Letzte Woche habe in einem gewaltigen Anflug von Enthusiasmus und Muse in 5 Tagen 10 Seiten geschrieben (und davor auch schon ein bißchen was geschafft) ... also um die Fortführung muß sich erst mal keine Sorgen gemacht werden.
Trotz ihrer eigenen, wenn auch eher leichteren Verletzungen stürzte sie sofort zu Delara. Zu ihrer grenzenlosen Erleichterung lebte die Geweihte noch.
„Delara!” stieß Jurina hervor. Delaras Lider flatterten und ihre Hand tastet nach Jurina. Diese fasste sie und drückte sie kurz. Vorsichtig bette sie den Kopf Delara wieder auf dem Boden, erhob sich und stellte fest, dass die Stuten und damit ihre Ausrüstung fort waren.
Erst jetzt sah sie noch etwas – der Wald veränderte sich. Er wirkte nicht mehr verwachsen, knorrig und düster. Trotz der winterlichen Landschaft begann der Wald wieder zu leben. Auf subtile, eher erahnbare, aber auch auf sichtbare Weise. Äste streckten sich, mehr Licht der schwachen Sonne drang durch die Bäume und erste Anzeichen von Tieren waren zu hören.
„Ist sie – ist sie tot?“ Hinter einem Gebüsch trat Lioma hervor blickte erschrocken auf Delara. Ihre Stimme zitterte etwas.
„Nein“, antwortete Jurina, „aber ich brauche Verbandszeug!“
„Dort!“ Lioma wies auf Delara. Jurina folgte ihrem Blick und sah zu ihren größten Überraschung ihre Rucksäcke dort im zertrampelten Schnee stehen.
Sheneresaka?
Sie zögerte nicht und holte heraus, was sie brauchte, löste Delaras Kleidung, wusch die Wunden mit sauberem Schnee und verband sie. Erst dann wollte sie diese Handlungen mit Liomas Hilfe bei sich selber durchführen – doch obwohl ihre Haut mit ihrem eigenen Blut bedeckt war, wies sie keine Verletzung mehr auf. Als Jurina dies bemerkte, lehnte sie die Hilfe der Magierin ab, damit diese hoffentlich nicht auf diesen Umstand aufmerksam wurde.
Zwischen Bäumen und Büschen schlugen sie ein Lager auf, denn zurück zur Eiskuppel könnten sie heute nicht. Aber immerhin tauchten etwas später Rondira und Tiama wieder auf. Jurina bedauerte, sich nicht um sie kümmern zu können, aber sie befürchtete, nach dem Erscheinen des Hirsch-Dämons könnten die Streitrösser noch zu nervös auf ihre Annäherung reagieren und nochmals flüchten.
Ein Feuer spendete Wärme. Jurina legte Delaras Kopf auf ihren Schoß, während sie sich selber erschöpft mit dem Rücken an einen Baumstamm lehnte. Ihre Decken und Schlafsäcke lagen über sie beide, wenn auch mehr auf Delara.
Delaras Rondrakamm hatte Jurina erst geholt, als Lioma Feuerholz sammeln ging. Nur mit über ihre Hand gezogener Kleidung und dem Kühlen mit Schnee hatte sie es geschafft, die Waffe anzufassen und selbst mit dem Ablegen alle paar Herzschläge hatte es sie geschmerzt! Die Eisschicht auf ihrem eigenen Rondrakamm war wieder verschwunden und die Klinge wie unberührt sowohl von dem Kontakt mit dem Dämonen als auch von der Berührung des Eiselementares, ein Umstand, der Jurina erleichterte, aber auch verwunderte. Doch Jurina erinnerte sich noch gut, wie leicht und wie tief der Anderthalbhänder eingedrungen war, genauso wie die geweihte Waffe Delaras. Dies also hatte Sheneresaka gemeint, was ihre Hilfe sein könnte ...
Sanft streichelte sie über Delaras Kopf, während sie der Kälte nachspürte, die von ihrem Körper Besitz ergriffen hatte. Nicht einmal während oder nach dem Kampf war ihr warm geworden und auch das Feuer spendete zumindest ihr selber keine nennenswerte Wärme.
Der Wald war wieder ... ein gesunder Wald und dieses Wissen vermittelte Jurina ein gutes Gefühl. Ein Bann der Magierin gebrochen, ein weiterer Strich durch ihre Pläne, der sie hoffentlich treffen würde.
Und was war mit dem dämonischem Fluch, der auf ihr, Jurina, lastete? Sie hatte sich beherrscht, hatte diesen Dämon bezwungen. Für immer oder nur für dieses Mal? Sie hoffte und betete für Letzteres, aber so recht konnte sie es sich nicht vorstellen, dass es so leicht war. Die Magierin hatte sich scheinbar so viel Mühe damit gegeben, wertete es so hoch, hatte sie in ihren Träumen wieder und wieder damit gequält, da gestattete Jurina sich auch nur kaum die Hoffnung darauf, dass es so leicht zu Ende ging.
Aber nun wusste sie immerhin, dass sie selber es verhindern konnte, wenn sie sich darauf konzentrierte, wenn sie ihren Willen darauf fokussierte und sich nicht überwinden ließ von dem roten Rausch.
Und Delara lebte ...
Mit diesen Gedanken, der sie mit einer merkwürdigen Erleichterung, ja Freude erfüllte, schlief Jurina ein.