Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Delara fühlte sich an eine sprungbereite Raubkatze erinnert, aber dann sah sie die Hand, die Jurina auf ihren Leib presste.

    He, das war glaub ich das erste Mal, das ein Satz aus der Sicht von Delara geschrieben wurde! :zwinker2:

    Abgesehen davon, dass Martern mit rrrrrrr vor dem t geschrieben wird, hab ich aber nix zu bemängeln. :lol: :zwinker2: Sehr schön so.
    [br][br]"Keuscheit ist die unnatürlichste aller sexuellen Perversionen."
    [br]"Das Wesen eines Genies besteht zu 5 Prozent aus Inspiration und zu 95 Prozent aus Transpiration." [Albert Einstein]

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    @lupus: Das ist nicht ganz korrekt, es gab vorher schon vereinzelte Stellen, an denen etwas aus Delaras Sicht beschrieben worden war, z.b. ihr Gespräch in Donnernach über den Vorfall an der Bauernkate und auch ein paar Mal, wie Delara Jurina sieht.
    Zu meiner Entschuldigung des fehlenden "r" kann ich sagen, daß ich vorher "gemartert" immerhin richtig geschrieben hatte. ;)


    Langsam erhob sie sich, doch Jurina machte trotzdem einen Schritt zurück und hob ihre Rechte abwehrbereit. „Natürlich bist du das!“ sagte Delara laut. „Jurina, ich bin es, Delara! Was ist mit dir? Du bist wach, merkst du es denn nicht? Sieh, die Pferde stehen dort, der Schneemann ist da, ich bin da, dort liegen die Decken, in denen du geschlafen hast!“
    Kurz bewegten sich Jurinas Augen zu den bezeichneten Gegenständen, aber immer wieder richteten sie sich fest auf Delara. Diese blieb gerade stehen, ließ ihre Arme an ihrer Seite hängen und verzichtete auf jede hastige Bewegung.
    Jurina ihrerseits stand immer noch leicht geduckt da. Ihr wurden die Schmerzen immer bewusster und sie fühlte schließlich Nässe und Feuchtigkeit auf ihrer Hand, doch noch immer galt ihr Hauptaugenmerk Delara. Es war so überzeugend, was sie sagte! Nur zu gern würde sie ihr glauben, annehmen, dass sie wach war und nicht mehr träumte, doch das gleiche hatte sie gerade schon erlebt. Noch immer konnte sie die Stelle fühlen, an der die Magierin sie in den Hals gebissen hatte, hörte ihren Hohn und Spott ...
    Sie machte einen weiteren Schritt zur Seite und der Schmerz schoss aus ihrem Bauch und verbreitete sich in ihrem Körper. Stöhnend ging sie in die Knie, sich mit der anderen Hand auf dem Boden abstützend.
    „Jurina“, sagte Delara zum wiederholten Male und unwillkürlich zwei Schritte auf sie zumachend, „ist dir nicht gut?“
    „Bleib weg!“ keuchte Jurina, doch vor ihren Augen begann alles, sich zu verzerren und zu verschwimmen. Sie spürte den nassen Schnee unter ihren bloßen Knie und die Kälte, die durch ihren geöffneten Mantel drang. Der Schmerz war fast überwältigend.
    „Nein! Ich komme jetzt zu dir“, erwiderte Delara entschlossen. Mit zwei Schritten war sie bei Jurina und kniete bei ihr nieder. Mit sanfter Gewalt schob sie deren Hände zur Seite und öffnete den Mantel weiter. Bei dem Anblick, der sich ihr bot, keuchte sie unwillkürlich auf. Eine klaffende Wunde war dort, eitrig und schwärend, als wenn sie seit zwei Siebenspannen nicht gesäubert und gepflegt worden wäre. Sie stank nach Fäulnis und Wundbrand und nässte. Wundflüssigkeiten, Eiter und Blut vermischten sich und liefen an Jurinas Unterkörper herab. „Bei den Göttern! Was ist das?! Lege dich hin, sofort!“ befahl Delara und fasste mit beiden Händen unter Jurinas Schultern. Sie trug sie halb zu den zerwühlten Decken und legte sie dort sanft nieder. Jurina hatte dem auch keinen Widerstand entgegen zu setzen. Schnell schürte Delara das Feuer mit ein paar Griffen, um mehr Licht zu haben und untersuchte dann die Wunde.
    In der Tat schien es, als sei sie älter, aber sie wusste, dass Jurina sie vorhin, als sie sich zum schlafen nieder legte, noch nicht gehabt hatte. Unwillkürlich sah sie zum Schneemann hin, doch der wandte ihnen natürlich immer noch den Rücken zu.
    Aus den Satteltaschen holte sie Wasserschlauch und Verbandszeug. Vorsichtig säuberte sie, soweit es ging, die tiefe Bauchwunde, entfernte Eiter und Dreck und legte ordentlich einen sauberen Verband darüber. Dann brachte sie Wasser zum kochen und brühte einen Roten Pfeilblütentee für Jurina auf, stützte ihren Kopf beim trinken und flößte ihn ihr vorsichtig ein.
    „Was ist nur passiert? Wie kann so etwas geschehen?“ sprach sie danach. „Bleibe nur ruhig liegen, Jurina. Das ist leider kein schlechter Traum, fürchte ich, aber ich kümmere mich darum.“
    „Traum“, wiederholte Jurina. Delaras sanfte Hände taten ihr gut, sie sehnte sich nach ihren Berührungen. Wenn sie sich nur nicht wieder vor ihren Augen verwandelte und sie dann verspottete, verhöhnte und niedermachte!
    „Ein Alptraum. Die Schwerter, sie taten so weh! Gefressen haben sie mich, überall“, brachte sie hervor.
    „Es ist ja gut, jetzt ist der Traum vorbei“, sprach Delara auf sie ein und strich ihr über die Stirn. „Es ist eine üble Wunde, aber das wird schon, keine Sorge. Bleibe ruhig liegen am Feuer und entspann dich etwas.“
    Mit zitternden Fingern griff Jurina nach Delaras Hand und hielt sie fest. „Bist du das wirklich?“
    „Ja, natürlich. Ich habe Wache gehalten, da fingst du an, dich unruhig zu bewegen, immer heftiger, schließlich hast du aufgeschrieen! Auf mein anrufen hin bist du gar nicht wachgeworden, bis zu deinem Schrei. Du dachtest, ich sei nicht ich ... aber das war ich.“ Delara strich mit den Fingern der Hand, die Jurina hielt, über deren Hand. Mit der anderen streichelte sie über ihre schweißnasse Stirn. „Versuche zu schlafen ... du brauchst Ruhe und Kraft. Schlafe nur, ich wache über dich. Wenn du schlecht träumen solltest, werde ich dich wecken.“
    „Ich will nicht schlafen“, murmelte Jurina müde. Trotzdem schloss sie die Augen. Einen Moment ausruhen würde ihr gut tun, nur schlafen wollte sie nicht. Sie riss die Augen wieder auf, doch Delara kniete noch immer bei ihr, hielt ihre Hand und streichelte sie. Beruhigt schloss Jurina sie wieder. Kurz darauf war sie eingeschlafen.
    Delara hielt noch lange Zeit ihre Hand und streichelte sanft darüber. Sie sah sich immer wieder um, jegliche Müdigkeit war verflogen. Was für seltsame, unheimliche Dinge geschahen hier, dass Jurina aus einem Traum erwachte und sich dessen nicht sicher war, dass sie eine sehr reale und furchtbare Verletzung aus diesem Traum mitbrachte?
    Mein Tagebuch unserer 7G-Kampagne.

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    Geschichten von mir: Eine Söldnerin zu sein //Die Kraft der Elemente

    Aus dem DSA-Quiz: Ich: "Wer ist einE so großeR VerehrerIn von Königin Yppolita, dass sie/er sogar im eigenen Schlafzimmer einen Schrein zu Ehren Yppolitas hat?"
    Antwort Tuzzughs: "Vielleicht ... Schattenkatze?"

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    Wie schon seit langem gefällt es mir auch jetzt wieder hervorragend. Schön spannend und mystisch und wie immer auch genug Fragen aufwerfend, dass man sofort nach einer Fortsetzung verlangen will ^^
    "Leute hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen!" Oliver Wendell Holmes

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    Jurina wurde davon wach, dass jemand sie sanft an der Schulter rüttelte. Sie öffnete die Augen und sah in Delaras müdes und besorgtes Gesicht. Sie streckte eine Hand danach aus und zuckte dabei zusammen, als es schmerzhaft in ihrem Bauch zog.
    Da fiel ihr alles wieder ein, vorsichtig tastete sie mit der Hand und fühlte den Verband und den pochenden Schmerz darunter. „Guten Morgen“, sagte sie leise.
    „Guten Morgen“, erwiderte Delara, „wie geht es dir?“
    „Nun“, antwortete Jurina und versuchte, sich etwas aufzusetzen, wobei Delara ihr half, „es geht“, stellte sie fest, als der Schmerz heftiger wurde.
    „Wenn du kannst, sollten wir aufbrechen. Die Kälte und der Schnee sind nicht gut für dich. Vielleicht finden wir ein Gehöft oder eine Köhlerhütte. Lass mich nach der Wunde sehen.“
    Delara entfernte den Verband und verzog ein wenig das Gesicht. Trotz ihrer sorgfältigen Säuberungen und trotz des Tees, der Wundheilungen eigentlich unterstützte, eiterte und nässte die Verletzung noch immer – als wäre sie noch immer unversorgt. Wieder säuberte und tupfte sie und legte einen frischen Verband drum. Dann schürte sie das Feuer, machte Essen für sie beide und zusätzlich Roten Pfeilblütentee für Jurina.
    „Vorsichtig und langsam“, warnte sie, als sie Jurina half, sich aufzurichten und schließlich aufzustehen. Sie half ihr, die Rüstung anzulegen und schnürte die Brünne so weit wie möglich. Gemeinsam verrichteten sie das Morgengebet, bevor sie sich um die Pferde kümmerten. Gerne hätte Delara Rondira versorgt, doch kannte das Streitross sie noch nicht gut genug, um sie schon so nah an sich heran zu lassen.
    Alles dauerte an diesem Morgen etwas länger. Jurina biss die Zähne zusammen und führte alle Bewegungen langsamer aus als sonst, bücken vermied sie nach Möglichkeit. Trotzdem verschlimmerten sich die Qualen und sie spürte, wie Blut in den Verband sickerte. Als sie sich in den Sattel zog, entgegen ihrer Proteste unterstützt von Delara, wurde ihr fast schwarz vor Augen. Die Ritterin der Göttin löschte das Feuer und warf noch einen letzten Blick auf den Schneemann, bevor sie losritten.
    Durch den Schnee war den Pferden ein schnelles Tempo ohnehin unmöglich, so kamen die beiden Reiterinnen nur sehr langsam voran.
    Jurina klammerte sich mit Beinen am Leib Rondiras fest, ihre Hände, die anfangs noch die Zügel hielten, stützten sich mehr und mehr auf dem Hals ab und klammerten sich in die Mähne. Ihr Kopf sank im laufe dieses langen Tages immer tiefer. Delara ritt neben ihr, immer wieder besorgte Blicke ihr zuwerfend, immer wieder sanft auf sie einredend.
    Kaum zwei Stunden, nachdem sie aufgebrochen waren, hob Jurina den Kopf, blinzelte und sagte: „Sieh! Dieser Schneemann...“
    Tatsächlich, da stand er, fast 20 Schritt von ihrem Weg entfernt, aus drei Kugeln und mit einem freundlichen Gesicht aus Eiskristallen. So stand er auch noch, als sie an ihm vorbeiritten. So sahen sie ihn auch noch mehrmals an diesem Tag, manchmal nah an ihrem Weg, manchmal etwas weiter entfernt stehend, stets ohne jegliche Spuren, die bezeichnen konnten, wer ihn gebaut hatte.
    Er war auch da und lächelte ihnen freundlich entgegen, als Delara noch verhältnismäßig früh beschloss, das abendliche Lager aufzubauen. Sie hatten mittags eine Pause gemacht und Delara hatte nochmals nach der Verletzung gesehen, die weiterhin schlecht aussah und die Jurina sehr belastete. Wieder half die Ältere Jurina von Rondira herab und bettete sie an einer Stelle nieder, die sie vorher sorgfältig vom Schnee befreit hatte. Sie löste die Brünne und wickelte die Amazone fest in ihrer beiden Decken, bevor sie nach Brennstoff suchte, um ein Feuer zu entzünden.
    Jurina lag auf dem Rücken und blinzelte müde in den bewölkten Himmel. Ihr Körper schmerzte ohne Unterlass, pochend und heftig. Dass sie nun lag statt auf ihrem Pferd saß, machte fast keinen Unterschied. Dumpf war dieser Tag an ihr vorbeigezogen, sie erinnerte sich, wie lang es ihr vorkam, auf der ausschreitenden Rondira zu sitzen, ihr ganzes Leben war es gewesen, doch jetzt erschien es ihr wie gerade eben, dass sie an diesem Morgen aufgebrochen waren.
    Selbst die mysteriöse Gegenwart des Schneemannes drang kaum in ihre benebelten, schmerzverzerrten Gedanken.
    Delara flößte ihr erneut heißen Tee ein, etwas Essen wollte sie nicht. Mit steigender Besorgnis fühlte Delara Jurinas heiße Stirn, die von Fieber kündete. Mit Hilfe der Amazone gelang es ihnen beiden, Rondira notdürftig zu putzen, bevor sie sich wieder hinlegte. Delara legte noch zusätzlich ihre warme, gefütterte Jacke drauf und machte sich bereit für eine lange Nachtwache. Das abendliche Gebet fiel wesentlich schwächer aus als sonst.
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    Schön erzählt. Die momentane Schwächephase der Heldin macht die Identifikation mit ihr leichter. Bin auch mal gespannt, ob der Schneemann sein Geheimnis noch lüftet.


    Stimmt endlich schwächelt auch die große Heldin mal. Ist doch mal was anderes, im positiven Sinne.
    Ich hoffe doch mal, dass der Schneemann kein Unglücksbringer ist und Alpträume verursacht.

    Man darf doch davon ausgehen, dass das jetzt Realität ist? :lol:
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    Als Jurina am nächsten Morgen von ihrer Gefährtin geweckt wurde, fieberte sie stärker, die Wunde war noch immer wie am Vorabend schwer entzündet und zeigte keinerlei Anzeichen von Besserung. Delaras Besorgtheit nahm zu, als sie die Verletzung wiederholt säuberte und Jurinas Kopf stützte, um ihr beim Trinken des Heiltees zu helfen, Delara kniete erneut neben ihrer Gefährtin, als sie zusammen beteten. Die Amazone war deutlich schwächer als am Vortag. Nur, weil Jurina ihr gut zu sprach und ihr Delaras Anwesenheit schon etwas vertrauter wurde, ließ sich Rondira unter einigen Problemen satteln und zäumen. Jurina sank sofort wieder zusammen.
    Für einen Moment erwog Delara, hier zu bleiben, doch der Wind, die niedrige Temperatur und das Fehlen jeglichen Schutzes bewog sie, Jurina noch einen Tag lang zu quälen, in der Hoffnung, doch eine Behausung zu finden.
    Sie ritt dicht neben ihr auf der Seite, aus der der Wind kam, um ihr so etwas Windschutz zu geben, sie sprach zu ihr, berührte sie immer wieder und stützte sie schließlich, als Jurina mehr und mehr zusammensackte.
    Aber auch Delara merkte, wie ihre Kräfte allmählich nachließen. Zwei durchwachte Nächte, die Kälte, ihre Sorge um Jurina und die Wunde, die nicht heilte – all dies zehrte an ihren Kräften. Aber sie hielt verbissen durch, galt es doch das Leben ihrer Gefährtin. Mehr und mehr umklammerte eine eisige Hand ihr Herz, wann immer sie die kraftlose junge Löwin ansah, die um ihr Leben kämpfte.
    Im Innern betete sie zu Rondra, dass sie diese ihre junge, tapfere Dienerin nicht jetzt schon zu sich rief, nicht mit einer Verwundung, die sie in einem Traum erlitten hatte.
    Es wurde ein trauriges, stilles Lager in der Unendlichkeit des Schnees. Es oblag wieder Delara, für alles zu sorgen, sie sorge für etwas Warmes im Magen Jurinas, für Feuer und Decken und Jacken um Jurina.
    Sie war so schwach ... würde sie noch einen Tag durchhalten können, um vielleicht doch ein Dach über dem Kopf zu finden? Das Fieber stieg, die Wunde zeigte keine Besserung, trotz Delaras ständiger Fürsorge.
    Wie vorauszusehen, ging es Jurina am folgenden Morgen noch schlechter. Delara betete zu Rondra und zu Travia und Peraine, dass sie an diesem Tag einen Unterschlupf und Pflege finden würden und dass der morgendliche Pfeilblütentee helfen möge.
    Sie brauchte sehr lange, die sehr unruhige Rondira auch nur notdürftig zu putzen und zu satteln. Jurina war dabei kaum noch eine Hilfe. Delara selbst fühlte mehr und mehr, wie die langen Nächte und ihre beständige Sorge immer deutlicher an ihren Kräften fraßen. Sie hob Jurina nach Abbruch des Lagers vor sich in den eigenen Sattel, schloss ihre Jacke um sie mit, soweit es ging und hielt sie eng an sich gedrückt. Ihr Arm war auch das einzige, was Jurina hielt, allein hätte sie sich niemals auf einem Pferd halten können. Manchmal sprach die Amazone im Fieberwahn, sah einige ihrer Schwestern, traf die Kriegerin Maré wieder und empfing erneut ihre schreckliche Wunde.
    So ritten sie durch den Schnee, den ganzen Tag. Mittags machte Delara wie stets eine Pause, sah nach der Wunde und flößte Jurina etwas Tee ein, für den sie extra ein kleines Feuer entzündete. Den ganzen Tag lang hielt sie Ausschau nach einem Dach, einer Behausung, Anzeichen von menschlichem Wohnen ... doch nichts zeigte sich, es gab nur Schnee und Bäume und vereinzelt die Spuren von Tieren. Vereinzelt tauchte wieder der Schneemann auf, mal näher, mal weiter von ihrem Weg entfernt, stets ihnen entgegenlächelnd.
    Natürlich war er auch abends da, als Delara beschloss, Lager zu machen. Aber die Geweihte war zu müde und zu ausgelaugt, ihm auch nur einen misstrauischen Blick zuzuwerfen und beachtete ihn fast gar nicht.
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    Jup. Gefällt mir auch wieder sehr gut, da man richtig mitleidet, aber sehr lange sollte es aufgrund der schon langsam aufkommenden Wiederholungen nicht mehr dauern.

    Ich freue mich wie immer schon auf Nachschub :D
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    Die ganze Nacht wachte sie bei Jurina und sorgte sich um sie. Am nächsten Morgen war Delara endgültig klar, dass sie Jurina hier nicht wegbringen konnte. Es blieb nichts anderes übrig, als den Kampf gegen Wundbrand und Schwärung hier, in der Wildnis, auszukämpfen. Ein Tag auf dem Pferd sitzend würde sie umbringen ... wenn es nicht die Wunde tun würde. Jurina würde hier entweder aus eigener Kraft fortreiten, oder gar nicht. Delara betete für ersteres, wärmte sie, so gut es ihr möglich war, sprach zu ihr, flößte ihr den Tee ein und streichelte sie. Der Pfeilblütentee half nicht gegen Fieber, aber bei die Heilung von Wunden unterstützte er üblicherweise schon und damit wirkte er auch indirekt gegen Wundfieber. Doch nicht bei dieser Wunde. Dennoch hatte Delara aus der bloßen Hoffnung heraus ihn Jurina weiterhin zu trinken verabreicht.
    Sie griff zu einem weiteren Mittel, ihrer letzten Hoffnung. Jurina brauchte jedes Quäntchen Kraft. Sie legte ihre Hände sanft und leicht auf die Wunde und sprach inbrünstig: „O meine Herrin Rondra und Ihr, Herrin Peraine, und ihr anderen Herrscher Alverans, schenkt diesem Sterblichen von der Lebenskraft, für die die uranfängliche Sumu gestorben ist. Denn dieser Leib ist geschlagen mit Bitterkeit und Schmerzen und bedarf der Heilung in Eurem Namen.“2
    Sie fühlte die Verbindung zu Rondra und ihre Nähe. Einen Moment lang blieb sie sitzen und betete im Stillen. Dann löste sie vorsichtig den Verband, um einen Blick auf die Wunde zu werfen. Tatsächlich nässte die Verletzung weniger und eine größere Menge Eiter war herausgeschwemmt worden. Behutsam tupfte und säuberte Delara sie und wickelte dann einen frischen Verband darum. Jurinas Fieber war nicht gesunken, das fühlte sie, als sie ihre Hand auf ihre Stirn legte. Aber die Amazone schien im Moment ein wenig ruhiger, ihr Atem war etwas kräftiger und regelmäßiger geworden.
    Doch diese Fortschritt ließ nach einiger Zeit wieder nach, Delara hätte nicht sagen können, ob nach einer Stunde oder nach mehreren. Aber sie hatte Jurina etwas Ruhe geben können und hoffentlich die nötige Kraft, die sie überleben ließ.
    Irgendwann wurde ihr bewusst, dass ihr Tränen über das Gesicht liefen, die auf Jurinas vom Fieber gerötetes Gesicht fielen. Jurina murmelte etwas, dass Delara nicht verstand.
    „Halte durch, Jurina“, murmelte sie und strich ihr über das schwarze Haar, „halte durch. Kämpfe! Du bist eine Kämpferin, eine zähe und stolze Kämpferin. Kämpfe und streite, damit du noch viele Heldentaten begehen kannst, Heldentaten, die dir zustehen...“
    Und wieder tropfte es von ihren Wangen herab, doch sie beachtete es nicht, ebenso wenig wie die Kälte, den Schmerz in ihren Knien und ihre verspannten Muskeln. Obwohl sie auch diesen Tag wieder durchwachen wollte, fiel sie irgendwann in einen unruhigen Schlaf, auf den sie wieder aufwachte, weil ihr Nacken und Rücken schmerzten, denn ihr Kopf war nach vorne auf Jurinas Brust gesunken. Als ihr bewusst wurde, dass sie geschlafen hatte, fühlte sie sofort mit den Händen nach Jurina, doch diese lag noch immer im Fieber, atmete flach und unregelmäßig und bewegte die Lippen, doch wenn überhaupt, kam nur Unverständliches heraus.
    „Gib nicht auf. Noch bist du nicht zu Hause, Jurina. Halte durch. Du musst durchhalten, hörst du?!“ Wieder fühlte sie die Furcht in ihrem Herzen. Es waren schon Freunde und Mit-Geweihte von ihr gestorben, gefallen im Kampf oder erlegen an den Auswirkungen zu schwerer Verletzungen. Aber Jurina war noch so jung, stand völlig am Anfang von allem ... dies wäre kein Tod, den Delara irgendeinem Geweihten der Rondra wünschen würde, schon gar nicht der stolzen jungen Löwin, die stets so beherrscht war, aber gleichzeitig so offen und unverblümt. Jurina hatte noch gar nichts von der Welt gesehen.
    Als der Abend langsam dämmerte, war Jurinas Zustand unverändert. Wieder einmal erneuerte Delara den Verband, nachdem sie die Wunde gesäubert hatte. Sie flößte ihr heißen Tee ein und achtete darauf, dass die Amazone stets bedeckt war vom Mantel, den Decken und der Kleidung, die Delara entbehrte. Sie selber fühlte die Kälte kaum noch, denn ihre Angst und die Müdigkeit schwemmten alles hinfort.
    Die ganze Nacht über führte Jurina den entscheidenden Kampf um ihr Leben. Delara tat, was sie konnte, um ihr beizustehen und diesen Kampf zu erleichtern. Sie gab Jurina nicht auf, so wie diese sich selber nicht aufgab. Sie redete mit ihr, ermunterte sie, wärmte sie und betete für sie.
    Stunden vergingen und mehr als einmal dachte Delara, Jurina hätte endgültig aufgehört zu atmen, doch wenn sie mit zitternder Hand nachfühlte, spürte sie den Puls und wie sich ihre Brust hob und senkte, schwach nur und unregelmäßig, aber sie lebte.
    Im Laufe der Nacht wuchs Delaras Hoffnung, erst konnte sie es nicht glauben, doch ihr nach Bestätigung lauschendes Ohr und die tastenden Finger bestätigten ihr mehrmals, dass Jurinas Atem fester und regelmäßiger wurde und beim ersten Licht der kalten Wintersonne gewann sie den Eindruck, dass der Zustand der Wunde sich verbesserte und die Entzündung tatsächlich zurückging ebenso wie das Fieber.
    Kurz darauf nickte sie gegen ihren Willen, neben Jurina zusammengesunken, wieder ein und erwachte erst einige Stunden später, wie ihr der Stand der niedrigen Praiosscheibe verriet. Ein schneller Blick zu Jurina verriet, dass sich ihr Zustand weiterhin verbessert hatte und sie wohl die ganze Zeit im erholsamen Schlaf gelegen hatte. Bis zum Abend war ihr Fieber völlig verschwunden. Jurina war wach und bei Bewusstsein und reagierte auf ihre Worte.
    Sie lächelte schwach und fasste nach Delaras Hand. „Du warst bei mir“, sagte sie.
    „Ja“, erwiderte Delara schlicht. Sie streichelte ihr erneut über das Haupt. „Du hast es überstanden. Ruhe dich jetzt aus und erhol dich.“
    Jurina nickte und fiel fast sofort wieder in einen tiefen Schlaf.


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    2 Raddatz, Jörg, u.a.: Kirchen, Kulte, Ordenskrieger, Erkrath, 2000, S. 15
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    Ich bin gerade so produktiv ...^^



    Zwei Tage verbrachten sie hier, in denen Jurina den vorvorletzten Pfeilblütentee bekam, wieder feste Nahrung zu sich nahm und ihr abgehärteter Körper zu Kräften kam und anfing, zu heilen. Der Schneemann stand weiterhin an der gleichen Stelle und schaute nach Norden. Dann fühlte die Amazone sich stark genug, sich auf Rondira zu schwingen und den Weg fortzusetzen. Eine deutlich längere Pause hätte ihr gut getan und auch den Heilungsprozess der Verwundung verlangsamte diese Entscheidung, aber zugleich war die ungeschützte Wildnis im Winter ein schlechter Ort für eine angemessene Rekonvaleszenzzeit.
    An diesem Tag sprach Jurina ausführlich über den Traum und seine Einzelheiten. „Die Frau in meinem Traum war dieselbe wie die im Moor. Wie kann das sein? Sie sprach mit mir, ich schlug sie ins Gesicht, doch genauso hätte ich meine Faust in weichen Schnee schlagen können, so wirkungsvoll war es!“
    „Ich weiß es nicht“, erwiderte Delara. „Ich verstehe von Magie nicht viel, außer, dass viel Unheiliges mit ihr angerichtet werden kann.“
    „Ja, das ist wohl so. Es gibt zuviel Magie und ehrlose Anwenderinnen!“ Sie schwieg einen Moment. „Sie drohte mir und sagte, ich würde noch mehr Angst und Schmerzen zu spüren bekommen. Ich fürchte keine Gegnerin, der ich mit oder ohne Waffe gegenübertreten kann, aber solch hinterhältiges Wirken in Träumen ... aber ich werde ihr widerstehen und dem Kampf nicht aus den Weg gehen!“
    Delara lächelte. Etwas anderes hatte sie auch nicht erwartet.
    Gemeinsam verrichteten die beiden Geweihten ihre Gebete und an diesem Abend liebten sie sich bedächtig, langsam und vorsichtig, aber mit Hingabe.
    So verging auch der nächste Tag. Die Gegend wurde allmählich waldreicher und sporadisch war der Schneemann zu sehen, doch wie jeden Abend stand er bereits am ausgewählten Lagerplatz, lächelte freundlich und war scheinbar wie aus dem Nichts erschienen.
    Sie sammelten Feuerholz und entzündeten das Feuer, um den abendlichen Tee vorzubereiten und versorgten dann wie stets die Pferde. Sie trugen ihre Satteltaschen gerade zum Feuer, als es im Gebüsch raschelte und knackte und lauter Atem und die Geräusche schwerer Tritte ertönten. Delara und Jurina ließen die Satteltaschen fallen und zogen ihre Waffen. Jurina zog den Säbel, der schneller zu ziehen war als der Anderthalbhänder, den sie auf dem Rücken trug und Delara griff aus den gleichen Gründen zum Langschwert.
    Gerade rechtzeitig brachten sie ihre Waffen hoch und machten ein paar Schritte auseinander, um den Angriffen der ersten Orks, die aus dem Wald stürmten, zu begegnen.
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    Na, dann hat sie ja doch noch ne Chance auf nen echten Heldentod. :lol: Und nicht "bett"lägerig in der Wildnis von nem dummen Wundbrand dahingerafft.

    Aber wir wollen nicht hoffen dass so was gleich passiert und wir in Kürze nur noch den Spruch "Gestorben im Felde, aber doch unvergessen" zu lesen kriegen. Da erhoffe ich mir doch noch mehr. :zwinker2: :lol: :cool2: Also schön weiter produktiv sein.
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    Da hat man ja kaum eine Atempause, um sich mal an einer gesunden Heldin zu erfreuen *g*, aber wenn es so weitergeht nehme ich das auch mal gerne in Kauf :)

    Schön zu hören, dass es momentan so produktiv verläuft und wir hoffentlich nicht lange warten müssen ^^
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    Puuuh! Ganz schoen verrueckt...
    Nette Ideen hat der Meister euch da aufgetischt :gemein: ! Und schoen dargestellt sind die Geschehnisse auch noch. Jetzt mal ne daemliche Frage: Wo ist das? So grosse leere Ecken habe ich auf meiner Aventurienkarte gar nicht gefunden...

    Ansonsten: Weiter so! Auch ich freue mich auf die Fortsetzung :lol:

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    Wo das sein soll?
    Man nehme die große, bunte Karte von Aventurien, lege den Finger an den nördlichen Zipfel (Ostseite, bitte schön) des Finsterkammes und ziehe eine gerade Linie nach unten zur Reichsstraße, die Eslamsroden mit Wehrheim verbindet.
    Man lege ein Linieal an und addiere die Meilen, rechne 50 Meilen/Tag für beritten, subtrahiere 50% für Tiefschnee und ein paar weitere Prozente für ein paar Hügel (zu Reisebeginn ist ein großes Gebirge) und zunehmend mehr Wald ... da sind 15 Tage Reisezeit schon nicht übetrtrieben für die Strecke.

    Es sind übrigens nicht "wir", sondern nur ich und meine vielgeplagte Jurina in Begleitung eines NSC, der aber einen regelkonform ausgewürfelten und gesteigerten Charakterbogen hat und auf dessen Talente auch authentisch gewürfelt werden ... da werden noch ganz üble, gemeine, hinterhältige und melodramatische Sachen passieren!
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    Es waren acht Angreifer, gehüllt mehr in Fetzen denn in richtige Kleidung und auch ihre Ausrüstung – Keulen, alte Schwerter und Säbel – sprach dafür, dass sie einen harten Winter hatten und weit davon entfernt waren, gute Kämpfer oder Jäger ihres Volkes zu sein.
    Jeweils vier umzingelten die beiden Geweihten. Stahl blitzte im Feuerschein auf und klirrend stießen Klingen aneinander und lösten sich wieder. Jurina hatte ebenso wie Delara einen schweren Stand, denn vier Angreifer konnte sie unmöglich parieren. Außerdem wurde sie noch zusätzlich durch ihre erst verheilende Bauchwunde beeinträchtigt.
    Für jeden Treffer, den sie austeilte, musste sie ihrerseits mindestens zwei einstecken und obwohl sich die Orks mitunter selbst etwas behinderten, war es schon nach wenigen Schlagabtäuschen offensichtlich, wie dieser Kampf ausgehen würde. Gerne hätte sie Rondira herbeigerufen, ihr beizustehen, doch waren beide Stuten bereits angebunden
    Wieder teilte sie einen gut platzierten Hieb aus, parierte eine vorzuckende Keule, zog im letzten Moment den Oberkörper vor einer vorstoßenden Klinge ein und spürte, wie sich ein Schwert oder Säbel in ihr Bein biss.
    Für einen kurzen Moment fühlte Jurina sich an ihren Traum erinnert, als sie ebenfalls gegen vier Gegner gekämpft hatte, aber sie ließ sich von dieser Erinnerung nicht unterkriegen oder beeinflussen. Schnell waren ihre Bewegungen, sicher ihr Stand und wenn sie auch die Niederlage unaufhaltsam auf sich zukommen sah verzagte sie nicht. Ihre Sinne waren gespannt und sie war auf das Äußerste konzentriert.
    Sie blutete bereits aus mehreren Wunden, von denen keine sehr bedrohend war, aber in ihrer zunehmenden Vielzahl nicht minder gefährlich waren.
    Ein weiterer Schlag mit ihrem Säbel fällte einen der Orks und verschaffte ihr eine kurze Atempause, doch dann rückten die drei anderen um so vehementer vor. Auch diese waren nicht unverletzt, doch in wesentlich besserem Zustand als Jurina.
    Jurina hatte keine Zeit, nach Delara zu sehen, doch aus dem Augenwinkel sah sie den dichten Pulk von Orks einige Schritte weiter und wusste daher, dass ihre Reisegefährtin noch auf den Beinen stand.
    Sie merkte, wie aus ihren zahlreicher werdenden Wunden das Blut floss und sie schwächer wurde, ihre Reaktionen gegen ihren Willen etwas langsamer wurden. Wieder traf sie einen der Orks, doch es würde nicht reichen, sie wusste es und spürte es immer deutlicher. Bald würde sie sich nicht mehr auf den Beinen halten können. War diese Magierin für diese Orks verantwortlich? Sie verdrängt den Gedanken sofort. Hier war all ihre Konzentration gefordert.
    Wieder parierte sie eine Attacke, doch der hinter ihr stehende Gegner schlug fast zeitgleich zu und traf sie heftig. Jurina wankte und wäre beinahe in den Angriff des dritten Orks hinein gelaufen.
    Ein Teil von ihr verachtete sich fast selber, doch sah sie keine andere Möglichkeit. Mit lauter Stimme und fast ihrer letzten Kraft rief sie die donnernde Himmelsleuin an. Die plötzliche Stärke, der überderische Mut und die Schnelligkeit, mit der sie ihren Amazonensäbel handhabte, waren ihr nicht gänzlich unvertraut, aber jedes Mal aufs Neue ein Band, das sie mehr an Rondra band und ihre Nähe spüren ließ. Der Hieb tötete einen weiteren Ork, gleichzeitig hörte sie auch Delaras Stimme Rondra anrufen.
    Sie wandte sich ihren beiden letzten Gegnern zu, erfüllt von Zuversicht und dem Nachhall der Kraft, die sie gerade noch durchdrungen hatte. Kraftvoll drang sie auf sie ein und ignorierte ihre Wunden und ihren schwächer werdenden Körper. Wenn sie fiel, dann wie eine wahre Kämpferin Rondras!
    Die beiden wichen etwas zurück, erschrocken durch den einen Hieb und was sie währenddessen gespürt hatten und von der Vehemenz, mit der Jurina, die gerade noch eindeutig unterlegen schien, nun auf sie eindrang.
    Doch dann erinnerten sie sich daran, dass sie zu zweit waren und vor ihnen eine Frau stand, deren Mut und Entschlossenheit zwar beeindruckend war, die aber auch vielfach blutete. Gemeinsam rückten die beiden vor. Jurina konzentrierte sich auf den, der schon angeschlagener war. Ihn wollte sie noch fällen, bevor sie selber in Rondras Halle einging. Mit gezielten, aber nicht wütenden oder verzweifelten Schlägen drang sie auf ihn ein. Tatsächlich gelang es ihr, ihm den entscheidenden Treffer zu versetzen. Der Ork ging zu Boden und sie wandte sich dem letzten zu. Ein, zwei Schläge konnte sie parieren trotz ihrer nachgeben wollenden Knie, sie sammelte Luft in ihren Lungen für ein letztes Stoßgebet, doch dann brachte sie ihren Säbel nicht schnell genug hoch und die Keule des Orks traf sie hart. Sie ging zu Boden und das letzte, was sie sah, bevor ihr Schwarz vor Augen wurde, war die auf sie niedersausende Keule.
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    Aus dem DSA-Quiz: Ich: "Wer ist einE so großeR VerehrerIn von Königin Yppolita, dass sie/er sogar im eigenen Schlafzimmer einen Schrein zu Ehren Yppolitas hat?"
    Antwort Tuzzughs: "Vielleicht ... Schattenkatze?"

    Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Und weiter geht es ...




    Langsam öffnete Jurina die Augen und blinzelte. Allmählich fokussierten sich ihre Augen – auf schwarzes, gefrorenes Fell, das kaum einen halben Meter von ihrem Gesicht entfernt war, wie ihr nach einigen Herzschlägen bewusst wurde. Als nächstes wurde ihr gewahr, dass sie auf dem Boden lag.
    Sie stemmte sich mit den Händen hoch, oder wollte es vielmehr, denn bei der Bewegung schossen vielzählige Schmerzen durch ihren Körper und mit einem Stöhnen sank sie zurück.
    Delara! Trotz der Schmerzen drehte sie ihren Körper herum, bis sie Delara sehen konnte. Sie lag nur wenige Schritte weiter, das blutige Schwert lag neben ihr sowie ein vereister Ork.
    Jurina blinzelte überrascht. „Delara?“ fragte sie mit etwas krächzender Stimme. Sie begann, zu ihr hinüber zu kriechen. Dabei fiel ihr auf, dass sie und Delara auf dem blanken Erdboden lagen und der Schnee unter ihren Körpern geschmolzen war. Trotzdem war zumindest ihr selber nicht kalt.
    Die anderen Orks, die im Kampf gefallen waren, lagen ebenfalls dort, wo sie gestorben waren. Sie waren nicht vereist, nur die beiden anderen Orks.
    Was war hier geschehen? Ihre letzte Erinnerung war die, dass sie den Tod in Form einer Keule auf sich zukommen sah, doch sie und Delara lebten noch, im Gegensatz zu den Orks!
    „Delara?“ wiederholte sie, diesmal etwas lauter, aber immer noch mit Sorge in der Stimme um Delara. Fast hatte sie sie erreicht, als die ältere Geweihte begann, sich zu rühren. Sie schlug die Augen auf und bewegte den Kopf in Richtung Jurina.
    „Jurina, was ist passiert?“ fragte sie, als Jurina sie endlich erreichte.
    „Ist alles in Ordnung?“ Die Amazone legte eine blutbeschmierte Hand auf Delaras Wange. „Ich weiß es nicht ... wir kämpften gegen die Orks und zumindest ich schaffte es nicht. Ich dachte, ich würde sterben, aber dann wachte ich hier auf. Es ist Morgen!“ stieß sie dann fassungslos hervor.
    Delara wälzte sich etwas herum. Auch ihre Hand strich über Jurinas Gesicht. „Bei Rondra, ich hörte dich den Namen der Herrin rufen, ebenso wie ich es tat. Ein weiterer Ork fiel unter meinem Hieb, doch ein letzter war noch da und auch ich dachte, es sei mein letzter Kampf.“ Sie schüttelte verwundert den Kopf. „Die ganze Nacht lagen wir hier, aber mir ist nicht kalt.“ Langsam begann sie, sich aufzurichten. Auch sie hatte mehrere Verletzungen, einige nur leicht, doch ein oder zwei waren tiefer.
    Auch Jurina riss sich zusammen. Auch wenn ihnen jetzt nicht kalt war, mussten sie ihre Verletzungen versorgen und ein Feuer entzünden. Schließlich standen sie und stützten sich gegenseitig, nachdem sie ihre Waffen aufgehoben hatten. Ihr Feuer war schon längst niedergebrannt und die Asche erkaltet, aber das auf Vorrat gesammelte Holz war nicht schwer zu einem weiteren Feuer zu entzünden. Gegenseitig wuschen sie ihre Wunden aus und verbanden sie. Die heftige Bauchwunde Jurinas war zum Glück nicht nennenswert wieder aufgeplatzt.
    Während sie in ihre Decken gehüllt am Feuer saßen, etwas aßen und heißen Tee tranken – auch jeweils einen Becher mit den beiden letzten Portionen heilsamen Pfeilblütentee -, blickten sie nachdenklich auf die beiden vereisten, steifen Orks. Die beiden Pferde standen ruhig an ihrem Platz, wenn auch an den Spuren zu sehen war, dass wie während des Kampfes nervös umher gestampft waren. Auch der Schneemann stand noch an der gleichen Stelle, sein freundlich lächelndes Gesicht zeigte wie immer nach Norden.
    „Wir kämpften und wir unterlagen“, fasste Jurina zusammen. „Als wir erwachen, ist es nächster Morgen, uns ist nicht kalt und die Orks, die am Ende noch lebten, sind steif gefroren und vereist – im Gegensatz zu uns. Was hat das zu bedeuten?“
    „Ich weiß es nicht“, erwiderte Delara. Wenn Jurina sie ansah, wusste sie, wie sie selber aussah – blutverschmiert, müde und erschöpft und nicht verstehend, was am Vorabend geschehen war.
    „Ich fühlte mich an meinen Traum erinnert“, meinte Jurina zögernd. „Vier Gegner und am Ende sah ich den tödlichen Hieb auf mich zukommen. Diese Magierin sagte ja, sie würde mich noch weiter verfolgen.“ Misstrauisch blickte sie zum wiederholten Male zum Schneemann hinüber. „Ich werde mich weder von ihr noch von ihm einschüchtern lassen!“ bekräftigte sie wieder.
    Delara strich ihr über die Schulter. „Ich hoffe nicht, dass diese Frau es war. Vielleicht gibt es eine andere Erklärung – auch wenn mir keine einfällt.“
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© 1997-2014 von Thomas Stolz (Mail)

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