter. Beim Nachvornebücken, offensichtlich um den Handschuh wieder aufzuheben, 'springt' der Brotkanten aus seiner Hand in Richtung Geldon. Sedef selbst verliert dabei das Übergewicht und fällt - zum Glück aus geringer Höhe - nach vorne auf seinen Bauch ...
    Eine alte Weisheit der Dakota-Indianer sagt: Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Glyndhaven

    Durch die freundliche Erwiderung ermutigt, dreht sich Tuunjul mit dem Rücken zum Stein, stellt einen Fuß an dess Flake und hockt sich neben Kielo. Mit schnellen Worten beginnt sie auch gleich die Frage zu beantworten. [~nujuka] "Mir geht es gut. Die Karen haben einen guten Sommer hinter sich. Aber 'sie' wollen nicht, dass ich den Winter bei meinen Lieben verbringen kann." Das 'sie' war in einer seltsamen Art und Weise betont, die weder die Herde noch ihre Familie bezeichnet haben dürfte. Aber ohne zu warten fließen die Worte förmlich aus ihrem Mund. "Was suchst du denn im dauerndes Eis?" Während ihres kleinen Monologes knöpft die Nivesin die Knotenknöpfe ihrer fellverbrämten Weste auf und streift sie von den Schultern.Der beigfarbene Kelt, der darunter zum Vorschein kommt ist mit feinen Zierknoten versehen. Einige bunte Fäden mischen sich unter die Brämungen. Ein neugieriger Blick wandert dann von Kielos Nasenspitze zu Celjow, begleitet von einem neugierig wirkenden Tanz der Nasenspitze.
    Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.
    Jean Paul (21.03.1763 - 14.11.1825)
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    Re: Die Große Mutter Robbe

    "Also ganz ehrlich euer Gnaden! Ich kenne die Wirkung von warmen Steinen! Denn immerhin wer von uns beiden hat sich den Großteil seines Lebens mit Medizin beschäftigt? Die Dinger sollen übrigens besonders gut sein wenn ältere Leute Probleme haben… das Gold wegzuschaffen. Aaaber das ist ein anderes Thema. Ist ja noch relativ schön, dafür dass es so spät im Jahr ist, nicht wahr? Euer Gnaden, wenn ich jetzt so persönlich werde oder es mich nichts angeht, dann sagt es bitte gleich, ich wollte mal fragen, was ihr jetzt so vorhabt. Ich für meinen Teil denke, dass ich den Winter hier verbringen werde. Ich nehme mal an in dieser Gegend können die Leute einen guten Arzt gebrauchen. Besonders im Winter!" Als ob Coljew sie jetzt erst bemerken würde, wendet er sich an die kleine Nivesin, sieht sie an und schenkt ihr sein freundliches "Bärenlächeln", was schwer zu beschreiben ist, aber es strahlt eine unglaubliche Freundlichkeit und Wärme aus und begrüßt sie [~niv]: "Hallo ich bin Coljew. Und wer bist du?"

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    Während Sedefs ausführlicher Rede hat Geldon geschwiegen und versucht, mithilfe seiner Mimik Interesse zu bezeugen, was wahrlich nicht allzu einfach gewesen ist. Er beschließt insgeheim, solche ausufernden Gespräche in Zukunft zu meiden, wenn es geht. Immerhin musste Sedef aber - einmal abgesehen von ihm selbst - der hellste hier an Bord sein - und damit vielleicht, vielleicht ja brauchbar. Das geht ihm durch den Kopf, als Sedef wieder zu seinem Brot-Thema kommt, dass ihn recht wenig interessiert. Als wäre das Brot nicht schon schlecht genug! Aus seiner Sicht könnten sie dann auch über die Weiße des Schnees und dessen Möglichkeiten als Reisegetränk sprechen, was freilich reichlich sinnfrei ist.
    Plötzlich fällt Sedef vorneüber, woraufhin Geldon schnell reagiert und sowohl das Brot in der Luft fängt, als auch Sedef wieder auf die Beine hilft. Er lacht auf und meint: "Nun, Herr Sedef ibn Marwan, ihr scheint mir heute etwas erregt zu sein. Am besten ist es, Ihr dreht Eure wie auch immer beschaffene Runde, während ich mir bei Gelegenheit über unsere Vorräte einen Überblick verschaffe. Dann ruht ihr euch gut aus, esst Euer Brot, ohne es weiterer Experimente zu unterziehen, und morgen um dieselbe Zeit besprechen wir, wie es weitergeht, einverstanden?"
    Bestimmt aber freundlich macht Geldon Anstalten, wieder unter Deck gehen zu wollen.
    "Schwertzeit, Beilzeit, / Schilde bersten, / Windzeit, Wolfzeit, / bis die Welt vergeht ..." - Die Edda

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    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    "Gut, äh, einverstanden, danke ..." antwortet Sedef und schaut Senhor Geldon dann etwas irritiert hinterher, ist er doch der Meinung, dass dieser noch nicht zu allen angesprochenen Punkten Stellung bezogen hat. Aber egal, schließlich will er sich ja an den anstehenden Aufgaben beteiligen. Allerdings hätte er ihm das Brot ruhig zurückgeben können. Über eine möglicherweise erforderliche Rationierung zu sprechen oder sie gleich umzusetzen, sind doch zwei gewaltig unterschiedliche Paar Schuhe, fast wie bei einem Angehörigen des kleinen Volkes und wie bei einem Trollzacker. Sedef muss ob dieses Vergleiches schmunzeln und begibt sich zur Bordwand, um in der näheren Umgebung des Schiffes nach Spuren von jagdbarem Wild zu suchen. Und dieses Mal, nimmt er sich ganz fest vor, wird er beim Runterklettern besser aufpassen. Er will aber nicht allzuviel Zeit in die Suche investieren, ist es doch außerhalb der Kabine empfindlich kalt.
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    Re: Die Große Mutter Robbe

    Geldon kehrt wenige Sekunden später wieder zurück. "Entschuldigt Herr Sedef, dies Brot gehört natürlich Euch." Er drückt es ihm in die Hand und wünscht ihm bei der Suche viel Erfolg. Dann geht er unter Deck, um dort mit wenig Hoffnung nach Anwärtern für ein Spiel Karten oder Würfel zu suchen - um Geld versteht sich...
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    Re: Die Große Mutter Robbe

    Auf der „Schnellen Schnegge“:

    Sedef nimmt das Brot und vestaut es wieder in seiner Jackentasche. Bevor er sich bei Senhor Geldon bedanken kann, ist dieser schon verschwunden. Er scheint es mit der Erfassung ja ganz schön eilig zu haben. Ob er wohl einer schreibenden Profession nachgeht, fragt sich Sedef? Dann zuckt er kurz mit seinen Schultern und geht in Richtung Bordwand, um den Abstieg anzugehen. Je schneller er mit der Spurensuche fertig ist, umso schneller kann er wieder zurück ins Warme!
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    Re: Die Große Mutter Robbe

    Kielo ist erfreut darüber, dass die kleine Tuunjul ihre Sprache gefunden hat und da sich ihre und Coljews Frage an sie überschneiden und der Magier offenbar Nujuka beherrschte, wenn auch mit grausigem Akzent, fährt sie weiter in ihrer Sprache fort:[~niv] "Ich bin eigentlich nur wegen der Pilger mit hier herauf, aber ich denke nicht, dass ich vor dem Winter noch wo anders hingehen werde. In den letzten Jahren ist es immer so ungewiss gewesen, wann der Winter beginnt...und nützlich machen kann man sich in so einem Städtchen eigentlich immer.", meint sie vor allem erstmal Richtung Coljew und nickt freundlich, als er meint, als Arzt helfen zu können: "Wie sieht es bei dir aus, Schwester? Hast du ein Ziel?", auf das geheimnisvoll 'sie' geht Kielo erstmal nicht ein. Tuunjul wirkte ein wenig wie ein scheuer Wolf auf sie und sie zu sehr zu bedrängen würde sie wohl nur vertreiben.
    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.

    - Immanuel Kant

    Re: Die Große Mutter Robbe

    Glyndhaven

    Tuunjuls Blick schweift unbestimmt von Kielo und Coljew ab, ohne dass sie der Konversation allerdings zu entschwinden scheint. Ihre Augen zeigen deutlich, dass ihr die Stadt wenig behagt. Fragend runzelt sie leicht die Stirn, als das gemauerte Haus in ihrem Blickfeld auftaucht. Völlig unvermittelt stellt sie dann an den Anfang ihrer Antworten eine neue Frage, losgelöst von jedem Kontext: [~nujuka] "Warum bauen die Städter nur Höhlen aus Stein? Können sie den Wind nicht lesen und merken nicht, wann es Zeit ist zu gehen? Krampfhaft versuchen sie an etwas festzuhalten, dass sie vorgeben nicht wieder hergeben zu können." Einige Wehklage schwingen in ihren Worten mit. Dann aber dreht ihr Blick wieder zu ihren Gespärchspartnern bei. "Meine Eltern nennen mit Tuunjul. Meine Familie nennt sich Nikkuju. Ich bin die Enkelin von Pajkino Weißbart, unserem Juttu, dem Juttu der Lieska-Lie." So unscheinbar die junge Nivesin ist, so überzeugt und stolz trägt sie ihre Vorstellung vor - auch wenn der Stolz wohl noch eher dem Großvater gilt. "Hier wird es mich hoffentlich nicht lange halten. Ich suche den Städtern fremde Freunde. Noch weiß ich nicht warum mich mein Weg hier in die kalte Kargnis geführt hat, aber ihre Not scheint derart groß, dass 'sie' ihnen zu helfen bereit sind." Ihre linke Hand streicht über einen Anhänger aus Fell, Muscheln und Schneckenhäusern.
    Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.
    Jean Paul (21.03.1763 - 14.11.1825)
    deutscher Schriftsteller


    "Du häscht ei'fach, bischt ned schlau."
© 1997-2013 von Thomas Stolz (Mail)

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