Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Ich sag nur eins zu dem Schneemann:

    Wenns so weitergeht, werden Delara und Jurina die aventurischen Erfinderinnen der Wunderkugel. :lol:
    Einfach einmal schütteln und schon erleben wir auch in Aventurien das herrliche Panorama einer Winterlandschaft mit Schneeman im Schneegestöber.
    [br][br]"Keuscheit ist die unnatürlichste aller sexuellen Perversionen."
    [br]"Das Wesen eines Genies besteht zu 5 Prozent aus Inspiration und zu 95 Prozent aus Transpiration." [Albert Einstein]

    Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Weil ich mal wieder kreativ war und so lange Pausen gemacht habe, hier mal wieder ein schneller Nachschub.



    Jurina schlug die Augen auf. Helles Tageslicht strömte durch das offene Fenster und Stimmen drangen vom Hof herein. Die felsigen Wände ihrer Kammer auf Keshal Rondra waren ihr ein wohlvertrauter Anblick. Dennoch hatte sie für einen flüchtigen Augenblick lang das unbestimmte und nicht näher greifbare Gefühl, dass sie eigentlich woanders hätte sein sollen. Da ihr jedoch nichts einfiel, verdrängte sie diesen Gedanken wieder.
    Sie erhob sich von ihrer Lagerstatt. Wie immer hatte sie nackt geschlafen. Allerdings war die Frühmesse im Tempel um fünf und jetzt war es heller Tag. Sollte sie tatsächlich so sehr verschlafen haben und nicht geweckt worden sein? Doch sicherlich gab es dafür einen guten Grund.
    Sie trat an die Fensteröffnung. Unten im Hof wurden ihre Schwestern gerade gedrillt und übten sich im Säbelkampf. Jurina lächelte: dies waren die Amazonen, ihr Volk, ihre Schwestern, gefürchtete Kämpferinnen, die Auserwählten Rondras.
    Plötzlich hatte sie das Gefühl, jemand stünde hinter ihr. Sie drehte sich herum, überrascht, wie jemand ihre Kammer hatte betreten können.
    Die Frau, die hinter ihr stand, hatte sie noch nie gesehen, gleichzeitig erkannte Jurina sie sofort. Groß war sie, kräftige Muskeln verliehen ihrem schlanken Körper eine durchtrainierte Anmut. Gelocktes Haar, wie von einem Sturm zersaust, fiel kastanienfarbend bis auf ihre Schultern, während ihre löwinnengrünen Augen scharf und alles sehend wirkten. Sie trug die Rüstung, wie sie die Uniform der Amazonen war: eine nach ihrem prächtigen Körper modellierte Brünne, Arm- und Beinschienen, einen Helm mit rotem Straußenfedernbusch, wallender roter Umhang und den Amazonensäbel an der Seite. Ein mit Nieten beschlagener Rock aus Lederstreifen verdeckte ihre muskulösen und dabei sehr weiblichen Beine bis kurz über ihre Knie.
    Es war vor allem jedoch ihre Ausstrahlung, die Jurina im selben Moment, da sie ihrer ansichtig wurde, respektvoll auf die Knie sinken ließ.
    „Herrin“, hauchte sie und wagte es nicht, die Augen zu heben und diesen grünen Augen zu begegnen, deren Blick so intensiv und alles hinwegfegend war, dass sie es nicht schaffte, ihnen auch nur für einen Herzschlag zu widerstehen.
    „Große Aufgaben liegen vor dir, Jurina von Keshal Rondra“, sprach sie mit einer Stimme, die mächtig und donnernd war, ohne dabei in der Lautstärke zuzunehmen und die Jurina bis ins Innerste spürte, nicht nur hörte. Diese Stimme zog sie völlig in ihren Bann, ähnelte sie doch keiner menschlichen Stimme. Sie durchdrang Jurina genauso, wie sie sie mit den Ohren hörte. „Entbehrungen warten auf dich und Prüfungen. Eine Hilfe will ich dir gewähren, ein Geschenk. Du wirst es erkennen, wenn es dir zuteil wird.“
    „Herrin, ich bin Eure Dienerin. Mein Leben, meine Pflicht und meine Freude ist, Euch zu dienen und für Euch zu sterben“, erwiderte Jurina fest. Nur kurz konnte sie aufschauen, bevor die Aura der Macht und der Göttlichkeit ihren Blick wieder zu Boden zwang.
    „Ich weiß, meine Tochter.“
    In einem gleißenden Licht verschwand sie.
    Jurina atmete tief und zitternd ein und aus und schloss für einen Moment die Augen, noch immer auf den Knien verharrend. Welch eine Ehre ihr zuteil worden war, welch unvorstellbare Ehre und Glück!
    Sie schluckte und erhob sich. Erst, als sie mit den Augen nach ihrer Rüstung suchte, merkte sie, dass diese nicht da war. So ging sie nackt zu Tür, denn sie wollte mit Shorana über ihre Vision sprechen, das war wichtiger als alles andere. Sie öffnete die Tür und trat über die Schwelle.
    Schlagartig wurde alles dunkel um sie.
    Pfoten des Grauens

    Mein Tagebuch unserer 7G-Kampagne.

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    Geschichten von mir: Eine Söldnerin zu sein //Die Kraft der Elemente

    Aus dem DSA-Quiz: Ich: "Wer ist einE so großeR VerehrerIn von Königin Yppolita, dass sie/er sogar im eigenen Schlafzimmer einen Schrein zu Ehren Yppolitas hat?"
    Antwort Tuzzughs: "Vielleicht ... Schattenkatze?"

    Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Hättet ihr nicht gedacht, daß ich dreimal innerhalb voin 5 Tagen weiter poste, wie? :-/ *gg*

    Jurina öffnete die Augen. Es war dunkel und kalt im Zimmer, denn das Feuer war nur mehr ein schwaches Glühen im Kamin. Neben ihr, noch immer mit dem ihren verschlungen, spürte sie Delaras Körper und ihre Wärme, hörte ihren gleichmäßigen Atem.
    Ein Traum. Ein Traum, aber was für einer! Eine Vision, eine Offenbarung, eine unvorstellbare Ehre.
    Eine ganze Zeitlang lag sie nur dort, sah im Dunkeln hoch, ohne die Dunkelheit zu sehen und ging immer wieder die Vision durch und versuchte, sich jede Facette in Erinnerung zu rufen.
    Doch dann fand sie ein bisschen in die Gegenwart zurück und wollte und konnte es nicht länger für sich behalten.
    „Delara! Delara, wach auf!“ weckte Jurina ihre Reise- und Bettgefährtin.
    „Ist etwas?“ Delara wurde schnell wach, dass hatte sie gelernt in den Götterläufen in Rondras Diensten, wo es häufig überlebenswichtig war, von einem Moment auf den nächsten wach zu werden, da Schlaftrunkenheit tödlich sein konnte.
    „Ich hatte einen Traum. Keinen Albtraum, eher das Gegenteil. Ich war zu Hause auf Keshal Rondra in meinem Zimmer. Plötzlich war sie hinter mir und sprach zu mir – von Aufgaben und Prüfungen, und einem Geschenk, dass sie mir machen und das ich erkennen würde. Die Donnernde hat zu mir gesprochen“, endete sie ehrfürchtig.
    Delara schwieg einen Moment. „Ich freue mich so sehr für dich“, sagte sie schließlich aufrichtig. Sie nahm Jurina in die Arme. „Das ist etwas ganz besonderes. Du bist auserwählt, das passiert nur so wenigen, dass sie einer solchen Ehre leibhaftig werden“, fügte sie hinzu und Jurina hörte den Neid und die Bewunderung, aber auch, dass Delara ihr es gönnte. “Ich freue mich so sehr für dich!“
    Eine Zeitlang schwiegen beide, spürten ihre gegenseitige Wärme und hingen ihren Gedanken über das, was Jurina widerfahren war, nach.
    „Die Wirtsleute schlafen noch“, sagte Jurina dann leise. „Ich würde gerne aufbrechen und im Tempel in Wehrheim beten und meditieren, aber noch ist es zu früh.“
    „Bleib liegen.“ Delara zog sie noch etwas näher an sich. „Lass uns unsere gegenseitige Nähe spüren. Es ist so schön.“ Sie kuschelte sich näher an Jurina heran.
    Diese wandte sich ihr gerne zu. Ihre Finger streiften über Delaras Gesicht, über ihren Hals und unter die Decke, während sie begann, Delara zu küssen. Delara regte sich, durchaus angenehm berührt, wie Jurina mit einem wissenden Lächeln bemerkte.
    „Eigentlich ...„ murmelte Delara, aber Jurina schob in dem Moment die Decke etwas zurück und begann, ihre Brüste zu küssen und zu umspielen, während ihre Finger ihren Unterbauch streichelten. Kurz darauf hob sie ihr Gesicht etwas an, um Delara leidenschaftlich auf die Lippen zu küssen.
    „Ja?“ fragte sie dann, sich daran erinnernd, dass Delara etwas hatte sagen wollen.
    „Nichts“, erwiderte Delara, während ihre Hände liebkosend über Jurinas Körper fuhren und gewisse Stellen aufsuchten.
    Erneut eroberten sie sich gegenseitig, wie sie sich auch hingaben und erst Geräusche aus der Stube unten wiesen darauf hin, dass es Zeit wurde, aufzustehen.
    Delara hielt Jurina fest, als diese aus dem Bett steigen wollte. „Eigentlich“, sagte sie, „wollte ich nur mit dir schmusen, deine Nähe spüren, sonst nichts.“
    „Aber wie sonst sollte ich dir meine Zuneigung zeigen?“ erwiderte Jurina erstaunt.
    Delara schwieg perplex und überrascht. „Auch nur bei- und miteinander sein kann sehr schön sein“, antwortete sie dann. Leise seufzend richtete sie sich auf um aus dem Bett zu steigen, da sie merkte, dass Jurina nicht mehr im Bett verbleiben wollte. Ihr Blick haftete einen Moment lang auf Jurina und sie versenkte sich kurz in ihren Anblick, dann jedoch riss sie sich aus ihren Gedanken los und stand endgültig auf.
    Sie zogen sich an, frühstückten, putzten und fütterten die Pferde und verrichteten ihr Morgengebet, dass von Jurina noch inbrünstiger als sonst gesprochen wurde. Delara bestand darauf, allein für die Nacht aufzukommen, was Jurina schließlich zuließ.
    Auf der Reichsstraße war das fortkommen nun tatsächlich leichter und am Nachmittag erreichten sie Wehrheim. Der Schneemann hatte sie des Morgens auf der Fensterbank erwartet und hat sich zweimal sehen lassen auf der Reise. Jedes Mal umgab ihn der kleine „Schneesturm“.
    Pfoten des Grauens

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    Das war wirklich mal ein schnelles Update. (Wie in alten Zeiten rofl) :lol:
    Stellt euch mal vor, ihr hattet gerade eine Tolle Nacht mit einer heißen Frau und am Nächstem Morgen weckt sie euch und sagt euch, das sie eine Göttliche Vision hatte! ...........äääähhhh JA! :iek:
    Aber wir leben ja auch nicht in Aventurien!
    mfg Asleif
    Edit: tut mir leid, das ich nichts Sinnvolles schreibe, aber ich war wirklich unkreativ, hab nix zu mekern und im Geschichten Forum geh ich nach dem Motto: Besser nichts Sinnvolles als überhaupt nichts!

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    Ja. Das zeigt einem immer wieder wie faul man selber beim Schreiben doch eigentlich ist.

    Da es nichts zu meckern gibt überspringe ich auch mal gleich den Kritik Teil und gehe zu den wichtigen Sachen über.

    Ich finde ja diese Naivität einfach zum Knuddeln und hier mal besonders schön dargestellt. ^^ Wie immer verlange ich natürlich nach mehr, weil es auch soviel Lust auf mehr macht ;)
    "Leute hören nicht auf zu spielen, weil sie alt werden, sie werden alt, weil sie aufhören zu spielen!" Oliver Wendell Holmes

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    Okay, dann gebe ich auch mal mein Feedback ab und versuche mal wieder so konstruktiv-kritisch zu sein, wie möglich:

    Und direkt etwas Verbesserung zur Traumpassage:

    "Große Aufgaben liegen vor dir, Jurina von Keshal Rondra“, sprach sie mit einer Stimme, die nicht laut war, aber trotzdem mächtig und donnernd und Jurina bis ins Innerste spürte, nicht nur hörte.


    Ich weiß, ich bin so überkritisch und kann es doch nicht besser. :lol: Aber die Beschreibung der göttlichen Stimme hätte ich doch etwas anders gefasst. Etwa so:
    ..., sprach sie mit einer Stimme, die Jurina nicht dadurch, dass sie besonders laut war, sondern durch etwas anderes, etwas, das tief im Tonfall, verborgen lag, völlig in ihren Bann zog. Die Stimme war anders als alles, was Jurina bislang gehört hatte und durchdrang sie in der Macht und der Kraft, die ihr innewohnte, bis in das Innerste.

    Das finde ich so etwas plastischer und greifbarer, was bei einer solch besonderen, göttlichen Stimme nicht unwichtig ist. Was du sehr schön beschrieben hast, war die Gestalt Rondras, denn du hast es nicht zu genau gefasst und lässt dem Leser immer noch einen gewissen Spielraum, in dem er sich bewegen kann, wenn er sich die Göttin vorstellt. Insgesamt finde ich den Traum so gut dargestellt.

    Kommen wir zum zweiten Post und ich meckere schon wieder. :flop: :iek: :flop:
    Ich weiß nicht, aber ich kann mir nicht helfen, wenn ich sage, dass mein erster Eindruck war, dass ich die Reaktion auf eine solche Vision etwas unlogisch finde. Ich glaube ich hätte als Spieler meinen Charakter nach einem solchen Erlebnis, das für ihn die höchste Erfüllung darstellt, nicht sofort nach dem Augenaufschlag aufstehen lassen und Delara gerüttelt. Mein Charakter hätte erst ungläubig dagelegen, zur Decke gestarrt und das ganze zu rekapitulieren versucht. Es nochmal Revue passieren zu lassen, bis man es vollends realisiert hat und dann erst Delara wecken. ich weiß nicht, das ist persönliches Empfinden und presönlciher Geschmack, aber es wirkt auf mich so doch irgendwie glaubwürdiger. Schlagtmichtot, aber ich habe schon vorher das Maschinenartige an Jurina kritisiert und kann es nur wiederholen, denn in dieser Situation fällt es mir wirklich auf.

    Doch genug meiner nichtswürdigen Kritik an unsrer begabten Jungautorin. :lol: Der zweite Teil dieses Abschnittes gewinnt wieder zu alter Form zurück und ist so schön und amazonenhaft wie immer.

    Ich sage "Venga Venga" und verlange mehr.
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    lupus, erschreck mich doch nicht so mit diesen hier: :flop:
    Ich sehe Deinen langen Beitrag und mitten drin gleich zwei davon ... Ich hätte beinahe einen Herzinfarkt gekriegt! :lol:

    Wie ich immer behaupte, offen für Kritik zu sein, habe ich die Dinge, die Du angesprochen hast, mir direkt mal zu Herzen genommen und die beiden genannten Stellen überarbeitet. Die mit der Stimme nicht so viel (aber ein par Deiner Schlagworte wirst Du wohl wieder finden ;-)) und jetzt muß Jurina erst einmal den Traum/die Vision gedanklich verarbeiten, bevor sie Delara weckt.
    *JurinasollkeineMaschinesein* :)
    Pfoten des Grauens

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    Aus dem DSA-Quiz: Ich: "Wer ist einE so großeR VerehrerIn von Königin Yppolita, dass sie/er sogar im eigenen Schlafzimmer einen Schrein zu Ehren Yppolitas hat?"
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    Ich danke für das Verständnis für meine anmaßende Kritik. :lol: Ich weiß ich bin ein negativer Typ. Aber ich gleiche das mal hiermit aus:
    :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

    Ich wollte ja auch nicht, dass du meinen Text einfach 1:1 übernimmst, dazu schreibe ich nicht gut genug. Ich versuche es immer nur so ein wenig anschaulicher zu machen, damit man besser erkennt, was ich meine. So ist es auf jeden Fall viel besser.
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    Feedback animiert mich.^^


    Wehrheim war ohne Zweifel eine wehrhafte und militärisch ausgerichtete Stadt: Wassergraben und hohe Mauern schützten die Stadt, die Straßen waren sauber und rechtwinklig angelegt. Mehrere Kasernen und die Kadettenakademie Kaiserlich Wehrheimer Akademie für Strategie und Taktik sorgten dafür, dass Offiziere, Krieger und Militär zum Stadtbild gehörten. Über Wehrheim wachte auf einem Felsen die gräfliche Burg und eine präsente Stadtgarde sorgte dafür, dass alles seine Ordnung hatte.
    Ihr direktes Ziel, nachdem sie die Stadttore zur Mittagszeit durchritten hatten, war der örtliche Rondra-Tempel. Sie brachten die Stuten in den dazugehörigen Stall und versorgten sie, ehe sie an der Tempelwache vorbei den Tempel betraten. Der Schneemann stand am äußeren Ende einer der Stufen, die hinein führten. Die Wände waren mit Schlachtenszenen und Heiligengemälden geschmückt, Rüstungen und Waffen waren ausgestellt und eine große Statue der Rondra wachte über den Tempelraum. Ein Geweihter begrüßte sie und erkannte in Jurina die Löwin, die sie war. Als Delara in forderndem Tonfall darum bat, den Tempelvorsteher zu sprechen, wurden sie bald zu ihm gelassen.
    Es war eine Frau, die bestimmt schon jenseits der fünfzig Götterläufe und im Dienste Rondras ehrenvoll ergraut war. Sie hörte sich an, was Delara und Jurina zu erzählen hatten über die Ereignisse im Wald und die Vermutung, dass jene Magierin dahinter steckte aus Rache an Jurina.
    Die Schwertschwester, Zelda von Wehrheim, hörte aufmerksam zu und stellte einige Fragen, um gewisse Dinge zu präzisieren. Schließlich sagte sie: „Ich höre ungern, was Ihr da zu berichten habt. Gestern erst wurde mir etwas ähnliches berichtet. In einem Dorf, zwei Tagesreisen nördlich von hier, sind seltsame Dinge geschehen. Der See, an dem das Dorf liegt, war plötzlich nicht mehr zugefroren, das Wasser war schwarz und die Fische sollen sich verändert haben, sie wurden ebenfalls schwarz und bekamen Dornen. Der Wald auf der anderen Seite des See soll auch unheimliche Gestalt angenommen haben, wie Ihr es berichtet habt. Ich habe sogleich zwei Geweihte losgeschickt, die von einem örtlichen Magier unterstützt werden und werde jetzt noch einmal zu der Stelle, die Ihr bezeichnet habt, jemanden schicken.“
    Jurina und Delara sahen sich an. Dass es doch nicht die Magierin war, die für die Vorgänge sich verantwortlich zeigte, war eine gute Kunde, denn es hätte sonst von beeindruckender Fähigkeit gezeugt, aber dass noch mehr Stellen so waren ... das vernahmen sie mit Besorgnis. Aber der Rondra-Tempel Wehrheims war auf der Hut.
    „Gestattet Ihr uns, hier im Tempel zu nächtigen?“ fragte Delara.
    „Selbstverständlich. Man wird Euch Kammern zuweisen.“
    „Eine reicht“, warf Jurina ein. „Ich danke Euch, Schwertschwester.“
    Sie brachten ihre Ausrüstung in die Kammer, zu der ein Novize sie führte. Jurina beäugte ihn etwas misstrauisch, tat sie sich mit männlichen Geweihten und Novizen der Rondra doch weiterhin schwer.
    Den weiteren Tag verbrachten sie mit Gebeten und Meditationen. Die Messe des Abends genoss Jurina, denn ein Gebet in heiligen Hallen der Rondra und in einer Gemeinschaft mochte sie mehr als die Gebete in kleinerem Kreise.
    Nach der Messe hielt Jurina Delara fest, als diese zusammen mit den anderen die Halle verlassen wollte. „Delara, es wird Zeit für eine Visionsqueste. Der Weg nach Keshal Rondra wird noch etwas dauern und da möchte ich dich bitten, ob du mich leiten wirst auf der Suche nach einer Vision.“
    Delara nickte. „Es wird mir eine Ehre und eine Freude sein, Jurina von Keshal Rondra“, sprach sie ernst. „Morgen früh beginnen wir mit den Vorbereitungen.“
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    Feedback animiert mich


    Dann wollen wir mal weiter animieren.
    Eines ist mir unklar: Zu welcher Stelle wollen die Wehrheimer jemanden schicken? Denn der ganze Weg von Delara und Jurina wimmelte ja nur so von Seltsamkeiten (der irre Stier, die Eiskuppel, die Orks, mehr faellt mir jetzt nicht ein, aber ich glaube, es war noch mehr). Ansonsten mal wieder sehr schoen!

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    Nix zu möppern!!!!!!! :cool2:

    @sindar: Ich finde die Frage im Text eigentlich recht klar beantwortet:

    Gestern erst wurde mir etwas ähnliches berichtet. In einem Dorf, zwei Tagesreisen nördlich von hier, sind seltsame Dinge geschehen.


    Also wurden die Geweihten und der magier dorthin geschickt. Jurina und Delara kamen von Donnerbach, also auch aus nördlicher Richtung, wenn sie mich jetzt nicht alle verlassen haben. Irgendwo dort, in der Nähe des Weges, den sie gegangen sind muss also mächtige finstere Magie gewirkt werden und die Vermutung, dass die Vorkommnisse von der Reise etwas mit dem See zu tun haben, liegt nicht allzu fern.
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    Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Ich sage ja, Feedback spornt mich an. :)
    Außerdem wird es bald so richtig, richtig ... naja, ihr wißt schon ... oder werdet es wissen. :lol:
    Jetzt jedenfalls gibt es ein etwas längeres Stück, da ich die Visionsqueste nicht mitten drin kappen wollte.

    Richtig, sindar, lupus hat Recht: die bezeichnete Stelle ist natürlich die der Eiskuppel bzw. insgesamt der verformte Wald.


    Delara bereitete Jurina auf die Visionsqueste vor: sie beteten gemeinsam, trainierten den Körper und machten meditative Säbelübungen und andere Meditationen. Jurina konzentrierte sich jeden Tag mehr auf sich selber, ihr Gebet und die Meditation. Sie führte den Säbel, bis ihr die Oberarme schmerzten, der Schweiß ihr über das Gesicht lief und sie mehr und mehr ihr bewusstes Denken abschaltete und stattdessen auf ihre Reflexe und Reaktionen zurückgriff.
    Es war eine allmähliche Steigerung, die ihr selber gar nicht so bewusst war, was aber auch mit daran lag, dass sie keinen geregelten Tages- und Nachtzyklus mehr hatte und der Trancezustand mehr und mehr von ihr Besitz ergriff und die verstreichende Zeit für seine an Bedeutung verlor.
    Sie befanden sich in einem der Nebenräume der Tempelhalle und fochten einen weiteren meditativen Kampf aus. Jurina merkte nicht mehr, wie schwer ihre Arme waren, auch Delara vor ihr nahm sie nur noch zuweilen verschwommen wahr. Sie dachte nicht mehr, sie war nur noch, reduziert auf ihr innerstes Selbst und ihr Körper reagierte von allein und unabhängig von bewussten Gedanken und Befehlen, die an ihn ergingen.
    Ihr Säbel beschrieb einen bogen, um Delaras Schwert zu parieren....
    ... und sie stand allein im Schnee in den Bergen. Der Anblick war ihr wohlvertraut, es war der Raschtullswall und nach Keshal Rondra waren es nur wenige Stunden Fußmarsch den Weg entlang, auf dem sie stand.
    Jurina blickte sich um: schneebedeckte Berggipfel umgaben sie, weiter unten lag das schneefreie Almada. Sie selber trug jedoch nicht ihre Rüstung, die zugleich ihre Uniform war, sondern dünne Lederkleidung und ein Paar Schuhe. Ihr Säbel hing jedoch an ihrer Seite.
    Keinerlei Spuren waren zu sehen, der Schnee war unberührt. Spuren von ihr selber, die hierhin führten, gab es nicht. Jurina wunderte sich nicht darüber, dass sie hier stand ohne Rüstung und ohne Hinweise darauf, wie sie hierher gekommen war. Es war bedeutungslos für sie, nicht selbstverständlich, aber auch nicht verwunderlich.
    So setzte sie sich in Richtung Keshal Rondra in Bewegung. Fast eine Stunde ging sie den Weg entlang. Sie spürte die Steine unter der nicht allzu dicken Schneeschicht durch ihre Schuhsohlen hindurch, der Wind schnitt ihr in die Haut, ihre Hände und Füße wurden trotz angeregter Bewegungen fast gefühllos und es fing an zu schneien. Dicht fielen die Flocken und erlaubten keine weite Sicht. Zu ihrer Rechten war ein Abgrund, zu ihrer Linken eine steile Felswand.
    Vor ihr erkannte sie im Schneetreiben eine Gestalt, die auf dem Weg stand. Als sie näher kam, erkannte sie in ihr eine über zwei Schritt große, breitschultrige Frau in einem langen Pelzmantel und einer Pelzmütze. Breitbeinig stand sie auf dem Weg, der an dieser Stelle bestenfalls vier Schritt in der Breite maß und hatte ihre Hände über dem Griff eines Bastardschwertes geschlossen, das mit der Spitze auf den Boden gestützt war.
    Vorsichtig und wachsam näherte Jurina sich ihr. „Geht mir aus dem Weg“, forderte sie, als sie noch mehrere Schritt weit entfernt war.
    Die Frau rührte sich nicht, blickte ihr aber direkt in die Augen. „Hier kommen nur jene vorbei, die würdig sind“, erwiderte sie.
    „Ich bin Jurina von Keshal Rondra, eine Löwin der Donnernden und ich werde hier entlang gehen.“ Die Amazone blieb fünf Schritt vor der Frau stehen.
    „Ich bin die Wächterin dieses Weges und meine Aufgabe ist es, ihn zu bewachen.“
    „Wer hat Euch beauftragt, den Weg zu bewachen?“
    „Das Schicksal.“
    Jurina schwieg einen Moment.
    „Ihr solltet zurückgehen“, nutzte die Wächterin die Gelegenheit.
    „Ich gehe bereits zurück“, erwiderte Jurina stolz. „Diesen Weg werde ich gehen, denn er führt mich zurück nach Keshal Rondra!“
    „Niemand, der nicht würdig ist, kommt an mir vorbei. Viele haben es schon versucht und viele sind gescheitert.“
    Jurina kam wieder näher. Mit einer schnellen Bewegung hob die Wächterin im gleichen Moment das Bastardschwert. Sie hatte längere Arme und ein über einen Schritt langen Anderthalbhänder, den sie mit einer überraschenden Schnelligkeit handhabte.
    Auch Jurina zog ihre Klinge und hielt den Säbel halb schräg vor sich. Es war ihr klar, dass sie die geringere Reichweite hatte und deshalb im Moment erst einmal gar nicht die Gelegenheit hatte, die Wächterin auch nur zu treffen.
    Das Bastardschwert zeigte genau auf ihren Hals und die schwere Klinge zitterte nicht in den Händen der Wächterin. Jurina senkte ihren Säbel etwas, bis er das Schwert berührte und drückte. Der Anderthalbhänder gab nicht auch nur den Bruchteil eines Halbfingers nach.
    „Schlagt zu!“ forderte Jurina. „Lasst uns einen Kampf zu Ehren Rondras machen!“
    Höhnisch verzogen sich die Lippen der großen Frau und das Bastardschwert blieb, wo es war. Einige Herzschläge vergingen und Jurina machte einen Schritt zurück und ließ den Säbel sinken. Das Bastardschwert senkte sich ebenfalls dem Boden zu.
    Jurinas Augen bohrten sich in die der Frau, doch diese hielt dem Blick stand. Jurina war sich nicht einmal sicher, ob sie überhaupt blinzelte. Sie machte plötzlich einen schnellen Schritt nach rechts, doch im selben Moment, fast sogar hatte Jurina den Eindruck, es geschah einen Herzschlagbruchteil noch vor ihrer eigenen Bewegung, folgte die Wächterin der Bewegung und stand genau vor ihr.
    „So oder so, Ihr kommt hier nicht vorbei.“
    Jurina machte einen Schritt nach links und noch vor der Vollendung wieder nach rechts, duckte sich und tauchte ab und machte dabei einen Schritt nach vorne, um unter dem hochschnellenden Bastardschwert hinwegzutauchen.
    Doch wieder musste die Wächterin dies vorher gesehen haben und erneut war die Klinge des Schwertes auf Jurinas Hals gerichtet, noch bevor diese wieder aufrecht stand.
    Jurina überlegte einen Moment, dann machte sie einen kleinen Schritt nach vorn. Sie spürte, wie die Spitze des Schwertes sich in ihre Haut bohrte. Regungslos beobachtete die Wächterin sie.
    Die Amazone machte einen Schritt zurück. Die Wächterin senkte den Anderthalbhänder.
    „Geh zurück“, sagte sie verächtlich und wechselte ins ‚Du’.
    Jurina funkelte sie an. „Ich bin eine Löwin der Donnernden und ich werde hier durch gehen“, antwortete sie entschlossen.
    „Du magst eine gute Akoluthin abgeben, aber mehr auch nicht“, sprach die Wächterin abfällig.
    „Rondra hat mich bei meiner Weihe geprüft und für würdig empfunden!“ Auch wenn sie ein wenig kleiner war als die Wächterin und weniger breit in den Schultern, so war Jurina doch fest entschlossen, hier nicht beizugeben. Sie würde diesen Weg gehen, denn es war ihr Weg.
    Die Wächterin lachte. „Viele Geweihte standen schon vor mir ...und genügend haben nicht bestanden. Du beherrscht Dein Sprüchlein gut, doch allein macht es dich nicht würdig und den Weg nicht frei.“
    Jurina maß sie noch einmal mit einem langen Blick. „Geh mir aus dem Weg. Das ist ein Befehl!“
    Sofort machte die Wächterin einen Schritt zur Seite und sank auf ein Knie. Das Bastardschwert war wieder mit der Spitze auf den Boden gestützt. „Jetzt spricht die wahre Autorität aus Euch.“
    Jurina ging an ihr vorbei und weiter den Weg entlang. Es war nicht mehr weit nach Keshal Rondra. Der Schnee fiel dichter und immer dichter. Sie hörte Geklirr von aneinanderprallenden Waffen und nach weiteren Schritten glaubte sie schemenhaft ein Gesicht vor sich zu erkennen, auch die Bewegungen von Waffen im Schneetreiben zeichneten sich schwach vor ihr ab. Sie ging darauf zu ...
    ... und parierte einen Hieb von Delara im Tempel in Wehrheim. Noch verschwommen und unklar zeichnete sich die Gestalt Delaras vor ihr ab und ihre Umgebung wurde ihr erst allmählich bewusst, doch ihr Körper und ihre Reflexe schwangen den Säbel wie ohne ihr Zutun. Sie fühlte erneut die Nähe zu Rondra und sich erfüllt, wie beschenkt.
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    Krass :angst:
    Das war IMHO wieder eine Richtig (absichtlich groß) schöne Stelle.
    Ich kann gar nicht genau sagen, warum. Es ist so eine Kombination, aus den schön beschriebenen Meditation, des phantastischem Panoramas auf diesem Berg und dieser ungewöhnlichen Situation.
    Jetzt darf man natürlich gespannt seien, was das für ein Geschenk denn ist.
    Ich persönlich tippe ja auf heiligen Befehl.... mal schaun.
    mfg Asleif

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    So, ich muß gestehen, daß ich auf der Reise nach Wehrheim eine ganze Episode vergessen habe. Sie ist kein Grundpfeiler der Story, aber gewissermaßen ein Beleg für etwas, das später sich noch klären wird.

    Außerdem will ich das ausgespielte 1:1 ja hier auch tatsächlich weitestgehend so wieder geben, wie es tatsächlich von Jurina erlebt wurde.

    Deshalb habe ich die betreffende Stelle nun geschrieben und in das Posting vom 6.4. 2004 hinein editiert. Sie ist durch ein farbiges EDIT gekennzeichnet und macht jetzt das betreffende Posting über Gebühr lang, aber sie ist da, wo es auch in der Handlung tatsächlich hingehört.

    Ich hoffe, man möge mir verzeihen und ich hoffe ebenso, daß mir das nicht mehr passieren wird. :rot:
    Pfoten des Grauens

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    Antwort Tuzzughs: "Vielleicht ... Schattenkatze?"

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    Es sei dir verziehen. :cool2:

    Zum letzeten Poste gibts von mir nur eins zu sagen:

    [span style=\'font-size:14pt;line-height:100%\']*WOW*[/span]
    [br][br]"Keuscheit ist die unnatürlichste aller sexuellen Perversionen."
    [br]"Das Wesen eines Genies besteht zu 5 Prozent aus Inspiration und zu 95 Prozent aus Transpiration." [Albert Einstein]

    Die Kraft der Elemente - Eis, Luft, Feuer, Erz

    Erst, als sie sich ihrer Umgebung leidlich sicher war, brach Jurina den Kampf ab. Delara trat zu ihr.
    „Du hast Deine Geistreise hinter dir, Jurina. Hattest du Erfolg?“
    Jurina fasste zusammen, was sie gesehen und erlebt hatte. Sie und Delara besprachen die Visionsqueste ausführlich. Autorität und militärische Disziplin waren ein wichtiger Bestandteil ihrer Ausbildung und auch dessen, was sie nach außen hin repräsentierte. Die Wächterin war ein Symbol für den Trotz der Leute und für Ungläubige.
    Aufgrund der vielen, zusehends in einander überfließenden Meditationen war Jurina dennoch nicht müde oder erschöpft, obwohl diese Reise in ihren eigenen Geist mitsamt der Vorbereitungszeit fast zwei Siebenspannen gedauert hatte. Sie fand bis zum nächsten Tag in ihren geregelten Tagesrhythmus wieder ein und sie und Delara planten ihren Aufbruch für den folgenden Tag.
    An der abendlichen Messe nahmen sie gemeinsam teil, dann zogen sie sich früh auf ihre Kammer zurück.


    Etwas schnitt in ihre Hand- und Fußgelenke. Ihr Unterleib brannte wie Feuer. Jurina schlug die Augen auf.
    Zwischen verwachsenen und unnatürlich verformten Bäumen hindurch sah sie den Himmel. Sie wollte sich bewegen, doch konnte sie sich nicht rühren. Sie wandte den Kopf und sah, dass ihre Handgelenke an in die Erde gerammten Pfählen gebunden waren. Sie konnte fühlen, dass ihren Beinen das gleiche geschehen war und was ihr Körper signalisierte, bestätigte sich, als sie den Kopf etwas anhob und an sich heruntersah: sie war nackt und die Wunde an ihrem Bauch, die mittlerweile doch sehr gut verheilt war, war wieder offen. Blut und Eiter liefen ihr über den Leib und in den Schnee, der unter ihrem Körper schmolz.
    Für einen Moment war sie verwirrt und verängstigt, dann fiel ein Schatten auf ihr Gesicht. Bereits an dem hämischen leisen Gelächter erkannte Jurina, dass die Magierin es war. Jurinas Kopf fuhr herum und sie sah in das spöttische und zufriedene Gesicht der Frau. Der Anblick verdrängte alle anderen Gefühle in ihr, doch die schnelle Bewegung löste einen scharfen Schmerz aus, den sie nicht ganz unterdrücken konnte.
    Als sie das Zucken bemerkte, verbreiterte sich noch das selbstzufriedene Grinsen auf dem Gesicht der Frau. Sie kniete neben Jurina nieder und strich mit ihrem rechten Zeigefinger sanft über Jurinas nackten, blutigen Bauch entlang. Obwohl die Berührung wirklich nur leicht war, schmerzte sie Jurina unsäglich. Sie biss die Zähne zusammen, um möglichst wenig Schmerz zu zeigen, denn diese Schwäche wollte sie der Frau nicht zugestehen.
    „Tut das weh?“ fragte diese und stieß ihren Finger heftig dicht neben der Wunde in Jurinas bloßen Bauch. Ein gutturales Stöhnen entrang sich Jurina, so heftig sie auch dagegen ankämpfte.
    Die Magierin lächelte glücklich. Sie hob ihre Hand und malte mit dem blutigen Finger Kreise und Muster auf die Oberschenkel Jurinas. Jurina spannte unwillkürlich ihre Muskeln an, um sich zu wappnen.
    „Weißt du“, teilte die Magierin der Amazone in beiläufigem Tonfall mit, „ich war das hier mit den Bäumen. Und den Fischen in dem See. Und noch so manch anderes Stück Land habe ich meinen Vorstellungen angepasst.“
    Wieder tauchte sie ihren Finger in Jurinas Blut und piekste erneut nah an der Wunde und malte diesmal Zeichen auf den nackten Bauch. „Willst du mich nicht jagen, Jurina?“
    „Das werde ich“, presste Jurina wütend hervor. Vor ihren Augen tanzten Schleier, als sie weiteres Aufstöhnen unterdrückte. Hier lag sie, nackt, hilflos und gefesselt und war dieser Frau ausgeliefert, doch diese Schmach und ihr Zorn darüber gaben ihr Kraft und etwas Beherrschung, sich nicht vollends zu winden vor Schmerzen.
    Dennoch – wie kam sie hierher, wie hatte die Magierin sie überwinden können, ohne dass sie es überhaupt bemerkt hatte? Wo war Delara? Doch ihre Sorgen und Gedanken kamen gar nicht dazu, sich festzusetzen.
    „Schön, schön", freute sich die Magierin. Sie nahm neues Blut auf und schmierte es nun auf die Brüste ihrer Gefangenen, eine Berührung, die nicht im mindesten angenehm war. „Du hast einen schönen, starken Körper. Meine Bäume haben ihn ganz schön zerkratzt, wie? Und meine lieblichen Kämpfer erst ...“
    Dieses Mal landete ihr Finger in der Wunde und Jurina konnte einen leisen Aufschrei nicht unterdrücken.
    „Tut das weh? Wenn ich das mache?“ Erneut senkte sich der Finger in die Wunde. Eiter und Blut quollen hervor. Jurina schrie auf und keuchte, während vor ihren Augen nun schwarze und rote Flecken tanzten. Sie zerrte an den Stricken, doch diese hielten und gaben nicht ein Stück nach, doch ihre Wunde schmerzte mehr und mehr durch die Bewegung.
    Die Magierin lachte hämisch. Ihr Finger strich nun über Jurinas Kinn und beschmierte es mit ihrem eigenen Blut. So leicht solche Berührungen auch waren – mit Sanftheit oder auch nur gutem Willen hatten sie nichts zu tun. „Diese ausgeschickten Geweihten und dieser Magier“, fuhr sie beiläufig, aber auch mit einem Hauch von Verachtung fort, „haben bereits und werden noch ihr Leben für eine sinnlose Sache vergeuden.“ Fast liebevoll oder vielmehr in der Karikatur einer solchen Geste fuhr der Finger über Jurinas eine Wange.
    Die Geweihte drehte den Kopf weg und zerrte einmal mehr an ihren Fesseln, aber nur ein glühender Schmerz schoss durch ihren Körper. Ihre Peinigerin grinste zufrieden.
    „Schmerzen habe ich dir versprochen und Schmerzen wirst du haben“, sagte sie nun nicht mehr wie nebensächlich, sondern gehässig und rachsüchtig. Ihre Augen funkelten drohend.
    „Komm und hol mich, Jurina von Keshal Rondra. Ich habe mir soviel Mühe gegeben!“ Noch einmal nahm der Finger Blut auf und bemalte Jurinas andere Wange bei diesen Worten.
    „Du wirst deiner Strafe nicht entkommen!“ erwiderte Jurina heftig, obwohl die Schmerzen ihr fast die Sinne raubten und ihre Stimme heiser und gepresst klingen ließen. Wenn sie sich nur befreien, nur eine Hand losreißen könnte ... Sie würde diese Frau jagen und ihr Handeln wider Rondra und die Götter zu einem Ende bringen! Jede Folterung, jede Qual und jede Erniedrigung bestärkten sie nur in ihrer Entschlossenheit.
    Die Magierin kicherte hämisch. „Du gefällst mir. Nackt. Gefesselt. Blutig. Voller Schmerzen. - Tot!“ Sie ballte ihre Faust und trieb sie in die offene Wunde auf Jurinas Bauch.
    Der Schmerz nahm Jurina endgültig die Sinne und ließ sie in eine gnädige Ohnmacht fallen.
    Pfoten des Grauens

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    Geschichten von mir: Eine Söldnerin zu sein //Die Kraft der Elemente

    Aus dem DSA-Quiz: Ich: "Wer ist einE so großeR VerehrerIn von Königin Yppolita, dass sie/er sogar im eigenen Schlafzimmer einen Schrein zu Ehren Yppolitas hat?"
    Antwort Tuzzughs: "Vielleicht ... Schattenkatze?"

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    @Asleif: Ich habe mir das mal zu Herzen genommen und die Szene diesbezüglich etwas überarbeitet.
    Es ist nicht viel, aber ein bißchen.
    Ist es etwas besser so?
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    Antwort Tuzzughs: "Vielleicht ... Schattenkatze?"

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    @Asleif: Danke.
    Ich sagte ja, es sei nicht viel, aber diesen Traum mit zu genauen Gefühlen vollpacken wollte ich nun auch nicht, denn der Traum sollte flüssig und in einem Stück erscheinen, ohne Jurina überhaupt viel Zeit zu lassen, nachzudenken oder viel zu empfinden außer Schmerz und Schmach.




    Schweiß lief ihr über das Gesicht und mit weit aufgerissenen Augen sah sie sich in der Dunkelheit um. Es dauerte einen Moment, bis ihr klar wurde, dass sie einen Traum gehabt hatte und nun – hoffentlich – wieder wach war.
    „Jurina!“ hörte sie Delaras erschrockene Stimme. „Was ist?“
    Ein dumpfes Pochen erinnerte Jurina nur zu gut an den Traum. Sie tastete mit der Hand nach ihrem Bauch, doch es war alles trocken und sie fühlte die dicke, wulstige Narbe, die sie für den Rest ihres Lebens an diesen Traum erinnern würde.
    „Ich habe wieder von dieser Magierin geträumt ... sie sagte, sie sei es gewesen, die den Wald und den See und noch weitere Stellen verändert hätte. Sie sagte, die Geweihten und der Magier, die ausgezogen sind, sind tot oder wären es bald! Delara, ich muss und werde sie suchen. Sie macht das nur um meinet Willen!“
    Erst waren ihre Worte langsam und noch immer beeinflusst von der Unwirklichkeit des Momentes, dem Übergang vom Traum zum Wachen, aber dann sprach sie schneller und unnachgiebiger.
    Sie fühlte einen Nachhall der Schmach und der Hilflosigkeit, aber noch viel stärker den Trotz und die Überzeugung und Gewissheit, diese Frau jagen zu müssen. In ihren Träumen konnte sie ihr etwas Angst einjagen, aber ob sie Jurina auch so in Wirklichkeit bezwingen konnte, das musste sich erst noch herausstellen!
    „Ich werde dich begleiten“, erwiderte Delara entschlossen Sie legte ihren Arm um Jurina. „Wir werden sie gemeinsam jagen und zur Strecke bringen, sobald wir mit der Schwertschwester gesprochen haben.“
    Jurina nahm gerne Delaras Unterstützung an. In einem stillen Winkel ihres Herzens war ihr klar, dass ihr die Umarmung gefiel, sie spendete ihr Trost und Sicherheit.


    Zelda von Wehrheim informierte sie, dass tatsächlich in den beiden Siebenspannen, die Jurina in Meditation und Trance verbracht hatte und von Delara angeleitet worden war, weitere Berichte von veränderten Wald- und Landstrichen eingetroffen worden waren und keine Botschaften von den Ausgesandten gekommen sei.
    Obwohl schwer abzuschätzen war, inwieweit die Nachricht, die die Magierin per Traum überbracht hatte, glaubwürdig war, erzählte Jurina davon. Die Schwertschwester nahm es mit Besorgnis zur Kenntnis.
    Delara und Jurina rüsteten sich mit Proviant für sich und die Pferde aus und brachen auf – den Weg zurück, den sie gekommen waren. Delara hatte ihr Kettenhemd und Jurina ihre Brünne vom Tempelschmied wieder in Ordnung bringen lassen. Die Stelle, an der sie übernachtet hatten, war ihr vorerst einziger Anhaltspunkt, wenn sie auch ungefähre Beschreibungen bekommen hatten, wo die anderen Stellen zu finden waren. Einen festen Plan hatten sie nicht, aber die Magierin würde sich bestimmt wieder melden und es war besser, als in Wehrheim zu warten, ohne zu wissen, auf was.
    Als sie die Tempeltüren öffneten, sahen sie wieder den kleinen Schneemann draußen auf dem äußeren Stück einer Stufe stehen. Flocken und Eiskristalle umwirbelten ihn. Zufrieden und freundlich lächelte er sie an.
    Auf der Reichsstraße kamen sie erneut recht schnell voran. Sie waren kaum seit einer Stunde unterwegs, als zu ihrer rechten ihnen ein Erdhügel ins Auge stach. Sie waren sich sicher, dass er auf dem Hinweg noch nicht hier gewesen war. Als sie näher kamen, konnten sie erkennen, dass er einen Umfang von etwa zwei Schritt hatte und an die anderthalb hoch war. Er war von einer deutlich dünneren Schneedecke überzogen als der umgebende Boden, was ein weiterer Hinweis darauf war, dass sich diese Erhebung noch nicht lange hier befand.
    Jurina und Delara zügelten ihre Pferde. Die Amazone stieg kurz entschlossen ab und näherte sich der Stelle. Ein solcher Erdhügel war ungewöhnlich, ein Tier konnte dafür nicht verantwortlich sein.
    Sie umkreiste ihn einmal, ohne etwas auffälliges zu entdecken, nicht einmal Spuren, mochten sie auch zugeschneit sein, entdeckte sie. Andererseits war ihr bewusst, dass sie bestenfalls über Grundlagen im Spurenlesen verfügte.
    Delara saß weiterhin im Sattel Tiamas. Aufmerksam überflogen ihre Augen die Straße und das Waldstück, das an die Straße angrenzte.
    Jurina hatte die Umkreisung fast beendet, als sie durch die Sohlen ihrer Stiefel eine Vibration spürte und der Boden begann, unter ihr nachzugeben. Ohne zu zögern, machte sie einen großen und schnellen Satz nach vorne zurück auf die Straße.
    Kaum befanden sich ihre Füße in der Luft, sackte der schneebedeckte Erdboden in einer Breite von rund anderthalb und einer Länge von fast drei Schritt ein. Schnee und Erde vermischten sich und der dunkle Sand kontrastierte stark mit dem weißen Schnee.
    Wenige Herzschläge später war wieder alles ruhig und still, bis auf den neu entstandenen Graben, in den nun Schnee und Erde hinein rieselten, in dem jedoch sonst nichts zu sehen war.
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