Und die erste Fortsetzung des Jahres 4 nach dem WC. ;-) Anfeuern hilft wirklich, glaube ich.
Auch an diesem Tag führte sie ihr Weg noch am düsteren Nebelmoor vorbei. Zwischenzeitlich schneite es manchmal und es blieb weiterhin kalt, während das Buschwerk den schmalen Weg, eigentlich mehr ein Pfad, rahmte.
Plötzlich richteten sich Rondiras Ohren auf, auch die anderen Pferde wurden aufmerksam. Noch während Jurina nach ihrem Säbel griff und nach dem Anlass dafür Ausschau hielt, raschelte und knackte es im Gebüsch und zu beiden Seiten des Weges und vor ihnen sprangen Goblins hervor. Je drei zu jeder der beiden Seiten, die mit gespannten Armbrüsten aus ihrem Versteck hervorbrachen, ihre Speere oder Säbel fallen ließen, um mit den Armbrüsten zielen zu können. Vor ihnen waren es fünf, drei nebeneinander, mit Speeren oder Säbeln bewaffnet, hinter ihnen noch einmal zwei, die Schnee aufhoben und zu Bällen formten.
Kaum hatte Jurina dies erfasst, rief sie ein lautes „Für die Königin, für Rondra!“, spornte Rondira an und holte mit ihrem Säbel aus, die drei auf der rechten Seite stehenden Goblins zu treffen. Rondiras gerade beginnender Galopp gab ihr Schwung und Kraft, doch der erste tauchte gewandt unter der blitzenden Klinge hinweg, dem zweiten jedoch schlug der Amazonensäbel eine klaffende Wunde über den Brustkorb, so dass er schreiend zusammenbrach und der letzte wiederum konnte ebenfalls sich tief genug wegducken.
Jurina lenkte Rondira geradeaus, direkt auf den von ihr aus gesehen rechten der drei, die quer auf dem Weg standen. Schnee stob unter den Hufen der Fuchsstute auf, als sie im Galopp auf den Goblin zupreschte, den der Angriff sichtlich überraschte. Aufschreiend verschwand er unter den Hufen Rondiras. Jurina lenkte sie in einem engen Bogen nach rechts, um wieder an den drei am Wegesrand vorbeizupreschen.
Aus den Augenwinkeln sah sie, dass Aldare mit gezogenem Schwert vom Sattel aus gegen die drei Goblins kämpfte, die auf der anderen Wegseite standen. Diese hatten zu ihren Speeren und Säbeln gegriffen, um sich der Meisterin des Bundes zu erwehren. Delara wiederum, ebenfalls zu Pferde, hatte sich auf die restlichen geworfen. Skasgej rutschte gerade aus dem Sattel.
Wieder wollte Jurina den Schwung des galoppierenden Pferdes nutzen, um die drei Goblins in einem Streich zu treffen, bei den beiden ersten gelang ihr dies auch, doch der letzte tauchte wie zuvor geschickt weg. Er hielt noch immer seine Armbrust in der Hand und hob diese erneut, um sie auf sie auszurichten.
Jurina zog Rondira wieder um die Hand und glitt gedankenschnell aus dem Sattel, um sich nun zu Fuß auf diesen Goblin zu stürzen. Dieser hob die Armbrust und drückte ab, Jurina sprang zur Seite, doch der Bolzen wäre auch ohne dieses Manöver an ihr vorbei geflogen. Sie hörte schräg hinter sich einen Schmerzensausruf Delaras und drang im nächsten Moment auf diesen letzten ihrer Gegner ein. Er hob die Armbrust, um den Hieb abzuwehren, doch der Säbel drang in seinen Körper tief ein.
Jurina fuhr kampfbereit herum. Aldare hatte nur noch einen Gegner und kämpfte ebenso wie Delara zu mittlerweile zu Fuß, Delara streckte gerade den letzten ihrer beiden Gegner nieder, die beiden Schneeballwerfer waren wohl schon längst geflüchtet. Jurina lief zu ihr hinüber, nachdem ihr ein schneller, situationserfassender Blick gezeigt hatte, dass Aldare nur leichte und oberflächliche Verletzungen hatte. Der Armbrustbolzen jedoch, der für Jurina gedacht war, hatte die Ritterin der Göttin in die Schulter getroffen. „Lass mich die Wunde ansehen, Delara", sagte Jurina besorgt, als sie das Blut aus der Wunde hervorquellen sah.
„Sieh erst nach dem Norbarden, ich komme für den Moment zurecht“, erwiderte Delara, nachdem sie sich kurz geräuspert hatte und setzte sich vorsichtig hin. Jurina half ihr dabei mit sanften Bewegungen und wollte zu Skasgej gehen, doch Aldare kümmerte sich bereits um ihn. Auch dieser hatte einen Bolzen in der Schulter, nur saß bei ihm kein Kettenhemd als zusätzlicher Schutz zwischen Kleidung und Haut.
Jurina versorgte Delara, zog den Bolzen mit einem Ruck heraus, der Delara aufstöhnen ließ, säuberte die Wunde und verband sie. Dabei murmelte sie abfällig etwas über feige Goblins und elendige, unrondrianische Armbrüste. Dann trugen sie und Aldare die Goblinleichen zusammen und begruben sie unter Schnee. Aldare sprach anschließend einen Grabsegen für sie. Die Armnrüste wurden zerstört.
Dann stiegen sie wieder zu Pferde, denn an diesem Kampfplatz zu lagern war eine schlechte Idee, falls die Goblins mit Verstärkung zurückkehren sollten, auch wenn dies sehr unwahrscheinlich war, hatten sie doch als vielfache Übermacht große Verluste erlitten.